Wandel im Wortschatz der Minderheitensprachereal-d.mtak.hu/506/4/dc_98_10_doktori_mu.pdfآ  der Soziolinguistik

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    Elisabeth Knipf-Komlósi

    Wandel im Wortschatz der Minderheitensprache

    Am Beispiel des Deutschen in Ungarn

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    VORWORT

    Das vorliegende Werk bildet einen Teil meiner Forschungen der letzten drei Jahr- zehnte zum Thema Minderheitensprache und Sprachgebrauch der deutschen Minderheit in Ungarn, die hier ergänzt wurden um einige neue Aspekte der Minder- heitenforschung. Die deutschen Dialekte in Ungarn sind – in welcher Form auch immer – z. T. noch vorhanden, im Sprachgebrauch der ältesten Generationen sogar noch vital. Dank der wissenschaftlichen Anregung namhafter Forscher der deut- schen Dialekte in Ungarn (z. B. HUTTERER, MANHERZ, WILD) sind zum Zweck der wissenschaftlichen Beschreibung, zum Dokumentieren, Registrieren und vor allem zu weiteren Forschungszwecken in den letzten Jahrzehnten mehrere Monographien und Sammelbände zum Thema erschienen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit z. B. HUTTERER 1991, MANHERZ 1977, 2001, WILD 1989, 2003, BINDORFFER 2001, GERNER 2003, KNIPF-KOMLÓSI 2003, BRENNER 2004, MÁRKUS 2005, DEMINGER 2004, FÖL- DES 1996, 2005, ERB / KNIPF 2007, KNIPF-KOMLÓSI 2008), die aus unterschiedlichen dialektologischen und soziolinguistischen Aspekten den Forschungsgegenstand der Sprache, des Sprachgebrauchs, der Einstellung und der Identität der deutschen Min- derheit unter die Lupe nehmen. Selbst diese Tatsache deutet an, dass das Thema so facettenreich und ergiebig ist, dass es immer noch interessante Forschungsfragen und -aufgaben bieten kann.

    Vorliegende Untersuchung stellt Aspekte des Wortschatzes in den Vordergrund, die umso notwendiger sind, weil sie auch als Grundlage des in Bearbeitung befind- lichen Wörterbuchs der Ungarndeutschen Mundarten (WUM) dienen können.

    Mein Dank bei der Erstellung diese Buches gilt vor allem meinen Informanten, ohne die ich nicht in Besitz dieses reichhaltigen Materials hätte gelangen können. Ihr freundliches und hilfreiches Entgegenkommen und ihre Hilfsbereitschaft hat mir in manchen Situationen der Aufnahmegespräche und der Beobachtungen Mut gegeben und in der mühsamen Arbeit der Datensammlung weiter geholfen.

    Für die anregenden wissenschaftlichen Gespräche und Konsultationen bin ich vor allem meinen Kolleginnen und Kollegen Dr. MANHERZ (Budapest), Prof. STELL- MACHER (Göttingen), Frau Prof. WILD (Pécs), Dr. ERB, Prof. Dr. KISS, Dr. habil. SZABÓ (alle Budapest) verpflichtet, die Teile dieses Buches kritisch gelesen haben und mir mit ihren Ratschlägen zur Seite standen. Dank weiterer fachlicher Gesprä- che und Hinweise der Kollegen aus Deutschland und Österreich, wie Prof. BEREND (Mannheim), Prof. DINGELDEIN (Marburg), Prof. EICHINGER (Mannheim), Prof. MATTHEIER (Heidelberg), Prof. GEYER und Dr. GLAUNINGER (beide Wien) konnte ich manche Fragen besser angehen.

    Mein größter Dank gilt meinen Eltern, die mir das wahre Proviant und die bes- ten Grundlagen zu diesem Thema mit auf den Weg gegeben haben. Ihnen sei dieses Buch gewidmet.

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    Insbesondere danken möchte ich meiner Familie, die zur Zeit der Exploration und in der Schreibphase viel Geduld hat aufbringen müssen und dies mit großem Ver- ständnis getan hatte.

    Für die sprachliche Korrektur bin ich Prof. STELLMACHER, für das mühsame Korrekturlesen Prof. MANHERZ, für technische Hilfeleistungen ÁGNES OLÁH ver- pflichtet. Die redaktionelle Gestaltung mit den mehrfachen Korrekturgängen ver- danke ich ganz und gar Dr. PÉTER MÁDL, der mit viel Geduld und großer Kompetenz die Druckvorlage erstellte.

    Budapest, im Juni 2011 Elisabeth Knipf-Komlósi

    Vorwort

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    INHALTSVERZEICHNIS

    Verzeichnis der Abbildungen, Tabellen, Abkürzungen ............................................9 Zur Transkription ...................................................................................................11 Kodierung der Informanten ....................................................................................11 Gewährspersonen ...................................................................................................12

    1 Einleitung ...........................................................................................................13

    2 Forschungslage und Forschungsterminologie ....................................................17 2.1 Soziolinguistische Ausgangslage: Die ungarndeutsche

    Minderheit in der Gegenwart .................................................................17 2.2 Terminologische Vielfalt in der Minderheitenforschung .......................22 2.2.1 Sprachinseln vs. Sprachminderheit ........................................................29 2.3 Forschungstraditionen in der Sprachinselforschung ..............................36 2.3.1 Zur Forschungsmethodik der deutschen Sprachinseln in Ungarn .........40

    3 Methodische Vorüberlegungen zur Untersuchung der Minderheitensprache ....45 3.1 Ein Konzept der Sprechergenerationen .................................................45 3.2 Funktionen des Dialekts im Wandel ......................................................53 3.3 Aspekte des Sprachbewusstseins in der

    Sprachreflexion von Minderheitensprechern .........................................60 3.4 Zum empirisch-methodologischen Herangehen ....................................66

    4 Theoretische Grundlagen ...................................................................................73 4.1 Zur Minderheitensprache .......................................................................73 4.1.1 Metasprachliche Daten und ihre Rolle in der Minderheitensprache ......80 4.1.2 Kommunikative Praktiken und bilingualer

    Sprachmodus bei Minderheitensprechern ..............................................86 4.2 Variation und Dynamik in der Minderheitensprache .............................91 4.3 Theoretischer Hintergrund des

    Sprachwandels in der Minderheitenforschung ......................................97 4.3.1 Ursachen und Typen des Sprachwandels in der Minderheitensprache ..101 4.4 Das Konzept der Ausgleichsstufen ...................................................... 111

    5 Empirische Befunde: Veränderungen auf der Ebene des Wortschatzes ...........117 5.1 Aspekte der Wortschatzuntersuchung in der Minderheitensprache .....117 5.1.1 Theoretische und methodische Probleme

    bei der Beschreibung des Wortschatzes ...............................................121 5.2 Aufbau und Organisiertheit des Wortschatzes .....................................126 5.2.1 Horizontale Gliederung des Wortschatzes ...........................................128 5.2.2 Entlehnungen .......................................................................................133

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    5.2.3 Die vertikale Schichtung des Wortschatzes .........................................141 5.2.3.1 Die Basismundart, die Ortsdialekte .....................................................143 5.2.3.2 Die Verkehrssprache der Ungarndeutschen, das sog. „noble Deitsch“ ..146 5.2.3.3 Das ungarndeutsch geprägte Hochdeutsch ..........................................150 5.3 Wortschatzeinheiten bei Sprachminderheiten ......................................153 5.3.1 Was sind ‚eigentliche Mundartwörter‘? ...............................................153 5.3.1.1 Ein Typologisierunsgvorschlag der echten Dialektwörter ...................156 5.3.2 Kommunikative Formeln und Diskurspartikeln

    im Wortschatz von Sprachminderheiten ..............................................163 5.4 Zum Wortschatzwandel in der Minderheitensprache ...........................170 5.5 Wortfindungsprobleme im Sprachgebrauch von

    Minderheitensprechern ........................................................................175 5.5.1 Die interaktive und soziale Dimension der Wortfindung .....................177 5.5.2 Ursachen ..............................................................................................179

    6 Wortbildung: Komplexe Wortstrukturen in der Minderheitensprache .............185 6.1 Forschungsfragen der Wortbildung in der Minderheitensprache .........186 6.1.1 Verfahren in der Wortbildung ..............................................................188 6.1.2 Reguläre Bildungen und Ausnahmen ..................................................190 6.1.3 Analogie, Produktivität und die Paraphrasierung in der Wortbildung ...194 6.1.4 Pragmatische Aspekte der Wortbildung ...............................................196 6.2 Wortbildungsmuster in der Minderheitensprache ................................198 6.3 Modifizierende Bildungstypen .............................................................203 6.3.1 Modifikation durch Komposition .........................................................206 6.3.2 Sammel- und Kollektivbildungen ........................................................210 6.3.3 Die Diminutivbildungen ......................................................................215 6.3.4 Die Augmentation ................................................................................219 6.3.5 Die Movierung .....................................................................................225 6.3.6 Übersichtstabellen der Bildungsmittel .................................................227 6.4 Paradigmatische Relationen der Affixe in der untersuchten Mundart ..228 6.5 Zur Wortbildung bei Adjektiven, Verben und Adverbien ....................230 6.6 Wortbildungswandel ...................................