SYMPOSIUM UND POP-UP-AUSSTELLUNG „Kann Rudolf Steiner, Bruno Taut, Mies van der Rohe, Theo van Doesburg,…

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    SYMPOSIUM UND POP-UP-AUSSTELLUNG

    projekt bauhaus

    Kann Gestaltung Gesellschaft verndern?Symposium 18.19. September 2015Pop-up-Ausstellung bis Sonntag, 20. September 2015 Haus der Kulturen der Welt John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

    PRESSEKONTAKTDr. Astrid Herboldpresse@projekt-bauhaus.deTel. +49 (0) 173-51 71 433

    BUREAU N, Julia Albanijulia.albani@bureau-n.deTel. +49 (0) 176-241 48131

    Veranstalter in Kooperation mit Gefrdert durch

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    Kann Gestaltung Gesellschaft verndern? Wie knnen wir der stets fortschreitenden Modernisierung emanzipative Ideen einschreiben? Hat sich der Anspruch des Bauhauses und der klassischen Avantgarden, durch Gestaltung Gesellschaft positiv zu verndern, eingelst? Wie knnen wir uns heute in neuer Weise vorstellen, Wandel und Zukunft zu gestalten? Was sind gezielte, aber doch ergebnisoffene Arbeitsformen? Welche Rolle spielt Co-Produktion? Wie kann man sein eigenes Dasein gestalten? Welche Rolle kommt dem Gestalter zu? Oder htte heute eher die Abwesenheit von Gestaltung ein befreiendes Moment?

    Symposium und Ausstellung stellen aktuelle Positionen im Kontext mit historischen Modellen vor und zur Diskussion. Im Zentrum stehen hierbei Ziele, Rollen und Methoden von Gestaltung und Gestaltern in gesellschaftlichen Prozessen.

    ber das projekt bauhaus Im Januar 2015 hat sich die internationale Initiative projekt bauhaus begrndet, der Gestalter, Kuratoren und Forscher aus aller Welt angehren. Ziel der Plattform ist es, eine lebendige Debatte zur Aktualitt des Bauhauses zu fhren. In einem auf fnf Jahre angelegten Arbeitsprozess bis zum 100-jhrigen Jubilum 2019 soll eine kritische Inventur der Bauhausideen vorgenommen werden. Zu Beginn jedes Jahres stellt das projekt bauhaus eine Frage zur Diskussion. 2015 lautet die Frage: Kann Gestaltung Gesellschaft verndern?

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    PROGRAMM SYMPOSIUM

    Freitag 18. September 201514 UHRBegrung und Einleitung Philipp Oswalt

    14.1517.15 UHRGestalten wofr?a) Towards a New Conspiracy Boris Groys, New York / Karlsruheb) Ungehorsam der Gestaltung Gui Bonsiepe, Florianpolis/ Buenos Airesc) Spatial Agency Lara Schrijver, Antwerpen d) Design und Systeminnovationen: Von Kritik und Restriktion zur Mglichkeit gemeinsamen Schaffens John Grin, AmsterdamModeration Lilet Breddels, Amsterdam

    17.4520.45 UHRGestalten der Aufmerksamkeita) Denken auf der Kippe. Notizen zur Kritischen Theorie der Frankfurter Schule Karin Wilhelm, Berlin b) We need to know where we are Bureau dtudes, Saint-Menouxc) Wunschproduktion Planbude Hamburgd) Framing / Moralischer Konsum Birger Priddat, Witten / HerdeckeModeration Jrg Petruschat, Berlin

    2122 UHRAbendveranstaltungUtopien praktizieren. Toms Saraceno im Gesprch mit Philipp Oswalt.

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    PROGRAMM SYMPOSIUM

    Samstag 19. September 20151114 UHR Gestaltung des Selbsta) Zur Gestaltung des Neuen Menschen in der klassischen Moderne (in Kunst, Erziehung, Arbeitswissenschaft und Eugenik) Margarete Vhringer, Berlin b) Dasein is design. Eco-relational and mental design Henk Oosterling, Rotterdam c) Konsum als Design Wolfgang Ullrich, Leipzig / Mnchend) Selbstdesign Andreas Bernard, Lneburg / BerlinModeration Heinz Bude, Kassel

    1518 UHR Gestaltung von Situationena) Es lebe der Widerstand Luigi Snozzi, Locarnob) Visions of a New Society Franziska Bollerey, Delftc) Totale Gestaltung: Zu Nutzen und Missbrauch von Utopie und Szenarien in Architektur und Stdtebau Christian Salewski, Zrichd) Change Labs ZUS (Zones Urbaines Sensibles), RotterdamModeration Lara Schrijver, Antwerpen

    1920.30 UHR Abschlussdiskussion: Autonomie, Camouflage oder Emanzipation? Die Rolle der Gestaltung in der GesellschaftImpulsvortrag: Reinhold Martin, New YorkMit: Karin Wilhelm, Andreas Bernard, John Grin, Luigi SnozziModeration Bernd Scherer und Philipp Oswalt, Berlin

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    AusstellungEine Pop-up-Ausstellung zeigt bis 20. September 2015 im Unteren Foyer auf 25 Tischen prototypische Projekte zum Thema. Die klassische Moderne und insbesondere das Bauhaus stehen fr eine Idee von Gestaltung, die Gesellschaft in einem sozialen und emanzipatorischen Sinne prgen will. Doch dieser Ambition liegen verschiedene, teilweise auch gegenstzliche Transformationsmodelle zu Grunde. Sie reichen von Anstzen der Lebensreform, die an den individuellen Lebenspraktiken ansetzt, bis hin zu zentralen Planungen wie der Technisierung und des Sozialismus, die totalitre Zge annehmen knnen. An rund einem Dutzend Beispielen zeigt der erste Teil der Ausstellung wesentliche Prototypen der historischen Avantgarden auf und spricht ihre Relevanz fr heute an.

    Der zweite Teil der Ausstellung stellt anhand aktueller Beispiele unterschiedliche Strategien dar, wie Gestalter heute versuchen, mit ihren Projekten Ideen eines besseren Lebens zu verfolgen. Allen Projekten gemeinsam ist, dass sie die Rolle des Gestalters relativieren. Der Gestalter imaginiert nicht mehr als heroischer Knstler-Ingenieur den neuen Menschen und eine andere Gesellschaft, sondern zielt auf dialogische Mitgestaltung gesellschaftlicher Prozesse etwa durch Wunschproduktion, Kritik, Szenarien, Reallabore.

    Vorgestellt werden Arbeiten von:Jean-Nicolas-Louis Durand, Walter Gropius, Richard Kauffmann, Alexander Klein, Kasimir Malewitsch, Ernst May, Alfred Messel / Berliner Spar- undBauverein, Nikolaj Miljutin, Reinhold Rossig, Rudolf Steiner, Bruno Taut, Mies van der Rohe, Theo van Doesburg, Vegetarische Obstbaukolonie Edene.G.m.b.H, Martin Wagner

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    Architecture 00, Assemble, Center for Urban Pedagogy, City of Amsterdam, Didier Faustino, Duany Plater-Zyberk & Company, Dunne & Raby, Frderverein Berliner Schloss e. V., Good Mood Lda, Greenpeace, Holzmarkt e.G., Kuehn Malvezzi, Lacaton & Vassal, Van Bo Le-Mentzel, raumlaborberlin, Recetas Urbanas / Santiago Cirugeda, SMAQ, Schultes Frank Architekten, The Yes Men,West 8, Zones Urbaines Sensibles

    Ausstellungskonzept Philipp Oswalt, Nicole Minten-Jung mit Kerstin Faber, Anita Jozic und Jan Bovelet.

    DokumentationZum Thema des Symposiums erscheint Anfang 2016 eine Ausgabe der Zeitschrift . Videomitschnitte werden nach dem Symposium unter www.projekt-bauhaus.de verffentlicht.

    VERANTWORTLICHE KOORDINATORENJesko Fezer, Nikolaus Kuhnert, Anh-Linh Ngo, Philipp Oswalt, Jan Wenzel

    Veranstalter in Kooperation mit Gefrdert durch

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    Referent/innenAndreas Bernard (*1969) ist Professor fr Kulturwissenschaften an der Leuphana Universitt Lneburg. Er studierte Literatur- und Kulturwissenschaften in Mnchen und war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitten von Weimar und Konstanz. Von 1995 bis 2014 war er Redakteur der Sddeutschen Zeitung, seit 2014 ist er Autor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Zuletzt erschienene Bcher: Kinder machen.Neue Reproduktionstechnologien und die Ordnung der Familie (2014) und Die Geschichte des Fahrstuhls. ber einen beweglichen Ort der Moderne (2006).

    Franziska Bollerey (*1944), emeritierte Professorin fr Architekturgeschichte und Stadt-planung an der architektonischen Fakultt der TU Delft, ist Leiterin des Institute of History of Art, Architecture and Urbanism IHAAU. Ihr Fachgebiet sind utopische Konzepte, Metropolen und die 1920er Jahre. Sie war Gastprofessorin an verschiedenen Universitten weltweit und hat zahlreiche Bcher und Artikel publiziert. Bis Ende 2013 war Franziska Bollerey Leiterin des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Bauhaus Dessau.

    Gui Bonsiepe studierte an der Hochschule fr Gestaltung Ulm. Seit 1968 war er als Designer und Berater im Bereich Entwicklungs- und Industrialisierungspolitik in Lateinamerika ttig. Von 1987 bis 1989 arbeitete er im Bereich Softwaredesign in einem Softwarehouse in Kalifornien. Von 1993 bis 2003 war er Professor fr Interface Design an der Fachhochschule Kln, von 2003 bis 2005 Visiting Professor fr integrierte Medien an der Hochschule fr Gestaltung ESDI, Rio de Janeiro. Aktuelle Buchverffentlichungen: Entwurfskultur und Gesellschaft (2009) und Do Material ao Digital (2015).

    Heinz Bude (*1954) studierte Soziologie, Philosophie und Psychologie. Von 1997 bis 2015 leitete er den Bereich Die Gesellschaft der Bundesrepublik am Hamburger Institut fr Sozialforschung, seit 2000 ist er Inhaber des Lehrstuhls fr Makrosoziologie an der Universitt Kassel. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Generations-, Exklusions- und Unternehmerforschung.

    Bureau dtudes ist eine franzsische Knstlergruppe. Bureau dtudes war Initiator der Zone de gratuit (Gratiszone), die von Mrz 1999 bis September 2000 in Paris stattfand. In den letzten 15 Jahren hat die Gruppe vor allem ber Strukturen der Macht und des Kapital-ismus geforscht und diese in groflchigen Infografiken visualisiert www.bureaudetudes.org. Bureau dtudes gibt auerdem zusammen mit Ewen Chardronnet eine Zeitung heraus www.laboratoryplanet.org. Derzeit lebt und arbeitet die Gruppe auf dem Land www.fermedelamhotte.fr.

    Lilet Breddels ist Kunsthistorikerin und lebt und arbeitet in Amsterdam. Sie ist Direktorin der Archis Foundation sowie Herausgeberin des Volume Magazine. Archis initiiert Projekte, Ausstellungen und Diskussionen auf der ganzen Welt. Breddels arbeitet auerdem als Kuratorin und Dozentin. Sie beschftigt sich vor allem mit Fragestellungen an den Schnittstellen von Kunst, Architektur und Gesellschaft. Aktuelle Ausstellungen sind The Good Cause und Connected (beide zusammen Arjen Oosterman). www.archis.org www.volumeproject.org

    John Grin ist Professor fr Politikwissenschaft an der Universitt Amsterdam. Er forscht im Bereich Praxis der Gestaltung, Systeminnovationen, Partizipation und politische Legitimation. Grin war Mitbegrnder und Co-Direktor des niederlndischen