Wirtschaftslage Mittelstand in £â€“sterreich Deutschland, von dem die hiesigen Industrieun-ternehmen profitieren

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  • Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich Frühjahr 2011 Eine Untersuchung der Creditreform Wirtschaftsforschung

  • INHALT SEITE

    1 Einleitung 1

    2 Die aktuelle Geschäftslage des Mittelstandes im Frühjahr 2011 1 2.1 Geschäftslage 1

    2.2 Auftragseingänge 3

    2.3 Umsatzentwicklung 4

    2.4 Personalsituation 6

    3 Erwartungen des Mittelstandes 9 3.1 Umsatzerwartungen 9

    3.2 Personalplanungen 11

    3.3 Investitionsplanungen 13

    4 Finanzierungssituation des Mittelstandes 16 4.1 Ertragssituation 16

    4.2 Eigenkapital 19

    4.3 Insolvenzen im Mittelstand 21

    4.4 Zahlungsweise der Kunden 23

    5 Zusammenfassung 24

    6 Basis der Untersuchung 27

  • g 1 Einleitung Die österreichische Wirtschaft befindet sich inmit- ten einer dynamischen Aufschwungphase. Das Exportgeschäft boomt, und die Ausrüstungsinves- titionen ziehen kräftig an. So erhöhten sich die Ausfuhren nach Angaben von Statistik Austria al- lein im Jänner 2011 um gut ein Viertel auf 8,67 Mrd. Euro. In dieser Entwicklung spiegelt sich das kräftige Wachstum der Weltwirtschaft wider, vor allem in den Schwellenländern, aber auch in Deutschland, von dem die hiesigen Industrieun- ternehmen profitieren.

    Die Weltwirtschaft gibt den Ausschlag

    Nach einem BIP-Anstieg in Österreich um real 2,0 Prozent in 2010 und einem erwarteten BIP- Zuwachs von 2,5 Prozent im laufenden Jahr, dürf- te der herbe Konjunktureinschnitt, den die Wirt- schafts- und Finanzkrise der österreichischen Wirtschaft zugefügt hatte, bald wettgemacht sein. Erreicht der Aufschwung aber auch die kleinen und mittleren Unternehmen? Wie ist dieses Wirt- schaftssegment in das Jahr 2011 gestartet? Und wie sehen die Geschäftserwartungen des Mit- telstandes aus? Die aktuelle Creditreform Umfra- ge, an der sich mehr als 1.800 Unternehmen be- teiligten, gibt Antwort.

    g 2 Die aktuelle Geschäftslage des Mittelstandes im Frühjahr 2011

    2.1 Geschäftslage Der Aufschwung ist in der gesamten Breite des Mittelstandes angekommen. Nachdem bei der Vorjahresbefragung noch 41,2 Prozent der befrag- ten mittelständischen Unternehmen ihre Ge- schäftslage mit „gut“ oder „sehr gut“ einschätzten, hat sich dieser Anteilswert auf aktuell 54,8 Prozent erhöht. Nur wenige Unternehmen, nämlich 6,4 Prozent der Befragten, bewerten ihre Geschäfts- lage derzeit mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Im Frühjahr 2010 hatten das noch 15,3 Prozent der Unternehmen angegeben.

    Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Frühjahr 2011 1

  • Tab. 1: Geschäftslage

    g sehr gut und gut

    befriedigend und ausreichend

    mangelhaft und ungenügend

    Verarb. Gewerbe 57,3 (37,5) 34,8 (40,5) 6,5 (21,7)

    Bau 50,2 (42,3) 43,5 (40,2 ) 6,3 (17,6)

    Handel 59,3 (44,7) 35,8 (42,2) 4,9 (12,4)

    Dienstleistungen 49,7 (37,6) 41,0 (44,7) 8,3 (16,5)

    Gesamt 54,8 (41,2) 38,2 (42,7) 6,4 (15,3)

    Angaben in % der Befragten, Rest o. A., ( ) = Vorjahresangaben

    Vor allem im Handel und in der mittelständischen Industrie sind die Unternehmen derzeit sehr zu- frieden. Mit 59,3 bzw. 57,3 Prozent vergibt in bei- den Wirtschaftsbereichen ein überdurchschnittlich hoher Anteil der befragten Unternehmen die No- ten „gut“ bzw. „sehr gut“. Knapp über der 50- Prozent-Marke liegt der Anteil der Positivmeldun- gen im Bau (50,2 Prozent), knapp darunter im Dienstleistungsgewerbe (49,7 Prozent).

    Geschäfte gelingen wieder

    Gegenüber der letztjährigen Befragung hat sich die Stimmung in allen Wirtschaftsbereichen deut- lich verbessert. Im Verarbeitenden Gewerbe bei- spielsweise erhöhte sich der Anteil der Unterneh- men, die ihre Geschäftslage mit „gut“ oder „sehr gut“ einschätzten, binnen eines Jahres um nahezu 20 Prozentpunkte. Ebenfalls markant stieg dieser Anteil im Handel (plus 14,6 Prozentpunkte) sowie im Dienstleistungsgewerbe (12,1 Prozentpunkte). In der Bauwirtschaft hatten bei der Vorjahresbe- fragung 42,3 Prozent der Befragten von einer gu- ten Geschäftslage berichtet. Dieser Anteil hat sich im laufenden Jahr noch einmal leicht erhöht (plus 7,9 Prozentpunkte). Negative Äußerungen zur aktuellen Geschäftslage hört man derzeit am ehesten von den Dienstleistern (8,3 Prozent der Befragten dieses Sektors), während im Verarbeitenden Gewerbe deutlich weniger häufig von einer schwachen Ge- schäftslage berichtet wird als noch im Frühjahr 2010. Nach 21,7 Prozent im vergangenen Jahr

    Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Frühjahr 2011 2

  • sind in diesem Frühjahr lediglich 6,5 Prozent der Befragten unzufrieden. Im langfristigen Vergleich seit 2002 bleibt der dies- jährige Saldo der Geschäftslageeinschätzungen mit 48,4 Punkten hinter den bisherigen Höchst- werten aus den Jahren 2007 (64,0 Punkte) und 2008 (56,1 Punkte) zurück. Gleichwohl ist seit dem Tiefpunkt im Rezessionsjahr 2009, als dieser Indikator lediglich auf 14,5 Punkte kam, eine mar- kante Verbesserung festzustellen, die nach 2010 nun im zweiten Jahr in Folge einen Anstieg des Indikators zur Folge hat.

    Noch nicht auf dem Gipfel

    Aktuelle Geschäftslage des Mittelstandes in Österreich (Frühjahr)

    43,2

    25,9

    48,4

    29,4

    38

    28,2

    14,5

    27,9

    56,1

    64

    0

    10

    20

    30

    40

    50

    60

    70

    80

    2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011

    Pr oz

    en t

    Saldo aus: gut / schlecht

    2.2 Auftragseingänge Die Auftragseingänge im Mittelstand nehmen wei- ter zu. Das ist ein wichtiges Indiz für eine Fortset- zung des Aufschwungs. So meldet gut ein Drittel der befragten Unternehmen (36,1 Prozent) einen Zuwachs des Auftragsbestandes, während 18,4 Prozent der Befragten Rückgänge verzeichnen. Auftragsrückgänge sind im Verlaufe des Winter- halbjahres nicht untypisch. Im Frühjahr 2010 hat- ten sogar 26,8 Prozent der Unternehmen von Ein- bußen bei den Bestelleingängen berichtet.

    Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Frühjahr 2011 3

  • Tab. 2: Auftragseingänge im Mittelstand

    g gestiegen 36,1 (27,2)

    gleich geblieben 43,9 (44,5)

    gesunken 18,4 (26,8)

    Angaben in % der Befragten, Rest o. A., ( ) = Vorjahresangaben

    In den einzelnen Wirtschaftsbereichen füllen sich die Auftragsbücher unterschiedlich schnell. Wäh- rend im Verarbeitenden Gewerbe 43,1 Prozent der Befragten einen Auftragsanstieg melden und im Dienstleistungsgewerbe immerhin noch 39,1 Prozent, sind es im Bau nur drei von zehn Unter- nehmen (30,2 Prozent). Hierbei spielen aber sai- sonale Effekte eine Rolle.

    Industrie mit vollsten Auftragsbüchern

    Tab. 3: Auftragseingänge in den Hauptwirtschaftsbereichen

    g gestiegen stabil gesunken

    Verarb. Gewerbe 43,1 (30,0) 41,8 (40,1) 14,6 (29,5)

    Bau 30,2 (18,3) 45,6 (42,7) 24,2 (38,9)

    Handel 33,4 (27,8) 45,9 (42,4) 18,0 (27,5)

    Dienstleistungen 39,1 (27,8) 41,8 (49,1) 18,6 (22,2)

    Angaben in % der Befragten, Rest o. A., ( ) = Vorjahresangaben

    Dennoch: Deutlich erholt hat sich die Auftragslage auch am Bau. Noch im Frühjahr 2010 gaben nur 18,3 Prozent der befragten Baubetriebe eine bes- sere Auftragslage an. Auch verzeichneten merk- lich weniger Bauunternehmen Auftragsrückgänge. Im Frühjahr 2010 war das noch bei 38,9 Prozent der Befragten der Fall, in diesem Jahr nur bei je- dem Vierten (24,2 Prozent). 2.3 Umsatzentwicklung Die Umsatzkurve im Mittelstand zeigt deutlich nach oben. 37,5 Prozent der befragten Unterneh- men gelang es, den Umsatz in den zurückliegen- den sechs Monaten zu steigern. Gut ein Fünftel der Unternehmen (20,5 Prozent) berichtet von Umsatzeinbußen. Überdurchschnittlich hoch ist dieser Anteil aufgrund der witterungsbedingten Einflüsse im Baugewerbe, wo 36,8 Prozent der

    Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Frühjahr 2011 4

  • Unternehmen ein Umsatzminus hinnehmen muss- ten. Zum Vergleich: Im Verarbeitenden Gewerbe waren nur 17,0 Prozent der Befragten von Um- satzrückgängen betroffen, im Handel jeder Fünfte (19,8 Prozent) und im Dienstleistungsbereich 18,4 Prozent der Betriebe. Tab. 4: Umsatzentwicklung

    g gestiegen gleich gesunken Verarb. Gewerbe 37,4 (28,0) 45,5 (40,7) 17,0 (30,9)

    Bau 18,2 ( 7,6) 44,9 (46,1) 36,8 (46,3)

    Handel 40,3 (29,0) 38,3 (40,0) 19,8 (30,3)

    Dienstleistungen 38,9 (28,7) 42,3 (37,0) 18,4 (34,3)

    Gesamt 37,5 (26,9) 41,0 (39,5) 20,5 (33,2)

    Angaben in % der Befragten, Rest o. A., ( ) = Vorjahresangaben

    Umsatz: Mehr Licht als Schatten Gegenüber der Vorjahresbefragung zeigen sich jedoch in allen Wirtschaftsbereichen sichtbare

    Zeichen des Aufschwungs, die sich in einer sin- kenden Anzahl von Negativmeldungen bemerkbar machen. So hatte im Frühjahr 2010 noch knapp die Hälfte der Baubetriebe (46,3 Prozent) von Umsatzrückgängen berichtet, im Verarbeitenden Gewerbe lag dieser Anteilswert vor Jahresfrist noch bei 30,9 Prozent und im Dienstleistungssek- tor bei 34,3 Prozent. Aktuell sind rückläufige Um- satzmeldungen dagegen in der Minderheit. Im ge- samten Mittelstand mussten vor Jahresfrist noch 33,2 Prozent der Befragten ein Umsatzminus ver- kraften, und nur 26,9 Prozent der Unternehmen hatten Zuwächse gemeldet. Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Frü