Zentrum fr Interkulturelle Boris Zizek Zwei koreanische Schwestern im Gesprch mit der Oberschwester des Kantonspitals Liestal um 1965. Fotograf: unbekannt

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    06-Mar-2018

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<ul><li><p>Projektbeginn Juli 2008u. a. fr das Partnerschaftsabkommen gefrdert vom DAAD</p><p>Projektleiter/in:Prof. Dr. Detlef Garz (Allgemeine Pdagogik)Prof. Dr. Hyo-Seon Lee (Soziologie, Kangnam University, Yongin, Sd-Korea)</p><p>Arbeitsgruppe:Dr. Axel Fehlhaber, Johannes-Gutenberg-Universitt, MainzDr. Sandra Kirsch, Johannes-Gutenberg-Universitt, MainzBoris Zizek M.A.Lalenia Zizek M.A.Mag. Kim, Seok ki, Kangnam UniversityMag. Jong, Poo lum, Kangnam Univeristy</p><p>Auch in Korea, in dem diese Entwicklung etwa 20 Jahre spter einsetzte, leben heutzutage die Kinder vonmigrant workers. Wie ist es um deren Ein- bzw. Anpassung bestellt, und welche Formen des Zusammenlebenshaben sich hier etabliert? Diese Fragen werden auch vor dem Hintergrund formuliert, dass sowohlDeutschland als auch Korea sehr zgerlich auf den Zustrom von Arbeitskrften aus dem Ausland reagiertenbzw. reagieren.Die Untersuchung greift auf Experteninterviews sowie narrative Interviews zurck; die Auswertung erfolgtnach den Regeln der qualitativen Sozialforschung. Die Ergebnisse aus beiden Lndern sollen miteinanderverglichen und auch aus der Perspektive der Sozialen Arbeit reflektiert werden.Das Ziel der Studiebesteht darin zu untersuchen, wie die Kinder von migrant workers mit ihrer sozialen und kulturellenUmgebung interagieren und im Laufe dieser Auseinandersetzung ihre Identitt ausbilden. Auf der Basisder Respektierung der kulturellen Vielfalt von Migranten soll zugleich nach Mglichkeiten der Untersttzungim Rahmen der social welfare practice in dem Sinne gesucht werden, dass Akzeptanz und Anerkennungermglicht und Anpassung sowie Aberkennung vermieden werden.</p><p>Das Phnomen der Arbeitsmigration bildet einen wesentlichen Bestandteil moderner Gesellschaften.Migrant workers bzw. Gastarbeiter wechseln von weniger entwickelten zu weiter/hher entwickeltenGesellschaften und nehmen dort in der Regel jene 3D jobs (dirty, difficult, dangerous) an, die auf demBinnenmarkt nicht (mehr) besetzt werden knnen. Diese Entwicklung fhrte in der BundesrepublikDeutschland u. a. dazu, dass in den 1960er und 70er Jahren ca. 20.000 Arbeitskrfte (Bergmnner undKrankenschwestern) aus Korea in das Land geholt wurden. Viele dieser Gastarbeiter blieben, so dassmittlerweile deren Kinder und Enkel in Deutschland leben. Handelt es sich bei dieser Gruppe tatschlichum Die MusterschlerInnen der Integration, wie es in einer Kongressankndigung vom April 2008 heit?Und falls ja, a) was bedeutet dies und b) worauf lsst sich diese Entwicklung zurck fhren?</p><p>1. Die Erfahrungen von und mit ,Gastarbeitern' in der Bundesrepublik Deutschlandsollen aus kulturvergleichender Perspektive aufgegriffen werden. Dies geschiehtunter Bercksichtigung der Ausgangsberlegung der diesbezglichen strukturellenhnlichkeiten zwischen Korea und Deutschland: Beide Nationen entwickelteneine Politik der Aufnahme auslndischer Arbeitskrfte zur Untersttzung desnationalen Arbeitsmarktes; und zwar fr (3D-)Ttigkeiten, die von der einheimischenArbeitsbevlkerung nicht angenommen wurden.</p><p>Folgende Aspekte sind dabei von besonderer Bedeutung:</p><p>2.. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Prozesse der Identittsbildung bei Emigran-tenkindern und der (vermutlich) damit einhergehenden Wertkonflikte. Mit der Ausbil-dung der Identitt ist der Erweb der Zugehrigkeit zu einer Gesellschaft bzw. derStaatsbrgerschaft verbunden. Wie sich diese Identitt im Wechselspiel mit der ber-wiegend wenn auch nicht nur durch die Eltern vertretenen ,alten' Kultur und durch dieraumzeitlichen Verortung wirkmchtigen neuen Kultur bildet, soll unter dem Aspekt der interkulturellen Auseinandersetzung untersucht werden.</p><p>3. Die adoleszenten Erfahrungen und Erlebnisse von Emigrantenkindern sollenmithilfe qualitativer Verfahren erhoben und ausgewertet werden. Dazu werdendas narrative Interview Fritz Schtzes, die narrationsstrukturelle Auswertungsmethodesowie die objektive Hermeneutik Ulrich Oevermanns eingesetzt.Interviewt werden sollen nach dem Prinzip des minimalen und maximalen Kontrasts etwaKinder von Emigranten im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sowohl in Korea als auch inDeutschland. In Deutschland sollen dies Migrantenkinder der dritten Generation sein;in Korea, mit seiner kurzen Emigrantengeschichte, sind dies berwiegend Kinder derersten Generation.Folglich liegt der Schwerpunkt der Studie im Bereich der Adoleszenz und nicht auf derGenerationenabfolge. Als Regionen fr die Erhebung kommen in Deutschland Nord-rhein-Westfalen als industrieller Bereich mit einem ursprnglich hohen Anteil koreanischer,Gastarbeiter' in Betracht, fr Korea wurde die Gyeonggi Province ausgewhlt, die eben-falls industriell geprgt ist und einen vergleichsweise hohen Anteil an ,migrant workers'aufweist.</p><p>Foto: Boris Zizek</p><p>Foto: Boris Zizek</p><p>Zwei koreanische Schwestern im Gesprch mit der Oberschwester des KantonspitalsLiestal um 1965.Fotograf: unbekanntArchiv: Bro fr Sozialgeschichte Basel</p><p>Koreaner bei der Ausbildung imLehrbergwerk des Eschweiler Berg-werksvereins 1965.Bergbauarchiv Bochum 160-9222 (2)</p><p>Cerin HongFilmemacherin</p><p>Zentrum fr Interkulturelle StudienInterdisziplinre ForschungsplattformFR</p><p>INTERKULTURELLE STUDIENZENTRUM</p></li></ul>

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