Stolperstein Kommunikation ... 1 PflegenIntensiv 2/17 Stolperstein Kommunikation A ls Kommunikation

  • View
    0

  • Download
    0

Embed Size (px)

Text of Stolperstein Kommunikation ... 1 PflegenIntensiv 2/17 Stolperstein Kommunikation A ls Kommunikation

  • 1

    S

    A g z i s u w

    W F A

    V

    N

    ANÄSTHESIEPFLEGE

    F

    tolperstein Kommunikation

    otfallsituation

    In einem Notfall ist Teamwork und rasches Handeln gefragt. enn hier Informationen falsch aufgefasst werden, kann das schwerwiegende

    olgen für den Patienten haben. Eine gelungene Kommunikation ist daher das und O. Hierbei helfen die Grundregeln der Verständigung.

    on Sebastian Wanke

    ls Kommunikation be- zeichnet man den Aus- tausch oder die Übertra-

    ung von Informationen zwischen wei oder mehreren Personen. Sie st Teil unseres Alltags und cheinbar selbstverständlich und nproblematisch. In der Regel ird die Kommunikation selbst

    PflegenIntensiv 2/17

    oto: iStock.com/vm

    erst beim Entstehen von Fehlern, Missverständnissen oder Zwi- schenfällen hinterfragt und gege- benenfalls problematisiert.

    Von Piloten lernen

    Vor jedem Start eines Flugzeugs geht die Cockpit-Besatzung alle

    möglichen Funktionstests durch und checkt das Flugzeug. Hierzu gehört neben einem kurzen Rund- gang um das Flugzeug, bei dem auf mögliche Beschädigungen ge- achtet wird, auch das Besprechen möglicher Notfallszenarien und wie darauf zu reagieren ist. Egal wie häufig das Team schon zu-

  • c P

    t W d t z N A m a g s m u L a e d m s

    l U d T s i U d f p g k

    E

    D N d d T h S

    ANÄSTHESIEPFLEGE

    sammen geflogen ist, die Check- liste mit diesen Punkten wird vor jedem Start abgearbeitet. Was sich in der Luftfahrt als „Crew Res- source Management“ durchge- setzt hat und einen festen Be- standteil der täglichen Routine bildet, ist in der Medizin als Team Ressource Management (TRM) bekannt geworden. Dieses behan- delt die Einflussfaktoren, die durch das Agieren von Menschen als Teammitglieder in komplexen Strukturen entstehen. Ziele des TRM sind letztendlich das Erken- nen und Vermeiden von Fehlern durch deren Dokumentation und Aufarbeitung. Seit der Jahrtau- sendwende hat sich, besonders in Bereichen von OP und Anästhe- sie, das TRM immer weiter etab- liert und zeigt mittlerweile deutli-

    b g N d

    d v n t e n g h

    d v s D w s d f z g r D h

    Auf den Punkt gebracht

    – Betrachte die Kommunikation währ zu emotional. Der Stress ist bei Team maßen vorhanden und lässt schnell einer unsanft formulierten Anweisu

    – Kommuniziere effektiv! Sprich deut ruhigem Ton.

    – Sag, was du tust und tue, was du sa – Sprich dein Gegenüber gezielt an, f

    und gib Rückmeldung, wenn du ang – Setze erreichbare Ziele! – 10 Sekunden für 10 Minuten. Wenn

    besprich dich kurz mit deinem Team nächsten 10 Minuten zu planen.

    – Bestehe auf eine Nachbesprechung derartig stresserfüllte Situation kan verarbeitet werden, wenn alle offen beantwortet wurden.

    – Ein respektvoller Umgang miteinan

    he Veränderungen zugunsten der atientensicherheit.

    Das sogenannte Kommunika- ionsmodell nach Shannon und

    eaver (Sender-Empfänger-Mo- ell, Abb. 1) beschreibt die Über- ragung einer Nachricht zwischen wei Personen. Dabei wird die achricht vom Absender codiert. ls Mittel der Codierung kom- en neben der Sprache selbst

    uch noch zum Beispiel die Tonla- e, Gestik, Mimik und Körper- prache zum Einsatz. Die Infor- ation wird nun über ein Medi-

    m transportiert, zum Beispiel die uft bei direkter Ansprache, aber uch das Telefon, eine Notiz oder ine E-Mail sind mögliche Me- ien. Beim Empfänger angekom- en, wird die Nachricht von die-

    em wieder decodiert und verar- eitet. Den gleichen Schritten fol- end gibt der Empfänger der achricht nun ein Feedback an

    en Absender. Schon bei der Beschreibung

    ieser Theorie wird deutlich, wie iele mögliche Störungen bei ei- er solchen Kommunikation ein- reten können: Der Sender nutzt ine ungenaue Formulierung, sei- e Gestik und Mimik passen un- ewollt nicht zum codierten In- alt der Nachricht, die Übermitt-

    l j l

    d n b v c m s N

    g n F f S s m e s

    end einer Stresssituation niemals leitung und -mitgliedern gleicher-

    die Möglichkeit der Interpretation ng als persönliche Kritik zu. lich, kurz und in möglichst

    gst! ordere eine Rückmeldung ein esprochen wirst.

    du nicht mehr weiterkommst, , um die Maßnahmen der

    und nimm aktiv daran teil. Eine n nur richtig abgeschlossen und en Fragen gestellt und möglichst

    der ist immer zielführend.

    ung der Nachricht wird durch die mgebungslautstärke gestört oder er Empfänger interpretiert die onlage des Gesagten anders, als ie gemeint ist und es entstehen nhaltliche Missverständnisse. mso wichtiger ist es, in beson- ers stressbehafteten und damit ehleranfälligen Situationen ein aar richtungsweisende Grundla- en der gemeinsamen Kommuni- ation bei Notfällen zu befolgen.

    ffektiv kommunizieren

    ie Kommunikation während der otfallbehandlung stellt beson-

    ers hohe Ansprüche – sowohl an en Teamleiter als auch an die eammitglieder. Jede Notfallbe- andlung stellt eine erneute tress- und Ausnahmesituation ar, auf die man sich nie optimal orbereiten kann. Dabei hat jeder einen ganz persönlichen Stress: er Teamleiter trägt die Verant- ortung für den Patienten und

    eine Teammitglieder. Diese wie- erum tragen Mitverantwortung ür den Patienten und müssen die ugewiesenen Aufgaben extrem ewissenhaft und präzise ausfüh- en, um dem Teamleiter die urchführung seiner Rolle über- aupt zu ermöglichen. Jeder Feh- er kann – und das ist dem Team ederzeit bewusst – ein Menschen- eben kosten.

    Umso wichtiger ist es, durch ie eigene Art zu sprechen, nicht och zusätzlichen Druck aufzu- auen. Eine laute, deutliche und or allem emotionsfreie Ausspra- he ist für alle Anwesenden opti- al. Auch inhaltlich sollte man

    eine Aussagen innerhalb einer otfallbehandlung optimieren:

    Vereinzelt werden Anweisun- en auch als Kommandos, also oh- e Begründung und irgendeine orm von Höflichkeitsfloskeln ormuliert. Je stressbehafteter die ituation, desto häufiger tauchen olche Kommandos auf. In den eisten Fällen ist die Ausführung

    ines solchen Kommandos jedoch elbstverständlich und wird auch

    PflegenIntensiv 2/17 2

  • 3

    n d o d v R a k E K g

    h c e H u g a g z s u K n l b s f s f a v

    s r S e f l t s

    ANÄSTHESIEPFLEGE

    Codierung Decodierung Nachricht

    Sender Feedback

    Störungen

    Abb. 1 Sender-Empfänger-Modell

    Empfänger

    icht hinterfragt. Der Mitarbeiter, er dem Patienten die Defibrillati- ns-Paddles auf den Thorax rückt und das Kommando „Weg om Patienten!“ gibt, wird in der egel nicht gerügt, dass er doch uch höflicher darum hätte bitten önnen. In der Regel spielt bei der ntscheidung zur Erteilung eines ommandos der Zeitfaktor die rößte Rolle.

    Aufgrund der in der Regel ho- en Personenzahl an einem sol- hen Einsatzort, herrscht immer in gewisser Grundpegel an Lärm. ier gilt es, die Kommunikation ntereinander ausreichend laut zu estalten, damit alle Anwesenden uch die Möglichkeit haben, die esprochenen Informationen auch u erhalten. Jeder achtet auf sich elbst und seine Teammitglieder nd prüft jederzeit kritisch, ob die ommunikation der Situation och angemessen ist. Letztend- ich obliegt es dem Teamleiter, ei zu lauten Umgebungsgeräu- chen die Teammitglieder aufzu- ordern, den Geräuschpegel zu enken. Genauso sollte jeder Hel- er auf die genannten Grundregeln chten, um Missverständnissen orzubeugen.

    Die Emotionsfreiheit des Ge- agten ist eine zweite große He- ausforderung, sowohl für den ender als auch für den Empfänger iner Nachricht. Ein Beispiel hier- ür ist die Beobachtung des Team- eiters, dass ein bereits erschöpf- es Teammitglied eine immer chlechter werdende Kompressi-

    PflegenIntensiv 2/17

    onstiefe bei der CPR erreicht und auch nicht mehr richtig entlastet. Die Anweisung an den Helfer, sich umgehend ablösen zu lassen, darf also weder vom Teamleiter vorwurfsvoll formuliert werden, noch vom Teamhelfer als mögli- cher Vorwurf hinterfragt werden. Wird eine Anweisung im Stress der Situation doch einmal zu vor- wurfsvoll formuliert, liegt es am Empfänger der Nachricht, jene ausschließlich auf die darin ent- haltene Anweisung zu reduzieren und ebendiese umgehend auszu- führen. Eine mögliche Klärung solcher Sachverhalte bietet die ge- meinsame Nachbesprechung.

    Respektvoller miteinander umgehen Der gegenseitige Respekt in ei- nem Notfallteam ist eine Grund- voraussetzung für effektives Ar- beiten in zugeteilten Positionen. Zum einen der Respekt des Teams gegenüber dem Teamleiter, dessen Entscheidungen zu akzeptieren sind. Die Äußerung eines Zwei- fels ist jederzeit gestattet – umso wichtiger ist aber die Akzeptanz bei einer Zurückweisung des Ein- wands durch den Teamleiter, auch wenn dem zweifelnden Teammit- glied selbst der Einwand als be- sonders wichtig erscheint. Derar- tige Äußerungen dürfen aber nur erfolgen, wenn sie der weiteren Behandlung dienlich sind, nicht um im Nachhinein eine Maßnah- me zu kritisieren. Die Anmer-

    kung: „Sollen wir nicht zuerst die Defibrillation durchführen?“, ist also durchaus sinnvoll. Die An- merkung: „Wir hätten die Defi- brillation vorher durchführen sol- len“, definitiv nicht. Zum ande- ren hat auch der Teamleiter Im Gegenzug respektvoll mit allen Teammitgliedern umzugehen, ebenso wie alle Teammitglieder untereinander. Insbesondere kommt dies bei der Äußerung von „Bauchgefühlen“ und bei der Bitte um Unterstützung zum Tragen. Eine