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Sitzung vom 22.05.2015

Sitzung vom 22.05.2015. 1. Was ist Qualität? 2. Akteursorientierung als Qualitätsdimension 3. „Lebenswelt Internet“ als Bildungsraum von Akteur_innen

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Sitzung vom 22.05.2015

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1. Was ist Qualität?

2. Akteursorientierung als Qualitätsdimension

3. „Lebenswelt Internet“ als Bildungsraum von Akteur_innen

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Was bedeutet e-Learning?

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• Die zentrale Frage, die es vorab zu klären gilt, lautet: Was ist eigentlich Qualität?

• Das Wort Qualität kommt aus dem lateinischen (qualitas) und lässt sich ungefähr mit Beschaffenheit, Eigenschaft, Merkmal übersetzen. Im Alltag wird das Wort Qualität oftmals wertend verwendet. Qualität ist der Gegenpart zur Quantität (Qualität statt Quantität = „Klasse statt Masse“).

• In der Wirtschaft ist Qualität ein Wertmaßstab und gibt Auskunft über die Zweckangemessenheit eines Produktes. In anderen Worten: Wie gut erfüllt ein Produkt die Anforderungen? Zusammenfassend lässt sich festhalten:

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Qualität ist die Eignung vorgegebene Aufgaben zu erfüllen. Qualität bewertet die Güte eines Objektes bzw. eines Prozesses: Wie gut werden die vorgegebenen Aufgaben erfüllt. Bzw. wie gut läuft etwas ab. Hierbei werden die einzelnen Elemente eines Prozesses und das Zusammenwirken der einzelnen Teilprozesse geprüft.

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Qualitätsmanagement wurde zunächst für den industriellen Bereich entwickelt und wird nun zunehmend auf den pädagogischen Bereich übertragen. Im Rahmen dieser Entwicklung müssen beispielsweise auch pädagogische Einrichtungen nachweisen, ein „Qualitätsmanagement“ vorzunehmen

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• Qualität gibt Auskunft über die Zweckangemessenheit eines Produktes.

• Qualität bedeutet, dass man sich fragt, was genau gemessen werden soll: Z.B. Die qualitative Güte von e-Learning soll bestimmt werden.

• Die Frage, was genau man messen will, welche Merkmale die (gute) Qualität eines Produktes, Prozesses etc. ausmachen, ist die Frage nach den Qualitätsdimensionen.Z.B. Welche Qualitätsdimensionen zeichnen qualitativ hochwertiges e-Learning aus?

• Qualitativ hochwertiges e-Learning zeichnet sich durch … aus

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• Um die Qualitätsdimension besser und konkret messen zu können, werden Qualitätskriterien entwickelt.

• Qualitätskriterien geben konkret an, woran sich eine gute Qualität festmacht.

• Es kann ein Kriterienkatalog entwickelt werden, der die einzelnen Punkte, auf die geachtet werden muss, um das pädagogische Leitbild angemessen zu erfüllen, auflistet. Diese Kriterien sind die Qualitätsindikatoren. Indikator kommt aus dem lat. indicare und kann mit „anzeigen“/ „darauf verweisen“ übersetzt werden. Ein Indikator verweist also darauf, wie gut ein Qualitätskriterium erfüllt ist, das Teil einer Qualitätsdimension ist (vgl.

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Source: https://youtu.be/ZCAg9FgBj2w?list=PLlzRFMLKW6S_t8pz_YuGUE8BMqJcfdXik (last called 12.04.2014),

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• Die Qualität einer pädagogischen Praxis muss geprüft, nachgewiesen und verbessert werden. Dies macht das sogenannte Qualitätsmanagement (QM). Vor dem QM steht die Festlegung von dem, was wünschenswert ist. Wie lässt sich die Qualität der pädagogischen Praxis messen und verbessern? QM fragt immer nach dem Verbesserungspotential! Um ein gutes Qualitätsmanagement zu betreiben, wird oftmals ein Qualitätsmanagementsystem genutzt. Ein QM-System ist ein systematisches Verfahren zur Sicherung der Qualität.

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• Es gibt keine absolute gute oder schlechte Qualität. Qualität ist vielmehr der Grad bzw. die Anpassung des Ergebnisses einer Tätigkeit an die vorgegebenen Anforderungen. Die vorgegeben Anforderungen bezeichnen was geleistet werden soll (Soll-Zustand), die gemessene Qualität bezeichnet, was gerade geleistet wird (Ist-Zustand). Die Qualität wird gemessen, der Ist-Zustand wird mit dem Soll-Zustand verglichen. Hieran schließen sich Maßnahmen an, den Ist-Zustand dem Soll-Zustand anzunähern. Dieser ganze Prozess kann als Qualitätsmanagement verstanden werden

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• Erste These für einen akteursorientierten Qualitätsbegriff im e-Learning.

• In der Bestimmung von Qualität in Lernprozessen sollte aus konstruktivistischer Perspektive stets vom Lernenden ausgegangen werden.

• Der Lernende generiert/ konstruiert im Lernprozess Wissen, baut Wissensnetze, konstruiert Verbindungen zwischen Wissensstrukturen…

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• Der Lernende ist stets ein konkret Lernender, der sich in einem konkreten Raum aufhält (Raummetaphern werden der konstruktivistischen Beschreibung von Didaktik und Lernprozessen oftmals verwendet: Freinet, Situationsansatz …).

• Der Lernende im e-Learning ist stets ein Lernender, der eine konkrete Internetnutzung aufweist, eine konkrete Beziehung zu e-tools besitzt und sich durch diese auch „bildet“.

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• Ein akteursorientiertes e-Learning fragt, wie nutzen potentielle Lerner e-tools. Wie gehen sie ins Internet?

• Wie setzen sie die kommunikative Möglichkeiten ein (werden stark Online Communities genutzt)

• Wie nutzen sie den produktiven Charakter vom Internet: Führen Sie einen Weblog oder eine andere Website

• Wie setzen sie das Internet zum Lernen ein: Nutzen Sie partizipativ oder aktiv Wikipedia?

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Was bedeutet der Satz, dass sich das Individuum durch seine „Bewegungen im virtuellen Raum“ bildet?

Um diese Frage zu beantworten, ist es zentral, zu definieren, was Bildung bedeutet.

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Zentral für die Ausformulierung eines programmatischen Bildungsbegriffes war Humboldt. Humboldt schuf mit seinem Bildungsverständnis einen Referenzpunkt, der auch in heutigen Bildungsdebatten herangezogen wird:

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• Kuhlmann (2013) fasst die Reflexionsdimension des Humboldtschen Bildungsverständnisses wie folgt: "Der Zweck von Bildung sollte allein in seiner Wirkung auf das Individuum gesehen werden. Bildung sollte dem Menschen helfen, zu sich selbst zu finden und alle Anlagen und Kräfte möglichst in Harmonie und in der richtigen Verhältnismäßigkeit zu entfalten." (Kuhlmann 2013: 48).

• Im Zuge der Herausarbeitung des Humboldtschen Bildungsbegriffes steht die Dimension einer handlungsorientierten Selbstreflexion. Das Individuum entfaltet sich - quasi naturgetrieben - in Auseinandersetzung mit der Welt und gemäß seinen Anlagen; der Mensch bildet sich aus.

• In diesem Selbstausbildungsprozess reflektiert das Individuum seinen Selbst- und Weltbezug sowie seine Positionierung im gesellschaftlichen Kontext.

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Digitale Medien prägen zunehmend unsere Lebenswelt. Wir kommunizieren über digitale Medien und durch das Smartphone ist die virtuelle Welt des Internets allgegenwärtig.

In anderen Worten: die digitalen Medien prägen verstärkt die Art und Weise, wie wir uns zu der Umwelt verhalten, mit ihr kommunizieren und uns „ausbilden“.

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Fragen für die JIM-Studie: Wie nutzen Jugendliche digitale Medien/ das Internet?

Welche e-tools werden wie genutzt, um sich im „Bildungsraum Internet“ zu bewegen (informelles Lernen versus Konsum)

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Betrachtet man die Nutzungswege des Internets, so stehen im Jahr 2014 erstmals Handy bzw. Smartphone an der Spitze. 86 Prozent der Jugendlichen, die in den letzten 14 Tagen vor der Befragung das Internet genutzt haben, taten dies mit einem mobilen Telefon. Damit werden Computer bzw. Laptop auf den zweiten Rang verwiesen, „nur“ 82 Prozent nutzten diesen „traditionellen“ Weg. Nahezu eine Verdoppelung erlebt das Tablet, das inzwischen für ein Fünftel eine Option zur Online-Nutzung darstellt.

(Jim-Studie 2014, S. 24)

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Gesellschaften sind heterogen und nicht homogen.

Sie sind in Milieus gegliedert.

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• Milieuansätze analysieren die objektive Lebenslage ein (Berufsstatus, Einkommen und Bildung) und die subjektive Lebenslage (Lebensstil und Alltagsbewusstsein)

Grundthese ist:• „(…) dass die `subjektiven´ Lebensweisen einer sozialen

Gruppierung durch deren `objektive´ Lebensbedingungen zwar angeregt, beeinflusst und begrenzt sein mögen, keineswegs aber völlig geprägt sind (…) welche Wertehaltungen und Lebenseinstellungen ein Mensch aufweist, ist also durchaus mitbestimmt von seiner Einkommenshöhe, seinem Bildungsgrad und seiner Berufsstellung. Aber diese schichtungs-relevanten Lebensbedingungen geben keineswegs zureichend über die Milieuzugehörigkeit Auskunft.“ (Hradil 2005: 420f).

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Milieumodelle, die objektive und subjektive Dimensionen, miteinander verknüpfen, ermöglichen im Vergleich zu Schicht- und Klassenmodellen differenziertere Analyseinstrumente.

Es ist derart möglich, die Differenzierung/ Pluraliserung von Gesellschaft besser zu beschreiben – aber es werden keine Dynamiken beschrieben.

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• In anderen Worten:Milieus fassen Menschen zusammen, die sich in sozialer Lage (vertikale Differenzierung)

sowie• Werthaltungen, Lebensauffassungen und

Lebensstil(horizontale Differenzierung) ähnelnund �

• Können als „Einheiten“ im gesellschaftlichen Gefüge begriffen werden.

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Soziale Lage:

• Bildungsabschluss• Berufsgruppe• Einkommen

Lebensstil• Konsumstil• Alltagsästhetik• Einstellungen zu Moden & Trends

Freizeit•Freizeitaktivitäten•Freizeitmotive•Arbeit/Freizeit

Familien und Partnerschaft•Einstellungen zum Familienleben•Rollenmodelle•Vorstellungen vom privaten Glück

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Arbeit und Leistung Arbeitsmotive Arbeitszufriedenheit Einstellung zu beruflichem und

gesellschaftliuchen Wandel

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DIVSI (Hrsg.) (2012): Milieu Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet. Hamburg.

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest: JIM-Studie 2014. Jugend, Information, (Multi-) Media. Stuttgart 2014. URL: http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf14/JIM-Studie_2014.pdf (letzter Aufruf: 27.1.2015).

Kuhlmann, C. (2013): Erziehung und Bildung. Einführung in die Geschichte und Aktualität pädagogischer Theorien. Wiesbaden: Springer.