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Gemeinsames Engagement für Flüchtlinge Informationen für freiwillige HelferInnen und alle Interessierten WILLKOMMEN IN ÖSTERREICH: WEIL JEDER MENSCH ZÄHLT!

Wilkommen in Österreich: weil jeder Mensch zählt!

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Erste Bank und Sparkassen haben sich seit jeher für das Gemeinwohl in Österreich eingesetzt. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, ein gutes Umfeld für schutzsuchende Menschen zu schaffen. Viele Initiativen gibt es bereits, darunter das kostenlose Habenkonto für AsylwerberInnen von Erste Bank und Sparkassen. Willkommen in Österreich: weil jeder Mensch zählt möchte MitarbeiterInnen der Erste Bank und Sparkassen sowie alle Interessierten für die Situation der Flüchtlinge sensibilisieren und für ehrenamtliches Engagement gewinnen. www.weil-jeder-mensch-zaehlt.at

Text of Wilkommen in Österreich: weil jeder Mensch zählt!

  • Gemeinsames Engagement fr Flchtlinge Informationen fr freiwillige

    HelferInnen und alle Interessierten

    WILLKOMMEN IN STERREICH:

    WEIL JEDER MENSCH ZHLT!

  • Willkommen in sterreich: weil jeder

    Mensch zhlt

    Unzhlige Menschen mssen derzeit aus ihrer Heimat fliehen und suchen Schutz und Sicherheit in Europa. Viele kommen auch zu uns nach sterreich. Vielfach schlgt den Schutzsuchenden noch immer groe Skepsis entgegen. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass klare und umfas-sende Informationen, z.B. ber die Zahl der in sterreich bereits aufgenommenen Geflchteten, ber die Hhe des Taschengelds oder den Verlauf des Asylverfahrens zu einer wesentlich greren Bereitschaft fhren, Flchtende will-kommen zu heien und aufzunehmen.

    Erste Bank und Sparkassen haben sich seit jeher fr das Gemeinwohl in sterreich eingesetzt. Wir mchten einen Beitrag dazu leisten, ein gutes Umfeld fr schutzsuchende Menschen zu schaffen. Dieses Infokartenset begleitet die Initiative Willkommen in sterreich: weil jeder Mensch zhlt, die MitarbeiterInnen der Erste Bank und Sparkassen fr die Situation der Flchtenden sensibilisieren und fr freiwilliges Engagement gewinnen mchte. Es ist bei vie-len Menschen so gut angekommen, dass diese inzwischen dritte korrigierte Auflage nun auch allen anderen freiwilli-gen HelferInnen und Interessierten zur Verfgung gestellt werden soll.

  • Die vorliegenden Informationen sollen alle, die sich fr Geflchtete in sterreich einsetzen und sie in der eigenen Gemeinde, im eigenen Umfeld willkommen heien, mit guten Argumenten, Fakten, aktuellen Informationen, Antworten auf mgliche Fragen, Tipps und konkreten Vorschlgen fr eigenes Engagement untersttzen.

    Wir freuen uns, wenn Sie mithilfe dieser Informationen selbst wertvolle Aufklrungsarbeit leisten knnen.

    Auf der Webseite www.weil-jeder-mensch-zaehlt.at finden Sie weitere Informationen und vor allem eine Linksammlung zu allen in der Flchtlingsarbeit aktiven Organisationen.

    Die hier verwendeten Zahlen und Daten entsprechen dem Stand vom Mai 2016, soweit nicht anders angegeben.

    www.weil-jeder-mensch-zaehlt.at

  • Was sind AsylwerberInnen/

    Asylsuchende?

    AsylwerberInnen oder Asylsuchende stellen in sterreich bei der Polizei einen Asylantrag und ersuchen damit um Aufnahme und Schutz vor Verfolgung. Ihr Asylverfahren ist noch nicht abgeschlossen, d.h. es wurde noch nicht darber entschieden, ob sie in sterreich bleiben knnen oder nicht. Asylsuchende erhalten fr die Dauer ihres Asylverfahrens eine Aufenthaltsberechtigung und sind legal in sterreich. Der Begriff Asylant wird ebenfalls verwendet, hat aber im Alltagsgebrauch eine abwertende Bedeutung bekommen.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Was ist ein Konventionsflchtling?

    Gem der Genfer Flchtlingskonvention (GFK) gelten Personen als Flchtlinge, die aufgrund einer der Konventionsgrnde (ethnische Zugehrigkeit, Religion, Nationalitt, Zugehrigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, politische Gesinnung) verfolgt werden und gleichzeitig keinen Schutz des Herkunftsstaates genieen. Aus welchen Grnden jemand als Flchtling anerkannt werden kann, ist in der GFK und im sterreichischen Asylgesetz genau definiert. sterreich hat die Genfer Flchtlingskonvention 1954 ratifiziert und sich zur Aufnahme und Versorgung von Flchtlingen verpflichtet.

    Konventionsflchtlinge sind Menschen, denen Asyl zuerkannt wurde. Sie haben das Recht, zunchst drei Jahre in sterreich zu bleiben. Dann wird geprft, ob Grnde fr eine Aberkennung des Asylstatus bestehen. Sofern die Voraussetzungen fr eine Aberkennung, etwa eine dauerhafte Vernderung der politischen Verhltnisse im Herkunftsland, nicht gegeben sind, gilt die Aufenthaltsberechtigung automatisch fr eine unbefristete Dauer. Konventionsflchtlinge sind in fast allen Belangen sterreichischen StaatsbrgerInnen gleichgestellt.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Was bedeutet subsidirer Schutz?

    Subsidir Schutzberechtigte sind Personen, deren Asylantrag zwar abgewiesen wurde, aber deren Leben oder Gesundheit im Herkunftsland bedroht wird, beispielsweise aufgrund eines Brgerkrieges, wegen Folter oder unmenschlicher Strafe oder Behandlung. Subsidir Schutzberechtigte gelten somit nicht als Flchtlinge im Sinne der Genfer Flchtlingskonvention, erhalten jedoch eine befristete Aufenthaltsbewilligung, die verlngert werden kann. Subsidir Schutzberechtige haben einen schwcheren rechtlichen Status, der auch einige Einschrnkungen hinsichtlich des Anspruches auf bestimmte Sozialleistungen mit sich bringt.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Was ist ein UMF unbegleiteter minder-

    jhriger Flchtling?

    Ein Jugendlicher, der unter 18 Jahre alt ist und ohne Begleitperson oder Erziehungsberechtigte nach sterreich geflchtet ist und hier einen Asylantrag stellt, ist ein UMF. Dasheit, Minderjhrige mssen genau wie Erwachsene ein Asylverfahren durchlaufen.

    Auf der Flucht wurden viele Kinder von ihren Eltern getrennt, nicht wenige minderjhrige AsylwerberInnen haben gar keine Eltern mehr. Sie unterliegen einem besonderen Schutz, werden normalerweise in altersadquaten Einrichtungen betreut und haben auch besonderen Schutz im Asylverfahren. All dies endet mit Vollendung des 18. Lebensjahres.

  • Es gibt eine Reihe von kinder- und jugendspezifischen anerkannten Fluchtgrnden, so z.B. drohende Zwangsre-krutierung als Kindersoldaten, Zwangsverheiratung, Geni-talverstmmelung, Kinderhandel und sexuelle Ausbeutung. Beim Umgang mit unbegleiteten minderjhrigen Flchtlin-gen ist die UN-Kinderrechtskonvention zu beachten.

    9,4!% der AntragsstellerInnen in sterreich sind unbe-gleitete minderjhrige Flchtlinge, d.h. insgesamt stellten 2015 ber 8.380 unbegleitete Kinder und Jugendliche einen Asylantrag. 2016 wurden bis 31. Mrz 1.612 Antrge gestellt.

    Quelle: Bundesministerium fr Inneres

  • Warum werden Flchtlinge mitunter als Illegale bezeichnet?

    Als Illegale oder illegalisierte Menschen werden umgangssprachlich Personen bezeichnet, die sich in einem Land aufhalten, obwohl sie keine gltige Aufenthaltsgenehmigung besitzen. Fr Menschen auf der Flucht ist die illegale Einreise jedoch hufig die einzige Mglichkeit, berhaupt in ein anderes Land zu kommen. Die Einreise ohne gltige Dokumente ist fr Flchtende auch nicht strafbar. In der Genfer Flchtlingskonvention ist festgehalten, dass Flchtlinge, die nicht auf legalem Weg in ein Land eingereist sind, nicht bestraft werden drfen, wenn sie sich unverzglich bei den Behrden melden und die illegale Einreise rechtfertigen knnen. Fr die Dauer ihres Asylverfahrens erhalten Asylsuchende eine vorlufige Aufenthaltsberechtigung und sind somit legal in sterreich.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Was sind MigrantInnen?

    Ein Migrant oder eine Migrantin ist eine Person, die ihre Heimat blicherweise freiwillig verlsst, um ihre persnlichen Lebensbedingungen zu verbessern, um zu arbeiten oder aus familiren Grnden. Manche MigrantInnen verlassen ihre Heimat aber auch aufgrund extremer Armut und Not diese Menschen sind aber nach den Gesetzen grundstzlich keine Flchtlinge. sterreich kann frei entscheiden, ob und wie viele MigrantInnen aufgenommen werden sollen. Nur BrgerInnen der EU und einiger weiterer europischer Staaten steht es frei, in jedes Land der Europischen Union zuzuwandern. Aktuell stammt die grte Gruppe von MigrantInnen in sterreich aus dem europischen Raum und hier vor allem aus Deutschland.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Wen bezeichnet man als Schlepper?

    SchlepperInnen sind Personen, die wissentlich und meistens fr Geld Menschen ohne gltige Reisedokumente bei der Ein- oder Durchreise in andere Lnder helfen, weil sie diese nicht auf legalem Weg erreichen knnen. Dafr, dass diese SchlepperInnen Menschen ber die Grenzen schmuggeln, bezahlen die meisten viel Geld und nicht wenige auch mit ihrem Leben.

    Tatschlich werden Flchtlinge durch europische Grenzregelungen gezwungen, auf die Dienste von Schleppern zurckzugreifen. Seit 2001 das Botschaftsasyl in den Herkunftslndern abgeschafft wurde, gibt es fr die meisten Flchtenden keine legale Mglichkeit der Einreise in die EU.

    Im Mrz 2016 ist ein Abkommen zwischen der EU und der Trkei in Kraft getreten, das vorsieht, eine bestimmte Anzahl syrischer Flchtender per Flugzeug nach einem festgelegten Schlssel auf die Lnder der EU zu verteilen. Dieser Plan muss sich in der Praxis jedoch erst beweisen und betrifft nur syrische Flchtende. Menschen, die aus anderen Staaten flchten, haben nach wie vor (abgesehen von der Familienzusammenfhrung) keine legale Mglichkeit in die EU zu gelangen.

  • Fr einige wenige Flchtende, welche besonders vulnerablen Gruppen angehren, gibt es die Mglichkeit ber ein Resettlement-Programm von Staaten aufgenommen zu werden. Die Staaten entscheiden dabei selbst, wie viele Personen sie aufnehmen mchten. sterreich hat sich bereit erklrt insgesamt 1.500 syrische Flchtende auf diesem Weg aufzunehmen. Zielgruppe sind vor allem bedrohte Frauen, schutzbedrftige Familien mit Kindern und verfolgte Minderheiten wie Christen.

    Von Schlepperei zu unterscheiden ist der Begriff des Menschenhandels. Menschenhandel bedeutet laut UN-Definition die Anwerbung, Befrderung, Verbringung, Beherbergung oder Aufnahme von Personen unter Androhung oder Anwendung von Gewalt, Entfhrung, Tuschung oder Ausnutzung besonderer Hilflosigkeit zum Zweck der Arbeitsausbeutung.

  • Was ist die Genfer Flchtlingskonvention?

    Die Genfer Flchtlingskonvention (GFK) ist das wichtigste vlkerrechtliche Dokument fr den Schutz von Flchtlingen. Sie legt klar fest, wer als Flchtling anerkannt wird und welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind. Rund 150 Staaten haben die GFK ratifiziert, darunter auch sterreich. Mit der Ratifizierung hat sich sterreich rechtlich dazu verpflichtet Flchtlinge zu schtzen.

    Gem der GFK gelten Personen als Flchtlinge, die aufgrund einer der Konventionsgrnde (ethnische Zugehrigkeit, Religion, Nationalitt, Zugehrigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, politische Gesinnung) verfolgt werden und gleichzeitig keinen Schutz des Herkunftsstaates genieen.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Was versteht man unter Dublin-Verordnung?

    Die Dublin-Verordnung legt fest, welches EU-Land (sowie Norwegen, Island und die Schweiz) fr die Durchfhrung des Asylverfahrens zustndig ist. Damit soll sichergestellt werden, dass ein Asylverfahren in nur einem EU-Land durchgefhrt wird. In der Regel ist jenes Land fr das Verfahren zustndig, in dem der/die Asylsuchende das erste Mal einen Asylantrag gestellt hat oder in dem er/sie nachweislich EU-Boden betreten hat.

    Manche Asylantrge werden nicht zugelassen, weil die AntragstellerInnen aus einem sogenannten sicheren Drittstaat eingereist sind und sterreich fr das Asylverfahren nicht zustndig ist. Dieser Verweis auf Dublin und die unterschiedliche Anwendung der Bestimmung sorgt gegenwrtig fr zahlreiche Diskussionen. In der Praxis hat sich Dublin nicht durchgesetzt.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Wie funktioniert ein Asylverfahren

    in sterreich?

    1. Asylsuchende stellen Antrag auf internationalen Schutz bei der Polizei.

    2. Zulassungsverfahren: Prfung durch Bundesamt fr Fremdenwesen und Asyl (BFA), ob sterreich oder ein anderes EU-Land fr das Verfahren zustndig ist (laut Dublin-Verordnung).

    3. Ist sterreich fr den Asylantrag zustndig: bermittlung der Asylsuchenden in die Grundversorgung der Bundeslnder

    4. Inhaltliches Verfahren: Ermittlung, ob Anspruch auf Asyl vorliegt, d.h. ob der/die Asylsuchende tatschlich in sei-ner/ihrer Heimat verfolgt wird bzw. Verfolgung gem der Genfer Flchtlingskonvention befrchten muss.

    5. Bentigt der/die Asylsuchende Schutz vor Verfolgung, erhlt er/sie in sterreich Asyl und ist damit ein offiziell anerkannter Flchtling. Damit kann die Person hier bleiben und hat fast dieselben Rechte und Pflichten wie sterreicherInnen.

    Das Recht auf Asyl ist ein Menschenrecht. (Allgemeine Erklrung der Menschenrechte, Artikel 14)

  • ZAHLENUND FAKTEN

  • Wie funktioniert ein Asylverfahren

    fr Kinder?

    In sterreich mssen Kinder auf der Flucht genauso wie Erwachsene das Asylverfahren durchlaufen. Kinder bekommen nicht leichter Asyl, aber es gibt sogenannte kinderspezifische Asylgrnde wie z.B. Zwangsheirat bei Mdchen oder drohende Zwangsrekrutierung zum Kindersoldaten bei Jungen. Die meisten unbegleiteten Minderjhrigen stammen momentan aus dem Brgerkriegsland Afghanistan.

    Nur wenn Kinder vor ihrem 18. Geburtstag Asyl bekommen, knnen sie theoretisch ihre Eltern und minderjhrigen Geschwister auf deren eigene Kosten nach sterreich nachholen. In den letzten Jahren gab es in der Praxis aber nur fr eine Handvoll Familien ein Wiedersehen. Viel fter passiert es, dass die Familie nicht gefunden wird oder gar nicht mehr am Leben ist. Selbst wenn die Familie gefunden wird, knnen sich nur sehr wenige die hohen Kosten fr die Reise nach sterreich, Ausweispapiere und die allenfalls ntigen DNA-Gutachten leisten.

  • ZAHLENUND FAKTEN

  • Was bedeutet ein positiver Bescheid?

    Bei einem positiven Bescheid wird der Status als Asylberechtigte/r zuerkannt, welcher eine Aufenthaltsberechtigung von zunchst drei Jahren und mglicher unbefristeter Verlngerung umfasst. Asylberechtigte sind sterreicherInnen (bis auf das Wahlrecht) gleichgestellt und haben denselben Anspruch auf Sozialleistungen wie sterreichische StaatsbrgerInnen. Das sind Mindestsicherung, Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld etc.

    Die Familienangehrigen von Asylberechtigten knnen sofort nach Erhalt des positiven Bescheids einen Antrag auf Familienzusammenfhrung bei einer sterreichischen Botschaft stellen. Nachgeholt werden kann immer nur die Kernfamilie. Eine Familienzusammenfhrung das Nach-holen von EhepartnerInnen, minderjhrigen Geschwistern oder Eltern von minderjhrigen Kindern nach sterreich ist fr Asylberechtigte sowie subsidir Schutzberechtigte (nach drei Jahren) mglich.

  • ZAHLENUND FAKTEN

  • Was passiert, wenn ein Flchtling einen

    negativen Asylbescheid bekommt? Was

    bedeutet Schubhaft?

    Bei einem negativen Bescheid haben Asylsuchende die Mglichkeit, in zweiter Instanz Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (BVwG) zu erheben. Sollte auch das BvwG negativ entscheiden, versucht sterreich die betroffenen Personen ins Heimatland abzuschieben.

    Dazu wird auch Schubhaft angewendet. Schubhaft bezeichnet die Inhaftierung von Menschen mit dem Zweck, ihre Ausreise aus sterreich sicherzustellen. Es ist eine Sicherungshaft und keine Strafhaft. Insgesamt knnen Betroffene bis zu 10 Monate in Schubhaft genommen werden.

  • ZAHLENUND FAKTEN

  • Wie lange dauern Asylverfahren in

    sterreich?

    Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, weil jeder Antrag individuell ist. In der Praxis kommen Verfahrensdauern von einigen Wochen bis zu mehreren Jahren vor. Fr die Geflchteten ist dies zermrbend, denn sie knnen ihre Familien nicht nachholen und drfen nicht arbeiten, solange ihre Asylantrge nicht anerkannt sind. Die Lnge von Asylverfahren ist auch abhngig vom Herkunftsland. Asylverfahren fr Flchtende aus Syrien dauern weniger lang als z.B. Asylverfahren mit AntragstellerInnen aus Eritrea.

  • ZAHLENUND FAKTEN

  • Wie viele Flchtlinge gibt es weltweit?

    Laut dem aktuellen Bericht des UNHCR (Flchtlingshoch-kommissariat der UNO) Global Trends 2014 befanden sich Ende 2014 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht, mehr als die Hlfte aller Flchtlinge (51%) sind Kinder unter 18 Jahren. Das ist die hchste Zahl an Flchtlingen, die es je gab. Noch vor zehn Jahren betrug die Zahl der Flchtlin-ge 37,5 Millionen.

    Allein im Jahr 2014 wurden 13,9 Millionen Menschen zur Flucht getrieben, das heit jeden Tag machten sich durchschnittlich 42.500 Menschen auf den Weg auf der Suche nach Frieden, Sicherheit und einem neuen Leben.Quelle: UNHCR/http://unhcr.org/556725e69.html, UNHCR Global Trends 2014 Der UNHCR-Bericht fr das Jahr 2015 soll im Juni 2016 erscheinen. Aus welchen Lndern stammen die Flchtlinge?

    Die meisten Flchtlinge stammen aus folgenden Lndern:

    Syrien - 5 Millionen Afghanistan - 2,59 Millionen Somalia - 1,11 Millionen Sudan - 648.900 Sdsudan - 616.200 Demokratische Republik Kongo - 516.800 Myanmar - 479.000

    Quelle: UNO Flchtlingshilfe

  • sterreich hat 8,5 Mio. EinwohnerInnen

    7,5 x so viel Menschen sind auf der Flucht

    51% davon sind Kinder

    1 2

    5 6

    7,5

    3 4

    7

  • Wie viele SyrerInnen fliehen vor dem Krieg

    in ihrem Land?

    Mehr als 11 Millionen SyrerInnen von insgesamt rund 22 Millionen StaatsbrgerInnen sind derzeit auf der Flucht, rund 6,5 Millionen innerhalb des eigenen Staatsgebiets (Binnenvertriebene). Etwas mehr als fnf Millionen suchen Zuflucht in anderen Lndern, berwiegend in den direkten Nachbarstaaten Trkei, Libanon und Jordanien. Rund 430.000 SyrerInnen haben zwischen April 2011 und August 2015 in einem europischen Land um Asyl angesucht, die meisten in Deutschland.

    Quelle: UNHCR

    https://www.unescwa.org/publications/syria-war-five-years

  • ZAHLENUND FAKTEN

  • Wie viele Flchtlinge suchen in Europa

    Schutz?

    2015 haben knapp 1,3 Mio. Menschen aus Nicht-EU-Lndern Asyl in einem der 28 EU-Lnder beantragt. Die meisten Asylantrge in EU-Lndern stammen aus Syrien, Afghanistan und Irak. Deutschland, Ungarn, Schweden, sterreich, Italien und Frankreich sind die sechs EU-Mitgliedsstaaten, in denen 80% aller Asylantrge innerhalb der Europischen Union gestellt werden.

    In welchen Lndern werden sie auerdem aufgenommen?

    Die im Verhltnis zur Bevlkerungsgre meisten Flchtlinge beherbergt der Libanon. Die in absoluten Zahlen meisten Flchtlinge beherbergen die Trkei, Pakistan, der Iran, der Libanon und Jordanien. Vier von fnf Flchtlingen leben somit in den rmsten Lndern Afrikas und Asiens.

    Quelle: http://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php/Asylum_quarterly_report

  • ZAHLENUND FAKTEN

  • Wie viele Flchtlinge suchen in sterreich

    Schutz?

    88.912 Asylantrge wurden in sterreich 2015 gestellt, das entspricht einem Verhltnis von einem Schutzsuchenden auf 100 EinwohnerInnen. Im Jahr 2014 wurden 28.000 Asylantrge registriert, also gut ein Viertel der Anzahl von 2015. Fast ein Drittel der AntragsstellerInnen stammt aus Syrien. Im Jahr 2015 wurden 38 % der Antrge in erster Instanz positiv entschieden.

    2015 wurden in sterreich 8.380 Asylantrge (also 9,4#%) von unbegleiteten Minderjhrigen gestellt, 743 von ihnen waren laut Statistik des Innenministeriums noch keine 14 Jahre alt. Ein Groteil der Kinder und Jugendlichen, die seit Anfang 2015 allein nach sterreich geflchtet sind, kommen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak.

    Quelle: Bundesministerium fr Inneres

  • ZAHLENUND FAKTEN

  • Woher kommen die meisten Flchtenden,

    die in sterreich Schutz suchen?

    Derzeit kommen 70#% der Geflchteten, die nach sterreich kommen und hier Asyl beantragen, aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Afghanistan ist mit 25.563 in sterreich gestellten Asylantrgen antragsstrkste Nation. An zweiter Stelle befindet sich Syrien mit 24.547 Antrgen, gefolgt vom Irak (13.633), Iran (3.426), Pakistan (3.021) und Kosovo (2.487). Die Zahl der kosovarischen AntragstellerInnen nimmt derzeit stetig ab.

    Quelle: Bundesministerium fr Inneres, Jahresstatistik 2015

  • ZAHLENUND FAKTEN

  • Wie viele Flchtlinge kommen ber das Mittelmeer nach

    Europa?

    2015 kamen rund 956.500 von insgesamt ber 1 Mio. Flchtenden und MigrantInnen ber das Mittelmeer nach Europa. Anders gesagt: 83 Prozent aller Flchtlinge kommen auf dem Seeweg nach Europa. Laut UN-Flchtlingswerk UNHCR ist der Seeweg ber das Mittelmeer die tdlichste Route fr flchtende Personen. Das Missing Migrants Project der Internationalen Organisation fr Migration (IOM) schtzt, dass 3.695 Personen auf der Flucht ber das Mittelmeer starben oder als vermisst gemeldet wurden. Der Groteil davon starb auf dem Weg von Nordafrika nach Italien.

    Quelle: UNHCR#/#Medien-Servicestelle Neue sterreicherInnen

  • ZAHLENUND FAKTEN

  • Gibt es denn einen legalen Weg nach

    Europa? Weshalb kom-men Flchtende nicht

    mit dem Flugzeug?

    Flchtende bekommen keine Visa und knnen folglich nicht legal nach Europa einreisen. Somit bleibt kein anderer Weg, als sich an Schlepper zu wenden und unter hchst gefhrlichen Umstnden zu Fu, versteckt im Laderaum eines LKWs oder auf berfllten Schiffen die Flucht zu wagen.

    Innerhalb der Europischen Union gilt seit 2001 die sogenannte Trgerhaftung. Sie besagt, dass im Falle der Abweisung eines transportierten Fluggastes im Zielland dieser auf Kosten der Fluggesellschaft wieder zurckgebracht werden muss. Demzufolge werden keine Passagiere ohne entsprechend gltige Reisedokumente befrdert. Hat allerdings ein Fluggast ein legitimes Recht auf Asyl im Zielland, wre eine Befrderung durchaus mglich. Weil dieser Rechtsanspruch aber nicht kurzfristig vom Schalterpersonal festgestellt werden kann, werden de facto smtliche potenzielle AsylwerberInnen abgewiesen.

  • Im Mrz 2016 ist ein Abkommen zwischen der EU und der Trkei in Kraft getreten, das vorsieht, eine bestimmte Anzahl syrischer Flchtender per Flugzeug nach einem festgelegten Schlssel auf die Lnder der EU zu verteilen. Dieser Plan muss sich in der Praxis jedoch erst beweisen.

    Fr Familienangehrige von bereits Asylberechtigten oder subsidr Schutzberechtigten gibt es eine legale Einreisemglichkeit durch das Familienzusammenfh-rungsverfahren.

    Fr einige wenige Flchtende, welche besonders vulne-rablen Gruppen angehren, gibt es die Mglichkeit ber ein Resettlement-Programm von Staaten aufgenommen zu werden. Die Staaten entscheiden dabei selbst, wie viele Personen sie aufnehmen mchten.

    sterreich hat sich bereit erklrt insgesamt 1.500 syrische Flchtende auf diesem Weg aufzunehmen. Zielgruppe sind vor allem bedrohte Frauen, schutzbedrftige Familien mit Kindern und verfolgte Minderheiten wie Christen.

  • Wie funktioniert die Familienzusammen-

    fhrung?

    Familienangehrige von Konventionsflchtlingen knnen einen Antrag auf Erteilung eines Einreisevisums zum Zwecke der Asylantragstellung in sterreich bei einer sterreichischen Botschaft einbringen. Als Familienangehrige gelten Ehepartner, soweit die Ehe im Heimatland bestanden hat, sowie deren unverheiratete minderjhrige Kinder. Sofern der Antrag nicht innerhalb von drei Monaten ab Asylanerkennung gestellt wurde bzw. die Bezugsperson in sterreich minderjhrig (also ein UMF) ist, mssen die Familienmitglieder bei der Antragstellung nachweisen, dass der hier Lebende die allgemeinen Erteilungsvoraussetzungen erfllt. Diese sind: ein gltiger Reisepass, der Rechtsanspruch auf eine ortsbliche Unterkunft (Mietvertrag oder Eigentum), eine Krankenversicherung, ein Gesundheitszeugnis sowie keine fremdenrechtlichen Verbote. Ebenfalls nachgewiesen werden muss ein gesicherter Lebensunterhalt durch regelmige feste Einkommen (Lhne, Gehlter, Pensionen, Unterhaltsleistungen). Der gesicherte Unterhalt muss mindestens der Hhe des ASVG Ausgleichszulagenrichtsatzes entsprechen.

  • 2016 sind das EUR 882,72 fr Einzelpersonen, EUR 1.323,58 fr ein Ehepaar und EUR 136,21 zustzlich fr jedes Kind. Alle Nachweise wie Lohnzettel, Unterhaltsvertrge, Mietvertrag etc. sind mit dem Antrag einzureichen.

    Diese Regeln gelten fr alle Antrge, die ab dem 1. Juni 2016 gestellt werden. Fr Konventionsflchtlinge, die nach dem 1. Mrz 2016 (aber vor dem 1. Juni) anerkannt wurden, gelten die angefhrten Einkommensregelungen ab 1. September 2016.

    Familienangehrige von subsidir Schutzberechtigten knnen frhestens nach drei Jahren ab Zuerkennung des Status einen solchen Antrag stellen und mssen immer den Nachweis der Erfllung der Erteilungsvoraussetzungen (Einkommen, Versicherung, Wohnung) erbringen. Davon sind lediglich Minderjhrige ausgenommen, soweit es sich um den Nachzug ihrer Eltern handelt.

  • Ist sterreich zum ersten Mal von einer so groen

    Fluchtbewegung betroffen?

    Nein, auch in der Vergangenheit hat sterreich immer wieder viele Flchtlinge aufgenommen:

    1956/1957 kamen laut UNHCR whrend der Ungarn-Krise rund 180.000 Menschen, 10 Prozent davon blieben.

    1968 versorgte sterreich etwa 162.000 Flchtlinge aus der damaligen Tschechoslowakei. 12.000 davon fanden in sterreich ihre neue Heimat.

    In den 1990er Jahren flohen mehr als 100.000 Menschen vor dem Krieg in Jugoslawien nach sterreich. Rund 60.000 BosnierInnen blieben in sterreich.

  • ZAHLENUND FAKTEN

  • Welche Leistungen umfasst die

    Grundversorgung fr Asylsuchende?

    AsylwerberInnen haben fr die Dauer ihres Asylverfahrens Anspruch auf die sogenannte Grundversorgung. Diese ist lebensnotwendig, da Asylsuchende whrend des Asylverfahrens de facto nicht arbeiten drfen. Die Grundversorgung deckt die existentiellen Grundbedrfnisse (Unterkunft, Verpflegung, Krankenversicherung) ab, umfasst auch eine Krankenversicherung, ist aber deutlich geringer als die Sozialleistungen fr sterreicherInnen.

    Im Jnner 2016 waren rund 85.000 AsylwerberInnen in sterreich in Grundversorgung.

  • FINANZIELLE UNTERSTTZUNG

    UND UNTERBRINGUNG IN STERREICH

  • Wieviel Geld bekommen Asyl-werberInnen vom

    Staat?

    AsylwerberInnen knnen Grundversorgung beziehen.

    150Euro pro Person und Jahr stehen fr Bekleidungshilfe zur Verfgung. Fr Kinder und Jugendliche werden pro Person und Jahr 200 Euro fr Schulbedarf zur Verfgung gestellt. Die darber hinausgehende finanzielle Untersttzung hngt von der Unterbringung ab, und wird auf den Karten Welche Arten der Unterbringung gibt es fr AsylwerberInnen und Was ist eine organisierte Unterkunft? beschrieben.

  • FINANZIELLE UNTERSTTZUNG

    UND UNTERBRINGUNG IN STERREICH

  • Welche Arten der Unterbringung gibt es fr AsylwerberInnen?

    AsylwerberInnen knnen privat oder in organisierten Unterknften wohnen.

    Bei Privatwohnenden setzt sich die Grundversorgung aus Verpflegungsgeld und Mietzuschuss zusammen. Das Verpflegungsgeld fr einen Erwachsenen betrgt 200 Euro monatlich, fr Kinder 90 Euro monatlich. Der Mietzuschuss (bei Vorliegen eines entsprechenden Miet- oder Nutzungsvertrages) betrgt fr eine Einzelperson 120Euro, fr eine Familie 240 Euro.

    Eine einzelne privat wohnende Person bekommt also monatlich maximal 320 Euro fr alle Ausgaben wie Miete, Heizung, Strom, Essen usw. ausbezahlt. Der vergleichbare Betrag aus der Mindestsicherung fr sterreicherInnen liegt bei 837,76 Euro.

    Eine fnfkpfige Familie also Mutter, Vater und drei minderjhrige Kinder bekommt insgesamt ca. 910 Euro monatlich. Zum Vergleich: Eine fnfkpfige sterreichische Familie, die Leistungen aus der Mindestsicherung bezieht, hat zumindest 1.935 Euro zur Verfgung.

  • FINANZIELLE UNTERSTTZUNG

    UND UNTERBRINGUNG IN STERREICH

  • Was ist eine organisierte Unterkunft?

    AsylwerberInnen, die in einer organisierten Unterkunft wohnen, sind zumeist in einfachen Mehrbettzimmern untergebracht und teilen sich Bad, Toilette und Gemeinschaftsrume. Wenn auch fr Essen gesorgt ist, dann bekommen Asylsuchende einen Betrag von 40 Euro pro Monat fr persnliche Ausgaben bar ausbezahlt. Sofern die Verpflegung nicht zur Verfgung gestellt wird, bekommen sie auerdem monatlich 150 Euro Verpflegungsgeld.

  • FINANZIELLE UNTERSTTZUNG

    UND UNTERBRINGUNG IN STERREICH

  • Was versteht man unter der 1,5%-Regel?

    Nach Einsetzen des Asylverfahrens kommen Asyl-suchende in die Grundversorgung. Die Unterbringung und Verpflegung ist dann Sache der Bundeslnder. 40#% der Gemeinden hatten im Dezember 2015 jedoch noch niemanden aufgenommen. SP, VP und Die Grnen haben sich auf ein Verfassungsgesetz fr ein Durchgriffsrecht bei der Unterbringung von AsylwerberInnen geeinigt. Damit soll der Bund in den Gemeinden selbst Unterknfte errichten knnen auch gegen den Willen von Lndern und Gemeinden. Zudem ist eine Quote fr Gemeinden in Relation zur Wohnbevlkerung von 1,5% vorgesehen.

    Am 1. Oktober 2015 ist das Gesetz in Kraft getreten. Auer Kraft treten soll das Gesetz brigens am 31. Dezember 2018.

  • FINANZIELLE UNTERSTTZUNG

    UND UNTERBRINGUNG IN STERREICH

  • Warum flchten mehr Mnner als Frauen?

    Eine Flucht kann mehrere Monate dauern und ist sehr gefhrlich. Ein paar Stichworte dazu sind: lange Fumrsche, Obdachlosigkeit, Gewalt, Schlepperei, Ladeflchen, Mittelmeer. Deswegen wagen vor allem sehr viele junge Mnner die Flucht. Wenn mglich bleiben Frauen mit den Kindern im Heimatland, um dann eventuell ber den legalen und somit sicheren Weg der Familienzusammenfhrung in ein sicheres Land zu gelangen.

  • NOCH MEHR FRAGEN UND ANTWORTEN

  • Wie knnen sich die Menschen die Flucht leisten?

    Sehr oft legen die gesamte Grofamilie, Freunde oder das gesamte Dorf ihre Ersparnisse zusammen, um einem Menschen die Flucht zu ermglichen.

  • NOCH MEHR FRAGEN UND ANTWORTEN

  • Warum haben alle Geflchteten ein

    Mobiltelefon?

    Flchtende verlassen ihr Heimatland oft alleine. Es ist fr sie uerst wichtig ein Mobiltelefon zu besitzen, weil es auf der Flucht die einzige Verbindung zu Familie und Freunden im Heimatland ist. Ein Smartphone mit Internetzugang kann beispielsweise auch als bersetzungshilfe oder GPS-Gert dienen. Neben Geld und Ausweis ist ein Mobiltelefon der vermutlich wichtigste Besitz von Flchtenden..

  • NOCH MEHR FRAGEN UND ANTWORTEN

  • Gibt es fr alle Flchtlinge Deutsch-

    kurse?

    AsylwerberInnen hatten bis zum Frhjahr 2016 kein Anrecht auf Deutschkurse. Nach einer Gesetzesnovelle sind Deutschkurse auch fr Asylwerber mglich, wenn die Zuerkennung des internationalen Schutzes sehr wahrscheinlich ist und nach Magabe vorhandener finanzieller und organisatorischer Mittel. Vielfach sind sie aber auf die Initiative von Freiwilligen oder NGOs angewiesen, um Deutsch lernen zu knnen. Anerkannte Flchtlinge bekommen meist im Rahmen von Integrationsprogrammen oder durch das AMS Deutschkurse zugewiesen.

  • NOCH MEHR FRAGEN UND ANTWORTEN

  • Drfen Asylwerber-Innen arbeiten?

    AsylwerberInnen drfen keiner Lohnarbeit nachge-hen. Sie haben whrend ihres Verfahrens nur mit einer besonderen Beschftigungsbewilligung Zugang zum Arbeitsmarkt, diese wird jedoch in den seltensten Fllen ausgestellt. Im Rahmen festgesetzter Kontingente kn-nen AsylwerberInnen nur (auf sechs Monate befristete verlngerbare) Saisonarbeit (z.B. Gastronomie) ausben. In dieser Zeit bekommen sie keine Grundversorgung. Weiters knnen Sie gemeinntzige Ttigkeiten fr alle Gebietskrperschaften oder den Quartierbetreiber bernehmen. Sie bekommen dafr einen Anerkennungs-beitrag von wenigen Euro pro Stunde. Auerdem knnen sie einem freien Gewerbe nachgehen (z.B. Prostitution, Zeitungsverkauf, Kunst). Der Betrag von 110 Euro pro Monat darf nicht berschrit-ten werden, um die volle Grundversorgung nicht zu be-einflussen. Auf staatliche Untersttzung sind sie also nach wie vor angewiesen.

    Eine sehr gute bersicht ber die Arbeitsmglichkeiten fr AsylwerberInnen findet man hier: http://www.ams.at/_docs/400_Asyl-Folder_DEUTSCH.pdf

  • NOCH MEHR FRAGEN UND ANTWORTEN

  • Drfen junge Asyl-werberInnen eine Lehre

    beginnen?

    Fr junge AsylwerberInnen wurde in den letzten Jahren der Zugang zum Arbeitsmarkt etwas gelockert. Wenn sie unter 25 Jahre alt sind, drfen sie unter gewissen Voraussetzungen eine Lehre beginnen. So muss es sich z.B. um einen Lehrberuf handeln, in dem es nicht gengend Arbeitskrfte gibt und fr den auerdem kein/e sterreicher/in oder eine andere Person mit Arbeitserlaubnis in Frage kommt.

  • NOCH MEHR FRAGEN UND ANTWORTEN

  • Mchten Sie sich auch engagieren?

    Wie knnen wir alle dazu beitragen, dass sich die Menschen, die aufgrund einer Notsituation zu uns nach sterreich kommen, willkommen fhlen und mglichst gut aufgenommen werden? Erfolgreiche Initiativen in vielen Gemeinden haben gezeigt, dass kleine Gesten viel bewirken knnen und der Fantasie fr gute Ideen keine Grenzen gesetzt sind.

    Sie knnen Fahrdienste anbieten, ein Willkommensfest organisieren, bei der Sortierung von Sachspenden helfen, Deutschkurse organisieren, Wohnraum anbieten, bei der Einrichtung von Quartieren untersttzen, Ihre Freunde und Nachbarn informieren und ermuntern mitzumachen es gibt unzhlige Mglichkeiten und Sie haben vielleicht auch schon die eine oder andere konkrete Idee!

    Links zu hilfreichen Portalen, Webseiten und Tipps finden Sie auf www.weil-jeder-mensch-zaehlt.at.

    Besonders empfehlenswert ist ein Handbuch fr Gemein-den mit dem Titel Wege aus der Asylquartierkrise: Ratschlge, Ausknfte und Erfahrungen fr die erfolgrei-che Integration von Flchtlingen von Brgermeister-Innen, fr BrgermeisterInnen

    http://www.alpbach.org/wp-content/uploads/2015/09/Alpbach_Handbuch_BuergermeisterInnen_Asylquartiere.pdf

  • SICHGEMEINSAM

    FR FLCHTLINGEENGAGIEREN

  • Dank

    Diese Sammlung von Informationen wurde aus vielen ver-schiedenen Quellen zusammengestellt.

    Wir bedanken uns insbesondere bei der Flchtlingshilfe der Diakonie, die fr das Internet ein groartiges Asyllexikon erstellt hat (https://fluechtlingsdienst.diakonie.at/kleines-asyllexikon), sowie beim Flchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen UNHCR sterreich (http://www.unhcr.at/service/zahlen-und-statistiken.html) und dem sterreichischen Integrationsfonds (http://www.integrationsfonds.at/themen/publikationen/zahlen-fakten/), dass wir auf ihre Faktensammlungen zurckgreifen konnten. Wichtige Quellen waren auch die Statistiken des Bundesministerium fr Inneres und Eurostat.

    Die Caritas Wien begleitet unser Projekt von Anfang an und hat Fragen und Antworten auf Richtigkeit berprft. Gleichwohl bernehmen wir keine Gewhr fr die Vollstndigkeit der Angaben.

  • ERSTE Stiftung

    Die ERSTE Stiftung ist im Jahr 2003 aus der Ersten ster-reichischen Spar-Casse hervorgegangen. Sie ist Haupt-aktionrin der Erste Group. Die ERSTE Stiftung investiert in die gesellschaftliche Entwicklung in sterreich und Zentral- und Sdosteuropa. Sie untersttzt soziale Teilhabe und zivilgesellschaftliches Engagement, sie frdert die Begegnung der Menschen und das Wissen um die jngere Vergangenheit einer Region, die sich seit 1989 erneut im Umbruch befindet. Als operative Stiftung entwickelt sie eigenstndig Projekte in den drei Programmen Soziales, Kultur und Europa.

    www.erstestiftung.org

    Erste Bank und Sparkassen

    Seit nunmehr fast 200 Jahren ist es das Ziel von Erste Bank und Sparkassen, den ber 3,4 Millionen Privatkunden und mittelstndischen Unternehmern eine umfassende Produktpalette und persnliches Service anzubieten. Die Sparkassengruppe ist Dienstleister fr smtliche Finanz-produkte: vom Sparbuch ber Kredit, Wertpapierhandel, Versicherungen, Leasing und Pensionskassenlsungen bis zur Finanzierung von Bauen und Wohnen. Sparkassen sind ein verlsslicher Partner der Wirtschaft und in ihren Regi-onen fest verankert. Die Gemeinwohlorientierung ist von Beginn an das Fundament unseres Geschftsmodells.

    www.sparkasse.at

  • Impressum

    Herausgeber: ERSTE StiftungFriedrichstrae 10, 1010 [email protected]

    Redaktion:Ursula Dechant, Robin Gosejohann, Maribel Kniger, Alexandra Rosetti-Dobslaw

    Grafik & Layout: Collettiva Design

    Druck: SPV-Druck Ges.m.b.H.

    ERSTE Stiftung, Mai 2016, dritte verbesserte Auflage