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18. Wahlperiode 18. Wahlperiode Wortprotokoll der 15. Sitzung Ausschuss für Umwelt, Natu Reaktorsicherheit Berlin, den 21. Mai 2014, 11: 10117 Berlin, Adele-Schreibe Schiffbauerdamm Marie-Elisabeth-Lüders-Haus 3.101 (Anhörungssaal) Vorsitz: Bärbel Höhn, MdB Tagesordnung - Öffen Tagesordnungspunkt 1 Gesetzentwurf der Bundesreg Entwurf eines Gesetzes zur E deröffnungsklausel zur Vorg ständen zwischen Windener sigen Nutzungen BT-Drucksache 18/1310 Ausschuss für Um und Reaktorsicher urschutz, Bau und :00 Uhr er-Krieger-Straße 1 / s ntliche Anhörung Seite 3 gierung Einführung einer Län- gabe von Mindestab- rgieanlagen und zuläs- Federführend: Ausschuss für Umwelt, cherheit Mitberatend: Ausschuss für Wirtschaf Ausschuss für Ernährun Gutachtlich: Parlamentarischer Beira Berichterstatter/in: Abg. Kai Wegner [CDU/C Abg. Dr. Matthias Miersc Abg. Eva Bulling-Schröt Abg. Christian Kühn (Tü NEN] Protokoll-Nr. 18/15 mwelt, Naturschutz, Bau rheit Seite 1 von 33 Naturschutz, Bau und Reaktorsi- ft und Energie ng und Landwirtschaft at für nachhaltige Entwicklung CSU] sch [SPD] ter [DIE LINKE.] übingen) [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-

Wortprotokoll der 15. Sitzung - bundestag.de€¦ · 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzung vom 21. Mai 2014 Lojewski. Bitte Herr von Lojewski, Sie haben das Wort. Hilmar von Lojewski

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  • 18. Wahlperiode

    18. Wahlperiode

    Wortprotokollder 15. Sitzung

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheitBerlin, den 21. Mai 2014, 11:00 Uhr10117 Berlin, Adele-SchreiberSchiffbauerdammMarie-Elisabeth-Lders-Haus3.101 (Anhrungssaal)

    Vorsitz: Brbel Hhn, MdB

    Tagesordnung - ffentliche Anhrung

    Tagesordnungspunkt 1

    Gesetzentwurf der Bundesregierung

    Entwurf eines Gesetzes zur Einfhrung einer Lderffnungsklausel zur Vorgabe von Mindestastnden zwischen Windenergieanlagen und zulsigen Nutzungen

    BT-Drucksache 18/1310

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bauund Reaktorsicherheit

    r Umwelt, Naturschutz, Bau und

    Berlin, den 21. Mai 2014, 11:00 UhrSchreiber-Krieger-Strae 1 /

    Haus

    ffentliche Anhrung

    Seite 3

    Gesetzentwurf der Bundesregierung

    Entwurf eines Gesetzes zur Einfhrung einer Ln-derffnungsklausel zur Vorgabe von Mindestab-

    Windenergieanlagen und zuls-

    Federfhrend:Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorscherheit

    Mitberatend:Ausschuss fr Wirtschaft und EnergieAusschuss fr Ernhrung und Landwirtschaft

    Gutachtlich:Parlamentarischer Beirat fr nachhaltige Entwicklung

    Berichterstatter/in:Abg. Kai Wegner [CDU/CSU]Abg. Dr. Matthias Miersch [SPD]Abg. Eva Bulling-Schrter [DIE LINKE.]Abg. Christian Khn (Tbingen) [BNDNIS 90/DIE GRNEN]

    Protokoll-Nr. 18/15

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bauund Reaktorsicherheit

    Seite 1 von 33

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsi-

    Ausschuss fr Wirtschaft und EnergieAusschuss fr Ernhrung und Landwirtschaft

    Parlamentarischer Beirat fr nachhaltige Entwicklung

    Abg. Kai Wegner [CDU/CSU]Abg. Dr. Matthias Miersch [SPD]

    Schrter [DIE LINKE.]Abg. Christian Khn (Tbingen) [BNDNIS 90/DIE GR-

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Mitglieder des Ausschusses

    Ordentliche Mitglieder

    CDU/CSU Auernhammer, ArturDtt, MarieGebhart, Dr. ThomasGppel, JosefGrundmann, OliverHaase, ChristianJrrien, SylviaKanitz, SteffenMagwas, YvonneMarschall, Matern vonMring,Mller (Braunschweig), CarstenPetzold, UlrichSchulze, Dr. KlausVogel (Kleinsaara), VolkmarWegner, KaiWeisgerber, Dr. Anja

    SPD Blow, MarcoGro, MichaelHampel, UlrichLotze, HiltrudMiersch, Dr.Mindrup, KlausNissen, UlliPilger, DetlevSchwabe, FrankThews, MichaelTrger, Carsten

    DIE LINKE. Bluhm, HeidrunBullingLenkert, RalphZdebel, Hubertus

    BNDNIS 90/DIEGRNEN

    KottingKhn (Tbingen), ChristianLemke, SteffiMeiwald, Peter

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheit

    Protokoll der 15. SitzungMai 2014

    Ordentliche Mitglieder Stellvertretende Mitglieder

    Auernhammer, ArturDtt, Marie-LuiseGebhart, Dr. ThomasGppel, JosefGrundmann, OliverHaase, ChristianJrrien, SylviaKanitz, SteffenMagwas, YvonneMarschall, Matern vonMring, KarstenMller (Braunschweig), CarstenPetzold, UlrichSchulze, Dr. Klaus-PeterVogel (Kleinsaara), VolkmarWegner, KaiWeisgerber, Dr. Anja

    Barei, ThomasBenning, SybilleGundelach, Dr. HerlindGutting, OlavHelfrich, MarkJung, AndreasKruse, RdigerLagosky, UweLerchenfeld, Graf PhilippLiebing, IngbertLuczak, Dr. JanNlein, Dr. GeorgOner, FlorianPols, EckhardWittke, OliverWoltmann, BarbaraZimmer, Dr. Matthias

    Blow, MarcoGro, MichaelHampel, UlrichLotze, HiltrudMiersch, Dr. MatthiasMindrup, KlausNissen, UlliPilger, DetlevSchwabe, FrankThews, MichaelTrger, Carsten

    Bartol, SrenBecker, DirkBurkert, MartinDaldrup, BernhardEsken, SaskiaHeld, MarcusLemme, SteffenRspel, RenScheer, Dr. NinaTausend, ClaudiaVogt, Ute

    Bluhm, HeidrunBulling-Schrter, EvaLenkert, RalphZdebel, Hubertus

    Hupach, SigridLay, CarenTackmann, Dr. KirstenZimmermann, Pia

    Kotting-Uhl, SylviaKhn (Tbingen), ChristianLemke, SteffiMeiwald, Peter

    Baerbock, AnnalenaHhn, BrbelPaus, LisaVerlinden, Dr. Julia

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

    Seite 2 von 33

    Stellvertretende Mitglieder

    Barei, ThomasBenning, SybilleGundelach, Dr. HerlindGutting, OlavHelfrich, MarkJung, AndreasKruse, Rdiger

    agosky, UweLerchenfeld, Graf PhilippLiebing, IngbertLuczak, Dr. Jan-MarcoNlein, Dr. GeorgOner, FlorianPols, EckhardWittke, OliverWoltmann, BarbaraZimmer, Dr. MatthiasBartol, SrenBecker, DirkBurkert, MartinDaldrup, BernhardEsken, SaskiaHeld, MarcusLemme, Steffen-ClaudioRspel, RenScheer, Dr. NinaTausend, Claudia

    Hupach, SigridLay, CarenTackmann, Dr. KirstenZimmermann, PiaBaerbock, AnnalenaHhn, BrbelPaus, LisaVerlinden, Dr. Julia

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Tagesordnungspunkt 1

    Gesetzentwurf der Bundesregierung

    Entwurf eines Gesetzes zur Einfhrung einerLnderffnungsklausel zur Vorgabe vonMindestabstnden zwischen Windenergianlagen und zulssigen Nutzungen

    BT-Drucksache 18/1310

    dazu Sachverstndige:

    Hilmar von LojewskiBundesvereinigung kommunalerSpitzenverbndeStellungnahme Ausschussdrucksache18(16)58-A (Anlage 1)

    Markus PflitschBrgerinitiative Windradfreies Dietramszelle. V. und Sprecher von VERNUNFTKRAFTStellungnahme Ausschussdrucksache18(16)58-E (Anlage 2)

    Heinrich BrinkmannRegionalbndnis WindvernunftStellungnahme Ausschussdrucksache18(16)58-B (Anlage 3)

    Jenner ZimmermannBrgerinitiative Keine neuen Windrder inCrussowStellungnahme Ausschussdrucksache18(16)58-D (Anlage 4) und Prsentation(Anlage 5)

    Tine FuchsDeutscher Industrie- und Handelskammertage. V. (DIHK)Stellungnahme Ausschussdrucksache18(16)58-F (Anlage 6)

    Prof. em. Dr. Dr. h.c. Ulrich BattisRechtsanwaltStellungnahme Ausschussdrucksache18(16)58-C (Anlage 7)

    Dr. Herbert BarthelBUND Naturschutz Bayern e. V.

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheit

    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Bundesregierung

    Entwurf eines Gesetzes zur Einfhrung einerLnderffnungsklausel zur Vorgabe vonMindestabstnden zwischen Windenergie-anlagen und zulssigen Nutzungen

    kommunaler

    Stellungnahme Ausschussdrucksache

    Brgerinitiative Windradfreies Dietramszellund Sprecher von VERNUNFTKRAFT

    Stellungnahme Ausschussdrucksache

    onalbndnis WindvernunftStellungnahme Ausschussdrucksache

    eine neuen Windrder in

    Stellungnahme Ausschussdrucksache) und Prsentation

    und Handelskammertag

    Stellungnahme Ausschussdrucksache

    Ulrich Battis

    Stellungnahme Ausschussdrucksache

    ayern e. V.

    Stellungnahme Ausschussdrucksache18(16)58-H (Anlage 8)

    Franz Josef TiggesBundesverband WindEnergie e. V.Stellungnahme Ausschussdrucksache18(16)58-G (Anlage 9)

    Vorsitzende: Liebe Kolleginnen und Kollgen, wir starten jetzt mit der Anhrungdamit mit der 15. Sitzung des Ausschusses frUmwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorscherheit. Ich begre insbesondere die Eperten, die wir fr diese Anhrung eingeladenhaben. Es geht um den TagesordnungspunktEntwurf eines Gesetzes zur Einfhrung eLnderffnungsklausel zur Vorgabe vonMindestabstnden zwischen Windenergiealagen und zulssigen Nutzungen.

    Wir haben acht Experten eingeladen. Ichmchte Sie alle darauf hinweisen, dass wirhier ein strenges Zeitregime haben. Das heit,ich werde einschreiten, wenn Sie diese vierMinuten, die wir Ihnen zugestanden haben,berschreiten. Die Abgeordneten habenwerden Sie sehen, wie streng wir sinddie Hlfte Ihrer Zeit. Die Abgeordneten msen sich bei ihren Nachfragen auf zwei Mnuten konzentrieren. Ich bitte alle Kolleginen und Kollegen darauf zu achten. Wir hben hier Zettel, die wir jetzt austeilen. JederAbgeordnete hat entweder zwei Fragen aneinen Experten oder jeweils eine Frage anzwei Experten, also nicht mehr als zwei Frgen pro Abgeordneten in jeder Fragerunde.

    Wir wissen alle, worum es geht. Alle kennendiesen Gesetzentwurf der Bundesregierung.Ich glaube auch, die meisten von Ihnen habenalle Stellungnahmen dazu gelesen, die eigegangen sind, auch von denjenigen, die jetztnicht hier sind. Also insofern, glaube ich, sindwir relativ gut im Bild. Ich fange deshalb auchsehr straight an mit den Statements der Eperten und beginne mit Herrn Hilmar von

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

    Seite 3 von 33

    Stellungnahme Ausschussdrucksache

    Bundesverband WindEnergie e. V.Stellungnahme Ausschussdrucksache

    Liebe Kolleginnen und Kolle-gen, wir starten jetzt mit der Anhrung unddamit mit der 15. Sitzung des Ausschusses frUmwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsi-cherheit. Ich begre insbesondere die Ex-perten, die wir fr diese Anhrung eingeladenhaben. Es geht um den TagesordnungspunktEntwurf eines Gesetzes zur Einfhrung einerLnderffnungsklausel zur Vorgabe vonMindestabstnden zwischen Windenergiean-lagen und zulssigen Nutzungen.

    Wir haben acht Experten eingeladen. Ichmchte Sie alle darauf hinweisen, dass wirhier ein strenges Zeitregime haben. Das heit,

    einschreiten, wenn Sie diese vierMinuten, die wir Ihnen zugestanden haben,berschreiten. Die Abgeordneten haben - dawerden Sie sehen, wie streng wir sind - nurdie Hlfte Ihrer Zeit. Die Abgeordneten ms-sen sich bei ihren Nachfragen auf zwei Mi-

    zentrieren. Ich bitte alle Kollegin-nen und Kollegen darauf zu achten. Wir ha-ben hier Zettel, die wir jetzt austeilen. JederAbgeordnete hat entweder zwei Fragen aneinen Experten oder jeweils eine Frage anzwei Experten, also nicht mehr als zwei Fra-

    Abgeordneten in jeder Fragerunde.

    Wir wissen alle, worum es geht. Alle kennendiesen Gesetzentwurf der Bundesregierung.Ich glaube auch, die meisten von Ihnen habenalle Stellungnahmen dazu gelesen, die ein-gegangen sind, auch von denjenigen, die jetzt

    cht hier sind. Also insofern, glaube ich, sindwir relativ gut im Bild. Ich fange deshalb auchsehr straight an mit den Statements der Ex-perten und beginne mit Herrn Hilmar von

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Lojewski. Bitte Herr von Lojewski, Sie habendas Wort.

    Hilmar von Lojewski (Bundesvereinigung derkommunalen Spitzenverbnde): Frau Vorsizende, meine sehr verehrten Damen undHerren, ich danke fr die Einladung. Ichspreche heute hier fr den Bundesverbandder kommunalen Spitzenverbnde, namenlich den Deutschen Stdtetag, den DeutStdte- und Gemeindebund und den Deuschen Landkreistag. Wir haben den Gesetentwurf zur Kenntnis genommen und habenIhnen dazu eine umfngliche Stellungnahmezukommen lassen. Wir haben auch zurKenntnis genommen, dass sich der Bundesratgegen diesen Gesetzentwurf wendet. Wirschlieen uns dieser Auffassung an. Ichmchte das kurz begrnden.

    Insbesondere sind wir erstaunt darber, dassdurch diesen Gesetzentwurf das Prinzip derSubsidiaritt, der rtlichen Beteiligung, repektive der regionalen Beteiligung, auerKraft gesetzt werden soll. Bundesweit habenwir fraglos streitige, aber immer wieder auchgute Erfahrungen damit gemacht, ber Beteligungsverfahren zu stimmigen Konzepten frWindenergieanlagen zu kommen. Und diesestimmigen Konzepte unterscheiden sich rgional, weil sich die Regionen, die rtlickeiten, voneinander unterscheidenTopografie, in der landwirtschaftlichen Auprgung, in der Empfindlichkeit etc. Dasheit, wir sind heute bereits in der Lage, berpartizipative Verfahren tragfhige Konzepteauf den Weg zu bringen. Der Gesetzentwurfsieht aber etwas ganz anderes vor. Der Gsetzentwurf sieht vor, dass wir in den Ldern aller Wahrscheinlichkeit nach unteschiedliche Regelungen bekommen und dassdamit der PrivilegierungstatbesWindenergieanlagen im Auenbereich vonder Einhaltung von Mindestabstnden zu bstimmten zulssigen baulichen Nutzungenabhngig gemacht wird. Das hat aus unserer

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheit

    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Lojewski. Bitte Herr von Lojewski, Sie haben

    ndesvereinigung derkommunalen Spitzenverbnde): Frau Vorsit-zende, meine sehr verehrten Damen undHerren, ich danke fr die Einladung. Ichspreche heute hier fr den Bundesverbandder kommunalen Spitzenverbnde, nament-lich den Deutschen Stdtetag, den Deutschen

    und Gemeindebund und den Deut-schen Landkreistag. Wir haben den Gesetz-entwurf zur Kenntnis genommen und habenIhnen dazu eine umfngliche Stellungnahmezukommen lassen. Wir haben auch zurKenntnis genommen, dass sich der Bundesrat

    Gesetzentwurf wendet. Wirschlieen uns dieser Auffassung an. Ich

    Insbesondere sind wir erstaunt darber, dassdurch diesen Gesetzentwurf das Prinzip derSubsidiaritt, der rtlichen Beteiligung, res-

    igung, auerKraft gesetzt werden soll. Bundesweit habenwir fraglos streitige, aber immer wieder auchgute Erfahrungen damit gemacht, ber Betei-ligungsverfahren zu stimmigen Konzepten frWindenergieanlagen zu kommen. Und diese

    eiden sich re-gional, weil sich die Regionen, die rtlich-keiten, voneinander unterscheiden - in derTopografie, in der landwirtschaftlichen Aus-prgung, in der Empfindlichkeit etc. Dasheit, wir sind heute bereits in der Lage, ber

    ragfhige Konzepteauf den Weg zu bringen. Der Gesetzentwurfsieht aber etwas ganz anderes vor. Der Ge-setzentwurf sieht vor, dass wir in den Ln-dern aller Wahrscheinlichkeit nach unter-schiedliche Regelungen bekommen und dassdamit der Privilegierungstatbestand fr dieWindenergieanlagen im Auenbereich vonder Einhaltung von Mindestabstnden zu be-stimmten zulssigen baulichen Nutzungenabhngig gemacht wird. Das hat aus unserer

    Sicht durchaus einen kontraproduktiven Efekt. Zum einen werden alle Planungen,bisher auf der regionalen und lokalen Ebenegab, entwertet, einschlielich der aufwedigsten Partizipationsverfahren, die es dazugab. Zum anderen homogenisieren wir ddurch in den Bundeslndern Abstnde, diedort eigentlich regionalisiert oder lokawerden mssten.

    Was heit das? Was an Empfindlichkeitschwellen auf der lokalen und regionalenEbene ausgemacht wird, kann bei einerHomogenisierung auf Landesebene gar nichtmehr bercksichtigt werden. Zum anderenaber fhrt diese Regelung auch ingleichen Wettbewerb zwischen den Bundelndern. Fraglos werden sich die Bewohnrinnen und Bewohner eines Bundeslandesdarber beschweren, dass sie nicht in denGenuss einer solchen Regelung kommen,whrend andere, womglich auch das initierende Bundesland, in den Genuss kommen.

    Uns hat auch berrascht, Frau Vorsitzende,meine Damen und Herren, dass mit dieserRegelung das groe Thema dieser GroenKoalition, die Energiewende, nach einerWeise zerfasert wird, die wir auf der komunalen und regionalen Ebene so nicht vestehen. Wir waren davon ausgegangen, dassdie Windenergie durchaus ein Trger ist.Wenn wir uns die Flchenbilanzen aschauen, was passieren wrde, wenn in eizelnen Bundeslndern die Mindestabstandflchen auf 1 000 oder gar 2werden wrden, dann gehen wir davon ausund ich glaube, diese Annahme ist durchausnicht unbegrndet - dass die Potenzialflchen, nicht die Flchen auf denen tatschlichWindkraft stattfinden kann, sondern nur diePotenzialflchen, sich in eintionalen Ma verringern. Bei 2gehen wir davon aus, das msste man durchdie Wissenschaften klren, dass allenfallsnoch ein Prozent der verfgbaren Flchenberhaupt fr Windkraft grundstzlich geignet wre, unabhngig von der Fra

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

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    Sicht durchaus einen kontraproduktiven Ef-fekt. Zum einen werden alle Planungen, die esbisher auf der regionalen und lokalen Ebenegab, entwertet, einschlielich der aufwen-digsten Partizipationsverfahren, die es dazugab. Zum anderen homogenisieren wir da-durch in den Bundeslndern Abstnde, diedort eigentlich regionalisiert oder lokalisiert

    Was heit das? Was an Empfindlichkeits-schwellen auf der lokalen und regionalenEbene ausgemacht wird, kann bei einerHomogenisierung auf Landesebene gar nichtmehr bercksichtigt werden. Zum anderenaber fhrt diese Regelung auch in einen un-gleichen Wettbewerb zwischen den Bundes-lndern. Fraglos werden sich die Bewohne-rinnen und Bewohner eines Bundeslandesdarber beschweren, dass sie nicht in denGenuss einer solchen Regelung kommen,whrend andere, womglich auch das initi-

    undesland, in den Genuss kommen.

    Uns hat auch berrascht, Frau Vorsitzende,meine Damen und Herren, dass mit dieserRegelung das groe Thema dieser GroenKoalition, die Energiewende, nach einerWeise zerfasert wird, die wir auf der kom-

    len Ebene so nicht ver-stehen. Wir waren davon ausgegangen, dassdie Windenergie durchaus ein Trger ist.Wenn wir uns die Flchenbilanzen an-schauen, was passieren wrde, wenn in ein-zelnen Bundeslndern die Mindestabstands-

    000 oder gar 2 000 Meter erhhtwerden wrden, dann gehen wir davon aus -und ich glaube, diese Annahme ist durchaus

    dass die Potenzialfl-chen, nicht die Flchen auf denen tatschlichWindkraft stattfinden kann, sondern nur diePotenzialflchen, sich in einem berpropor-tionalen Ma verringern. Bei 2 000 Meterngehen wir davon aus, das msste man durchdie Wissenschaften klren, dass allenfalls

    Prozent der verfgbaren Flchenberhaupt fr Windkraft grundstzlich ge-eignet wre, unabhngig von der Frage, ob sie

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    dann dort hinkommt. Und das gegenbereinem Flchenpotenzial, dass heute so ca. bei15 bis 20 Prozent im Bundesdurchschnittliegt.

    Wir sind der Meinung, dass die Energiewendeein bundeseinheitliches Vorgehen erfordert.Wenn diese gesetzlichen Regelungen greifensollen, dann bitten wir dringend darum, dassnach wie vor die Fachplanungen Vorranghaben, dass es eine Bestandsschutzregelunggibt, nmlich die im Verfahren befindlichenRegionalplne und Flchennutzungsplanvefahren, die ausgewogen ber die lokale undregionale Darstellung von Standorten befiden, dass die auch nach wie vor Vorrang gnieen und Bestandsschutz erhalten.

    Vorsitzende: Herr von Lojewski, Sie mssenzum Ende kommen, Sie sind ber der Zeit.

    Hilmar von Lojewski (Bundesvereinigung derkommunalen Spitzenverbnde): Und lokaleArbeiten dafr nicht umsonst waren. Undschlielich, dass Sie bei der Befristung bleben, die Sie auch im Gesetzentwurf vorgeshen haben, nmlich das

    Vorsitzende: Herr von Lojewski, wir msswirklich in der Zeit bleiben. Wir haben IhreStellungnahme gelesen und bedanken uns.

    Hilmar von Lojewski (Bundesvereinigung derkommunalen Spitzenverbnde): die Lderffnungsklausel bis 31. Dezember 2015befristet wird. Ich danke Ihnen.

    Vorsitzende: Danke. Jetzt kommen wir zuHerrn Markus Pflitsch, bitteschn.

    Markus Pflitsch (Brgerinitiative Windrafreies Dietramszell e. V. und Sprecher von

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheit

    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    dann dort hinkommt. Und das gegenbereinem Flchenpotenzial, dass heute so ca. bei

    Prozent im Bundesdurchschnitt

    Wir sind der Meinung, dass die Energiewendeein bundeseinheitliches Vorgehen erfordert.

    egelungen greifensollen, dann bitten wir dringend darum, dassnach wie vor die Fachplanungen Vorranghaben, dass es eine Bestandsschutzregelunggibt, nmlich die im Verfahren befindlichenRegionalplne und Flchennutzungsplanver-

    die lokale undregionale Darstellung von Standorten befin-den, dass die auch nach wie vor Vorrang ge-nieen und Bestandsschutz erhalten.

    Herr von Lojewski, Sie mssenzum Ende kommen, Sie sind ber der Zeit.

    (Bundesvereinigung derkommunalen Spitzenverbnde): Und lokaleArbeiten dafr nicht umsonst waren. Undschlielich, dass Sie bei der Befristung blei-ben, die Sie auch im Gesetzentwurf vorgese-

    : Herr von Lojewski, wir mssenwirklich in der Zeit bleiben. Wir haben IhreStellungnahme gelesen und bedanken uns.

    (Bundesvereinigung derkommunalen Spitzenverbnde): die Ln-derffnungsklausel bis 31. Dezember 2015befristet wird. Ich danke Ihnen.

    Danke. Jetzt kommen wir zuHerrn Markus Pflitsch, bitteschn.

    (Brgerinitiative Windrad-freies Dietramszell e. V. und Sprecher von

    VERNUNFTKRAFT): Herzlichen Dank. Ichspreche heute stellvertretend fr mehrerehundert Brgerinitiativen gekraft aus ganz Deutschland.

    Unsere unbedingte Zustimmung zur Lndeffnungsklausel in ihrer jetzigen Form hatauch zu tun mit der zunehmend nicht mehrvorhandenen Akzeptanz fr die Energiwende in der Bevlkerung. Die Energiewendein ihrer bisher konzipierten Form fhrt insNichts. Sie wird scheitern. Nicht in erster Lnie aufgrund der aus dem Ruder laufendenKosten, sondern im Wesentlichen deshalb,weil naturwissenschaftliche Fakten ignoriertwerden. Der durch Windkraftanlagen prodzierte Zappelstrom ist nicht grundlastfhig.Die eingespeiste Stromleistung ist von derinstallierten Nennleistung regelmig melenweit entfernt. Das wird sich nicht ndern,wenn man zu den ca. 24gen weitere Zigtausende dazubauen wird. Mitallen bisher bekannten Technologien wird esprinzipiell nicht mglich sein, nennensweten Mengenstrom zu speichern. Wenn manam Atomausstieg festhalten mchte, erfordertdies zwangslufig den Ausbau von Kohle undGas. Eine Reduzierung des COdamit nicht mglich und die Empirie beweistes, er steigt. Daher ist jede weiterekraftanlage (WKA) in Deutschland unsinnigund reine Ideologie.

    Die komplette Industrialisierung der deuschen Landschaften fr einen ideologischenTraum, ohne Beitrag zu einechen Zukunft, ist unbedingt zu vermeiden.Der geplante Ausbau auf bis zu 60Monsterwindrder stellt einen gigantischenVernichtungsfeldzug gegen unberhrte, drliche Landschaften dar. Nehmen wir dieAusbauziele des Bundes ernst, wrde dbedeuten, dass in ganz Deutschland alle 7,3Kilometer ein Windpark 10hen wrde. Das ist unwiederbringlich derRuin fr die Kultur- und Naturlandschaften.Es ist auch ein Konflikt zwischen Stadt undLand. Die Stdte verbrauchen den Strom,

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

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    VERNUNFTKRAFT): Herzlichen Dank. Ichspreche heute stellvertretend fr mehrerehundert Brgerinitiativen gegen die Wind-kraft aus ganz Deutschland.

    Unsere unbedingte Zustimmung zur Lnder-ffnungsklausel in ihrer jetzigen Form hatauch zu tun mit der zunehmend nicht mehrvorhandenen Akzeptanz fr die Energie-wende in der Bevlkerung. Die Energiewende

    her konzipierten Form fhrt insNichts. Sie wird scheitern. Nicht in erster Li-nie aufgrund der aus dem Ruder laufendenKosten, sondern im Wesentlichen deshalb,weil naturwissenschaftliche Fakten ignoriertwerden. Der durch Windkraftanlagen produ-

    pelstrom ist nicht grundlastfhig.Die eingespeiste Stromleistung ist von derinstallierten Nennleistung regelmig mei-lenweit entfernt. Das wird sich nicht ndern,wenn man zu den ca. 24 000 Windkraftanla-gen weitere Zigtausende dazubauen wird. Mit

    bisher bekannten Technologien wird esprinzipiell nicht mglich sein, nennenswer-ten Mengenstrom zu speichern. Wenn manam Atomausstieg festhalten mchte, erfordertdies zwangslufig den Ausbau von Kohle undGas. Eine Reduzierung des CO2-Ausstoes ist

    und die Empirie beweistes, er steigt. Daher ist jede weitere Wind-

    in Deutschland unsinnig

    Die komplette Industrialisierung der deut-schen Landschaften fr einen ideologischenTraum, ohne Beitrag zu einer klimafreundli-chen Zukunft, ist unbedingt zu vermeiden.Der geplante Ausbau auf bis zu 60 000Monsterwindrder stellt einen gigantischenVernichtungsfeldzug gegen unberhrte, drf-liche Landschaften dar. Nehmen wir dieAusbauziele des Bundes ernst, wrde dasbedeuten, dass in ganz Deutschland alle 7,3Kilometer ein Windpark 10 Windrder ste-hen wrde. Das ist unwiederbringlich der

    und Naturlandschaften.Es ist auch ein Konflikt zwischen Stadt undLand. Die Stdte verbrauchen den Strom, das

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Land verkommt und verdet. Dagegen weden wir uns, ca. 900 Brgerinitiativendeutschlandweit. Das ist die grte aueparlamentarische Opposition seit Jahrzehten, getragen von ganz normalen Brgern.Diese mssen sich als Kollektiv zu Wortmelden, da ihre Verzweiflung nicht gehrtwird und systematisch bagatellisiert wird.

    Die Lnderffnungsklausel ermglicht denBundeslndern, ihren Brgern etwas mehrSchutz zu gewhren und kann damit befridend wirken. Etwas mehr Schutz vor derReduzierung der Lebensqualitt, vor der enschdigungslosen Entwertung ihres Woheigentums, vor dem Verlust an sozialem Gfge, vor dem Verlust an Heimat sowie vorGesundheitsschden und ungeklrten Risken. Optische und akustische Bedrngungrufen bei Anwohnern handfeste gesuliche Schden hervor. Die Wirkungen vonInfraschall sind heute international eindeutigbelegt. In der bislang verfgbaren Literaturzeigt sich ein Abstand von 2 000 Metern alsmindestens ntig, um gesundheitliche Schden zu vermeiden.

    Auch juristische Aspekte sprechen fr denGesetzentwurf in seiner jetzigen Form. DieEinschrnkung der baurechtlichen Privlegierung, 35 Baugesetzbuch (BauGB)geboten. Die mit der Einfhrung der Privlegierungen im Jahr 1995 verbundenen Ziele,im Wesentlichen die CO2-Reduzierung, wuden mit Windkraftanlagen nicht erreicht undknnen auch nicht erreicht werden. Mithin istdie Privilegierung schon aus Mangel an gsetzlicher Zielerreichung obsolet.

    Die Vorsorge- und Frsorgepflicht des Staatesspricht ebenfalls fr grere Abstnde. Augrund der gigantischen Hhen neuer WKAverbietet sich ein Weitermachen wie bisher.

    Schauen Sie bitte einmal - ich habe nur einBild mitgebracht - auf das projizierte Bildeines kleinen Dorfes mit den entsprechendenRdern nahe bei. Mchten Sie so leben? Ichmchte es nicht. Die von uns vertretenen

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheit

    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Land verkommt und verdet. Dagegen wen-Brgerinitiativen

    deutschlandweit. Das ist die grte auer-parlamentarische Opposition seit Jahrzehn-ten, getragen von ganz normalen Brgern.Diese mssen sich als Kollektiv zu Wort

    ihre Verzweiflung nicht gehrtwird und systematisch bagatellisiert wird.

    Die Lnderffnungsklausel ermglicht denBundeslndern, ihren Brgern etwas mehrSchutz zu gewhren und kann damit befrie-dend wirken. Etwas mehr Schutz vor der

    squalitt, vor der ent-schdigungslosen Entwertung ihres Wohn-eigentums, vor dem Verlust an sozialem Ge-fge, vor dem Verlust an Heimat sowie vorGesundheitsschden und ungeklrten Risi-ken. Optische und akustische Bedrngungrufen bei Anwohnern handfeste gesundheit-liche Schden hervor. Die Wirkungen vonInfraschall sind heute international eindeutigbelegt. In der bislang verfgbaren Literatur

    000 Metern alsmindestens ntig, um gesundheitliche Sch-

    he Aspekte sprechen fr denGesetzentwurf in seiner jetzigen Form. DieEinschrnkung der baurechtlichen Privi-

    (BauGB), istgeboten. Die mit der Einfhrung der Privi-legierungen im Jahr 1995 verbundenen Ziele,

    Reduzierung, wur-den mit Windkraftanlagen nicht erreicht undknnen auch nicht erreicht werden. Mithin istdie Privilegierung schon aus Mangel an ge-setzlicher Zielerreichung obsolet.

    und Frsorgepflicht des Staatesgrere Abstnde. Auf-

    grund der gigantischen Hhen neuer WKAverbietet sich ein Weitermachen wie bisher.

    ich habe nur einauf das projizierte Bild

    eines kleinen Dorfes mit den entsprechendenchten Sie so leben? Ich

    mchte es nicht. Die von uns vertretenen

    Brgerinitiativen auch nicht. Was du nichtwillst, was man dir zufgt, das fge auchkeinem anderen zu.

    Vorsitzende: Herr Markus Pflitsch, Sie laufenaus der Zeit, ich wrde sagen, dass Sieletzten Satz kommen mssen.

    Markus Pflitsch (Brgerinitiative Windrafreies Dietramszell e. V. und Sprecher vonVERNUNFTKRAFT): Ja, ich komme zumSchluss. Zusammenfassend mchte ich michstellvertretend fr 362 Brgerinitiativen frdie Lnderffnungsklausel in ihrer jetzigenForm aussprechen. Vielen Dank.

    Vorsitzende: Dankeschn, wir kommen zumnchsten Experten, das ist Herr HeinrichBrinkmann. Bitteschn, Herr Brinkmann.

    Heinrich Brinkmann (RegionalbndnisWindvernunft): Mein Name ist HeinrichBrinkmann. Ich komme aus dem Bereich Pderborn, vom Regionalbndnis Windvenunft. Das ist ein Zusammenschluss mehrererGemeinden bzw. auch Kreise und zwar ausdem Kreis Lippe und dem Kreis Paderborn.

    Ich mchte ganz kurz die Situation im KreisPaderborn darlegen. Wir haben ber400 Windkraftanlagen schon jetzt im UmkreisPaderborn. Das ist ungefhr ein Viertel allerWindkraftanlagen NRWAnlagen sind geplant. Nach den Kommunalwahlen werden weitere Planungen kommen.Also die gesamten Gebieteringsherum mit Windkraftanlagen zugplant.

    Jetzt geht es noch einmal um die Lnderfnungsklausel. Derzeit ist es fr die Kommnen eigentlich nicht mglich, eine vernntige Abstandsplanung durchzufhren. DieKommunen haben verschieden

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

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    Brgerinitiativen auch nicht. Was du nichtwillst, was man dir zufgt, das fge auch

    Herr Markus Pflitsch, Sie laufenaus der Zeit, ich wrde sagen, dass Sie zumletzten Satz kommen mssen.

    (Brgerinitiative Windrad-freies Dietramszell e. V. und Sprecher vonVERNUNFTKRAFT): Ja, ich komme zumSchluss. Zusammenfassend mchte ich michstellvertretend fr 362 Brgerinitiativen fr

    klausel in ihrer jetzigenForm aussprechen. Vielen Dank.

    Dankeschn, wir kommen zumnchsten Experten, das ist Herr HeinrichBrinkmann. Bitteschn, Herr Brinkmann.

    (RegionalbndnisWindvernunft): Mein Name ist Heinrich

    nkmann. Ich komme aus dem Bereich Pa-derborn, vom Regionalbndnis Windver-nunft. Das ist ein Zusammenschluss mehrererGemeinden bzw. auch Kreise und zwar ausdem Kreis Lippe und dem Kreis Paderborn.

    Ich mchte ganz kurz die Situation im Kreisegen. Wir haben ber

    Windkraftanlagen schon jetzt im UmkreisPaderborn. Das ist ungefhr ein Viertel allerWindkraftanlagen NRW-weit. Weitere 150Anlagen sind geplant. Nach den Kommunal-wahlen werden weitere Planungen kommen.Also die gesamten Gebiete in Paderborn sindringsherum mit Windkraftanlagen zuge-

    Jetzt geht es noch einmal um die Lnderff-nungsklausel. Derzeit ist es fr die Kommu-nen eigentlich nicht mglich, eine vernnf-tige Abstandsplanung durchzufhren. DieKommunen haben verschiedene topologische

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Gegebenheiten. Es gibt Tallagen. Man beziehtsich auf die TA Lrm. Die TA Lrm sagt, in800 Meter Entfernung ist es kein Problem,werden die 40 dB erreicht. Bei einer Tallageist dieses nicht der Fall. Durch die Tallagezum Beispiel reflektieren sich die Schallwelen und der Lrm in diesen Orten ist erhelich hher. Also ein Punkt ist auf jeden Fallsicherlich: die TA Lrm ist nicht unbedingtdas Ma aller Dinge.

    Zur Lnderffnungsklausel mchte ich sagen,dass sie natrlich der richtige Wegdes Land unterschiedliche Topografien hat.Aber wir brauchen nicht nur eine Lndeffnungsklausel, sondern wir brauchen eineffnungsklausel fr die Gemeinden undKommunen. Denn auch in den Gemeindenund Kommunen gibt es unterschiedlicheTopografien. Und die knnen nicht vom Landbestimmt werden, wie dort diese Topografienaussehen. Deshalb fordern wir nach Artikel28 Absatz 2 des Grundgesetzes, den Komunen das Recht zu gewhrleisten, innerhalbihrer Grenzen ihre Angelegenheiten eigestndig zu planen und gestalten zu drfen.Und neben der Lnderffnungsklausel auchdie ffnungsklausel zugunsten der Stdteund Gemeinden als Trger der Bauleitplnung vorzunehmen. Danke.

    Vorsitzende: Herzlichen Dank. Wirklich vobildlich in der Zeit. Ich komme zuperten Jenner Zimmermann. Bitte.

    Jenner Zimmermann (Brgerinitiative Keineneuen Windrder in Crussow): Guten Tagallerseits, Brgerinitiative Keine neuenWindrder in Crussow. Crussow ist ein Ortbei Angermnde, ungefhr 80 km nordstlichvon Berlin.

    Ich habe einige Bilder mitgebracht. Das ersteBild zeigt unsere Situation. Sie sehen auf demstlichen Teil den Nationalpark UnteresOdertal, in der Mitte Crussow und links d

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheit

    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Gegebenheiten. Es gibt Tallagen. Man beziehtsich auf die TA Lrm. Die TA Lrm sagt, in800 Meter Entfernung ist es kein Problem,werden die 40 dB erreicht. Bei einer Tallageist dieses nicht der Fall. Durch die Tallage

    eren sich die Schallwel-len und der Lrm in diesen Orten ist erheb-lich hher. Also ein Punkt ist auf jeden Fallsicherlich: die TA Lrm ist nicht unbedingt

    Zur Lnderffnungsklausel mchte ich sagen,dass sie natrlich der richtige Weg ist, da je-des Land unterschiedliche Topografien hat.Aber wir brauchen nicht nur eine Lnder-ffnungsklausel, sondern wir brauchen eineffnungsklausel fr die Gemeinden undKommunen. Denn auch in den Gemeindenund Kommunen gibt es unterschiedliche

    fien. Und die knnen nicht vom Landbestimmt werden, wie dort diese Topografienaussehen. Deshalb fordern wir nach Artikel28 Absatz 2 des Grundgesetzes, den Kom-munen das Recht zu gewhrleisten, innerhalbihrer Grenzen ihre Angelegenheiten eigen-

    planen und gestalten zu drfen.Und neben der Lnderffnungsklausel auchdie ffnungsklausel zugunsten der Stdteund Gemeinden als Trger der Bauleitpla-

    Herzlichen Dank. Wirklich vor-bildlich in der Zeit. Ich komme zu dem Ex-perten Jenner Zimmermann. Bitte.

    (Brgerinitiative Keineneuen Windrder in Crussow): Guten Tagallerseits, Brgerinitiative Keine neuenWindrder in Crussow. Crussow ist ein Ort

    km nordstlich

    Ich habe einige Bilder mitgebracht. Das ersteBild zeigt unsere Situation. Sie sehen auf demstlichen Teil den Nationalpark UnteresOdertal, in der Mitte Crussow und links da-

    von Angermnde. Das ist ein staatlich aerkannter Erholungsort mit vielenherum, die als Erholungsgebiet fr Berlinerund Pendler da sind. Im Sden ist das brhmte Kloster Chorin und das SchorfheideChorin Biosphrenreservat.

    Wir haben folgende Situation. Sie sehen daoben Crussow wieder als Dorf. Das rot Urandete zeigt die momentanen Windanlagen,das sind 13 Stck. Da hat die Gemeinde zgestimmt. Im Jahr 2004 begannen die Baarbeiten. Es ist uns versprochen worden, dasskeine neuen Windrder danach kommenwerden. Im neuen Entwurf 2011 ist diesesWindfeld auf das Vierfache vergrert woden. Mit dem schwarz umrandeten Feld siehtman das. Die Windrder sind natrlich fiktivda drinnen, aber es werden wahrscheinlichnoch mehr sein. Die Stadt Angermnde hatdaraufhin eine Stellungnahme an die reginale Planungsstelle abgtechnogene Abriegelung erfolgt. Das hataber die regionale Planungsstelle zurckgwiesen. Im weiteren Verlauf gab es ein Plnungswirrwarr, wobei die Flche verkleinertwurde. Dann wurde sie zwei Mal wiedervergrert und jetzt siehmit 254 Hektar auf das Fnffache vergrertist. Das schneidet den Ort Crussow noch mehrab und ist vor allem fr die Erholungsschenden, die in den Nationalpark gehenwollen und auch fr die Ziele des Nationaparks gegenlufig.

    Ich habe Ihnen jetzt noch mal ein Bild gezeigt,wie das von Crussow aus aussieht. Da sinddie Windrder. Zehn von den 13 sind jetzt zusehen. Sie sehen, dass es ein spter Sonnestand ist. Im Westen geht die Sonne unter,hier sind die Huser im Osten. Wir habstarken Schlagwurf, Lrm und natrlich dieRotorbltter. Bei Ostwind sieht das nochgrauenhafter aus. Sie sehen links das Winfeld mit den roten Punkten. Durch dasWindfeld geht der Mrkische Landweg, derschon jetzt an einem Windrad vorbeigeht.Sollten die Windrder gebaut werden, ist der

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

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    von Angermnde. Das ist ein staatlich an-erkannter Erholungsort mit vielen Seen drumherum, die als Erholungsgebiet fr Berlinerund Pendler da sind. Im Sden ist das be-rhmte Kloster Chorin und das SchorfheideChorin Biosphrenreservat.

    Wir haben folgende Situation. Sie sehen daoben Crussow wieder als Dorf. Das rot Um-

    eigt die momentanen Windanlagen,das sind 13 Stck. Da hat die Gemeinde zu-gestimmt. Im Jahr 2004 begannen die Bau-arbeiten. Es ist uns versprochen worden, dasskeine neuen Windrder danach kommenwerden. Im neuen Entwurf 2011 ist dieses

    rfache vergrert wor-den. Mit dem schwarz umrandeten Feld siehtman das. Die Windrder sind natrlich fiktivda drinnen, aber es werden wahrscheinlichnoch mehr sein. Die Stadt Angermnde hatdaraufhin eine Stellungnahme an die regio-nale Planungsstelle abgegeben, dass hier einetechnogene Abriegelung erfolgt. Das hataber die regionale Planungsstelle zurckge-wiesen. Im weiteren Verlauf gab es ein Pla-nungswirrwarr, wobei die Flche verkleinertwurde. Dann wurde sie zwei Mal wiedervergrert und jetzt sieht sie so aus, dass siemit 254 Hektar auf das Fnffache vergrertist. Das schneidet den Ort Crussow noch mehrab und ist vor allem fr die Erholungssu-chenden, die in den Nationalpark gehenwollen und auch fr die Ziele des National-

    habe Ihnen jetzt noch mal ein Bild gezeigt,wie das von Crussow aus aussieht. Da sinddie Windrder. Zehn von den 13 sind jetzt zusehen. Sie sehen, dass es ein spter Sonnen-stand ist. Im Westen geht die Sonne unter,hier sind die Huser im Osten. Wir habenstarken Schlagwurf, Lrm und natrlich dieRotorbltter. Bei Ostwind sieht das nochgrauenhafter aus. Sie sehen links das Wind-feld mit den roten Punkten. Durch dasWindfeld geht der Mrkische Landweg, derschon jetzt an einem Windrad vorbeigeht.

    die Windrder gebaut werden, ist der

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Mrkische Landweg unbrauchbar und auchdieser Aussichtsberg, der Fuchsberg. Ich gehemit den nchsten Bildern sdlich, sdweslich und dann wieder stlich um das Winfeld herum, um zu zeigen, welchen Zumtungen wir ausgesetzt sind. Hier ist im Sosten eine Immobilie, die schon fast verlassenworden ist, weil die Bedrngung viel zu groist. Hier ist ein Bild von dem Dorf Wilhelmfelde, das als Dorf vollkommen entfremdetwird. Hier sehen sie es vom Osten her, vonCrussow selbst, am Dorfeingang, wo dieWindrder weit ber die Huser ragen. Imletzten Bild zeige ich Ihnen noch, wie das vonder Dorfmitte her aussieht und wie der Blickauf diesen Teil dieser Windrder ist. Siemssen sich jetzt noch vorstellen, dass dieseWindrder im nchsten Zuge, im Repowering,noch mal um fast die Hlfte grer werden.

    Das ist eine Zumutung, die kein Brger etragen kann, denn die momentanen Windrder mit 800 Meter Abstand haben einen Bstandsschutz und die neuen Anlagen werdenauf diesen dann abzureienden und neu zuerrichtenden Pltzen gebaut.

    Vorsitzende: Herr Jenner Zimmermann, Siemssen zum Ende kommen, die Zeit ist um.

    Jenner Zimmermann (Brgerinitiative Keineneuen Windrder in Crussow): Wir begrendiese Lnderffnungsklausel. Es funktioniertnicht, dass es den Kommunen berlassenwird. Das hat zu einem Abstandswirrwarrgefhrt und deswegen bitteschn stimmen Siefr dieses Gesetz. Dankeschn.

    Vorsitzende: Ich komme jetzt zur nchstenExpertin und das ist Frau Tine Fuchs voDIHK. Bitteschn, Frau Fuchs.

    Tine Fuchs (DIHK): Sehr geehrte Frau Hhn,sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen

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    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Mrkische Landweg unbrauchbar und auchdieser Aussichtsberg, der Fuchsberg. Ich gehemit den nchsten Bildern sdlich, sdwest-lich und dann wieder stlich um das Wind-feld herum, um zu zeigen, welchen Zumu-

    gesetzt sind. Hier ist im Sd-osten eine Immobilie, die schon fast verlassenworden ist, weil die Bedrngung viel zu groist. Hier ist ein Bild von dem Dorf Wilhelms-felde, das als Dorf vollkommen entfremdetwird. Hier sehen sie es vom Osten her, von

    w selbst, am Dorfeingang, wo dieWindrder weit ber die Huser ragen. Imletzten Bild zeige ich Ihnen noch, wie das vonder Dorfmitte her aussieht und wie der Blickauf diesen Teil dieser Windrder ist. Siemssen sich jetzt noch vorstellen, dass diese

    ndrder im nchsten Zuge, im Repowering,noch mal um fast die Hlfte grer werden.

    Das ist eine Zumutung, die kein Brger er-tragen kann, denn die momentanen Windr-der mit 800 Meter Abstand haben einen Be-standsschutz und die neuen Anlagen werden

    n dann abzureienden und neu zu

    Herr Jenner Zimmermann, Siemssen zum Ende kommen, die Zeit ist um.

    (Brgerinitiative Keineneuen Windrder in Crussow): Wir begren

    el. Es funktioniertnicht, dass es den Kommunen berlassenwird. Das hat zu einem Abstandswirrwarrgefhrt und deswegen bitteschn stimmen Sie

    Ich komme jetzt zur nchstenExpertin und das ist Frau Tine Fuchs von der

    (DIHK): Sehr geehrte Frau Hhn,sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen

    Bundestages, herzlichen Dank, dass wir alsDeutscher Industrie- und Handelskammertagaus Sicht der gesamtgewerblichen Wirtschafthier heute bei der Anhrung sprechen drfen.

    Ich wrde den Blick gerne wieder auf dierechtlichen Grundlagen lenken. Wir haben imBaugesetzbuch im 35 Absatz 1 eine Privlegierung der Windenergie geregelt, die durchden Planungsvorbehalt von 35 Absatz 3BauGB den Gemeinden aufgibt zu gestalten.Und wir haben die Rechtsprechung desBundesverwaltungsgerichts dazu, die genauund das vielleicht als Replik auf Herrn Zimermann - sagt, dass ich als Gemeinde vepflichtet bin, Konzentrationszonen im Flchennutzungsplan auszuweisen und genau zuidentifizieren, welche Flchen sind denn inAbstimmung mit den Bewohnern, in 34BauGB geregelt, geeignet fr die Windenegieanlagen? Und welche Flchen sind nichtgeeignet?

    Insofern mchte ich an dieser Stelle daraufhinweisen, dass wir uns wesentlich lieber mitIhnen ber die Gestaltung der Energiewendean der Stelle unterhalten wrden, als bereine weitere Reglementierung. Denn wir shen berhaupt gar kein Erfordernis fr diejetzt vorgeschlagene Regelung von 249 Asatz 3 Baugesetzbuch.

    Ich habe gerade skizziert, wie das KonstruktBaugesetzbuch in Zusammenarbeit mit denKommunen aufgebaut ist. Wir haben danebendie Raumordnung. Das heit, die Lnderknnen im Rahmen der Landesentwicklungsund Regionalplanung schon Abstngeben. Das haben sie auch in sehr unteschiedlicher Form bereits getan. Wenn mansich die Karten des Bundesamtes fr Bauwsen und Raumordnung anguckt, dann siehtman, dass im Norden davon schon sehr aufhrlich Gebrauch gemacht worden ist, imGegensatz dazu im Sdenrhein-Westfalen, Sachsen und Teilen Bradenburgs - weniger. Und wir denken, dasseigentlich die Abstimmung und auch die

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    Bundestages, herzlichen Dank, dass wir alsund Handelskammertag

    aus Sicht der gesamtgewerblichen Wirtschaftte bei der Anhrung sprechen drfen.

    Ich wrde den Blick gerne wieder auf dierechtlichen Grundlagen lenken. Wir haben imBaugesetzbuch im 35 Absatz 1 eine Privi-legierung der Windenergie geregelt, die durchden Planungsvorbehalt von 35 Absatz 3

    den Gemeinden aufgibt zu gestalten.Und wir haben die Rechtsprechung desBundesverwaltungsgerichts dazu, die genau -und das vielleicht als Replik auf Herrn Zim-

    sagt, dass ich als Gemeinde ver-pflichtet bin, Konzentrationszonen im Fl-

    an auszuweisen und genau zuidentifizieren, welche Flchen sind denn inAbstimmung mit den Bewohnern, in 34BauGB geregelt, geeignet fr die Windener-gieanlagen? Und welche Flchen sind nicht

    Insofern mchte ich an dieser Stelle daraufn, dass wir uns wesentlich lieber mit

    Ihnen ber die Gestaltung der Energiewendean der Stelle unterhalten wrden, als bereine weitere Reglementierung. Denn wir se-hen berhaupt gar kein Erfordernis fr diejetzt vorgeschlagene Regelung von 249 Ab-

    Ich habe gerade skizziert, wie das KonstruktBaugesetzbuch in Zusammenarbeit mit denKommunen aufgebaut ist. Wir haben danebendie Raumordnung. Das heit, die Lnderknnen im Rahmen der Landesentwicklungs-und Regionalplanung schon Abstnde vor-geben. Das haben sie auch in sehr unter-schiedlicher Form bereits getan. Wenn mansich die Karten des Bundesamtes fr Bauwe-sen und Raumordnung anguckt, dann siehtman, dass im Norden davon schon sehr aus-fhrlich Gebrauch gemacht worden ist, im

    tz dazu im Sden - in Bayern, Nord-Westfalen, Sachsen und Teilen Bran-

    weniger. Und wir denken, dasseigentlich die Abstimmung und auch die f-

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    fentlichkeitsbeteiligung an der Stelle statfinden msste und wir dazu keine neue Rgelung brauchen.

    Ich mchte an der Stelle auch darauf hiweisen, dass wir durchaus sehen, dass dieEnergiewende mglichst viel Akzeptanz undeine breite ffentlichkeitsbeteiligung braucht.Ich habe aber gerade versucht, deutlich zumachen, an welchen Stellen ffentlichkebeteiligung stattfinden sollte, nmlich auf derEbene der Raumordnungsplanung und aufdem bereits skizzierten Weg des Baugesetbuches. Dass man aber dazu zustzlich einLandesgesetz schafft, dass dann noch malffentlichkeitsbeteiligung vorsieht, was aballerdings - denn das ist noch ungeklrtmglicherweise gar nicht kommunal abgstimmt ist, darin sehen wir bei der vorgschlagenen Regelung eine groe Schwierikeit.

    Ich habe es bereits angesprochen, die vorgschlagene Regelung widerspricht dem Zieleiner bundesweiten Umsetzung der Energiwende. Die Studie des UmweltbundesamtesPotenzial der Windenergie an Landzur Ermittlung des bundesweiten Flchenund Leistungspotenzials der Windenerginutzung an Land aus 2013 sagt, dass derWindenergie eine Schlsselfunktion zurUmsetzung der Energiewende zukommt unddass die Potenzialflchen fr Windenergiedeutschlandweit verteilt sind. Wenn man sichjetzt die Flchen anguckt, dann sind dieWindenergieanlagen sehr auf den Nordenkonzentriert und wesentlich weniger im Sden. Der Sden will jetzt aber genau dieseFlchen einschrnken, denn die Bundeslder Bayern und Sachsen haben ja angekdigt, dass sie Landesgesetze schaffen wollenmit dem sogenannten Faktor 10. Das heit,die zehnfache Hhe einer Wind- zwischen 140 und 200 Metern sind die imMoment hoch - also 1,4 bis 2 Kilometer Astand sollen die zuknftig haben. Die Astnde sind dann in diesen Lndern vorgsehen, sodass es eigentlich bei der Sie

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    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    fentlichkeitsbeteiligung an der Stelle statt-finden msste und wir dazu keine neue Re-

    Ich mchte an der Stelle auch darauf hin-weisen, dass wir durchaus sehen, dass dieEnergiewende mglichst viel Akzeptanz undeine breite ffentlichkeitsbeteiligung braucht.Ich habe aber gerade versucht, deutlich zumachen, an welchen Stellen ffentlichkeits-beteiligung stattfinden sollte, nmlich auf derEbene der Raumordnungsplanung und aufdem bereits skizzierten Weg des Baugesetz-buches. Dass man aber dazu zustzlich einLandesgesetz schafft, dass dann noch malffentlichkeitsbeteiligung vorsieht, was aber

    denn das ist noch ungeklrt -mglicherweise gar nicht kommunal abge-stimmt ist, darin sehen wir bei der vorge-schlagenen Regelung eine groe Schwierig-

    Ich habe es bereits angesprochen, die vorge-schlagene Regelung widerspricht dem Zieliner bundesweiten Umsetzung der Energie-

    wende. Die Studie des UmweltbundesamtesPotenzial der Windenergie an Land Studiezur Ermittlung des bundesweiten Flchen-und Leistungspotenzials der Windenergie-nutzung an Land aus 2013 sagt, dass der

    eine Schlsselfunktion zurUmsetzung der Energiewende zukommt unddass die Potenzialflchen fr Windenergiedeutschlandweit verteilt sind. Wenn man sichjetzt die Flchen anguckt, dann sind dieWindenergieanlagen sehr auf den Norden

    lich weniger im S-den. Der Sden will jetzt aber genau dieseFlchen einschrnken, denn die Bundesln-der Bayern und Sachsen haben ja angekn-digt, dass sie Landesgesetze schaffen wollenmit dem sogenannten Faktor 10. Das heit,die zehnfache Hhe einer Windenergieanlage

    zwischen 140 und 200 Metern sind die imalso 1,4 bis 2 Kilometer Ab-

    stand sollen die zuknftig haben. Die Ab-stnde sind dann in diesen Lndern vorge-sehen, sodass es eigentlich bei der Sied-

    lungsstruktur in Bayern und Sachsen dankeine Windenergiestandorte mehr gebenwird. In der gleichen Studie des Umwelbundesamtes wird aber gesagt, dass die Ptenzialflchen fr Windenergie bei Abstndenvon mehr als 600 Metern schon nicht mehrzur Verfgung stehen. Insofern sollten Siesich fragen, wie dann die Energiewendeeigentlich noch umgesetzt werden soll. VielenDank.

    Vorsitzende: Danke, Frau Fuchs. Wir komen zum nchsten Experten und das ist ProfDr. Ulrich Battis. Bitteschn.

    Prof. em. Dr. Dr. h.c. Ulrich Battisanwalt): Frau Vorsitzende, meine Damen undHerren Abgeordneten, meine Damen undHerren, ich bedanke mich fr die Einladungund verweise zunchst auf meine Stellunnahme.

    Ohne dass das abgesprochen war, kann ichsagen, ich schliee mich zunchst einmal volldem an, was Frau Tine Fuchs vorgetragen hat,insbesondere was die Rechtslage angeht. Daswill ich jetzt auch gar nicht wiederholen.

    Seit der Energiewende hat das Bauplanungrecht mit der Klimaschutznovelle und weitren Novellen anschlieend, einen zentralenBeitrag geleistet. Und man kann sagen, das istinzwischen ja auch erwiesen, dass geradekommunaler Klimaschutz einen wesentlichenBeitrag durch den Einsatz erneuerbarer Enegien leistet. Dazu gibt es auch Publikationen,etwa von Wolfgang Kahl und MarcusSchmidtchen. Das kann man aber nicht fralle Gemeinden sagen. Es gibt auch Gemeiden, die eher eine Verhinderungsplanungversuchen und dagegen hat es dann eine sehrrigide und berzeugende Rechtsprechung desBundesverwaltungsgerichts gegeben, das hiervon den harten und weichen Tabuzonen undso weiter Und alles das, was bisher alsPlanungsvorbehalt galt, das sind Also die

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

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    lungsstruktur in Bayern und Sachsen dannkeine Windenergiestandorte mehr gebenwird. In der gleichen Studie des Umwelt-bundesamtes wird aber gesagt, dass die Po-tenzialflchen fr Windenergie bei Abstndenvon mehr als 600 Metern schon nicht mehrzur Verfgung stehen. Insofern sollten Sie

    agen, wie dann die Energiewendeeigentlich noch umgesetzt werden soll. Vielen

    Danke, Frau Fuchs. Wir kom-men zum nchsten Experten und das ist Prof.Dr. Ulrich Battis. Bitteschn.

    Prof. em. Dr. Dr. h.c. Ulrich Battis (Rechts-Frau Vorsitzende, meine Damen und

    Herren Abgeordneten, meine Damen undHerren, ich bedanke mich fr die Einladungund verweise zunchst auf meine Stellung-

    Ohne dass das abgesprochen war, kann ichsagen, ich schliee mich zunchst einmal voll

    was Frau Tine Fuchs vorgetragen hat,insbesondere was die Rechtslage angeht. Daswill ich jetzt auch gar nicht wiederholen.

    Seit der Energiewende hat das Bauplanungs-recht mit der Klimaschutznovelle und weite-ren Novellen anschlieend, einen zentralen

    rag geleistet. Und man kann sagen, das istinzwischen ja auch erwiesen, dass geradekommunaler Klimaschutz einen wesentlichenBeitrag durch den Einsatz erneuerbarer Ener-gien leistet. Dazu gibt es auch Publikationen,etwa von Wolfgang Kahl und Marcus

    tchen. Das kann man aber nicht fralle Gemeinden sagen. Es gibt auch Gemein-den, die eher eine Verhinderungsplanungversuchen und dagegen hat es dann eine sehrrigide und berzeugende Rechtsprechung desBundesverwaltungsgerichts gegeben, das hier

    arten und weichen Tabuzonen undso weiter Und alles das, was bisher alsPlanungsvorbehalt galt, das sind Also die

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Erlasse der Lnder sind weiche Tabuzonen.Sie knnen also von der Rechtsprechung berBund kontrolliert und berwunden werden.Wenn dieses Gesetz kme, dann htten wirhier eine hhere Hrde. Man muss das malsystematisch sehen, 1 und 35 BauGB emglichen und zielen auf eine aktive komunale Klimapolitik. Durch diese Neureglung soll das Gegenteil erreicht werden. Daswiderspricht der gesamten Konzeption desGesetzes. Und dann muss man das mal aulegen. Wenn man mal Prophet spielen will,dann wird man schon jetzt sagen knnen,sptestens das Bundesverwaltungsgerichtwird diese Novelle, wenn sie denn kme,marginalisieren, um nicht zu sagenstreichen. Weil, das ist einfach eine vlligwidersprchliche Regelung. Vorne haben sieklare Ziele, die fr die Gemeinden gelten undfr die Landesplanung, das ist von Frau TineFuchs auch mit angesprochen worden. Unddann wird durch die HintertrGanze wieder abgeschafft. Wie absurd dasGanze ist, sieht man doch daran, dass diebayerische Landesregierung ausgibt, sie wolleihren Anteil von erneuerbarer Energie haltenund die bestehenden Ziele nicht einschrken. Energietrassen wollen sie auch nichthaben. Das ist schwer vorstellbar, wie so ewas funktionieren kann. Das heit, es wirdhier eine Regelung angestrebt, die nach allerWahrscheinlichkeit - das sage ich jetzt als Jrist, ich meine das lsst sich nicht abschliend beurteilen, aber wahrscheinlichnicht funktionieren kann. Weil, es wrdekeine Windrder in Bayern oder so gut wiekeine Windrder in Bayern geben. Strotrassen soll es auch nicht geben. Das ist dieZukunft fr Bayern. Das Polemische nehmeich zurck.

    Entscheidend fr mich ist, das Gesetz hat eineandere Konzeption und diese Konzeption istnicht eingeschrnkt. Die gilt und sie kanndann nicht durch unverhltnismige Ldergesetze konterkariert werden. Die Rechsprechung hat die Erlasse zu Recht berprft

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheit

    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Erlasse der Lnder sind weiche Tabuzonen.Sie knnen also von der Rechtsprechung berBund kontrolliert und berwunden werden.

    Gesetz kme, dann htten wirhier eine hhere Hrde. Man muss das malsystematisch sehen, 1 und 35 BauGB er-mglichen und zielen auf eine aktive kom-munale Klimapolitik. Durch diese Neurege-lung soll das Gegenteil erreicht werden. Das

    amten Konzeption desGesetzes. Und dann muss man das mal aus-legen. Wenn man mal Prophet spielen will,dann wird man schon jetzt sagen knnen,sptestens das Bundesverwaltungsgerichtwird diese Novelle, wenn sie denn kme,marginalisieren, um nicht zu sagen - ganzstreichen. Weil, das ist einfach eine vlligwidersprchliche Regelung. Vorne haben sieklare Ziele, die fr die Gemeinden gelten undfr die Landesplanung, das ist von Frau TineFuchs auch mit angesprochen worden. Und

    hinten dasGanze wieder abgeschafft. Wie absurd dasGanze ist, sieht man doch daran, dass diebayerische Landesregierung ausgibt, sie wolleihren Anteil von erneuerbarer Energie haltenund die bestehenden Ziele nicht einschrn-

    e auch nichthaben. Das ist schwer vorstellbar, wie so et-was funktionieren kann. Das heit, es wirdhier eine Regelung angestrebt, die nach aller

    das sage ich jetzt als Ju-rist, ich meine das lsst sich nicht abschlie-

    er wahrscheinlich - garnicht funktionieren kann. Weil, es wrdekeine Windrder in Bayern oder so gut wiekeine Windrder in Bayern geben. Strom-trassen soll es auch nicht geben. Das ist dieZukunft fr Bayern. Das Polemische nehme

    d fr mich ist, das Gesetz hat eineandere Konzeption und diese Konzeption istnicht eingeschrnkt. Die gilt und sie kanndann nicht durch unverhltnismige Ln-dergesetze konterkariert werden. Die Recht-sprechung hat die Erlasse zu Recht berprft

    und auch das Fehlverhalten von manchenGemeinden gergt. Das wird auch fr diesenEntwurf letztlich zu nichts anderem fhren.Schnen Dank.

    Vorsitzende: Herzlichen Dank, Herr Prof. Dr.Battis. Auch vielen Dank fr das Einhaltender Zeit.

    Ich will vielleicht den Kollegen, insbesondereAbg. Christian Khn noch mal sagen, wer sichhier zu Wort melden will, muss vorher soeinen Zettel ausgefllt haben und nicht nurausgefllt, sondern bei uns abgegeben haben.Also an alle, die gleich Fragen stellen wollen,hier sind auch schon welche eingegangen.Mssen Sie vielleicht mal klren, Abg. Mrie-Luise Dtt, wen Sie zulassen wollen.Gleich geht es in die Fragerundehier schon zwei Kollegen der Fraktion derCDU/CSU. Deshalb sage ich es Ihnen. Wirsammeln hier und deshalb mssen Sie vieleicht dann mal sehen, wen Sie da gleich bnennen wollen. Jeder, der hier Fragen stellenwill, muss so einen Zettel ausfllen. Mansieht, jetzt sind Aktivitten hier fllig. Dasklren wir jetzt untereinander.

    Aber jetzt gebe ich Ihnen, Herr Dr. Barthel,erstmal das Wort als nchsten Experten. Biteschn.

    Dr. Herbert Barthel (BUND NaturschutzBayern e. V.): Sehr geehrte Frau Vorsitzende,sehr geehrte Damen und Herren. HerzlichenDank, dass ich hier die Sicht fr den grtendeutschen Umwelt- und Naturschutzverbanddarstellen darf, den Bund fr Umwelt undNaturschutz in Deutschland, hier fr denLandesverband Bayern, den BUND Natuschutz in Bayern.

    Wir bitten Sie recht herzlich, diesen Gesetentwurf abzulehnen. Deutschland bentigteine dezentrale Energiewende. Es muss inallen Bundeslndern Deutschlands mglich

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

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    das Fehlverhalten von manchenGemeinden gergt. Das wird auch fr diesenEntwurf letztlich zu nichts anderem fhren.

    : Herzlichen Dank, Herr Prof. Dr.Battis. Auch vielen Dank fr das Einhalten

    Kollegen, insbesondereAbg. Christian Khn noch mal sagen, wer sichhier zu Wort melden will, muss vorher soeinen Zettel ausgefllt haben und nicht nurausgefllt, sondern bei uns abgegeben haben.Also an alle, die gleich Fragen stellen wollen,

    auch schon welche eingegangen.Mssen Sie vielleicht mal klren, Abg. Ma-

    , wen Sie zulassen wollen.Gleich geht es in die Fragerunde, ich habehier schon zwei Kollegen der Fraktion derCDU/CSU. Deshalb sage ich es Ihnen. Wir

    eshalb mssen Sie viel-leicht dann mal sehen, wen Sie da gleich be-nennen wollen. Jeder, der hier Fragen stellenwill, muss so einen Zettel ausfllen. Mansieht, jetzt sind Aktivitten hier fllig. Dasklren wir jetzt untereinander.

    en, Herr Dr. Barthel,erstmal das Wort als nchsten Experten. Bit-

    (BUND NaturschutzBayern e. V.): Sehr geehrte Frau Vorsitzende,sehr geehrte Damen und Herren. HerzlichenDank, dass ich hier die Sicht fr den grten

    und Naturschutzverbanddarstellen darf, den Bund fr Umwelt undNaturschutz in Deutschland, hier fr denLandesverband Bayern, den BUND Natur-

    Wir bitten Sie recht herzlich, diesen Gesetz-entwurf abzulehnen. Deutschland bentigt

    ne dezentrale Energiewende. Es muss inallen Bundeslndern Deutschlands mglich

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    sein, die erneuerbaren Energien zu nutzen. Esmuss in allen Bundeslndern mglich sein,zumindest in den Flchenlndern, dieWindenergie zur Stromproduktion zu nutzen.Und dieses Gesetz erffnet fr einzelne Budeslnder die Mglichkeit, eine Verhinderungder Windenergie zu entwickeln. Das gefhrdetdie Energiewende, das gefhrdet den Atoausstieg, das gefhrdet den Klimaschutz.

    Der Vorsto kommt aus Bayern. Das Traurigeist, wir haben in Bayern seit 2011 bis 2013eine gute Entwicklung mit guten Werkzeugen.Wir haben ein Energiekonzept mit Zielen. Wirhaben die Raumordnung. Wir haben Werzeuge, wie Gebietskulisse Wind. Wir habendie Regionalplanung, wir haben Hinweise zurPlanung mit guten Werkzeugen zur Astandsregelung auf Basis des Budes-Immissionsschutzgesetzes, gute Reglungen zum Naturschutz, gute Regelungenzum Landschaftsschutz. Und wir haben so einProzent der Landesflche fr Windenergiegefunden. Wrde die bayerischegendert, wie heute vorgesehen auf Basisdieses Bundesgesetzes, dann wrde dieseFlche auf ein zwanzigstel Prozent schrumfen. Damit wre die Energiewende in Bayerngefhrdet.

    Uns leuchtet nicht ein, wie diese Abstandregelung sachlich begrndet werden kann. Siewird auch fachlich nicht begrndet. DieSichtbarkeit als Schaden zu definieren istschwierig. Dann knnten wir auch Flughfenverhindern, weil wir die Flugzeuge aufabsteigen sehen oder Autobahnen verhindern,weil wir sie in der Landschaft sehen. Das isteine ganz eigenartige Regelung, die hier frWindenergie angesetzt wird. Wir sehen mitdieser Regelung auch eine groe Gefahr frden Naturschutz, denn in Bayern werden nunzwei Kilometer Abstand angesetzt. Das heit,die Windenergie wird verdrngt werden ausdem menschlichen Kulturraum hinein in dieletzten Naturgebiete Bayerns, in die Hgel, indie Mittelgebirge, in die groen Waldgebiete.Das werden wir nicht akzeptieren knnen als

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheit

    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    sein, die erneuerbaren Energien zu nutzen. Esmuss in allen Bundeslndern mglich sein,zumindest in den Flchenlndern, dieWindenergie zur Stromproduktion zu nutzen.

    es Gesetz erffnet fr einzelne Bun-deslnder die Mglichkeit, eine Verhinderungder Windenergie zu entwickeln. Das gefhrdetdie Energiewende, das gefhrdet den Atom-ausstieg, das gefhrdet den Klimaschutz.

    Der Vorsto kommt aus Bayern. Das Traurigeir haben in Bayern seit 2011 bis 2013

    eine gute Entwicklung mit guten Werkzeugen.Wir haben ein Energiekonzept mit Zielen. Wirhaben die Raumordnung. Wir haben Werk-zeuge, wie Gebietskulisse Wind. Wir habendie Regionalplanung, wir haben Hinweise zur

    g mit guten Werkzeugen zur Ab-standsregelung auf Basis des Bun-

    Immissionsschutzgesetzes, gute Rege-lungen zum Naturschutz, gute Regelungenzum Landschaftsschutz. Und wir haben so einProzent der Landesflche fr Windenergiegefunden. Wrde die bayerische Bauordnunggendert, wie heute vorgesehen auf Basisdieses Bundesgesetzes, dann wrde dieseFlche auf ein zwanzigstel Prozent schrump-fen. Damit wre die Energiewende in Bayern

    Uns leuchtet nicht ein, wie diese Abstands-et werden kann. Sie

    wird auch fachlich nicht begrndet. DieSichtbarkeit als Schaden zu definieren istschwierig. Dann knnten wir auch Flughfenverhindern, weil wir die Flugzeuge auf- undabsteigen sehen oder Autobahnen verhindern,

    ndschaft sehen. Das isteine ganz eigenartige Regelung, die hier frWindenergie angesetzt wird. Wir sehen mitdieser Regelung auch eine groe Gefahr frden Naturschutz, denn in Bayern werden nunzwei Kilometer Abstand angesetzt. Das heit,

    e wird verdrngt werden ausdem menschlichen Kulturraum hinein in dieletzten Naturgebiete Bayerns, in die Hgel, indie Mittelgebirge, in die groen Waldgebiete.Das werden wir nicht akzeptieren knnen als

    Naturschutz. Wir haben immer fr einen gten Kompromiss zwischen Energie, Lanschaft und Natur gekmpft. Dieser Komprmiss wird kaputtgemacht, es wird riesigeKonflikte geben.

    Zum Letzten: Es ist ja so, meine Damen undHerren, dass wir als Menschen Strom vebrauchen. Es ist also durchaus eine morlisch-ethische Anforderung, dass wir denStrom auch dort herstellen, wo wir ihn vebrauchen. Und diese ffnungsklausel imBundesgesetz und daraus folgend die bayersche Bauordnung in ihrer neuesten ndrungsvariante erfllt diese ethische Anfoderung in keiner Art und Weise. HerzlichenDank.

    Vorsitzende: Herzlichen Dank auch Ihnen frdie wirklich sehr konsequente Einhaltung derZeit.

    Ich mchte, bevor ich Herrn Tigges das Wortals letzten Experten gebe, eine Gruppe vondeutsch-arabischen Masterstudenten hier bgren, die diesen Teil der Anhrung mitverfolgen. Sie werden gefrdert vom BMZund BMBF. Schn, dass es die Mglichkeit frSie hier gibt, auch zuzuhren.

    Ansonsten gehen wir weiter und bitte HerrTigges, Sie haben das Wort.

    Franz Josef Tigges (BWE):zende, meine sehr verehrten Damen undHerren, vielen Dank, dass ich hier heute frden Bundesverband WindEnergie, BWE, dasWort ergreifen kann. Ich darf dazu sagen, dassich sozusagen im Hauptberuf auch Rechtanwalt bin und damit seit 15 Jahan der Front. Deshalb bin ich hier froh bermeine Vorredner HerrnFrau Tine Fuchs, HerrnBattis, Herrn Dr. Herbert Barthel. Es ist selten,dass sich Experten so einig waren. Ich darf esvielleicht auch noch mal betonen, das war

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

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    Naturschutz. Wir haben immer fr einen gu-romiss zwischen Energie, Land-

    schaft und Natur gekmpft. Dieser Kompro-miss wird kaputtgemacht, es wird riesige

    Zum Letzten: Es ist ja so, meine Damen undHerren, dass wir als Menschen Strom ver-brauchen. Es ist also durchaus eine mora-

    ethische Anforderung, dass wir denStrom auch dort herstellen, wo wir ihn ver-brauchen. Und diese ffnungsklausel imBundesgesetz und daraus folgend die bayeri-sche Bauordnung in ihrer neuesten nde-rungsvariante erfllt diese ethische Anfor-

    rt und Weise. Herzlichen

    : Herzlichen Dank auch Ihnen frdie wirklich sehr konsequente Einhaltung der

    Ich mchte, bevor ich Herrn Tigges das Wortals letzten Experten gebe, eine Gruppe von

    arabischen Masterstudenten hier be-gren, die diesen Teil der Anhrung mitverfolgen. Sie werden gefrdert vom BMZund BMBF. Schn, dass es die Mglichkeit frSie hier gibt, auch zuzuhren.

    Ansonsten gehen wir weiter und bitte HerrTigges, Sie haben das Wort.

    (BWE): Ja, Frau Vorsit-zende, meine sehr verehrten Damen undHerren, vielen Dank, dass ich hier heute frden Bundesverband WindEnergie, BWE, dasWort ergreifen kann. Ich darf dazu sagen, dassich sozusagen im Hauptberuf auch Rechts-anwalt bin und damit seit 15 Jahren gleichsaman der Front. Deshalb bin ich hier froh ber

    n Hilmar von Lojewski,Herrn Professor Dr. Ulrich

    Dr. Herbert Barthel. Es ist selten,dass sich Experten so einig waren. Ich darf es

    ch noch mal betonen, das war

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    nicht abgesprochen. Deshalb kann ich aufvieles verweisen, insbesondere was dierechtlichen Statements angeht.

    Ich will aber doch noch etwas zur Bedeutungder Windenergie sagen. Der BundesverbandWindenergie lehnt die gesetzliche Neufasung ab. Das wird Sie, denke ich mal, nichtberraschen. Die Windenergie ist die wictigste der erneuerbaren Energien. Wir habeneinen Anteil von 19 Prozent an derEEG-Umlage, stellen aber 42,5 Prozent, Standheute, des EEG-Stroms. Soviel zur EffWir sind auch die Billigsten. Die Kohlekraftkostet - das kann man belegen -14, 15 bis 16 Cent. Windenergie tut es fr 8Cent. Auch soviel noch einmal zur Effizienzund zu den Kosten der Windenergie.

    Und wenn wir gerade diese wichtigder erneuerbaren Energien ausblenden unddiese Gefahr birgt die Neufassung, dann istdas schlicht und einfach nicht zu akzeptieren.Die Neufassung erffnet den Lndern schlichtund einfach die Mglichkeit, die Privilegirung komplett aufzuheben. Da muss manehrlich sein und das dann, wenn man daswill, auf Bundesebene spielen, aber nicht denLndern diese Mglichkeit berlassen.

    Es ist schon gesagt worden, die Potenzialflchenanalysen zeigen es berdeutlich. Bayernwill auf zwei Kilometer Abstand,minder pauschalen Abstand, von der Grunbebauung hinaus. Das bedeutet fr Bayernschlicht und einfach eine Nulllsung. Da gibtes gar nichts dran zu deuteln. Selbst bei 1Metern Abstand sind wir nur noch bei 3,5Prozent der Potenzialflchen, die sich asonsten ergeben wrden. Und meine Damenund Herren, das wird fr die anderen Budeslnder nicht besser, das wird eherschlechter. Wir haben wesentlich dichter bbaute Bundeslnder. Da ragt Bayern imGrunde genommen noch hervor. Aber selbstda ist dann fr die Windenergienutzungschlicht und einfach kein Platz mehr. DieHoffnung, dass bei einmal so gesetzten L

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    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    nicht abgesprochen. Deshalb kann ich aufvieles verweisen, insbesondere was dierechtlichen Statements angeht.

    Ich will aber doch noch etwas zur Bedeutungder Windenergie sagen. Der Bundesverband

    che Neufas-sung ab. Das wird Sie, denke ich mal, nichtberraschen. Die Windenergie ist die wich-tigste der erneuerbaren Energien. Wir habeneinen Anteil von 19 Prozent an der

    Umlage, stellen aber 42,5 Prozent, StandStroms. Soviel zur Effizienz.

    Wir sind auch die Billigsten. Die Kohlekraft- mittlerweile

    14, 15 bis 16 Cent. Windenergie tut es fr 8Cent. Auch soviel noch einmal zur Effizienzund zu den Kosten der Windenergie.

    Und wenn wir gerade diese wichtigste Formder erneuerbaren Energien ausblenden unddiese Gefahr birgt die Neufassung, dann istdas schlicht und einfach nicht zu akzeptieren.Die Neufassung erffnet den Lndern schlichtund einfach die Mglichkeit, die Privilegie-

    a muss manehrlich sein und das dann, wenn man daswill, auf Bundesebene spielen, aber nicht denLndern diese Mglichkeit berlassen.

    Es ist schon gesagt worden, die Potenzialfl-chenanalysen zeigen es berdeutlich. Bayernwill auf zwei Kilometer Abstand, mehr oderminder pauschalen Abstand, von der Grund-bebauung hinaus. Das bedeutet fr Bayernschlicht und einfach eine Nulllsung. Da gibtes gar nichts dran zu deuteln. Selbst bei 1 500Metern Abstand sind wir nur noch bei 3,5

    die sich an-sonsten ergeben wrden. Und meine Damenund Herren, das wird fr die anderen Bun-deslnder nicht besser, das wird eherschlechter. Wir haben wesentlich dichter be-baute Bundeslnder. Da ragt Bayern imGrunde genommen noch hervor. Aber selbst

    st dann fr die Windenergienutzungschlicht und einfach kein Platz mehr. DieHoffnung, dass bei einmal so gesetzten Ln-

    derstandards die Brgermeister vor Ort sichtrauen, darber hinaus zu gehen und danntrotzdem sozusagen gegen die Lnderwesungen noch Windenergienutzung auszweisen, dort wo es eigentlich nicht gehen soll,tendiert bei mir gegen null. Das luft danneher auf einen Wettbewerb im gemeindlichenStreichkonzert hinaus. Das setzt dann auchim Wettbewerb der Bundeslnder unterenander politisch die vllig falschen Akzente.Andere Bundeslnder wollen nicht fr Baern und Sachsen kompensieren. Das wirdnicht mglich sein und es entspricht auchnicht der Gerechtigkeit, die Windenergiekomplett zu verteilen.

    Insgesamt erweist man damit der Akzeptanzder Windenergie letztlich einen Brendienst.Das, was hier gewollt ist, ist so etwas wie dieVerkrperung, wie die Fleischwerdung desNimby-Prinzips Not in my Backyard.Windenergie wollen wir alle, finden wir auchalle gut, aber bitte nicht bei mir vor dHaustr. Zum Rechtlichen, da sind mehrrechtliche Friktionen als ein Hund Flhe hben kann. Ich bin da voll auf der Seite vonHerrn Prof. Dr. Battis. Ich knnte mich jetztganz zynisch zurcklehnen und sagen: meinTisch wird damit nicht weniger voll, gaGegenteil. Wer demnchst die Planung vordie Wand fahren will, der mag es so tun. Ichbin mir relativ sicher, damit erweist manletztlich auch den Brgerinitiativen, die ewas ganz anderes wollen, einen Brendienst.Die gesetzlichen Regelungen sind vmen ausreichend.

    Vorsitzende: Herr Tigges, Sie mssen beeden. Sie sind ber der Zeit.

    Franz Josef Tigges (BWE): Ein letzter Satznoch. Die gesetzlichen Voraussetzungen sindvollkommen ausreichend. Wir haben einerechtliche Planungspraxis, die aufund mehr Erfahrung zurckblickt. Individu

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

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    derstandards die Brgermeister vor Ort sichtrauen, darber hinaus zu gehen und danntrotzdem sozusagen gegen die Lnderwei-

    ndenergienutzung auszu-weisen, dort wo es eigentlich nicht gehen soll,tendiert bei mir gegen null. Das luft danneher auf einen Wettbewerb im gemeindlichenStreichkonzert hinaus. Das setzt dann auchim Wettbewerb der Bundeslnder unterei-

    ie vllig falschen Akzente.Andere Bundeslnder wollen nicht fr Bay-ern und Sachsen kompensieren. Das wirdnicht mglich sein und es entspricht auchnicht der Gerechtigkeit, die Windenergie

    Insgesamt erweist man damit der Akzeptanzder Windenergie letztlich einen Brendienst.Das, was hier gewollt ist, ist so etwas wie dieVerkrperung, wie die Fleischwerdung des

    Prinzips Not in my Backyard.Windenergie wollen wir alle, finden wir auchalle gut, aber bitte nicht bei mir vor derHaustr. Zum Rechtlichen, da sind mehrrechtliche Friktionen als ein Hund Flhe ha-ben kann. Ich bin da voll auf der Seite von

    Battis. Ich knnte mich jetztganz zynisch zurcklehnen und sagen: meinTisch wird damit nicht weniger voll, ganz imGegenteil. Wer demnchst die Planung vordie Wand fahren will, der mag es so tun. Ichbin mir relativ sicher, damit erweist manletztlich auch den Brgerinitiativen, die et-was ganz anderes wollen, einen Brendienst.Die gesetzlichen Regelungen sind vollkom-

    : Herr Tigges, Sie mssen been-den. Sie sind ber der Zeit.

    (BWE): Ein letzter Satznoch. Die gesetzlichen Voraussetzungen sindvollkommen ausreichend. Wir haben einerechtliche Planungspraxis, die auf 20 Jahreund mehr Erfahrung zurckblickt. Individua-

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    lisierbar vor Ort, da muss es gelst werdenund da liegt das Geheimnis der Akzeptanz.

    Vorsitzende: Dankeschn, Herr Franz JosefTigges. Wir steigen jetzt ein in die Fragerude. Und zwar beginne ich mit Abner. Bitteschn.

    Abg. Kai Wegner (CDU/CSU): Frau Vorsizende, meine Damen und meine Herren.Erstmal herzlichen Dank fr Ihre Ausfrungen und auch dass Sie im Vorfeld unsschon Ihre Stellungnahmen geschickt haben.Ich war ein bisschen verwundertletzte Statement, was ich gehrt habe, die Enigkeit der Experten war selten so stark. Alsoich habe schon unterschiedliche Auffassugen in diesem Kreise gerade gehrt, was jaauch vllig legitim ist, sonst htten wir ja nureinen von Ihnen einladen mssen. Wre jakomisch, wenn Sie alle einer Meinung gewsen wren. Fr uns ist klar, das will ich auchan dieser Stelle noch mal klarstellen. Wirwollen den Erfolg dieser Energiewende. Wirglauben aber, dass der Erfolg der Energiwende nur realisierbar ist, wenn wir dieMenschen mitnehmen, wenn wir die Meschen davon begeistern.

    Deswegen htte ich an Herrn HeinrichBrinkmann zwei konkrete Fragen.

    Im Regierungsentwurf der Bundesregierungsteht etwas von Befristung dieses Gesetzes biszum 31. Dezember 2015. Halten Sie diese Bfristung fr sinnhaft oder glauben Sie, dassgegebenenfalls dadurch sogar die Lnder bzw.die Entscheidungstrger in den Lndern starkunter Druck gesetzt werden und deswegenwieder die Akzeptanz fr diese Energiewendenicht wirklich gewhrleistet ist?

    Und zum Zweiten, auch an SV HeinrichBrinkmann eine Frage. Das zeigt ja auch dieAkzeptanz von Windenergie. Immer mehrEntscheidungen werden durch die Gerichte

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheit

    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    lisierbar vor Ort, da muss es gelst werdenund da liegt das Geheimnis der Akzeptanz.

    : Dankeschn, Herr Franz Josefjetzt ein in die Fragerun-

    de. Und zwar beginne ich mit Abg. Kai Weg-

    (CDU/CSU): Frau Vorsit-zende, meine Damen und meine Herren.Erstmal herzlichen Dank fr Ihre Ausfh-rungen und auch dass Sie im Vorfeld unsschon Ihre Stellungnahmen geschickt haben.Ich war ein bisschen verwundert ber dasletzte Statement, was ich gehrt habe, die Ei-nigkeit der Experten war selten so stark. Alsoich habe schon unterschiedliche Auffassun-gen in diesem Kreise gerade gehrt, was jaauch vllig legitim ist, sonst htten wir ja nur

    den mssen. Wre jakomisch, wenn Sie alle einer Meinung gewe-sen wren. Fr uns ist klar, das will ich auchan dieser Stelle noch mal klarstellen. Wirwollen den Erfolg dieser Energiewende. Wirglauben aber, dass der Erfolg der Energie-

    r ist, wenn wir dieMenschen mitnehmen, wenn wir die Men-

    Deswegen htte ich an Herrn HeinrichBrinkmann zwei konkrete Fragen.

    Im Regierungsentwurf der Bundesregierungsteht etwas von Befristung dieses Gesetzes bis

    2015. Halten Sie diese Be-fristung fr sinnhaft oder glauben Sie, dassgegebenenfalls dadurch sogar die Lnder bzw.die Entscheidungstrger in den Lndern starkunter Druck gesetzt werden und deswegenwieder die Akzeptanz fr diese Energiewende

    ch gewhrleistet ist?

    Und zum Zweiten, auch an SV HeinrichBrinkmann eine Frage. Das zeigt ja auch dieAkzeptanz von Windenergie. Immer mehrEntscheidungen werden durch die Gerichte

    getroffen, nicht mehr durch die Handelnden,durch handelnde Politik. Und hganz konkret meine Frage: Durch dieses Intrument der Lnderffnungsklausel, glaubenSie nicht auch, wie ich das zumindest emfinde, dass die kommunale Entscheidungverantwortung dadurch sogar gestrkt werdenknnte und vielleicht nicht mehrGerichte ber Standorte entscheiden msten?

    Vorsitzende: Danke, wir sammeln erstmal.Der Nchste ist Abg. Dr. Miersch.

    Abg. Dr. Matthias MierschDank an die Sachverstndigen, Experten undVertreter der Initiativen fr die StatemenIch glaube, es ist vor allen Dingen die Inititive, Herr Pflitsch, von Ihnen gewesen, diemglicherweise auch noch mal bei dem einenoder anderen Urheber dieser Regelung, dieaugenblicklich vor uns liegt, ein Nachdenkenauslst. Denn das, was Sie gesagwill ich hier doch vorwegsagen, mchteglaube ich - in dieser Runde keiner. Denn wirsehen alle in dieser Runde den enormen Bdarf, auch Onshore-Windenergie in dieserEnergiewende zu bercksichtigen.

    Und deswegen geht meine Frage an Prof.Battis und an Frau Fuchs. Nun wissen wir dasalle und Sie sind lange im Geschft, dass einKoalitionsvertrag, dass ein Gesetz, was voliegt, natrlich beratend verndert etc. weden kann. Aber es knnte sein, dass die Lderffnungsklausel, die ja da intionsvertrag vereinbart ist, zumindest erstmalumgesetzt werden muss. Allerdings, ob sie soumgesetzt werden muss, ist eine andere Frge. Deswegen, wenn Sie sagen, Rechtsprchung des Bundesverwaltungsgerichts, ichhabe keine Lust, als GesetzgeberAuges in die Rechtswidrigkeit hineinzulafen. Deswegen nehme ich das sehr ernst, wasSie beide gesagt haben. Ich wrde aber doch

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

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    getroffen, nicht mehr durch die Handelnden,durch handelnde Politik. Und hier wre auchganz konkret meine Frage: Durch dieses Ins-trument der Lnderffnungsklausel, glaubenSie nicht auch, wie ich das zumindest emp-finde, dass die kommunale Entscheidungs-verantwortung dadurch sogar gestrkt werdenknnte und vielleicht nicht mehr nur nochGerichte ber Standorte entscheiden mss-

    Danke, wir sammeln erstmal.Der Nchste ist Abg. Dr. Miersch.

    Dr. Matthias Miersch (SPD): VielenDank an die Sachverstndigen, Experten undVertreter der Initiativen fr die Statements.Ich glaube, es ist vor allen Dingen die Initia-tive, Herr Pflitsch, von Ihnen gewesen, diemglicherweise auch noch mal bei dem einenoder anderen Urheber dieser Regelung, dieaugenblicklich vor uns liegt, ein Nachdenkenauslst. Denn das, was Sie gesagt haben, daswill ich hier doch vorwegsagen, mchte -

    in dieser Runde keiner. Denn wirsehen alle in dieser Runde den enormen Be-

    Windenergie in dieserEnergiewende zu bercksichtigen.

    Und deswegen geht meine Frage an Prof. Dr.Fuchs. Nun wissen wir das

    alle und Sie sind lange im Geschft, dass einKoalitionsvertrag, dass ein Gesetz, was vor-liegt, natrlich beratend verndert etc. wer-den kann. Aber es knnte sein, dass die Ln-derffnungsklausel, die ja da in dem Koali-tionsvertrag vereinbart ist, zumindest erstmalumgesetzt werden muss. Allerdings, ob sie soumgesetzt werden muss, ist eine andere Fra-ge. Deswegen, wenn Sie sagen, Rechtspre-chung des Bundesverwaltungsgerichts, ichhabe keine Lust, als Gesetzgeber sehendenAuges in die Rechtswidrigkeit hineinzulau-fen. Deswegen nehme ich das sehr ernst, wasSie beide gesagt haben. Ich wrde aber doch

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    noch mal bitten. Gibt es denn eine Form vonAbschwchungsmglichkeiten? Knnen Siesich vorstellen, dass diese Lnderklausel mglicherweise mit bestimmten Krterien versehen wird, mit der die Rechtsaflligkeit ein bisschen abgemildert wird, dieaber gleichzeitig die Formulierung im Koaltionsvertrag noch erfllen wrde? Da wre ichihnen fr Hinweise dankbar.

    Vorsitzende: Herzlichen Dank, Abg. Dr. Mathias Miersch. Dann Abg. Eva Buling-Schrter.

    Abg. Eva Bulling-Schrter (DIE LINKE.):Dankeschn, Frau Vorsitzende. Meine beidenFragen gehen an Herrn Dr. Barthel. Der BundNaturschutz ist ja ein traditioneller Umwelverband und ihm liegt sicher sehr der Naturund Landschaftsschutz am Herzen. Jetzt frageich Herrn Dr. Barthel: Sehen Sie denn Kozepte, bei denen Natur- und Landschaftschutz, Energie- und Klimawende bereistimmen knnen? Wie man das in eine Eiheit gieen kann? Welche Grundlage gibt esfr ein ausgewogenes Verhltnis zwischenNaturschutz, Landschaftsbild, LrmEnergieausbau und Klimaziel?

    Und meine zweite Frage ist, wenn dieses Gsetz jetzt so durchgeht, dann haben wir 16Lnder mit eigenen Abstandsregelungen. Eswird berall unterschiedlich sein. MeineFrage: Ist das im Sinne der Energiewendeberhaupt zielfhrend? Sehen Sie da igendwelche Kriterien definiert, die in dieRichtung gehen, dass es wirklich zielfhrendwerden kann? Ist das Klimaziel dann behaupt erreichbar?

    Vorsitzende: Danke, Abg. Christian Khn.

    Abg. Christian Khn (Tbingen) (BNDNI90/DIE GRNEN): Meine Frage geht an Herrn

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheit

    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    noch mal bitten. Gibt es denn eine Form vonAbschwchungsmglichkeiten? Knnen Siesich vorstellen, dass diese Lnderffnungs-klausel mglicherweise mit bestimmten Kri-terien versehen wird, mit der die Rechtsan-flligkeit ein bisschen abgemildert wird, dieaber gleichzeitig die Formulierung im Koali-tionsvertrag noch erfllen wrde? Da wre ich

    Herzlichen Dank, Abg. Dr. Mat-Abg. Eva Bul-

    (DIE LINKE.):Dankeschn, Frau Vorsitzende. Meine beidenFragen gehen an Herrn Dr. Barthel. Der BundNaturschutz ist ja ein traditioneller Umwelt-verband und ihm liegt sicher sehr der Natur-und Landschaftsschutz am Herzen. Jetzt frage

    l: Sehen Sie denn Kon-und Landschafts-

    und Klimawende berein-stimmen knnen? Wie man das in eine Ein-heit gieen kann? Welche Grundlage gibt esfr ein ausgewogenes Verhltnis zwischenNaturschutz, Landschaftsbild, Lrmschutz,

    Und meine zweite Frage ist, wenn dieses Ge-setz jetzt so durchgeht, dann haben wir 16Lnder mit eigenen Abstandsregelungen. Eswird berall unterschiedlich sein. MeineFrage: Ist das im Sinne der Energiewende

    zielfhrend? Sehen Sie da ir-gendwelche Kriterien definiert, die in dieRichtung gehen, dass es wirklich zielfhrendwerden kann? Ist das Klimaziel dann ber-

    Abg. Christian Khn.

    (Tbingen) (BNDNIS90/DIE GRNEN): Meine Frage geht an Herrn

    Franz Josef Tigges und Herrn Hilmar von Ljewski und bezieht sich auf die eigentlicheBegrndung des Gesetzentwurfs. Die Bgrndung ist ja, dass die Akzeptanz frWindenergieanlagen nicht mehr gegeben ist.Die Frage, die ich nun an Sie beide stelle ist:Wovon hngt denn diese Akzeptanz vor Ortab? Hngt diese Akzeptanz vor Ort ab vonPlanungsprozessen dort? Glauben Sie, dassmit diesem Gesetzentwurf die Akzeptanz zuerhhen ist? Das ist die eigentliche Frage.

    Ich mchte auch an die Vertreter der BIs hierganz klar sagen, dass Einzelbelastungen ntrlich bei einem so groen Vorhaben wie derEnergiewende nicht ausgeschlossen sind.Aber die Frage ist, auf welcher Ebene dieseAkzeptanz herzustellen ist. Wie kann Beteligung vor Ort organisiert werden und ausehen. Dazu habe ich die Frage: Wie kann dieAkzeptanz vor Ort erhht werden? Wie findetes im Augenblick statt? Gibt es nicht dieseAkzeptanz eigentlich schon vor Ort?

    Und lassen Sie mich noch eine Bemerkungmachen in der letzten Minute, die ich habe.Ich finde es schon erstaunlich, wie gro hierdie Einigkeit der Expertinnen und Expertenvon Verbnden, Kommunen, Umweltvebnden und Wirtschaft aus der rechtlichenPerspektive ist. Ich hoffe doch, dass das nochmal diejenigen, die diese Formulierung imKoalitionsvertrag gemacht habeneigentliche Begrndung fr diesen Gesetentwurf ist - vielleicht zum Nachdenkenbringt. Denn ich glaube, dass das wirklichauch nottut, wenn man gemeinsam die Zieleder Energiewende, die man jetzt hat, auchzwischen Bundeslndern und Bundesregirung bei dem EEG und den anderen Reforschritten miteinander verhandelt. KommenSie hier noch mal zum Nachdenken.

    Vorsitzende: Herzlichen Dank, die Fragrunde ist durch und ich gebe jdie Experten, die Fragen bekommen haben.Das ist zunchst Herr Hilmar von Lojewski.

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau und

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    Franz Josef Tigges und Herrn Hilmar von Lo-jewski und bezieht sich auf die eigentlicheBegrndung des Gesetzentwurfs. Die Be-grndung ist ja, dass die Akzeptanz frWindenergieanlagen nicht mehr gegeben ist.

    age, die ich nun an Sie beide stelle ist:Wovon hngt denn diese Akzeptanz vor Ortab? Hngt diese Akzeptanz vor Ort ab vonPlanungsprozessen dort? Glauben Sie, dassmit diesem Gesetzentwurf die Akzeptanz zuerhhen ist? Das ist die eigentliche Frage.

    h mchte auch an die Vertreter der BIs hierganz klar sagen, dass Einzelbelastungen na-trlich bei einem so groen Vorhaben wie derEnergiewende nicht ausgeschlossen sind.Aber die Frage ist, auf welcher Ebene dieseAkzeptanz herzustellen ist. Wie kann Betei-ligung vor Ort organisiert werden und aus-sehen. Dazu habe ich die Frage: Wie kann dieAkzeptanz vor Ort erhht werden? Wie findetes im Augenblick statt? Gibt es nicht dieseAkzeptanz eigentlich schon vor Ort?

    Und lassen Sie mich noch eine Bemerkungen in der letzten Minute, die ich habe.

    Ich finde es schon erstaunlich, wie gro hierdie Einigkeit der Expertinnen und Expertenvon Verbnden, Kommunen, Umweltver-bnden und Wirtschaft aus der rechtlichenPerspektive ist. Ich hoffe doch, dass das noch

    diejenigen, die diese Formulierung imKoalitionsvertrag gemacht haben - der ja dieeigentliche Begrndung fr diesen Gesetz-

    vielleicht zum Nachdenkenbringt. Denn ich glaube, dass das wirklichauch nottut, wenn man gemeinsam die Ziele

    giewende, die man jetzt hat, auchzwischen Bundeslndern und Bundesregie-rung bei dem EEG und den anderen Reform-schritten miteinander verhandelt. KommenSie hier noch mal zum Nachdenken.

    : Herzlichen Dank, die Frage-runde ist durch und ich gebe jetzt weiter andie Experten, die Fragen bekommen haben.Das ist zunchst Herr Hilmar von Lojewski.

  • 18. Wahlperiode Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Sie hatten eine Frage von Abg. Christian Khn(Tbingen) (BNDNIS 90/DIE GRNEN).

    Hilmar von Lojewski (Bundesvereinigung derkommunalen Spitzenverbnde): Frzende, Abg. Christian Khn (Tbingen)(BNDNIS 90/DIE GRNEN), Sie fragten, obdie Akzeptanz dadurch erhht werden knnebzw. warum sie nicht mehr gegeben sei. Ichglaube, wir mssen uns darber unterhalten,dass es unterschiedliche Ebenen der Bhandlung von Themen gibt. Thema Subsidiritt und darber, ob und in welchem Umfangund in welcher Hhe Windenergieanlagen inbestimmten Orten stattfinden, sollte ausunserer Sicht weder ein Bundesparlamentnoch ein Landesparlament entscheiden.Sondern, dafr haben wir, Prof. Dr. Battis hates ausgefhrt, funktionierende Instrumente,Abstimmungsverfahren und fraglos auchimmer noch weiter verbesserungsfhige Patizipationsverfahren auf regionaler und lokler Ebene. Die wrden wir gerne weiter vebessern und gerne mehr Mittel einsetzen,auch mehr Expertise einsetzen. Das ist aberauch eine Frage der Ressourcen.

    Akzeptanz schafft man durch Transparenz.Akzeptanz schafft man nicht durch gesetzlche Regelungen. Die Akzeptanz wrde ausunserer Sicht auch noch weiter abnehmen,weil eine Form der Desolidarisierung zwschen den Lndern stattfnde. Ein Land wirdsich, da zumindest deuten die Gesetzentwrfedarauf hin, aus der Familie der Windenegielnder komplett verabschieden. Und dieanderen Lnder werden fraglos dbernehmen haben. Das trgt in den verblebenden 15 Lndern, 12 Flchenlndern,fraglos nicht zur Akzeptanzsteigerung bei.

    Die Begrndung im Gesetzentwurf ist so, wieeine Begrndung im Gesetzentwurf seinmuss. Aber ich glaube nicht, dass sieBeziehung, was Akzeptanzerhhung angeht,tatschlich einer vertieften Betrachtungstandhlt. Das ist die Erfllung des Koal

    Ausschuss fr Umwelt, Naturschutz, Bau undReaktorsicherheit

    Protokoll der 15. Sitzungvom 21. Mai 2014

    Sie hatten eine Frage von Abg. Christian Khn(Tbingen) (BNDNIS 90/DIE GRNEN).

    (Bundesvereinigung derkommunalen Spitzenverbnde): Frau Vorsit-zende, Abg. Christian Khn (Tbingen)(BNDNIS 90/DIE GRNEN), Sie fragten, obdie Akzeptanz dadurch erhht werden knnebzw. warum sie nicht mehr gegeben sei. Ichglaube, wir mssen uns darber unterhalten,dass es unterschiedliche Ebenen der Be-

    andlung von Themen gibt. Thema Subsidia-ritt und darber, ob und in welchem Umfangund in welcher Hhe Windenergieanlagen inbestimmten Orten stattfinden, sollte ausunserer Sicht weder ein Bundesparlamentnoch ein Landesparlament entscheiden.

    r haben wir, Prof. Dr. Battis hates ausgefhrt, funktionierende Instrumente,Abstimmungsverfahren und fraglos auchimmer noch weiter verbesserungsfhige Par-tizipationsverfahren auf regionaler und loka-ler Ebene. Die wrden wir gerne weiter ver-

    gerne mehr Mittel einsetzen,auch mehr Expertise einsetzen. Das ist aberauch eine Frage der Ressourcen.

    Akzeptanz schafft man durch Transparenz.Akzeptanz schafft man nicht durch gesetzli-che Regelungen. Die Akzeptanz wrde aus

    ter abnehmen,weil eine Form der Desolidarisierung zwi-schen den Lndern stattfnde. Ein Land wirdsich, da zumindest deuten die Gesetzentwrfedarauf hin, aus der Familie der Windener-gielnder komplett verabschieden. Und dieanderen Lnder werden fraglos die Lasten zubernehmen haben. Das trgt in den verblei-benden 15 Lndern, 12 Flchenlndern,fraglos nicht zur Akzeptanzsteigerung bei.

    Die Begrndung im Gesetzentwurf ist so, wieeine Begrndung im Gesetzentwurf seinmuss. Aber ich glaube nicht, dass sie in derBeziehung, was Akzeptanzerhhung angeht,tatschlich einer vertieften Betrachtungstandhlt. Das ist die Erfllung des Koali-

    tionsvertrages, der so zustande gekommen ist,wie er zustande gekommen ist. Der hat nichtsdamit zu tun, dass man funktioniefraglos auch in Teilen noch verbesserungsfhige Verfahren auf regionaler und lokalerEbene betrachtet. Sondern, der hat damit zutun, dass einer sich aus der Solidargemeischaft in Bezug auf die Windenergie veraschieden mchte.

    Vorsitzende: Danke, als nchster hatte HerrHeinrich Brinkmann zwei Fragen vom Abg.Kai Wegner.

    Heinrich Brinkmann (RegionalbndnisWindvernunft): Zur ersten Frage, es ging nocheinmal um die Befristung. Also ich wrdesagen, die Befristung sollte nicht in das Gesetzhinein. Es sollte keine Befristung aufgenomen werden. Momentan ist es in NRW so,dass die Lnderffnungsklausel keine Awendung finden wird. Man wird sehen, wasin NRW passiert und sollte danach schauen,dass natrlich dann die vielleicht nachfogende Landesregierung dann diese Lndeffnungsklausel nutzen kann.

    Zum zweiten Thema Planung. Wie sieht diePlanung heute aus? Die Kommunen habenkeine Mglichkeit der Plan