of 17/17
1 EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser, schon oft haben wir über Entsendungen von Mitarbeitern in Regionen mit einem bestimmten Gefahrenpotenzial berich- tet. Der Statistik zufolge hat sich allein die Zahl der Entführungen – um nur eine potenzielle Gefahr zu nennen – zwi- schen 1998 und 2008 verdoppelt. Wa- rum dies so ist und wie Unternehmen ihre Mitarbeiter beispielsweise in Ägyp- ten, Tunesien oder Syrien schützen kön- nen, erläutert Sicherheitsexperte und Berufssoldat Benjamin Beutekamp in einem sehr spannenden Interview ab der Seite 3. In diesem Sommer war in etlichen Me- dien viel über Probleme von deutschen Touristen in Bezug auf die Anerkennung ihrer Krankenversicherungskarte zu lesen. Warum es vermehrt zu Schwierigkeiten insbesondere in beliebten Reiseländern wie Spanien kam, beschreiben wir in einem Beitrag auf der Seite 13. Interkulturell interessierte Leser wird es freuen, dass wir wieder einen kurzen Business-Knigge verfasst haben. Diesmal geht es um die Geschäftsgepflogenhei- ten in Malaysia. Den entsprechenden Beitrag finden Sie auf der Seite 8. Auch in Sachen Recht & Steuern im Aus- land hat sich wieder viel getan. Die ak- tuellen und für Sie relevanten Gerichts- urteile haben wir für Sie ab der Seite 6 zusammengefasst. Neben vielen anderen spannenden The- men erfahren Sie zudem Neuigkeiten über den BDAE, lesen, was die größten Ärgernisse der Deutschen im Urlaub sind, wohin diese am liebsten verreisen und wie Sie Stress beim Umsteigen an den Flughäfen dieser Welt vorbeugen können. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lek- türe und denken Sie daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihre Silvia Opitz NEWSLETTER SEP 13 INHALT BDAE INTERN BDAE auf der Haupt- stadtmesse .........................2 Die schönsten Fotos aus aller Welt ...........................2 BDAE an Bord der DKM ......2 Zahl des Monats ..................2 DAS INTERVIEW “Unternehmen brauchen dringend ein Notfallkon- zept für Mitarbeiter in Krisenregionen“ ..................3 RECHTLICHES Visumfreie Einreise in die Mongolei ...........................6 Schweiz: Gesetz reglemen- tierte Berufe ......................6 Schadensersatz bei verscho- benem Flug........................6 Kündigung bei poten- zieller Weiterbeschäfti- gung im Ausland ...............7 Steuern auf Auslands- rente in Spanien ................7 EXPATRIATES Businessknigge Malaysia: Hauptsache harmonisch ....... 8 AIRLINE NEWS Neues von den Airlines .......9 Stressfaktor: Umsteige- zeiten an Flughäfen ........10 VERMISCHTES Ratgeber: Auswandern nach Peru .........................11 Die größten Ärgernisse im Urlaub .........................11 Deutsche urlauben gerne zuhause............................12 Apple ist wertvollste Marke der Welt ...............12 ... FORTSETZUNG AUF SEITE 2 ...

Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" September 2013

  • View
    394

  • Download
    0

Embed Size (px)

DESCRIPTION

In der September-Ausgabe des BDAE-Newsletters "Leben und Arbeiten im Ausland" erfahren Interessierte unter anderem alles zum Fotowettbewerb des BDAE e.V. bei dem es natürlich auch etwas zu gewinnen gibt. Die bereits eingereichten Bilder können unter www.bdae-ev.de/fotowettbewerb/galerie/?wppa-album=1&wppa-... angeschaut werden. In der neuen Ausgabe kann außerdem nachgelesen werden, wieso die Akzeptanz der Krankenversichertenkarte vieler deutscher Touristen diesen Sommer für Schwierigkeiten sorgte, welches die liebsten Reiseziele der Deutschen sind und über was sich deutsche Urlabuer am meisten ärgern. Zudem enthält der Newsletter wieder einen Businessknigge – dieses Mal geht es um die Gewohnheiten und Verhaltensweisen in der malaiischen Geschäftswelt. In einem sehr spannenden Interview berichtet ein Sicherheitsexperte und Berufssoldat über die zunehmenden Gefahren bei Entsendungen in Krisenregionen und erläutert, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter schützen können. Wann man einen Schadensersatz bei einem verschobenen Flug bekommt, ob und wie die deutsche Rente in Spanien zu verstuern ist und weitere aktuelle Urteile in Sachen Recht & Steuern erfahren Interessierte in der Rubrik "Rechtliches". Aktuelle und ältere Newsletter-Ausgaben sowie das kostenlose Newsletter-Abo finden Interessierte unter www.bdae.com/de/presseundaktuelles/newsletter.htm. Wir wünschen wie immer viel Spaß bei der Lektüre.

Text of Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" September 2013

  • 1. 1 EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser, schon oft haben wir ber Entsendungen von Mitarbeitern in Regionen mit einem bestimmten Gefahrenpotenzial berich- tet. Der Statistik zufolge hat sich allein die Zahl der Entfhrungen um nur eine potenzielle Gefahr zu nennen zwi- schen 1998 und 2008 verdoppelt. Wa- rum dies so ist und wie Unternehmen ihre Mitarbeiter beispielsweise in gyp- ten, Tunesien oder Syrien schtzen kn- nen, erlutert Sicherheitsexperte und Berufssoldat Benjamin Beutekamp in einem sehr spannenden Interview ab der Seite 3. In diesem Sommer war in etlichen Me- dien viel ber Probleme von deutschen Touristen in Bezug auf die Anerkennung ihrer Krankenversicherungskarte zu lesen. Warum es vermehrt zu Schwierigkeiten insbesondere in beliebten Reiselndern wie Spanien kam, beschreiben wir in einem Beitrag auf der Seite 13. Interkulturell interessierte Leser wird es freuen, dass wir wieder einen kurzen Business-Knigge verfasst haben. Diesmal geht es um die Geschftsgepflogenhei- ten in Malaysia. Den entsprechenden Beitrag finden Sie auf der Seite 8. Auch in Sachen Recht & Steuern im Aus- land hat sich wieder viel getan. Die ak- tuellen und fr Sie relevanten Gerichts- urteile haben wir fr Sie ab der Seite 6 zusammengefasst. Neben vielen anderen spannenden The- men erfahren Sie zudem Neuigkeiten ber den BDAE, lesen, was die grten rgernisse der Deutschen im Urlaub sind, wohin diese am liebsten verreisen und wie Sie Stress beim Umsteigen an den Flughfen dieser Welt vorbeugen knnen. Ich wnsche Ihnen viel Spa bei der Lek- tre und denken Sie daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihre Silvia Opitz NEWSLETTER SEP13 INHALT BDAE INTERN BDAE auf der Haupt- stadtmesse.........................2 Die schnsten Fotos aus aller Welt ...........................2 BDAE an Bord der DKM......2 Zahl des Monats..................2 DAS INTERVIEW Unternehmen brauchen dringend ein Notfallkon- zept fr Mitarbeiter in Krisenregionen ..................3 RECHTLICHES Visumfreie Einreise in die Mongolei ...........................6 Schweiz: Gesetz reglemen- tierte Berufe......................6 Schadensersatz bei verscho- benem Flug........................6 Kndigung bei poten- zieller Weiterbeschfti- gung im Ausland...............7 Steuern auf Auslands- rente in Spanien................7 EXPATRIATES Businessknigge Malaysia: Hauptsache harmonisch.......8 AIRLINE NEWS Neues von den Airlines .......9 Stressfaktor: Umsteige- zeiten an Flughfen........10 VERMISCHTES Ratgeber: Auswandern nach Peru.........................11 Die grten rgernisse im Urlaub.........................11 Deutsche urlauben gerne zuhause............................12 Apple ist wertvollste Marke der Welt ...............12 ... FORTSETZUNG AUF SEITE 2 ...
  • 2. DIE SCHNSTEN FOTOS AUS ALLER WELT Die Mitglieder des BDAE e.V. sind Men- schen, die rund um den Globus verteilt leben und arbeiten. Dort erleben Sie nicht nur fremde Lnder und Kulturen, sondern auch einzigartige Momente, atemberaubende Landschaften, extra- vagante Gebude und vieles mehr. Denn die einzelnen Lnder, in denen unsere Mitglieder leben, sind facettenreich, ge- heimnisvoll und besonders. All diese Facetten, Geheimnisse und Be- sonderheiten suchen wir mit unserem Fotowettbewerb. Machen Sie mit und reichen Sie Ihre Fotos ein! Eine Auswahl der eingereichten Werke fassen wir in einem inspirierenden Fotokalender zu- sammen, der uns zu dem Gedanken be- wegen soll Da muss ich hin. Alle Finalisten erhalten einen aus den Gewinnerbilden zusammengestellten Fotokalender fr das Jahr 2015. Unter den Teilnehmern, deren Bilder im Foto- kalender erscheinen, wird ein iPad ver- lost. Zustzlich werden wir die 12 ausgewhlten Bilder unter Angabe des Fo- tografen in einer Pressemitteilung erwh- nen und Interviews mit den Fotografen in unserem Newsletter verffentlichen. Hier sehen Sie die bereits eingereichten Bilder in der Galerie: http://www.bdae- ev.de/fotowettbewerb/galerie BDAE AUF DER HAUPTSTADTMESSE Am 24. September findet zum vierten Mal in Folge die Hauptstadtmesse fr Versicherungsvermittler in Berlin statt. Der BDAE war von Anfang an dabei und ist auch dieses Jahr wieder mit von der Partie, wenn das Who is Who der Versi- cherungsbranche sich im Convention Center des Estrel Hotels trifft. Starredner in diesem Jahr ist brigens Bert Rrup, ehemaliger Wirtschaftswei- ser und Erfinder der Rrup-Rente. Sein Vortrag handelt entsprechend von der Zukunft der Altersvorsorge. Dennis Perl- mann, Vertriebsdirektor fr Makler & Multiplikatoren, freut sich auf den Be- such von potenziellen und bestehenden Vertriebspartnern. Gerne knnen Interessenten per E-Mail vorab einen Termin vereinbaren: [email protected] 2 BDAE INTERN ... GESUNDHEIT INTERNATIONAL Warum viele Touristen in Spanien Probleme mit Artzbesuch haben...........13 Fachliteratur zum Thema Alzheimer ........................13 Health Map: Wo die Ge- sundheit von Expats am meisten in Gefahr ist.......14 Zahl der geflschten Medikamente steigt euro- paweit..............................14 AUS ALLER WELT Emirat Ajman wirbt um deutsche Unternehmen..15 Wie es in gypten weitergeht.......................15 Indonesien mit Besucher- rekord ..............................16 Australiens Bergbau boomt ..............................16 Lissabon beliebteste Stadt17 Deutsche Unternehmen in Tunesien weiter prsent .17 ZAHL DES MONATS 97% DER KINDER IN DEUTSCHLAND lachen mehrmals am Tag und sind damit Spitzenreiter im europischen Vergleich. (Quelle: Viacom International Media Networks) JiSIGN - Fotolia.com Cobalt - Fotolia.com BDAE AN BORD DER DKM Am 23. Oktober 2013 ffnet die 17. DKM die Fachmesse der Finanz- und Versicherungsbranche ihre Messetore fr alle Branchenteilnehmer. Wie jedes Jahr prsentieren zahlreiche Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen darunter auch der BDAE (Stand 3B- A04). BDAE-Partner und Besucher ha- ben somit die Mglichkeit, sich an zwei Messetagen einen umfassenden ber- blick ber alle Neuigkeiten beim BDAE zu verschaffen. Das Team um Dennis Perlmann steht allen gerne fr Gespr- che zur Verfgung. Auch dieses Jahr warten die Veranstal- ter mit spannenden und prominenten Gastrednern auf: Eingeladen sind der FDP-Politiker Christian Lindner, die ehe- malige Spitzensportlerin Anni Friesinger, der Autor Prof. Dr. Lothar Seiwert (u.a. Simplify your life), der ehemalige Bun- desauenminister Joschka Fischer, der Brsenmakler und Buchautor Dirk Ml- ler sowie der Unternehmer und Mzen des Profifuballvereins TSG 1899 Hof- fenheim Dietmar Hopp. Wer vorab einen Termin mit dem BDAE- Team vereinbaren mchte, kann gerne Stefanie Weidt ([email protected]) kon- taktieren. Wir freuen uns auf Sie!
  • 3. 3 BDAE: Statistiken zufolge hat sich die Zahl der Entfhrungen von Expats und Geschftsreisenden zwischen 1998 und 2008 verdoppelt. Ist diese Zahl realis- tisch aus Ihrer Sicht? Beutekamp: Es ist schwer, zu- verlssige Statis- tiken ber Ent- fhrungsflle zu erheben. Es gibt zu viele verschie- dene Definitio- nen und Varian- ten von Entfh- rungen. Fakt ist aber, dass die Globali- sierung im genannten Zeitraum dazu gefhrt hat, dass die Engagements west- licher Unternehmen sich auch auf sicher- heitskritische Regionen ausdehnten. Inso- fern knnte der erhobene Anstieg der Gewalt gegen Expats und Geschftsrei- sende eine logische Konsequenz dieser Entwicklung sein. BDAE: Warum kommt es vermehrt zu Entfhrungsfllen? Beutekamp: Einfach ausgedrckt: Die Zahl der instabilen Regionen, in denen sich westliche Unternehmen engagie- ren, ist gestiegen. Gleichzeitig sind aber die Protagonisten nicht besser auf die vernderte Sicherheitslage eingegan- gen. In Deutschland verlsst man sich immer noch zu sehr auf sein Glck. Um Ihre Frage am besten zu beantworten, begrenze ich mich auf drei Kernbereiche und auf internationale Entfhrungsop- fer. Erstens: Weltweites Arbeiten, Leben oder Reisen sind in der heutigen Zeit insbesondere fr westliche Staatsbrger keine Ausnahme mehr. Menschen zieht es aus den verschiedensten Grn- den in die Ferne. In den Ziellndern spricht sich die regelmige Anwesen- heit von Auslndern sehr schnell herum. Denken Sie etwa an die Reisegruppen, die in wiederkehrenden Abstnden oft auch weit abgelegene Sehenswrdig- keiten besuchen oder Unternehmen, die ihre Mitarbeiter fr lngere Zeitrume ins Ausland entsenden. Die Prsenz al- leine ist da nicht das Problem. Wir Men- schen sind es, weil wir oft dazu neigen, uns Gewohnheiten hinzugeben. Das nette, gemtliche Restaurant um die Ecke, in dem wir uns jeden Mittwoch- abend mit den Anderen treffen oder der immer gleiche Weg zur Arbeit sind nur zwei Beispiele, die zeigen, wie wir hu- fig ticken. In der Heimat wre es nicht der Rede wert, aber im Ausland machen uns diese Gewohnheiten berechenbar und somit auch anflliger fr Entfh- rungen beispielsweise. Zweitens: Lsegeldzahlungen der Ver- gangenheit zeigen darber hinaus, wie wichtig unseren Unternehmen, aber auch unseren Regierungen, das Leben eines jeden einzelnen Entfhrungsopfers ist. Nicht selten geht es beiden darum, das mediale Interesse an solchen Ereignissen mglichst klein zu halten. Somit fliet Lsegeld verhltnismig schnell. Lassen Sie es mich etwas salopp ausdrcken: Auch so etwas spricht sich schnell rum. Aber es wre zu einfach, zu behaupten, dass es immer nur um Lsegeld geht. Manchmal stecken auch ideologisch motivierte Tter dahinter. Dann kann es darum gehen, Gesinnungsgenossen frei- zupressen oder auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Man muss dazu erwhnen, dass es sich bei Entfhrungen um logistische Meis- terleistungen handelt. Der Moment des Zugriffs, der Transport an den Aufent- haltsort und die Versorgung der Ent- fhrten bedrfen einer guten Vorbe- reitung. Deshalb gilt fr uns umso mehr, Tter sind gut vorbereitet, Opfer sollten es auch sein. Drittens: rmliche Lebensverhltnisse vor Ort, fehlende, ineffektive oder kor- rupte Sicherheitskrfte aber auch eine zunehmende Ablehnung des westlichen Einflusses fhren dazu, dass kriminell oder ideologisch motivierte Tter keine Probleme haben, geeignetes Personal fr ihre Entfhrungsplne zu finden. BDAE: Die aktuellen Unruhen insbe- sondere in gypten, das ein wichtiger Handelspartner fr Deutschland ist er- wecken den Eindruck, dass es fr Expats und Geschftsreisende immer gefhrli- cher wird. Inwieweit knnen Sie dies aus Ihrer Erfahrung besttigen? Beutekamp: gypten ist ein gutes Bei- spiel dafr, wie aus Nachbarn erbitterte Feinde werden knnen. Ich kenne die- ses Phnomen aus meinen Einstzen in Bosnien Herzegowina und im Kosovo. Auch dort ging es um ideologische Un- terschiede. Die Gefahr fr deutsche Ex- pats beziehungsweise fr Geschftsrei- sende in unruhigen Lndern besteht darin, dass man dort den Westen oft fr die Einflussnahme auf innere Angele- genheiten verantwortlich macht. Das kann im schlimmsten Fall dazu fhren, dass die Entsandten tatschlich stark be- droht sind. Ich sehe ein groes Problem fr den nordafrikanischen Raum. Dort haben sich ber Jahre terroristische Strukturen gebildet, die mit dem Arabi- schen Frhling neuen Zulauf und fast grenzenlose Bewegungsfreiheiten erhal- ten haben. Beispielsweise sorgt ein Al Kaida Ableger auf dem Sinai fr groe Unruhe. BDAE: Was knnen Expats angesichts dieser Bedrohungen tun? DAS INTERVIEW UNTERNEHMEN BRAUCHEN DRINGEND EIN NOTFALLKONZEPT FR MITARBEITER IN KRISENREGIONEN Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter auf Regionen mit Gefahrenpotenzial sinnvoll vorbereiten knnen und was Expats in gypten und Syrien jetzt dringend tun sollten, erlutert Berufssoldat und Geschftsfhrer von Human Ressource Protection Benjamin Beutekamp im Interview. BUCHTIPP: Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen. Die Neugestal- tung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. Goldmann Verlag ISBN: 3-442-15190-2 ab ca. 13 Euro bei amazon.de
  • 4. 4 Beutekamp: Es ist nicht die Frage, ob man tatschlich bedroht ist, sondern ob man sich bedroht fhlt. Empfundene Bedrohungen lsen ngste oder Unbe- hagen aus, die zur Handlungsunfhig- keit fhren knnen. Aus diesem Grunde rate ich den entsendenden Unterneh- men, im Vorfeld zu handeln und die Sor- gen ihrer Expats ernstzunehmen. Ge- nerell glaube ich, dass sich deutsche Un- ternehmen zu wenig mit der Frage des Notfallmanagements beschftigen. Da- bei steht so viel auf dem Spiel! Aus mei- ner Sicht liegt das daran, dass es sich bei der Notfallvorsorge um einen Kosten- faktor handelt, der nur schwer zu grei- fen ist. Wenn ich Geld fr eine Maschine investiere, sehe ich das Ergebnis vor mir stehen. Wende ich aber Geld fr die Notfallvorsorge auf, bekomme ich zu- nchst kein Ergebnis prsentiert. Ich bin aber inzwischen der berzeugung, dass Unternehmen ein Notfallkonzept ben- tigen. Denn: In Zeiten des sich ankndi- genden Fachkrftemangels und der Ausweitung von Engagements in insta- bile Regionen werden jene, die entsandt werden sollen, die Frage nach einem Notfallkonzept des Unternehmens stel- len. Dann gilt es, die Fachkrfte an das Unternehmen zu binden beziehungs- weise neue Fachkrfte zu gewinnen. BDAE: Warum entsenden Unternehmen berhaupt in Krisenregionen wie bei- spielsweise Syrien oder Nigeria? Beutekamp: Man muss fairerweise sagen, dass beide Lnder erst seit eini- gen Jahren wieder in der deutschen Be- richterstattung Erwhnung finden. 2007 begann die Umwandlung des sozialisti- schen Staats Syrien in einen Sozialstaat nach deutschem Vorbild. Deutschland engagierte sich mit Investitionen und der Entsendung eines Sachverstndigenrats. Es ging um den Aufbau eines modernen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Eine gute Gelegenheit fr deutsche Un- ternehmen. In Nigeria wurde im Mai 1999 ein bila- terales Abkommen zwischen Deutsch- land und Nigeria geschlossen. Die Be- ziehungen, die unter der Militrregie- rung abgekhlt waren, sollten intensi- viert werden. Fr Deutschland war Nige- ria in den Folgejahren ein Garant fr De- mokratie und Stabilitt auf dem afrika- nischen Kontinent. Es galt als ein Land mit groem wirtschaftlichen Potenzial. Heute sieht das anders aus. Entwicklun- gen wie der Brgerkrieg in Syrien oder die drohende Spaltung in einen islami- schen und einen christlichen Teil Nige- rias waren bei der damaligen Aufnahme der Zusammenarbeit deutscher Unter- nehmen mit beiden Lndern noch nicht absehbar. Zumindest nicht aus der Ferne. Meiner beruflichen Erfahrung nach soll- ten Unternehmen bei lokalen Entwick- lungen, die die Sicherheitslage betreffen, immer aktiv ein Ohr an der Bevlkerung haben. Die Bevlkerung fhlt als erstes das Unheil heraufziehen und kennt sich vor Ort am besten aus. BDAE: Knnen Sie dazu ein Beispiel nennen? Beutekamp: Ein Kollege von mir war kurz vor der blutigen Demonstration am 30. Juni dieses Jahres in gypten. Er wohnte in der Nhe des Tahir Platzes, wo spter mehr als hundert Demon- stranten gettet wurden. Durch seine freundliche Art und die daraus resultie- renden Kontakte in die gyptische Be- vlkerung hrte er schon Tage vorher, dass fr den 30. Juni eine groe De- monstration geplant war. Die Medien meldeten dies nicht und auch Sicher- heitsdienste im Ausland htten dies ohne Prsenz vor Ort nicht erahnen kn- nen. Mein Kollege aber wusste zumin- dest, dass er an jenem 30. Juni besser den Tahir Platz meiden sollte. BDAE: Bei Ihren Auslandseinstzen als Berufssoldat tragen Sie dazu bei, fr die Verstndigung zwischen Bevlkerung und Militr zu sorgen. Wie kann man sich das vorstellen? Beutekamp: Diese Frage mchte ich am Beispiel Afghanistan beantworten. In Afghanistan, wie auch in vielen ande- ren, nicht entwickelten Lndern werden Informationen und Neuigkeiten ber Er- zhlungen weitergegeben. Ich war in Teilen Afghanistans, in denen die Men- schen bis zu unserem Erscheinen nicht wussten, dass internationale Soldaten im Land sind. Es hatte sich schlichtweg nicht bis zu ihnen herumgesprochen. Ein Groteil meiner Arbeit besteht darin, den Einwohnern zu zeigen, dass wir in guter Absicht kommen. Darber hinaus ist es fr die internationalen Sicherheits- krfte wichtig, am Puls der Entwick- lungsprozesse innerhalb der Gesellschaft zu bleiben, diese zu beobachten und zu analysieren. Es geht darum, im Blick zu behalten, wie die Manahmen zur Sta- bilisierung bei den Menschen vor Ort an- kommen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, habe ich verschiedene sprachli- che und kulturelle Fhigkeiten erwor- ben. BDAE: Sie bereiten Unternehmen und deren Mitarbeiter sowie deren Angeh- rige auf Auslandseinstze in Regionen mit Gefahrenpotenzial vor. Inwieweit ist eine Vorbereitung beispielsweise auf einen Einsatz in gypten berhaupt mglich? Beutekamp: Eine landeskundliche Vor- bereitung fr gypten ist selbstver- stndlich immer mglich. Dennoch kann sie die Eindrcke, die vor Ort gemacht werden, nur ansprechen. Hier ist es aus meiner Sicht wichtig, dass entsandte Ex- pats mit den deutschen Vertretungen wie Botschaften und Konsulate in enger Verbindung stehen. Einige Unterneh- men informieren ihre Mitarbeiter per SMS ber regionale Entwicklungen der Sicherheitslage. Wichtig dabei ist, dass der Expat auch wei, wie er sich im Falle von Unruhen oder anderen Bedrohun- gen verhalten soll. Insbesondere bei der momentanen Medienprsenz gyptens beschftigt dieses Thema viele Unter- nehmen, Geschftsreisende und Expats. Grundstzlich sollte die persnliche Vor- bereitung nicht vom Zielland abhngig gemacht werden. Ob man in gypten berfallen wird oder in Syrien macht auf den ersten Blick keinen Unterschied, beide Tter stecken voller Adrenalin und das Fehlverhalten des Opfers knnte tdlich sein. DAS INTERVIEW Kovalenko Inna - Fotolia.com
  • 5. 5 BDAE: Wie kann man sich auf eine sol- che Situation vorbereiten? Beutekamp: Durch Kenntnisse und bungen. In unseren Seminaren geht es vorrangig um die Vermittlung von Pr- ventionsmanahmen, die man zum gro- en Teil schon in Deutschland erledigen sollte. Weiterhin zeigen wir an anschau- lichen Beispielen wie man persnliche Notfallplanungen durchfhrt. Wir ver- mitteln eine Vorstellung fr die Entste- hung gefhrlicher Situationen und ver- deutlichen, wie man das eigene Verhal- ten am Grad der Bedrohung ausrichtet. Dabei gehen wir auf das Tter-Opfer- Verhltnis in Extremsituationen wie zum Beispiel bei berfllen, Geiselnahmen und Entfhrungen ein und geben Tipps zum eigenen Verhalten. Durch simulieren, involvieren und analy- sieren dieser Situationen erreichen wir, dass die Teilnehmer zuknftig unter er- hhtem Stress handlungsfhig bleiben. Wer wei, wie eine Entfhrung abluft, ist emotional besser vorbereitet. Man darf auch nicht vergessen: Rund 90 Pro- zent aller Entfhrungsopfer kommen wieder frei. Wir setzten dabei auf tief- grndiges Begreifen statt auf oberflch- liches Verstehen. Durch Verbindungen zu renommierten Forschungsinstituten fr Politik und Sicherheit sind wir in der Lage, auf ziellandspezifische Fachrefe- renten zuzugreifen. Dennoch ist eine Einschtzung der lokalen Sicherheitslage am besten vor Ort mglich. Wir setzen dabei auf interkulturelle Synergien. BDAE: Kommt es Ihrer Erfahrung nach vor, dass sich potenzielle Expats auf- grund des Trainings und einer starken Sensibilisierung gegen den Auslandsein- satz entscheiden? Beutekamp: Nein, bisher kam das noch nicht vor. Das Gegenteil ist der Fall. Ex- pats fhlen sich besser vorbereitet, weil sie durch Erfahrungslernen einen Kom- petenzzuwachs erfahren haben. Im b- rigen sind sie den entsendenden Un- ternehmen fr deren Frsorgebereit- schaft dankbar. Das schafft Vertrauen. Allerdings ist bei Interessenten, die sich per E-Mail oder telefonisch an uns wen- den, eine leichte Tendenz zur Unsicher- heit hinsichtlich eines Auslandsen- gagements erkennbar. Die oft medial aufgebauschten Berichte ber Unruhen, berflle, Entfhrungen oder die auf- grund von Anschlagswarnungen tempo- rren Schlieungen zahlreicher westlicher Botschaften erwecken den Eindruck, dass die Bedrohung fr westliche Staatsange- hrige im Ausland steigt. Dieses Gefhl verunsichert viele. BDAE: Sie sagen, Zielland und Men- schen, die entsandt werden, mssen zu- einander passen. Was bedeutet dies? Und was ist, wenn ein Unternehmen gar keine Wahl hat und nur einen Speziali- sten xy fr den Auslandseinsatz zur Ver- fgung hat? Beutekamp: An einen Expat werden viele Anforderungen gestellt. Fachkom- petenz ist ja vorhanden, sonst wre er nicht ausgewhlt worden, aber wie ist es mit den sozialen und interkulturellen Anforderungen, ist die Belastung durch klimatische Bedingungen bekannt? Ist dem Expat klar, dass das Unternehmen in Regionen arbeitet, die nicht ganz un- gefhrlich sind? Kennt er das Notfall- management? Wei er, wie man ihm zur Seite steht, fr den Fall das etwas passiert? All diese Fragen sollten im Vorfeld der Entsendung geklrt werden, damit so- wohl Unternehmen als auch Expats die Mglichkeit haben, die Entsendung ab- zulehnen. Dabei macht es keinen Unter- schied, ob eine Auswahl aus mehreren Bewerbern besteht oder nicht. Nichts ist schlimmer fr ein Unternehmen als ein vorzeitiger Abbruch, weil im Zielland Fragen oder Probleme auftauchen, die den Entsandten so verunsichern, dass er lieber vorzeitig nach Hause zurckkeh- ren mchte. Das vergeudet die perso- nellen, strukturellen und finanziellen Ressourcen des entsendenden Unter- nehmens und obendrein fhrt ein Ab- bruch zu Reputationsverlust. BDAE: Sie werden in Ihrer Arbeit von einer Trauma-Psychologin untersttzt. Was sind die wichtigsten Sulen der Traumaverarbeitung? Beutekamp: Belastende Situationen, wie zum Beispiel Zeuge extremer Gewalt zu werden oder sogar selbst Opfer zu sein, knnen zu Wesensvernderungen fhren. Diese Vernderungen knnen zu vllig unterschiedlichen Zeitpunkten auf- tauchen und erkannt werden. Und das gilt es, erst einmal zu akzeptieren, was fr viele schon schwer genug ist. Aber mit der Annahme, dass etwas mit einem nicht mehr so ist, wie es einmal war, be- ginnt der Prozess der Verarbeitung. Lei- der wissen Angehrige oder Freunde oft nicht, wie sie mit diesen Entwicklungen umgehen sollen. Umso wichtiger ist dann das Aufsuchen eines Experten. Dennoch kann es Situationen geben, in denen Menschen das Erlebte nie verar- beiten werden. Hierbei kann die Hilfe der Fachleute dafr sorgen, dass man lernt, mit diesem Umstand zu leben. Zu- sammenfassend lsst sich sagen, es geht darum, die Lebensqualitt belasteter Menschen zu verbessern. Das braucht Zeit, Geduld und Untersttzung, nicht zuletzt auch die des Arbeitgebers. Wir empfehlen, diese Gefahr vor der Entsendung zu thematisieren. DAS INTERVIEW DIENSTLEISTUNGEN HUMAN RESSOURCE PROTECTION Gefahrenbewltigungstrai- ning Panikabwehrschulungen Fhigkeitsanalysen und Eig- nungsberprfung von zu entsendenden Mitarbeitern Notfallmanagement Seminare und Trainings Tel.: +49-4321-539-902-9 E-Mail: [email protected] com Web: www.hr-protection.com bluedesign - Fotolia.com
  • 6. SCHWEIZ: GESETZ REGLEMENTIERTE BERUFE Am 1. September ist in der Schweiz das Bundesgesetz ber die Meldepflicht und die Nachprfung der Berufsqualifikati- onen von Dienstleistungserbringern in reglementierten Berufen (BGMD) in Kraft getreten. Es soll eine schnellere und effizientere Kontrolle der Berufs- qualifikationen von EU-Brgern ermg- lichen. So wird unter anderem dadurch Zeit gespart, dass die Dienstleistungs- qualifikation von EU-Brgern im Vorfeld zentralisiert und nur noch beim Staats- sekretariat fr Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) zu melden ist (Online- Meldesystem). Reglementierte Berufe in der Schweiz betreffen Personen, die ihre Qualifika- tionen fr einen in der Schweiz regle- mentierten Beruf im Ausland erworben haben, in diesem reglementierten Beruf whrend hchstens 90 Arbeitstagen pro Kalenderjahr in der Schweiz Dienstleis- tungen erbringen wollen und sich nach Anhang III des Freizgigkeitsabkommens oder nach Anhang K des bereinkom- mens vom 4. Januar 1960 zur Errichtung der Europischen Freihandelsassoziation (EFTA) auf die Richtlinie 2005/36/EG be- rufen knnen. Im Baubereich gehren zu den regle- mentierten Berufen unter anderem Ar- beiter am hngenden Seil, Architekten, Bauingenieure, Elektriker, Ingenieure (all- gemein), Kaminfeger, Kranfhrer, Stadt- planer und Staplerfahrer. Darber hinaus fallen Berufe aus den Bereichen Ge- sundheitswesen, Handel und Gewerbe, Ernhrungswesen, Forstwirtschaft, Tier- versuch, Tierschutz und Landwirtschaft, Verkehr, Bildung, Arbeit, Finanzen und Wirtschaft, Sportaktivitten und juristi- sche Berufe unter das BGMD. Weitere Infos ber reglementierte Be- rufe in der Schweiz finden Interes- sierte hier. RECHTLICHES 6 VISUMFREIE EINREISE IN DIE MONGOLEI Seit dem 1. September 2013 brauchen Deutsche kein Visum mehr fr einen kurz- fristigen Urlaub oder eine Geschftsreise von maximal 30 Tagen in die Mongolei. Das Auswrtige Amt rt allerdings, vor- sichtshalber fr die erste Zeit nach Auf- hebung der Visumpflicht noch ein Visum zu beantragen. Laut der CIBT VisumCentrale zeigen erste Erfahrungen, dass Deutsche ohne Visum von manchen Fluggesellschaften nicht befrdert wurden. Daher sollten sich Reisende von ihrer Fluggesellschaft vor Reiseantritt die visumfreie Einreise besttigen lassen oder mit einem vorab besorgten Visum die Reise antreten. Fr lngerfristige Aufenthalte in der Mongolei oder bei anderen Reisegrn- den ist weiterhin ein Visum erforderlich, das bei jeder mongolischen Botschaft beantragt werden kann. Fr Reisende aus Lndern ohne mongo- lische Botschaft oder bei vorheriger Ab- stimmung mit dem Ansprechpartner vor Ort knnen Visa auch am Flughafen ausgestellt werden. Dies ist aber vorab durch den Einlader/Geschftspartner in der Mongolei mit der Auslnderbehrde (Immigration) abzuklren, die darber eine schriftliche Besttigung ausstellt, die der Reisende mitfhren sollte, um von den Fluggesellschaften befrdert zu werden. Dem Auswrtigen Amt liegen keine Informationen darber vor, ob die Ausstellung am Flughafen jederzeit und unkompliziert erfolgt. Es rt deshalb zu einer Einholung des Visums vor Reiseantritt. Wolfgang Zwanzger - Fotolia.com roxcon - Fotolia.com SCHADENSERSATZ BEI VERSCHOBENEM FLUG In der Tourismusbranche kommt es oft vor, dass frh gebuchte Reisen verscho- ben werden oder nachtrglich Zwi- schenhalte eingeplant werden, was die Reisezeit verlngert. In einem konkreten Fall war der Rckflug vom Vormittag um mehr als sieben Stunden nach hinten verschoben worden. Weil die Eltern des mitreisenden Jungen dies fr unzumutbar hielten, hatten sie fr sich und den Sprssling Tickets fr einen anderen Flug gekauft. Der Teen- ager htte nmlich nach den Ferien sonst nicht rechtzeitig zum Unterricht erscheinen knnen, wenn er den vom Unternehmen verschobenen Flug ge- nommen htte. Die Eltern hatten daher einen frheren Ersatzflug gebucht und forderten diese Kosten vom Reiseveranstalter zu- rck. Das Amtsgericht Hannover billigte dieses Vorgehen nun. Laut den ARAG- Rechtsexperten muss der Anbieter tat- schlich die Mehrkosten fr die Um- buchung der ganzen Familie berneh- men (AG Hannover, Az.: 523 C 14236/12). beermedia - Fotolia.com
  • 7. KNDIGUNG BEI POTENZIELLER WEITERBESCHFTIGUNG IM AUSLAND Die gesetzliche Verpflichtung des Ar- beitgebers, Mitarbeitern eine Weiterbe- schftigung anzubieten, um eine Kn- digung wegen Schlieung zu vermei- den, bezieht sich grundstzlich nicht auf freie Arbeitspltze im Ausland. In einem konkreten Fall betrieb ein Un- ternehmen der Textilindustrie mit Sitz in Nordrhein-Westfalen (NRW) auch eine Betriebssttte in der Tschechischen Re- publik. Im Juni 2011 beschloss die Firma, ihre gesamte Produktion in die tschechische Betriebssttte zu verlegen. In Deutsch- land sollte lediglich die Verwaltung be- stehen bleiben. Mit Blick hierauf erklrte das Unternehmen gegenber den in NRW beschftigten Produktionsmitar- beitern eine ordentliche Beendigungs- kndigung. Die Klgerin wehrte sich dagegen und meinte, die Firma htte ihr durch den Ausspruch einer nderungskndigung die Mglichkeit geben mssen, ber einen Umzug zumindest nachzudenken. Die Klage blieb in allen Instanzen er- folglos. Die beklagte Firma hatte keine Mglichkeit mehr, die Klgerin in einem inlndischen Betrieb weiter zu beschf- tigen. Umstnde, unter denen ausnahms- weise eine Verpflichtung des Arbeitgebers zu erwgen wre, Arbeitnehmer im Aus- land weiter zu beschftigen, lagen nicht vor, erklren ARAG-Rechts-Experten (BAG, AZ.: 2 AZR 809/12). RECHTLICHES 7 STEUERN AUF AUSLANDSRENTE IN SPANIEN Etliche deutsche Rentner verbringen ihren Ruhestand im sonnigen Sden hufig in Sdspanien, auf Mallorca oder auf Teneriffa. Dorthin berweist die Deutsche Rentenversicherung ihre Ren- te. Die Frage ist, ob und wie diese Rente zu versteuern ist. Das Portal www.steu- ernsparen.de erlutert die Details: Laut bisherigem Doppelbesteuerungs- abkommen (DBA) mussten deutsche Rentner, die in Spanien Residente sind, ihre deutsche Rente auch dort ver- steuern. Jeder, der sich insgesamt lnger als 183 Tage im Jahr in Spanien aufhlt, muss nmlich die so genannte Reciden- cia beantragen. Residenten sind in Spa- nien voll steuerpflichtig und mssen dieselbe Steuer wie spanische Brger bezahlen. Einzige Ausnahme: deutsche Pensionre. Ihre Renteneinknfte wer- den im Kassenstaat besteuert. Betriebs- renten und private Renten sind im Wohnsitzstaat zu versteuern. Deutschland hat nun mit Spanien ein neues Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, das seit Anfang 2013 an- gewandt wird. Danach erhlt Deutsch- land als Kassenstaat fr deutsche Renten ein begrenztes Besteuerungsrecht. Das bedeutet, dass Personen, die ab 2015 erstmals Rente beziehen, in Deutschland fnf Prozent Steuern auf ihre gesetzliche Rente bezahlen mssen. Fr Neurentner ab 2030 betrgt der Quellensteuersatz zehn Prozent. Diese Regelung gilt ebenfalls fr Betriebs- , Riester- und Rrup-Renten, deren Auf- bau ber einen Zeitraum von mehr als 12 Jahren in Deutschland staatlich gefrdert worden ist. Fr andere Renten bleibt es dabei, dass das alleinige Besteuerungs- recht dem Wohnsitzstaat (Spanien) zu- steht. Das Besteuerungsrecht fr staatlich ge- frderte Renten fllt an den Wohnsitz- staat zurck, wenn die Frderung wegen Wegzugs aus Deutschland zu- rckgefordert wurde. Das heit: Ab 2015 mssen deutsche Rentner, die in Spanien leben, auch in Deutschland eine Einkommensteuererklrung abgeben. Die in Deutschland gezahlte Steuer wird auf etwaige in Spanien zu entrichtende Steuern angerechnet. Fr Personen, die vor 2015 in Rente gehen, ndert sich nichts. Sie brauchen ihre Rente auch knftig nur in Spanien zu versteuern und deswegen in Deutsch- land keine Steuererklrung abzugeben. Deutschland hat nun mit Spanien eine Absprache ber gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen unterzeichnet. Das heit konkret: Ab 2015 versenden Deutschland und Spanien automatische Kontrollmitteilungen ber gezahlte So- zialversicherungsrenten sowie ber Be- triebs-, Riester- und Rrup-Renten, deren Aufbau ber einen Zeitraum von mehr als 12 Jahren in Deutschland staat- lich gefrdert worden ist. So kann der jeweils andere Staat die Renten besser besteuern beziehungsweise die Versteuerung besser kontrollieren. WONG SZE FEI - Fotolia.com mickey hoo - Fotolia.com
  • 8. 8 BUSINESSKNIGGE MALAYSIA: HAUPTSACHE HARMONISCH Aufgrund seiner ethnischen Vielfalt ist Malaysia fr auslndische Geschfts- leute eine besondere Herausforderung. Malaysia ist multikulturell, aber kein so genannter melting pot, also ein Schmelz- tiegel der Kulturen, der eine eigene ma- laiische Identitt erschaffen hat. Die vielen Parallelgesellschaften machen es auslndischen Geschftspartner schwer, sich korrekt zu verhalten und vor allem erfolgreich zu sein. Etwa die Hlfte der Bevlkerung besteht aus gebrtigen Malaien, fast ein Viertel aus chinesisch- stmmigen Malaysiern und etwa jeder zehnte Einwohner hat indische Wurzeln; der Rest gehrt unterschiedlichen Na- tionalitten an. Staatsreligion ist trotz der gemischten ethnischen Gruppen der Islam. Der noch junge Staat (Grndung 1963), der lange Teil des British Empire war, galt lange als Tigerstaat und scheint den gro- en wirtschaftlichen Sprung geschafft zu haben. Mittlerweile ist das Land hoch technologisiert und frdert auslndische Investitionen. Erst krzlich hat die Re- gierung den Dienstleistungssektor fr Auslnder geffnet. Gesucht werden insbesondere Ingenieure und IT-Fach- krfte sowie Juristen. MALAIER DOMINIEREN FFENT- LICHEN SEKTOR Deutschland hat noch immer einen guten Ruf in der mailaiischen Ge- schftswelt; man schtzt deutsche Autos (die Malaien lieben Autorennen) und die deutsche Ingenieurskunst. Mitt- lerweile geniet sogar Bier eine zuneh- mende Popularitt. Dieser Vorschuss- bonus reicht allerdings nicht, um als Expat oder Geschftsreisender in Malay- sia seine Ziele zu erreichen. Wer ressie- ren will, muss sich vor allem der jeweiligen Bevlkerungsgruppe anpas- sen. Traditionell dominieren die chine- sisch-stmmigen Malaysier die Privat- wirtschaft; die Vertreter der ffentlichen Institutionen und der Politik sind fr ge- whnlich Malaien (auch Bumiputera = Shne des Bodens). Im mittleren Ma- nagement sowie im Rechtswesen haben es Geschftsleute hufig mit Indern zu tun. Bei Verhandlungen mit Malaien sind Netzwerkqualitten gefragt. Man trifft sich zum Essen oder zum Golfen und betreibt viel Small-Talk, ehe es zu einem Vertragsabschluss kommt. Malaiische Geschftsleute wollen ihr Gegenber kennenlernen, der persnliche Aus- tausch dient dem Respekt voreinander und der wiederum ist die Basis jeglicher Business-Beziehung. Eine Erklrung dafr liefert die Tatsache, dass bis vor wenigen Jahrzehnten Geschftsabschlsse ohne Papier, also lediglich mit Handschlag be- schlossen wurden. Tatschlich kennen Malaier keine Dialog-Kultur und sind berfordert mit offener Kritik. Harmonie in der Geschftswelt hat eine ungleich hhere Prioritt als etwa in Europa. Wer bei Verhandlungen die Contenance ver- liert, verliert auch sein Gesicht und kann direkt nach Hause fahren. Auch eine in Deutschland nicht untypische her- ablassende oder belehrende Haltung ist unangemessen, da dies als respektlos gilt. VTERLICHER FHRUNGSSTIL IN MALAYSIA Mitarbeiter der malaiischen Bevlkerung sind einen patriarchalischen Fhrungsstil gewhnt und erwarten, dass Vorge- setzte sich zumindest oberflchlich auch fr deren Familien interessieren. Es wird erwartet, dass selbst weniger kom- plexe Entscheidungen und sogar un- wichtige Dinge von Fhrungskrften getroffen werden. Der Malaysia-Kenner und Buchautor Volker Friedrich hat in einem Interview mit dem Manager Ma- gazin mal gesagt, dass der idealtypische auslndische Manager zwei Gesichter haben muss: Er msse einerseits die lo- kale Tochtergesellschaft, fr die er ent- sandt wurde, beim Mutterhaus reprsen- tieren und andererseits fhig sein, zu in- tegrieren, um das Unternehmen lokal erfolgreich zu leiten. Etwas anders verhlt es sich bei Ge- schften mit Chinesen in Malaysia: Diese erwarten eine Kommunikation auf Au- genhhe; in Sachen Konfliktkultur und indirekter Kommunikation ticken sie aber hnlich wie ihre malaiischen Kolle- gen. Tabu sind auerdem politische oder religise Themen. Wer erfolgreich mit seinen malaysischen Geschftspartnern verhandelt hat, sollte zudem am Ball bleiben, denn die Pflege der Partnerschaft ist sehr wichtig fr eine kontinuierliche Business-Beziehung. KURZER BUSINESS-KNIGGE Malaysias Staatsreligion ist der Islam; bei Versten gegen dessen Regeln gelten strenge Strafen; Verboten sind u.a. freizgige Kleidung, Kaugummi- kauen oder Rauchen sowie das Zeigen von Zrtlichkeiten in der ffentlichkeit. Bei Malaien spielen Mimik und Gestik eine groe Rolle, um Missverstnd- nisse zu vermeiden, sollten Auslnder diese besonders kontrollieren und neutral agieren. Frauen wird aus Respekt vor dem Ge- schlecht grundstzlich nicht die Hand gereicht, es empfiehlt sich, bei der Be- grung freundlich zu nicken. Titel (Doktor- oder Adelstitel) haben bei den Malaien einen hohen Stellen- wert und sollten deshalb immer ge- nannt werden. Essen wird bei den Malaien selten mit Stbchen zu sich genommen, son- dern mit Besteck oder der rechten Hand (Achtung: die linke gilt als un- rein). Als Gastgeschenk sollte man keinen Alkohol mitbringen, sondern z.B. deutsche Schokolade. EXPATRIATES Flavijus Piliponis - Fotolia.com
  • 9. 9 FLUGHAFEN HANNOVER Vom 22. Oktober dieses Jahres bis Som- mer 2014 finden im Terminal A des Flug- hafens Hannover Umbaumanahmen statt. Nach Abschluss der Arbeiten wird das 1973 erbaute Terminal knftig statt sechs einzelnen Durchgngen ber eine zentrale Sicherheitsschleuse auf der Ab- flugebene verfgen. Auerdem wird der neue Kontrollbereich nach Angaben des Flughafenbetreibers so umgebaut, dass auch Anforderungen an die Sicherheits- technik der nchsten Jahre abgedeckt werden knnen. Die Abflugebene wird whrend des Um- baus komplett gesperrt und der ge- samte Flugverkehr auf die Terminals B und C verlegt. Der Ankunftsbereich bleibt hingegen zugnglich. Das Park- haus 1 vor dem Terminal A/B steht Rei- senden weiterhin zur Verfgung. Nur der obere Parkbereich vor dem Terminal A wird fr die Dauer der Arbeiten abge- sperrt. ++++++++++++++++++++++++++++ DARWIN AIRLINES Seit dem 2. September dieses Jahres bie- tet die Schweizer Regionalfluggesell- schaft Darwin Airline insgesamt 24 wchentliche Flge vom Flughafen Leip- zig/Halle nach Amsterdam Schiphol und Paris Charles de Gaulle an. Reisende knnen ab sofort ber die in- ternationalen Drehkreuze Paris Charles de Gaulle und Amsterdam das welt- weite Streckennetz der Air France und KLM nutzen. Der Flughafen Leipzig/ Halle ist damit noch besser in das glo- bale Luftverkehrsnetz eingebunden. Die Ziele Paris und Amsterdam werden montags bis freitags zweimal tglich an- geflogen, was vor allem fr Geschfts- reisende interessant sein kann. Am Samstag und Sonntag wird diese Route jeweils einmal am Tag bedient. Zum Ein- satz kommen Flugzeuge vom Typ Saab 2000, die 50 Flugreisenden Platz bietet. ++++++++++++++++++++++++++++ GERMANIA Die deutsche Airline Germania erweitert ihren Flugplan und bietet ab dem 27. Oktober dieses Jahres auf den Strecken Berlin/Tegel nach Kln/Bonn und nach Stuttgart jeweils eine zustzliche Ver- bindung pro Tag an. Damit erhht sich die Zahl der tglichen Flge zwischen Spree und Rhein an den meisten Wochentagen von derzeit zehn auf dann elf. Die Frequenz auf der Ver- bindung an den Neckar erhht sich montags bis freitags von sieben auf acht Flge. ++++++++++++++++++++++++++++ BRITISH AIRWAYS (BA) CITY- FLYER BA Cityflyer, eine Tochter der British Air- ways, hat seit dem 1. September dieses Jahres eine neue Verbindung in ihren Flugplan aufgenommen. Die Airline fliegt ab sofort 17 Mal wchentlich von Dsseldorf zum London City Airport und zurck. Diese Strecke kann insbesondere fr Ge- schftsreisende attraktiv sein, da der Flughafen in London gnstig zu den Docklands einem Wohn- und Ge- schftsviertel sowie der Innenstadt ge- legen ist. Zudem bietet der Flughafen eine Vielzahl an Mglichkeiten fr eine Weiterreise ber den Nordatlantik. Bedient wird die neue Route mit Ma- schinen des Typs Saab 2000 mit 50 Plt- zen fr Passagiere. ++++++++++++++++++++++++++++ AIRBERLIN Airberlin hat kurzzeitig die Verbindung ab Deutschland nach Antalya aufgrund der derzeitigen Situation in gypten ausgeweitet. Bereits seit dem 1. Sep- tember dieses Jahres haben Urlauber eine weitere Mglichkeit, zu dem Reise- ziel am Roten Meer zu gelangen. Zustzliche Flieger starten ab Berlin, Frankfurt, Kln/Bonn, Leipzig, Mnchen und Nrnberg in die trkische Riviera. Diese Extra-Flge sind nach Angaben der Airline bis 3. November dieses Jahres vorgesehen, wobei das Enddatum je nach Abflugsort variieren kann. Ab Berlin, Frankfurt, Leipzig und Mn- chen knnen Reisende nun auch jeden Sonntag, ab Nrnberg jeden Donners- tag und ab Kln/Bonn sogar donners- tags und sonntags zustzlich in die be- liebte trkische Urlaubsregion fliegen. Zu buchen sind die Flge online unter www.airberlin.com, telefonisch zum Ortstarif unter 030 34343434 sowie im Reisebro. Bezahlt werden knnen die Flugtickets ab sofort auch mit PayPal. Dieses neue Zahlungsmittel wurde nach Angabe der Airline eingefhrt, um den Fluggsten der Airline das Reisen bequem zu ge- stalten. PayPal funktioniert wie ein vir- tuelles Portemonnaie. Dadurch entfllt das umstndliche Eingeben der Bank- verbindung. Es gengt die Eingabe von Nutzernamen und Passwort und das Flugticket wird ber ein im PayPal-Konto eingereichtes Zahlungsmittel beglichen. Fluggste, die ihre Airberlin-Visa Card bei PayPal als Zahlungsmittel hinterlegt haben und am Vielfliegerprogramm top- bonus teilnehmen, erhalten bei jeder PayPal-Zahlung die entsprechenden Pr- mienmeilen gutgeschrieben. Und noch einen weiteren neuen Service bietet Airberlin ihren Passagieren bei Online-Buchungen: eine Best Price Gua- rantee. Ab sofort knnen Reisende Geld erstatten bekommen, wenn der gleiche Flug in einem anderen Online-Portal am gleichen Buchungstag mehr als zehn Euro gnstiger angeboten wird. Und das funktioniert so: Die Differenz kann der Fluggesellschaft bis 24 Uhr am Buchungstag gemeldet werden. Airber- lin prft den Garantieanspruch inner- halb von drei Tagen und veranlasst die berweisung des Differenzbetrags, so- fern die Buchung des von Airberlin unter der AB-Flugnummer durchgefhrten Fluges ber www.airberlin.com erfolgte und bereits vollstndig bezahlt wurde. Nhere Informationen erhalten Interes- sierte unter www.airberlin.com/best- preisgarantie. ++++++++++++++++++++++++++++ AIRLINE NEWS bluedesign - Fotolia.com
  • 10. 10 STRESSFAKTOR: UMSTEIGE- ZEITEN AN FLUGHFEN Wer hat es nicht schon einmal selber er- lebt: Der Flug hat Versptung und bis zum Anschlussflug sind es nur noch we- nige Minuten knappe Umsteigezeiten bedeuten fr viele Reisende Stress. Als Faustformel gilt in der Regel eine Stunde als ausreichend, um den An- schlussflug zu erreichen. Jedoch kann dieses Zeitfenster je nach Flughafen va- riieren und im schlimmsten Fall dazu fhren, dass der nchste Flug verpasst wird. Dieses Problem erkannte Wayne Chen, ein Entwickler fr mobile Anwendun- gen, und erstellte eine Liste mit den Flughfen mit den krzesten Umsteige- zeiten. Dabei wurden nur die Zeiten be- rcksichtigt, die Reisende aufbringen mssen, um von dem Gate, an dem sie ankommen zu dem Gate, von dem sie weiterfliegen zu gelangen, unabhngig davon, wie weit diese beiden auseinan- derliegen. Pass- und Sicherheitskontrol- len wurden in diese Berechnung nicht einbezogen. Bei dieser Top Ten der Flughfen mit den krzesten Umsteigezeiten reicht eine Stunde zum Umsteigen aus: 1. Flughafen Zrich (ZRH), zehn Minu- ten 2. Salt Lake City International (SLC), elf Minuten 3. Tampa International (TPA), zwlf Mi- nuten 4. Orlando International (MCO), 15 Minuten 5. Charlotte Douglas International (CLT), 16 Minuten 6. Denver International (DEN), 18 Mi- nuten 7. London Stansted (STN), 19 Minuten 8. Fort Lauderdale-Hollywood Interna- tional (FLL), 20 Minuten 9. Dubai International (DXB), 22 Minu- ten 10. Hong Kong International (HKG), 22 Minuten An diesen zehn Flughfen mit den lngs- ten Umsteigezeiten mssen Reisende ein greres Zeitfenster zum Umsteigen ein- planen: 1. Beijing Capital International (PEK), eine Stunde und 27 Minuten 2. London Heathrow (LHR), eine Stunde und 25 Minuten 3. Paris Charles de Gaulle (CDG), eine Stunde und 23 Minuten 4. Shanghai Pudong International (PVG), eine Stunde und 18 Minuten 5. Los Angeles International (LAX), eine Stunde und zehn Minuten 6. Sydney Kingsford Smith (SYD), eine Stunde und neun Minuten 7. Tokyo Narita International (NRT), eine Stunde und drei Minuten 8. Boston Logan International (BOS), eine Stunde und zwei Minuten 9. Frankfurt International (FRA), eine Stunde und eine Minute 10. Chicago OHare International (ORD), 59 Minuten Beim Buchen von Anschlussflgen sollte man demnach je nach Flughafen eine Umsteigezeit von einer bis zu drei Stunden bercksichtigen. ++++++++++++++++++++++++++++ AIRLINE NEWS Jean Kobben - Fotolia.com
  • 11. DIE GRSSTEN RGERNISSE IM URLAUB Haare im Waschbecken oder unfreund- liches Hotelpersonal Urlauber knnen viele bse berraschungen erleben. Im Schnitt gehen die Deutschen zweimal pro Jahr auf Reisen und haben dabei nicht immer eine unbeschwerte Zeit. Aufreger Nummer Eins ist ein schmutzi- ges Badezimmer das ist das Ergebnis einer reprsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der Advocard Rechtsschutzver- sicherung AG unter 2.001 Personen. So haben in den vergangenen zwlf Mo- naten zwei Drittel (64 Prozent) der Bun- desbrger eine Reise unternommen und immerhin neun Prozent von ihnen sind gar viermal oder fter unterwegs gewe- sen. Die Erwartungen an einen Traum- urlaub wurden hufig nicht erfllt: Jeder achte Deutsche (13 Prozent) hatte auf seinen Reisen Mngel zu beklagen. Und das sind die zehn hufigsten Be- schwerden der Deutschen: 1. Schmutziges Badezimmer (31 Pro- zent) 2. Nicht genug Auswahl beim Frh- stck bzw. bei den Mahlzeiten im Hotel (29 Prozent) 3. Schmuddelige Bettwsche (24 Pro- zent) 4. Unfreundliches Hotel-Personal (21 Prozent) 5. Kein schner Blick aus dem Fenster (20 Prozent) 6. Bau- und Straenlrm (19 Prozent) 7. Lrmbelstigung durch andere Gste (19 Prozent) 8. berfllte Erholungsbereiche, zum Beispiel am Pool oder Strand (14 Prozent) 9. Versptung bei gebuchter Anreise mit Bus, Bahn oder Flugzeug (13 Prozent) 10. Ungeziefer im Zimmer (10 Prozent) RATGEBER: AUSWANDERN NACH PERU Mit zunehmender Internationalisierung und dem damit verbundenen erweiter- ten interkulturellen Know-how kommen uns viele Lnder immer nher. Wir glau- ben, dass wir bereits viel ber die USA, China und die europischen Lnder wis- sen. Aber wie sieht es aus mit Exoten wie Peru? Beim Gedanken an eine Aus- wanderung dorthin kann man jegliche Hilfe gut gebrauchen. Der Autor von Auswandern nach Peru Ein Kaffeehaus, alltgliches Chaos und viel Liebenswertes hat diesen Schritt gewagt und berichtet von seinem Leben dort. Seit einem Jahr baut er sich in Peru eine neue Existenz auf und erzhlt von seinen Erlebnissen und Erfahrungen whrend dieser Zeit. Diese werden sehr anschaulich und vielschichtig beschrie- ben. Der Autor beginnt mit seinem Auf- bruch in sein neues Leben und den damit verbundenen Situationen wie Visum und Kontoerffnung. Danach schildert er die Wohnungssuche und die Planung der Erffnung eines Cafs. Im Alltag geschehen immer wieder komi- sche und spannende Situationen, die den Leser in die Welt Perus abtauchen lassen. Auf sehr kurzweilige Art erhlt man nicht nur einen Einblick in die Si- tuation des Auswanderns, sondern auch die Kultur wird durch Verhaltensweisen der Peruaner dem Leser nher gebracht. Alltagsgeschichten, Reisen und Aus- flge, Episoden rund ums Einkaufen, die Themen Wetter und Erdbeben runden die Erzhlungen ab und geben ein in- teressantes Bild vom Umfeld und dem Leben des Autors. Auswandern nach Peru hebt sich damit von einem blichen Ratgeber ab. Es werden keine Tipps oder Adressen gegeben, aber die Schilderung eines ganzen Jahres in einer neuen Heimat er- ffnet eine ganz andere Sichtweise und stellt eine gute Ergnzung zu blichen Handbchern dar. Durch die alltglichen Situationen ist dieses Buch nicht nur fr Expats geeignet, sondern vermittelt auch Personen, die nur eine Reise nach Peru planen oder die einfach ein Interesse an fremden Kulturen haben, einen interessanten Einblick. 11 VERMISCHTES schwabenblitz - Fotolia.com Aleksey Stemmer - Fotolia.com BUCHINFORMATIONEN: Denis Freybote Auswandern nach Peru Ein Kaffeehaus, alltgliches Chaos und viel Liebenswertes Ein neues Leben zwischen Igno- ranz, Stempelwahn, General- streiks und anderen Erd- beben Verlag interconnections ISBN 978-3-86040-140-8 16,90 Euro
  • 12. 12 VERMISCHTES DEUTSCHE URLAUBEN GERNE ZUHAUSE Ihren bisher besten Urlaub haben die Deutschen im eigenen Land verbracht. Dies gaben 16 Prozent der Teilnehmer einer reprsentativen Umfrage des Rei- seportals www.lastminute.de an. Es fol- gen Spanien (12 Prozent), die USA (9 Prozent), Italien (8 Prozent), die Trkei (5 Prozent), Frankreich (5 Prozent), ster- reich (4 Prozent), Kroatien (3 Prozent), Griechenland (3 Prozent) und Grobri- tannien (2 Prozent). Bei Hotels und Stdtereisen sind seit Jah- ren Berlin, Mnchen und Hamburg am gefragtesten. Bei Flgen sind die USA angesagt und bei kurzfristigen Urlaubs- reisen Mallorca, Antalya und die Kanari- schen Inseln. Was einen Urlaub zum be- sten Urlaub gemacht hat Als Hauptgrund, was den Urlaub so be- sonders schn gemacht hat, gaben die Umfrageteilnehmer die Landschaft und Natur im Reiseziel an (55 Prozent). Wei- tere wichtige Kriterien waren, dass sie gut entspannen konnten (47 Prozent), dass das Wetter gut war (39 Prozent), Gastfreundschaft herrschte (37 Prozent), schne Sehenswrdigkeiten (30 Pro- zent), ein toller Strand (29 Prozent), gutes Essen (29 Prozent), Menschen, die sie kennengelernt haben (27 Prozent), das Hotel (24 Prozent) und schlielich Kultur und Ruhe (jeweils 20 Pro- zent). APPLE IST WERTVOLLSTE MARKE DER WELT Die wertvollste Marke der Welt ist Apple, mit einem Markenwert von ber 110 Milliarden Euro. Gefolgt wird das Unternehmen aus dem Silicon Valley von der Erfolgsmarke Coca Cola mit einem Wert von mehr als 67 Milliarden sowie vom Internetgiganten Google mit einem Markenwert von 55 Milliarden Euro. Dies hat eine Umfrage von eurobrand ein Unternehmen fr Marken-, Patent- & IP Bewertung & Strategie unter mehr als 3.000 Markenunternehmen in 16 In- dustrien mit Vergleichen zwischen Europa, Amerika und Asien ergeben. In Europa ist der Luxusgterkonzern LVMH wertvollstes Markenunternehmen mit einem Markenwert von ber 39 Mil- liarden (global Platz 12), gefolgt vom Schweizer Nahrungsmittelgiganten Nestl mit mehr als 34 Milliarden Euro Markenwert sowie Vodafone (rund 29 Milliarden Euro). Asiens wertvollstes Markenunterneh- men bleibt China Mobile mit einem Portfolio-Markenwert von etwa 45 Mil- liarden Euro (global Platz 10) und rckt somit als einziges nicht US-Markenun- ternehmen in die globalen Top 10 vor. Bemerkenswert: Die US Markenland- schaft, dominiert von IT & Technologie sowie Konsumgter Marken reprsen- tiert 41 Prozent der weltweiten Top-100 Markenunternehmen. Europa ist mit satten 43 Prozent vertreten, wobei deut- sche Markenunternehmen den grten Anteil (13 Prozent) verzeichnen. Grasko - Fotolia.com Grasko - Fotolia.com Atlantis - Fotolia.com Jeder zweite Spanier hlt sich fr spon- tan, gleiches gilt fr fast jeden zweiten Deutschen, allerdings gaben nur knapp 30 Prozent der Englnder an, spontan zu sein. Dies hat eine Umfrage des Reiseportals www.justbook.de ergeben.
  • 13. 13 WARUM VIELE TOURISTEN IN SPANIEN PROBLEME MIT ARZTBESUCHEN HABEN Immer mehr Urlauber und sogar Arbeit- nehmer auf Dienstreise beschweren sich, dass speziell in Sdeuropa besonders oft in Spanien die EU-Gesundheitskarte (auch EHIC) nicht akzeptiert wird. Ein simpler Grund dafr ist beispielsweise, dass viele Deutsche die Europische Ge- sundheitskarte gar nicht kennen. Sie zei- gen beim Arzt dann die Karte ihrer Krankenkasse, die alle mglichen Farben hat, mssten aber eigentlich die Karte umdrehen, denn dort befindet sich die blaue EU-Karte. Auslndische Kassen- rzte sehen dann nur eine bunte Karte, mit der sie nichts anfangen knnen, brauchen aber die blaue. Tatschlich kommt es vor, dass sich staat- liche Gesundheitseinrichtungen weigern, die europische Gesundheitskarte zu ak- zeptieren und privat abrechnen. Das liegt daran, dass es bis zu zwei Jahre dauern kann, bis die Krankenhuser und Kas- senrzte ihr Honorar erhalten, weil das Abrechnungsprozedere ber die Gren- zen hinaus sehr, sehr langwierig ist. Das erklrte Ziel der EU ist es, dass jeder EU-Brger im europischen Raum eine medizinische Behandlung zu denselben Bedingungen und gleichen Kosten wie die Einheimischen erhalten sollen. Aller- dings und das ist urschlich fr die Missverstndnisse weisen die Gesund- heitssysteme in den einzelnen europi- schen Lndern gravierende Unterschiede auf. Whrend ein spanischer Tourist in Deutschland bei einem medizinischen Notfall den Allgemeinarzt oder das Krankenhaus problemlos konsultieren kann, muss sich ein deutscher Patient in Griechenland, Italien oder Spanien an die staatlichen Gesundheitseinrichtun- gen wenden. Das Problem: Vielen ist nicht bekannt, dass das Recht auf freie Arztwahl, das wir hier in Deutschland haben, in etli- chen Lndern nicht existiert. In Spanien beispielsweise muss man im Krankheits- fall zu einem Gesundheitszentrum ge- hen, das dann den behandelnden Arzt zuweist. Wenn ein Tourist also Wert darauf legt, schnell und von einem deutschsprachi- gen Arzt behandelt zu werden, der ihm empfohlen wurde, muss er in der Regel die Behandlung privat bezahlen, schon deshalb, weil aus Deutschland kom- mende rzte meist nicht zur Kassenbe- handlung zugelassen sind. Es ist haupt- schlich die Unwissenheit der rzte auch hierzulande ber die Abrech- nungsmodalitten mit der EU-Karte, die zu ihrer hufigen Ablehnung fhrt. Mit diesen Problemen sehen sich oft auch die Briten konfrontiert, weshalb die Regierung krzlich eine Kampagne ge- startet hat, um ihre Brger zum richti- gen Umgang mit der Gesundheitskarte zu erziehen. Untersttzt wird das K- nigreich von der Gesundheitsaufsichts- behrde im spanischen Valencia. Die barocke Stadt am Meer ist bei britischen Touristen besonders beliebt. Scht- zungsweise 300.000 Briten leben dort, was etwa 40 Prozent des Anteils in Spa- nien lebender Briten ausmacht. In der 15-monatigen Kampagne erklren die Macher, wer die Europische Gesund- heitskarte wofr genau nutzen kann und erlutern den Zugang zum staatlichen Gesundheitssystem. beermedia - Fotolia.com Orlando Florin Rosu - Fotolia.com GESUNDHEIT INTERNATIONAL FACHLITERATUR ZUM THEMA ALZHEIMER Der 21. September ist offizieller Welt- alzheimer-Tag, mit dem auf die Krank- heiten Alzheimer und Demenz auf- merksam gemacht werden soll. Im Mit- telpunkt stehen dabei die Situationen der Erkrankten, der ausgebildeten Pfle- gekrfte und vor allem auch die der pflegenden Angehrigen. In Deutsch- land sind 1,4 Millionen Menschen an Demenz erkrankt und die Zahl steigt fortlaufend. Weltweit leiden Schtzun- gen zufolge rund 35 Millionen Men- schen unter der Krankheit, die bis zum vlligen Gedchtnisverlust fhrt. Inzwischen sind zahlreiche Bcher zum Thema Alzheimer/Demenz erschienen. Neben reinen Fachinformationen gibt es auch Erfahrungsberichte pflegender Fa- milienmitglieder. Beides zusammen fr- dert das Verstndnis fr die Erkrankten und dient als Quelle, auch in schwieri- gen Situationen nicht den Mut zu ver- lieren. Im Themenshop Pflege bei fachbuch- schaper.de (www.fachbuch-schaper. de/pflege/altenpflege/demenz-alz- heim...) knnen Interessierte sich einen berblick der lieferbaren Bcher zum Thema Demenz verschaffen. In der Ka- tegorie Demenz/Alzheimer sind ber 500 Bcher gelistet vom Fachbuch bis zum Ratgeber fr Angehrige. So auch das Buch Demenz der Stiftung Warentest.
  • 14. 14 HEALTH MAP: WO DIE GESUNDHEIT VON EXPATS AM MEISTEN IN GEFAHR IST Immer mehr Unternehmen entsenden ihre Mitarbeiter in Risikogebiete. 23 Pro- zent aller Geschftsreisen im Jahr 2012 fhrten in Lnder mit einem mittelho- hen bis extremen medizinischen Risiko. Dies geht aus der HealthMap 2013 von International SOS hervor. Die Gesundheitslandkarte teilt alle Ln- der weltweit in fnf medizinische Risi- kostufen ein: niedrig, mittel, mittelhoch, hoch und extrem. Anhand der Weltkarte knnen Unter- nehmen die Risiken fr ihre Mitarbeiter im Ausland frhzeitig identifizieren und dementsprechend vorbeugen. Kriterien fr die medizinische Bewertung sind bei- spielsweise Qualitt und Zugang zum lo- kalen Gesundheitswesen sowie Bedro- hungen durch Infektionskrankheiten oder Verkehrsunflle. 61 Prozent aller entsandten Mitarbeiter reisen beruflich in Lnder mit niedrigem medizinischen Risiko, so International SOS. Dazu zhlen die USA, Kanada, Au- stralien und die meisten europischen Staaten. Weitere 16 Prozent werden in Lnder mit mittlerem Risiko entsendet, zum Beispiel Mexiko, Saudi Arabien, Japan oder Rumnien. Die medizinische Versorgung in diesen Lndern sei zwar gut, allerdings sind Vorflle bei Aus- landsaufenthalten nicht auszuschlieen. Zwei Prozent aller Geschftsreisen fh- ren in Regionen mit hohem medizini- schem Risiko, weitere drei Prozent in extreme Risikogebiete. Darunter zahlrei- che Lnder, in denen internationale Un- ternehmen ttig sind, etwa Nigeria oder Post-Konfliktstaaten wie der Irak und Afghanistan. Wer als Mitarbeiter dauer- haft in einem Land mit hherem medizi- nischem Risiko arbeitet, luft sechsmal hufiger Gefahr ins Krankenhaus einge- wiesen zu werden als in anderen Staa- ten. Trotz stationrer Behandlung vor Ort muss fast die Hlfte aller Mitarbeiter in diesen Risikolndern letztlich evaku- iert werden. Die Gefahr ist damit 23-mal hher. In extremen Risikolndern erhht sich die Wahrscheinlichkeit, evakuiert zu werden auf 79 Prozent. Landestypische Krankheiten (zum Beispiel Durchfall, Malaria, Dengue-Fieber etc.), gefhrli- che Rahmenbedingungen und Schw- chen im lokalen Gesundheitswesen erhhen das Risiko. GESUNDHEIT INTERNATIONAL ZAHL DER GEFLSCHTEN MEDI- KAMENTE STEIGT EUROPAWEIT Jedes zweite im Internet erworbene Me- dikament ist laut Schtzungen der Welt- gesundheitsorganisation WHO eine Flschung. Deutsche Zollbehrden haben alleine im ersten Halbjahr 2013 1,4 Millionen geflschter Tabletten, Pul- ver und Ampullen sichergestellt (plus 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Das meldet die Bundesvereinigung Deut- scher Apothekerverbnde (ABDA). Sie weist darauf hin, dass Flschungen lebensgefhrlich sein knnen und von Verbrauchern kaum von originalen Arz- neimitteln unterschieden werden. Ge- flscht werden nicht nur Medikamente gegen Erektionsstrungen, sondern auch Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Magengeschwren, hohem Chole- sterin, Alzheimer, Bluthochdruck, De- pression, Rheuma, Malaria oder auch Verhtungsmittel. Arzneimittelflschungen knnen gar keinen, den falschen, zu wenig oder zu viel Wirkstoff enthalten. Sie werden hufig in Hinterhfen und Garagen unter unhygienischen Bedingungen her- gestellt und enthalten oftmals bedenkli- che oder giftige Substanzen. Patienten wissen oft nicht, welchen hohen ge- sundheitlichen Risiken sie sich in Folge einer Bestellung von Medikamenten aus unsicheren Internetquellen aussetzen, sagt Professor Dr. Martin Schulz, Vorsit- zender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Arzneimittelhersteller, Apotheker und Grohndler setzen derzeit ihr Wissen in ein neues Sicherheitssystem ein, mit dem ab 2017 Arzneimittel europaweit vor Abgabe an den Patienten in der Apotheke auf Echtheit geprft werden knnen. In Deutschland wird das System securPharm bereits seit Anfang 2013 getestet. Dabei wird auf jeder Medika- mentenpackung ein zweidimensionaler sogenannter Data Matrix Code auf- gedruckt, mit der die Packung eindeutig zurckverfolgt werden kann. ktotakoy - Fotolia.com nikesidoroff - Fotolia.com
  • 15. 15 AUS ALLER WELT Alex White - Fotolia.com WIE ES IN GYPTEN WEITERGEHT Wie geht es fr die deutsche Wirtschaft weiter in gypten? Unter der ber- schrift Frisst die Revolution ihre Kin- der? analysiert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Lage in einer neuen Ausgabe seines Newslet- ters International Aktuell. Hohe Infla- tion und Jugendarbeitslosigkeit, Bro- kratie, Korruption und fehlende Rechts- sicherheit: Die gyptische Wirtschaft steht vor groen Herausforderungen; Reformen sind dringend erforderlich. Doch dafr fehlten dem Staat die politi- sche Stabilitt und die finanziellen Mit- tel, bilanziert der DIHK die Situation. Fr den herbeigesehnten wirtschaftlichen Aufschwung seien Investitionen erfor- derlich, doch potenzielle Investoren sei- en verunsichert. Das gelte ebenso fr auslndische Gste entsprechend stark leide der Touris- mus, einer der wichtigsten Wirtschafts- zweige des Landes. Wie die deutschen Unternehmen vor Ort reagieren, ob der Welthandel bezie- hungsweise die deutsch-gyptischen Wirtschaftsbeziehungen beeintrchtigt sind, lesen Interessierte in der neuen Ausgabe von International Aktu- ell. schwabenblitz - Fotolia.com EMIRAT AJMAN WIRBT UM DEUTSCHE UNTERNEHMEN Die Ajman Free Zone Authority (AFZA) mchte aktuell verstrkt Investoren und Unternehmen aus Deutschland fr das kleinste der sieben Emirate in den VAE gewinnen. Mit mehr als 7.000 Unter- nehmen unterschiedlicher Gre zhlt die AFZA zu den grten und am schnellsten wachsenden Freizonen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Deutsche Unternehmen profitie- ren derzeit vom Wachstum in den VAE in den Branchen Maschinenbau, Auto- mobil, Chemie, Bau, Elektro/Elektronik, IT und Telekommunikation sowie Im- port- und Exporthandel. Der Warenaustausch zwischen den VAE und Deutschland hat sich bereits in den vergangenen zehn Jahren mehr als ver- doppelt. Allein in den letzten drei Jahren ist die Ajman Free Zone bei den Be- triebsansiedlungen um jhrlich rund 40 Prozent gewachsen. Der Anteil europi- scher Unternehmen in der Freizone be- trgt rund 35 Prozent, davon sind wiederum sieben Prozent aus Deutsch- land. Als Vorteile bietet die Ajman Free Zone Investoren diverse kommerzielle Lizenz- optionen fr Handel, Dienstleistungen und Industrie. Zudem stehen Investoren Gebude, Bros darunter Smart und Executive Offices Warenlager, aber auch Industriegelnde zur Verfgung. Bereits mit 5.500 US-Dollar kann ein Un- ternehmen in der Freizone gegrndet werden. Geboten werden des Weiteren 100 Prozent auslndische Inhaberschaft, 100 Prozent Steuerfreiheit verbunden mit einer guten Infrastruktur und strate- gisch gnstiger Lage. Ajmans Nhe zu Dubai und Sharjah ermglicht leichten Zugang zu zwei internationalen Flugh- fen und vier Hfen. Bei den Mietpreisen sei Ajman wesentlich gnstiger als Frei- zonen in Dubai oder Abu Dhabi.
  • 16. 16 AUS ALLER WELT seiko64 - Fotolia.com AUSTRALIENS BERGBAU BOOMT Der Bergbau drfte in Australien auf lange Sicht weiterhin der wichtigste In- dustriesektor des Landes bleiben. Dies wirkte sich bisher auch fr deutsche Ma- schinenbauer positiv aus, die fr diesen Sektor relevante Produkte herstellen. Insgesamt konnte Deutschland seine Ex- porte nach Australien 2012 um 11,8 Prozent auf einen Gesamtwert von 9,3 Milliarden Euro steigern. Dieses Jahr knnte es zu einem erneuten Anstieg um weitere zehn Prozent kommen. Das berichtet Germany Trade & Invest (gtai). Generell luft es aus wirtschaftlicher Sicht im rohstoffreichen Australien bis- her gut: 2012 konnte das Bruttoin- landsprodukt (BIP) um 3,1 Prozent zulegen. Fr 2013 liegen die Wachs- tumsprognosen derzeit bei 2,7 Prozent. Auch die Inflation und Arbeitslosigkeit waren stabil auf niedrigem Niveau. Le- diglich der verarbeitende Sektor leidet unter dem starken australischen Dollar. Bergbauerzeugnisse gehren zu den wichtigsten Exportgtern Australiens: Kohle, Eisenerz und Gold sind den gtai- Experten zufolge die am strksten ge- frderten Rohstoffe. Bei den Steinkohle- ausfuhren liegt man weltweit auf Platz eins, bei der Goldfrdermenge an zwei- ter Stelle hinter China. Insgesamt verei- nen Flssigerdgas, Erdgas und Erd- l-Projekte mehr als 70 Prozent der ge- samten gesicherten Investitionen im Rohstoffsektor auf sich. Australien knnte bald auch zum weltweit grten Exporteur von Flssigerdgas wer- den. INDONESIEN MIT BESUCHERREKORD So viele Touristen wie noch nie hat es diesen Sommer nach Indonesien gezo- gen. Laut der offiziellen Statistik stieg die Anzahl auslndischer Touristen im In- selstaat im Juni 2013 um 13,52 Prozent gegenber dem Vormonat auf 789.594 Besucher die hchste Monatsquote, die je erreicht wurde. Grund dafr sei die steigende Anzahl der Reisenden aus dem Mittleren Osten. Auch Bali zieht nach dem ersten Halbjahr 2013 positive Bilanz: Die Insel der Gtter freut sich ber neun Prozent mehr auslndische Besucher als in den ersten sechs Mona- ten im Jahr 2012. Allein im Juni dieses Jahres reisten rund 276.000 Gste ein im Vorjahr waren es noch 238.000. Es waren vor allem mehr Besucher aus China, Japan, Indien und Malaysia zu Besuch. Aus Europa kamen verstrkt Touristen aus Deutschland. Entsprechend reagiert die Regierung: Die Plne fr den neuen Flughafen in Yogyakarta, dessen Bau noch in diesem Jahr starten soll, nehmen Gestalt an. Bis 2016 sollen eine 3.600 mal 45 Meter groe Start- und Lande- bahn, Vorfeld, sieben Rollbahnen, vier Vorfeldsysteme, Terminalgebude, Wirtschaftsgebude, Technikgebude und Flugsicherung entstehen. Der Flug- hafen soll bis zu 30 Millionen Pas- sagiere pro Jahr bedienen knnen. Aqnus - Fotolia.com
  • 17. LISSABON BELIEBTESTE STADT Die beliebteste Destination fr Stdteur- laub ist in diesem Jahr Lissabon. Die por- tugiesische Hauptstadt hat dafr den Reise-Oscar der Tourismusbranche die World Travel Awards verliehen be- kommen. Die Stadt am Tejo hat sich dabei im Finale in Antalya (Trkei) gegen andere europische Metropolen durch- gesetzt und erhielt die begehrte Aus- zeichnung als Europas bestes Reiseziel fr Stdtereisen. Der Jury zufolge hat Lissabon den Preis verdient, weil die Stadt sich besonders bemht hat, das touristische Angebot zu verbessern. Seit 1993 zeichnen die World Travel Awards herausragende Gastfreundlich- keit und besondere Leistungen im Tou- rismus aus. Gewhlt werden die Preistrger weltweit durch Reise- und Tourismus-Experten. Lissabon erhielt diese Prmierung, die auch als Oscar der Reisewelt bezeichnet wird, bereits zum dritten Mal innerhalb der ver- gangenen fnf Jahre. DEUTSCHE UNTERNEHMEN IN TUNESIEN WEITER PRSENT Zwar spren deutsche Unternehmen in Tunesien die Auswirkungen der aktuel- len politischen Krise; die Wettbewerbs- fhigkeit des Produktionsstandortes hat aus Sicht der Exportunternehmen vor Ort jedoch nicht gelitten. Das hat eine Blitzumfrage der Deutschen Auslands- handelskammer (AHK) Tunesien Ende August dieses Jahres ergeben. An der Erhebung beteiligten sich 30 Un- ternehmen, die insgesamt mehr als 20.000 Mitarbeiter beschftigen. Demnach hat die derzeitige politische Lage hat fr 63 Prozent der Befragten Einfluss auf ihre Geschftsttigkeit. Dabei sehen 37 Prozent die grte Her- ausforderung in der Zurckhaltung der Kunden und Partner aufgrund der aktu- ellen Unsicherheit. Der Eindruck fehlender Stabilitt in Tu- nesien veranlasst elf Prozent der Be- triebe, andere Produktionsstandorte im Ausland auszubauen. 21 Prozent der Unternehmen sind aufgrund der mo- mentanen Situation durch Streiks beein- trchtigt elf Prozent durch Arbeits- krftemangel. Entsprechend fordern 43 Prozent der Unternehmen von den poli- tisch Verantwortlichen stabile politische und soziale Verhltnisse; 39 Prozent mchten mehr Planungs- und Rechtssi- cherheit fr die Wirtschaft, und auch baldige Neuwahlen stehen auf den Wunschlisten der Betriebe. Bei aller Kritik verzeichneten im Zeitraum Januar bis August 76 Prozent der Be- fragten steigende bis gleichbleibende Exporterlse. 50 Prozent der Umfrage- teilnehmer rechnen bis zum Jahresende mit stabilen, 33 Prozent sogar mit stei- genden Einnahmen. Damit bleibe das Land weiterhin ein Standort, der sich durch seine Nhe zu Europa und seine wettbewerbsfhigen Produktionskosten auszeichne, fasst die AHK Tunesien zusammen. 17 AUS ALLER WELT serkat - Fotolia.com mdesignstudio - Fotolia.com IMPRESSUM HERAUSGEBER: BUND DER AUSLANDS- ERWERBSTTIGEN E.V. KHNEHFE 3 22761 HAMBURG TEL. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: ANNE-KATRIN SCHULZ (verantwortlich) [email protected] SANJA ZIVKOVIC GESTALTUNG / LAYOUT: PRADEEP DHARMAPALAN LEKTORAT: ANDREA KRAUS COPYRIGHT: DIE BEITRGE IM BDAE- NEWSLETTER SIND URHE- BERRECHTLICH GESCHTZT UND DRFEN NICHT OHNE SCHRIFTLICHE GENEHMI- GUNG DURCH DEN HERAUS- GEBER REPRODUZIERT WERDEN. DIE BEITRGE DES BDAE- NEWSLETTERS SPIEGELN DIE MEINUNG DER REDAKTION UND NICHT UNBEDINGT DIE DES BDAE WIDER.