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Wissenschaftliches Arbeiten Studiengang Pflegemanagement · PDF file1 1 Quantitative Forschungsmethoden Unterlagen zur Veranstaltung Wissenschaftliches Arbeiten Studiengang Pflegemanagement

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    Unterlagen zur Veranstaltung

    Wissenschaftliches Arbeiten

    Studiengang Pflegemanagement Die Folien können nicht den Besuch der Veranstaltung ersetzen. Sie sind als Erinnerungs- und Arbeitshilfen für die Veranstaltung gedacht.

    Zitierhinweis:

    Reuschenbach, B. (2002). Skript zur Veranstaltung „Wissenschaftliches Arbeiten“. Frankfurt: Fachhochschule Frankfurt (http://www.pflege-wissenschaft.de/fh/)

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    1 Wissenschaftstheoretische Unterschiede

    • Unterschied qualitativ versus quantitativ Erhebung

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    Qualitativ Quantitativ - eher beim induktiven Vorgehen (z.B. Hypothesen- und Theoriebildung durch verbale Daten oder Beobachtung)

    - Datenmaterial: Texte

    - eher beim deduktiven Vorgehen (z.B. Hypothesenprüfung durch Daten). Quantitative Methoden müssen aber nicht hypothesengeleitet verwendet werden.

    - Datenmaterial: Zahlen (z.B. aus skalierten Fragebögen oder sonstige Messungen)

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    1.1 Qualitative Forschung

    • Qualitativ eher induktiv: – Versuch aus Beobachtungen generalisierbare Unterschiede herzuleiten – Diese münden direkt in die Theorien, andererseits wird versucht, diese

    direkt in die Praxis umzusetzten – Je ähnlicher die Umstände der Untersuchung der „wirklichen Welt“ sind,

    desto eher scheint die Übertragbarkeit der Untersuchungsergebnisse auf intendierte Anwendungsfelder gegeben zu sein.

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    Qualitative Daten, z.B. aus Beobachtung und Befragung

    Praxisfelder/ „real life“

    Anwendung 1

    Anwendung 2

    Anwendung 3

    Theorie

    © [email protected]

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    1.2 Quantitative Forschung

    • Quantitativ eher deduktiv – Es wird kein Versuch gemacht, Versuchsergebnisse direkt

    anzuwenden. Versuchsergebnisse dienen dazu, Theorien zu bewerten. Wenn diese sich bewähren, kann die Anwendung der Theorie erprobt werden.

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    Theorie

    Empirische Hypothese (z.B.

    Supervision beeinflusst die

    Arbeitszufriedenheit)

    Technologische Hypothese

    Ergebnis der Untersuchung

    Anwendung 1 (z.B. regelmäßige

    Supervisionen)

    Anwendung 2

    Anwendung 3

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    2 Vorgehen bei quantitativen Erhebungen

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    Vorphase: •Entdeckung des Problembereichs

    •Literaturüberprüfung

    •Prüfung der Relevanz

    •Prüfung der Durchführbarkeit

    Hauptphase •Durchführung der Erhebung

    Auswertungsphase •Statistische Analyse der Daten

    Überführung der Forschungsfrage in eine Forschungshypothese: •Auswahl der Variablen

    •Stichprobenbildung

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    2.1 Vorphase

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    Entstehen der Idee, Entwicklung der Fragestellung

    Literaturüberprüfung

    Prüfung der Relevanz

    Prüfung der Durchführbarkeit

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    2.1.1 Entwicklung der Fragestellung

    1) Entwicklung der Fragestellung/Entdeckung des Problembereichs • Aus der Praxis heraus :

    – Wie wirkt sich ein Qualitätszirkel auf die Zufriedenheit im Team aus? – Wie effektiv sind Eisen und Fönen in der Dekubitusprophylaxe? – Kann Vitamin C Erkältungen vermeiden bzw. lindern? – Ist die Bezeichnung des Pflegepersonals mit Schwester+Vorname

    besser als mit Frau+Nachname?

    • Aus Forschungsinteresse: – Welche Voruntersuchungen legen welche Theorie/Hypothese nahe.

    (Stimmt es, dass Druckbelastungen der Haut immer einen Dekubitus verursachen?)

    – Welche Lücken gibt es in der Literatur? – Welche Mängel haben die bisherigen Untersuchungen?

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    2.1.2 Literaturprüfung

    2) Literaturüberprüfung: • Welche Untersuchungen gibt es schon? • Kann man die Voruntersuchungen verallgemeinern? • Welche besonderen Konstellationen in der eigenen Einrichtung machen

    eine erneute Überprüfung notwendig? • Beantwortet die gefundene Literatur meine exakte Fragestellung? • Welche Anregungen kann ich aus anderen Studien aufgreifen?

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    2.1.3 Relevanz

    3) Welche Relevanz hat die Untersuchung des Problems: • Wie sieht der Nutzen im Vergleich zu den Kosten der Erhebung aus? • Sind die Ergebnisse überhaupt umsetzbar, d.h. hat die Messung und

    deren Ergebnis überhaupt Folgen für die Praxis. (z.B. Ist ein Modellprojekt längerfristig finanzierbar? Was habe ich gewonnen, wenn ich weiß, dass Patientinnen und Patienten die Schwester lieber mit dem Vornamen anreden?)

    • Welche Nebeneffekte hat die Durchführung der Erhebung (z.B. Ist die Motivation durch häufige Befragungen bedroht? Wird ein stabiles System aufgewühlt, z.B. durch Vorgesetzten-Beurteilungen?)

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    2.1.4 Durchführbarkeit

    4) Prüfung der Durchführbarkeit: • Stehen genügend räumliche, personelle und finanzielle Mittel zur

    Verfügung? • Wer hat das methodische Know-How die Erhebung durchzuführen? • Stimmt der Betriebsrat der Befragung zu? • Welche organisatorischen Dinge sind vorab zu klären (Fragebogen-

    Erstellung, Einsammlung, Auswertung, Dateneingabe)

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    2.2 Überführung in eine konkrete Forschungsfrage

    • Eine allgemeine Problemstellung oder eine vage formulierte Frage muss anschließend präzisiert werden. Das bedeutet eine Auseinandersetzung mit folgenden Problemen: – 1) Was sind die relevanten Variablen? – 2) Wie lassen sich die Variablen messen? – 3) Welche Zusammenhänge werden zwischen den Variablen

    angenommen?

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    2.2.1 Variablen

    Was sind die Variablen? Die untersuchten Merkmale werden Variablen genannt. Merkmale können z.B. sein:

    – Alter – Geschlecht – Schulbildung – Körpergröße – Ein Wert der sich aus einem Fragebogen ergibt (Ja oder Nein als

    Antwort auf eine Frage oder der Summenwert in einem Fragebogen)

    – Verweildauer in einer Einrichtung – Fehlzeiten

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    2.2.2 Operationalisierung

    2) Wie lassen sich die Variablen messen? Bei den quantitativen Methoden geht es immer darum, Ausprägungen (Einstellungen, Verhalten, Neigungen, sichtbare Zustände) in Zahlen zu überführen. Diese Überführung von Ausprägungen von Merkmalen (z.B. Schmerz) in entsprechende Zahlen mittels geeigneter Messinstrumente wird Operationalisierung genannt.

    Relevante Fragen können sein: – Wie lassen sich Schmerzen messen? – Wie messe ich die Variable „Geschlecht“? – Wie lässt sich die Einstellung zur Frage Schwester oder Nachname

    messen? – Wie lässt sich Teamfähigkeit operationalisieren? – Wie lässt sich der Auflagedruck messen? – Welches Maße verwende ich zur Bestimmung der Fehlzeiten?

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    2.2.2 Operationalisierung

    Operationalisierung Die Operationalisierung wird umso schwieriger, je komplexer die

    einbezogenen Variablen sind. • Einfache Variablen: Geschlecht, Anzahl der Mitpatienten, Fehltage. • Komplexe Variablen: Arbeitszufriedenheit, Kundinnen- und

    Kundenzufriedenheit, Einstellungen. Zur Messung komplexer Variablen müssen Fragebogen und sonstige Messinstrumente entwickelt werden, die einem wissenschaftlichen Standard entsprechen müssen.

    Sie müssen • objektiv sein (d.h. unabhängig vom Durchführenden und den

    Auswertenden) • valide (= gültig) sein, d.h. das Messen, was sie vorgeben zu messen. • reliabel (= zuverlässig) sein, d.h. bei wiederholter Messung zum

    gleichen Ergebnis führen. =>siehe Abschnitt „Fragebogen“

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    2.2.2 Operationalisierung

    Operationalisierung Für die Auswahl des statistischen Verfahrens ist es wichtig zu prüfen,

    wie viele Stufen eine Variable hat: • Im Falle des Geschlechtes sind das zwei Stufen (Mann/Frau) • Bei einem Fragebogen kann das eine gerade Zahl sein, die

    zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Ergebnis liegt. • Bei einer Größenbestimmung oder einer Zeitbestimmung gibt es

    unendliche viele Zwischenschritte.

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    2.2.3 Messen

    Was ist Messen? • Messen wird in der Statistik verstanden als die Überführung einer

    Ausprägung eines Merkmals in eine Zahl. Das ist Quantifizieren und damit der Kern der quantitativen Methoden.

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