ZEICHENHORIZONTE. SEMIOTISCHE STRUKTUREN IN HUSSERLS ... Husserl bringt sein eigenes Verstأ¤ndnis von

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  • ZEICHENHORIZONTE.

    SEMIOTISCHE STRUKTUREN IN HUSSERLS PHNOMENOLOGIE DER

    WAHRNEHMUNG

    Inaugural-Dissertation

    zur

    Erlangung der Doktorwrde

    der Philosophischen Fakultt

    der Albert-Ludwigs-Universitt

    Freiburg i. Br.

    vorgelegt von

    Diego D'Angelo

    aus Lecco (Italien)

    WS 2014/2015

  • .

    Platon, Gorgias, 493a2-3

    [...] .

    Homer, Ilias, 2.353

  • ZEICHENHORIZONTE.Semiotische Strukturen in Husserls Phnomenologie der Wahrnehmung

    Inhaltverzeichnis

    Einleitung...............................................................................................................................9

    1. Die Wahrnehmung in der Phnomenologie Husserls..............................9

    2. Husserls Abwehr herkmmlicher Zeichentheorien...............................20

    3. Die Gliederung der folgenden Untersuchungen....................................23

    4. Die Ziele der Untersuchungen...............................................................29

    5. Die Methode..........................................................................................30

    6. Stand der Forschung..............................................................................33

    I. Husserls Semiotik..............................................................................................................37

    1. Der Rahmen fr Husserls Semiotik. Die Rolle der Sprache in der

    Phnomenologie....................................................................................37

    2. Das Zeichen als dynamischer Hinweis.................................................44

    3. Die Anzeige...........................................................................................60

    4. Zusammenfassung.................................................................................79

    II. Husserls Semiotik der Wahrnehmung in den Logischen Untersuchungen......................81

    1. Die Unvollstndigkeit jeder Wahrnehmung..........................................82

    2. Empfindung und Gegenstand: signitive Intentionen.............................86

    3. Abschattung und Verweis: symbolische Intentionen...........................100

    4. Signifikative Intentionen.....................................................................114

    5. Phantasievorstellungen........................................................................119

    6. Die Anzeige in der Wahrnehmung......................................................125

    III. Phnomenologische Raumanalyse...............................................................................133

    1. Husserls Revision des vorherigen Zusammenhangs von

    Wahrnehmung und Zeichen.................................................................133

    2. Innerdingliche Bezge und Einheitsbewusstsein................................140

    3. Zwischendingliche Bezge. Raum und Leib.......................................149

    4. Anzeige und Bewegung.......................................................................155

  • IV. Horizont und Noema...................................................................................................161

    1. Die Wesensnotwendigkeit von Perspektivitt und Abschattung

    nach der Reduktion..............................................................................161

    2. Gegen eine Zeichentheorie der Wahrnehmung...................................164

    3. Horizont und Schranken der Gegebenheit...........................................168

    4. Noema und Horizontbildung...............................................................172

    5. Das Ding als Zeichen fr sich selbst...................................................182

    V. Passive Anzeigen...........................................................................................................187

    1. Wertnehmung und kulturelle Gegenstnde.........................................187

    2. Wahrnehmung: das Ding als Anzeige eines Optimum........................191

    3. Noema und Leib..................................................................................195

    4. Motivation...........................................................................................200

    5. Assoziation und Horizont....................................................................202

    6. bergang zur Intersubjektivittsproblematik......................................208

    VI. Zeichen und Leiblichkeit als Grundlagen der Fremderfahrung.................................211

    1. Die strukturelle Analogie zwischen Fremderfahrung und

    Dingwahrnehmung..............................................................................212

    2. Der indizierende Leib als imperfekte Anzeige....................................217

    3. Der indizierende Krper......................................................................226

    4. Abwehr mglicher Kritikpunkte.........................................................232

    5. Die indexikalische Struktur der Natur als Bedingung der

    Spiegelung der Monaden.....................................................................239

    VII. Genetische Phnomenologie und Semiotik der Erfahrung........................................245

    1. Die Dingwahrnehmung in der genetischen Phnomenologie.............245

    2. Die Struktur der Anzeige: passive intentio und praktische Freiheit....254

    3. Die synsthetische Einheitlichkeit des Dinges....................................261

    4. Phnomenologie der Affektion. Die transzendentale Rolle

    der Anzeige..........................................................................................266

  • VIII. Protentionen und die semiotische Teleologie der Erfahrung.....................................275

    1. Das Jetzt als ausgedehntes Zeitfeld und die Auffassung von

    Temporalzeichen.................................................................................276

    2. Die Retention im Unterschied zur Protention.....................................283

    3. Die Struktur der Protention in der Zeitvorlesung................................293

    4. Die Protention in den spteren Manuskripten.....................................298

    5. Induktion und Zukunft........................................................................309

    6. Ursprung des Ich aus des Anzeige. Teleologie....................................318

    Literaturverzeichnis...........................................................................................................323

    Riassunto in lingua italiana...............................................................................................343

  • ZEICHENHORIZONTE.Semiotische Strukturen in Husserls Phnomenologie der Wahrnehmung

    E i n l e i t u n g

    1. Die Wahrnehmung in der Phnomenologie Husserls

    Bekanntlich spielen die Analysen der Wahrnehmung fr die Phnomenologie eine zentrale

    Rolle. Die Phnomene der Wahrnehmung sind ausgezeichnete Phnomene, da ihnen

    Leibhaftigkeit und Selbstgegebenheit zukommt, anders als zum Beispiel den Phnomenen der

    Phantasie. Husserl unterscheidet schon in den Logischen Untersuchungen (1900/1901) die

    Imagination von der Wahrnehmung, denn die Imagination gibt nicht den Gegenstand selbst,

    sondern nur sein Bild, und d. h., nicht die Sache selbst1. Ist aber die Phnomenologie

    wesentlich eine Untersuchung der Sachen selbst, so werden diese erst durch Wahrnehmung

    gegeben. Der intentionale Charakter der Wahrnehmung ist das Gegenwrtigen

    (Prsentieren)2, und das gilt es, phnomenologisch zu explizieren.

    Husserl unterscheidet daher klar die Selbstgegebenheit (als den intentionalen Charakter,

    den Gegenstand selbst und originr3 zu geben) und die Gegebenheit durch Bildbewusstsein,

    und beide Aspekte seien ihm zufolge nicht zu vershnen. Insofern in einer Phnomenologie

    der Wahrnehmung die Sachen selbst zum Erscheinen kommen, und d. h., insofern das in der

    Erscheinung Erscheinende im Zentrum einer phnomenologischen Wesensanalyse des

    Bewusstseinslebens steht, stellt die Wahrnehmung das ursprngliche Feld einer

    phnomenologischen Analyse von Bewusstseinserlebnissen und berhaupt der Korrelation

    zwischen Bewusstsein und Gegenstnden der Welt dar. Ist also die Selbstgegebenheit die

    Gegebenheitsweise der Wahrnehmung und die Gegebenheit in der Weise eines Bildes die der

    Imagination, so lsst sich daraus unmittelbar auf einen phnomenologischen Primat der

    Wahrnehmung schlieen, da die Phnomenologie gerade auf die Sachen selbst

    zurckkommen will und sich nicht mit Bildern dieser Sachen selbst zufriedengeben kann.

    Allerdings ist auch die Sache der Wahrnehmung nach Husserls Beschreibungen zwar

    1 Hua XIX/2, S. 646 (A588, B116). Husserls Werke werden mit der Abkrzung Hua (fr Husserliana) zitiert, gefolgt von der Angabe der Bandzahl in rmischer Zahlschrift und der Seitenzahl. Nur fr die Logischen Untersuchungen werden dann in Klammern die Seitenzahlen der ersten (A) und der zweiten (B) Ausgabe wiedergegeben. Werke von Husserl, die nicht in der Husserliana enthalten sind, sowie Werke der Sekundrliteratur oder von anderen Philosophen werden dagegen bei der ersten Erwhnung in extenso zitiert, und danach mit Autorennamen und Kurztitel. Die Sperrungen im Text der Husserliana werden durch Kursivschrift wiedergegeben.

    2 Ebd.3 Vgl. Hua V, S. 2: Der originr gebende Akt ist die materielle Wahrnehmung (Dingwahrnehmung),

    Krperwahrnehmung (Hervorhebung im Original).

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