Amsterdam Baroque Orchestra Ton Sebastian Bach Konzertsatz (Sinfonia) D-Dur BWV 1045 (1743/46) Johann Sebastian Bach Brandenburgisches Konzert Nr. 4 G-Dur BWV 1049 fr Violine solo

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Text of Amsterdam Baroque Orchestra Ton Sebastian Bach Konzertsatz (Sinfonia) D-Dur BWV 1045 (1743/46)...

  • Amsterdam Baroque Orchestra Ton Koopman

    Montag19. September 201620:00

  • Bitte beachten Sie:

    Ihr Husten strt Besucher und Knstler. Wir halten daher fr Sie an den Garderoben Ricola-Kruterbonbons bereit und hndigen Ihnen Stoff taschen tcher des Hauses Franz Sauer aus.

    Sollten Sie elektronische Gerte, insbesondere Mobiltelefone, bei sich haben: Bitte schalten Sie diese unbedingt zur Vermeidung akustischer Strungen aus.

    Wir bitten um Ihr Verstndnis, dass Bild- und Tonaufnahmen aus urheberrechtlichen Grnden nicht gestattet sind.

    Wenn Sie einmal zu spt zum Konzert kommen sollten, bitten wir Sie um Verstndnis, dass wir Sie nicht sofort einlassen knnen. Wir bemhen uns, Ihnen so schnell wie mglich Zugang zum Konzertsaal zu gewhren. Ihre Pltze knnen Sie sptestens in der Pause einnehmen.

    Bitte warten Sie den Schlussapplaus ab, bevor Sie den Konzertsaal verlassen. Es ist eine schne und respektvolle Geste gegenber den Knstlern und den anderen Gsten.

    Mit dem Kauf der Eintrittskarte erklren Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Bild mglicherweise im Fernsehen oder in anderen Medien ausgestrahlt oder verffentlicht wird.

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  • Amsterdam Baroque Orchestra Ton Koopman Leitung, Cembalo

    Montag 19. September 2016 20:00

    Pause gegen 20:50 Ende gegen 22:00

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    PROGRAMM

    Johann Sebastian Bach 1685 1750Ouvertre Nr. 3 D-Dur BWV 1068 (1731)fr drei Trompeten, Pauken, zwei Oboen, Fagott, Streicher und Basso continuoOuvertureAirGavotte I und IIBourreGigue

    Johann Sebastian Bach Konzertsatz (Sinfonia) D-Dur BWV 1045 (1743/46)

    Johann Sebastian Bach Brandenburgisches Konzert Nr. 4 G-Dur BWV 1049fr Violine solo (Violino principale), zwei Blockflten (Fiauti dEcho), zwei Violinen, Viola, Violone, Violoncello und Basso continuoaus: Brandenburgische Konzerte BWV 1046 1051AllegroAndantePresto Catherine Manson Solovioline

    Pause

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    Johann Sebastian Bach Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048fr drei Violinen, drei Violen, drei Violoncelli und Basso continuoaus: Brandenburgische Konzerte BWV 1046 1051[ohne Satzbezeichnung]AdagioAllegro

    Johann Sebastian Bach Sinfoniaaus: Am Abend aber desselbigen Sabbaths BWV 42 (1725)Kantate fr Soli, Chor und Orchester zum Sonntag Quasimodogeniti

    Johann Sebastian Bach Ouvertre Nr. 4 D-Dur BWV 1069 (1725)fr drei Trompeten, Pauken, drei Oboen, Fagott, Streicher und Basso continuoOuvertreBoure I und IIGavotteMenuet I und IIRjouissance

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    ZU DEN WERKEN

    Ouvertre, Konzert, Sinfonie diesem Ablauf folgt nun schon seit Generationen ein Groteil der klassischen Konzertpro-gramme. Die drei Gattungen finden sich auch auf dem Pro-grammzettel des Bach-Abends mit dem Amsterdam Baroque Orchestra, und doch ist dieses Mal alles anders: Gleich zwei Ouvertren bilden den Rahmen. Sie umschlieen zwei Sin-fonien, und diese wiederum zwei Konzerte. Bei genauerer Betrachtung entsprechen aber auch die einzelnen Stcke nicht den Erwartungen, die man aufgrund der Gattungsbezeichnun-gen haben knnte: Die Sinfonien sind keine Zyklen aus mehre-ren aufeinander bezogenen Stzen. Die Konzerte werden nicht von einem virtuosen Solisten beherrscht. Und die Ouvertren sind keine Opernvorspiele auch wenn sie zumindest indirekt etwas mit der Oper zu tun haben.

    Von Versailles ins Kaffeehaus

    Im frhen 18. Jahrhundert grassierte an den deutschen Resi-denzen ein wahres Frankreich-Fieber. Der Adel baute franz-sisch, sprach franzsisch, hielt sich franzsische Jagd- und Tanzmeister und htte zu gerne auch die Opern, die Tragdies lyriques des berhmten Jean-Baptiste Lully am eigenen Hof auffhren lassen. Da sich die deutschen Kleinstaaten den Prunk von Versailles aber nicht leisten konnten, begngten sie sich notgedrungen mit Instrumentalauszgen aus Lullys Bhnen-stcken. Schon bald schrieben deutsche Komponisten auch selbst Orchestersuiten oder Ouvertren, wie sie nach ihrem ausladenden Erffnungssatz oft genannt wurden. Auf diesen Erffnungssatz, die eigentliche Ouvertre, folgte dann jeweils eine Reihe stilisierter Tnze schlielich spielte das Ballett in der franzsischen Oper eine groe Rolle.

    Die Orchestersuite entwickelte sich zu einer der wichtigs-ten Musikgattungen der Barockzeit, und manche Komponis-ten schrieben kaum vorstellbare Mengen dieser Stcke. Von Georg Philipp Telemann beispielsweise haben sich rund 130 Suiten erhalten nach manchen Quellen soll er aber etwa 1000 komponiert haben. Nur vier Orchestersuiten sind dagegen von

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    Johann Sebastian Bach berliefert, sie gelten jedoch als die Gipfelwerke der Gattung. Da statt der Originalmanuskripte nur Stimmenabschriften berdauert haben, ist weder eine genaue Datierung noch eine sichere Bestimmung der Kompositions-Reihenfolge mglich. Bach knnte die Suiten entweder in sei-ner Zeit am Weimarer Hof (1708 1717), in Kthen (1717 1723) oder danach in Leipzig komponiert haben. Dort gehrten sie jeden-falls zum Repertoire des Collegium musicum, dessen Leitung Bach ab 1729 zustzlich zu seiner Arbeit als Thomaskantor ber-nahm. Das Collegium, eine Vereinigung aus Berufsmusikern, musikbegeisterten Brgern und Studenten, versammelte sich bey Herrn Gottfried Zimmermann, Sommers-Zeit Mittwochs, auf der Wind-Mhl-Gasse, im Garten von 4 bis 6 Uhr, und Win-ters-Zeit Freitags im Caffe-Hause, auf der Catherinen-Strasse, von 8 bis 10 Uhr. Unter Bachs Anleitung muss das Ensemble ein hohes Niveau erreicht haben, denn Johann Heinrich Zedlers Grosses vollstndiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Knste bezeichnete es als das berhmteste seiner Art.

    Jauchzende Freude Bachs Ouvertre Nr. 3 D-Dur

    Die D-Dur-Suite BWV 1068, mit der das heutige Konzert beginnt, schrieb Bach mglicherweise so vermutete zumin-dest der Musikwissenschaftler Joshua Rifkin zunchst fr Streichorchester. Obwohl nach dieser Auffassung die Trom-peten, Pauken und Oboen vom Komponisten erst nachtrglich hinzugefgt worden wren, ist es heute gerade der strahlende Blserglanz, dem die Suite ihre groe Beliebtheit verdankt. Er kommt besonders gut in der erffnenden Ouvertre zur Gel-tung, die wie blich einen schnellen Fugenabschnitt zwischen zwei gravittische, markant rhythmisierte Rahmenteile stellt. Den Charakter der folgenden Tnze hat der Hamburger Musik-gelehrte Johann Mattheson in seinem Vollkommenen Capell-meister von 1739 erlutert: Fr die Gavotte ist nach seinem Urteil eine rechte jauchzende Freude und ein hpfendes Wesen charakteristisch. Von der Bourre heit es, dass ihr eigentli-ches Abzeichen auf der Zufriedenheit, und einem geflligen Wesen beruhe, dabey gleichsam etwas unbekmmertes oder

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    gelassenes, ein wenig nachliges, gemchliches und doch nichts unangenehmes vermacht ist. Und die Gigue bezeich-net Mattheson als was frisches und hurtiges; sie ist gekenn-zeichnet durch einen hitzigen und flchtigen Eifer, einen Zorn, der bald vergehet. Kein Tanz, sondern ein liedartiges Stck ist die Aria oder Air. Bachs Air aus der D-Dur-Suite zhlt zu sei-nen bekanntesten und meistbearbeiteten Kompositionen ber-haupt. Die Faszination, die von ihr ausgeht, liegt wohl in der Spannung zwischen der ruhig schreitenden Basslinie (einem walking bass, wie die Jazzer sagen wrden) und den schwe-benden, miteinander verschlungenen Oberstimmen.

    Fragment eines Fragments die Sinfonia BWV 1045

    Der italienische Begriff Sinfonia kommt vom griechischen Wort fr zusammenklingen und bezeichnete in der Barock-zeit ein Instrumentalstck innerhalb eines greren Vokal-werks. Eine besondere Form war die dreiteilig (schnell-lang-sam-schnell) angelegte neapolitanische Opernsinfonia, und aus ihr entwickelte sich durch Hinzufgung eines Menuetts oder Scherzos das klassische vierstzige Format der Sinfonie als selbstndiges Werk fr den Konzertsaal. Bach jedoch erff-nete eine ganze Reihe seiner Kantaten mit einstzigen Instru-mentalstcken, die er ebenfalls als Sinfonia bezeichnete. Zu diesem Zweck arbeitet er hufig ltere Konzertstze um zum Glck, denn in dieser Form haben sich zumindest Teile einiger verlorener Instrumentalwerke doch noch erhalten. Die mit Solo-violine und drei Trompeten prchtig instrumentierte Sinfonia BWV 1045 ist allerdings ein Sonderfall: Sie war zwar fr eine Kantate bestimmt, doch diese ist verschollen, und man wei nicht einmal, ob Bach das geplante Stck berhaupt zu Ende komponiert hat. Vielleicht nicht, denn selbst die Sinfonia ist nur als Fragment erhalten; ihre letzten anderthalb Takte sind im Autograph von fremder Hand ergnzt. Papier und Handschrift des Manuskripts lassen immerhin eine ungefhre Datierung zu: Die Sinfonia drfte in den 1740er Jahren, wohl um 1742 entstan-den sein.

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    Musterkatalog der Konzerttypen

    Was ist eigentlich ein Konzert? Unsere Vorstellung von die-ser Musikgattung wird bestimmt vom hufigsten Konzerttyp der klassisch-romantischen Epoche, in dem sich ein Soloins-trument und das Orchester gegenberstehen. Der Solist darf seine ganze Virtuositt zeigen, whrend die brigen Spieler ihn begleiten oder dramatische Akzente setzen. Im Barock wurde der Begriff des Konzerts aber viel weiter gefasst; er bezeichnete ganz allgemein das Zusammenspiel verschiedener Stimmen oder Stimmgruppen. Ganz unterschiedliche Arten von Kom-positionen fasste Bach in seinen sechs Brandenburgischen Konzerten zusammen. Diese Sammelbezeichnung kam bri-gens erst im 19. Jahrhundert auf; sie rhrt daher, dass Bach die Stcke dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt widmete, den er im Winter 1718/19 kennengelernt hatte. Bei dem Treffen zeigte sich der Markgraf von der Musik des Kthener Kapellmeisters so beeindruckt, dass er sich einige Kompositionen fr seine eigene Hofkapelle erbat. Doch Bach lie die Sache zunchst im Sande verlaufen und schickte erst am 24. Mrz 1721 die sechs Konzerte. Was mag ihn wohl bewo-gen haben, nach so langer Zeit doch noch

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