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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" September 2015

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Text of Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" September 2015

  • LEBEN UND ARBEITEN IM

    AMIS

    AUSLANDSEPTEMBER 2015

    AUSLNDISCHESEMINAR:

    zhangyang135769 - Fotolia.com

    INTERN

    INTERVIEW

    EXPATRIATE

    ARBEITSLOS NACH AUSLANDS-ENTSENDUNG

    Gratis-Dossier beschreibt Rechtslageund Lsungen.

    DEUTSCHE EXPATS IM AUS-LAND ZUFRIEDENER ALS EX-PATS IN DEUTSCHLAND

    In welchen Lndern Expats am lieb-sten leben und arbeiten.

    SHANGHAI IST NICHT SO IN-TERNATIONAL, WIE MAN ESSICH VORSTELLT

    Wie es sich anfhlt, in der Mega-city Shangai zu leben.

    1

    DEUTSCHLAND

  • 2

    INTERN

    INTERVIEW

    RECHTLICHES

    EXPATRIATES

    AIRLINES

    VERMISCHTES

    WELTWEIT

    11 Weshalb mangelnde Integration von Impats zu bsenberraschungen fhren kann

    13 Webseite fr Expat-Mtter im Ausland

    14 Deutsche Expats im Ausland zu-friedener als Expats in Deutschland

    16 Erhebliche Nachteile fr marokka-nische Expats in den Niederlanden

    16 Auslandsentsendung: nderungbei Versicherungspflicht auf Antragin der Rentenversicherung

    19 berall auf der Welt gut angezogen

    20 Mit Kindern ins Ausland: Was zu beherzigen ist

    21 Von welchen Inseln die Deutschen trumen

    21 Geldtransfers ins Ausland: Die Mglichkeiten

    22 Mit Diabetes ins Ausland22 Mttersterblichkeit weltweit

    immer noch hoch22 Afrika: Brettspiel verbessert

    Hebammen-Ausbildung

    23 Gastronomiegewerbe in Spanien grnden

    24 In der Schweiz leben Rentner am besten

    24 Saudi-Arabien: Immer mehr Frauen arbeiten

    GESUNDHEIT

    17 Brussels Airlines17 Cathay Pacific17 Lufthansa18 Airberlin18 Swiss International Air Lines

    4 Shanghai ist nicht so internatio-nal, wie man es sich vorstellt

    3 Arbeitslos nach Auslandsentsen-dung: Gratis-Dossier beschreibtRechtslage und Lsungen

    3 Seminar: Auslndische Mitarbeiter in Deutschland

    EDITORIAL

    8 E-Visum fr Geschftsreisende nach Myanmar mglich

    8 Schuleschwnzen wegen Urlaubsreise kann teuer werden

    9 Sturz vom Kamel: Betroffener muss Schaden selbst zahlen

    10Knllchen im Ausland werden auch in Deutschland vollstreckt

    Liebe Leserin,lieber Leser,macnhmal sorgt ein berraschungsei fr eine berraschung ganz anderer Art, wieein deutsches Unternehmen, das zahlreiche auslndische Mitarbeiter beschftigt,feststellen musste. Eine gut gemeinte Geste offenbarte erhebliche Schwachstellenbei der Integration der Fachkrfte aus dem Ausland. Welche das waren und wieeine professionelle Eingliederung von Expats in Deutschland gelingt, erlutertunser Beitrag ab der Seite 11.

    Viele Deutsche trumen davon, unter der SonneSpaniens ein Gastgewerbe zu grnden und damitihre Auswanderung mit Erfolg zu krnen. WelcheSchritte dabei zu beachten sind, verraten wir aufder Seite 23.

    Die Schweiz gilt seit Jahren als eines der beliebtes-ten Lnder, wenn es darum geht, eine neue Hei-mat zu finden. Eine aktuelle Studie hat nunherausgefunden, dass insbesondere Rentner in der

    Schweiz von einer hohen Lebensqualitt profitieren. Mehr darber erfahren Sie aufder Seite 24. Doch nicht nur Rentner zieht es immer wieder ins Ausland, auch Fami-lien mit Kindern schtzen es, zumindest fr eine begrenzte Zeit in einer fremden Kul-tur zu leben. Unser Beitrag auf der Seite 20 beschreibt, was Eltern unter keinenUmstnden vernachlssigen sollten und wie der Umzug ins Ausland gelingt.

    Ich wnsche Ihnen viel Spa bei der Lektre und denken Sie immer daran: DerBDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland!

    Herzlichst, Ihr Andreas Opitz

    ZAHL DES

    der deutschen Autofahrersind im Ausland vom Fahr-stil der Einheimischen ver-unsichert.(Quelle: CosmosDirekt)

    73MONATS

    PROZENT

  • Personalverantwortliche, die sich um die Organisation vonEntsendungen ins Ausland kmmern, stehen in derRegel nicht nur unter Zeit- und Kostendruck, sondern habenauch die Aufgabe, Haftungsrisiken fr das Unternehmen zuvermeiden oder zumindest zu minimieren. Gleichzeitighaben sie den arbeitgeberseitigen Auftrag, die zu entsen-denden Mitarbeiter vor dem Hintergrund ihrer Frsorge- undAufklrungspflichten nicht schlechter zu stellen als bei einergleichwertigen Beschftigung im Inland. Mit einer besondersgroen Herausforderung sehen sich Personaler konfrontiert,sobald bei einer Mitarbeiterentsendung ins Ausland die Vo-raussetzung der Ausstrahlung der deutschen Sozialversiche-rung (SV) nicht erfllt ist und Mitarbeiter somit nicht imdeutschen Sozialsystem verbleiben knnen. Ein kostenfreiesDossier der BDAE GRUPPE beschreibt die Mglichkeiten, dieUnternehmen und Auslandsentsandten offen stehen.

    Um Nachteile des berufsbedingten Auslandseinsatzes auszu-gleichen, hat die Bundesrepublik Deutschland mit einigenStaaten Sozialversicherungsabkommen (SVA) abgeschlossen,die auch die Arbeitslosenversicherung (ALV) erfassen. InBezug auf die Versicherungsleistungen der einzelnen SVA-Lnder ist jedoch Vorsicht geboten: Fallen diese Leistungenbei Arbeitslosigkeit geringer aus als es in Deutschland derFall gewesen wre, muss die entstandene Versorgungslckegeschlossen werden. Besonders kompliziert wird es, wennder Mitarbeitereinsatz in einem Land stattfinden soll, mitdem Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen hat.Auch hier bietet der deutsche Gesetzgeber eine Lsung: DasArbeitslosenrisiko von Mitarbeitern, die aufgrund der Aus-landsttigkeit nicht in der Absicherung der deutschen Ar-

    beitslosenversicherung verbleiben knnen, soll durch dasVersicherungspflichtverhltnis auf Antrag nach 28 DrittesSozialgesetzbuch (SGB III) abgefedert werden.

    Das Dossier erlutert anhand des Beispiels des fiktiven Mitar-beiters Markus Schreiber, welche Mglichkeiten der Absiche-rung im Bereich der Arbeitslosenversicherung von Mitar-beitern im Ausland bestehen. So stellt es die Absicherungdes Versicherungspflichtverhltnisses auf Antrag der Bundes-agentur fr Arbeit (BfA) vor und vergleicht im Ergebnis diegesetzliche mit der privaten Lsung der BDAE Gruppe bezie-hungsweise mit dessen Produkt Expat Job.

    3

    INTERNARBEITSLOS NACH AUSLANDSENTSENDUNG: GRATIS-DOSSIER BESCHREIBT RECHTSLAGE UND LSUNGEN

    Das erfolgreiche BDAE-Seminar Einsatz auslndischerMitarbeiter in Deutschland Impatriates erfolgreich ab-sichern und integrieren findet am 18. November 2015 nunzum dritten Mal in Folge unter Leitung von Omer Dotou

    statt.

    Ziel dieser eintgigenVeranstaltung ist es,Fach- und Fhrungskrf-ten international ttigerUnternehmen sowieGlobal Mobility Mana-gern die Rahmenbedin-gungen fr ein erfolg-reiches Impatriate-Ma-nagement aufzuzeigen.

    Beim Einsatz auslndi-scher Mitarbeiter inDeutschland bestehenimmer wieder Unklar-

    heiten hinsichtlich der korrekten Abwicklung. Welche sozial-versicherungsrechtlichen Vorgaben sind bei der Eingliede-rung des Impats zu beachten? Wann unterliegt der neueMitarbeiter der Sozialversicherungspflicht in Deutschland?Welchen Aufenthaltstitel beziehungsweise welche Visakate-gorie bentigt der auslndische Mitarbeiter? Wann ist eineDienstreise eine Erwerbsttigkeit und erfordert ein gltigesArbeitsvisum? Ist der neue Mitarbeiter in Deutschland ein-kommensteuerpflichtig? Liegt ein Doppelbesteuerungsab-kommen vor?

    Diese und weitere Fragen will die BDAE GRUPPE gemeinsammit Experten aus den Bereichen Zuwanderungs-, Sozialversi-cherungs-, internationales Steuerrecht und Relocation klren.Ziel ist es, den Teilnehmern ausreichend Fakten an die Handzu geben, um Haftungsrisiken und Entsendeabbrche zu ver-meiden.

    Details zur Veranstaltung (Anmeldeunterlagen und Seminar-programm) finden Interessierte hier.

    SEMINAR: AUSLNDISCHE MITARBEITER IN DEUTSCHLAND

    https://www.bdae.com/de/auslandsberatung/seminar_einsatz_auslaendischer_mitarbeiter.htmhttps://www.bdae.com/de/downloads/Dossier_Arbeitslos_nach_Auslandsentsendung.pdfhttps://www.bdae.com/de/

  • 4

    BDAE: Sie absolvieren derzeit einPraktikum bei einem Marktforschungs-unternehmen in Shanghai. Wie sindSie dazu gekommen? War es Ihr expli-ziter Wunsch, nach Shanghai zugehen?

    Terhaar: Es war nicht mein explizier-ter Plan, nach Shanghai zu gehen. DieGelegenheit, mein Praktikum dort zuabsolvieren, hat sich fr mich relativspontan ergeben. Whrend meinesAuslandsstudiums in Frankreich im Master Entrepreneur-ship hat der Grnder des Unternehmens Daxue Consulting,in dem ich jetzt mein Praktikum absolviere, einen Vortragber die Unternehmensgrndung in China gehalten. Da ichsehr an der Arbeit in einer Unternehmensberatung interes-siert bin, hat mein franzsischer Professor mich fr eine Prak-tikantestelle bei Daxue Consulting weiterempfohlen.

    BDAE: Sie haben zwei Auslandssemester in Frankreich ver-bracht. Warum haben Sie sich nicht fr ein Praktikum inDeutschlands Nachbarland entschieden?

    Terhaar: Tatschlichhatte ich auch ein Prak-tikumsangebot ausMarseille, ich habemich dann aber frShanghai entschieden.Obwohl ich whrendmeines Auslandsauf-enthalts in Frankreichmehr kulturelle Unter-schiede zwischenDeutschland und Frankreich festgestellt habe als erwartet,konnte ich der Versuchung China nicht widerstehen. Mitdem Praktikum in China wollte ich die Gelegenheit nutzen,ber den Tellerrand von Europa herauszuschauen. Als Interna-tional-Business-Studentin bin ich an verschiedenen Kultureninteressiert. Der Wunsch mein Englisch zu verbessern, hatauch eine groe Rolle gespielt. Ich fand es einfach komisch,dass mein Franzsisch um Lngen besser als mein Englisch ist.

    Darber hinaus ist China wirtschaftlich ein sehr interessanterStandort. Seit 2010 ist China nach den Vereinigten Staatenvon Amerika die zweitgrte Volkswirtschaft der Welt. Be-trachtet man die Wirtschaftsleitung nach Kaufkraft ist Chinaseit 2014 sogar die grte Volkswirtschaft der Welt. Durch diebernahme der politischen Macht der 5. Fhrungsgenerationim Jahre 2013 wurde ein neuer Weg eingeschlagen: Chinawill mithilfe von Reformen eine nachhaltige Wirtschaft er-schaffen. Mir diesen Umschwung live anzuschauen, hat michsehr gereizt und das in der Stadt Shanghai, die das wirt-schaftliche Zentrum Chinas darstellt.

    BDAE: Erleben Sie etwas von diesemUmbruch?

    Terhaar: Natrlich ist dies ein Prozessund ich sehe allenfalls einen Ausschnittdavon. Positiv ist, dass sich die Infra-struktur deutlich verbessert. Dies hat zurFolge, dass weniger Zweirder auf denStraen sind. In einigen Stadtteilen sindinzwischen Motorrder verboten undstattdessen findet man nun eine Viel-zahl von umweltschonenderen E-Rollern

    auf den Straen. Auerdem findet in China gerade ein Trendzu einem bewussterem Leben statt. Durchschnittlich sind 84Prozent der Verbraucher dazu bereit, 27 Prozent mehr Geldfr grne Produkte zu zahlen. Im Vordergrund steht hier aller-dings der Schutz der eigenen Gesundheit und Sicherheit, weilSkandale hufig in der Nahrungs- und Medizinindustrie auf-treten sind. Das Kriterium der Umweltvertrglichkeit eines Pro-dukts erhlt von den Chinesen nur Platz drei, davor kommenGesundheit und Sicherheit.

    Auffllig ist auch der Einfluss des Westens im Alltag, beispiels-weise ersichtlich an Modetrends. Was ich auerdem wahr-nehme und das ist sicherlich symptomatisch fr eine Wirt-schaft im Wandel ist die starke Kluft zwischen Arm undReich.

    BDAE: Noch einmal zurck zu Ihrem Frankreichaufenthalt:Welche interkulturellen Unterschiede haben Sie zwischenFranzosen und Deutschen wahrgenommen?

    Terhaar: Das waren eher Kleinigkeiten des Alltags. Zum Bei-spiel ist es in Frankreich nichts Ungewhnliches, zu Verabre-dungen oder Terminen zu spt zu kommen. Deadlines werdenim Arbeitsalltag nicht so ernst genommen, wie etwa in deut-schen Unternehmen, und nach meinem Empfinden herrschtweniger Struktur. Auch in Sachen Essgewohnheiten ticken dieFranzosen anders als wir. Whrend bei uns die letzte Mahlzeitnormalerweise gegen 19 Uhr eingenommen wird, ist es inFrankreich vllig normal, sich noch um 21 oder 23 Uhr ein Ge-richt zu kochen.

    BDAE: Das Unternehmen ist chinesisch; sind Sie die einzigeAuslnderin dort oder gibt es international gemischte Teams?

    INTERVIEWSHANGHAI IST NICHT SO IN-TERNATIONAL, WIE MAN ESSICH VORSTELLT

    Die 23-Jhrige Marieke Terhaar ab-solviert zurzeit ein Praktikum inShanghai. Im Interview erzhlt sie, wieihr erster Eindruck von der Megacitywar, was sie an den Chinesen beson-ders schtzt und wie fremd ihr die Kul-tur manchmal ist.

  • 5

    Terhaar: Daxue Consulting ist ein junges und internationa-les Unternehmen und sein Grnder kommt aus Frankreich.Folglich kommen viele Mitarbeiter aus Frankreich, aber auchaus Italien, England, Israel, Norwegen und natrlich China.Zurzeit arbeite ich in zwei verschiedenen Teams: Ein rein in-ternationales und ein Team mit relativ vielen Chinesen. Dadie Unternehmenssprache aber immer Englisch ist, kann ichmich in beiden Teams mit allen Teammitgliedern prima ver-stndigen und die Zusammenarbeit klappt sehr gut.

    Was mir am Arbeiten in diesem Unternehmen uerst gutgefllt ist, dass ich nicht nur eine neue Kultur kennen lerne.Wir diskutieren und erklren uns gegenseitig gerne die kul-turellen Unterschiede und Gewohnheiten der verschiedenenHerkunftslnder. Oft lachen wir, wenn wir ein Stereotyp oderVorurteil einer Nation besttigen oder entkrfteten knnen.

    BDAE: Zum Beispiel?

    Terhaar: Interessant ist, dass es dabei fast immer umsEssen beziehungsweise um Essgewohnheiten geht. Fast beiallen Europern kursiert ja das Gercht, dass ChinesenHunde und Katzen essen. Dies ist allerdings nur in gewissenRegionen der Fall. Man darf nicht vergessen, China hat inetwa die Gre von ganz Europa! Allein in Deutschland gibtes ein riesiges Nord-Sd-Geflle, wenn es ums Essen geht. Esist wirklich erstaunlich, wie sehr das Kulinarische die Expatsin China beschftigt. Ein Freund von mir lebt in einem Vorortvon Shanghai und vermisst die westliche Kche manchmalwahnsinnig. Um internationales Essen zu bekommen, fhrter eine Stunde mit der Metro ins Zentrum. Hier in Shanghaigibt es fr chinesische Verhltnisse eine groe Auswahl aninternationaler Kche. So kann man beispielsweise auch malin ein franzsisches Restaurant gehen oder findet einendeutschen Bcker. Auch was das Englisch angeht, sind wir inShanghai besser dran als in irgendeiner anderen Region Chi-nas. Die allermeisten Chinesen sprechen bislang kein Eng-lisch als Fremdsprache.

    Deutsche sind in Shanghai sehr beliebt

    BDAE: Wie werden Sie als Deutsche in Shanghai wahrge-nommen?

    Terhaar: Sehr positiv das htte ich so nicht erwartet.Deutsche sind hier aufgrund ihrer Eigenschaften wie Pnkt-lichkeit, Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit sehr beliebt.Tatschlich habe ich hier einen gewissen Stolz auf mein Hei-matland entwickelt. Ansonsten sind die deutschen in punktoNationalstolz im Vergleich zu anderen Kulturen eher zurck-haltend.

    BDAE: Inwieweit unterscheidet sich das Arbeitsleben inShanghai von dem in Deutschland?

    Terhaar: Da das Marktforschungsunternehmen DaxueConsulting ein sehr internationales Unternehmen ist, unter-scheidet sich das Arbeitsleben nicht sonderlich von dem inDeutschland. Ein wichtiger Punkt im Umgang mit den chine-sischen Kollegen ist auf jeden Fall die Hflichkeit: Arbeitsauf-trge, Erklrungen, Mails etc. werden immer uerst hflichund entschuldigend formuliert. Diesbezglich habe ich michschnell angepasst und stelle oft meine deutsche direkteArt hinten an, auch wenn dann eventuell ein paar mehr Fra-gen gestellt werden mssen, um an die gewnschte Ant-wort zu kommen. Auerdem luft alles etwas wenigerstrukturiert ab. Oft wird erst einmal drauf losgearbeitetund die aktuelle Strategie nochmal neu aufgestellt oder Ter-mine sehr kurzfristig verschoben. Von Freunden, die in ihremPraktikum oder bei der Arbeit deutlich mehr Zeit mit Chine-sen verbringen, wei ich, dass das Arbeitsleben sich aberdeutlich mehr unterscheiden kann: Eine halbe Stunde Gym-nastik statt Kaffeepause gehren dort zum Alltag. Auer-dem schlafen Chinesen gern berall so auch in der Pauseauf der Arbeit.

    Noch eine Besonderheit: In der Businesswelt ist es nicht un-blich, das Thema des Meetings zu ndern: War ein Ange-bot zu einer Dienstleistung zu besprechen, bekundete derchinesische Geschftspartner bei einem Geschftstermineines Freundes sein Interesse an einem Joint-Venture.

    INTERVIEW

  • 6

    Ich hatte noch nie so viele Menschenauf engem Raum gesehen

    BDAE: Was war Ihr erster Eindruck, was waren Ihre erstenGedanken, als Sie in Shanghai gelandet sind und die Mega-city zum ersten Mal sahen und erlebten?

    Terhaar: Der Unterschied zu meiner franzsischen Hei-mat in der naturbelassenen Provence war sehr deutlich zuspren: Shanghai ist keine normale Stadt, sie ist wirklich eineMegastadt! ber 23 Milliarden Menschen leben hier alleindas Viertel, in dem ich wohne, hat mehr Einwohner als ganzKln. So viele Menschen auf so engem Raum hatte ich zuvornoch nie gesehen.

    Als ich die Metro vom Flughafen zu mir nach Hause nahm,habe ich bei der anderthalb Stunden langen Fahrt keineneinzigen Europer/Westler/Nicht-Asiaten gesehen. Erst imStadtzentrum angekommen, habe ich welche getroffen.Shanghai ist eine sehr internationale Stadt, aber dennochnicht so international wie es sich so mancher Europer wahr-scheinlich vorstellt: Man wird stndig bestaunt und beobach-tet, aber daran habe ich mich schon total gewhnt. Chinesen,die Shanghai besuchen und nicht aus einer der internationa-len Stdte Chinas kommen, machen auch gerne Fotos vonden exotischen Westlern oder mchten sie anfassen.

    Mein erster Eindruck war wirklich von der Menschenmassegeprgt: Durch diese Masse an Individuen kommt es nmlichdazu, dass Chinesen einen sehr groben Umgang pflegen. Seies beim Umsteigen in der U-Bahn, beim Einkauf oder imRes-taurant unter so vielen Menschen zu sein, heit auchviel drngeln zu mssen und oft ist hier Durchsetzungskraftgefragt. Aber auch daran gewhnt man sich, obwohl ichimmer noch Tage habe, an denen ich den einen oder ande-ren Chinesen wegen seiner groben Art verfluchen knnte.Jedoch habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass Chinesensehr freundlich und hflich sind: Steht man mit ihnen ineinem direkten Bezug (freundschaftlich, auf der Arbeit oderes reicht auch aus, im gleichen Haus zu wohnen, seine Ein-kufe im gleichen Supermarkt um die Ecke zu machen),bertreffen sie jeden Europer an Freundlichkeit: Da wirdeinem Wechselgeld aus dem Supermarkt nachgetragen, weilman mit einem greren Schein bezahlt hat als gedacht, Auf-zge aufgehalten oder man bekommt ein Gratisgetrnk, weilim Restaurant um die Ecke keiner Englisch spricht und dieKarte auf Chinesisch ist, das heit, man bestellt mal wiederein berraschungsmen (man wei schlichtweg einfachnicht, was man bekommt). Auerdem darf das nette asiati-sche Lcheln auf den Lippen der Chinesen nicht vergessenwerden, wovon wir uns definitiv etwas abgucken knnen.

    BDAE: Haben Sie aufgrund der Mentalitt der Chinesenschon gewisse Schwierigkeiten im Alltag gehabt?

    Terhaar: Am meisten Schwierigkeiten bereitet mir dieSprache. Ich spreche kein Chinesisch und war mir vor derAbreise nicht darber im Klaren, wie wenig Menschen ineiner internationalen Stadt wie Shanghai Englisch sprechen.In Frankreich habe ich es sehr genossen, mich mit jedemMenschen unterhalten zu knnen. Meiner Meinung nachtaucht man nur so richtig in eine Kultur ein. Mein Praktikumin Shanghai hat eine Dauer von drei Monaten, in denen dasErlernen einer so komplexen und andersartigen Sprache wieChinesisch unmglich ist. Ich versuche, so viele Wrter auf-zunehmen wie es geht, aber mein Umfeld ist durch dieSprachbarriere sehr westlich geprgt.

    INTERVIEW

  • 7

    Als Europer gehrt man direkt zuden Reichen egal wie viel Geld manhat

    Eine andere Sache, die mir persnlich schwer fllt, ist dieZweiklassengesellschaft in China: Auch wenn die Mittel-schicht in China wchst, hat man als Europer hier das Ge-fhl, dass Chinesen in Shanghai entweder reich oder armsind. In unserem Hof vor dem Haus stehen Maseratis undauch der eine oder andere Porsche. 20 Meter weiter wirdGemse auf dem Boden auf der Strae verkauft, weil mansich keinen Stand leisten kann. Als Europer gehrt man di-rekt zur reichen Schicht egal wie viel Geld man im Endef-fekt wirklich hat. Dies ist natrlich ein Glck, was Gesund-heit und Lebensstandard angeht, aber ich fhle mich den-noch manchmal schlecht, wenn man diese bizarre Einkom-mensverteilung sieht. Jedoch gehrt das zum wirtschaft-lichen Aufschwung in China nun mal leider dazu.

    Ein anderer Aspekt stellt die chinesische Ess- und Hygiene-kultur dar. Das Vorurteil, Chinesen knnten sich beimEssen der westlichen Meinung nach nicht benehmen,kann ich definitiv besttigen. Allerdings sind kulturelleAspekte immer nur Ansichtssache, denn genauso komischfinden es Chinesen, wenn wir mit einem Messer ein Werk-zeug, das IN die Kche gehrt essen. Auerdem gewhntman sich nach einiger Zeit an Dinge wie diese.

    BDAE: Sie gehren der so genannten Generation Y an, derman nachsagt, dass fr Sie internationale Mobilitt und Ar-beiten im Ausland vllig selbstverstndlich sind. Inwieweitstimmen Sie dem zu? Wie lsst sich diese doch recht kost-spielige Mobilitt (Auslandsreisen, Auslandspraktika etc.)finanzieren?

    Terhaar: Ich habe meinen Studiengang InternationalBusiness French genau aus dem Grund der internationalenMobilitt ausgewhlt. Das Lernen von Sprachen, von ande-ren Kulturen und vor allem der Umgang mit Menschen an-derer Nationen macht mir Spa. Fr mich ist die inter-nationale Mobilitt ein persnliches Hobby. Ich habe aberauch gengend Freunde, die keinen internationalen Studien-gang studieren und von Auslandsreisen, Auslandsstudienund Auslandspraktika begeistert sind. Ich denke, dass vorallem, wenn man in der Wirtschaft ttig ist ein internatio-nales Interesse schon fast Pflicht ist, da unsere Mrkte heut-zutage global funktionieren.

    Natrlich ist diese Mobilitt kostspielig. Jedoch gibt es auchviele frdernde Programme: Whrend meines Auslandsauf-enthalts in Frankreich habe ich zum Beispiel das Erasmus-Stipendium bekommen. Ansonsten habe ich mir viel durchNebenjobs (wie zum Beispiel Kellnern) whrend des Studi-ums finanziert. Dennoch: Ohne die Untersttzung meiner Eltern wren Studium und derartige Auslandsaufenthalteundenkbar und ich bin ihnen sehr dankbar dafr.

    BDAE: Was hat Ihnen der Auslandsaufenthalt bislang frIhre persnliche Entwicklung gebracht?

    Terhaar: Ich verstehe noch besser, wie andere Menschenticken und warum sie sind, wie sie sind. Dadurch empfindeich mich auch als toleranter als vor meinen Auslandsaufent-halten. Auch bin ich wesentlich gelassener geworden durchdie Erfahrung, dass man nicht immer alles bekommt, wieman es sich vorgestellt hat. Durch meine vielfltigen Erfah-rungen bin ich auerdem wesentlich spontaner und auchangstfreier geworden. So war ich krzlich das erste Mal al-lein im Urlaub das htte ich mich vor wenigen Jahren nochnicht getraut. All das verschafft mir zudem eine grere Un-abhngigkeit als je zuvor.

    INTERVIEW

  • Wie schon zuvor fr Touristen, ist es nun auch Ge-schftsreisenden mglich, vor ihrer Reise ein ETA/E-Visum ber CIBTvisas zu beantragen. Voraussetzung fr dieelektronische Beantragung ist die Einreise ber die interna-tionalen Flughfen von Yangon, Mandalay oder Nay Pyi Tawund eine bereits abgeschlossene Hotelbuchung. Findet dieEinreise ber den See- oder Landweg statt, empfiehlt CIBTvi-sas ein herkmmliches Business Visum.

    Das Business-ETA/E-Visum ist fr 90 Tage gltig und berech-tigt zu einem Aufenthalt von maximal 70 Tagen. Zustzlichzu den touristischen Bestimmungen werden fr Business-Rei-sende ein Einladungsschreiben und eine Registrierungsbe-scheinigung der Firma in Myanmar bentigt.

    Gegenber dem sogenannten visa on arrival/Visum beiAnkunft bietet die Einholung eines ETA/E-Visums ber CIBT-visas vor Reiseantritt folgende Vorteile:

    Reisende haben die Sicherheit, ihr Einreisedokumentschon vor Reiseantritt in den Hnden zu halten.

    Touristen sparen sich die Zeit, am Zielflughafen ihr gltigesEinreisedokument ausfindig zu machen und in Empfangzu nehmen.

    CIBTvisas-Kunden brauchen zur Beantragung lediglicheine Reisepasskopie zur Verfgung stellen. Damit bleibtder Reisepass verbleibt in ihren Hnden.

    ber diesen Link kann das Business-Visum fr Myanmar be-quem beantragt werden. Einfach das Reiseland Myanmarund die Visumkategorie Business (Electronic) auf der CIBT-visas-Website whlen.

    E-VISUM FR GESCHFTSREISENDE NACH MYANMAR MGLICH

    Zu Beginn der Schulferien werden in der Regel die Flug-tickets und Urlaubsunterknfte wesentlich teurer. EinigeFamilien fliegen deshalb schon etwas frher in den Urlaubund melden ihre schulpflichtigen Kinder vor dem eigentli-chen Ferienbeginn krank, um sie aus der Schule zu nehmen.Diese Praxis kann jedoch ein Bugeld nach sich ziehen.

    Einem Focus-Online-Bericht zufolge ahnden beispielsweiseim Bundesland Hessen Schulmter das Schuleschwnzen mit100 Euro, ab sechs Fehltagen mit 150 Euro. In Nordrhein-Westfalen kann das Kurzzeitschwnzen bis zu 1.000 Eurokosten. Berlin verlange sogar mehr als 2.000 Euro Strafe. InBayern wiederum liegt das Bugeld zwischen fnf und 1.000Euro. In Bremen, Hamburg, Hessen und Mecklenburg-Vor-pommern knnen Geldstrafen zwischen 50 und 300 Europro geschwnztem Schultag verhngt werden. Im extremenFllen erlaubt das Gesetz sogar eine Geldstrafe bis zu 180Tagesstzen beziehungsweise von bis zu 6 Monaten Frei-heitsstrafe, heit es auf der Seite www.schulferien.eu. Obund in welcher Hhe das Schulamt ein Bugeld verhngt,wird von den Schulmtern stets im Einzelfall entschieden.

    Fr gewhnlich fliegt das Schuleschwnzen bei der Passkon-trolle am Flughafen auf, wenn etwa dem Zollbeamten auf-fllt, dass ein Kind eigentlich noch die Schulbank drckenmsste. Immer wieder kommt es auch vor, dass sich SchlerKlassenkameraden oder dem Lehrer gegenber verplappernund dieser den Versto an die Behrde meldet.

    Zwar gibt es die Mglichkeit, Kinder vom Unterricht zu be-freien, allerdings gelte das Argument, ein billigeres Flugticketzu erstehen in der Regel nicht. Hinzu kommt, dass es keinenRechtsanspruch auf das Befreien vom Unterricht gibt.

    SCHULESCHWNZEN WEGEN URLAUBSREISE KANN TEUER WERDEN

    RECHTLICHES

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    http://www.schulferien.eu/http://www.focus.de/familie/bis-zu-2000-euro-strafe-blaumachen-fuer-den-urlaub-kann-teuer-werden_id_3754406.htmlhttp://cibtvisas.de/?login=bdae2631http://cibtvisas.de/?login=bdae2631

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    Ein Sturz von einem Kamel begrndet keine Schadenser-satz- oder Schmerzensgeldansprche. Dies hat das Amts-gericht Mnchen in einem Urteil vom 24.06.2015 (Az.: 111C 30051/14) entschieden. Wie die Klner Kanzlei Jansen &Kollegen mitteilt, stellt das Abwerfen vom Rcken des Ka-mels stellt ein allgemeines Lebensrisiko dar, welches keinehaftungsrechtlichen Ansprche nach sich zieht.

    Im betreffenden Fall strzte der Klger whrend einer zwei-wchigen Kreuzfahrt auf dem Nil im Rahmen eines Ausflugsvon einem Kamel und zog sich Frakturen an den Rippen undPrellungen am Thorax zu. Der Klger musste fr umgerech-net 13 Euro im Krankenhaus behandelt werden. Die restlicheUrlaubszeit musste er sich schonen und konnte nicht denAktivitten nachgehen, die er fr den Urlaub vorgesehenhatte. Zudem wurde durch den Sturz seine Kamera besch-digt. Fr die Schmerzen, die Krankenhausrechnung, die Be-schdigung an der Kamera und fr die nutzlos aufgewandteUrlaubszeit verlangt der Klger vom zustndigen beklagtenReiseunternehmen 3.378 Euro.

    Das Gericht wies den Schadens- und Schmerzensgeldan-spruch jedoch ab. Begrndung: Der Kamelfhrer hatte kei-nerlei Einfluss auf das Tier. Dieses warf den Klger ab,nachdem es stolperte und daraufhin scheute. Es ist keineVerhaltensweise des Kamelfhrers ersichtlich, die diesenSturz htte verhindern knnen. Das Stolpern des Kamels warfr den Kamelfhrer nicht vorherzusehen. Generell sei einsolches Verhalten ein Risiko, welches man im Umgang mitTieren hinnehmen msse. Somit hat das Gericht entschie-den, dass weder dem Kamelfhrer noch dem Reiseveranstal-ter das Verhalten des Tieres zuzurechnen sei. Einen Anspruchauf Schadensersatz und/oder Schmerzensgeld hat der Urlau-ber daher nicht.

    STURZ VOM KAMEL: BETROFFENER MUSS SCHADEN SELBST ZAHLEN

    RECHTLICHES

    Lukas Gojda - Fotolia.com

    http://www.jansen-kollegen.de/http://www.jansen-kollegen.de/http://bit.ly/1NWOfDQhttp://bit.ly/1NWOfDQ

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    RECHTLICHESSie sind die unbeliebtesten Souvenirs aus den Ferien:Knllchen fr Verkehrssnden wie falsches Parken oderzu schnelles Fahren im Urlaubsland. Der ADAC empfiehlt,diese Bugeldbescheide nicht zu ignorieren, auf Plausibilittzu prfen und danach zgig zu bezahlen. Die Bescheide wie frher blich einfach auszusitzen, ist keine gute Idee:Seit dem Jahr 2010 knnen Strafen aus EU-Staaten auch inDeutschland vollstreckt werden. Bei fehlerhaften Bugeldbe-scheiden oder Missverstndnissen rt der Automobilclub, ju-ristische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Vollstreckt werden Strafen aus dem EU-Ausland ab einer Ba-gatellgrenze von 70 Euro. Diese Grenze gilt fr das Bugeldzuzglich der anfallenden Verwaltungskosten, so dass auchStrafen deutlich unter 70 Euro geahndet werden knnen. EinBeispiel: Ein Bugeld von 35 Euro, das mit einer Verwal-tungsgebhr von 35 Euro aufgeblasen wird, kann inDeutschland ebenfalls zur Vollstreckung kommen. Eingetrie-ben werden grundstzlich nur Geldbetrge: Ein im Auslandflliges Fahrverbot ist ausschlielich im jeweiligen Landdurchsetzbar. Auch Punkte in Flensburg gibt es fr Verkehrs-verste im Ausland nicht.

    Die EU-Staaten sind unterschiedlich konsequent, wenn esum die Vollstreckung der Bugelder geht. Whrend zum Bei-spiel die Niederlande Bugelder grundstzlich in Deutschlanddurch das zustndige Bundesamt fr Justiz eintreiben lassen,haben Griechenland, Italien und Irland den entsprechendenEU-Rahmenbeschluss zur Geldsanktionenvollstreckungnoch nicht umgesetzt. Eine Vollstreckung von Bugeldernaus diesen Lndern findet daher noch nicht statt.

    Dennoch lohnt es sich, freiwillig zu bezahlen: Reisende, dieBugeldbescheide aus dem Ausland offen haben, drohtbeim nchsten Urlaub im selben Land mglicherweise einebse berraschung. Rechtskrftige Buen fr Knllchen blei-ben weiterhin vollstreckbar und verjhren in Italien zum Bei-spiel erst nach fnf Jahren, in Spanien nach vier Jahren. Zueiner spteren Vollstreckung der Bue im Ausland kann esbeispielsweise kommen, wenn Urlauber bei einer Verkehrs-kontrolle berprft werden. Auch bei der Passkontrolle amFlughafen des Ziellandes fallen sumige Zahler hufig auf.

    Grundstzlich skeptisch sollten Autofahrer gegenber Forde-rungen von Inkassobros sein. Diese Unternehmen verwei-sen in ihren Schreiben zwar hufig auf den EU-Rahmen-beschluss, der fr sie jedoch nicht gltig ist. Dass die Behr-den im Ausland selbst Bugelder von Urlaubern an Ort undStelle eintreiben oder Sicherheitsleistungen verlangen, isthingegen rechtlich mglich.

    Bei fehlerhaften oder offenkundig zu hohen Bugeldbeschei-den rt der ADAC, unverzglich Einspruch einzulegen undjuristischen Beistand zu suchen. Das gilt beispielsweise frsaftige Forderungen fr Parkverste in Kroatien, die in die-sem Sommer von einem Notar in Pula verschickt werden. Beiausstehenden Parkgebhren von 10 bis 40 Euro sind Urlau-ber angeblich bis zu 350 Euro unter anderem fr Rechtsver-folgungskosten schuldig. Urlaubern, die nicht unverzglichreagieren und Einspruch einlegen, droht eine Vollstreckung.

    Bei der Hhe der Bugelder liegt Deutschland im europi-schen Mittelfeld. Viele Verkehrsverste im Ausland werdenteils deutlich hrter bestraft als hierzulande. Ein Beispiel: Wer20 km/h schneller als erlaubt unterwegs ist, kommt in Deutsch-land mit bis zu 35 Euro Verwarnungsgeld davon. In Italienwerden hingegen mindestens 170 Euro fllig, in Norwegensogar mindestens 420 Euro.

    Bei zgiger Bezahlung der Geldbue fr Knllchen gewh-ren viele Lnder teils stattliche Rabatte. Je nach Land und derArt des Verkehrsverstoes sind bis zu 50 Prozent Nachlassmglich, falls innerhalb bestimmter Fristen bezahlt wird. Be-sonders grozgige Rabatte gewhren Frankreich, Grobri-tannien, Griechenland, Italien, Slowenien und Spanien.

    KNLLCHEN IM AUSLAND WERDEN AUCH IN DEUTSCHLAND VOLLSTRECKT

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    Folgendes Szenario hat sich vor ein paar Jahren in einemgroen deutschen Unternehmen der Konsumgterindu-strie tatschlich so zugetragen: Um allen Mitarbeitern zuOstern eine Freude zu machen, beschliet die Firmenleitungzusammen mit der Personalabteilung, jedem einzelnen Mit-arbeiter ein berraschungsei zu schenken. Das Personalcon-trolling eruiert also, wie viele Mitarbeiter das Unternehmenmonatlich auf der Payroll hat und bestellt im Ergebnis rund1.500 berraschungseier im Handel. Am Dienstag nachOstermontag werden die Eier an smtliche Mitarbeiter ver-teilt die berraschung scheint gelungen, denn einige Ab-teilungsleiter bedanken sich bereits im Laufe des Vormittagstelefonisch bei der Personalabteilung im Namen ihrer Mitar-beiter fr die nette Geste.

    Gegen 12 Uhr sind es allerdings die Personaler und die Chef-etage, die eine berraschung der unangenehmen Sorte erle-ben. Warum denn die 150 auslndischen Mitarbeiter diverserauslndischer Konzerngesellschaften des Unternehmens, diees von der Produktion ber den Vertrieb bis ins Marketinggibt, nicht mit einem Schoko-Ei bedacht worden sind? Es seider Eindruck einer Zwei-Klassen-Gesellschaft im Unterneh-men entstanden und die so genannten Impats fhlten sicheinmal mehr unwillkommen im Unternehmen. Fr zwei is-raelische Vertriebsmitarbeiter der auslndischen Tochterge-sellschaft, die zur Untersttzung der deutschen Belegschafteingesetzt worden waren, sei dieser Vorfall sogar der Tropfengewesen, der das Fass zum berlaufen gebracht hat. Nach-dem es bereits Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Ar-beitserlaubnis gegeben hatte und ihre Familien einenholperigen Start in Deutschland hatten, wollten sie ihren Ar-beitseinsatz vorzeitig kndigen und wieder zurck in ihreHeimat gehen.

    Grundlagen der Mitarbeiterintegration oft nicht vor-handenDas Beispiel verdeutlich, was in vielen Firmen in punkto Inte-gration auslndischer Mitarbeiter schiefluft: Es mangelt oftschon an Basics wie der bloen (administrativen) Erfassungdes Personals aus anderen Lndern selbst von jenen ausTochter- oder Muttergesellschaften. Oft bekommen die aus-lndischen Mitarbeiter lediglich einen Besucherausweis, ob-wohl sie eigentlich fester wenn auch nur temporrer Bestandteil der Personalstruktur eines Betriebes sind. Beieinem Incentive vergessen zu werden, ist dabei noch das ge-ringste bel, das diesen Personen widerfahren kann. Was istjedoch, wenn der Zoll vor der Tr steht und wissen mchte,wie viel auslndisches Personal derzeit beschftigt ist? Nurallzu schnell kann etwa der Verdacht der illegalen Beschfti-gung erweckt werden und in der Regel haben zunchstjene Mitarbeiter das Nachsehen, die als Gast und zur Unter-sttzung da sind.

    Whrend die einheimischen Mitarbeiter einem klaren admini-strativen Regelwerk unterliegen, gibt es fr die Erfassung derauslndischen Kollegen bestenfalls nur Excel-Listen, auf diewiederum nur wenige Personen Zugriff haben, geschweigedenn von der berhaupt Kenntnis besteht. Dies ist umso be-dauerlicher, als dass sich die Anwerbung und Einstellungauslndischer Fachkrfte sowie die Beschftigung von Kolle-gen aus dem Ausland aufgrund der komplexen gesetzlichenBestimmungen (nicht zuletzt kmpfen Unternehmen mit ver-alteten Einwanderungsbestimmungen) uerst schwierig,langwierig und oftmals kostspielig gestaltet. Umso wichtigersollte eine reibungslose Integration und unternehmensin-terne Willkommenskultur sein.

    Tatschlich mangelt es jedoch in den meisten Unternehmenan Einarbeitungsplnen fr neue auslndische Arbeitnehmer,an der Dokumentation von Arbeitsablufen und vor allem anklar strukturierten und dokumentierten Prozessen, die dieEingliederung von Impats betreffen. Erfolgreiche Integrationbedeutet weit mehr als die Suche nach einer geeignetenWohnung fr den Impat und seine Familie. Sie betrifft vorallem einen reibungslosen Ablauf bei allen personaltechni-schen Angelegenheiten. So wie die deutschen Mitarbeitereines Unternehmens vom Arbeitgeber erwarten, dass ihr Ge-halt pnktlich auf das dafr vorgesehene Konto berwiesenwird, Urlaubsansprche genauso wie familire Konstellatio-nen bercksichtigt werden, an Geburtstage oder andere Ju-bilen gedacht wird, erwarten auch Impats, dass man sieeinerseits als Teil des Ganzen betrachtet und andererseits jeg-liche Nebenschaupltze ihrer Ttigkeit in Profihnden liegen.

    EXPATRIATESWESHALB MANGELNDE INTEGRATION VON IMPATS ZU BSEN BERRASCHUNGEN FHREN KANN

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    Impat-Management sollte zentral in mindestens einerHand liegenEs ist wichtig, dass sich mindestens ein Personalverantwortli-cher um die Belange eines Impats und dessen eventuell miteingereister Familie kmmert. Dieser muss neben der Woh-nungsfindung in der Regel Sprachkurse organisieren, sichneben der Beschaffung des Aufenthaltstitels gegebenenfallsauch um die Verlngerung desselben kmmern (hierzu isteine entsprechende Wiedervorlage beispielsweise in der un-ternehmensinternen Datenbank unerlsslich). Er sollte zu-dem fr eine interkulturelle Schulung sorgen, die steuer- undsozialversicherungsrechtliche Situation klren (auch wennkeine vertragliche Bindung des temporr beschftigten Mit-arbeiters an das Unternehmen besteht) und auch die Bedrf-nisse des mitreisenden Partners im Blick haben. Idealerweisewird der Personalverantwortliche von einem als Mentor aus-gewhlten Mitarbeiter bei seinen Aufgaben untersttzt. InsUnternehmen zurckgekehrte Expats, die die Erfahrungender auslndischen Mitarbeiter naturgem am besten nach-vollziehen knnen, bieten sich besonders gut als Unterstt-zung an.

    Wie wichtig inzwischen die Bercksichtigung des Partnersist, verdeutlich das Beispiel eines so genannten dual-career-couples: Ein internationales deutsches Beratungsunterneh-men in Hamburg stellt nach mehr als einem Jahr intensiverRekrutierung einen jungen mnnlichen Niederlnder bei sichein, der ber Spezialkenntnisse im Bereich der regenerativenEnergien verfgt. Dieser hat eine US-amerikanische Partne-rin, die ihm nach Hamburg folgen mchte. Allerdings findetsie keinen adquaten Job und scheitert berdies an den Be-hrdengngen, als sie eine Aufenthaltsgenehmigung bean-tragen mchte. Mehrfach schildert der niederlndische Impatin seiner deutschen Firma die Probleme seiner Freundin. Al-lerdings findet er keinerlei Gehr. Nach gut einem Jahr be-schliet er, seinen auf fnf Jahre ausgerichteten Arbeitsver-trag vorzeitig zu beenden, um seine Beziehung zu retten undnimmt ein Jobangebot in Shanghai an. Dort hat seine Part-nerin mittlerweile eine gut bezahlte Stelle gefunden.

    Ein weiteres Beispiel zeigt, wie schnell der Einsatz eines Im-pats an scheinbar lapidaren Formalitten scheitern kann: Eindeutsches und australisches Unternehmen fusionieren unteranderem am Standort Berlin. Der australische Konzern ent-sendet hierfr einen Interimsmanager nach Deutschland, dervon seiner mit dem dritten Kind schwangeren Freundin undden zwei Kindern im Vorschulalter begleitet wird. Weil allesganz schnell gehen muss, zieht die Familie ohne die erforder-liche Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis nach Berlin. Fr denManager organisiert die Firma nach dessen Ankunft schnellden notwendigen Aufenthaltstitel um die schwangere Part-nerin kmmert sich niemand. Die Auslnderbehrde wei je-doch vom fehlenden Visum der Freundin und besteht aufderen Ausreise. Weil das Paar nicht verheiratet ist, habe diePartnerin kein Recht, lnger als fr einen Urlaub in Deutsch-land zu bleiben. Fr die Familie gleicht dies einer Katastrophe

    und der Interimsmanager droht mit sofortiger Kndigung.Die Personalabteilung erwirkt zumindest kurzfristig, dass diePartnerin in Deutschland geduldet wird (dafr stellt die Aus-lnderbehrde eine so genannte Fiktionsbescheinigung aus)und muss nun an einer Lsung arbeiten. Das Problem: Werin Deutschland nur geduldet ist und keinen Aufenthaltstitelhat, darf hierzulande auch keine Ehe schlieen. Schlussend-lich gibt sich das australische Paar, das bereits seit 15 Jahrenzusammen ist, in Dnemark das Ja-Wort und kann in Berlinbleiben.

    Diese Beispiele sind nur zwei von zahlreichen unterschied-lichsten Konstellationen, mit denen Personaler im Rahmendes Impat-Managements konfrontiert werden knnen. Siezeigen, dass nach der erfolgreichen Integration die eigentli-che Arbeit erst beginnt: Es den auslndischen Mitarbeiternnicht nur zu ermglichen, einen guten Job zu machen, son-dern auch dafr zu sorgen, dass sie diesen ungestrt aus-ben knnen ohne um ihren bloen Aufenthalt und denihrer Familie bangen zu mssen.

    Integration muss ernstgenommen werdenTatschlich beginnt die richtige Integration erst, wenn dieaufenthalts-, sozialversicherungs- sowie steuer- und arbeits-rechtliche Situation des auslndischen Mitarbeiters geklrtist. Selbst scheinbar einfache Schritte, wie die Wohnungssu-che fr den Gast, knnen rechtliche Konsequenzen haben.

    EXPATRIATES

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    So ist es beispielsweise blich, dass der deutsche Arbeitgeberfr den Impat eine Wohnung mietet und demzufolge als Ver-mieter auftritt. Dies muss jedoch der Steuerberater der Firmawissen, um diesen Umstand in seinen Monatsabschlssen zubercksichtigen. Hinzu kommt, dass bei Mietschden dasUnternehmen haftet und fr etwaige Unkosten aufkommenmuss. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die Kommuni-kation zwischen den einzelnen Abteilungen ist. Wird etwadie Beschftigungsdauer eines Mitarbeiters von ursprnglichgeplanten sechs auf acht Monaten erhht, so sollte die Per-sonalabteilung dies zwingend wissen, um rechtzeitig eineAusweitung der Aufenthaltsgenehmigung zu erwirken. An-dernfalls droht auch dort wieder die Gefahr einer illegalenBeschftigung. Integration sollte also von allen Beteiligteneines Unternehmens ernstgenommen werden.

    Neben diesen harten Fakten gilt es aber auch, den Impatsschnell das Gefhl zu geben, im Unternehmen Willkommenzu sein. Dies wiederum gelingt nur, wenn Fhrungsebenewie Kollegen und natrlich die Impats selbst interkulturellsensibilisiert sind, also die Besonderheiten des Gastes unddes Gastgeberlandes hinreichend kennen und respektieren.Wer als Unternehmen in Fragen der Integration ressierenwill und somit auch den wirtschaftlichen Erfolg sichert, sollteanalog zum Entsendmanagement ein Konzept zum Impat-Management entwickeln, in dem administrative Schritteebenso wie soziale und psychologische Faktoren der Mitar-beitereingliederung dokumentiert sind, so dass diese Leitli-nien auf die jeweiligen Einzelflle angepasst und erfolgreichangewandt werden knnen.

    EXPATRIATES

    WEBSEITE FR EXPAT-MTTER IM AUSLAND

    Mit der Familie eine Zeit lang im Ausland leben kannvieles sein: ein Traum, eine berufliche Notwendigkeitund vor allem eine groe Herausforderung. Whrend Famili-envter von der Firma oft mit dem Rundum-Sorglos-Paketausgestattet werden, bekommen die mitreisenden Partnerin-nen und Expat-Mtter meist nur ein Budget fr einenSprachkurs. Seit etwas mehr als einem Jahr gibt es mit expat-mamas.de ein Webangebot, das sich insbesondere mit denBedrfnissen von Expat-Frauen und Mttern auseinander-setzt.

    Expatmamas.de ist die erste deutschsprachige Seite frFrauen, die mit ihren Familien im Ausland leben oder balddorthin umziehen werden. Ihr Ziel ist es, Expat-Mttern mitvielen praktischen Tipps zu helfen und ihnen eine Plattformgeben, um voneinander zu profitieren egal wo auf derWelt. Die Webseite umfasst viele Lebensbereiche: von Kin-

    dergarten ber Berufsttigkeit im Gastland bis hin zu Ge-sundheitsfragen kein mhsames Zusammensuchen mehrim Internet, sondern alles auf einen Blick.

    Jedes Thema bietet auerdem ber die Kommentar-Funktiondie Chance, landestypische Informationen zu ergnzen oderFragen zu stellen. Expatmamas nennt Blogs, gibt Buchtippsund listet viele weitere ntzliche Websites. Darber hinausinformiert der Newsletter monatlich ber Neuigkeiten: vonntzlichen Apps bis hin zu Zollfragen.

    Die Betreiber der Seite sind berzeugt: Je besser die Mamasdie Auslandsjahre meistern, desto erfolgreicher ist diese Zeitfr die ganze Familie.

    http://www.expatmamas.de/

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    Deutschland gehrt nicht zu den beliebtesten Lndernfr Expats exotischere Ziele wie Neuseeland, Thailand,Panama und Australien finden sich weiter oben auf derRangliste als das bodenstndige Deutschland. Das hat die InterNations Expat Insider 2015 Studie ergeben. Mit mehr als14.000 Teilnehmern handelt es sich bei der Erhebung umeine der weltweit umfangreichsten Umfragen zur Lebenssi-tuation von so genannten Expatriates.

    Die Rangliste der beliebtesten Expat-Lnder bewertet diedarin verglichenen Staaten anhand von unterschiedlichenFaktoren wie Lebensqualitt, finanzielle Situation der Befrag-ten, Karriere und Freundschaften im Ausland. In den meistenKategorien nimmt Ecuador eine Spitzenposition ein: Bei-spielsweise sind 94 Prozent der dort wohnhaften Auslndermit ihrer Freizeitgestaltung zufrieden und 91 Prozent bewer-ten ihre Lebenshaltungskosten positiv.

    Mit einer freundlichen Bevlkerung, schnen Strnden undschmackhafter Kche hat Mexiko das Herz vieler Expats imSturm erobert. Mehr als vier von fnf Befragten haben sichleicht an die Kultur des Gastlandes gewhnen knnen, undber 90 Prozent schtzen die Freundlichkeit der mexikani-schen Bevlkerung. Auch das hiesige Wetter schneidet beifast allen Zuzglern gut ab. Tatschlich ist es einer der vierhufigsten Faktoren, die vor dem Umzug ins Ausland erwo-gen werden.

    Bemerkenswert: Geht es um die Frage, in welchem Land essich am besten arbeitet, so steht Malta an erster Stelle. Dortist die allgemeine Zufriedenheit mit dem Job sehr hoch:Mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer bewerten Karrie-rechancen, Arbeitszeit und das Verhltnis von Freizeit undBeruf als ideal. Nicht zuletzt fiel es den Auslndern leicht,sich in Malta einzugewhnen: 73 Prozent hatten keine Pro-bleme dabei, neue Freunde zu finden.

    EXPATRIATESDEUTSCHE EXPATS IM AUSLAND ZUFRIEDENER ALS EXPATS IN DEUTSCHLAND

    https://www.internations.org/expat-insider/

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    EXPATRIATESDeutschland bietet Expats Chance auf KarrieresprngeDeutschland ist nicht gerade fr sonniges Wetter, warmher-zige Bewohner oder eine einfache Landessprache bekannt.Aber es gilt der Umfrage zufolge als hervorragendes Zielland,um Karriere zu machen. Dieses Jahr findet man Deutschlandim dementsprechenden Index auf Platz Vier. Sichere Arbeits-pltze und gute Karrierechancen machen die Bundesrepublikattraktiv obwohl mittelmige Bewertungen im Bereich derWork-Life-Balance das Ergebnis etwas verschlechtern. Trotz-dem sind fast sieben von zehn Expats mit ihrer 40-Stunden-Woche zufrieden und arbeiten damit rund zwei Stundenweniger als der globale Durchschnitt.

    Wenn es um sichere Arbeitspltze geht, hat Deutschlandnach Luxemburg die zweitbeste Bewertung weltweit: 96 Pro-zent der befragten Auslnder in Deutschland uern sich po-sitiv ber das Wirtschaftsklima, und 73 Prozent halten deneigenen Arbeitsplatz fr sicher. Auerdem sind fast zweiDrittel optimistisch in Bezug auf die eigene Karriere.

    Obwohl die in Deutschland lebenden Auslnder karrieretech-nisch oft von ihrem Aufenthalt profitieren, fllt ihnen die Ein-gewhnung schwer. In der entsprechenden Kategorie istDeutschland auf Platz 54 von insgesamt 64 Lndern. Frmehr als die Hlfte der Befragten ist es alles andere als ein-fach, mit den Einheimischen Freundschaft zu schlieen.Unter allen Umfrageteilnehmern weltweit sind knapp 40 Prozent derselben Meinung. Nur einer von neun Expats in Deutschland wrde seine neuen Nachbarn als sehr freund-lich gegenber auslndischen Mitbrgern beschreiben: die-ser Anteil ist nicht einmal halb so hoch wie der globaleDurchschnitt. Zudem halten nur 12 Prozent die Deutschenim Allgemeinen fr sehrfreundlich; bei diesemFaktor ist der weltweiteDurchschnitt sogar drei-mal so hoch.

    Deutsche im Ausland sind rundum zufriedenUnter den im Ausland lebenden Bundesbrgern geben 82Prozent an, mit ihrem neuen Leben zufrieden zu sein etwasmehr als der weltweite Durchschnitt von 77 Prozent. Viel-leicht hat ja genau diese Zufriedenheit 28 Prozent der be-fragten Deutschen dazu bewegt, anzugeben, dass sieeventuell dauerhaft im Gastland bleiben wollen. Unter allenNationaltten in der Umfrage ist dies der grte Anteil.

    Sollte sich das Leben im Zielland wider Erwarten als Flop er-weisen, knnen die deutschen Expats auf ihre nomadischenVerhaltensmuster zurckgreifen: 61 Prozent der im Auslandwohnhaften Deutschen haben bereits in mindestens zweiweiteren Lndern gelebt. Der weltweite Durchschnitt betrgthingegen weniger als 50 Prozent.

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    Bereits mit Wirkung zum 22. April 2015 sind nderungenim Hinblick auf den Beginn der Versicherungspflicht aufAntrag zur gesetzlichen Rentenversicherung nach 4 SGB VIerfolgt. Die Versicherungspflicht auf Antrag zur gesetzlichenRentenversicherung nach 4 SGB VI ist grundstzlich in denFllen ratsam, in denen Arbeitnehmer bei einer Auslandsbe-schftigung aus der gesetzlichen Rentenversicherung aus-scheiden. Eine solche Antragspflichtversicherung ist insbe-sondere denkbar, um

    den Erwerbsminderungsschutz zu erhalten oder

    die Anrechnung von Kindererziehungszeiten im Auslandzu ermglichen.

    Dabei setzt die Antragspflichtversicherung nicht voraus, dasssich der Arbeitnehmer aus dem Inland in das Ausland begibt.Sie kommt daher auch dann in Betracht, wenn sich ein Ar-beitnehmer bereits im Ausland befindet beziehungsweisedas Beschftigungsverhltnis im Ausland bereits besteht.

    Rechtslage bis zum 21. April 2015Bisher begann die Versicherungspflicht auf Antrag zur ge-setzlichen Rentenversicherung mit dem Tag, der dem Ein-gang des Antrags folgte und frhestens mit dem Tag, andem die Voraussetzungen eingetreten waren.

    Rechtslage ab dem 22. April 2015Nun beginnt die Versicherungspflicht mit dem Tag, an demerstmals die Voraussetzungen vorliegen, wenn sie innerhalbvon drei Monaten danach beantragt wird, sonst mit demTag, der dem Eingang des Antrags folgt ( 4 Abs. 4 Nr. 1SGB VI NF).

    Kommentar vom Rentenberater Omer Dotou (BDAEGRUPPE): In unserer Beratungspraxis haben Unternehmenund Arbeitnehmer erst nach unseren Empfehlungen die Ver-sicherungspflicht beantragt, so dass fast jede zweite An-tragsstellung zu spt kam. Dies fhrte dazu, dass die Zeitzwischen dem Entsendebeginn und der Antragstellung vomRentenversicherungstrger nicht bercksichtigt wurde. Folg-lich war der Rentenversicherungsverlauf des Arbeitnehmerslckenhaft. Die nderung ermglicht nun auch nach Beginneiner Auslandsttigkeit lckenlos in der Rentenversicherungzu verbleiben. Dafr drfte die eingerumte Dreimonatsfristausreichen.

    EXPATRIATES

    AUSLANDSENTSENDUNG: NDERUNG BEI VERSICHERUNGSPFLICHT AUF ANTRAG IN DER RENTENVERSICHERUNG

    Seit vier Jahren verhandeln die Niederlande und Marokkodie Anpassung des seit 1972 bestehenden Sozial-versicherungsabkommens bezglich der Behand-lung von Niederlndisch-Marokkanern nachihrer Rckkehr ins Heimatland. Minister Lo-dewijk Asscher mchte die in Marokko ge-zahlten hollndischen Leistungen demLebensstandard vor Ort anpassen. Dieswrde allerdings eine Reduzierung derhollndischen Benefits vor Ort bedeuten,da das Leben in Marokko deutlich gnsti-ger ist als das des nordischen Abkommen-partners. Betroffen wren Niederlndisch-Marokkaner, die nach einigen Jahren wieder inihr Heimatland zurckkehren und etwa Anspruchauf eine hollndische Rente haben. Die Regierungspar-

    tei VVD (Volkspartij voor Vrijheid en Democratie) mchte dasSozialversicherungsabkommen nun komplett abschaf-

    fen.

    Auch in Deutschland wurden in der Vergan-genheit Nicht-Unionsbrgern die Renten-zahlungen, die im Ausland bezogenwurden, um 30 Prozent gekrzt. Auf-grund des am 1. Oktober 2013 in Kraftgetretenen Gesetzes zur Verbesserungder Rechte von international Schutzbe-

    rechtigten und auslndischen Arbeitneh-mern werden aber seither Renten aus in

    Deutschland zurckgelegten Beitragszeitenungekrzt in alle Lnder ausgezahlt.

    ERHEBLICHE NACHTEILE FR MAROKKANISCHE EXPATS IN DEN NIEDERLANDEN

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    kikkerdirk - Fotolia.com

  • goritza - F

    otolia

    .com

    Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines hat seitdem 14. September dieses Jahres eine neue Direktverbin-dung zwischen Bremen und Brssel auf dem Flugplan.Bisher dauerte die Flugreise auf dieser Verbindungmindestens dreieinhalb Stunden und die Reisendenmussten wenigstens einmal umsteigen.

    Die neue Nonstop-Verbindung verbindet in nur 70Minuten die europische Hauptstadt mit der Hanse-stadt fnf Mal die Woche. Abflug in Bremen ist mon-tags bis freitags um 19.00 Uhr mit Ankunft in Brsselum 20.10 Uhr. Nach einem kurzen Aufent-halt startet der Embraer Regional Jet um21.00 Uhr fr den Rckflug und erreicht dieStadt an der Weser um 22.10 Uhr.

    Flugreisende haben in der belgischen Hauptstadtgute Anschlussmglichkeiten zu vielen anderenBrussels Airlines Destinationen.

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    CATHAY PACIFIC

    Die asiatische Cathay Pa-cific erhht ab sofortdie Freigepckgrenze aufFlgen von Frankfurt undDsseldorf nach Australienund Neuseeland in den Rei-seklassen Premium Economyund Business Class.

    Statt der bisherigen 30 Kilo-gramm knnen Reisendeder Premium Economy Classjetzt 35 Kilogramm undFluggste der Business Class40 Kilogramm Freigepckaufgeben. Dieses Angebotgilt auf allen von Cathay Pa-cific durchgefhrten Flgenab Frankfurt und Dsseldorf

    nach Adelaide, Brisbane,Cairns, Melbourne, Perth,Sydney und Auckland.

    Die Flge knnen unterwww.cathaypacific.com, imReisebro oder telefonischunter 069 7108-777 ge-bucht werden.

    AIRLINESBRUSSELS AIRLINES

    Die grte deutscheFluggesellschaft fliegtab dem 27. Oktober diesesJahres wieder nach Nairobi.Die Flugroute wird im Win-terflugplan viermal und abdem 11. Dezember 2015sogar fnfmal die Wochebedient.

    Der Airbus vom Typ A340-300 startet jeweils diens-tags, donnerstags, samstagsund sonntags (ab 11. De-zember 2015 bis Ende Ja-nuar 2016 zustzlich auch freitags) jeweils um 11.10

    Uhr in Frankfurt und er-reicht die Hauptstadt Keniasnach etwas mehr als achtStunden Flugzeit.

    Der Rckflug startet amJomo Kenyatta InternationalAirport als Nachtflug amspten Abend und landetam Morgen des drauffol-genden Tages in der Main-metropole.

    Ein Hin- und Rckflug nachNairobi kann bereits ab 649Euro gebucht werden.

    LUFTHANSA

    Alexandr Mitiuc - Fotolia.com

    Arcady - Fotolia.com

    http://www.cathaypacific.com/cx/de_DE.html

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    AIRBERLIN

    AIRLINES

    Die zweitgrte deut-sche Fluggesellschaft Airberlin bietet ihren Pas-sagieren mehr Beinfreiheitauf der gesamten Lang-streckenflotte (Typ-A330)an. Insgesamt wurden fnfReihen mit 40 zustzlichenXL-Seats in der Economy-Class ausgestattet. Reisendeerhalten damit 15 Zentime-ter mehr Beinfreiheit. Da-rber hinaus befinden sichdie neuen Sitze in den vor-deren Reihen der Flugzeug-kabine und ermglichen soein schnelleres Ein- undAussteigen.

    Die Sitze mit mehr Beinfrei-heit knnen ab sofort frFlge ab dem 1. Dezemberdieses Jahres gebucht wer-den. Wer sein Ticket schonvorher gebucht hat, kannunter https://www.airber-lin.com/de-DE/cockpit einenXL-Sitz nachbuchen.

    Der Aufpreis fr die Bu-chung eines Sitzes mit mehrBeinfreiheit gilt pro Streckeund betrgt 79,99 Euro.Kunden mit einem FlyFlexTarif zahlen keinen Aufpreis.Teilnehmer des Vielflieger-programms topbonus kn-nen ihre gesammeltenPrmienmeilen fr die Reser-vierung eines XL-Seats aufder Langstrecke nutzen.Zum Start kann so ein Sitz-platz bereits fr 10.000Meilen pro Strecke gebuchtwerden. Diese Aktion gilt je-doch nur bis Ende des Jah-res. Fr topbonus Gold undPlatinum Teilnehmer ist derSitz mit mehr Beinfreiheitsogar inklusive.

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    SWISS INTERNATIONAL AIR LINES

    Nachdem die schweizerLufthansatochter SwissInternational Air Lines be-reits seit dem 18. Augustdieses Jahres fr alle Flgeab und ausgewhlte Flgenach Genf das Ausdruckender Gepcketiketten bereitszu Hause ermglichte, istdieses seit dem 1. Septem-ber auch fr Flge ab Zrichinklusive Weiterflge (ohneCodeshare) mglich. Dieserneue Service kann die War-tezeit bis zum Boarding frReisende verkrzen.

    Die Durchfhrung ist ganzeinfach: Whrend des On-line-Check-ins kann derKunde bis zu vier Gepcketi-ketten drucken. Gleichzeitigerhlt er eine zustzliche Be-sttigung und im Anschlussauch die Bordkarte. Die Eti-ketten knnen regulr inDIN A4-Fomat ausgedrucktwerden und werden an-schlieend gefaltet mittelseiner transparenten Plastik-hlle am Reisegepck befe-stigt. Diese kann kostenlos

    am Swiss-Schalter am Flug-hafen bezogen und zuknf-tig fr alle weiteren Reisenwiederverwendet werden.Das Check-in fr das Ge-pck findet bei Ankunft amFlughafen direkt an den SelfBag Drop Schaltern oder anden herkmmlichen Schal-tern statt.

    Zuknftig wird dieser Ser-vice auch auf Swiss-Flgeaus dem Ausland nach Z-rich ausgeweitet. Als erstesfolgen alle Flge aus denUSA sowie von weiterenZielen, die auerhalb der EUliegen. Auf den Swiss-Ver-bindungen ab New York(JFK) und Moskau nach Z-rich ist das Selberdruckender Gepcketiketten bereitsmglich. Fr Abflge ausden EU-Mitgliedsstaatenwerden derzeit in enger Zu-sammenarbeit von der Inter-national Air TransportAssociation (IATA) und denzustndigen Behrden dierechtlichen Grundlagen ge-schaffen.

    https://www.airberlin.com/de-DE/cockpithttps://www.airberlin.com/de-DE/cockpit

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    VERMISCHTESBERALL AUF DER WELT GUT ANGEZOGEN

    Kleider machen Leute. Das gilt nicht nur in Deutschland,auch bei Aufenthalten im Ausland heit es, sich durchkorrekte Kleidung in die entsprechende Kultur zu integrierenund Fettnpfchen zu vermeiden.

    Generell gilt die Unterteilung in Dresscodes fr tagsber undfr abends. Tagsber gibt es Casual wear (legere Freizeit-kleidung), Smart casual (gehobene Freizeitkleidung), Busi-ness Casual (zwar legere Kleidung, die jedoch demBroalltag entsprechend sein muss) und Business Attire(formell und reprsentativ). Bei Einladungen mit dem Hin-weis Come as you are darf die Brokleidung anbehaltenwerden, und am Casual Friday kann man etwas entspannterangezogen im Bro erscheinen. In einigen Lndern bezie-hungsweise auch nur in einzelnen Regionen darf man beidem Stil Casual auch in Jeans und T-Shirt arbeiten. Abendsgilt die Unterscheidung in Cocktail, Black Tie (cravate noire) bei der festliche, elegante Abendgarderobe Pflicht ist unddie gehobene Variante White Tie (cravate blanche), wobeidas Tragen von Frack und langem Abendkleid obligatorischist.

    Wann Mann oder Frau was tragen darf, ist jedoch auch vonLand zu Land unterschiedlich der Dresscode, der eigentlichals Standard gilt, kann in anderen Lndern einen ganz ande-ren Stellenwert haben.

    In den USA beispielsweise gilt im Bro meistens BusinessStandard, also ein dunkler Anzug mit weiem oder blauemHemd und Krawatte. Wichtig hierbei sind saubere undhochwertige Schuhe. Die Damen sollten einen Hosen-anzug oder ein Kostm tragen, wobei die Rcke unter-halb des Knies enden mssen. Auch beisommerlichen Temperaturen ist das Tragen vonFeinstrumpfhosen Pflicht. Da beispielsweise inNew York die Broschuhe geschont werden sol-len, sieht man auf den Straen hufig be-queme Schuhe oder auch Gummistiefel zumBusiness Outfit. Die passenden Schuhewerden separat mit sich gefhrt undkommen erst im Bro zum Einsatz. AmCasual Friday gilt auch dort: Etwaslockerer als sonst ist erlaubt, jedochkeine Jeans und T-Shirt.

    An den Universitten gelten entspann-tere Regeln, dort gilt Campus Casual.Aber auch dort sollte nicht zu viel Hautgezeigt werden und auf zu provo-kante Kleidung verzichtet werden.

    An den Schulen gehren Uniformen zum Alltag, genausowie beispielsweise in Dubai, Japan und Grobritannien.

    Krawatten meist wichtiges DetailIn Kanada ist saubere und frische Kleidung besonders wich-tig. Schmutzige Schuhe sind verpnt, Hemden mssen or-dentlich gebgelt sein. Ebenso unpassend sind unrasierteBeine bei Frauen oder weie Socken zur dunklen Hose. DieDamen sollten sich eher konservativ kleiden und bei den Her-ren besteht Krawattenzwang.

    Bei den Krawatten ist ebenso Vorsicht geboten. In Grobri-tannien beispielweise kann man bei der Wahl einer farblichfalsch gewhlten Krawatte gleich in das nchste Fettnpf-chen treten, da fast jede Farbkombination eine Bedeutunghat. Wussten Sie, dass in Europa die Streifen der Krawattenimmer von links unten nach rechts oben verlaufen? In denUSA dagegen verlaufen die Streifen von rechts unten nachlinks oben.

    In Indien wird Ihr Gegenber des fteren kurzrmelige Hem-den tragen, ohne Krawatte. Von Ihnen als Europer dagegenwird korrekte Businesskleidung erwartet. Im Sommer darfzwar auf das Sakko verzichtet werden, allerdings empfiehltsich das Tragen trotzdem, da die Bros stark klimatisiert sind.Die Damen sollten darauf achten, sich bedeckt zu halten.

    In Japan Pflicht: Socken ohne LcherBei einer Geschftsreise nach Japan sollten im Koffer unbe-

    dingt Socken ohne Lcher vorhanden sein. Dort achtetman sehr auf ein gepflegtes ueres. Sehr hufig werdendie Schuhe ausgezogen, beispielsweise in traditionellen

    Restaurants, Arztpraxen und Tempeln, teilweise auch inUmkleidekabinen in Modegeschften. Auch in Japan

    ist die Krawatte ein absolutes Muss und unverzicht-bar, um im Business ernst genommen zu werden.

    Aber nicht nur die Dresscodes bestimmen, wieman sich kleidet. Auch verschiedene Religio-

    nen haben groen Einfluss darauf und lie-fern Vorgaben, die die komplette

    Garderobe oder auch nur einzelneElemente betreffen. Auch innerhalb

    einzelner Lnder kann es zu regionalenUnterschieden kommen, so ist bei-spielsweise in Bayern auch das Tragender Tracht im Bro teilweise erlaubt.

    WoGi - Fotolia.com

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    VERMISCHTESMIT KINDERN INS AUSLAND: WAS ZU BEHERZIGEN IST

    Oft kommt die Nachricht unverhofft, manchmal bestehtschon lange der Wunsch danach: Wir wollen oder sol-len ins Ausland. Wer alleine reist, muss viel bedenken. Werseinen Partner mitnimmt, steht vor weiteren Hrden, aberwer dann noch mit Kindern ins Ausland umzieht, der hat ei-nige Herausforderungen mehr zu bewltigen.

    Das Alter spielt eine RolleZuerst einmal ist das Alter der Kinder entscheidend. Bis dreiJahre ist ein Umzug meist unproblematisch, solange im Aus-land eine hnliche Betreuung des Kindes gewhrleistet istwie im Heimatland. Ab drei Jahren haben die Kinder zwarbereits erste Freundschaften geschlossen, diese sind abernach einer Trennung schnell vergessen und neue Bande sindrasch geknpft. Ein Kulturschock kann aber auch bereits injungen Jahren die Kinder betreffen, so dass es zu kurzfristi-gen Rckschritten in der Entwicklung kommen kann, die sichjedoch meist schnell normalisieren. Ab dem Schulalter begin-nen die Kinder jedoch bereits, feste Freundschaften zu schlie-en. Daher gibt es ab diesem Alter immer mehr zubercksichtigen.

    Nicht jedes Land ist geeignetVor der Entscheidung, ob man mit Kindern den Schritt insAusland wagt, sollte das jeweilige Land genauer unter dieLupe genommen werden. Jede Familie ist anders und nichtjedes Land ist fr jeden Typ geeignet. Eine internationaleUmfrage unter im Ausland wohnhaften Eltern des Expa-triate-Netzwerkes InterNations ergab: Skandinavien undFrankreich sind die besten Auslandsdestinationen fr Fami-lien mit Kindern. Der Mittlere Osten, China, Brasilien und In-dien schneiden hingegen am schlechtesten ab.

    Manchmal lebt man als Expat isoliert von den Einheimischenmit vielen Sicherheitsparametern um sich herum. Nicht jederfhlt sich damit wohl. An heien Orten ist es in manchenMonaten kaum mglich, sich tagsber drauen aufzuhalten.Mancherorts wird nur mit dem Auto gefahren. Zu Fu unter-wegs zu sein, ist dann kaum mglich. Manche Lnder kn-nen nur mit aufwndigen Impfungen bereist werden. Nichtalle Kinder vertragen diese. Gesundheit, Sicherheit und Bil-dungsmglichkeiten beeinflussen ebenfalls die Wahl desAufenthaltslandes.

    Kindergarten und SchuleVerschiedene Aspekte sind bei einem Auslandsaufenthalt mitKind wichtig. Zum einen sind es die ueren Einflsse wieKindergarten oder Schule, die genauer betrachtet werdenmssen. Die Kinder deutscher Auslandserwerbsttiger wer-den offenbar in deutschsprachigen Kindergrten im europi-schen Ausland besser betreut als hierzulande. Dies legt eineStudie des Verzeichnisses Deutscher Kindergrten im Aus-land (VDKA) nahe.

    Bei der berlegung, in welche Schule das Kind gehen soll,zhlen nicht nur die Gegebenheiten im neuen Aufenthalts-

    land, sondern auch an eine Rckkehr muss gedacht werden.Das Wissen muss so vermittelt werden, dass auch bei einerRckkehr eine problemlose Wiedereingliederung ins deut-sche Schul- und spter Universittssystem gewhrleistet ist,beispielsweise darf dazu der Deutschunterricht nicht ver-nachlssigt werden. Man hat die Auswahl aus deutschenAuslandsschulen, internationalen Schulen, lokalen Schulenund der Option des Fernunterrichtes. Verschiedene Schulenbieten Vor- und Nachteile, die es abzuwgen gilt. Bei inter-nationalen Schulen sind beispielsweise die hohe Kosten zunennen und der stndige Wechsel der Mitschler, was dasSchlieen von dauerhaften Freundschaften erschwert. Anmanchen Schulen in einigen Lndern soll das Tragen vonSchuluniformen zur Gleichstellung von Schlern und damitzu einer besseren Verstndigung beitragen, an anderenSchulen ist das Markenbewusstsein und ein bestimmter Klei-dungsstil extrem ausgeprgt. Auch dies sollte bei der Pla-nung mit einbezogen werden und bereits frh ent-sprechende Kleidung fr die Kinder besorgt werden.

    Eine gute Vorbereitung ist wichtigAndere Faktoren fr eine angenehme Zeit mit der Familie imAusland sind eher auf der emotionalen Seite zu finden. DieTrennung vom Gewohnten und die Unsicherheit vor demNeuen sind bei etwas lteren Kindern besonders ausgeprgt.Der erste Abnabelungsprozess von der Familie ist erfolgt undFreundschaften nehmen einen hohen Stellenwert bei denKids ein. Nun aus dem Altgewohnten herausgerissen zu wer-den, stt nicht selten auf Ablehnung. Eine gute Vorberei-tung auf den Umzug ist unerlsslich.

    Kinder sollten in die Planung miteinbezogen werden. Bilder-bcher bei den Kleinen und informative Lektre fr die Gro-en helfen dabei. Internetseiten und Bilder der neuenUmgebung lassen das Neue lebhafter werden und nebulseVorstellungen werden realer. Die Kinder sollten am Umzugbeteiligt werden. Je nach Alter knnen sie Umzugskartonsmitpacken und knnen dadurch beeinflussen, welche Dingesie am neuen Wohnort sofort bentigen und was beispiels-weise verschifft wird und damit spter ankommt. Dankneuer Medien ist es inzwischen recht leicht, sich ber Mg-lichkeiten am neuen Wohnort zu informieren. So kann bei-spielsweise bereits von Zuhause aus nach der Option gesuchtwerden, ein altes, gern ausgebtes Hobby weiter zu betrei-ben oder ein neues einmal auszuprobieren

    olly - Fotolia.com

    http://www.expat-news.com/19079/interkulturelle-kompetenzen-ausland/die-richtige-schule-fuer-expat-kinder-finden/http://deutscherkindergarten.com/http://deutscherkindergarten.com/http://www.internations.org/

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    VERMISCHTESngste vor der neuen Zukunft sollten ernst genommen undrechtzeitig besprochen werden. Die Neugierde sollte ge-weckt werden und gemeinsame Plne helfen bei der Einge-whnung. Soweit es die Zeit vor dem Umzug zulsst, kanneine vorzeitige Reise in die neue Umgebung helfen, Unsi-cherheiten schneller zu berwinden.

    Aber nicht nur die Vorbereitung auf das neue Leben ist wich-tig, auch den Abschied vom Alten sollte man bewusst erle-ben, beispielsweise durch Abschiedsparties mit Freundenund Familie.

    Wichtig ist, dass die Eltern sich Ihrer Vorbild-Rolle bewusstsind und daher den Umzug positiv erscheinen lassen. AberAchtung: Ein berzogen positives Bild kann zu Enttuschun-gen fhren, daher ist auch das Benennen von eventuell aufdie Kinder zukommenden Nachteilen wichtig. Gewusst wie,kann auch dies mit schnen Gedanken verknpft werden.

    berschtzt werden im Allgemeinen die Sprachprobleme.Gerade Kinder lernen schnell, sich mit Gleichaltrigen zu ver-stndigen und eine neue Sprache wird viel schneller erlerntals dies bei Erwachsenen der Fall ist.

    GELDTRANSFERS INS AUSLAND: DIE MGLICHKEITEN

    Die internationale Mobilitt hat stark zugenommen undimmer mehr Menschen wandern aus. Auch viele Deut-sche haben in den letzten Jahren das Land verlassen, um imAusland zu leben und zu arbeiten oder zu studieren. Gleich-zeitig sind aber auch viele Menschen nach Deutschland ein-gewandert. Laut dem aktuellen Migrationsbericht desBundesamtes fr Migration und Flchtlinge im Auftrag derBundesregierung sind 2013 mehr als 1,23 Millionen Perso-nen aus dem Ausland zugezogen. Davon waren etwa118.000 deutsche Rckkehrer, rund 708.000 Bewohner derEuropischen Union (EU) und zirka 400.000 kamen aus Dritt-staaten. Viele Einwanderer erhoffen sich in Deutschlandeinen besseren Lebensstandard und ein hheres Einkommen.Zurckgebliebene Familienmitglieder und Freunde werdendann oftmals durch Geldberweisungen untersttzt.

    Aber nicht nur Migranten schicken regelmig Geld ins Aus-land. Ebenso hufig berweisen auch Eltern, deren Kinderbeispielsweise ein Austauschjahr oder Semester im Auslandverbringen, Geld in andere Lnder sowie Saisonarbeiter, diehufig ihr gesamtes Einkommen in die Heimat berweisen.Und auch Expatriates, die etwa ihren Wohnsitz im Heimat-land whrend ihres Auslandseinsatzes beibehalten, mssenebenfalls Geld ins Ausland transferieren.

    berweisungen innerhalb der EU sind relativ unkompliziertmglich, und es drfen keine hheren Gebhren anfallen alsbei einer berweisung innerhalb Deutschlands. Teuer wird es

    jedoch bei berweisungen auerhalb der EU. Dort kann, ab-hngig vom Geldinstitut und von der Hhe des zu berwei-senden Betrages, schnell eine Gesamtgebhr von zehn bis50 Euro anfallen. Daher ergnzen mittlerweile auch unzh-lige Dienstleister den Markt. Die Kosten fallen im Vergleichzur klassischen Bankberweisung sehr gering aus und liegenin der Regel weit unter den Gebhren der Geldinstitute.

    Im Einzelnen ist die Hhe von Anbieter zu Anbieter unter-schiedlich. Auch bei der Dauer des Transfers sowie bei denWechselkursen gibt es Abweichungen. Um ein wenig Trans-parenz zu schaffen hat das Centrum fr internationale Mi-gration und Entwicklung (CIM) im Auftrag des Bundes-ministeriums fr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent-wicklung (BMZ) die Online-Vergleichsseite www.geldtrans-fair.de eingerichtet. Auf dieser Webpage werden Angebotefr Geldtransfer hinsichtlich Gebhren, Dauer und Wechsel-kurse verglichen.

    Die Seite birgt jedoch auch einige Nachteile: Die Daten wer-den nur alle zwei Monate aktualisiert, was zur Folge hat,dass die angegebenen Gebhren zwischenzeitlich bereitshher sein knnten. Daneben erfassen die angegebenenPreise nur die Kosten fr die reine berweisung. Nicht erfasstsind Kosten, die der Empfnger unter Umstnden zustzlichzahlen muss. Auerdem ist der Vergleich auf nur 20 Zielln-der begrenzt.

    VON WELCHEN INSELN DIE DEUTSCHEN TRUMEN

    Mallorca ist seit jeher die unangefochtene Knigin derInseln fr der Deutschen. Wovon Urlauber hierzulandejedoch tatschlich trumen, sind die Malediven. Die Insel-gruppe im Indischen Ozean fhrt die Top 10 der schnstenInseln 2015 an. Es folgen Hawaii und thailndische Inselnwie Koh Samui. Auf Platz vier dann schlielich der Balearen-Liebling Mallorca brigens noch vor den Seychellen. Dashat eine aktuelle Umfrage von lastminute.de ergeben. MitKreta auf Platz Acht und Gran Canaria als Schlusslicht schaf-fen noch zwei weitere europische Inseln den Sprung in dieinternationalen Top 10.

    1. Malediven2. Hawaii3. Thailndische

    Inselgruppen4. Mallorca5. Seychellen6. Dominikanische Republik7. Mauritius8. Kreta und Bali9. Barbados und Kuba10. Gran Canaria

    http://www.expat-news.com/21164/panorama_auswandern_expatriates/moegliche-nebenkosten-von-auslandsaufenthalten/http://www.expat-news.com/21164/panorama_auswandern_expatriates/moegliche-nebenkosten-von-auslandsaufenthalten/http://www.cimonline.de/de/index.asphttp://www.cimonline.de/de/index.asphttp://www.bmi.bund.de/DE/Themen/Migration-Integration/Zuwanderung/Migrationsberichte/migrationsberichte_node.htmlhttp://www.bmi.bund.de/DE/Themen/Migration-Integration/Zuwanderung/Migrationsberichte/migrationsberichte_node.htmlhttp://www.bmi.bund.de/DE/Themen/Migration-Integration/Zuwanderung/Migrationsberichte/migrationsberichte_node.html

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    GESUNDHEITMIT DIABETIS INS AUSLAND

    Auf der Wunschliste der Lnder, in denen Jugendliche einAuslandsjahr verbringen wollen, stehen die USA undKanada ganz oben. Chronische Krankheiten wie Diabetesknnen dabei allerdings ein Hindernis sein denn fr dieReise in Nicht-EU-Lnder ist eine Auslands-Krankenversiche-rungen ntig. Und die zahlt in der Regel nicht fr die Be-handlung von Krankheiten, die schon vor Beginn des

    Auslandsaufenthaltes bestanden. Darauf weist das Apothe-kenmagazin "Diabetes Ratgeber" hin. Die Behandlung akuterKomplikationen wird allerdings bernommen. Um das Aus-landsjahr dennoch zu ermglichen, legen Jugendliche mitDiabetes hufig Vorrte fr Insulin und Blutzucker-Teststrei-fen an. Ob die Krankenkasse sich an den Kosten beteiligt,muss im Einzelfall verhandelt werden.

    MTTERSTERBLICHKEIT WELTWEIT IMMER NOCH HOCH

    In den rmsten Lndern stirbt jede 260. Frau an den Folgeneiner Schwangerschaft oder Geburt. Das sind etwa 25-malso viele wie in Industriestaaten, in denen jede 6.600 Fraustirbt. Das Sterberisiko von Suglingen ist 13-mal so hoch:Whrend in den rmsten Lndern jeder 16. Sugling seinenersten Geburtstag nicht erlebt, ist es in Industrielndern jederzweihundertste. Das geht aus dem Datenreport 2015 hervor,den die Stiftung Weltbevlkerung heute verffentlicht. Zuden rmsten Lndern der Welt zhlen 48 Staaten in Afrikasdlich der Sahara, Asien und der Karibik.

    "In vielen Lndern bedeutet eine Schwangerschaft nochimmer den Tod von Mutter und Kind", sagt Renate Bhr, Ge-schftsfhrerin der Stiftung Weltbevlkerung. "Gerade inarmen Lndern brauchen Frauen dringend eine bessere Be-treuung vor, whrend und nach der Geburt und die Mg-lichkeit, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden."Erfreulich sei, dass die Mttersterblichkeit weltweit seit 1990um etwa die Hlfte gesunken ist. Starben 1990 noch523.000 Frauen an Komplikationen whrend der Schwan-

    gerschaft und Geburt, waren es 2013 nur noch 289.000.Das ist aber noch weit vom Ziel der internationalen Gemein-schaft entfernt, die Mttersterblichkeit bis 2015 um dreiViertel zu senken.

    AFRIKA: BRETTSPIEL VERBESSERT HEBAMMEN-AUSBILDUNG

    Forscher der University of Manchester haben mit "Pro-gression" ein Brettspiel entwickelt, dass afrikanischeHebammen dabei untersttzen soll, den Tod von Frauenwhrend der Geburt zu verhindern. Den Geburtshelferinnensoll der Umgang mit einer Tabelle erleichtert werden, derenVervollstndigung vielen Betroffenen immer wieder schwerfllt. Herzschlag, Blutdruck und die Krpertemperatur wer-den registriert.

    Den Wissenschaftlern war aufgefallen, dass es den Hebam-men allgemein schwer fllt, diese Tabelle als Hilfe zur Ent-scheidungsfindung einzusetzen. Damit wird aber verhindert,dass es richtig eingesetzt wird, um Todesflle und Erkrankun-gen whrend der Geburt zu verhindern.

    Genau das ist gerade in Entwicklungslndern ein groes Pro-blem. Daher enthlt das Brettspiel eine Reihe von Ergebnis-sen einer Frau, die gerade ein Kind auf die Welt bringt.Bewegen sich die Spieler ber das Spielfeld, erscheint einenach dem Zufallsprinzip ausgewhlte Frage, die beantwortetwerden muss, um weiterzukommen.

    Ein Pilotprojekt mit 165 Hebammen in Ostafrika wurde abge-schlossen. Erste Ergebnisse legen nahe, dass Progressionsehr gut angenommen wird. Laut Forschungsleiterin Tina La-vender liegt der entscheidende Vorteil des Einsatzes diesesSpiels darin, dass die Hebammen Fehler machen knnen,ohne das Leben von Menschen zu gefhrden.

    "Das Spiel ermglicht die Aneignung neuen Wissens, dieberprfung des Bekannten und die Diskussion mit den Mit-spielerinnen, wie die Frauen am besten untersttzt werdenknnen. Das Feedback der teilnehmenden Hebammen warausgesprochen positiv", unterstreicht Lavender.

    Quelle: www.pressetext.com

    http://www.pressetext.com/http://www.manchester.ac.uk/

  • Wer kennt sie nicht, die vielen deutschen Glcksritter,die versuchen, ihren Traum von der eigenen Bar oderdem Restaurant in Spaniens Ferienorten zu verwirklichen unddabei fast immer scheitern oft vor der Kamera diverserFernsehsender, die mit Auswandererformaten Quotenerfolgefeiern. Wenn der Traum von der eigenen Existenz Wirklich-keit werden soll, sollten potenzielle Auswanderer sich einigerunumstlicher Fakten bewusst sein. Welche das sind, isthier zu lesen.

    Brger der Europischen Union bentigen zwar keine Auf-enthaltsgenehmigung, wenn sie sich in Spanien niederlassenwollen und es bedarf aufgrund des Freizgigkeitsabkom-mens auch keiner Arbeitserlaubnis, allerdings geht ohne dieso genannte Auslndernummer in Spanien gar nichts. Dabeihandelt es sich um die numro de identificacin extranjero,kurz NIE. Der Antrag ist bei der ortsansssigen Auslnderbe-hrde auch online abrufbar.

    Ohne Auslndernummer NIE gehtgar nichtsDiese Nummer fungiert gleichzeitig auchals Steuernummer (numro de identifica-cin fiscal, kurz NIF). Zudem mssen Deutscheund andere EU-Brger, die sich lnger als dreiMonate in Spanien aufhalten, in das Ausln-derregister eintragen lassen. Das entsprechendeAntragsformular sowie alle fr den Spanien-be-dingten Aufenthalt erforderlichen Antrge sindhier online verfgbar. Voraussetzung fr alleFormulare ist der aktuelle PDF-Reader.

    Zur Aufnahme einer gewerblichen Ttigkeit in Spa-nien bentigt man auerdem fr gewhnlich eine Genehmi-gung der Stadtverwaltung (licencia de funcionamiento).Diese gibt es im Rathaus (ayuntamiento). Die deutsche Han-delskammer in Spanien rt, frhzeitig Kontakt aufzunehmen,da dort auch Ausknfte ber weitere Ansprechpartner undErfordernisse erteilt werden knnen. Insbesondere beim Er-ffnen einer Bar oder eines Restaurants ist eine stdtische Er-ffnungsgenehmigung (Licencia de Apertura) erforderlich.

    Gastwirte und Bcker brauchen keinen BerufsabschlussTatschlich sind nicht alle Berufe in Spanien anerkannt undumgekehrt gibt es dort Professionen, die wir hierzulandenicht kennen. Es gibt eine Datenbank der EU, in der alle eu-ropaweit anerkannten und reglementierten Ausbildungsbe-rufe aufgelistet sind, wo sich Spanienauswanderer ber ihreQualifikation informieren knnen. Gastwirte und Bcker be-ntigen allerdings keinen Berufsabschluss in Spanien.

    hnlich wie in Deutschland mssen sich Gewerbetreibendeauch in Spanien bei der zustndigen Kammer anmelden be-ziehungsweise einschreiben. Die Seite auswandern-handbuch weist auerdem darauf hin, dass Existenzgrnder

    in der Gastronomie in Spanien nicht nur mit administrativenHerausforderungen zu kmpfen haben, sondern sich auchdem Konkurrenzkampf der Branche stellen mssen. Insbe-sondere in Touristenhochburgen werde oft mit harten Ban-dagen gekmpft. So wrden Neugrnder oft monatelangauf die erforderlichen Genehmigungen warten oder keineLieferanten finden, weil die Konkurrenz dies zu verhindernwei. Es ist also ratsam, vor Ort einen Einheimischen zu ken-nen, der notfalls seinen Einfluss gelten machen kann.

    Wer ein Restaurant oder eine Bar grnden mchte, whlt alsGesellschaftsform blicherweise die GmbH (Sociedad Limi-tada, S.L). Das dafr erforderliche Mindestkapital betrgt nur3.000 Euro. Das spanische GmbH-Gesetz des Jahres 1995 er-laubt auch die Einmanngesellschaft, also die Gesellschaft mitlediglich einem einzigen Gesellschafter. Da allerdings bei derEinmann-GmbH etliche Besonderheiten bestehen, empfiehltes sich, eine GmbH mit mindestens zwei Gesellschaftern zu

    grnden, wobei ein Gesellschafter lediglich eine sym-bolische Beteiligung zu halten braucht.

    Das Verwaltungsministerium unddie Handelskammern haben eine

    virtuelle Anlaufstelle eingerichtet, umExistenzgrndungen zu er-leichtern. Auf den spanischen

    Webseiten VUE und Camarasknnen knftige Unternehmer kosten-

    frei und mit Anleitung den gesamten Papier-kram erledigen, sich ber etwaige Subventionen

    informieren und Tipps zur steuerlich gnstigsten Ge-sellschaftsform fr den angestrebten Betrieb einholen.

    Miete oft ein Jahr im Voraus zu zahlenWichtig: Insbesondere Gewerbeimmobilien fr die Gastrono-mie sind teuer. Neben der innerhalb von 14 Tagen flligenGewerbesteuer mssen die Mieten oft ein Jahr im Voraus be-glichen werden bevor berhaupt Umsatz gemacht wurde.Auch fr die bernahme des Inventars verlangen die Vorbe-sitzer oft hohe Summen. Wer beispielsweise den Kchen-und Barbereich neu und professionell ausstatten mchte,sollte auch hierfr eine gewisse Summe eingeplant haben.Zu guter Letzt werden auch in Spaniens Gewerbeimmobi-liensektor in der Regel kostspielige Kautionssummen fllig.

    Einen Aspekt, den viele Spanien-Fans kolossal unterschtzen,ist die Sprache. Wenngleich Reisende im Spanienurlaub pro-blemlos mit Deutsch auskommen, so sind zumindest Grund-kenntnisse in Spanisch oder Katalanisch (wird auf denBalearen gesprochen) notwendig, um mit den zustndigenBehrden und Diensteistern zu kommunizieren. Viele derGrohndler und Lieferanten der Gastronomie verfgen oftweder ber Deutsch- noch Englischkenntnisse. Um auch Ein-heimische als Kunden zu gewinnen, sollte das Spanisch berkurz oder lang deutlich ausgeweitet werden.

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    WELTWEITGASTRONOMIEGEWERBE IN SPANIEN GRNDEN

    Gesina Ottner - Fotolia.com

    http://www.auswandern-handbuch.de/http://www.auswandern-handbuch.de/http://www.interior.gob.es/web/servicios-al-ciudadano/modelos-de-solicitud/extranjer%C3%ADa

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    WELTWEITDie Weltbevlkerung wird immerlter. Aktuell betrgt die Zahl derber-60-jhrigen bereits rund 901 Mil-lionen Menschen und hat damit einenAnteil von 12,3 Prozent an der Weltbe-vlkerung erreicht. Bis 2030 wird esweltweit sogar mehr Menschen geben,die ber 60 Jahre alt sind als Unter-10-jhrige.

    Wo diese Altersgruppe am besten lebt,wurde krzlich im Global AgeWatchIndex 2015 von HelpAge Internationalverffentlicht, der die soziale und ko-nomische Lage der ber-60-jhirgen in96 Lndern untersucht hat. Demnachleben ltere Menschen am besten inder Schweiz, dicht gefolgt von Norwe-

    gen (Rang zwei) und Schweden (Rangdrei) sowie Deutschland (Rang vier).Abgesehen von Japan (Rang acht) sindalle Top 10-Lnder westeuropisch.Schlusslichter sind Mosambik (Rang 94)und Malawi (Rang 95) in Afrika undAfghanistan (Rang 96).

    Der Index beleuchtet unter anderemdie wirtschaftliche Sicherheit, den ge-sundheitlichen Status, die Beschfti-gungs- und Bildungsfhigkeit sowie dieRahmenbedingungen fr ltere Men-schen. 98 Lnder wurden nicht in denIndex mit einbezogen, weil nicht aus-reichend Informationen zur Verfgungstanden. Insbesondere was die Armuts-raten im hohen Alter angehen, fehlenDatenstze aus mindestens 93 Ln-dern. Insbesondere in Afrika standennur in elf von 54 Lndern entspre-chende Datenstze zur Verfgung.

    In Saudi-Arabien drngen immer mehr Frau-en auf den Arbeitsmarkt. Seit 2010 ist dieZahl um 48 Prozent gewachsen, berichtetBloomberg Business unter Berufung aufdie zentrale Statistikbehrde des saudischenKnigreichs http://cdsi.gov.sa/English. Grundist die politische Liberalisierung des im ver-gangenen Januar verstorbenen Knigs Ab-dullah. Dieser setzte Schritte, die den saudi-schen Frauen die Teilhabe am gesellschaftli-chen, beruflichen sowie politischen Lebenerleichterten.

    Nichtsdestotrotz wird im beruflichen Alltagauf die traditionelle GeschlechtertrennungWert gelegt. Daher sind es ausgerechnet derGesundheitsbereich und das Bildungswesen,wo Frauen vergleichsweise stark reprsen-tiert sind. In Letzerem arbeiten sogar fast soviele Frauen wie Mnner. Im ffentlichenDienst und im Einzelhandel ist der Frauen-Anteil hingegen weitaus geringer wenn-gleich auch an Supermarkt-Kassen und inEinkaufszentren immer mehr verschleierteFrauen zu sehen sind, die dort ihrer Arbeitnachgehen.

    Seit 1980 hat sich die saudische Bevlkerungauf rund 30 Mio. verdreifacht. Der niedrigelpreis in Kombination mit den zunehmen-den Lebenserhaltungskosten sowie den stei-genden Preisen im Immobiliensektor machendas Aufrechterhalten des gewohnten Lebens-standards fr viele Haushalte schwierig. DieIntegration der Frau in den Arbeitsmarkt giltdeshalb nun vielerorts als probate Gegenstra-tegie, um das Familieneinkommen zu steigern.

    Die lockernden Manahmen haben die fun-damentale und strukturelle Ungleichbehand-lung der Frauen nicht beseitigt. Im interna-tionalen Vergleich gehrt das streng isla-misch-konservative Knigreich zu denSchlusslichtern in Sachen Geschlechterge-rechtigkeit. So drfen Frauen keine Kraft-fahrzeuge lenken und auch das Land ohneZustimmung ihres Vormundes nicht verlas-sen. Auch kann der Anstieg an erwerbstti-gen Frauen nicht darber hinwegtuschen,dass nach wie vor nur 16,4 Prozent aller lan-desweit Beschftigten Frauen sind.

    Quelle: www.pressetext.com

    IN DER SCHWEIZ LEBEN RENTNER AM BESTEN

    SAUDI-ARABIEN: IMMER MEHR FRAUEN ARBEITENIMPRESSUM

    HERAUSGEBER:Bund der Auslands-Erwerbsttigen (BDAE) e.V.Khnehfe 322761 HamburgTel. +49-40-306874-0WWW.BDAE.COM

    REDAKTION:Anne-Katrin [email protected](verantwortlich)

    Sanja Zivkovic

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