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LEBEN UND ARBEITEN IM AUSLAND NOVEMBER 2015 © Mihai Tufa für die BDAE GRUPPE INTERVIEW VERMISCHTES WELTWEIT „EINE WELTREISE IST KEINE BE- SONDERE PERSÖNLICHE LEIS- TUNG“ W ie zwei Schweizer 2,5 Jahre die Welt bereisten. LEBENSHALTUNGSKOSTEN IM INTERNATIONALEN VERGLEICH W as Käse, Milch, Bier und Butter überall kosten. EXPAT- UND REISEBLOGS, DIE MAN KENNEN SOLLTE F ünf spannende Webseiten im Porträt. 1

Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" November 2015

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  • LEBEN UND ARBEITEN IM

    AUSLANDNOVEMBER 2015

    Mihai Tufa fr die BDAE GRUPPE

    INTERVIEW

    VERMISCHTES

    WELTWEIT

    EINE WELTREISE IST KEINE BE-SONDERE PERSNLICHE LEIS-TUNG

    Wie zwei Schweizer 2,5 Jahre dieWelt bereisten.

    LEBENSHALTUNGSKOSTEN IMINTERNATIONALEN VERGLEICH

    Was Kse, Milch, Bier und Butterberall kosten.

    EXPAT- UND REISEBLOGS, DIEMAN KENNEN SOLLTE

    Fnf spannende Webseiten im Portrt.

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    INTERN

    INTERVIEW

    RECHTLICHES

    EXPATRIATES

    AIRLINES

    VERMISCHTES

    WELTWEIT

    11 Rckkehrklausel bei Auslands-entsendung: Ein Schutz gegen Arbeitslosigkeit?

    12 Neue Beitragsbemessungsgrenzenfr 2016: Was bedeutet dies frAuslandsentsendungen?

    12 Lohnsteuer in China: Expats werden genau berprft

    13 Wie das interkulturelle Know-howvon Bundeswehrspezialisten beider Integration auslndischer Fach-krfte hilft

    17 Deutschland weiterhin beliebtestesUrlaubsland

    17 Eltern gewhren ihren Kindern imUrlaub mehr Freiheiten

    28 Expat- und Reiseblogs, die mankennen sollte

    20 Eltern und Kinder favorisieren Aus-landsstudium gleichermaen

    21 Schweizer Kinder sind zu dick21 Europer leiden unter Stress22 Woher die German Angst

    kommt22 Skandinavier sind am sportlichsten22 Was Urlauber in die Reiseapotheke

    packen

    23 Lebenshaltungskosten im interna-tionalen Vergleich

    24 Studentenstdte: Boston am teuersten, Berlin am gnstigsten

    24 Welche Nationen am meisten Urlaubstage haben

    24 Impressum

    GESUNDHEIT 15 Air China15 Lufthansa15 Emirates16 Singapore Airlines und Lufthansa16 Gnstigstes Flugziel 2014: Paris

    4 Eine Weltreise ist keine besonderepersnliche Leistung

    3 BDAE wieder auf den ITB BusinessTravel Days

    3 Grundlagenseminar Auslandsent-sendungen von Mitarbeitern

    EDITORIAL

    8 Wie die Lohnsteuerhaftung von Ar-beitgebern minimiert werden kann

    9 Mahnverfahren im Ausland durch-setzen

    10 Steueridentifkationsnummer frKindergeld im Ausland

    10 Fliegen: Unerwartete technischeProbleme bringen Ausgleichszah-lung

    Liebe Leserin,lieber Leser,es ist ein Traum, den viele Menschen haben: Einmal die Welt bereisen. Doch frdie allermeisten wird sich dieser Wunsch nicht erfllen. Neben monetren Aspek-ten, hindern uns vor allem unsere Verpflichtungen der Job, die Familie, das so-ziale Umfeld fr eine gewisse Zeit, alles hinter uns zu lassen. So zumindestlauten die Argumente der meisten Weltenbummler im Geiste. Die beiden Schwei-zer Frnzi Zrcher und Simon Zryd haben es geschafft, ihren seit Kindheitstagengehegten Wunsch in die Tat umzusetzen: Zweieinhalb Jahre haben sie die Welt bereist und dabei im wahrsten Sinne des Wortes ihren Horizont erweitert. Was sie

    auf diesem Abenteuertrip erlebt haben und wiesie diesen finanzierten erzhlen sie im Interviewab Seite 4.

    Wer selbst keine Mglichkeit hat, regelmig aufReisen zu gehen, kann immerhin von den Erfah-rungen anderer profitieren, die ihre Erlebnisse imAusland ffentlich machen. Wir haben auf derSeite 28 fnf spannende Reiseblogs vorgestellt,die zu besuchen sich lohnt.

    Wussten Sie eigentlich, dass Lebensmittel in Deutschland im europischen Ver-gleich ausgesprochen gnstig sind? Besttigt hat dies eine aktuelle Lebenshal-tungskosten Studie, deren Ergebnisse wir auf der Seite 21 vorgestellt haben.

    Ich wnsche Ihnen viel Spa bei der Lektre und denken Sie immer daran: DerBDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland!

    Herzlichst, Ihr Andreas Opitz

    ZAHL DES

    Verkehrtote gibt es welt-weit pro Jahr.(Quelle: WHO)

    1, 2 5MONATS

    MILLIONEN

  • Vom 9. bis 11. Mrz2016 finden im Rah-men der grten Tourismus-messe der Welt die ITBBusiness Travel Days in Ber-lin statt.

    Die BDAE-Sprecherin Anne-Katrin Schulz wird erneutmit einem Fachvortrag vorOrt sein. Das Thema: Gutgeplant, sicher entsandt Mitarbeiterentsendungenins Ausland richtig planen.

    Kleine und mittelstndischeUnternehmen engagierensich immer hufiger im Aus-land und entsenden zuneh-mend Mitarbeiter, umProjekte vor Ort zu realisie-ren. Das erfordert einegrndliche Vorbereitung nicht nur fr den Expatriate,sondern auch fr das Unter-nehmen. Der Vortrag erlu-tert sozialversicherungs-rechtliche Aspekte undzeigt, wie eine verbindliche

    Entsenderichtlinie den Pro-zess der Auslandsentsen-dung nicht nur strukturiert,sondern Konflikte vermeidetund geht auf aktuelle Ent-wicklungen ein. Dazu ge-hrt auch die Frage, wieExpats in Zeiten von welt-weiten Terroranschlgenvon ihren Unternehmen ge-schtzt werden knnen.

    3

    INTERNBDAE WIEDER AUF DEN ITB BUSINESS TRAVEL DAYS

    Am 27. und 28. Januar 2016 findet in Hamburg dasBDAE-Seminar Auslandsentsendungen von Mitarbei-tern statt. Dieses richtet sich an Leiter und Mitarbeiter ausden Abteilungen Personal, Steuern sowie Finanzen und Ent-gelt in Unternehmen, die ber wenige Erfahrungen im Be-reich der Mitarbeiterentsendung verfgen oder Einsteigersind.

    Bei einer Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland sind Per-sonalverantwortliche allerdings mit einer Reihe komplexerFragestellungen konfrontiert: Wie bereite ich Mitarbeiter bestmglich auf die Auslands-

    entsendung vor? Was muss hinsichtlich der vertraglichen Gestaltung beach-

    tet werden? Welche aufenthaltsrechtlichen Hrden knnen sich erge-

    ben? Welche steuerlichen Konsequenzen mssen bercksichtigt

    werden? Wie knnen Mitarbeiter in allen Sozialversicherungszwei-

    gen whrend und nach dem Auslandseinsatz abgesichertwerden?

    Welche Untersttzung seitens der Heimatbasis bentigenentsandte Mitarbeiter whrend des Einsatzes, und was isthinsichtlich der Reintegration zu beachten?

    Diese und weitere Fragen will die BDAE GRUPPE gemeinsammit Spezialisten unterschiedlicher Rechtsgebiete klren.

    Whrend des zweitgigen Seminars werden rechtlich bedeu-tende sowie organisatorische und vergtungsrelevanteAspekte von Personalentsendungen detailliert dargestellt.Die Seminarteilnehmer erfahren, wie sie Auslandsentsendun-gen fr ihre Mitarbeiter, fr ihre Fhrungskrfte und fr ihrUnternehmen rechtssicher gestalten, richtig betreuen und ty-pische Fehler sowie Haftungsrisiken vermeiden. Danebenprofitieren die Teilnehmer whrend des praxisorientierten Se-minars von einem ganzheitlichen berblick ber die Herausforderun-

    gen von Auslandsentsendungen, vielfltigen Anregungen, um Entsendungen effektiv zu ge-

    stalten und hilfreichen Tipps zur bestmglichen Absicherung der Mit-

    arbeiter.

    Daneben werden viele Praxisbeispiele und Erfahrungsaus-tausch mit Kollegen geboten.

    Fr Fragen dazu steht Ihnen Simone Richer([email protected], Tel.: +49 40-306874-46) zur Verfgung.

    GRUNDLAGENSEMINAR AUSLANDSENTSENDUNGEN VON MITARBEITERN

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    BDAE:Wie viele Lnder habt ihr bisdato bereist?

    Simon: Das ist schwer zu sagen,denn es ging uns auch nicht darum,mglichst viel zu reisen, sondern daseinzelne Land mglichst intensiv ken-nenzulernen. Weil uns die Anzahl nichtwichtig war, haben wir auch nicht mit-gezhlt. Es mag Weltreisende geben,die den Ehrgeiz haben, so viele Lnderder Welt wie mglich zu erkunden wir gehren nicht dazu. Uns war eszudem wichtig, sicher zu reisen, deshalb kamen einige Ln-der gar nicht erst in Frage.

    Frnzi: Dennoch haben wir fast alle Kontinente bereist. Wirwaren in Afrika, Australien, Asien, Nord- und Zentralamerika.Manche Lnder haben wir sogar mehrmals bereist insbeson-dere in Asien war dies der Fall. Das lag sicher auch daran, dassder Flughafen in Bangkok ein wichtiges Drehkreuz ist.

    BDAE:Welches ist euer Lieblingsland?

    Frnzi: Bei mir ein-deutig Australien. Mit21 Jahren habe ich dorteinen Sprachaufenthaltgemacht und war so-fort fasziniert undwahnsinnig beein-druckt von Land undLeuten. Die Australiersind so sensationellfreundlich. Fr michwar es damals das erste Mal, dass ich in die groe weite Welthinausgegangen bin. Ich lebte in einer sehr netten Gastfami-lie, mit der ich noch heute in engem Kontakt stehe. 2006 istsogar meine Gastmutter zu Besuch bei uns in der Schweiz ge-wesen.

    Australien hat einfach alles, was das Leben schn macht: Einewunderschne Natur, diese herrlichen Weiten und moderneMetropolen mit einer hohen Lebensqualitt. Ich liebe Perthund Sydney. Diese Stdte haben ein sehr groes kulturellesAngebot tolle Bars mit Livemusik, Parks und Grten, einwunderschner Stadtstrand und gemtliche Cafs. Und dieLebenseinstellung der Australier ist einfach super. Sie sind solocker und entspannt, fast immer gut gelaunt, sehr offen ge-genber Fremden. Man hat den Eindruck, dass sie maximal imdritten Gang fahren. Alles ist entspannt und an erster Stellesteht das Leben selbst. Die Zeit scheint langsamer zu gehen.Sie nehmen sich immer Zeit fr eine kurze Unterhaltung, einSpchen, ein bisschen Freizeit oder ein Lcheln, ohne gleicheine Gegenleistung zu erwarten.

    Simon: Deswegen finden wir auch,dass Sydney vor allem fr Backpacker

    die coolste Stadt der Welt ist. In Sydney tragen selbst Ge-schftsleute Shorts, Sonnenbrillen und laufen in ihren Long-boards herum. Dort begegnet man den wahren Sonnyboysund Beach Girls. Das Klima ist einfach phantastisch zumin-dest wenn man Sonne und Wrme schtzt. Auerdem hatAustralien aufgrund seiner Historie auch etwas Europisches,was uns wiederum nah ist. Nur ist der Lebensstil um einigeslockerer als in Mitteleuropa. Diese Mischung macht den Kon-tinent fr uns so besonders. Auch mein Herz schlgt amhchsten fr Australien und wir knnten uns beide sehr gutvorstellen, dorthin auszuwandern. Allerdings ist das frSchweizer nicht so einfach, weil unser Land kein EU-Mitgliedist. Deshalb ist es relativ schwierig, ein Arbeitsvisum zu be-kommen. Zudem wre es sehr weit weg von Familie undFreunden.

    BDAE: Ihr habt viel Armut auf Reisen erlebt. Wie seid ihrdamit umgegangen?

    Frnzi:Wir wussten, dass uns viel Elend begegnen wrde,dennoch waren wir ber das Ausma schockiert. Es gibtimmer noch unfassbar viele Menschen, die so bitterarm sind,dass sie selbst ihre Grundbedrfnisse nicht erfllen knnen.Und dazu gehren so scheinbar banale Dinge wie Wasser undEssen und vor allem die Aufrechterhaltung der Gesundheit.Am prgendsten war unser Aufenthalt in Neu Delhi. Wirwussten, dass die Armut dort sehr stark grassiert, doch dass esso schlimm war, hat uns berrascht. Es ist nicht einfach so,dass Menschen betteln, sie kmpfen ums nackte berleben.Diesen Kampf zu sehen und zu wissen, dass man selbst alsreicher Europer nicht allen helfen kann, war eine krasse Er-fahrung. Das hat uns so sehr beschftigt, dass wir unsere In-dienreise vorzeitig abgebrochen haben. Wir sind mit dieserSituation schlichtweg nicht klargekommen. Es hat mir bei-spielsweise das Herz gebrochen, kleine Kinder an meinem Ho-senbein zu haben, die verzweifelt waren und hungerten.

    INTERVIEWEINE WELTREISE IST KEINE BE-SONDERE PERSNLICHE LEIS-TUNG

    Die beiden Schweizer Frnzi Zr-cher (35) und Simon Zryd (34)haben getan, wovon viele trumen: Siebereisten 2,5 Jahre die Welt. Wie die-ser Trip ihre Persnlichkeit geprgt hat,wie sie mit Armut umgingen und wel-ches Land sie am liebsten mgen, er-zhlen sie im Interview.

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    Simon: Das rckt das eigene Weltbild etwas zurecht. Wennman berlegt, wie viel wir im berfluss haben und wie vielAngst wir davor haben, etwas zu verlieren oder abgeben zumssen. Das ist schon verrckt. Die Armut der Menschenauf unserer Reise zu erleben, hat uns tonnenweise Aha-Er-lebnisse verschafft. Obwohl so viele Menschen in den vonuns besuchten Gastlndern fast nichts hatten, wurden wirmit so viel Offenheit und Gastfreundschaft empfangen.Selbst das wenige, was unsere Gastgeber hatten, wollten siemit uns teilen. Wir sind bemerkenswert oft von Einheimi-schen eingeladen worden.

    BDAE:Was waren das fr Aha-Erlebnisse?

    Frnzi: Man kann ber wenig materielle Besitztmer verf-gen und dennoch so viel zum Lachen und Grund zur Freudehaben. Wir haben gesehen und erlebt, was im Leben wirklichzhlt: Gesundheit, Familie, Freunde zu haben und gengendEssen zu knnen. Uns ist bewusst geworden, dass wir amehesten glcklich werden, wenn wir uns auf die elementarenDinge des Lebens konzentrieren. Das Bedrfnis, vor allem Ma-teriellem hinterherzujagen, ist schdlich. Wir haben gesehen,dass so viele arme Menschen glcklicher sind als der Durch-schnittsschweizer. Sie sind zufriedener als wir, weniger von Ei-fersucht, Ehrgeiz, Zielstreben und Hunger nach Erfolg geplagt.

    Simon: Solche Erlebnisse sind nachhaltig prgend, aber zu-rck in der Schweiz haben wir uns schon dabei erwischt,dass wir uns wieder relativ schnell an das Leben dort ange-passt haben. Wir versuchen jedoch, uns immer wieder insGedchtnis zu rufen, was wirklich wichtig ist. Dass Gesund-heit und Liebe die einzigen wertvollen Besitztmer sind. Erstneulich haben wir bei einer Sache wieder gedacht, wieschade, dass wir uns das nicht einfach so kaufen knnenund uns dann erinnert, dass dieser materielle Wunsch ber-haupt nicht wichtig ist. Aber es ist in dem entsprechendenUmfeld nicht so leicht, sich das immer wieder vor Augen zufhren. Fr Schweizer ist zum Beispiel die Arbeit, das wasman macht, unwahrscheinlich bedeutsam und die meistenMenschen identifizieren sich sehr stark ber ihre Jobs. Vorallem Smalltalk hat hufig das Arbeitsleben zum Inhalt.Dabei gibt es Wichtigeres und auch Interessanteres. Den-noch mssen wir uns eingestehen, dass es unmittelbar nachder Rckkehr von unserer Weltreise einfacher war, von denwhrenddessen gemachten Erfahrungen zu profitieren.

    BDAE: Simon, dein Aufruf zum Thema Flchtlinge aufeurem Blog ist sehr beeindruckend. Du schreibst darin, dassdu in 193 Lndern dieser Erde Auslnder bist und pldierstfr mehr Mitgefhl gegenber Menschen auf der Fluchtnach Europa. Ist deine Einstellung zur Flchtlingsfrage einResultat deiner Auslandserfahrung?

    Simon: Ich bin der Meinung, mit etwas Empathie und Ver-stand sowie Erfahrung drfte es nicht schwer sein, die rich-tige Einstellung zum Thema Flchtlinge zu haben. MeineGrundeinstellung dazu hat also nicht zwingend etwas mitder Weltreise zu tun. Diese hat allenfalls meine Haltung dazunoch verfestigt. Ich habe viele Lnder gesehen und in kei-nem habe ich mehr Wohlstand als in der Schweiz vorgefun-den. Und ich frage mich einfach, ob unser Wohlstandwichtiger ist als Menschenleben. So schlimm der Gedankefr uns Schweizer ist, Teilen heit auch verzichten. Dukannst einen Kuchen nicht gerecht mit einer Person teilenund annehmen, anschlieend trotzdem mehr als einen hal-ben Kuchen zu essen.

    Wenn wir Flchtlinge aufnehmen, sie integrieren, sie finan-ziell untersttzen, sie ausbilden, ihnen eine Chance bieten,werden wir einen fr die Allermeisten nicht sprbaren Teil unseres Reichtums abgeben. Es kann sein, dass es zu Einbuen kommt, aber genau das bedeutet nun mal teilen.

    BDAE: Ihr seid 2,5 Jahre um die Welt gereist. Wie ist dieEntscheidung fr eine solch lange Weltreise gefallen? Wiehabt ihr diesen Trip organisiert und vor allem finanziert?

    Simon:Wir haben Gold im Keller wie alle Schweizer. Nein,Scherz beiseite. Wir haben einfach lange Geld gespart undauf vieles verzichtet. Immer mit dem Ziel vor Augen, dieseReise machen zu wollen. Schlussendlich war es gnstiger alsgedacht, obwohl wir uns viel gegnnt haben. Das Teuerstean der Reise war eigentlich deren Unterbrechung aus ge-sundheitlichen Grnden. Damals mussten wir in die Schweizzurckfliegen, um uns behandeln zu lassen.

    Frnzi:Wir haben mal die Kosten zusammengerechnet undinsgesamt hat uns die Weltreise pro Person rund 33.000 Eurogekostet. Wir hatten in der Schweiz auch keine laufenden Kos-ten mehr wie zum Beispiel die Wohnungsmiete. Fr uns beidewar dieser Trip ein lang gehegter Traum, den wir dann einfachumsetzt haben. Wir haben unsere Wohnung und Jobs gekn-digt, was notwendig war, weil wir keine konkreten Plne hat-ten, wie lange wir tatschlich unterwegs sein wollten. Vordiesem Hintergrund war es uns wichtig, keine Verpflichtungenmehr zu Hause zu haben. Wir haben alles so geregelt, dasswir nicht zwingend htten zurckkommen mssen.

    INTERVIEW

    adrenalinapura - Fotolia.com

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    Simon: Bei mir war die Chance da, wieder in den Job ein-zusteigen, also eine Art Sabbatical zu machen. Doch daswollte ich nicht, weil ich mich nicht auf ein Rckkehrdatumfestlegen mochte. Fr uns ist brigens klar, dass dies nichtdie letzte groe Reise gewesen ist. Plne, dies zu wiederho-len, gibt es immer wieder. Wenn einen einmal das Reisefie-ber gepackt hat, wird man es immer wieder versuchen.Wichtig zu wissen ist, dass eine Weltreise nicht der heiligeGral ist also nichts Unerreichbares. Wenn man unterwegsgut wirtschaftet und daheim keine finanziellen Belastungenmehr hat, kann theoretisch jeder normale Westeuroperfr eine Weile die Welt bereisen.

    BDAE: Gab es fr euch eine Art Weltreisen-Alltag?

    Frnzi: Eher nicht, wir haben jeden Tag so genommen, wieer kam. Das habe ich persnlich sehr geschtzt. An manchenTagen hatten wir ein riesiges Programm, das wir abgearbeitethaben und an manchen Tagen haben wir alles ganz spontangemacht. Wir haben auch selten feste Plne gehabt, wielange wir in welchem Land oder an einem bestimmten Ortbleiben wrden. Wenn uns eine Gegend besonders gut gefiel,blieben wir so lange, bis uns die Neugierde auf etwas Neuespackte. Wir htten genau deshalb noch ewig so reisen kn-nen.

    BDAE:Was fehlt niemals in eurem Reisegepck?

    Frnzi: Bei mir muss immer mein Kindle eBook-Reader dabeisein und ein Bikini.

    Simon: Ich kann nicht ohne mein iPhone verreisen. Da istalles drin: Internet, Fotoapparat, Lesestoff.

    BDAE:Wie werden Schweizer fr gewhnlich im Auslandwahrgenommen?

    Simon: Die meisten Lnder kennen die Schweiz gar nicht.Wir wurden oft fr Schweden gehalten. Schlimmstenfallswurden wir neutral wahrgenommen. Andere Backpackerkannten natrlich die Schweiz und sind uns immer freund-lich begegnet. Aufgrund der Neutralitt unseres Landeshaben es Schweizer auf Reisen eigentlich immer leicht. Esgibt keine Probleme bei der Passkontrolle oder beim Zoll.Auffllig war allerdings, dass alle Einheimischen stets dach-ten, wir seien reich. Wahrscheinlich lag dies an der Tatsache,dass wir uns berhaupt einen Flug in das jeweilige Gastlandleisten konnten. Einem Groteil der Menschen auf der Weltist diese Art der Fortbewegung aus Kostengrnden ber-haupt nicht mglich. Ein denkwrdiges Erlebnis hatten wirmal auf Bali, als uns der Rezeptionist beiseite nahm undfragte, ob wir nicht eine Frau fr ihn in der Schweiz htten,die er heiraten kann. Er wre auch so gerne reich.

    BDAE: Mit welchen Herausforderungen hattet ihr auf eurerWeltreise zu kmpfen?

    Frnzi: Am schwierigsten war es in China, weil dort kaumjemand Englisch spricht. Nicht einmal in der Hauptstadt Pe-king war etwas auf Englisch ausgezeichnet. Verkehrsschilder,Speisekarten und so weiter waren alle mit chinesischenSchriftzeichen versehen. Dadurch war auch die Fortbewegungsehr problematisch. Uns haben beispielsweise die Taxifahrernicht befrdert, wenn wir unser Ziel nicht klar kommunizierenkonnten. Die Essenswahl im Restaurant stellte eine enormeHerausforderung dar. Es war jedes Mal ein berraschungsei,denn wir wussten nie, was auf unseren Tellern landen wrde.Wir waren ja einiges gewohnt, aber die Standards in Chinaweichen schon stark von unseren ab. Doch wir kamen mit fastallen kulturellen Besonderheiten gut zurecht, kritisch wurde esnur bei Problemen. Wir hatten einmal eine schwere Lebens-mittelvergiftung und befanden uns zu dieser Zeit im absolutenchinesischen Hinterland. Aufgrund der Sprachbarriere wollteman uns im Krankenhaus nicht behandeln. Da hatten wirwirklich Angst um unser Leben, wir waren vllig auf uns alleingestellt. Irgendwie schafften wir es, nach Hause zu fliegenund konnten uns dann dort behandeln lassen.

    BDAE: Auf eurem Blog distanziert sich Simon in einem Bei-trag vom heutigen Backpacker. Was kritisiert ihr an denRucksacktouristen unserer Zeit?

    Simon: Der Artikel ist bewusst sehr provokativ geschrieben.Ich habe bereits ziemlich viele Nachrichten dazu bekommen.Er ist aus einer Emotion heraus entstanden, in der es michbesonders genervt hat, dass es sehr vielen Backpackern, diewir getroffen haben, immer ums Geld geht. Meiner Erfah-rung nach ist es nicht bei allen, aber bei sehr vielen so.Wenn wir andere Rucksacktouristen trafen, war die ersteFrage stets, woher wir kommen und wohin wir gehen unddann direkt, wie viel wir fr unsere Unterkunft zahlen. Ichkritisiere, dass es fr viele Backpacker so wichtig ist, mg-lichst gnstig zu reisen und mglichst viele krasse Erlebnissezu haben. Bei denen steht nicht das Reisen an sich im Vor-dergrund, sondern eher der Wunsch, erzhlen zu knnen,wo sie schon berall waren, was fr tolle Typen sie sind undwie billig sie alles bekommen haben. In Mexiko haben wirmal in einem Tuk Tuk Backpacker getroffen, die uns rieten,unbedingt nach Guatemala zu reisen, weil es dort so gnstigsei; Essen sei billig und der Transport auch. Sie haben unsGuatemala nicht etwa empfohlen, weil das Land so schn istund die Leute so aufregend sind, es ging nur darum, Geld zusparen.

    INTERVIEW

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    Frnzi:Wir haben auch Menschen getroffen, denen eswichtig war, gefhrliche Lnder zu bereisen. Die wolltenscheinbar aber nur beispielsweise nach Afghanistan, um er-zhlen zu knnen, dass sie in Afghanistan waren. Fr viele istdie Inszenierung vor anderen wohl wichtiger als das Reiseer-lebnis. Wir finden, jeder sollte so reisen, wie es zu ihm passtund nicht, um anderen etwas zu beweisen. Eine Weltreise istkeine auergewhnliche persnliche Leistung. Die Herausfor-derung zum Beispiel eine Familie zu haben und Kinder zu er-ziehen ist bestimmt mindestens gleichwertig. Das versuchenwir auch den Lesern unseres Blogs zu vermitteln. Niemandsollte eine Weltreise unternehmen, um jemandem etwas zubeweisen, sondern um seinen Traum zu erfllen und in die-sem Fall keine Angst davor haben, es ist ein machbares Unter-fangen. Wir haben es getan, weil wir es schon immer fr unswollten. Es muss nicht jeder eine Weltreise machen, aber es istwichtig, dass man Interesse an der Welt hat. Das kann auchmit einem Buch oder einer Zeitschrift sein. Um weltoffen zusein, muss man nicht zwingend seine gewohnte Umgebungverlassen.

    BDAE: Hat euch der Trip als Paar eigentlich verndert bezie-hungsweise noch mehr zusammengeschweit?

    Simon: Prgende Erlebnisse schweien automatisch zu-sammen, insofern hat uns die Weltreise natrlich auch zu-sammengeschweit.

    Frnzi: Vor Antritt der Reise waren wir jedoch schon fastzehn Jahre zusammen, insofern gab es kaum noch berra-schungen, was das nhere Kennenlernen angeht. Was alsPaar bei einer solchen Unternehmung sicherlich schwieriger istals fr Singles sind tiefgrndige Bekanntschaften zu schlieen.Als Paar hat man ja sich und ist nicht so sehr auf andere ange-wiesen, deshalb gestaltete es sich fr uns auch schwieriger,unterwegs Freundschaften zu schlieen. Es blieb alles rechtoberflchlich.

    BDAE:Was ist eurer Erfahrung nach das grte Risiko, wasman als Weltreisender in stabilen Regionen eingeht?

    Simon: In stabilen Regionen geht man keine hheren Risi-ken ein als in der Heimat. Eine Art Risiko, das man sich aberunbedingt bewusst machen sollte, ist die Tatsache, dass manmanchmal besondere Augenblicke nicht intensiv genug ge-niet und dann erst rckblickend erkennt, wie einzigartigder Moment eigentlich war.

    Frnzi: Und ein Risiko kann auch die Dauer der Weltreisesein. Je lnger der Trip, desto schwieriger wird die Rckkehrund vor allem der Wiedereinstieg in den Alltag. Das haben wirzum Beispiel unterschtzt. Nach zweieinhalb Jahren des per-manenten Reisens pltzlich wieder tagtglich in einem Brozu sitzen und wieder Freude an den Schweizer Bergen zu fin-den, war schwieriger als gedacht. Zudem hatten wir so vieleEmotionen und neue Eindrcke gesammelt, dass es lange ge-dauert hat, bis wir uns wieder an den Alltag gewhnten. Daserste Jahr nach unserer Rckkehr war das hrteste. Die Ar-beitswelt ist nun mal recht vorhersehbar, auf einer Weltreisehat man stndig was zu erzhlen, im Alltag passiert einfachnicht derart viel spannendes, es ist ein eintnigerer Rhythmus.

    Simon: Das soll allerdings nicht negativ klingen. Alltag hatauch Vorteile, er bedeutet Ruhe, Bestndigkeit und auchVorhersehbarkeit. Auch die Reintegration in das Umfeld warnicht so einfach, wie wir dachten. Du kommst nach Hauseund mchtest von so vielen Eindrcken erzhlen, aber es in-teressiert eben nicht so viele. Das kann schon enttuschendsein.

    INTERVIEW

    INFOumdieweltreise.ch

    Start: 2011

    Seitenaufrufe: rund 50.000 proMonat

    Zielgruppe: Backpacker & Flashpak-ker fr Welt- und Langzeitreisen imAlter von 2545 Jahren

    Inhalte: Erfahrungsberichte von Rei-senden, Tipps fr Weltreisen (Aus-rstung, Planung, Durchfhrungund Heimkehr), Reisefotografie

    Kontakt: [email protected]

  • Jeder Sachbearbeiter in Personalabteilungen, der Lohnab-rechnungen fr die Angestellten erstellt, ist mit den wie-derkehrenden Prfungen der Finanzmter und derSozialversicherungstrger vertraut. Wie ein Damoklesschwertkreist dieses ber ihnen. Denn: Soweit die Lohnsteuer nichtin ausreichendem Ma einbehalten wurde, kommt es zuNachforderungen. Obwohl diese Lohnsteuer eigentlicheine Steuerschuld des Arbeitnehmers ist, nimmt das Finanz-amt den Arbeitgeber als Haftungsschuldner in Anspruch. Obund in welchem Umfang der Arbeitgeber diese Lohnsteuervon seinem Arbeitnehmer zurck erhlt, ist fr die Haf-tungsinanspruchnahme ohne Bedeutung. So kann es zuendgltigen Steuerbelastungen der Arbeitgeber kommen.

    Gefahr des zu niedrigen Lohnsteuerabzugs bei Aus-landsentsendungen

    Whrend die alltglichen Sachverhalte hinsichtlich des Lohn-steuerrechts keine groen Risiken bergen und die blicher-weise auftretenden Fragen geklrt sind, erhht sich dieGefahr eines zu niedrigen Lohnsteuerabzugs bei auerge-whnlichen und neuen Sachverhalten um ein Vielfaches. Soverwundert es nicht, wenn insbesondere Sachverhalte mitAuslandsbezug bei fehlerhafter Beurteilung zu Nachforde-rungen seitens der Lohnsteuerprfer fhren. Eine solcheNachforderung kann unter Umstnden auch noch nach Jah-ren erfolgen, wenn der ehemalige Expatriate nicht mehrbeim entsendenden Unternehmen beschftigt ist und imAusland einer anderen Ttigkeit nachgeht. Fr das Finanz-amt ist dieser Arbeitnehmer nicht mehr greifbar, so dass esregelmig zu einer Inanspruchnahme des Arbeitgeberskommen wird.

    Nutzung von Paragraf 42e EStG kann Haftungsrisikenfr Unternehmen senken

    Vor diesem Hintergrund sollten Personaler, die fr die Lohn-abrechnung zustndig sind, Paragraf 42e des Einkommen-steuergesetzes kennen. Denn dieser bietet eine Lsung frdie beschriebene Situation. Paragraf 42e EStG trgt die ber-schrift Anrufungsauskunft und dessen Satz 1 lautet:

    Das Betriebsstttenfinanzamt hat auf Anfrage eines Betei-ligten darber Auskunft zu geben, ob und inwieweit im ein-zelnen Fall die Vorschriften ber die Lohnsteuer anzuwendensind.

    Eigentlich ist damit alles gesagt. Dennoch mchten wir ei-nige Anmerkungen hinzufgen: Die Anrufungsauskunft ver-folgt den Zweck, dem Arbeitgeber Sicherheit zu geben quasi als Gegenpol zur weitreichenden Haftungsgefahr. Sieist Ausdruck staatlicher Frsorge gegenber Personen, dievom Staat zur Mithilfe beim Steuerverfahren zwangsver-pflichtet sind.

    Das Verfahren wird durch eine Anfrage in Gang gesetzt. An-tragsberechtigt ist neben dem Arbeitgeber auch der Arbeit-nehmer. Der Antrag muss an das Betriebsstttenfinanzamtgerichtet werden. Dabei handelt sich um jenes Finanzamt,das fr die Lohnsteuer des Arbeitgebers zustndig ist.

    Vorgehensweise bei Anrufungsauskunft

    Die Anfrage muss einen bestimmten Sachverhalt betreffenund diesen umschreiben. Sie kann einen Arbeitnehmer odermehrere mit vergleichbaren Sachverhalten berhren. Sie istgrundstzlich formfrei, wobei die Schriftform zu empfehlen ist.

    Die Frage muss eine Relevanz zum Lohnsteuerabzug aufwei-sen. Insbesondere zhlt dazu die Frage, ob und inwieweitlohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn vorliegt. Aber auch andereFragen haben einen Bezug zum Lohnsteuerabzug, zum Bei-spiel:

    Wie ist eine Regelung im Doppelbesteuerungsabkommen(DBA) hinsichtlich des Besteuerungsrechts des Arbeitslohnsauszulegen?

    Ist der Lohnsteuerabzug von einem auslndischen Arbeit-geber bei Entsendung eines Arbeitnehmers nach Deutsch-land vorzunehmen?

    Knnen bestimmte Vergtungsbestandteile steuerfrei ge-zahlt werden?

    In welchem Umfang sind bestimmte Vergtungsbestandteiledem in Deutschland steuerfreien Arbeitslohn zuzurechnen?

    Wird die deutsche Tochtergesellschaft des vom auslndi-schen Mutterhaus entsandten Arbeitnehmers als wirt-schaftlicher Arbeitgeber betrachtet und muss diese dann inder Folge auch den Lohnsteuerabzug vom Lohn vornehmen?

    Tatschlich ergeben sich im tglichen Leben beim Erstellenvon Lohnabrechnungen noch viele weitere zu klrende Fra-gen. Wichtig ist aus unserer Sicht, dass die Sachbearbeiter imLohnbereich fr diese vielen Feinheiten mit groen Auswir-kungen sensibilisiert und ber die Mglichkeit einer verbind-lichen Auskunft informiert sind. Denn immerhin: Auf dieAuskunft besteht ein Rechtsanspruch. Sie erfolgt seitens desFinanzamtes in Schriftform und stellt einen Verwaltungsaktdar, der auch mit einem Einspruch angefochten werdenkann, um sie einer rechtlichen Prfung zuzufhren. Das Fi-nanzamt ist an die Auskunft gebunden.

    WIE DIE LOHNSTEUERHAFTUNG VON ARBEITGEBERN MINIMIERT WERDEN KANN

    RECHTLICHES

    8 Marco2811 - Fotolia.com

  • Mahnverfahren knnen grundstzlich nicht nur gegenim Inland ansssige Schuldner angewandt werden,sondern auch ber die Grenze gehen. Weil allerdings stetsein anderer Staat dabei involviert ist, gelten in einem solchenFall andere Regeln. Es empfiehlt sich, ein solches Verfahrenber die Landesgrenzen hinaus nur dann anzustrengen,wenn es um weitgehend unbestrittene, also eindeutig nach-weisbare Forderungen geht.

    Bereits Anfang 2009 war in Deutschland einGesetz zur besseren Durchsetzung von For-derungen innerhalb der EU in Kraft getre-ten. Mit dem Gesetz zur Verbesserung dergrenzberschreitenden Forderungsdurchset-zung und Zustellung wurden die deut-schen Ausfhrungsbestimmungen fr zweiEG-Verordnungen geschaffen der Verord-nung zur Einfhrung eines EuropischenMahnverfahrens (VO [EG] Nr. 1896/2006)und der Verordnung zur Einfhrung eines Europischen Ver-fahrens fr geringfgige Forderungen (VO [EG] Nr.861/2007). Weil diese Verordnungen an einigen Stellen je-doch ausdrcklich auf das nationale Recht beziehungsweisedem jeweiligen Gesetzgeber des anderen Staates Spielraumgaben, sollte das neue Gesetz diese Lcke schlieen.

    Das Gesetz sorgt dafr, dass deutsche Unternehmen bei For-derungen gegen auslndische Schuldner schneller an ihrGeld kommen. Vereinfacht gesagt, erlsst das zustndigeGericht im Ausland bei berechtigten Antrgen seitens desGlubigers einen schnelleren Zahlungsbefehl. Legt der

    Schuldner nicht binnen 30 Tagen Einspruch ein, erklrt dasGericht den Zahlungsbefehl fr vollstreckbar (einstufiges Ver-fahren). Bei einem Einspruch beginnt ein gewhnlicher Zivil-prozess nach dem Recht des Staates des Schuldners.

    Geringfgige Forderungen bis 2.000 Euro knnen von Glu-bigern innerhalb der EU in einem einheitlichen europischenZivilverfahren direkt vor dem zustndigen Gericht des

    Schuldners im EU-Ausland geltend gemachtwerden. Dies ist etwa bei kleineren Kfz-Un-fllen eines Touristen im Ausland sprbar,der somit beispielsweise schneller zum Er-satz seiner Werkstattkosten kommt. Dafrstehen standardisierte Formulare zur Verf-gung. Dabei wird das Verfahren in derRegel nur schriftlich gefhrt, um Reisekos-ten der Parteien zu vermeiden.

    Die Schwierigkeit fr Unternehmen bestehtdarin herauszufinden, wann ein internationales und wannein deutsches Gericht fr ihre Forderungen zustndig ist. DieIHK Pfalz teilt mit, dass die Bestimmungen dazu nicht leichtzu durchschauen sind und die wenigsten Betroffenen umhinkommen, externe juristische Expertise hinzuzuziehen. AlleineSprachbarrieren, unter Umstnden unterschiedliche Zeitzo-nen, interkulturelle Konflikte und insbesondere fremdeRechtssysteme knnen fast zu unberwindbaren Barrierenwerden.

    Anrufungsauskunft ist kostenlos

    Die Anrufungsauskunft nach 42e EStG ist kostenlos. EineGebhrenfreiheit fr verbindliche Ausknfte gibt es im deut-schen Steuerrecht ansonsten nur noch, wenn diese im Rah-men von Betriebsprfungen beantragt werden.

    Fazit: Durch das Stellen einer Anrufungsauskunft zur rechtenZeit erhlt der Arbeitgeber eine fr das Lohnsteuerabzugs-verfahren bindende Auskunft, ob und inwieweit bei einembestimmten Sachverhalt Lohnsteuer vom Arbeitslohn einzu-behalten ist. Hlt sich der Arbeitgeber an die Auskunft, ist erbei spterer Prfung durch das Finanzamt vor einer Haf-tungsinanspruchnahme geschtzt. Sollte der Arbeitnehmereine andere Auffassung vertreten, kann er diese bei seinerpersnlichen Steuererklrung geltend machen die Aus-kunft entfaltet fr dieses Verfahren keine Bindungswirkung.

    Das doch sehr scharfe und tiefe Wunden reiende Damo-klesschwert einer Haftungsinanspruchnahme wird durch eineAnrufungsauskunft nicht nur abgestumpft, sondern es lst

    sich auf. Umso verwunderlicher ist es aus unserer Sicht, dassdieses kostenfreie Mittel trotz seiner positiven Auswirkungenviel zu wenig genutzt wird. Wir empfehlen vor allem Unter-nehmen, die Mitarbeiter ins Ausland entsenden, hufigerdavon Gebrauch zu machen.

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    RECHTLICHES

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    MAHNVERFAHREN IM AUSLAND DURCHSETZEN

    K.C. - F

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    AUTORENMario Stahl und Michael Yndensind Steuerberater der KanzleiMolka | Stahl | Ynden.Eschenburgstrae 1623568 LbeckTel.: +49-451-388 603-0E-Mail: [email protected]: www.molka-stahl.de

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    RECHTLICHES

    Versptet sich ein Flugbetrchtlich oder wirder annulliert, weil unerwar-tete technische Problemeam Flugzeug auftreten,haben Reisende Anspruchauf eine Ausgleichszahlungim Sinne der EU-Fluggast-rechteverordnung. Das gehtaus einem Urteil des Euro-pischen Gerichtshofes(EuGH, Az.: C 257/14) her-vor.

    Im vorliegenden Fall versp-tete sich die Ankunft desFluges der spteren Klgerinmit KLM von Quito in Ecua-dor nach Amsterdam um 29Stunden. Entschdigungs-zahlungen lehnte die Flug-gesellschaft mit derBegrndung ab, dass auer-gewhnliche Umstnde zuder Versptung gefhrt ht-ten, nmlich die Kombina-tion zweier technischerDefekte. Die betroffenenTeile htten erst nach Quitoeingeflogen werden ms-sen. Angaben der Herstellerzufolge htten die Teileauch noch nicht ihre durch-schnittliche Lebensdauerberschritten, deshalb wer-tete die Airline die Defekteals auergewhnlichen Um-stand.

    Der Gerichtshof schloss sichdieser Meinung nicht an.Zwar stelle das vorzeitigeAuftreten der technischenMngel ein unerwartetesVorkommnis dar, es gehrejedoch zur normalen Ttig-keit eines Luftfahrtunter-nehmens, die Behebungsolcher technischen Defektezu beherrschen.

    Auergewhnliche Um-stnde in diesem Zusam-menhang seien nurversteckte Fabrikationsfehleroder durch Sabotageakteverursachte Schden anFlugzeugen.

    Quellen: www.cibt.de undwww.tip.de

    FLIEGEN: UNERWARTETE TECHNISCHE PROBLEMEBRINGEN AUSGLEICHSZAHLUNG

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    Unter bestimmten Voraussetzungen besteht auch fr imEU-Ausland lebende Kinder ein Anspruch aufs Kinder-geld. Diese erhalten im Regelfall keine deutsche Steuer-Iden-tifikationsnummer, da sie in Deutschland nicht steuerpflichtigsind. Ab 2016 zahlt die Familienkasse jedoch nur noch Kin-dergeld aus, wenn ihnen die Steueridentifikationsnummerdes Kindes gemeldet wurde. Was bedeutet das fr Kinder,

    die in einem anderen EU-Land leben?

    Das Bundeszentralamt fr Steuern meldet, dass ihre Identittauf andere geeignete Weise mit Hilfe der in den jeweiligenLndern gebruchlichen Personenidentifikationsmerkmaleund Dokumente nachzuweisen ist.

    STEUERIDENTIFKATIONSNUMMER FR KINDERGELD IM AUSLAND

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    Bei vielen Auslandsentsendungen ist es Unternehmen auf-grund der rechtlichen Rahmenbedingungen nicht mg-lich, ihre Mitarbeiter in punkto Absicherung im deutschenSozialversicherungssystem zu belassen. Das Problem: Insbe-sondere in den wichtigen Absicherungssulen Arbeitslosen-und Rentenversicherung mchten deutsche Expats weiterhinin dem ihnen vertrauten und sicheren System verbleiben.

    Im Hinblick auf die Arbeitslosenversicherung gibt es immerhinErsatzsysteme wie das Antragspflichtverhltnis der Bundes-agentur fr Arbeit beziehungsweise eine private Arbeitslosen-versicherung wie den Tarif Expat Job des BDAE. Da vieleUnternehmen aufgrund des kostenintensiven Prozesses derEntsendung unter enormen Druck stehen, folgen sie oftmalsder Empfehlung zahlreicher arbeitsrechtlicher Berater, eineRckkehrklausel in den Entsendevertrag des Expats zu inte-grieren.

    Zweck: Weiterbeschftigung garantierenDiese Rckkehrklausel garantiert nach Beendi-gung des Arbeitsverhltnisses im Ausland dieWeiterbeschftigung beispielsweise im Be-trieb in Deutschland. Somit wird demMitarbeiter versprochen, dass er beiRckkehr nicht arbeitslos werden kann.Problem erkannt - Problem gebannt,knnte man meinen. Ein weiterer po-sitiver Effekt: Das Unternehmen spartsich berdies die Mitgliedsbeitrge be-ziehungsweise die Versicherungspr-mien einer alternativen Absicherung.Doch was genau bedeutet diese Rck-kehrklausel fr den entsandten Mitarbei-ter? Eine Rckkehrklausel verspricht diesemvertraglich, nach seiner Auslandsbeschftigungwieder eine Beschftigung im vorherigen Betrieb auf-zunehmen. Garantiert wird also, dass der Mitarbeiter ein Ge-halt bezieht. Von diesem werden seine Steuern undSozialversicherungsbeitrge abgefhrt. Was diese Klausel je-doch keinesfalls garantieren kann, ist jedoch der Anspruch aufsozialversicherungsrechtliche Nebenleistungen wie beispiels-weise die Arbeitslosenversicherung.

    Klar definierte Voraussetzungen fr den BezugBegrndung: Nach 12 Monaten Auslandsaufenthalt und Ver-lassen der deutschen Sozialversicherung verliert ein Mitarbei-ter seinen Leistungsanspruch auf Arbeitslosengeld I. DieBundesagentur fr Arbeit prft hierbei nmlich die soge-nannte Anwartschaftszeit. Diese ist eine Voraussetzung fr dieZustimmung der Leistungsberechtigung und bedeutet, dasseine Person nur dann einen Leistungsanspruch besitzt, wennsie in den letzten 24 Monaten mindestens 12 Monate in dieArbeitslosenversicherung eingezahlt hat.

    Wer jedoch whrend des Auslandsaufenthalts seinen Job kn-digt oder aus unterschiedlichen Grnden entlassen wird, ist

    somit schlechter gestellt als wenn er in Deutschland verbliebenwre. Wie heikel diese Situation in Sachen Haftung fr denArbeitgeber sein kann, zeigt folgendes Beispiel:

    Einem kinderlosen Mitarbeiter (Steuerklasse III) mit Ehefrau,dessen Verdienst ber der Beitragsbemessungsgrenze von6.050 Euro (2015) liegt, stehen monatlich 2.199,30 Euro zu-zglich der Kosten fr Kranken-, Pflege- und Rentenversiche-rung zu. Die Hhe der Kosten einer Leistungsberechtigungvon bis zu 12 Monaten ist schnell ersichtlich. Sie betragenganze 26.391,60 Euro.

    Kein Anspruch auf Arbeitslosengeldhnlich verhlt es sich, wenn der Mitarbeiter nach Beendi-gung des Auslandseinsatzes in das alte Beschftigungsverhlt-nis zurckkehrt. Er erhlt zwar ein Gehalt, hat aber dieLeistungsberechtigung auf Arbeitslosenuntersttzung verwirktund muss in den ersten 12 Monaten seinen Leistungsanspruch

    in Deutschland zunchst wieder aufbauen. Wird er indieser Zeit gekndigt, steht ihm kein ALG I zu,

    und er rutscht automatisch in Hartz IV. AlsPersonalverantwotlicher, aber auch als An-gestellter stellt sich in einem solchenworst case die Frage, wer fr diesenfinanziellen Schaden aufkommt. Esliegt auf der Hand, dass der mittler-weile arbeitslose ehemalige Expat sei-nen Entschdigungsanspruch notfallsauch mit rechtlicher Untersttzungdurchsetzen wird.

    Folglich entpuppt sich eine scheinbar ele-gante Lsung wie die Rckkehrklausel als

    finanzielles Desaster, das in keinem Verhltniszu den Kosten vorhandener Lsungen steht.

    Schwer zu beziffern ist berdies der Imageschadeneines Unternehmens gegenber Fachkrften, die es fr zu-knftige Auslandsentsendungen zu gewinnen gilt.

    Private Ersatzlsungen knnen im besten Fall nicht nur demSicherheitsbedrfnis des Mitarbeiters nachkommen, sondernreduzieren Haftungsrisiken seitens des Unternehmens auf einMinimum.

    EXPATRIATESRCKKEHRKLAUSEL BEI AUSLANDSENTSENDUNG: EIN SCHUTZ GEGEN ARBEITSLOSIGKEIT?

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    AUTORClaus-Helge Gro ist Firmenkunden-berater Auslandsversicherungen beider BDAE GRUPPETel.: +49-306874-70E-Mail: [email protected]

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    EXPATRIATES

    Die Regierung hat krzlich die nderung der Beitragsbe-messungsgrenzen (BBG) das ist der Betrag des Entgeltseines Arbeitnehmers, bis zu dem die Beitrge fr die gesetzli-che Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Kranken-versicherung und Pflegeversicherung herangezogen werden fr 2016 beschlossen. Konkret erhhen sich ab dem 1. Ja-nuar 2016 die BBG in der Kranken- und Rentenversicherung.Dies hat auch Auswirkungen auf die Arbeit von Personalver-antwortlichen, die Auslandsentsendungen betreuen.

    Mit gesteigerten Lhnen und Gehltern in Deutschland erh-hen sich die BBG in der Kranken- sowie Rentenversicherungzum 1. Januar 2016. Wer also mehr verdient beziehungs-weise Lhne und Gehlter bezieht, die ber dieser Grenzeliegen, muss knftig hhere Abgaben in der Sozialversiche-rung leisten. Das gleiche gilt fr den Arbeitgeberanteil.

    BBG der Renten- und ArbeitslosenversicherungFr die Region West erhht sich die BBG von 6.050 Euro(2015) auf 6.200 Euro. Fr die Region Ost steigt die BBG von5.200 Euro (2015) auf 5.400 Euro. Die gleichen Werte geltenauch fr die Arbeitslosenversicherung.

    Fr die knappschaftliche Rentenversicherung gelten 20167.650 Euro (West) bzw. 6.650 Euro (Ost) als neue Werte der

    BBG. In der gesetzlichen Rentenversicherung gilt somit dasdurchschnittliche Entgelt von bundeseinheitlich 36.267 Euro.

    BBG der Kranken- und PflegeversicherungDie Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Kranken-versicherung (GKV) erhht sich von jhrlich 54.900 Euro(2015) auf 56.250 Euro in 2016. Die BBG in der GKV lag2015 bei monatlich 4.125 Euro, 2016 liegt diese nun bei4.237,50 Euro (50.850 Euro jhrlich).

    Die mit der nderung einhergehende Erhhung der BBGfhrt sowohl zu hheren Maximal-Beitrgen in der Renten-versicherung als auch zu hheren Leistungsansprchen.Ebenso sind die Hrden hher, ab dem ein Mitarbeiter sichfreiwillig gesetzlich oder einer privaten Versicherung (PKV)krankenversichern lassen kann.

    Fr Expatriates, die aufgrund aufenthalts-, arbeits-, steuer-oder sozialversicherungsrechtlicher Konstruktionen nicht inder deutschen Sozialversicherung verbleiben knnen und al-ternative Lsungen ber den Arbeitgeber beziehen, mssenPersonaler diese alternativen Lsungen anpassen.

    Der BDAE bert Sie bei Fragen gern: [email protected]

    NEUE BEITRAGSBEMESSUNGSGRENZEN FR 2016: WAS BEDEUTET DIES FR AUSLANDS-ENTSENDUNGEN?

    LOHNSTEUER IN CHINA: EXPATS WERDEN GENAU BERPRFT

    Die chinesischen Steuerbehrden haben die Entrichtung der Lohnsteuer (Individual Income Tax, IIT) von Auslndern ins Vi-sier genommen. Darauf weist das Beratungsunternehmen Ecovis hin. Demnach werden zurzeit in Peking verstrkt Kon-trollen von Steuererklrungen durchgefhrt und Unternehmen zur Selbstinspektion gebeten.

    Betroffen sind nicht nur die regulre Einkommensteuer, sondern insbesondere die steuerbefreiten Gehaltszulagen, die Expatria-tes in China in Anspruch nehmen drfen. Dazu gehren beispielsweise Mietzuschsse, Schulkosten fr Kinder oder Sprachkurse(chinesisch), die mit offiziellen chinesischen Steuerrechnungen, den so genannten Fapiao, nachgewiesen werden mssen.

    Oft erfllen die eingereichten Fapiao jedoch nicht die rechtlichen Anforderungen oder es handelt sich sogar um Flschungen.Werden diese Missstnde von den Behrden aufgedeckt, fallen Steuernachzahlungen sowie ber mehrere Jahre akkumulierteZinsnachzahlungen an und es knnen zustzlich Strafen verhngt werden. Des Weiteren berprfen die Behrden auch an-dere Gehaltsnebenkosten des Arbeitgebers. Arbeitgeberbeitrge zur Sozialversicherung im Ausland und von Unternehmen ge-zahlte private Versicherungen fr Angestellte und deren Familien mssen beispielsweise ebenfalls in China versteuert werden,was hufig aber nicht der Fall ist.

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    Seit 1992 werden Bundeswehrangehrige vor Einstzenaufwndig auf das jeweilige Zielland vorbereitet. EinenTeil der Schulungsinhalte bilden die Konfliktursachen und dasHintergrundwissen ber ethnische, religise und kulturelleBesonderheiten. Die Trainings werden von interkulturell be-sonders ausgebildeten Soldaten durchgefhrt, die in den Ein-satzlndern den militrischen Entscheidungstrgernregelmig beratend zur Seite standen beziehungsweiseimmer wieder stehen.

    Das folgende Beispiel soll das Spannungsfeld verdeutlichen,in dem sich Soldaten manchmal bewegen: In einem Dorfohne Wasserversorgung war es eine Aufgabe der Frauen,das Wasser aus dem drei Kilometer entfernten Brunnen zuholen. Um den beschwerli-chen Alltag der Frauen zu mil-dern, beschlossen die vor Ortstationierten militrischen Ent-scheidungstrger, einen Brun-nen in der Dorfmitte zubauen. Mit den einheimischenEntscheidungstrgern vor Ortwurde alles besprochen. DerBrunnen wurde gebaut, ob-wohl die oben erwhnten in-terkulturellen Experten, diediese Region und die Men-schen gut kannten, davon ab-rieten.

    Wenige Tage spter wurde derBrunnen von den Mnnerndes Dorfes wieder zu gescht-tet. Die vormals neutrale bisfreundliche Haltung der Dorfbewohner wich einer ablehnen-den. Was war passiert?

    Interkulturelle Ratschlge mssen auf fruchtbarenBoden fallenDie interkulturellen Experten fanden durch Gesprche vorOrt heraus, dass die Frauen im Dorf das Gercht verbreite-ten, ihre Kinder und sie bekmen Durchfall von dem Wasserdes neuen Brunnens. Sie behaupteten, es lge an den Erbau-ern und schlugen ihren Mnnern vor, doch wieder Wasseraus dem alten Brunnen zu holen. Diese stimmten zu.

    War das die Erklrung? Nein, sie war es nicht und es warenetliche Gesprche im Dorf ntig, um deutlich zu machen,dass es nicht an den Erbauern lag. Bedingt durch ihr interkul-turelles Know-how hatten die Spezialisten eine gute zwi-schenmenschliche Beziehung zu dem Dorfltesten. Nur sowar es mglich, ohne beiderseitigen Gesichtsverlust, das ab-lehnende Gebaren aller Bewohner wieder umzuwandeln.

    Irrtmer als GefahrenherdDie tatschliche Begrndung war eine andere: Die Frauen imDorf durften ohne mnnliche Begleitung eines Verwandtennicht das Haus verlassen es sei denn, sie holen Wasser.Somit haben sie das tgliche Wasserholen nicht als Belastungempfunden, sondern als eine Mglichkeit, sich untereinan-der auszutauschen. Der Brunnen vor den Toren war fr sieein Treffpunkt und der einzige Ort, um sich ungestrt mitden anderen Frauen auszutauschen. Diese Mglichkeitwurde ihnen mit dem Brunnenbau genommen. Die interkul-turellen Experten sahen die Probleme voraus, aber die milit-rischen Entscheidungstrger ignorierten ihre gutgemeintenRatschlge. Wer sollte schon etwas gegen Wasser in seinerDorfmitte haben?

    Was hat das mit Integrationzu tun?Das Beispiel steht exempla-risch fr gut gemeinte Vorha-ben bei kulturbergreifendenEngagements im In- und Aus-land. Allerdings zeigt es auch,wie die Anstze durch Fehlein-schtzungen verpuffen kn-nen. Dabei spielt es keinegroe Rolle, ob es sich um dasgesellschaftliche oder das ge-schftliche Leben handelt, dieunvollendete interkulturelleKommunikation kann, imschlimmsten Fall, Schden ver-ursachen. Dies gilt es zu ver-meiden.

    Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihren Kollegen gerade erff-net, dass die Abteilung demnchst durch eine auslndischeFachkraft aus einem anderen Kulturkreis verstrkt wird. Siewerden mir sicher zustimmen, dass neben denen, die Ent-wicklungen offen gegenberstehen, auch Einzelne eher ver-halten reagieren. Die Grnde dafr sind vielfltig undwerden mal mehr, mal weniger ffentlich kommuniziert. Oftist es die Unsicherheit im Umgang mit den Menschen einesanderen Kulturkreises, die umtreibt. Personenabhngig kn-nen sich sogar ngste um den Arbeitsplatz breit machen.

    Unabhngig von den Sorgen der Alteingesessenen bestehtdie Mglichkeit, die Zuwanderer zu berfordern. Zu schnellerwartet man, dass sie sich dem neuen Kulturkreis anpassen.Immer wieder hrt man auch davon, dass einige auslndi-sche Gste in ihre Heimat zurckkehren, weil Teams wie Ver-antwortliche es versumt haben, das familire Umfeld zuintegrieren.

    EXPATRIATESWIE DAS INTERKULTURELLE KNOW-HOW VON BUNDESWEHRSPEZIALISTEN BEI DER INTEGRATION AUSLNDISCHER FACHKRFTE HILFT

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    EXPATRIATESDie Risiken fr personelle, strukturelle oder finanzielleRessourcen reduzierenEin Integrationsprozess sollte langfristig angelegt sein, verlangter doch von den verdienten Mitarbeitern und den Neuan-kmmlingen ein Sicheinlassen auf das Neue. Dieses Sichein-lassen setzt Vertrauen voraus. Daher ist es ntig, mit allenBeteiligten zu sprechen und die Angst vor dem Fremdenernst zu nehmen. Dabei sollte allerdings bercksichtigt wer-den, dass das offene Ansprechen von Problemen in den we-nigsten Kulturen praktiziert wird.

    Das militrische Beispiel um den Wasserbrunnen fr weibli-chen Dorfbewohner demonstriert, wie wertvoll das Wissender interkulturell besonders ausgebildeten Soldaten ist. Ht-ten diese nicht ber einen zwischenmenschlichen Zugang zudem einheimischen Entscheidungstrger verfgt, wer weiwelche Probleme daraus entstanden wren.

    Auf ein Unternehmen bertragen bedeutet das: Wenn beider Integration etwas Entscheidendes bersehen wird, kn-nen vereinfacht gesagt, zwei Entwicklungen beobachtet wer-den:1. Die auslndische Fachkraft verlsst das Unternehmen.2. Es entsteht eine angespannte Stimmung innerhalb der Ab-

    teilung.Schwer kulierbare Folgen fr das Unternehmen wren dasErgebnis.

    Die richtige Methodik beeinflusst die GefhlsweltWie soll ein Integrationsprozess gestaltet werden? Wieschafft man es, die vorhandene Euphorie aufzunehmen oderBerhrungsngste abzubauen? Und wie gelingt es, dielanggedienten Mitarbeiter einzubinden, ohne sie zu bevor-munden? Oder wie gestaltet man das Ankommen der Fach-kraft und dessen Familie im neuen Kulturkreis nachhaltig?Viele Fragen, die Personalverantwortliche nicht ohne weite-res beantworten knnen. Zumal die Aufgabe oft nebenbeiwahrgenommen werden soll.

    Das Unternehmen Human Resource Protection bietet Kon-zepte, um Integrationsprozesse zu gestalten und zu beglei-ten. Unsere interkulturellen Experten der Bundeswehrbercksichtigen politikhistorische, soziologische, konomi-sche und psychologische Aspekte, setzen sie in Beziehung zuder Kommunikationsarchitektur der betroffenen Abteilungund reichern sie mit unseren Erfahrungen aus zahlreichenAuslandsentsendungen an.

    So entstehen praxisorientierte Workshops, die die Integrationerlebbar machen. Durch unsere langjhrigen Schulungser-fahrungen ber alle Bildungs- und Gesellschaftsschichtenhinweg sind wir in der Lage, zielgruppenorientiert tiefgrndi-ges Begreifen statt oberflchliches Verstehen zu vermitteln.

    AUTORBenjamin Beutekamp ist Berufsoffi-zier und Geschftsfhrer von HumanRessource Protection, einem Unter-nehmen, das sich auf die Entwick-lung von Sicherheitskonzepten frUnternehmen und Privatpersonen inKrisenregionen spezialisiert hat.

    Internet: www.hr-protection.com

    E-Mail: [email protected]

    Telefon: +49-4321 539 902 9

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  • Die staatliche Fluggesellschaft der Volksrepublik Chinafhrt eine neue Nonstop-Verbindung zwischen Chengduund Paris ein. Die neue Route wird eine zustzliche Mglich-keit fr Reisende in Sdwest-China nach Europa darstellen.

    Die Flge CA457 und CA458 werden viermal wchentlich amMontag, Mittwoch und Samstag angeboten. Der Flieger star-tet dabei in Chengdu jeweils um 1.30 Uhr und landet in Parisum 6.20 Uhr. Der Rckflug startet um 12.15 in der Metropolean der Seine und erreicht Beijing um 6.00 Uhr am Folgetag.

    Auf der neuen Direktverbindung wird ein Airbus 330-200 ein-gesetzt, in dem die Sitze in der Business Class in vollstndigflache Betten umgewandelt werden. In allen Buchungsklassenwerden den Reisenden zur Unterhaltung persnliche AVOD-Systeme (Audio/Video auf Abruf) angeboten.

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    LUFTHANSA

    Die deutsche Kranich-Fluglinie bie-tet ber die kalte Jahreszeit zu-stzliche Destinationen in mildereGebiete. Seit dem 25. Oktober diesesJahres und bis zum 2. April nchstenJahres fliegt die Airline von Mnchennach Fuerteventura. Der Flieger Num-mer LH1836 startet immer sonntagsum 9.00 Uhr und erreicht die kanari-sche Insel nach rund fnf StundenFlugzeit. Bedient wird die Strecke miteinem Airbus A321, der Platz fr 200Passagiere bietet.

    Darber hinaus wird vom 31. Oktoberbis 2. April nchsten Jahres Teneriffaerstmals ab Mnchen mit einer w-chentlichen Verbindung angeflogen.Die Maschine mit der FlugnummerLH1838 hebt jeden Samstag um 9.10Uhr in der bayrischen Hauptstadt abund erreicht etwa fnf Stunden spterdie grte Kanarische Insel. Auch dieseRoute wird mit einem Airbus A321 be-dient.

    Die Destination Las Palmas auf GranCanaria wird ebenfalls in diesem Win-ter wieder mit Mnchen verbunden.Der Hin- und Rckflug zu den Kanari-schen Inseln ist ab 280 Euro buchbar.

    AIRLINESAIR CHINA

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    EMIRATES

    Emirates stellte whrend der Luftfahrtmesse Dubai Air-show den weltweit ersten Airbus A380 mit nur zwei Rei-seklassen vor. Neben 58 Flachbettsitzen in der Business Classbietet der neue Emirates Airbus 557 Sitze in der EconomyClass sowie eine Onboard Lounge.

    Ab dem 1. Dezember dieses Jahres wird der neue A380 aufder Strecke von Dubai nach Kopenhagen eingesetzt. Sptersollen laut Airline die Destinationen Bangkok und KualaLumpur folgen.

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    AIRLINES

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    GNSTIGSTES FLUGZIEL 2014: PARIS

    Flugreisende buchten imvergangen Jahr am gns-tigsten Flge nach Paris. Ammeisten bezahlten sie frLangstreckenverbindungennach Bangkok, Miami undNew York. Das zeigte eineGegenberstellung vom Ver-gleichsportal CHECK24.Dabei wurden Flugbuchun-gen fr 15 beliebte Flug-ziele* mit Abflug von denfnf grten Flughfen (Ber-lin, Dsseldorf, Frankfurt,Hamburg und Mnchen)berprft.

    Reisende, die einen Flug abHamburg gebucht hatten,flogen im Schnitt am gns-tigsten. Fr ein Flugticket abHamburg in eine der 15 be-trachteten Destinationenzahlten Fluggste im Schnitt254 Euro. Abflge vonFrankfurt am Main warendagegen am teuersten. Abdort kosteten die Tickets 23Prozent mehr (im Durch-schnitt 313 Euro).

    Betrachtet man die 15 be-liebtesten Flugziele zeigtsich, dass Passagiere in demvergangenen Jahr am gns-tigsten von einem der fnfgrten deutschen Flugh-

    fen nach Paris reisten. EinTicket kostete durchschnitt-lich 138 Euro. Wobei Paris-Reisende ab Berlin amgnstigsten flogen dasTicket kostete im Schnitt112 Euro. Auf Platz zweiliegt Madrid mit einemdurchschnittlichen Ticket-preis von 140 Euro. Romfolgte mit einem Preis vondurchschnittlich 145 Euroauf Rang drei.

    Fr die LangstreckenzieleBangkok und New York warebenfalls Berlin der gnstigs-te Abflughafen. Am teuer-sten flogen Urlauber in diethailndische Hauptstadt abFrankfurt am Main.

    * Antalya, Bangkok, Barce-lona, Dublin, Istanbul, Lissa-bon, London, Madrid,Malaga, Miami, New York,Palma de Mallorca, Paris,Rom, Wien

    Die grte Airline Singa-purs und die LufthansaGroup wollen verstrkt zu-sammenarbeiten und habendaher laut Aussage vonLufthansa eine Partner-schaftsvereinbarung unter-zeichnet. Auf dieserGrundlage wollen beideLuftfahrtkonzerne wichtigeVerbindungen zwischen Sin-gapur und Europa im Rah-men eines kommerziellenJoint Ventures gemeinsambetreiben. Zudem sollen Co-desharing-Vereinbarungenerheblich ausgeweitet unddie geschftliche Zusam-menarbeit intensiviert wer-den.

    Flge zwischen Singapurund Frankfurt beziehungs-weise Mnchen sowie zwi-schen Singapur und Zrichsollen ber Erlsteilungsver-einbarungen (sogenanntenrevenue sharing) betrie-ben werden. Die neuen Ver-bindungen von SingaporeAirlines (SIA) zwischen Sin-gapur und Dsseldorf ab Julinchsten Jahres werdenebenfalls ber solche Ver-einbarungen abgedeckt.

    Die beiden Luftfahrtkon-zerne planen darber hinausKooperationen in wichtigenMrkten in Europa, Sd-Ost-Asien und Australien.So sollen Flugplne aufein-ander abgestimmt werden,um den Kunden gnstigereVerbindungen zwischen deneinzelnen Streckennetzen zuermglichen. Geplant sindzudem gemeinsame Tarifan-gebote, die Anpassung derUnternehmensprogrammezur Strkung des Angebotsfr Firmenkunden und dieSondierung von Optimie-rungschancen im Hinblickauf bestehende Vielflieger-programm-Verbindungen.

    Neben Lufthansa und SIAerstreckt sich die Vereinba-rung auf die Lufthansa-Tchter Austrian Airlinesund Swiss sowie die SIA-Tochtergesellschaft SilkAir.

    Einige Punkte der Vereinba-rung werden in den kom-menden Monatenumgesetzt, so beispielsweisedie neuen Codesharing-Ser-vices. Andere Punkte, dieder besonderen Freigabedurch die Aufsichtsbehr-den bedrfen, knnten imLaufe des Jahres 2016schrittweise umgesetzt wer-den.

    SINGAPORE AIRLINES UND LUFTHANSA

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    VERMISCHTES

    ELTERN GEWHREN IHREN KINDERN IM URLAUB MEHR FREIHEITEN

    Siebenundsiebzig Prozent der Eltern in Deutschland er-laubten ihren Kindern, auf Reisen spter ins Bett zugehen. Grund dafr ist offenbar das Bedrfnis der Eltern (71 Prozent), im Urlaub auszuschlafen. Das hat eine aktuelleStudie im Auftrag der Holiday Inn Hotels & Resorts ergeben.

    Knapp die Hlfte der befragten Eltern (48 Prozent) gab au-erdem an, im Urlaub weniger streng mit den Kleinen zusein. Neben der spteren Bettruhe erlauben 28 Prozent ihrenKindern auf Reisen auch, mehr Ses oder Fastfood zuessen. Bei jedem Zehnten (11 Prozent) drfen die Kleinenzudem fter anziehen, was sie wollen. Trotz aller Freiheitenist der Mehrheit der Eltern aber wichtig, dass im Urlaub ge-meinsam gegessen (97 Prozent) und viel zusammen unter-nommen (96 Prozent) wird.

    Egal, ob die Kleinen im Urlaub weniger oder genauso vieldrfen wie zu Hause: Die meisten Eltern (97 Prozent) legenWert darauf, sich am Urlaubsort als Familie willkommen zufhlen. Dass ihre Kleinen in der Urlaubsunterkunft tatsch-lich etwas kaputt machen, befrchten nur acht Prozent derEltern. Deutlich mehr Befragte sorgen sich, dass die Kinderim Urlaub krank werden (50 Prozent) oder sich langweilen(31 Prozent).

    Beim Familientrip dreht sich jedoch nicht alles um die Klei-nen. So legen zwei Drittel (68 Prozent) der Eltern Wert dar-auf im Urlaub Zeit fr sich zu haben. Unter den Befragten,die in einer Beziehung sind, wnschen sich drei Viertel (76Prozent) auf Reisen auch Freizeit mit dem Partner. Fr diesenFreiraum knnen zum Beispiel zustzliche "Reisebegleiter"sorgen. Jede fnfte deutsche Familie (21 Prozent) verreist zu-sammen mit Freunden, bei 18 Prozent der Befragten sind imUrlaub die Groeltern mit von der Partie. Holiday Inn sei b-rigens die erste Hotelmarke gewesen, bei der Kinder in Be-gleitung ihrer Eltern umsonst bernachten und essenkonnten.

    DEUTSCHLAND WEITERHIN BELIEBTESTES URLAUBSLAND

    Der ADAC hat 1.183.900 Routenanfragen seiner Mitglie-der im Reisezeitraum Januar bis September ausgewer-tet. Das Ergebnis: Deutschland ist und bleibt seit Jahren dasbeliebteste Sommerurlaubsland in Sachen Autoreise. Insge-samt gab es kaum Vernderungen unter den ersten Zehn.Die Deutschen bleiben ihren Reisezielen mit nur leichtenVerschiebungen im Beliebtheitsgrad treu.

    In diesem Jahr entfallen ein Drittel der Routenanfragen alleinauf Deutschland. Auffllig: Italien verliert mit minus 0,9 Pro-zent deutlich. Dennoch kann es seinen zweiten Platz mit 18Prozent behaupten. Auf den Pltzen drei und vier folgen dieTrkei mit 8,8 Prozent und Kroatien mit 8,2 Prozent. ster-reich landete auch 2015 wieder auf Rang fnf.

    Ein hnlich stabiles Bild zeigt sich in der Auswertung der Ur-laubsregionen. Der Sden hat auch 2015 wieder die Nasevorn. Istrien auf Platz eins gewinnt mit einem Plus von 0,3Prozent leicht und hat einen Anteil von 7,4 Prozent insge-samt. Der Gardasee (4,9 Prozent) und Sdtirol (4,6 Prozent)belegen die Pltze zwei und drei. Beste deutsche Urlaubsre-gion bleibt Sdliches Oberbayern/Allgu auf Rang vier (4,4

    Prozent). Die Dalmatinische Kste verbessert sich auf Platzfnf (3,4 Prozent).

    Erfreulich fr den Tourismus in Deutschland: Auch in denSonderauswertungen der ADAC-Routenanfragen von Motor-radfahrern und Wohnmobilisten hat Deutschland die Nasevorn.

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  • 18

    VERMISCHTESEXPAT- UND REISEBLOGS, DIE MAN KENNEN SOLLTE

    Wer eine Weltreise plant oder als Expat fr eine be-stimmte Zeit ins Ausland geht, hat die Mglichkeit,dank zahlreicher Online-Blogs von den Erfahrungen andererzu profitieren und im Geiste mitzureisen. Wir stellen fnfhochwertige und ntzliche Reiseblogs vor, die auslandsaffinePersonen kennen sollten.

    umdieweltreise.ch

    Wer steckt dahinter?Die Schweizer Blogger Frnzi Zrcher und Simon Zryd sindleidenschaftliche Reisende, deren grter Traum es schonimmer war, die Welt kennenzulernen. Simon hat sogar be-reits 193 Lnder dieser Erde bereist. Eine seiner wichtigstenErkenntnisse: In keinem einzigen der von ihm besuchtenStaaten hatten die Bewohner mehr Wohlstand als in seinemHeimatland der Schweiz.

    Was wird geboten?Ziel des Blogs ist es, den Leser neue (einzigartige) Reisetippszu geben, Reiseziele zu empfehlen sowie interessante Reise-gadgets vorzustellen. Besucher finden zahlreiche gut ge-schriebene Erfahrungsberichte unter anderem vonGastautoren mit eindrucksvollen Fotografien. Ein besonde-res Feature sind die gut recherchierten Reiseplanungs-Tippszu den Themen Gesundheit & Sicherheit, Finanzen, Reiseaus-rstung und Reisefotografie. Die Blogbetreiber legen groenWert auf fundierte Fakten und scheuen keine Mhe, bei-spielsweise auch aufwndige Vergleiche von Auslandskran-kenversicherungen zu erheben.

    www.what-about-my-pencilskirt.com

    Wer steckt dahinter?Constance Grunewald-Petschke lebt und arbeitet mit ihremMann und ihren im Frhjahr geborenen Zwillingsjungen seitMitte 2013 in Istanbul. Ihr Mann wurde von seinem Arbeit-geber dorthin entsendet, um ein Gaskraftwerk in Anatolienzu leiten. Sie folgte ihm dorthin und gab in Deutschland allesauf. Mit dem Umzug nach Istanbul kam die Wende. Ihr Busi-ness verlor seine Basis, denn ihre Kunden befanden sichhauptschlich im Rheinland. Die junge Frau sah sich mit derAufgabe ihrer Unabhngigkeit konfrontiert sowohl finan-ziell als auch intellektuell. Mit ihrem Blog teilte sie zu Beginnihres Auslandaufenthaltes zunchst ihre persnlichen Erfah-rungen mit anderen mitreisenden Partnern und eflektiertedas Erlebte. Heute betreibt sie den Blog mit einem mehrkp-figen Redaktionsteam und hat auerdem ein preisgekrntes E-Coachings-Programm fr Expat-Partner gegrndet.

    Was wird geboten?Constance beschrieb zunchst ihre Eingewhnungszeit als sogenannte Expat-Frau in Istanbul oft mit einem Augenzwin-kern und stets mit einem Mehrwert fr kulturell interessierteLeser. Diese kommen auerdem in den Genuss von fundier-ten Fachbeitrgen rund um das Thema interkulturelle Unter-schiede und Auslandsentsendung. Mittlerweile schreibenauch Gastautoren Beitrge in ihrem Blog und Besucher fin-den dort regelmig spannende Interviews.

  • 19

    VERMISCHTESwww.kajascorner.de

    Wer steckt dahinter?Whrend eines Auslandssemesters in Shanghai 2014 ent-deckte Kaja Reschke ihre Leidenschaft fr Asien. Nachdemsie ihr Wirtschafts- und Managementstudium beendete,kehrte sie Anfang 2015 dorthin zurck. Aktuell lebt und ar-beitet sie in Hongkong. Was sie an ihrer neuen Heimatschtzt und dort tglich erlebt, beschreibt sie in ihrem BlogKajasCorner.

    Was wird geboten?Kaja skizziert alltgliche Episoden wie beispielsweise einenFriseurbesuch in Hongkong. Die Leser profitieren auerdemvon ihren Reiseberichten und erhalten exklusive Tipps, wieman als Expat am besten in einer Megametropole wie Hong-kong zurechtkommt. Highlights sind Blogeintrge wie 10Dinge, die ich als Expat vermisse.Ein besonderes Plus des Blogs sind Gastbeitrge anderer Ex-pats auf der ganzen Welt, die einen Blick ber den Tellerrandvon Hongkong ermglichen.

    www.lindalivinginchina.com (englisch)

    Wer steckt dahinter?Die Deutsche Linda Dunsmore lebt seit 2012 in Sdkoreaund berichtet in ihrem englischsprachigen Blog von ihren Er-fahrungen als Deutsche in China.

    Was wird geboten?Linda beschreibt auf ihrem optisch sehr ansprechenden Bloganekdotisch deutsch-koreanische Kulturunterschiede. EinKernthema ist dabei die Paarbeziehung zwischen westlichenFrauen und asiatischen Mnnern. Des Weiteren berichtet sieber die kulinarischen Besonderheiten von China und Korea manchmal so anschaulich, dass Lesern das Wasser im

    Mund zusammenluft. Ihre Videobeitrge verleihen der Seiteeine zustzliche persnliche Note. Darber hinaus findenChina-Interessierte Tipps zur Jobsuche und zum Auslandsstu-dium.

    www.fitacrosscultures.com/category/blog (englisch)Wer steckt dahinter?

    Susan Salzbrenner ist diplomierte klinische und Organisati-onspsychologin und zertifizierte interkulturelle Trainerin.Durch ihre langjhrigen Auslandsaufenthalte in Dnemark,Australien, USA, China und Frankreich hat sie die psychologi-schen Herausforderungen, denen Expats und ihre mitausrei-sende Partner whrend eines Auslandsaufenthaltes hufiggegenber stehen, selbst hautnah erlebt. Sie hat mit fita-crosscultures.com ein eigenes Unternehmen, das Expats, Un-ternehmen, Athleten und Coaches in interkulturellen Fragenbert. Auf der Unternehmenshomepage ist ein spannenderBlog integriert.

    Was wird geboten?Neben zahlreichen Interviews mit Expats und Auswanderernerfahren Leser Persnliches ber Susan, die mit ihrem brasi-lianischen Mann und den beiden gemeinsamen Kindern zur-zeit in Frankreich lebt. Eine thematische Besonderheit sindihre interkulturellen Berichte mit Fokus auf den internationa-len Sport. Darber hinaus profitieren Besucher des Blogs voninteressanten Podcasts.

  • 20

    VERMISCHTESELTERN UND KINDER FAVORISIEREN AUSLANDSSTUDIUM GLEICHERMASSEN

    Beinahe jeder zweite Student in Deutschland, Grobritan-nien sowie in den USA steht einem Studium im Auslandoffen gegenber. In Frankreich sind es sogar 80 Prozent derStudenten, die sich vorstellen knnen, einen Hrsaal im Aus-land von innen zu sehen. Das hat eine Umfrage von Transfer-Wise ergeben. Neben Studenten wurden ebenso derenEltern zu ihrer Einstellung gegenber einem Auslandsstu-dium befragt.

    Die beliebtesten Lnder fr ein Auslandsstudium sind nachwie vor die englischsprachigen. Sowohl Kanada als auchAmerika und Grobritannien stehen bei Eltern und Studen-ten hoch im Kurs. Die Mehrheit der Studenten aller befrag-ten Nationen gab aber auch an, dass fehlende Sprach-kenntnisse sie nicht davon abhalten wrden in einem nichtenglischsprachigen Land zu studieren.

    Ebenso gab die Mehrheit der befragten Studenten an, dassein Auslandsstudium ntzlich fr die Karriere ist. Dabei warbesonders auffllig, dass 91 Prozent der franzsischen Stu-denten dieser Meinung ist.

    Die befragten Eltern sehen die besseren Karrieremglichkei-ten neben dem Erweitern von Sprachkenntnissen und Hori-zont sowie das Ausbauen der Lebensfhigkeit als grteVorteile einer akademischen Ausbildung auerhalb des Hei-matlandes fr ihre Kinder. Daher gab auch das Gros der El-tern an, ihr Kind beim Auslandsstudium zu untersttzen.Neben all den Vorzgen eines Auslandsstudiums zeigten siesich dennoch auch besorgt. So sind neben der Angst vorKrankheiten und Unfllen die grten Sorgen der Eltern,dass die Kinder im Ausland Opfer von Terrorismus und Krimi-nalitt werden sowie dass das Kind keine Freunde findet unddas Geld ausgeht.

    Was Studenten ber alle Lnder hinweg am strksten beun-ruhigt, ist die Finanzierung des Auslandsaufenthaltes. Zwarwrde ein Fnftel der befragten deutschen Studenten auf Er-spartes zurckgreifen, doch auch die Eltern sind eine wich-tige finanzielle Sttze: ber 50 Prozent der Eltern unabhngig vom Herkunftsland wrden ihren Nachwuchsmonetr untersttzen. Das gilt vor allem fr die Studienge-bhren, aber auch fr den Unterhalt in einem fremden Land.

    ... Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dassAuslandserfahrungen die Berufsaussichten verbessern

    Was sind die grten Vorteile eines Auslandsstudiums fr Ihr Kind?

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    GESUNDHEIT

    EUROPER LEIDEN UNTER STRESS

    Neun von zehn Beschftigten in Europa (91 Prozent) lei-den unter Stress. Zu diesen Ergebnissen kommt dieneue Forschungsstudie "The 2015 Workforce View inEurope". Fr die Erhebung hat das Unternehmen ADP mehrals 11.000 Berufsttige in acht verschiedenen RegionenEuropas befragt, darunter Deutschland, Frankreich, Grobri-tannien und Spanien.

    44 Prozent der Befragten geben demnach an, dass Stress inihrer Rolle am Arbeitsplatz ein stndiger Faktor ist und siesich ,oft' oder ,sehr oft' gestresst fhlen. Weitere 47 Prozentsagen, dass sie gelegentlich unter Stress am Arbeitsplatz lei-den. Trotz dieses hohen Stressniveaus geben Arbeitgeberihren Belegschaften laut der aktuellen Erhebung offenbarkaum Hilfestellung an die Hand, um diese Belastung besser

    zu bewltigen: So hat ein Viertel der Beschftigten das Ge-fhl, dass ihr Arbeitgeber sie nicht beim Umgang mit Stressuntersttzt, und ein Fnftel (19 Prozent) ist sogar der An-sicht, dass sich ihr Arbeitgeber der hohen Stressbelastungnicht einmal bewusst ist.

    Hinsichtlich des Stressniveaus zeigt die aktuelle Arbeitneh-merstudie europaweit allerdings groe Unterschiede: So erle-ben Polen am hufigsten Stress, whrend sich Beschftigtein den Niederlanden am wenigsten gestresst fhlen.Deutschland liegt beim Stressempfinden auf Platz zwei.

    Land Mitarbeiter, die oft Stress erleben

    Polen 54 ProzentDeutschland 50 ProzentFrankreich 44 ProzentItalien 44 ProzentGrobritannien 43 ProzentSpanien 41 ProzentSchweiz 38 ProzentNiederlande 35 Prozent

    Weitere Ergebnisse finden Interessierte in dem Bericht zurStudie "Arbeitnehmeransichten in Europa" unter www.de-adp.com/arbeitnehmeransichten-in-europa-2015/ubersicht.

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    SCHWEIZER KINDER SIND ZU DICK

    Viele schweizer Kinder gelten als bergewichtig. Das zeigteine Studie, die mit 13.740 Schlern in der Schweizdurchgefhrt wurde. Konkret ist jedes 7. Kind im Kindergarten,jedes 5. Kind in der Primarschule und jedes 4. Kind in der Ober-stufe zu dick.

    Die Grnde fr das Gewichtsproblembei den Kleinen: Fast Food, zuckerhal-tige Getrnke, zu wenig Bewegung.Daniel Nnlist, Ernhrungscoach SAFS,meint: Neben falschen Essgewohnhei-ten und zu wenig Bewegung gibt esnoch weitere Faktoren, die schon injungen Jahren die Entstehung vonbergewicht bestimmen. Vor allem Eltern haben durch ihr Verhalten undihrer Essgewohnheiten einen groenEinfluss auf das Gewicht ihrer Kinder. Und dieser Einfluss be-ginnt schon whrend der Schwangerschaft. Hinzu kme nochder immense Zuckeranteil in fast allen Lebensmitteln.

    Trotz aufwndiger Prventionskampagnen wie Jugend undSport, Abspeck-Camps und Sporttage an Schulen werdenjunge Schweizer immer dicker. Das zeigen auch aktuelle Zahlender schulrztlichen Dienste von Basel, Bern und Zrich. Lautgeografisch ausgewerteter Statistiken gibt es in Basel am mei-

    sten dicke Kinder in Bern am wenigsten. Zrich liegt dazwi-schen. Der Grund? Laut dem Basler Kantonsarzt Thomas Stef-fen ist es die unterschiedliche soziokulturelle Bevlkerungs-struktur in diesen drei Stdten. So wohnen in Basel mehr Aus-

    lnder und mehr Familien mitschlechter Bildung und niedri-gem Einkommen. Wie eine aktu-elle Erhebung der Schulrzte imVergleich Schweiz zum Auslandzeigt, sind 16 Prozent derSchweizer Schler und 24 Pro-zent bei den Auslndern berge-wichtig.

    Ein Grund fr die Figurpro-bleme der Schweizer Jugend seimangelnde Bewegung. Fast ein

    Viertel der Kinder in der Schweiz treibt in der Freizeit keinenVereinssport. So erreicht in der Schweiz nur etwa jeder vierteJunge und jedes sechste Mdchen das Bewegungspensumvon einer Stunde tglich, das von der Weltgesundheitsorga-nisation (WHO) fr die Erhaltung der krperlichen, seelischenund sozialen Gesundheit und zur Vorbeugung vor Krankhei-ten empfohlen wird.

    Quelle: www.diaetfreiezone.ch

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  • 22

    GESUNDHEITWOHER DIE GERMAN ANGST KOMMT

    Den Deutschen haftet das Vorurteil der ngstlichkeit an und tatschlich soll sie schon in ihren Genen wurzeln."German Angst" wurde in den USA erfunden, ist aber mitt-lerweile ein weltweit bekannter Begriff. Demnach versuchendie Bundesbrger stets, alles zu planen und zu organisieren kein Zufall soll einem gefhrlich werden.

    Mit einer Flut von Gesetzen und Regeln sorgen die Bundes-brger vor und geben vergleichsweise viel Geld fr Versiche-

    rungen aus. "Das hat wohl genetische Grnde", erklrt Pro-fessor Borwin Bandelow, Psychiater und Psychotherapeut ander Universitt Gttingen sowie Leiter der Gesellschaft frAngstforschung, in der "Apotheken Umschau". "Als Men-schen vor vielen tausend Jahren nrdliche Gegenden besie-delten, berlebten diejenigen, die vorausschauend dachten",so Bandelow. "Wer unbekmmert war und das nicht tat, er-fror oder verhungerte. So haben sich in nrdlichen Breiteneher die Bedenkentrger festgesetzt."

    SKANDINAVIER SIND AM SPORTLICHSTEN

    Im Norden wohnen die sportlichsten Europer. Schweden,Dnen und Finnen sind am aktivsten, berichtet die "Apo-theken Umschau" auf Basis einer Studie im Auftrag der Eu-ropischen Union. Ausgewertet wurden knapp 28.000

    Fragebgen. Im Sden dagegen hlt man von Bewegungeher weniger: In Bulgarien, Malta und Portugal leben die un-sportlichsten EU-Brger. Deutschland liegt mit Platz siebenvon 28 Mitgliedsstaaten noch ber dem Durchschnitt.

    WAS URLAUBER IN DIE REISEAPOTHEKE PACKEN

    Viele Deutsche flchten im Winter vor dem schlechtenWetter und reisen in noch sonnige und warme Gefilde.Vor allem bei Familien fast immer im Gepck: die Reiseapo-theke. Etwa drei Viertel der Deutschen (72 Prozent) habenlaut einer Umfrage des internationalen Marktforschungs-und Beratungsinstituts YouGov eine Reiseapotheke im Reise-gepck.

    Einer weiteren reprsentativen Umfrage zufolge (siehe Gra-fik) denken Frauen im Schnitt etwas hufiger an wichtigeMedikamente und Utensilien als Mnner. Am hufigsten be-finden sich laut der Erhebung Mittel gegen Mckenstiche,Sonnenbrand oder Juckreiz im medizinischen Reiseset, ge-folgt von Pflastern und Prparaten gegen Durchfall. Dochauch Schmerz- und Fieber senkende Mittel drfen nicht feh-

    len. Nur knapp jede dritte Frau und 45 Prozent der Mnnerdenken jedoch an den Impfausweis. Fr bestimmte Lndersind auch besondere Medikamente (wie zum Beispiel Mala-ria-Prophylaxe) erforderlich. Das Auswrtige Amt hat frdiese Flle eine Liste mit Medikamenten-Vorschlgen zusam-mengestellt.

    Die Bundesapothekenkammer rt davon ab, Medikamenteim Ausland zu kaufen. Der Weltgesundheitsorganisation(WHO) zufolge sind nmlich acht bis zehn Prozent aller Me-dikamente geflscht. Insbesondere in rmeren Lndern istdas Risiko fr Arzneimittelflschungen hoch. Geflschte Me-dikamente enthalten oft anderen Wirkstoff als angegeben im besten Fall befindet sich darin berhaupt kein Wirkstoff.

    Welche der folgenden Artikel befinden sich fr gewhnlich in Ihrer Reiseapotheke?

  • 23

    WELTWEITAuslndische Preisniveaus und ab-solute Preise sind fr Arbeitneh-mer immer dann interessant, wenn esum Urlaub, Reisen und Shopping-Tou-ren geht. Wieviel man sich im Auslandleisten kann, hngt nmlich nicht nurvom deutschen Einkommen, sondernauch von den Preisen im Ausland ab.

    International entspricht das Preisniveauin Deutschland (101,5) etwa demDurchschnitt der EU (100) und Japans(100,4). Wh-rend aber dieprivaten Haus-halte in denUSA (93,0) imDurchschnittetwas gnsti-ger einkaufenknnen, sinddie meistenNachbarlnderteurer. Sehrhohe Preisni-veaus findetman in derSchweiz(154,1) undNorwegen(148,1). JngsterschieneneDaten von Eu-rostat verglei-chen die Preisein 21 europi-schen Lndernim Hinblick aufdie absoluten Preise bei einzelnen Pro-dukten. Dies frdert groe und manch-mal kuriose Preisdifferenzen beieinzelnen Produkten zutage.

    So ist der Gouda-Kse beispielsweise inmehreren Lndern gnstiger als in sei-nem Ursprungsland Holland. Unter deninsgesamt 15 Lndern, fr die Datenvorliegen, zahlt man nur in Polen (5,26Euro) weniger als in Deutschland (5,78

    Euro). Im Ursprungsland des Goudakostete das Kilo immerhin 6,82 Euro.Angesichts der insgesamt niedrigen Le-benshaltungskosten in Bulgarien er-staunt es, dass der Kse dort mit 10,82Euro recht teuer ist. Wahrscheinlich istdies darauf zurckzufhren, dass die-ses Lebensmittel dort kaum eine Be-deutung fr die Speisekarte hat. Nochteurer ist der Kse nur auf Malta(11,71 Euro) und in Norwegen (13,40Euro).

    Im Vergleich zu den Nachbarlndernliegt Deutschland, was den Preis frdas Bier in der Gaststtte angeht, inetwa im Mittelfeld. Angesichts desniedrigen Preisniveaus in den osteuro-pischen Lndern kann es kaum ver-wundern, dass das Feierabendbier dortviel gnstiger ist. Allerdings ist derdurchschnittliche Einzelhandelspreis freinen Liter Bier in Deutschland mit

    1,64 Euro ziemlich niedrig. In der Tr-kei kostet die gleiche Menge fast dop-pelt so viel (3,26 Euro). Aber auch aufZypern (3,18 Euro), Malta (2,65 Euro),Slowenien (1,94 Euro) und Italien (1,78Euro) muss man im Supermarkt einigesmehr bezahlen. Fr die Erklrung die-ser Unterschiede kommen eine ganzeReihe von Faktoren in Betracht, die vonder Besteuerung ber nationale Kon-summuster bis hin zu Transportkostenreichen.

    Butter ist inDeutschland(1,20 Euro) billi-ger als in denanderen euro-pischen Ln-dern. Whrendein halbesPfund ungesal-zene Butter inden Niederlan-den (1,33Euro), Polen(1,37 Euro),sowie derTschechischenRepublik undFinnland (je-weils 1,47Euro) noch er-schwinglich er-scheint, gibt esunter den 20verglichenenLndern auch

    solche, in denen man durchschnittlichdoppelt soviel zahlen muss wie inDeutschland. In diese Reihe gehrendie Trkei (2,48 Euro), die Schweiz(2,59 Euro), Malta (2,60 Euro) und Zy-pern (2,68 Euro). Am teuersten ist dieButter durchschnittlich in Norwegen(3,13 Euro).

    Quelle: WSI (Wirtschafts- und Sozial-wissenschaftliches Institut)

    LEBENSHALTUNGSKOSTEN IM INTERNATIONALEN VERGLEICH

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    WELTWEITBerlin ist die weltweit gnstigste Metro-pole im Ranking der Lebenshaltungskos-ten fr internationale Studenten und Bostonist die teuerste. Das ist zumindest das Ergebniseiner Analyse des internationalen Immobilien-Dienstleistungsunternehmens Savills. Ein Stu-dent in Berlin muss der Erhebung zufolgedamit rechnen, etwas mehr als 1.000 US-Dol-lar pro Monat fr Lebenshaltung, Unterkunftund Studentengebhren auszugeben, wh-rend ein Student in Boston etwa das fnffa-che investieren muss, nmlich 5.446 US-Dollar.Ohnehin ist es in den USA fr Studierende amteuersten: Die drei Spitzenpltze der teuerstenZielorte fr Studenten weltweit sind von ame-rikanischen Stdten belegt. Boston belegtRang 1, gefolgt von New York und San Fran-cisco. London liegt auf dem sechsten Platz derteuersten Stdte, mit monatlichen Kosten vonknapp unter 4.000 US-Dollar.

    Die World Student Housing Studie von Sa-vills analysiert auch die einzelnen Kosten-punkte fr Studenten. Ein weiteres Ergebnis:Es sind vor allem die Kosten fr Unterknftein den 22 untersuchten Stdten die dafr sor-gen, dass manche Stdte fr Durchschnitts-studenten unbezahlbar sind. Ebenfalls signi-fikant unterschiedlich sind Studiengebhrenan den Universitten der jeweiligen Stdte.

    Whrend ein Student in den USA zwischenmonatlich 3.100 und 3.700 US-Dollar proMonat an Studiengebhren ausgibt, zahlt einStudent in Deutschland lediglich 20 bis 30Dollar. In London sind die Studiengebhrender grte Kostenfaktor und zustzlich hatdie Metropole mit 754 US-Dollar auch diehchsten monatlichen Lebenshaltungskosten,gefolgt von New York mit 734 US-Dollar undParis mit 729 US-Dollar.

    STUDENTENSTDTE: BOSTON AM TEUERSTEN, BERLIN AM GNSTIGSTEN

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    HERAUSGEBER:Bund der Auslands-Erwerbsttigen (BDAE) e.V.Khnehfe 322761 HamburgTel. +49-40-306874-0WWW.BDAE.COM

    REDAKTION:Anne-Katrin Schulz (verantwortlich)[email protected]

    Sanja Zivkovic

    LAYOUT:Esther RudatLEKTORAT:Andrea KrausCOPYRIGHT:Die Beitrge im BDAE-Newsletter sind urheber-rechtlich geschtzt unddrfen nicht ohne schrift-liche Genehmigung durchden Herausgeber repro-duziert werden.

    Die Beitrge des BDAE-Newsletters spiegeln dieMeinung der Redaktionund nicht unbedingt diedes BDAE wider.

    Mit 30 Tagen Urlaub im Jahr haben dieFranzosen im weltweiten Vergleich diemeisten gesetzlichen Urlaubstage. Auf PlatzZwei und Drei folgen mit je-weils 28 bezie-hungsweise 26Tagen die Britenund Italiener.

    In Deutschlandhaben Arbeit-nehmer gesetz-lich einenUrlaubsan-spruch von 24Tagen oder ge-nauer vier Wochen. Bei einer FnfTage-Wochesind es nmlich 20 Tage. In den meisten euro-pischen Lndern sind Urlaubsansprche indiesem Rahmen blich. Anders die Situation

    in Asien oder den USA, wo deutlich weniger oder gar keine Urlaubstage vorgeschriebensind. Zu beachten ist im Vergleich der zum Teil

    deutliche Unter-schied in der Zahlder Feiertage im je-weiligen Land undwie diese im Hinblickauf den Urlaub an-gerechnet oder nichtangerechnet wer-den.

    Zudem weichenviele Arbeitgeberfreiwillig von denVorschriften ab und

    geben ihren Arbeitgeber mehr Urlaubstage auch in Deutschland wo es meist 30 an der Zahl sind.

    WELCHE NATIONEN AM MEISTEN URLAUBSTAGE HABEN