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  • Das MAGAZIN der Evangelischen Kirchengemeinde Freudenberg

    Dezember 2013 — Februar 2014

    „Es begab sich aber zu der Zeit…“ Die biblische Weihnachtsgeschichte: Fakt oder Märchen?

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    Jahreslosung 2014

    Gott nahe zu sein ist mein Glück. Psalm 73,28

  • Blicklicht 33Ausgabe 4 | 2013

    eingeleitet

    Jens Gebhardt (44) lebt mit seiner Familie in Büscher- grund und arbeitet als Konstrukteur bei Siegenia-Aubi in Wilnsdorf. Er war bis 2012 über 25 Jahre Leiter des CVJM-Po- saunenchores. Seit 2012 arbeitet er im Presbyterium mit.

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    Gottesdienste beide Bezirke

    Amtshandlungen Freud und Leid

    Wenn andere feiern

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    2020

    55 J. Mütterkreis zurückgeblickt

    Gruppen und Kreise 2. Pfarrbezirk

    Pinnwand Kontakte

    15-1615-16

    1919 Alles glänzt Infos 2. Pfarrbezirk

    Gruppen und Kreise 1. Pfarrbezirk

    Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    wieder stehen wir am Beginn der Adventszeit, der »Wartezeit« auf das Weihnachtsfest. Aber worauf warten wir eigentlich? Mir scheint, das wissen wir heute nicht mehr so genau. Deshalb denken wir in der Adventszeit mit einem Anflug von Wehmut an unsere Kindheit zurück. Wie konnten wir damals noch warten! Wie haben wir uns gefreut, dass es bald wieder Heiligabend werden sollte!

    Bei vielen von uns aber ist dieses „Land der Kindheit“ versunken. Wir kommen uns vor wie vertrieben aus dem Land der unbekümmerten Freude, und es ist seltsam, wie wir Erwachsene damit umgehen. Wir tun das Ganze als „nicht mehr zeitgemäß“ ab. Als Kinder hatte das Warten für uns noch seinen Sinn, aber für uns Erwachsene ist das teilweise kindisch.

    Damit verdrängen wir aber etwas Wichtiges, das wir als Kinder erkannt haben: Es wartet etwas unendlich Größeres auf uns als alle Geschenke unter dem Weihnachtsbaum: Es ist das Kommen des Christuskindes in unser Leben. Das funktioniert jedoch nicht, wenn wir glauben, wir müssten nur jene Stimmung aus den Kindheitstagen wiederbeleben, dann würden wir das versunkene Land der unbekümmerten Freude wiederfinden. Bei genauerem Hinsehen erkennen wir, dass wir so nur ein vages Gefühl bekommen, aber das Entscheidende versäumen. Weihnachten ist mehr als nur eine Stimmung. Es ist ein Ereignis, das uns ganz durchdringen will. Die Erwartung, die wir früher in der Kindheit hatten, muss mit uns wachsen. Wenn aus dem Christkind in der Krippe für uns Jesus Christus wird, dann kann es wieder Weihnachten werden – auch für uns Erwachsene!

    Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

    Dank für Ihre Spenden für‘s Gemeindemagazin Wir danken den Leserinnen und Lesern herzlich, die im Laufe des Jahres die Druckkosten des Gemeindema- gazins finanziell mitgetragen haben. Es sind zwar 2013 zunächst etwas weniger Spenden als in den Vorjahren eingegangen, aber immerhin kamen noch genau 1.920 € zusammen. Besonders gefreut hat uns darüber hinaus die Sonderspende eines einzelnen Gemeindegliedes in Höhe von 2.000 €! Herzlichen Dank für die kleinen und großen Spenden, beides entlastet unsere Gemeindekasse.

    Es begab sich aber... näher betrachtet

    Zum Verschenken empfohlen

    Heiße Weihnachten Hilfe für Brüder

    Jugendtreff Chilli Allianzgebetswoche

  • 4 Blicklicht 4 Ausgabe 4 | 2013

    näher betrachtet

    Warum die Weihnachtsgeschichte kein Märchen ist

    „Es begab sich aber zu der Zeit...“ von Thomas Ijewski

    „Es war einmal“ vor langer Zeit – so beginnen unsere klassischen Märchen. Auf den ersten Blick ähnlich beginnt auch unsere biblische Weihnachtsgeschichte: „Es begab sich aber zu der Zeit…“. Und wenn man diese Geschichte vielleicht von den Großeltern am Heiligabend vorgelesen bekommt, so wie auf unserem Ti- telbild, könnte man ebenfalls meinen, es han- dele sich um ein Märchen aus alter Zeit.

    Historisch möglichst exakt

    Gründlicher könnte man diese Geschich- te kaum missverstehen. Die Weihnachts- geschichte, so wie sie der Evangelist Lukas im Neuen Testament erzählt, will eben kein Märchen sein, sondern die möglichst exakte Wiedergabe eines historischen Sachverhaltes. Was aber war die Absicht, mit der Lukas seine eigene Darstellung der Geburt von Jesus auf- geschrieben hat? Darüber gibt er ausdrücklich Auskunft, nämlich in einer Art „Vorwort“ zu seinem Evangelium (Lukas 1, 1-4): „Schon viele haben die Aufgabe in Angriff genommen, einen Bericht über die Dinge ab- zufassen, die in unserer Mitte geschehen sind und die wir von denen erfahren haben, die von Anfang an als Augenzeugen dabei waren und dann Diener des Wortes geworden sind. Darum hielt auch ich es für richtig, nachdem ich allem bis zu den Anfängen sorgfältig nachgegangen bin, diese Ereignisse für dich, hochverehrter Theophilus, in geordneter Reihenfolge nieder- zuschreiben, damit du erkennst, wie zuverläs- sig all das ist, worin du unterrichtet worden bist.“ Hier blicken wir gleichsam in die Werkstatt eines antiken Historikers, denn genau so hat Lukas sich selber verstanden: Sorgfältig („ak- ribisch“ heißt es im griechischen Text), in der geordneten Reihenfolge hat er die Ereignisse des Lebens Jesu dargestellt. Dabei hat er Zu- griff auf Berichte von Augenzeugen! Dieses

    Material soll die Zuverlässigkeit seines Evangeliums sicherstel- len – das betont Lukas mit Nachdruck. Was bedeutet das nun für die Weihnachtsgeschichte?

    Drei zeitgenössische Politiker

    Es fällt auf, dass Lukas die Ereignisse in dem Dorf Bethlehem in einem Winkel der römischen Provinz in den politisch-zeitge- schichtlichen Zusammenhang stellt: Jesus wurde geboren wäh- rend der Herrschaft des römischen Kaisers Au- gustus. Dieser Kaiser wurde mit dem Na- men Gaius Octavius am 23. September 64 v. Chr. geboren, er starb am 19. August des Jahres 14 unserer Zeitrechnung. In den Jahren von 30 v. Chr. bis zu seinem Tode 14 n. Chr. war er der römische Allein- herrscher, der „Caesar“ oder eingedeutscht der „Kaiser“, und bekam 27 v. Chr. den Beinamen „Augustus“, was etwa „der Verherrlichte“ bedeutet. Der zweite in der We i h nacht s - g e s c h i c h t e des Lukas ge- nannte römi- sche Politiker war Publius Sul- picius Qurinius, geboren etwa 45 v. Chr., gestorben 21 n. Chr. Die Geburt Jesu geschah „zu der Zeit, da Quirinius Statthal- ter in Syrien war“.

    Büste des Kaisers Augustus, ausgestellt in der Glyptothek München (Foto: Wikipedia)

  • Blicklicht 55Ausgabe 4 | 2013

    näher betrachtet

    Es ist aber unbekannt, wann genau dieser römische Senator das Kommando in Syrien, einer der wichtigsten Provinzen des rö- mischen Reiches übernahm. Im Jahr 6 n. Chr. schließlich ord- nete Kaiser Augustus an, dass Judäa fortan ebenfalls zu Syrien gehören sollte. Dabei wurde es notwendig, die Bevölkerung in Steuerlisten zu erfassen – dies könnte die „Volkszählung“ ge- wesen sein, von der Lukas berichtet. Soweit also die Einordnung der Ereignisse, wenn wir die Weihnachtsgeschichte des Lukas berücksichtigen. Bli- cken wir nun noch auf die Erzählung von Matthäus, die einen weiteren zeitgenössischen Politiker erwähnt: „Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Kö- nigs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Ju- den? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.“ (Matthäus 2, 1-2) Bei diesem „König Herodes“ handelt es sich um Herodes den Großen, geboren ca. 73 v. Chr., gestorben 4 v. Chr. – nicht zu verwechseln mit seinem Sohn Herodes Antipas (20 v. Chr. bis ca. 39 n. Chr.), der bei dem Prozess gegen Jesus später eine Rol- le spielte. Und hier stoßen wir auf das Hauptproblem bei allen Versuchen, die Geburt Jesu genau zu datieren: Der Kindermord des Herodes kann ja nur zu dessen Lebzeiten stattgefunden ha- ben. Demnach müsste Jesus also früher als im Jahr 4 v. Chr. zur Welt gekommen sein. Dann aber kann die von Lukas erwähnte Volkszählung jedenfalls nicht diejenige gewesen sein, die 6 n. Chr. stattfand, denn da war Herodes schon zehn Jahre tot. Wie kann man diese Diskrepanz auflösen? Sollte es eine frühe- re Volkszählung gegeben haben, von der wir noch nichts wis- sen? Oder sollte einem der Evangelisten im Rückblick ein Feh- ler unterlaufen sein? Wir wissen es nicht. Es ist nicht möglich, der Geburt Jesu eine genaue Jahreszahl zuzuordnen.

    Faktenwissen – Glaubensgeheimnis

    Eins aber ist deutlich: Die beiden Evangelisten Matthäus und Lukas haben keine Märchen aufgeschrieben, sondern sie woll- ten von einem Ereignis in der römischen Zeitgeschichte berich- ten. Kein Zweifel: Jesus kam nicht in einer Märchenerzählung zur Welt, sondern in der konkreten Alltagswelt des römischen Imperiums, in Judäa in der Provinz Syrien. Soviel kann man wissen. Und das ist ja auch für unsern Glauben an Jesus wich- tig, denn „wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir

    euch kundgetan haben die Kraft und das Kom- men unseres Herrn Jesus Christus“ – so heißt es ausdrücklich in der Bibel (2. Petrusbrief 1, 16). Die Weihnachtsgeschichte entspringt nicht menschlicher Fantasie, sondern dem Willen Gottes, uns wirklich ganz nahe zu kommen, in unsere Wirklichkeit