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Religiöse Beschneidung

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Religiöse Beschneidung, Ein Verstoß gegen das deutsche Grundgesetz?, Fakten zu den Fragen: Wann?, Wer? und Wrum?

Text of Religiöse Beschneidung

  • 1. Religise Beschneidungen Ein Versto gegen das deutsche Grundgesetz?

2. Wann wird die Beschneidung durchgefhrt? Im Judentum muss der Eingriff am achten Tag nach der Geburt des Kindes stattnden. Unter Muslimen gibt es dazu keine klaren Regeln. Traditionell werden muslimische Jungen im Alter von sieben bis zehn Jahren beschnitten. 3. Wer nimmt den Eingriff vor? Bei Muslimen wird meist ein Arzt mit der Beschneidung beauftragt. Whrend es im Islam ohne Bedeutung ist, ob die Beschneidung von einem Muslim vorgenommen wurde, muss im Judentum ein glubiger Jude den Eingriff durchfhren. Meist ist das ein religis und medizinisch ausgebildeter sogenannter Mohel. Eine im Krankenhaus von einem Arzt vorgenommene Beschneidung erfllt in der Regel nicht die religisen Kriterien, schlielich ist im Judentum nicht das Resultat des Eingriffs entscheidend, sondern das Ritual. 4. Gibt es "Mindestanforderungen" an eine Beschneidung? Bei dem Eingriff mssen einige Tropfen Blut ieen. Beschneidungsmethoden, die die Blutversorgung des Gewebes unterbinden, sind deshalb nicht zulssig. Auch ein schon beschnittener Konvertit muss eine symbolische Beschneidung absolvieren, bei der mindestens ein Tropfen vom "Blut des Bundes" vergossen wird. 5. Waren Beschneidungen in der Geschichte verboten? Tatschlich wurden Beschneidungen bisweilen sogar mit dem Tode bestraft: Schon in hellenistischer Zeit lie Antiochos IV. die Beschneidung verbieten und jdische Mtter sowie deren beschnittene Shne kurzerhand hinrichten. In der Sowjetunion wurde Juden die Beschneidung zumindest sehr erschwert. In den meisten Lndern ist die rituelle Beschneidung heute legal oder zumindest rechtlich nicht eindeutig geregelt. 6. Ist die Beschneidung bei den Glubigen unumstritten? Sowohl innerhalb des Judentums, als auch im Islam gibt es heute Bewegungen, die sich mit der Tradition kritisch auseinandersetzen. Schon innerhalb des in Deutschland im 19. Jahrhundert aufkommenden Reformjudentums gab es Stimmen, die das alte Ritual abschaffen oder zumindest modizieren wollten. So hatte auch Theodor Herzl, der Wegbereiter des jdischen Staates, sich geweigert, seinen Sohn Hans beschneiden zu lassen.

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