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Infobroschüre: "Risiko Berufsunfähigkeit: Wenn Pflegen krank macht"

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Menschen, die im Pflegebereich arbeiten, sind sowohl körperlich als auch psychisch sehr belastet. Eine Broschüre soll informieren, wie Gesundheit geschützt und abgesichert werden kann. Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: finanzen.de" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

Text of Infobroschüre: "Risiko Berufsunfähigkeit: Wenn Pflegen krank macht"

  • 1. Mit freundlicher Untersttzung von: wenn pflegen krank macht Risiko Berufsunfhigkeit
  • 2. Vorwort Vorwort vom Deutschen Pflegeverband Vorbeugen ist besser als leiden Der Pflegeberuf stellt umfngliche Forde- rungen und Heraus- forderungen an die Pflegenden in allen Ver- sorgungsstrukturen wie Krankenhaus, Altenheim und ambulante Pflege. Nicht nur vor dem Hintergrund des demografischen Wandels mit zustzlich hohem Bedarf an Pflegefach- krften, sondern die Lebensqualitt jeder einzelnen Pflegeperson muss im Fokus der Prvention stehen. Mit einem von den jeweiligen Einrichtungs- trgern vorgehaltenen Gesundheits- und Ri- sikomanagement ist es auch mglich, Pfle- gende lnger im Beruf zu beschftigen. Die Reduzierung psychischer und physischer Belastungen und die Ausweitung gesund- heitsfrdernder Aspekte der Arbeit in der Pflege knnen zur Verlngerung der Berufs- verweildauer beitragen. Wesentliche Faktoren zur Berufsunfhigkeit in Pflegeberufen sind Burnout, Rckensch- den, Infektionen sowie Sturzunflle. Mit ei- nem guten betrieblichen Gesundheitsma- nagement bieten sich viele Mglichkeiten der Reduzierung der Risiken von Unfllen, Berufskrankheiten, des Mobbings und Burn- outs. Hierzu gehren altersgerechte Beschf- tigung, Beachtung psychischer Belastungen, rckenschonende Arbeitsweisen sowie Leitli- nien der Dienst- und Arbeitszeitgestaltung. Die umfnglichen Angebote der Berufsge- nossenschaften im Bereich der beruflichen Prvention bieten hervorragende Mglich- keiten in der Beratung zu einer betrieblichen Gesundheitsstruktur. Leider mssen immer noch viele berufser- krankte Pflegefachkrfte um ihr Recht im Rahmen der Anerkennung als Berufserkran- kung kmpfen. Mit dieser Broschre werden die wesent- lichsten Faktoren der Gefhrdung und Mg- lichkeiten der Prvention aufgezeigt. Rolf Hfert Geschftsfhrer Deutscher Pflegeverband Experte fr Pflegerecht Pflege darf nicht krank machen, nur gesunde Pflegende knnen gesund pflegen 2
  • 3. inhaltsverzeichnis INHALTSVERZEICHNIS Vorwort vom Deutschen Pflegeverband 2 ff Vorbeugen ist besser als leiden 2 Wozu dient diese Infobroschre? 4 Dringend gesucht: Kompetente und gesunde Pflegekrfte fr Deutschland 5 ff Jeden Tag werden mehr Pflegekrfte gebraucht 6 Die kranke Pflegebranche: Die Risiken des Pflegeberufes 8 ff Arbeitsbelastungen im ambulanten und stationren Pflegedienst 8 ff Hoher Krankenstand in der Pflegebranche 10 ff Typische Berufskrankheiten von Pflegenden 11 Prvention: Das A und O fr Pflegende 13 ff Vorsorge ist besser als Nachsorge 13 ff Prventionsmanahmen fr Pflegende 14 ff Zusammenarbeit mit der Belegschaft ist unabdingbar 15 Gesetzlicher Schutz: Hilfen bei Arbeitskraftverlust 17 ff Entgeltfortzahlung und Krankengeld 17 ff Volle und teilweise Erwerbsminderungsrente 18 ff Reha vor Rente und Umschulung 19 Teuer, aber wichtig: Private Absicherung fr Pflegekrfte 20 ff Berufsunfhigkeitsversicherung fr Pflegekrfte 20 ff Hohes Berufsunfhigkeitsrisiko in der Pflegebranche 21 ff Alternativen zum privaten Berufsunfhigkeitsschutz 22 Das sagt die Politik... 24 Und nun? Drei Wnsche fr die Pflegebranche 25 Danksagung 27 Impressum 30 3
  • 4. Wozu dient diese Infobroschre?Wozu dient diese Infobroschre? Wozu dient diese Infobroschre? D ie Infobroschre zeigt, was gegen das Ri- siko Berufsunfhigkeit bei Pflegekrften getan werden kann und wie Prvention undeinebessereAbsicherungderPflegenden dazubeitragenknnen,dasssichknftigmehr Menschen fr den Pflegeberuf entscheiden. Jedem, der heutzutage in der Pflege arbeitet, gebhrt groer Respekt. Der Beruf, der Kr- per und Psyche gleichermaen fordert, wird durch den Mangel an Pflegekrften immer stressiger. In vielen Pflegeeinrichtungen fehlt Personal und deutschlandweit wird bereits von einem Pflegenotstand gesprochen, der angesichts der stetig wachsenden Zahl von Pflegebedrftigen in den kommenden Jah- ren zu einem unlsbaren Problem werden knnte. Diejenigen, die heute in der Pflege- branche ttig sind, arbeiten schon jetzt hu- fig am Limit und laufen mitunter Gefahr, fr den Beruf ihre eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Das Risiko, berufsunfhig zu wer- den und die Arbeitswelt krankheitsbedingt schon Jahre vor dem Rentenalter verlassen zu mssen, ist in kaum einer Branche so hoch wie in der Pflege. Fast jeder Dritte hlt nicht bis zum regulren Renteneintritt durch, was vor allem auch daran liegt, dass noch immer zu wenig fr die Gesunderhaltung und die Gesundheitsfrderung in den Pflegeberufen getan wird. Hier ist natrlich die Politik gefragt. Doch bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen liegt auch viel Verantwortung bei den Pflegediens- ten, bei den Pflegeeinrichtungen und bei den Pflegenden selbst. Um die wertvolle Arbeits- kraft der vorhandenen Pflegekrfte langfris- tig zu sichern und den Pflegeberuf fr junge Menschen und Quereinsteiger attraktiver zu gestalten, muss sicher noch so manches getan werden. Ein Blick auf den aktuellen gesetzlichen Schutz und auf die beschrnk- ten Mglichkeiten, die eigene Arbeitskraft privat abzusichern, macht deutlich, dass die Rahmenbedingungen fr Pflegekrfte in Deutschland noch an sehr vielen Stellen ver- bessert werden mssen damit Pflegen in Deutschland nicht krank macht. Die Pflege von alten und kranken Menschen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die hierzulande leider noch immer viel zu wenig Wertschtzung erfhrt. Gut ausgebildete und motivierte Pflegekrfte werden in Deutschland mehr denn je gebraucht, doch der Beruf ist anstrengend und beansprucht die Gesundheit der Pflegenden enorm. 4
  • 5. Dringend gesucht: Kompetente und gesunde Pflegekrfte fr Deutschland Dringend gesucht: Kompetente und gesunde Pflegekrfte fr Deutschland N och zwanzig Jahre spter sollen es neu- esten Berechnungen zufolge sogar 4,5 Millionen Menschen sein, die auf Pflege angewiesen sein werden das wren dann nahezu doppelt so viele wie heute. Aus diesem Grund werden immer mehr Men- schen gebraucht, die kompetent, engagiert und mglichst langfristig pflegen knnen. Schon jetzt ist die Rede von einem Pflege- notstand, vor allem in den Kommunen zittert man bereits vor einer Versorgungslcke in der Pflege. Noch immer entscheiden sich viel zu wenig junge Leute fr die Branche nicht zuletzt wohl auch wegen des eher geringen Ansehens des Pflegeberufes und wegen der vergleichsweise schlechten Bezahlung. Um dem Fachkrftemangel entgegenzuwirken, wird viel Geld in Kampagnen investiert und mehr und mehr Pflegekrfte werden aus dem Ausland rekrutiert. Dennoch mutet die Per- sonalbeschaffung in der Pflege momentan wie ein Kampf gegen Windmhlen an. Laut Die Zahl der pflegebedrftigen Menschen in Deutschland wird in den kommenden Jahren drastisch steigen. Experten schtzen, dass es hierzulande schon im Jahr 2030 rund 3,4 Millionen Pflegebedrftige geben wird. 5 0 200.000 400.000 600.000 800.000 1.000.000 2050202920182007 AnteilderBefragten Bentigte Pflegekrfte Tatschliche Pflegekrfte Entwicklung der Versorgungslcke bei Altenpflegekrften bis 2050 Working Sheet der Albert-Ludwigs-Universitt Freiburg
  • 6. Welche Kfz-Versicherungen gibt es?Dringend gesucht: Kompetente und gesunde Pflegekrfte fr Deutschland Leid und Verfall der Menschen, fr die sie sorgen. Das grte Problem der Pflegekrfte ist es, dass der Anspruch der Pflegenden und die Wirklichkeit nichts miteinander zu tun ha- ben, sagt Andreas Westerfellhaus, Prsident beim Deutscher Pflegerat e.V. Die Menschen, die sich fr den Beruf entscheiden, wollen den lteren und den Kranken gern helfen. In ihrem Arbeitsalltag haben sie allerdings kaum Zeit fr diejenigen, fr die sie eigentlich da sein wollen. Unter einer Pflege im Minutentakt, die an- gesichts der wachsenden Zahl von Pflegebe- drftigen und der beschriebenen Personal- situation kaum vermeidbar scheint, leiden am Ende nicht nur die Gepflegten, sondern vor allem auch die Pflegenden. Das zeigt sich unter anderem an den auffllig hohen Jobab- bruchraten insbesondere bei den jngeren Berufseinsteigern sowie bei den lteren Pfle- gekrften, fr die der Rentenbeginn nher rckt. Umso wichtiger ist es, dass alle Betei- ligten die spezifischen Risiken des Pflegebe- rufes ernst nehmen und frhzeitig etwas fr die Gesundheit, die Fitness und auch fr die finanzielle Absicherung der Pflegenden tun. Jeden Tag werden mehr Pflegekrfte gebraucht Die Nachfrage an qua- lifiziertem Personal fr pflege- und betreuungs- bedrftige Personen ist hochundwchstbestn- dig. Im Interview erklrt dem Pflegereport 2030 der Bertelsmann Stiftung werden bereits in fnfzehn Jahren rund 500.000 Vollzeitkrfte in der Pflege feh- len, wenn nicht bald ein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet. Die zu geringe Zahl der Pflegekrfte in der ambulanten und in der stationren Pflege geht nicht nur zulasten der Pflegebedrftigen, sondern auch zulasten der Menschen, die den Pflegeberuf ausben. An sie werden enorm hohe Anforderungen gestellt, denn schlielich sollen sie tagtglich eine qualitativ hochwertige Pflege gewhr- leisten. Was das im Alltag fr den einzelnen Pfleger und die einzelne Pflegerin bedeutet, knnen Auenstehende nur erahnen: Hoher Zeitdruck, Stress und fortwhrend krperlich anstrengende Ttigkeiten gehren ebenso zu dem Beruf wie psychische Belastungen und die stndige Konfrontation mit Krankheit, 6
  • 7. Welche Kfz-Versicherungen gibt es?Dringend gesucht: Kompetente und gesunde Pflegekrfte fr Deutschland Maik Dietrich, Geschftsfhrer der SunaCare GmbH, warum pflegebedrftige Menschen und deren Angehrige immer hufiger aus- lndische Pflegekrfte in Anspruch nehmen. Herr Dietrich, Sie vermitteln 24-Stunden- Pflege, Demenzbetreuung und Haushaltshil- fen fr Familien und Senioren. Wie hat sich die Nachfrage fr diese Dienstleistungen in den vergangenen Jahren entwickelt? Maik Dietrich: Wir merken deutlich, dass je- den Tag mehr Pflegekrfte gebraucht werden. Allein im letzten Jahr hat sich die Nachfrage nach geeignetem Personal bei uns nahezu verzehnfacht. Mittlerweile erhalten wir jeden Monat Anfragen im vierstelligen Bereich. Wir gehen sehr stark davon aus, dass diese Nach- frage vor allem in der pflegeuntersttzenden 24-h-Betreuung auch in Zukunft weiter stei- gen wird. Die von Ihnen vermittelten Betreuungskrf- te fr die Kranken- und Altenpflege kom- men aus dem europischen Ausland. Wieso greifen die Deutschen Ihrer Meinung nach zunehmend auf diese auslndischen Pflege- krfte zurck? Maik Dietrich: Pflegekrfte, die zum Beispiel aus Polen kommen, sind aus dem heutigen Pflegealltag in Deutschland interessanter- weise gar nicht mehr wegzudenken. Um den Betreuungsbedarf in Deutschland zu decken, msste jeder zweite Azubi eine Ausbildung in diesem Bereich machen. Momentan ent- scheidet sich jedoch nur jeder elfte fr die- se Richtung. Wir haben in Deutschland also ganz klar einen Personalmangel. Und da Pflege fr viele Betroffene sehr teuer werden kann, werden die Dienstleister aus dem eu- ropischen Ausland zusehends beliebter. Sie bieten die Pflegeleistungen sehr preiswert an und gewhrleisten gleichzeitig eine qualitativ hochwertige Pflege. Bleibt bei den Pflegebedrftigen und bei deren Familien nicht trotzdem eine gewisse Scheu, eine auslndische Pflegekraft zu en- gagieren? Maik Dietrich: Nein, das kann ich nicht best- tigen. Das Gegenteil ist sogar der Fall: Viele Kunden sind dankbar, dass die Inanspruch- nahme von auslndischem Pflegepersonal mittlerweile ohne Probleme mglich ist. In der Qualitt ihrer Arbeit stehen die europi- schen Dienstleister den deutschen Krften in nichts nach und die Legalitt wird ja durch die Dienstleistungsfreiheit in der Europischen Union gewahrt. Die Europische Union, gera- de auch Deutschland, hat sich ja bewusst fr die Mglichkeit der grenzberschreitenden Entsendung von Betreuungskrften entschie- den, um den Bedarf in den Lndern zu de- cken, in denen die Pflegesituation nicht mehr aus eigener Kraft bewltigt werden kann. Der Markt fr Betreuungs- und Pflegedienste er- fhrt hier gerade einen mchtigen Umbruch. Unsere Aufgabe sehen wir darin, den deut- schen Kunden im Vorfeld ber unsere Bera- tungskompetenz bei der Auswahl von geeig- neten Betreuungskrften behilflich zu sein. Um diese Variante auch kostenoptimiert und natrlich legal in Anspruch nehmen zu knnen, empfiehlt sich das Einschalten ei- nes erfahrenen Vermittlers wie SunaCare. 7
  • 8. Die kranke Pflegebranche: Die Risiken des Pflegeberufes Die kranke Pflegebranche: Die Risiken des Pflegeberufes D ie Ursachen hierfr sind vielfltig. Die ty- pischen Berufskrankheiten sind aber vor allem auf die Tatsache zurckzufhren, dass vielerorts zu wenig Personal vorhanden ist und Stress sowie Zeitmangel in der Bran- che dadurch gang und gbe sind. Eine ber- lastung spiegelt sich auch in dem erhhten Berufsunfhigkeitsrisiko der Pflegekrfte wi- der. Pflegeberufe wie Kranken- oder Alten- pfleger sind in diversen Listen der gefhrde- ten Berufe stets sehr weit oben zu finden. Das Risiko, berufsunfhig zu werden, liegt je nach Ttigkeit zwischen 30 und sogar 40 Pro- zent. Anders gesagt: Etwa jeder Dritte, der pflegt, kann seinen Beruf wegen krperlicher oder psychischer Probleme nicht bis zum re- gulren Renteneintritt ausben und muss frhzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden. Dieses hohe Berufsunfhigkeitsrisiko erklrt sich beinahe von selbst, wenn man einen ge- naueren Blick auf den Arbeitsalltag des Pfle- gepersonals und auf die damit verbundenen Anforderungen wirft. Arbeitsbelastungen im ambulanten und stationren Pflegedienst Die Beschftigten in der ambulanten und stationren Pflege sind vielen verschiedenen krperlichen Belastungen ausgesetzt. Befra- gungen zeigen unter anderem, dass ein Gro- teil der Pflegenden die Arbeit hufig oder sogar immer im Stehen verrichtet. Fr viele Pflegekrfte gehrt im Umgang mit bettl- gerigen oder eingeschrnkt mobilen Men- Die meisten Menschen, die in der Pflege arbeiten, sind tglich mit hohen krperlichen und psychischen Belastungen konfrontiert. Das Pflegepersonal fllt krankheitsbedingt deutlich hufiger aus als das Personal in anderen Branchen. Der Krankenstand ist berdurchschnittlich hoch. 8
  • 9. Die kranke Pflegebranche: Die Risiken des Pflegeberufes schen auerdem das Heben und Tragen schwerer Lasten so- wie die Arbeit in ext- remer Rumpfbeuge- haltung zum Alltag. Auch das Schieben und Ziehen schwe- rer Gegenstnde sind wiederkehren- de, krperlich zum Teil enorm belasten- de Ttigkeiten, die das Pflegepersonal ausben muss. Hinzu kommt, dass die Pflege- dienstleistungen sowohl in den Pflegeheimen als auch im ambulanten Bereich meist in sehr engen Zeittakten zu erledigen sind. Das stets hohe Arbeitstempo sowie nicht planbare Er- eignisse und Probleme fhren hufig dazu, dass regulre Pau- sen nicht eingehal- ten werden knnen und der Krper im Arbeitsalltag und da- rber hinaus kaum zur Ruhe kommt. Zu- stzlich zu den stn- digen krperlichen Anforderungen sind Menschen in Pfle- geberufen oftmals mit enormen psychi- schen Belastungen konfrontiert. Ihre Ttigkeit erfordert fortwh- rend ein hohes Ma an Verantwortung fr solche Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind und die Aufmerksamkeit verlangen. Die Arbeit wird von vielen Pflegekrften als ge- fhlsmig belastend beschrieben, was ins- In allen pflegerischen Bereichen wird am Limit oder sogar darber gearbeitet, so dass daraus nur belastende Arbeitsbe- dingungen entstehen knnen. Berufsflucht, Krankheit und Berufsunfhigkeit sind hufig die zwangslufigen Folgen. Werner Schell, Vorstand, Pro Pflege Selbsthilfenetzwerk Allgemein Pflege 0 10 20 30 40 50 60 70 2010 2011 2012 Pflege Allgemein Arbeitsunfhigkeitsquote 2010-2012 in Prozent (Quelle: Zahlen von AOK und TK) 9
  • 10. Die kranke Pflegebranche: Die Risiken des Pflegeberufes Hoher Krankenstand in der Pflegebranche Angesichts der beschriebenen physischen und psychischen Belastungen ist der Kran- kenstand in der Pflegebranche entsprechend hoch. Die Beschftigten in der ambulanten und stationren Pflege fallen krankheitsbe- dingt deutlich hufiger im Job aus als der Durchschnitt der Bevlkerung. Laut AOK-Angaben lag der Krankenstand im Jahr 2012 bei 6,4 Prozent und damit um 1,5 Prozentpunkte hher als im bundesweiten Schnitt. Das bei den Allgemeinen Ortskran- kenkassen versicherte Pflegepersonal war 2012 im Schnitt 23,3 Kalendertage krank- geschrieben fnf Tage mehr als der Bundesdurchschnitt. Vor allem bei den Beschftigten in Alten- und Pflege- heimen wurde ein berdurchschnittlich hoher Arbeitsausfall verzeichnet. Diesbe- zglich fllt auch auf, dass es in der Pflege- branche vergleichs- weise viele Langzei- terkrankungen gibt. Den Zahlen der AOK zufolge sind verhltnis- mig wenige Erkrankungen fr eine groe Zahl von Ausfalltagen verantwortlich. Diese Tatsache deutet darauf hin, dass die Pflege- krfte oftmals so lang am Limit arbeiten, bis sie langfristig ausfallen. besondere der stndigen Konfrontation mit Krankheit, Leid, Verfall und Tod zuzuschrei- ben ist. Hinzu kommt der Zeitdruck, unter dem das Personal alte, kranke und demen- te Menschen versorgen muss. Besonders in schwierigen Situationen fehlt dem Pflegeper- sonal hufig die Zeit, um das ntige Vertrau- en zu den Pflegebedrftigen aufzubauen. Die Pflegedienstleistungen, die die Pflegekrfte eigentlich gern bieten wollen, sind wegen der gegebenen Rahmenbedingungen oftmals gar nicht mglich. Als zustzlich belastend gel- ten in der Pflegebranche die unregelmigen Arbeitszeiten: Schichtbetrieb und die Arbeit an Wochenenden und Feiertagen gehren sowohl bei den ambulanten Pflegediensten als auch in den stationren Pflegeeinricht- ungen dazu. Durch den fast berall gegebe- nen Personalmangel und den krankheits- bedingten Personal- ausfall sind Zusatz- schichten blich, fr teambildende Manahmen und ei- nen Austausch unter den Mitarbeitern ist im Alltag nur wenig Zeit. Viele Beschf- tigte trauen sich aus Solidaritt gegen- ber den Kollegen und aus Verantwor- tungsbewusstsein gegenber den Pflegebe- drftigen kaum, die ihnen zustehenden Aus- zeiten zu nehmen oder kleinere Krankheiten in Ruhe zu Hause auszukurieren. In der ln- geren Frist tun sie ihrer eigenen Gesundheit damit allerdings keinen Gefallen. Die meisten Fehlzeiten entstehen durch Langzeiterkrankungen. Psychi- sche Erkrankungen, Muskel-Skelett- oder Herz-Kreislauferkrankungen fhren in der Branche zu berdurchschnittlich hohen Fehlzeiten.Markus Meyer, Wissenschaftliches Institut der AOK 10
  • 11. Die kranke Pflegebranche: Die Risiken des Pflegeberufes Typische Berufskrankheiten von Pflegenden Die fnf hufigsten Gefahren in der Pflege- branche sind laut der Berufsgenossenschaft fr Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ff Hauterkrankungen ff Rckenbeschwerden ff Stressbelastungen ff Gewalterfahrungen ff Infektionsgefahren Aus diesen Risiken ergeben sich auch die ty- pischen Berufskrankheiten von Pflegenden. Ein Groteil der krankheitsbedingten Fehl- zeiten im Pflegebereich ist auf Muskel-Ske- lett-Erkrankungen zurckzufhren. Viele Pflegekrfte haben aufgrund der stndigen krperlichen Belastung beim Bewegen, Um- lagern oder Umbetten der Pflegebedrfti- gen Rckenbeschwerden und klagen ber Nacken-, Schulter- und Gelenkschmerzen. Leichtere Schmerzen und Erkrankungen des Bewegungsapparates, die nicht entspre- chend behandelt und auskuriert werden, fhren in der lngeren Frist immer wieder zu gravierenden Beschwerden, chronischen Erkrankungen bis hin zu dauerhaften Behin- derungen. Daneben leiden Pflegekrfte nachweislich hufiger an psychischen Erkrankungen als die Beschftigten in anderen Branchen. Neben Allgemein Pflege 0 1 2 3 4 5 6 7 2010 2011 2012Pflege Allgemein Krankenstand 2010-2012 in Prozent (Quelle: Zahlen von AOK und Bundesministerium fr Arbeit) 11
  • 12. Die kranke Pflegebranche: Die Risiken des Pflegeberufes der stndigen Auseinandersetzung mit den Krankheiten und den Leiden der Pflegebe- drftigen fhrt vor allem auch der konstan- te Stress im Berufsalltag dazu, dass immer mehr Pflegekrfte wegen Burnout ausfallen. Pflegende in einem psychischen und krper- lichen Erschpfungszustand, die vollstndig aus ihrem Beruf ausscheiden mssen, sind heutzutage leider keine Seltenheit mehr. Wei- tere Ursachen fr den hohen Krankenstand in der Branche sind langwierige Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Verletzungen auch wegen aggressiver und gewaltttiger Patienten. Wer in der Kranken- und Altenpflege arbei- tet, muss zudem um die Gefahr von Infekti- onskrankheiten wie Hepatitis B und C und Tuberkulose sowie Hauterkrankungen wis- sen. Die so genannten Berufsdermatosen kommen bei Pflegekrften sehr hufig vor, weil die regelmige Arbeit mit Wasser, Sei- fen, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln die Haut der Pflegenden dauerhaft schdigen kann. Entzndungen und allergische Reaktio- nen werden durch hufig nasse Hnde, Duft- stoffe in Krperpflegeprodukten und auch das zu lange Tragen von Schutzhandschuhen begnstigt. 12
  • 13. Prvention: Das A und O fr Pflegende Prvention: Das A und O fr Pflegende O bwohl Vorsorge fr alle Beteiligten gns- tiger als Nachsorge ist, fehlen an vielen Stellen noch die Zeit, der Wille und auch das Geld, die Gesundheit der vorhandenen Pflegekrfte zu frdern und den typischen Er- krankungen frhzeitig vorzubeugen. Gefragt sind hier an allererster Stelle die Arbeitgeber, die geeignete Rahmenbedingungen fr die Prvention am Arbeitsplatz schaffen mssen. Einzelne Einrichtungen zeigen bereits mus- terhaft, was mglich ist. Vorsorge ist besser als Nachsorge Wenn eine Pflegekraft aufgrund einer typi- schen Berufskrankheit lngerfristig ausfllt, kann das nicht nur fr die betroffene Person, Viele Pflegerinnen und Pfleger vernachlssigen wegen des hohen Arbeitspensums ihre eigene Gesundheit. Prventionsmanahmen fr das Pflegepersonal werden noch viel zu selten angeboten, am betrieblichen Gesundheitsmanagement wird vielerorts gespart. Pflegekrfte knnen am Arbeits- platz in Eigeninitiative wenig fr ihre Gesundheit tun. Sie stehen stets in der Pflicht, in krzesten Zeittakten umfnglichste Dienstleistungen zu erbringen. Viele Pflegekrfte ver- nachlssigen ihre Gesundheit zu- gunsten ihres Berufes. Werner Schell, Vorstand, Pro Pflege Selbsthilfenetzwerk 13
  • 14. Prvention: Das A und O fr Pflegende sondern auch fr das gesamte Team einer Pflegeeinrichtung oder eines Pflegedienstes fatale Folgen haben. Schlielich muss ein personeller Ausfall durch die Kollegen kom- pensiert werden, damit weiterhin eine gute Pflege gewhrleistet werden kann. Umso wichtiger ist es, dass alle Beteiligten an ei- nem Strang ziehen und den krankheitsbe- dingten Personalausfall durch Prvention und gesundheitsfrdernde Manahmen mg- lichst verhindern. Ein betriebliches Gesundheitsma- nagement bedarf dabei sowohl der Bereitschaft der einzelnen Pflege- rinnen und Pfle- ger als auch der U nte rst t z u n g des Arbeitgebers. Denn selbst die au- erbetrieblichen Angebote zur Ge- sundheitsprventi- on knnen nur dann sinnvoll genutzt werden, wenn der Arbeitgeber die Beschftigten bei der Wahrnehmung dieser Angebote unter- sttzt. Diverse Kampagnen, Initiativen und Untersttzungsangebote von Bund, Lndern, den Krankenkassen und den Unfallversiche- rungstrgern betonen immer wieder die Be- deutung der nachhaltigen Gesundheitsvor- sorge. Erklrte Ziele sind unter anderem die Entwicklung einer Prventionskultur in der Pflegebranche sowie die Frderung der Ge- sundheitskompetenz des pflegenden Perso- nals. Prventionsmanahmen fr Pflegende Schon jetzt sind die Krankenkassen gesetzlich dazu verpflichtet, Leistungen zur betriebli- chen Gesundheitsfrderung anzubieten. Mit einem entsprechenden Leitfaden gibt der GKV-Spitzenverband den inhaltlichen und qualitativen Rahmen fr die Prventions- manahmen und die betriebliche Gesund- heitsfrderung vor, welche in den Paragra- phen 20 und 20a des Fnften Buches Sozi- algesetzbuch (SGB V) verankert sind. Arbeit- geber knnen hierzu aktiv auf die Kranken- kassen zugehen, was nach Angaben der Techniker Krankenkas- se auch immer fter der Fall ist. Die Kassen untersttzen das Gesundheitsmanagement in den Betrieben mit Beratung und finanzi- ellen Zuschssen. Auch Unfallversicherungs- trger wie die BGW setzen sich gezielt fr die Gesundheit von Pflegekrften ein. Sie bieten zum Beispiel Ratgeber und Kurse an, die die Pflegenden dabei untersttzen sollen, die Gefahren und Risiken ihrer Arbeit zu er- kennen und sich vor diesen zu schtzen. Auf diese Weise erhalten die Beschftigten in den Pflegeberufen zahlreiche Tipps etwa zu einer rckengerechten Arbeitsweise, zur richtigen Krankenkassen unter- sttzen Betriebe dabei, die gesundheitlichen Ressourcen ihrer Beschftigten zu strken und die Arbeitsbedingungen positiv zu verndern. GKV-Spitzenverband 14
  • 15. Prvention: Das A und O fr Pflegende Hautpflege oder zur Stressbewltigung. Da- neben werden die Beschftigten beispiels- weise auch ber die Bedeutung einer ergo- nomischen Arbeitsplatzgestaltung und ber den effektiven Einsatz technischer Hilfsmittel etwa fr das Bewegen von Pflegebedrfti- gen in der Praxis aufgeklrt. Solche Hilfsmit- tel sind in vielen Pflegeeinrichtungen sogar bereits vorhanden, werden aus Zeitgrnden oder mangels sicherer Handhabung jedoch oft nicht eingesetzt. Auch hier zeigt sich wieder, dass das Pflege- personal allein nicht viel fr die eigene Ge- sundheit tun kann. Vielmehr bedarf es des Engagements des jeweiligen Arbeitgebers, der entsprechende Prventionsmanahmen initiieren und fortwhrend untersttzen muss. Zusammenarbeit mit der Belegschaft ist unabdingbar Die Sozial-Holding der Stadt Mnchengladbach GmbH gilt als positives Beispiel fr einen Arbeit- geber in der Pflegebran- che, der Mitarbeiterori- entierung groschreibt. Geschftsfhrer Helmut Wallrafen-Dreisow erklrt im Interview, wieso er so groen Wert auf Gesundheitsfrderung legt. Herr Wallrafen-Dreisow, was genau tun Sie, um Ihre Pflegekrfte zu entlasten und sie vor den Risiken ihres Berufes zu schtzen? Helmut Wallrafen-Dreisow: Uns liegt viel da- ran, die Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz zu erfassen und entsprechend entgegenzu- steuern. Dies kann nur unter Einbezug der Mitarbeiter geschehen, die am besten um alltgliche Schwierigkeiten und Belastungen wissen. Im Rahmen von Arbeitssituationsana- lysen werden gemeinsam mit den Beschftig- ten Belastungen der alltglichen Arbeit ana- lysiert und geeignete Lsungsmglichkeiten entwickelt und umgesetzt. Zur weiteren Er- fassung gesundheitlicher Belastungen wer- den regelmig schriftliche Mitarbeiterbe- fragungen durchgefhrt und entsprechende Manahmen zur Optimierung in die Wege geleitet. Wir bieten zudem Schulungen fr Fhrungs- krfte sowie Fortbildungsangebote im Be- 15
  • 16. Prvention: Das A und O fr Pflegende reich der Gesundheitsfrderung an, um der Belegschaft einen Ausgleich zum Ar- beitsalltag zu bieten. Diese sind in den Bau- steinen Bewegung, Stressbewltigung und Entspannung, Ernhrung und Suchtmittel- konsum implementiert. Beispielhaft sind das Training an Fitnessgerten in betriebseige- nen Fitnessrumen, Massagen am Arbeits- platz, Pilateskurse und Ernhrungsseminare zu nennen. Besonders hervorzuheben ist die externe psychologische Beratungsstelle, die Beschftigte sowie deren Angehrige kosten- los in Anspruch nehmen knnen. Ein arbeitnehmerfreundliches Umfeld wie in Ihrem Haus ist leider noch nicht berall gegeben. Welche Manahmen wrden Sie anderen Pflegeeinrichtungen und Pflege- dienstleistern unbedingt empfehlen? Helmut Wallrafen-Dreisow: Gesundheit und Wohlbefinden sind wesentliche Vorausset- zungenfrLebens-undArbeitsqualitt.Auer Frage steht dementsprechend die Frderung dieser und zwar in den unterschiedlichsten Lebenslagen. Unsere Empfehlungen richten sich dahingehend, ein nachhaltiges sowie ganzheitliches betriebliches Gesundheitsma- nagement aufzubauen. Sowohl strukturelle Rahmenbedingungen als auch die Untersttzung der Geschftsfhrung sind von hoher Bedeutung. Zur Koordination aller gesundheitsfrdern- den Ttigkeiten ist es ratsam, eine Person fr das Gesundheitsmanagement zu beauf- tragen, die als Bindeglied zwischen oberster Fhrungsebene, Lenkungsausschuss, Projekt- teams sowie Fhrungskrften und Mitarbei- tern fungiert und erste Ansprechperson fr Gesundheitsthemen ist. Abhngig von der Unternehmensgre sollten Gesundheits- beauftragte diese Person untersttzen. Eine enge Zusammenarbeit mit der Belegschaft ist unabdingbar. Gerade bei der Prvention mssen alle Be- teiligten Hand in Hand gehen. Mit welchen Partnern arbeiten Sie zusammen und wo erhalten Sie fachliche und finanzielle Unter- sttzung? Helmut Wallrafen-Dreisow: Zur fachlichen und finanziellen Untersttzung der gesund- heitlichen Prvention arbeiten wir eng mit verschiedenen Institutionen und Partnern zusammen, zum Beispiel mit dem Institut fr betriebliche Gesundheitsfrderung in Kln. In Kooperation mit dem Institut werden die Arbeitssituationsanalysen begleitet sowie alljhrliche Gesundheitstage organisiert. Die regelmigen Sitzungen des Lenkungsaus- schusses werden durch das Institut vorbe- reitet und geleitet. In diesem Lenkungsaus- schuss arbeiten innerbetriebliche Akteure, etwa die Unternehmensleitung, der Betriebs- arzt, eine Sicherheitsfachkraft, der Betriebs- rat, die Personalleitung und die Schwerbehin- dertenvertretung mit den externen Experten zusammen. Daneben arbeiten wir natrlich mit den Krankenkassen und verschiedenen weiteren Partnern zusammen, die unterschiedliche Leistungen zur Gesundheitsfrderung der Be- legschaft beitragen. Kooperationen gibt es zum Beispiel fr Firmenlauf, Massage am Ar- beitsplatz sowie Fort- und Weiterbildungen. 16
  • 17. Gesetzlicher Schutz: Hilfen bei Arbeitskraftverlust Gesetzlicher Schutz: Hilfen bei Arbeitskraftverlust W enn sie ihre Arbeitskraft verlieren, mssen sie in der Regel mit einem ho- hen brokratischen Aufwand rechnen, bis sie am Ende eine zumeist sehr geringe, staatliche Untersttzung erhalten. Oftmals ist es schwierig, den Anspruch auf staatliche Hilfe berhaupt durchzusetzen und wenn es doch gelingt, fllt die Hhe der staatli- chen Leistungen je nach Einzelfall sehr unter- schiedlich aus. Entgeltfortzahlung und Krankengeld Die kurzfristige, regulre Absicherung im Fall einer krankheitsbedingten Arbeitsunfhigkeit sieht folgendermaen aus: Zunchst einmal ist der Arbeitgeber gesetzlich zu einer Ent- geltfortzahlung im Krankheitsfall verpflichtet. Laut dem Entgeltfortzahlungsgesetz haben Arbeitnehmer fr die Dauer von bis zu sechs Wochen einen Anspruch auf eine Entgeltfort- zahlung. Die Hhe der Fortzahlung entspricht dem Entgelt, das sie ohne die Arbeitsunfhig- keit erhalten htten. Wer wegen einer Krankheit lnger als sechs Wochen im Job ausfllt, erhlt eine spr- bar geringere Entgeltersatzleistung von der Krankenversicherung. Diese zahlt den Ein- kommensausfall infolge einer krankheits- bedingten Arbeitsunfhigkeit in Form eines Krankengeldes pro Krankheitsfall bis zu 78 Wochen lang. Hierbei entstehen mitunter al- lerdings schon erhebliche finanzielle Einbu- en fr den Arbeitnehmer, da die Hhe des Krankengeldes bei nur 70 Prozent des Brut- toentgelts liegt, das dieser vor Beginn seiner Arbeitsunfhigkeit erhalten hat. Maximal er- hlt der Arbeitnehmer 90 Prozent seines vor- herigen Nettoentgelts. Pflegekrfte, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Grnden nicht bis zum regulren Renteneintrittsalter ausben knnen, sind oftmals mit groen finanziellen Problemen konfrontiert. 17
  • 18. Gesetzlicher Schutz: Hilfen bei Arbeitskraftverlust Volle und teilweise Erwerbsminderungsrente Fr solche Pflegekrfte, deren Krankheit lnger andauert und die aus gesundheitli- chen Grnden nachweislich nur noch sehr eingeschrnkt arbeiten knnen, kann unter Umstnden eine Rente wegen Erwerbsmin- derung in Frage kommen. Dies gilt allerdings nur fr Versicherte in der gesetzlichen Ren- tenversicherung. Ein Anspruch auf die so genannte volle Er- werbsminderungsrente besteht, wenn eine versicherte Pflegekraft in Folge einer Krank- heit oder eines Unfalls nicht in der Lage ist, mehr als drei Stunden am Tag in ihrem oder in irgendeinem anderen Beruf zu arbeiten. Auf die teilweise Erwerbsminderungsrente haben Pflegekrfte Anspruch, wenn sie dem Arbeitsmarkt krankheitsbedingt nur noch zwischen drei und maximal sechs Stunden tglich zur Verfgung stehen knnen. Die Hhe der Erwerbsminderungsrente ist in beiden Fllen vom bislang erzielten Brutto- einkommen sowie von der Anzahl der Ver- sicherungsjahre in der gesetzlichen Renten- versicherung abhngig. Maximal zahlt der Staat dem Erwerbsgeminderten jedoch 36 Prozent seines letzten Bruttoeinkommens. Dieses Geld reicht in der Regel nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu halten und eine Familie zu versorgen. Der zustndige Rentenversicherungstrger prft die Erwerbsminderung anhand rztli- cher Unterlagen und entsprechender Gut- achten. Zustzlich zu den medizinischen Voraussetzungen muss die betroffene Pflege- kraft allerdings auch Mindestversicherungs- zeiten in der gesetzlichen Rentenversiche- rung erfllen. Die Erwerbsminderungsrente gibt es nmlich nur dann, wenn der Antrag- steller mindestens fnf Jahre lang gesetzlich rentenversichert war und in den letzten fnf Jahren mindestens drei Jahre Pflichtbeitrge in die gesetzliche Rentenversicherung einge- zahlt hat. Hinweis: Ergibt sich die Notwendigkeit einer Erwerbsminderungsrente aus einem Arbeits- unfall oder aus einer durch den zustndigen gesetzlichen Unfallversicherungstrger aner- kannten Berufskrankheit, gengt in der Regel bereits ein gezahlter Beitrag zur Rentenversi- Ausnahme (vor 1961 geborene) Eine Sonderregelung gilt fr gesetzlich Rentenversicherte, die vor dem 2. Ja- nuar 1961 geboren wurden. Sie knnen durch eine Vertrauensschutzregelung eine Rente wegen teilweiser Erwerbs- minderung bei Berufsunfhigkeit erhal- ten, sofern sie ihren bisherigen Beruf wegen einer Krankheit oder einer Be- hinderung nicht mehr oder nur noch weniger als sechs Stunden am Tag aus- ben knnen, in einem anderen Beruf aber noch mindestens sechs Stunden tglich einsetzbar sind. 18
  • 19. Gesetzlicher Schutz: Hilfen bei Arbeitskraftverlust cherung. Dies gilt jedoch nur, wenn die Pfle- gekraft zum Zeitpunkt des Unfalls oder der Erkrankung versicherungspflichtig war. An- dernfalls muss die betroffene Person inner- halb der letzten zwei Jahre mindestens ein Jahr lang Pflichtbeitrge fr eine versicherte Beschftigung gezahlt haben. Reha vor Rente und Umschulung Bevor jedoch berhaupt eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente gezahlt wird, ist die Rentenversicherung natrlich daran in- teressiert, der erwerbsgeminderten Pflege- kraft wieder eine vollumfngliche Teilhabe am Erwerbsleben zu ermglichen. Nach dem Grundsatz Rehabilitation vor Rente bietet die gesetzliche Rentenversicherung daher gezielte medizinische oder berufliche Reha- bilitationsleistungen an, die den Betroffenen den Wiedereinstieg ins Berufsleben ermg- lichen sollen. In diesem Rahmen sind auch Umschulungen mglich, die vom gesetzli- chen Unfallversicherungstrger oder von der Arbeitsagentur finanziert werden. Die Berufsgenossenschaft fr Gesund- heitsdienst und Wohlfahrtpflege als Trger der gesetzlichen Unfallversicherung bezie- hungsweise die Unfallversicherungstrger der ffentlichen Hand sind immer dann die richtigen Ansprechpartner fr Rehabilitati- onsmanahmen und Umschulungen, wenn eine Pflegekraft nach einem Arbeitsunfall oder wegen einer Berufskrankheit nicht mehr in ihrem bisherigen Beruf arbeiten kann. Die Agenturen fr Arbeit bieten in ihrem Portfolio gleich zwei Dienstleistungsangebote fr Pflegekrfte an, die nicht mehr im Pflegebereich arbeiten knnen: den rztlichen Dienst und den berufspsychologischen Service. Hier kann geklrt werden, in welchen Fllen eine weitere Beschf- tigung in der Pflege nicht zumutbar ist. Je nach Vorbildung der betroffenen Person kann dann eine alternative Ttigkeit gesucht werden oder auch eine Umschulung in Frage kommen. Paul Ebsen, Presseteam der BA in Nrnberg 19
  • 20. Teuer, aber wichtig: Private Absicherung fr Pflegekrfte Teuer, aber wichtig: Private Absicherung fr Pflegekrfte W er wegen krperlicher oder psychi- scher Probleme frhzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheidet oder nur noch eingeschrnkt arbeiten kann, muss in der Regel mit einer sehr geringen staatlichen Untersttzung auskommen. Um den eigenen Lebensunterhalt bei Verlust der Arbeitskraft abzusichern, empfehlen Experten daher den frhzeitigen Abschluss einer privaten Berufs- unfhigkeitsversicherung. Gerade Personen in einem Pflegeberuf knnen diesen wichti- gen Schutz allerdings nicht immer so leicht erhalten. Berufsunfhigkeitsversicherung fr Pflegekrfte Die Berufsunfhigkeitsversicherung garan- tiert dem Versicherten eine zuvor vereinbarte Rente, wenn dieser aufgrund einer Krankheit, eines Unfalls oder eines Krfteverfalls nicht mehr oder nur noch eingeschrnkt in seinem versicherten Beruf arbeiten kann. Sobald der Versicherte rztlich nachweisen kann, dass er zu mindestens 50 Prozent nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuben, schtzt die Versicherung durch die Rentenzahlung vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfhig- keit. In einen anderen Beruf beziehungsweise auf eine hnliche berufliche Ttigkeit darf der Versicherte nicht verwiesen werden, sofern in den Versicherungsbedingungen auf eine so genannte abstrakte Verweisung verzich- tet wird. Da die Pflegeberufe von den Versi- cherungsgesellschaften jedoch als besonders risikoreich eingestuft werden, gestaltet sich der Abschluss einer Berufsunfhigkeitsversi- cherung oftmals schwierig. Viele Pflegekrfte mssen sehr hohe Prmien oder Einschrn- kungen bei dem Schutz hinnehmen, wenn sie sich privat absichern wollen. Nur die wenigsten Pflegekrfte knnen bis zum regulren Renteneintritt arbeiten, was angesichts der Belastungen in dem Beruf nur allzu verstndlich ist. Die gesetzliche Absicherung bei einem vorzeitigen Austritt aus dem Berufsleben reicht kaum aus, um den bisherigen Lebensstandard aufrechtzuerhalten. 20
  • 21. Teuer, aber wichtig: Private Absicherung fr Pflegekrfte Hohes Berufsunfhigkeitsrisiko in der Pflegebranche Grundstzlich gilt bei dem Berufsunfhig- keitsschutz: Je risikoreicher der Beruf, desto mehr kostet die Absicherung. Angesichts der zumeist niedrigen Lhne in der Branche sind viele Pflegekrfte zunchst schockiert, wenn sie die hohen Beitrge sehen, die sie fr den Versicherungsschutz zahlen sollen. Wenn man jedoch bedenkt, welche finanzielle L- cke durch den Verlust der eigenen Arbeits- kraft entstehen kann, so ist ein solider Berufs- unfhigkeitsschutz dennoch unverzichtbar. Experten raten dem Pflegepersonal zu einem mglichst frhzeitigen Vertragsabschluss, um allzu hohe Kosten zu vermeiden. Je jnger ein Versicherungsnehmer ist und je weniger Vorerkrankungen er hat, desto gnstiger wird der Schutz. Andernfalls ist es auch mglich, den Preis durch eine krzere Vertragslaufzeit oder durch gewisse Leistungsausschlsse zu 0 10 20 30 40 50 60 m ssen einen hheren Preis frden Versicherungsschutz zahlen. m ssen Leistungsausschlsse hinnehm en. erhalten garkeinen Versicherungsschutz. AnteilderBefragteninProzent 15,4 % 59,1 % 25,4 % (Quelle: Befragung von 300 unabhngigen Versicherungsexperten) Interessenten mit erhhtem BU-Risiko... 21
  • 22. Teuer, aber wichtig: Private Absicherung fr Pflegekrfte reduzieren. Pflegekrfte, die bereits eine ln- gere Krankengeschichte haben, sollten auf der Suche nach einer geeigneten und vor allem auch bezahlbaren Berufsunfhigkeits- versicherung gemeinsam mit einem unab- hngigen Versicherungsexperten eine ano- nyme Risikovoranfrage bei verschiedenen Versicherern stellen. Hintergrund ist, dass die Gesellschaften mittels Gesundheitsfragen die Vorerkrankungen der Interessenten erfassen und anhand der Angaben der Antragsteller den mglichen Versicherungsschutz und die zu zahlenden Beitrge kalkulieren. Ein Ange- botsvergleich zeigt dann in der Regel, dass die Anbieter bei der Gesundheitsprfung nicht alle gleich streng sind und dass sich selbst die guten Angebote hinsichtlich Preis, Vertrags- bedingungen und Leistungsumfang zum Teil enorm voneinander unterscheiden. Mehr Informationen und Kontakt zu unab- hngigen Versicherungsexperten finden In- teressierte auf der Internetseite www.finan- zen.de/berufsunfaehigkeitsversicherung. Alternativen zum privaten Berufsunfhigkeitsschutz Neben hohen Risikozuschlgen und Leis- tungsausschlssen kann es bei Pflegekrften auch passieren, dass ihnen der Berufsunf- higkeitsschutz wegen ihres hohen Berufsun- fhigkeitsrisikos komplett verwehrt bleibt. In diesem Fall sollten Betroffene dringend eine persnliche Beratung bei einem Versiche- rungsexperten in Anspruch nehmen und al- ternativeVersicherungslsungeninErfahrung bringen. Vorweg sei gesagt: Eine wirklich gute Pflegekrfte knnen bei der Berufsun- fhigkeitsversicherung auch Kompromisse eingehen, um den Schutz bezahlbar zu machen. Die Kosten fr eine Police sinken zum Beispiel, wenn der Kunde einen Tarif whlt, bei dem die vereinbarte Rente erst ab einer Berufsunfhigkeit von 75 Prozent gezahlt wird. Gnstiger wird es auch, wenn der Versicherte eine so genannte Karenzzeit akzeptiert und die Versicherung erst sechs Monate nach Eintritt der Berufsunfhigkeit zur Rentenzahlung verpflichtet ist.Matthias Helberg, Versicherungsmakler 22
  • 23. Teuer, aber wichtig: Private Absicherung fr Pflegekrfte Alternative zur Berufsunfhigkeitsversiche- rung gibt es eigentlich nicht. Doch bevor man gnzlich ohne Absicherung dasteht, sollten gemeinsam mit einem Berater die Vor- und Nachteile einer Erwerbsunfhigkeitsversi- cherung, einer Dread-Disease-Versicherung, einer privaten Unfallversicherung, einer Funktionsinvalidittsversicherung sowie ei- ner Grundfhigkeitsversicherung besprochen werden. Viele dieser Alternativprodukte sind gnstiger als der Berufsunfhigkeitsschutz und knnen auch von Menschen mit Vorer- krankungen abgeschlossen werden. Einen vollumfnglichen Ersatz der Leistungen, die eine Berufsunfhigkeitspolice im Fall des Ver- lustes der eigenen Arbeitskraft garantiert, knnen sie aber ausdrcklich nicht bieten. tipp Die Gesundheitsfragen der Versicherer sollten immer ehrlich und vollstndig beantwortet werden. Sptestens im Leistungsfall prfen die Anbieter die Krankengeschichte des Versicherten im Detail. Falls dann Lcken oder Un- wahrheiten entdeckt werden, kann es zu Leistungskrzungen oder sogar zu einer kompletten Leistungsverweige- rung kommen. 23
  • 24. Das sagt die Politik... Berichterstatter fr das Thema gesunde Arbeit Uwe Lagosky, CDU Abgesehen von wenigen positiven Ausnah- men, ist die Situation im Pflegebereich heute leider in erster Linie gekennzeich- net durch viel Arbeit, groe krperliche und seelische Beanspruchung, geringe Autonomie und ein niedriges Gehaltsniveau. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart ein Pflege- berufegesetz zu etablieren. Damit soll ein ein- heitliches Berufsbild mit gemeinsamer Grund- ausbildung und einer darauf aufbauenden Spezialisierung geschaffen werden. Auch vor- handene berbrokratie in Pflegeheimen soll zurckgefahren werden: Dokumentations- pflichten und Brokratie mssen auf das N- tigste begrenzt werden, damit dem Pflege- personal wieder mehr Pflegezeit zur Verfgung steht. SprecherinderArbeitsgruppeGesundheit in der SPD-Fraktion Hilde Mattheis, SPD Gute Pflege setzt qualifiziertes und motivier- tes Personal durch gute Ar- beitsbedingungen und eine gute Bezahlung voraus. Wir setzen uns deshalb im Rah- men der rechtlichen Mg- lichkeiten fr Personalmin- deststandards im Pflegebereich ein. Wir wollen die Pflegeausbildung reformieren. Die Ausbildung muss fr jeden Auszubildenden kostenfrei sein. Pflegepolitische Sprecherin der Fraktion Pia Zimmermann, DIE LINKE: Der zunehmende Wettbewerb in der Pflege ist in den letzten Jahren ver- mehrt auf Kosten der Be- schftigten ausgetragen worden. Die Folgen sind Ar- beitsverdichtung, Leistungs- druck und Stress. berstun- den sind mittlerweile zur Normalitt geworden. Viele Pflegekrfte sind erschpft und werden krank. Fr meine Fraktion steht fest: Wer gute Pflege leisten soll, braucht gute und faire Arbeitsbedingungen, das heit Lhne rauf und ein attraktives Arbeitsumfeld schaffen. Auerdem muss eine ausreichende Personalausstattung der Pflegeeinrichtungen durch eine bundesweit gltige Personalbe- messung abgesichert werden. Sprecherin fr Pflege- und Altenpolitik, Elisabeth Scharfenberg, Die Grnen Die Gesundheitsfrderung auch whrend des Berufslebens ist uns sehr wichtig. Wir werden uns fr ein zielgerichtetes Prventionsgesetz einset- zen, das diesen Namen ver- dient und das betriebliche Gesundheitsmanagement vor allem fr die Berufe im Gesundheitswesen strkt. Dazu ge- hrt eine angemessene Personalbesetzung, die Reduzierung von Schreibarbeit und ber- bordenden Kontrollen. Wir wollen die Ge- sundheitsberufe in die Gesundheitsfrderung einbinden, denn sie selbst knnen am besten Auskunft darber geben, welche Entlastung sie im Alltag bentigen. Das sagt die Politik... 24
  • 25. Und nun? Drei Wnsche fr die Pflegebranche Und nun? Drei Wnsche fr die Pflegebranche K lar ist: Gesundheit und finanzielle Absi- cherung mssen in den Pflegeberufen sehr bald einen deutlich hheren Stel- lenwert erlangen. Andernfalls kann dem dro- henden Pflegenotstand in Deutschland wohl kaum noch etwas entgegengesetzt werden. Natrlich hat sich hier in den vergangenen Jahren schon etwas getan. Die Politik konnte sich unter anderem auf einen Mindestlohn fr das Pflegepersonal einigen und so man- cher Arbeitgeber hat mittlerweile die Zeichen der Zeit erkannt und schenkt der langfristi- gen Gesundheit seiner Belegschaft die nti- ge Aufmerksamkeit. Regelmige Aktionen wie der Flashmob Pflege am Boden zeigen, dass auch die Pflegekrfte selbst erkannt ha- ben, dass sie strker fr ihre Interessen ein- treten mssen. Das wachsende Medieninter- esse an ihren Belangen erhht den Druck auf die Politik zusehends. Angesichts des Fach- krftemangels und den damit verbundenen tglichen Belastungen fr die Menschen, die pflegen, gengt das jedoch lange noch nicht. Der Branche ist in allererster Linie zu wn- schen, dass der Pflegeberuf sehr bald an An- sehen gewinnen wird und dass die Arbeit, die die Pflegenden Tag und Nacht leisten, wieder mehr Anerkennung und Wertschtzung er- fhrt. Insbesondere bessere Arbeitsbedin- gungen initiiert durch die Politik, die Ar- beitgeber und die Pflegenden gleichermaen wrden wohl dazu beitragen, das Image der Pflegeberufe sprbar aufzuwerten und wie- der mehr junge Leute und Quereinsteiger fr den Einstieg in die Pflegebranche zu begeis- tern. Eng daran geknpft ist der Wunsch nach ei- ner besseren finanziellen Absicherung der- jenigen, die sich fr den Pflegeberuf ent- scheiden. Zum einen wrde eine bessere Bezahlung den Beruf wesentlich attraktiver machen und das Ansehen der Pflegekrfte in der Bevlkerung erhhen. Denn wer mehr verdient, der wird in Deutschland hufig auch als hher qualifiziert angesehen. Zum anderen ist ein wesentlich besserer Schutz Die alternde Gesellschaft wird in den kommenden Jahren mehr denn je auf eine gut aufgestellte Pflegebranche angewiesen sein. Umso erschreckender ist der aktuelle Blick auf die Rahmenbedingungen fr diejenigen, die gute Pflege gewhrleisten sollen. 25
  • 26. Und nun? Drei Wnsche fr die Pflegebranche gegen das hohe Berufsunfhigkeitsrisiko von Pflegekrften wnschenswert. Sowohl die aktuelle staatliche Untersttzung bei Verlust der Arbeitskraft als auch die privaten Versi- cherungsmglichkeiten mssten deutlich ausgebaut und verbessert werden, damit die Pflegenden im Falle einer Krankheit, eines Unfalls oder eines Krfteverfalls keine allzu groe Versorgungslcke frchten mssen. Frei nach dem Motto Vorsorge ist besser als Nachsorge bleibt der Pflegebranche zu guter Letzt zu wnschen, dass das Bewusstsein fr die eigene Gesundheit und nicht nur fr die Gesundheit der Pflegebedrftigen in der nchsten Zeit massiv gestrkt wird. Gesund- heitliche Prvention, ein funktionierendes betriebliches Gesundheitsmanagement und ein strkeres Bewusstsein fr die Notwendig- keitvonPausenundAuszeitenknntenjedem Einzelnen in der Branche dabei helfen, die Ri- siken des Pflegeberufes mglichst gering zu halten und dauerhaft das zu bieten, wonach Deutschland gerade so dringend sucht: Kom- petente und gesunde Pflegekrfte. 26
  • 27. danksagung 27 Danksagung AOK Bundesverband Seit 125 Jahren steht die AOK, als eine der grten Krankenversicherungen in Deutschland, fr Sicherheit und umfassende medizinische Versorgung im Krankheitsfall und betreut etwa 24 Millionen Menschen fast ein Drittel der Bevlkerung im Bundesgebiet. Mehr Infos unter www.aok.de. Deutscher Pflegerat e.V. Der Deutsche Pflegerat e.V. ist seit 1998 der Dachverband der wichtigsten Berufsverbnde des deutschen Pflege- und Hebammenwesen. Wichtigste Aufgabe ist, die professionelle Pflege zu vertreten und die erforderlichen Rahmenbedingungen fr die optimale Ausbung des Berufsfeldes zu schaf- fen. Als Dachverband ist der Deutsche Pflegerat e.V. der primre Ansprech- partner fr die Politik. DPV Der Deutsche Pflegeverband DPV e.V. wurde 1948 als Agnes-Karll-Verband gegrndet und vertritt seither die fachlichen und berufspolitischen Interes- sen der Pflegenden. Das oberste Ziel ist es, fr die Pflegeprofession sowie die Pflegebedrftigen in Deutschland eine bessere Zukunft zu sichern und die Berufsgruppe zu strken. Hierbei wird der DPV von seinem Mitgliedern untersttzt, die unterschiedlichen Berufsgruppen aus dem Gesundheitswe- sen angehren. Zudem ist der Verband im Deutschen Pflegerat, in den Lan- despflegerten und dem Spitzenverband, dem Parittischen vertreten.
  • 28. danksagung 28 Matthias Helberg Matthias Helberg Versicherungsmakler ist ein Inhaber-gefhrtes Unterneh- men in Osnabrck mit dem Arbeitsschwerpunkt Berufsunfhigkeit. Das Un- ternehmen setzt auf persnlichen Kontakt, Beratung und Service. Sozial-Holding der Stadt Mnchengladbach GmbH Die Sozial-Holding der Stadt Mnchengladbach GmbH und ihre Tochterge- sellschaften bieten Dienstleistungen in den Bereichen Soziales, Gesund- heit, Bildung und Beschftigungsfrderung an. Zum Leistungsspektrum gehren die stationre Betreuung von Pflegebedrftigen, ambulante sowie teilstationre Leistungen, Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Altenpflege. Die Sozial-Holding zhlt zu den Vorzeigearbeitgebern in der Pflegebranche. Sie erhlt am 22. April den AOK / Gesundheitspreis 2014 und wurde be- reits sechs Mal mit dem Gtesiegel Arbeit plus der Evangelischen Kirche Deutschland ausgezeichnet. SunaCare GmbH Die SunaCare GmbH wurde im Juni 2011 gegrndet. Erklrtes Ziel von SunaCare ist seither, den betroffenen Menschen in Deutschland eine at- traktive Alternative zu den etablierten Angeboten der Altenpflege insbe- sondere dem Altersheim anzubieten. Handlungsleitend ist dabei, einen sicheren Rahmen zu gewhrleisten, in dem die Wnsche pflegebedrftiger Menschen im Mittelpunkt stehen und Angehrige eine echte Entlastung er- fahren. Mit dem Angebot einer 24-Stunden-Pflege im eigenen Zuhause hat die SunaCare GmbH bereits viele 100 Familien in Deutschland zufrieden gemacht.
  • 29. danksagung 29 Techniker Krankenkasse Die Techniker Krankenkasse (TK) ist ein leistungsfhiger und moderner Ge- sundheitsdienstleister, dem bundesweit mehr als 8,7 Millionen Versicherte vertrauen. Sie ist damit die grte Krankenkasse in Deutschland. Fr ihre Kunden ist die TK an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr erreichbar. Unabhngige Institutionen besttigen der TK eine hohe Service- und Leis- tungsfhigkeit. Werner Schell Werner Schell setzt sich seit vielen Jahren fr die Interessen von Patien- ten und Pflegebedrftigen ein. Er war rund 40 Jahre im ffentlichen Dienst ttig, u.a. in einem Medizinaldezernat und im Wissenschaftsministerium NRW. Auerdem war er Dozent fr Pflegerecht und verffentlichte mehrere Bcher zum Arzt, Patienten- und Pflegerecht. 2008 grndete er das Pro- Pflege-Selbsthilfenetzwerk, dessen ehrenamtlicher Vorsitzender er ist. Ver- gangenes Jahr erhielt er fr seine Verdienste das Bundesverdienstkreuz am Bande.
  • 30. Impressum 30 Impressum Herausgeber: finanzen.de Vermittlungsgesellschaft fr Verbrauchervertrge AG Schlesische Strae 29-30 10997 Berlin Email: [email protected] Telefon: (030) 31986 1910 Internet: www.finanzen.de Vorsitzender des Aufsichtsrats: Laurent Bouyoux Vorstand: Dirk Prssel, Diplom-Wirtschaftsingenieur Registereintrag: HRB 122171 B, Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Umsatzsteuer-ID: DE814083736 Bildnachweis: by: michaeljung - iStockphoto (S.4), Lighthaunter - iStockphoto (S.7), Horsche - iStockphoto (S.13), AlexRaths - iStockphoto (S.21), contrastwerkstatt - Fotolia (S.23) Alle Rechte liegen bei der finanzen.de AG. Hinweis Diese Broschre ist mit groer Sorgfalt verfasst worden. Dennoch kann der Verfasser fr mg- liche Irrtmer oder Fehler nicht haftbar gemacht werden.