Notiz über das Verhalten der Lactone gegen Wasser

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    06-Jun-2016

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    Sie vereinigt sich leicht mit Bromwasseistoff zu einer bei 1 1 6 O schmelzenden Bromathylmdonsiiure und zersetzt sich, wenn sie etwas iiber ihren Schmelzpunkt erhitzt wird, in Kohlensaure, eine leicht fliichtige Saure (Isocrotonsaure? ) und eine neutrale Verbindung, die mit Barytwasser ein sehr leicht lijsliches Baryumsale giebt und sehr wahrscheinlich Butyrolacton ist,.

    Wir werden iiber diese und andere Derivate der Saure demniichst ausfuhrliche Mittheilungen in L i ebig'b Annalen machen.

    70. Rud. Fittig: Notix iiber die Urnwandlung ungesattigter Sawen in die isomeren Lactone.

    (Eingegangen am 16. Februar.)

    Nach Versuchen, welche in der letzten Zeit von mehreren meiiier Schiiler und mir ausgefuhrt sind, erfolgt diese Umwandlung in den meisten Fallen ganz glatt, wenn man die ungesattigte Saure ganz kurze 'Zeit mit verdiimter Schwefelsaure (gleiche Vol. coiic. Schwefel- saure und Wasser) erwkmt. Die Isophenylcrotonsaure ist so glatt in das Phenylbutyrolacton, die Hydrosorbinsaure in das Caprolacton, die Teraconsaure in Terebiiisaure umgewandelt worden. Bei lkingerem Kochen mit der verdiiniiten Silure aber erleiden die Lactone eine weitere Veranderung und gehen in Sauren voii gleicher Zusammen- setzung aber hoherem Molekulargewicht iiber. So liefert z. B. nach den Vereuchen yon H. E r d m a n n das Phenylbutyrolacton eine sehr schon krystallisirende zweibasische Gaure CaoHao 0 4 , vielleicht

    Cs H5 - - - C C Ha-- CHa-.- CO --- 0 H ii

    CsHj- -C- -CHa--- CH2 ... CO --- OH I I

    Das Isocaprolacton geht unter den gleichen Verhiiltnissen in eine in Wasser sehr leicht losliche Stiure iiber.

    80. Bud. Fittig: Notie iiber daa Verhalten der Lautone gegen Wasser.

    (Eingegangen am 16. Februar.)

    Wie mir neuere Versuche gezeigt haben, ist der Unterschied zwischen den von mir als Del ta-Lactone bezeichneten Verbindungen und den eigentlichen Lactonen nicht ganz so gross, wie ich friiher glaubte. Auch die eigcntlichen Lactone geben, wenn sie in sehr ver- diinnter Liisung stundenlang am Riickflusskiihler gekocht werden, eink

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    sauer reagirende Fliissigkeit , indem , wie die genaue Untersuchung gezeigt hat, ein Theil des Lactons in die entsprechende y - Oxysaure iibergeht. Da aber andererseits diese Oxysauren beim Kochen mit Wasser in die Lactone iibergehen, so tritt sehr bald ein Gleichgewichts- zustand ein, die Saurebildung hort auf und beginnt erst wieder, wenn die bereits gebildete freie Saure durch Neutralisation von dem Zerfall geschutzt wird.

    Nach unseren bisherigen Versucheii ist die Menge ron Saure, welche sich iiach mehrstiindigem Kochen bildet, immer eine sehr Irleine, sie scheint unter soiist gleichen Verhaltnissen wesentlich abzu- hangen ron der Zusammensetzung des Lactons, so zwir, dass bis zum Eintritt des Gleichgewichtszustandes sich um so mehr Saure bildet, je weiiiger Kohlenstoffatome das Molekiil des Lactons enthalt und je einfacher diese init einander verbunden sind. So giebt z. B. das Butyrolacton unter den gleichen Versuchsbedingungen eine erheblich griissere Menge von Oxysilure als dns Isocaprolacton.

    Die Gegenwart einer kleiiien Menge Salzsaure scheint die Um- waiidlung der Lactone in die Oxysauren beim Kochen mit Wasser ganz zu verhinclern.

    S t r a s s b u r g , den 15. Februar 1883.

    81. F. Kalckhof f Zur Kenntniss der Amidophenole. [Aus dem Bed. Univ.-Laborat. No. DXIII.]

    (Eingegangen am 14. Februar.)

    Von hydroxylirten Harnstoffen der aromatiachen Reihe ist bis jetzt nur der o-Oxyphenylthioharnstoff (Schmp. 164O) bekannt. Bendix') stellte denselben durch Erhitzen gleicher Theile o - Amidophenolchlor- hydrat und Kaliurnthiocyanat dar. Bei dem Versuche, diesen Thio- harnstoff durch Entschwefeln in den entsprechenden Oxyharnstoff iiber- zufiihren, erhielt er jedoch einen Kiirper von der Zusammensetzung C7 H,j Nz 0, den er als einen Phenylenharnstoff ansprach, indem er aus der UnlSslichkeit desselben in Alkalien auf die Abwesenheit der Hydro- xylgruppe schloss.

    Tch versuchte nun, zu dem o-Oxyphenylcarbamid durch Ein- wirkuug von Kaliumcyanat auf salzsaures o - Amidophenol zu gelangen. Zu dem Ende wurden 3 Theile o-Amidophenolchlorhydrat und 2 Theile Kaliumcyanat mit wenig Wasser iibergossen, der entstandene Nieder- schlag abfiltrirt und nach Zusatz ron einigen Tropfen Wasser iiber

    I) Diese Berichte XI, 2262.

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