Urbane Landschaften in den USA - uni- .Die US-amerikanische Stadtentwicklung der letzten Jahrzehnte

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  • Urbane Landschaften in den USA

    Strategien und Konzepte fr eine nachhaltige Entwicklung der Metropolregion Atlanta

    von Christian Hbner

    Abschlussarbeit im Masterstudiengang Stadt- und RegionalplanungVertiefungsrichtung Stdtebau

    Betreut durch Prof. Dipl.-Ing. Christl Drey und Prof. Dr.-Ing. Uwe Altrock

    Universitt Kassel 2010

  • Inhalt

    71

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    Einleitung ProblemstellungRelevanz des Themas fr die PlanungGegenstand der ArbeitHerangehensweise

    Teil 1 - HintergrndeUrban Sprawl in den USAZersiedelung und Vorortentwicklung in DeutschlandZwischenfazit

    Teil 2 - Die Metropolregion AtlantaAuswahl des UntersuchungsgebietesVorgehensweiseberblickDie Metropolregion Atlanta im VergleichStruktur der Metropolregion AnalyseLokale Strategien Schlussfolgerungen

    Teil 3 - Raum- und SiedlungsentwicklungVorgehensweise AusgangslageSzenario 1: TrendSzenario 2: Wachstum+Szenario 3: Entlastung und VerdichtungVertiefende Betrachtung eines KorridorsDer Nordwest-Korridor Auswirkungen der Szenarien Bewertung der SzenarienEmpfehlungen fr die Raum- und Siedlungs-entwicklung

    56789

    1113

    1821

    252727283031394244

    47495052545658596265

    66

    Zwischenfazit

    Teil 4 - Gestaltung der Urbanen LandschaftVorgehensweiseRumlich-strukturelle Untersuchung NutzungsstrukturSiedlungsdichteSiedlungsentwicklungTopografieRaumtypologienSchlussfolgerungenQualifizierungsvorschlgeHandlungsfeld LandschaftManahme LandschaftHandlungsfeld SiedlungsentwicklungManahme Siedlungsentwicklung Handlungsfeld MobilittManahme MobilittHandlungsfeld IdentittManahme IdentittBewertung

    SchlussfolgerungenBewertung der Strategien und KonzepteAusblick

    Abbildungsverzeichnis

    Literatur- und Quellenverzeichnis

    AnhangInterview mit Prof. Albert Speer

  • Einleitung

  • 6

    von Landschaft zog der Bau von Siedlungen mit immer greren Abstnden zu den Kernstdten auch den Bau neuer Verkehrswege und Infrastruk-tur nach sich, die diese Gebiete an die bestehende Stadtstruktur anschlossen. Dies fhrte zu lngeren Fahrwegen zwischen Wohn- und Arbeitsort und zur Verteuerung der Infrastrukturnetze. Neben diesen sichtbaren Auswirkungen des Urban Sprawl sind damit aber auch weitere Problemfelder wie Segregation, soziale Ausgrenzung und finanzielle Schwierigkeiten der Kernstdte verbunden. (Bo-denschatz/Schnig 2004: 60)

    Die US-amerikanische Stadtentwicklung der letzten Jahrzehnte ist geprgt durch ein starkes Wachstum der Siedlungsflchen und eine zuneh-mende Zersiedelung der Landschaft an den Rn-dern der groen Stadtregionen. Zwischen 1983 und 1997 nahm die urbanisierte Flche um 47 Pro-zent zu, whrend die Bevlkerung nur um 17 Pro-zent wuchs (Bodenschatz/Schnig 2004: 60) Nur wenige Flchen wie State- oder National Parks, die dem Bestandsschutz unterliegen, wurden voll-stndig von Bebauung freigehalten. Die an den Rndern entwickelte Siedlungsflche stellt sich als Aneinanderreihung von Wohnsiedlungen, Gewer-begebieten, Broparks, Industrieansammlungen und Einkaufszentren dar, die durch Highways voneinander getrennt sind. Zwischen den Sied-lungsflchen und den Infrastrukturlinien befinden sich Restflchen des ursprnglichen Naturraums, die einen Eindruck des ehemals vorherrschenden Landschaftsbildes vermitteln. Diese zersiedelten Bereiche, im Folgenden Urban Sprawl genannt (englisch fr Zersiedelung) weisen auf den ersten Blick wenig Lebensqualitt auf und werden als ein groes Durcheinander ohne Zentrum und Struktur wahrgenommen.Vor allem durch die sogenannte Anti-Sprawl Be-wegung in den USA wird Urban Sprawl dort in-zwischen nicht mehr nur als Ausdruck notwendigen Wachstums, sondern auch als negativer Aspekt der Suburbanisierung wahrgenommen. (Boden-schatz/Schnig 2004a: 10) Neben dem Verlust

    Problemstellung

    Typische Sprawl-Siedlung in den USA

  • 8

    Das Kernthema dieser Arbeit ist die Klrung der Frage, wie das Problem des Urban Sprawl gelst werden kann und wie mit dessen Auswirkungen umzugehen ist. Dabei soll insbesondere geklrt werden, welche Strategien und Konzepte geeig-net sind, eine nachhaltige Raum- und Siedlungs-entwicklung zu generieren, die trotz Wachstum in Bezug auf Einwohner, Beschftigung, Wirtschaft und Verkehrsaufkommen mit einem geringeren Flchenverbrauch auskommt und wie die ausu-fernden Stadtregionen zu qualittvollen Lebens-rumen gestaltet werden knnen. Der Schwer-punkt liegt dabei auf der Auseinandersetzung mit dem suburbanen Raum, da dieser enorme Flchen umfasst und weil die meisten Amerikaner inzwi-schen dort und nicht mehr in den Kernstdten le-ben. (siehe Abbildung rechts) Daher konzentriert sich diese Arbeit bewusst nicht auf die Kernstdte, die bei einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung ebenfalls eine groe Rolle spielen, sondern lenkt den Blick auf die Bereiche der Stadtregionen, die ihre Rolle zwischen Stadt und Landschaft einneh-men. Beim suburbanen Raum wird zwischen den lteren Vorstadtsiedlungen des sogenannten In-ner Ring und den weiter auen liegenden Stadt-randsiedlungen des Outer Ring unterschieden. Im Zusammenhang mit Urban Sprawl wird vor allem von den Siedlungsbereichen des Outer Ring ge-sprochen, die meist erst vor relativ kurzer Zeit entstanden und als noch nicht fertig gebauter Teil der Stadtlandschaft gelten. (Bodenschatz/Sch-

    Gegenstand der Arbeit

    nig 2004a: 10) Vor allem hier kann im Hinblick auf eine nachhaltige Raum- und Siedlungsent-wicklung angesetzt werden. Dabei soll untersucht werden, inwieweit ein Verdichtungs- und Gestal-tungspotenzial der bestehenden Siedlungen be-steht, wie der verbliebene Landschaftsraum er-halten und qualifiziert und wie Identitt gestrkt werden kann. Ziel der Arbeit ist es, dies anhand einer wachsenden Metropolregion exemplarisch aufzuzeigen und somit konkret zu verorten.

    Bevlkerungsanteile in US-amerikanischen Metropolitan Areas in %

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    Herangehensweise

    Die Arbeit gliedert sich in vier Hauptkapitel, die im Folgenden kurz beschrieben werden. Das erste Kapitel dient als theoretische Grund-lage, um ein besseres Verstndnis fr die Pro-blematik des Urban Sprawl und den Umgang mit dem suburbanen Raum zu erlangen. Dazu wird zunchst die Entwicklung der US-amerikanischen Stadtregionen in den letzten Jahren dargestellt und im Anschluss werden aktuelle Diskussionen und Entwicklungsanstze aufgezeigt. Darauf folgend wird auf die aktuelle Debatte um den suburbanen Raum in Deutschland eingegangen.Im zweiten Kapitel wird der fr die Arbeit aus-gewhlte Untersuchungsort, die Metropolregion Atlanta, vorgestellt. Einer kurzen Beschreibung der Lage und der Bedeutung folgt eine Analyse der wichtigsten rumlichen und strukturellen Ge-gebenheiten, die fr die weitere Erarbeitung eine Rolle spielen. Auerdem werden zwei lokale Pro-jekte vorgestellt und auf mgliche Anknpfungs-punkte fr die Arbeit untersucht.Das dritte Kapitel leitet den konzeptionellen Teil der Arbeit ein. In Form von Szenarien wird auf-gezeigt, wie die Raum- und Siedlungsentwicklung knftig aussehen knnte. Dabei wird zunchst die Ebene der Metropolregion betrachtet um die Aus-wirkungen ganzheitlich erfassen zu knnen. Im An-schluss wird ein typischer Entwicklungskorridor der Metropolregion ausgewhlt um die Auswirkungen der Entwicklungsszenarien auf lokaler Ebene fest-zustellen. Als Ergebnis der Untersuchung wird ein

    Leitbild als strategisches Konzept der knftigen Entwicklung vorgeschlagen, das fr die weitere Bearbeitung als Orientierung dient. Im vierten Kapitel werden Konzepte zur Qualifi-zierung des suburbanen Raums vorgestellt. Dazu wird ausgehend von dem zuvor betrachteten Entwicklungskorridor ein Teilbereich ausgewhlt. Nach einer rumlich-strukturellen Untersuchung werden Qualifizierungsvorschlge fr diesen Be-reich gemacht, die durch exemplarische Ma-nahmen veranschaulicht werden. Vorschlge und Manahmen orientieren sich an dem zuvor erar-beiteten Leitbild und dienen als Beispiel fr die Auseinandersetzung mit dem suburbanen Raum. Abschlieend werden im fnften Kapitel die wich-tigsten in dieser Arbeit gewonnenen Schlussfol-gerungen aufgelistet, deren Bedeutung fr die eingangs beschriebene Problemstellung bezglich des Umgangs mit Urban Sprawl und der subur-banen Landschaft aufgezeigt und Aussagen zur mglichen Umsetzung getroffen.

  • Teil 1 - Hintergrnde

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    Zwischenfazit

    Bewertung der Anti-Sprawl-Bewegung

    Bei der Bewertung der US-amerikanischen Bem-hungen gegen die weitere Ausbreitung des Urban Sprawl und fr eine Aufwertung des suburbanen Raums muss zwischen der regionalen und der loka-len Ebene unterschieden werden. Auf regionaler Ebene gibt es eine Reihe von sinnvollen Strate-gien, die aber auer einigen wenigen Beispie-len wie den Urban Growth Boundaries in Portland nicht verwirklicht werden konnten. (Bodenschatz/Schnig 2004a: 140) Grund dafr sind meist die geringe Bedeutung der Regionalplanung und die oft nur in Anstzen vorhandene regionale Zusam-menarbeit. Anders sieht es auf der lokalen Ebene aus, wo in den letzten Jahren viele stdtebauliche Projekte der Anti-Sprawl-Bewegung verwirklicht werden konnten. Diese sind ebenso vielseitig wie die Be-wegung selbst, werden aber deshalb auch von ganz unterschiedlichen Seiten kritisiert. Festzuhal-ten bleibt, dass eine groe Anzahl der unter dem Label von New Regionalism oder Smart Growth entstandenen Siedlungen durchaus Merkmale einer nachhaltigen Entwicklung wie Nutzungs-mischung, hohe Dichten, Fugngerorientierung, Vereinbarkeit von Wohnen und Arbeiten sowie die Verknpfung von Automobil und dem PNV auf-weisen. Allerdings ist es fraglich, ob diese einzel-nen Projekte wirklich zu einer sprbaren Begren-zung von Urban Sprawl fhren, da der private, an

    Gewinnoptimierung orientierte Stdtebau wei-terhin weit verbreitet ist. Wahrscheinlich werden nur Reformen auf der region