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S S Alpmann Schmidt Skripten Forst/Hellebrand 2016 Die mündliche Prü- fung im 1. Examen

Die mündliche Prüfung im 1. Examen

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Text of Die mündliche Prüfung im 1. Examen

  • Skripten von Alpmann Schmidt das komplette Examens-wissen, systematisch und klausurtypisch aufbereitet

    Die mndliche Prfung im 1. Examen2016

    Die mndliche Prfung hat einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtnote des ersten Staatsexamens und bietet hufig die Gelegenheit zu einer (deutlichen) Verbesserung. Das Anliegen der Autoren besteht darin, Studenten nach den Examensklausuren mglichst viele Tipps fr das erfolgreiche Bestehen der mndlichen Prfung zu geben. Nicht zu kurz kommt dabei der Aspekt, dass ihr Erfolg nicht nur dem Vorhandensein abstrakten Wissens zuzu-schreiben ist, sondern auch von dessen Vermittlung und der eigenen Tagesform abhngt. Denn den Kandidaten wird die Fhigkeit zum juristischen Denken in ungewohnter Materie abverlangt.

    Das Skript zielt daher nicht darauf ab, das prfungsrelevante juristische Fachwissen erst-malig zu vermitteln. Vertiefte Kenntnisse der drei Rechtsgebiete sowie der methodischen Grundlagen werden vorausgesetzt, die wesentlichen Weichen sind schlielich gestellt. Das vorliegende Skript sorgt vielmehr fr den letzten Schliff d.h.

    zwischen Klausuren und mndlicher Prfung begleiten und mentale Untersttzung bieten,

    noch einmal gezielt auf Erarbeitung und Erstattung des Kurzvortrags vorbereiten und

    den Examensstoff abrunden.

    Der Autor PD Dr. Gerrit Forst, LL.M. (Cambridge) verfgt ber jahrelange Erfahrung als Pr-fer und Dozent an Universitten in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Wrttemberg und Berlin. Prof. Dr. Johannes Hellebrand, ist Rechtsanwalt und Staatsanwalt a.D. Er blickt auf langjhrige Erfahrungen als Prfer und Kommissionsvorsitzender zurck.

    ISBN: 978-3-86752-435-3

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    Alpmann Schmidt

    Skripten

    Forst/Hellebrand

    2016

    Die mndliche Pr-fung im 1. Examen

  • Die mndliche Prfungim 1. Examen

    2016

    Privatdozent Dr. Gerrit Forst LL.M. (Cambridge)Rechtsanwalt in Dsseldorf

    Prof. Dr. Johannes HellebrandHonorarprofessor an der Ruhr-Universitt Bochum

    ALPMANN UND SCHMIDT Juristische Lehrgnge Verlagsges. mbH & Co. KGAlter Fischmarkt 8, 48143 Mnster, 48001 Postfach 1169, Telefon (0251) 98109-0

    AS-Online: www.alpmann-schmidt.de

    Deckblatt.fm Seite 1 Montag, 1. Februar 2016 12:29 12

  • Zitiervorschlag: Forst/Hellebrand, Die mndliche Prfung im 1. Examen, Rn.

    Dr. Forst, GerritProf. Dr. Hellebrand, Johannes

    Die mndliche Prfung im 1. Examen

    1. Auflage 2016

    ISBN: 978-3-86752-435-3

    Verlag Alpmann und Schmidt Juristische LehrgngeVerlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Mnster

    Die Vervielfltigung, insbesondere das Fotokopieren der Skripten,ist nicht gestattet ( 53, 54 UrhG) und strafbar ( 106 UrhG).

    Im Fall der Zuwiderhandlung wird Strafantrag gestellt.

    Untersttzen Sie uns bei der Weiterentwicklung unserer Produkte. Wir freuen uns ber Anregungen, Wnsche, Lob oder Kritik an:

    [email protected]

    Deckblatt.fm Seite 2 Montag, 1. Februar 2016 12:29 12

  • I

    Inhalt

    Einleitung ....................................................................................................................................................1

    1. Teil: Ratschlge zur Vorbereitung auf die und zum Ablauf der mndlichen Prfung im Ersten Staatsexamen ..........................................................2

    A. Allgemeines zur mndlichen Prfung ...................................................................................2I. Ausgangslage .......................................................................................................................... 2II. Das Umschalten auf das Prfungsgesprch .................................................................3III. Die Bedeutung des Vortrags fr die Endnote ..............................................................3IV. Die psychologische Bedeutung des gelungenen oder

    misslungenen Vortrags fr die weitere Prfung .........................................................4V. Funktionsverteilung zwischen Vorsitzendem und Beisitzern ................................4

    B. Die Vorbereitung auf die mndliche Prfung .....................................................................5I. Allgemeine Ratschlge .........................................................................................................6II. Konkrete Ratschlge, wenn die Ladung zum Mndlichen nher rckt ........... 10III. Die Ladung zur mndlichen Prfung ........................................................................... 11

    1. Klausurnoten ................................................................................................................... 112. Zusammensetzung der Kommission ...................................................................... 113. Das Rechtsgebiet des Kurzvortrags ......................................................................... 124. Die Mitprflingen ........................................................................................................... 135. Die Bedeutung der Klausurnoten fr das Bestehen der Prfung

    und fr die Endnote ...................................................................................................... 146. Dauer der mndlichen Prfung ................................................................................ 157. Unterschiede zwischen den Prfungsmtern ..................................................... 16

    IV. Die Zeitgestaltung nach dem Zugang der Ladung zum Mndlichen ............. 161. Prfungsprotokolle ....................................................................................................... 162. Letzter fachlicher Schliff .............................................................................................. 173. Kleinigkeiten, die aber unter Umstnden nicht bedeutungslos sind ......... 18

    C. Das Prfungsvorgesprch ........................................................................................................ 19I. Die Funktion des Gesprchs ............................................................................................ 19

    1. Bedeutung fr die Kommission ................................................................................ 192. Nutzen fr den Kandidaten........................................................................................ 20

    II. Ihre Vorbereitung auf das Prfungsvorgesprch .................................................... 20D. Der Kurzvortrag ........................................................................................................................... 22

    I. Die Berechtigung des Kurzvortrags neben dem Prfungsgesprch ................ 22II. Der Gegenstand ................................................................................................................... 23III. Die Vorbereitung ................................................................................................................. 23IV. Der Vortrag selbst ................................................................................................................ 24V. Die Bewertung ...................................................................................................................... 25

    1. Bewertungskriterien ..................................................................................................... 252. Nutzen und Gefahren einer Zwischenberatung ................................................. 25

    VI. Tipps zur Vorbereitung auf den Kurzvortrag an der Uni und im Repetitorium .......................................................................................................... 26

    E. Das Prfungsgesprch .............................................................................................................. 27I. Formales ................................................................................................................................. 27II. Der Inhalt ................................................................................................................................ 28

    1. Die Thematik im Allgemeinen ................................................................................... 282. Konkretes zur Aufgabenstellung .............................................................................. 29

    Buch Mdl.Prfung im 1.ExIVZ.fm Seite I Montag, 1. Februar 2016 12:30 12

  • II

    Inhalt

    III. Die formale Gestaltung ..................................................................................................... 311. Der Gesprchsstil des Prfers .................................................................................... 312. Der Gesprchsstil des Prflings ................................................................................ 33

    IV. Die Bewertung ...................................................................................................................... 34F. Die Beratung ................................................................................................................................. 34

    I. Die Notenberechnung allgemein .................................................................................. 34II. Die Grenzen der mathematischen Notenberechnung .......................................... 35III. Die Vorbereitung der Verkndung ............................................................................... 35IV. Die Bedeutung der Schwerpunktbereichsprfung ................................................ 35

    G. Verkndung des Ergebnisses der Prfung ........................................................................ 36I. Grundstzlicher Inhalt ....................................................................................................... 36II. Ergnzende Fragen ............................................................................................................. 36III. Persnliche Gratulation .................................................................................................... 36

    H. Ausblick .......................................................................................................................................... 37

    2. Teil: Wesentliches Prfungswissen aus dem Zivilrecht ................................................ 38A. Allgemeines .................................................................................................................................. 38B. Kerngebiete .................................................................................................................................. 41

    I. Allgemeiner Teil des BGB ................................................................................................. 41II. Schuldrecht ........................................................................................................................... 52III. Sachenrecht ........................................................................................................................... 63

    C. Nebengebiete .............................................................................................................................. 66I. Familienrecht ........................................................................................................................ 66II. Erbrecht .................................................................................................................................. 67III. Arbeitsrecht ........................................................................................................................... 68IV. Handelsrecht ......................................................................................................................... 71V. Gesellschaftsrecht ............................................................................................................... 73

    D. Internationales Privatrecht ...................................................................................................... 76E. Prozessuales .................................................................................................................................. 77

    3. Teil: Wesentliches Prfungswissen aus dem Strafrecht ............................................... 80A. Allgemeines .................................................................................................................................. 80B. Allgemeiner Teil des StGB ........................................................................................................ 82C. Besonderer Teil des StGB .......................................................................................................... 94D. Prozessuales .................................................................................................................................. 96

    4. Teil: Wesentliches Prfungswissen aus dem ffentlichen Recht ...........................100A. Allgemeines ................................................................................................................................100B. Europarecht .................................................................................................................................101C. Staatsorganisationsrecht .......................................................................................................103D. Grundrechte (Grundgesetz) ..................................................................................................106E. Allgemeines Verwaltungsrecht ............................................................................................110F. Besonderes Verwaltungsrecht .............................................................................................118

    I. ffentliches Baurecht ......................................................................................................118II. Polizei- und Ordnungsrecht ..........................................................................................118

    G. Prozessuales ................................................................................................................................120

    Buch Mdl.Prfung im 1.ExIVZ.fm Seite II Montag, 1. Februar 2016 12:30 12

  • III

    Inhalt

    5. Teil: Juristische Allgemeinbildung .......................................................................................124A. Methodische Grundlagen ......................................................................................................124B. Ein kleines who is who der Rechtswissenschaft .........................................................129C. Eine kleine juristische Zeitreise ............................................................................................134D. Rechtslatein .................................................................................................................................142

    6. Teil: Aktenvortrge zur Vorbereitung ................................................................................143A. Aktenvortrag aus dem Zivilrecht .........................................................................................143

    I. Sachverhalt ..........................................................................................................................143II. Lsungsvorschlag .............................................................................................................144

    B. Aktenvortrag aus dem Strafrecht ........................................................................................149I. Sachverhalt ..........................................................................................................................149II. Lsungsvorschlag .............................................................................................................150

    C. Aktenvortrag aus dem ffentlichen Recht .......................................................................155I. Sachverhalt ..........................................................................................................................155II. Lsungsvorschlag .............................................................................................................157

    Stichwortverzeichnis .........................................................................................................................161

    Buch Mdl.Prfung im 1.ExIVZ.fm Seite III Montag, 1. Februar 2016 12:30 12

  • Buch Mdl.Prfung im 1.ExIVZ.fm Seite IV Montag, 1. Februar 2016 12:30 12

  • Einleitung

    1

    Einleitung

    Einleitung1Dieses Skript wendet sich an alle,1 die ihre universitre Juristenausbildung mit der

    mndlichen Prfung im Ersten Staatsexamen abschlieen und die sich auf diese Pr-fung vorbereiten mchten. Die mndliche Prfung weist im Vergleich zum schriftlichenTeil des Ersten Staatsexamens und im Vergleich zu der universitren Schwerpunktbe-reichsprfung folgende Besonderheiten auf:

    n Die Zeit fr die Vorbereitung auf die mndliche Prfung ist relativ knapp bemessen.

    n Der Prfungsablauf und die Bewertungskriterien sind vielen Kandidaten im Vorfeldnicht oder nur in Grundzgen bekannt.

    n In der mndlichen Prfung selbst besteht wenig Zeit zum Nachdenken, die Fhigkeitzur schnellen Reaktion und zur eigenstndigen Argumentation ist gefragt.

    n Der Kurzvortrag ist eine Form der Prfung, die so nirgendwo sonst vorkommt, auchnicht in den Seminaren in den universitren Schwerpunktbereichen.

    n An nur einem Tag werden die drei groen Bereiche des Rechts Zivilrecht, Strafrechtund ffentliches Recht abgefragt.

    n Zustzlich zu den aus den Klausuren bekannten Prfungsgegenstnden werden ver-strkt Grundlagenwissen, methodisches Wissen sowie Kenntnisse der philosophi-schen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Grundlagen des Rechts ( 5a Abs. 2S. 2 DRiG) erwartet.

    n Die mndliche Prfung hat einen erheblichen Anteil an der Gesamtnote des ErstenStaatsexamens und bietet hufig die Gelegenheit zu einer deutlichen Verbesserung.

    Dieses Skript behandelt in dem von Hellebrand als Prfer und Kommissionsvorsitzendenmit langjhriger Erfahrung verfassten Teil ausfhrlich den Prfungsablauf und gibtTipps fr die Vorbereitung. Die anschlieenden, von Forst verfassten Teile enthalten inForm von Stichworten wesentliches Prfungswissen aus den Bereichen des Zivilrechts(einschlielich Nebengebieten), des Strafrechts und des ffentlichen Rechts, jeweils ein-schlielich des Prozessrechts. Die Darstellung in Form von Stichworten wurde bewusstgewhlt, damit die Inhalte auch wie Karteikarten wiederholt werden knnen, allein oderin der Lerngruppe. Der vorletzte Teil wiederholt die wichtigsten methodischen Grund-lagen und enthlt darber hinaus juristische Allgemeinbildung zur Rechtsgeschichteund zu bekannten Juristen. Vervollstndigt wird das Skript durch drei Kurzvortrgenebst Lsungsvorschlgen aus den drei Rechtsgebieten.

    Aus dem Gesagten folgt, was dieses Skript nicht leisten kann und auch nicht leisten soll:Es dient nicht dazu, Kenntnisse im Zivilrecht, im Strafrecht oder im ffentlichen Rechterstmals zu vermitteln. Es setzt voraus, dass der Prfungskandidat im Laufe seines Stu-diums und in der Vorbereitung auf die Klausuren bereits vertiefte Kenntnisse in den dreiRechtsgebieten einschlielich der methodischen Grundlagen erlangt hat. Das Skriptdient ausschlielich der Wiederholung unter Bercksichtigung der Besonderheiten dermndlichen Prfung im Ersten Staatsexamen. Es ersetzt nicht das mehrjhrige, vertiefteStudium der Rechtsordnung.

    Dies vorweggeschickt, wnschen wir allen Kandidaten viel Erfolg in der bevorstehen-den mndlichen Prfung!

    1 Soweit in diesem Skript von Kandidaten oder hnlichem die Rede ist, sind Damen und Herren gleichermaen gemeint.

    MndlPrfung im 1.Ex.fm Seite 1 Montag, 1. Februar 2016 12:32 12

  • Ratschlge zur Vorbereitung auf die und zum Ablauf der mndlichen Prfung

    6

    1. Teil

    ren Sie nicht mit Kandidaten, die die Klausuren ebenfalls geschrieben haben, und lassenSie sich nicht von Besserwissern ins Bockshorn jagen! Karten Sie um Gottes willen nichtnach, sondern nutzen Sie lieber die Zeit bis zum Mndlichen fr eine gezielte Vorberei-tung darauf.

    I. Allgemeine Ratschlge

    12 Die Frage ist natrlich, was Sie nach der intensiven Vorbereitung auf die Klausurendurch ein Uni- und/oder privates Repetitorium berhaupt noch speziell fr das Mndli-che lernen knnen. Klausuren schreiben knnen Sie (oder auch nicht); das Ergebnisbleibt abzuwarten. Aber das Mndliche ist eben eine andere, zustzliche, ergnzende,absichernde Form der berprfung, ob Sie das rechtswissenschaftliche Studienziel er-reicht haben und damit fr den juristischen Vorbereitungsdienst fachlich geeignetsind ( 2 Abs. 1 JAG NRW).

    Wenn Sie diesen Teil des Skripts sorgfltig gelesen haben, sollten Sie sich daran machen,Vortrge in ihrer Erarbeitung, aber auch in ihrer Ausfhrung zu ben sowie Prfungs-gesprche in privaten Arbeitskreisen und speziellen universitren Veranstaltungen zufhren. Denken Sie daran, dass die Klausuren durchweg schlechter als erwartet ausfal-len und dass im Mndlichen mit seinem 40%-gen Anteil an der staatlichen Pflichtfach-prfung durchaus noch einiges zu holen ist; auch auf diesen Aspekt wird spter nochnher einzugehen sein.

    Lsen Sie sich also von Ihrer Fixierung auf die Klausuren, nutzen Sie die Zeit gezielt frdas Mndliche! Erstellen Sie sich ein Programm, das sich nicht auf ein stures Bffeln umjeden Preis (zuhause) beschrnkt, sondern gestalten Sie Ihre Arbeitstage bis zur Ladungzum Mndlichen sinnvoll und abwechslungsreich! Wechseln Sie zwischen Lernen undRepetieren, zwischen abstrakten Fragen und konkreten Problemen, zwischen an-spruchsvollen und alltglich-stereotypen Ttigkeiten! bertreiben Sie nicht, sondernhalten Sie Ma! Konkret ohne Gewhr fr Vollstndigkeit folgende Ratschlge:

    1. Teilen Sie den Lernstoff und Ihren Tagesablauf richtig ein: Zuviel auf einmal bringtnichts; den ganzen Tag bffeln kann niemand! Verteilen Sie den Stoff, variieren Sie!Stetigkeit, Ausdauer und Kontinuitt zhlen.

    2. Denken Sie daran, dass es im Mndlichen nicht nur auf juristisches Wissen ankommt,sondern auch die physische und psychische Kondition wichtig ist!

    3. Lernen Sie neue Entscheidungen und Aufstze nicht einfach leitsatzmig aus-wendig, sondern verorten Sie sie in Ihrem bisherigen Wissen dort, wo sie hingehren!

    4. Im Zentrum dieses Wissens sollten nicht die unter Juristen (bertrieben) beliebtenMeinungsstreitigkeiten stehen, sondern der Gesetzeswortlaut mit seinen Tatbe-standsmerkmalen, bei denen diese Meinungsstreitigkeiten jeweils ihren Ursprung ha-ben. Denken Sie immer daran: Am schnsten insbesondere fr einen Praktiker ist es,wenn es in concreto auf einen Meinungsstreit gar nicht ankommt.

    MndlPrfung im 1.Ex.fm Seite 6 Montag, 1. Februar 2016 12:32 12

  • Ratschlge zur Vorbereitung auf die und zum Ablauf der mndlichen Prfung

    7

    1. Teil

    5. Vervollkommnen Sie Ihre Fhigkeit, Gesetze zu lesen und zu verstehen:

    n zunchst einfaches Erfassen des Wortlauts: Tatbestand Rechtsfolge

    n dann Kenntnis der von Rspr. und Lit. entwickelten Definitionen

    n schlielich Verstehen des Sachverhalts, der hinter einer gesetzlichen Regelung stehtund von ihr geregelt werden soll.

    6. Scheuen Sie sich nicht, nebenbei auch noch die deutsche Sprachlehre zu repetieren(Satzbau, Wortlehre, Grammatik) oder einen (allerdings auf das Wesentliche beschrnk-ten) Blick auf die sogenannte juristische Logik zu werfen!

    7. Bemhen Sie sich, nicht bei Details hngenzubleiben, sondern die dahinterstehen-den gesetzlichen Strukturen zu erfassen, etwa aus dem Strafrecht:

    n Aufbau des Delikts (objektiv und subjektiv)

    n Standort, Begriff und Behandlung des Erlaubnistatbestandsirrtums

    n Arten der Delikte und Tatbestnde

    n Irrtum i.w.S. als irrige Annahme, aber auch als Unkenntnis von Umstnden

    n Konnexitt zwischen Tuschung, Irrtum, Verfgung, Schaden, Bereicherung beimBetrug

    n Unterschied zwischen Betrug in mittelbarer Tterschaft, Dreiecksbetrug und fremd-ntzigem Betrug (Kumulation aller drei Formen ist mglich!)

    n 255 oder 249? Verhltnis zu 252? Strafbarkeit von Sicherungserpressung (ggf.nur Ntigung) und Sicherungsbetrug (jedenfalls mitbestrafte Nachtat)?

    8. ben Sie Ihre Fhigkeit, Problemfelder komplex zu erfassen, etwa wiederum aus demStrafrecht:

    n Rechtswidrigkeit als Tatbestands- oder Verbrechensmerkmal mit den (ggf. unter-schiedlichen) Folgen fr Irrtum und irrige Annahme

    n Strafrechtlicher Rechtmigkeitsbegriff ( 113 StGB Rechtfertigungsgrnde inzi-denter 32 StGB)

    n Bindung des Strafrechts an andere Rechtsgebiete oder mehr oder weniger starkeLoslsung davon

    n Tatbestandsirrtum bei falscher auerstrafrechtlicher Wertung im Verhltnis zum Ver-botsirrtum mit der Parallele zwischen untauglichem Versuch und Wahndelikt

    9. Merken Sie sich bestimmte Paragraphenketten und wiederholen Sie sie immer wie-der, etwa

    n Zivilrecht: Herausgabe und Aufwendungsersatz bei GoA in ihren verschiedenen Formen

    n Strafrecht: 164, 145 d, 187 StGB

    MndlPrfung im 1.Ex.fm Seite 7 Montag, 1. Februar 2016 12:32 12

  • Ratschlge zur Vorbereitung auf die und zum Ablauf der mndlichen Prfung

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    1. Teil

    n ffentliches Recht: Ermchtigungsgrundlagen im Polizei- und Ordnungsrecht: zu-nchst Spezialgesetze, dann Standardmanahmen, dann Generalklausel

    13 10. Prgen Sie sich einfache Merkstze ein:

    n Bei Lgen denkt man immer an Betrug, falsche Verdchtigung und Aussage- sowieBeleidigungs-, selten aber an Urkundsdelikte (anders 271 StGB).

    n Bei falscher Zeugenaussage ( 153 StGB) muss immer das dahinterstehende Motivmitbercksichtigt werden: 263, 164, 239 oder 258 StGB in Tateinheit?

    n Keine Teilnahme vor der Haupttat errtern!

    n Erst den Tatmittler, dann den mittelbarer Tter prfen!

    n Erst die Haupttat, dann das Anschlussdelikt anprfen!

    n Schaden beim Betrug = Vermgensminderung oder konkrete Vermgensgefhrdung

    11. ben Sie folgende Reihenfolge bei der Errterung von Meinungsstreitigkeiten:

    n Exaktes Erkennen der Rechtsfrage schon anhand des Gesetzeswortlauts oder einereinschlgigen Definition

    n Erahnen, wie ein konkret dazu auftauchender Meinungsstreit in seiner Bandbreiteaussehen knnte,

    n Verzicht auf die Stellungnahme zu einem Streit, auf den es konkret nicht ankommt

    n Wenn eine Argumentation erforderlich ist, Einhaltung folgender Reihenfolge:

    n grammatikalische Auslegung

    n systematische Auslegung

    n teleologische Auslegung (Rechtsgut Missbrauch Geltung)

    n verfassungskonforme Auslegung

    n historische Auslegung (falls berhaupt bekannt und mit Niederschlag im Gesetz)

    aber achten Sie im Strafrecht auf die Wortlautgrenze und denken Sie an das Verbotder Analogie, das freilich (wie das Rckwirkungsverbot) unterschiedlich weit reicht!

    12. Machen Sie sich bewusst, welche typischen Fehler Ihnen immer wieder unterlaufen,z.B.:

    n Unterscheiden Sie im Strafrecht nicht sauber zwischen Zueignungsabsicht i.S.d. 242 StGB und Zueignung i.S.d. 246 StGB?

    n Kennen Sie im Zivilrecht nicht den exakten Aufbau der 812 ff. BGB in ihren Vo-raussetzungen, Ausschlussgrnden und Rechtsfolgen?

    n Verzetteln Sie sich im ffentlichen Recht immer beim einstweiligen Rechtsschutz?

    MndlPrfung im 1.Ex.fm Seite 8 Montag, 1. Februar 2016 12:32 12

  • Ratschlge zur Vorbereitung auf die und zum Ablauf der mndlichen Prfung

    9

    1. Teil

    oder allgemeiner

    n Vernachlssigen Sie die Arbeit am Sachverhalt mit seinen vielfltigen Details und be-schftigen Sie sich zu sehr mit der rechtlichen Seite des Falles?

    n Tun Sie sich schwer, fr den Fall berhaupt relevante Gesetze oder einschlgige B-cher/Abschnitte eines Gesetzes zu finden oder zumindest darin mit der gebotenenSchnelligkeit anhand der (amtlichen oder nichtamtlichen) berschriften auf diemglicherweise relevante Norm zu stoen?

    n Prfen Sie oft nur eine Norm oder einen Absatz, ohne einen Blick auf die folgendeNorm oder den nchsten Absatz zu werfen?

    1413. Merken Sie sich die hufigsten juristischen Argumente:

    n Wortlautgrenze/Analogieverbot

    n Bestimmtheitsgrundsatz

    n Lckenhaftigkeit des Strafrechts/ultima ratio

    n Rechtsgterschutz

    n Kein Gesinnungsstrafrecht

    n Verschuldensprinzip

    n Strafzwecke

    n Rechtssicherheit und materielle Gerechtigkeit!

    14. Merken Sie sich hufige juristische Begriffe/Kriterien mit den exakten Definitionen:

    n Gefahr und Verdacht ( 34 StGB, 112, 112a StPO)

    n Abstrakte und konkrete Gefhrdung (etwa 224 Abs. 1 Nr. 5, 263 StGB)

    n Unmittelbarkeit und Mittelbarkeit

    n unerhebliche Strung des krperlichen Wohlbefindens: 223 () nicht unerhebli-che Strung 223 StGB (+) Gefahr erheblicher Verletzungen: 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB(+), (abstrakte oder konkrete?) Lebensgefahr: 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB (+)

    15. Lsen Sie sich vom Schubkastendenken (Brgerliches Recht, Strafrecht, ffentlichesRecht) und ben Sie den bergang von einem Rechtsgebiet ins andere; dies ist leichterund auch interessanter, als Sie vielleicht glauben. Im Strafrecht ist dies bei allen Tatbe-standsmerkmalen erforderlich, die sich strafprozessual, zivil- oder ffentlich-rechtlichdefinieren; die bekanntesten sind

    n aus dem Zivilrecht die Fremdheit von Sachen, die Rechtswidrigkeit von Zueignungund Bereicherung sowie der Missbrauch einer Verfgungs- oder Verpflichtungsbe-fugnis

    n aus dem Strafprozessrecht das Legalittsprinzip als Garantenpflicht, die Zwangs-mittel als Rechtfertigungsgrnde, aber auch als Kriterien zur Prfung der Mglichkeit

    MndlPrfung im 1.Ex.fm Seite 9 Montag, 1. Februar 2016 12:32 12

  • Ratschlge zur Vorbereitung auf die und zum Ablauf der mndlichen Prfung

    10

    1. Teil

    der Erfolgsabwendung beim Unterlassen sowie die prozessualen Rechte von Pro-zessbeteiligten und ihre Bedeutung im Rahmen von Tatbestnden zum Schutz derStrafrechtspflege ( 153 ff., 258 StGB).

    15 Vor allem aber sollten Sie vor dem Mndlichen die bergnge von einem Problem zumanderen, von einem Tatbestand zum nchsten, von einem Argument zum Gegenargu-ment ben.

    Denken Sie daran: Im stillen Kmmerlein gelingt der bergang einigermaen, aber in dermndlichen Prfung sind Sie gestresst. Die Konzentration auf wenige Stunden, die Konkur-renz mit anderen, die Kommission als mehr oder weniger strenges Gegenber und dannnoch der eigene Erwartungsdruck auf ein gelungenes Examen. Stellen Sie sich darauf ein,dass Ihnen im Stress nicht so schnell einfllt, was Sie sonst immer einigermaen parat hatten und steuern Sie dagegen, indem Sie die Synapsen Ihres juristischen Gehirns entsprechendtrainieren!

    Sie werden sich sicherlich sagen, dass Sie viele dieser Ratschlge schon bei den Klausu-ren htten beherzigen mssen; aber dies ndert nichts daran, dass Sie sie jedenfalls imMndlichen befolgen sollten. Und denken Sie daran, dass manches, was Sie zu AnfangIhres Studiums (grundlegend, abstrakt, vorab) gelernt haben, naturgem im Laufe derZeit in den Hintergrund getreten ist, aber im Mndlichen wieder aktuell werden knnte.Denken Sie nur an die Bereiche Deutsche Rechts- und Verfassungsgeschichte, an dieStrafzwecke und an die Grundlagen des Brgerlichen, Straf- und ffentlichen Rechts. ImBGB gilt dies etwa fr die Struktur der Willenserklrung und des Vertrags, der Geschfts-fhigkeit, der Stellvertretung und die Unterschiede zwischen Einwilligung, Zustimmungund Ermchtigung.

    II. Konkrete Ratschlge, wenn die Ladung zum Mndlichen nher rckt

    Ganz einfach: Halten Sie sich auf dem Laufenden, soweit es um Themen geht, die imMndlichen aktuell werden knnen, und lassen Sie sich von nichts und von niemandverrckt machen! Dazu im Einzelnen:

    16 1. Sie mssen sich in Gesetzgebung, Rspr., Lit. und Rechtspolitik (in dieser Reihenfolge!)auf dem Laufenden halten; die Begriffspaare de lege lata, de lege ferenda drften Ih-nen bekannt sein. Diese einschlgige Information gelingt Ihnen nur, wenn Sie regelm-ig bis zum Tag der Prfung Ausbildungszeitschriften und Rechtsprechungsbersich-ten studieren. Letztere garantieren insbesondere mit ihren Hit- und Hotlists, dass Sie gutabschtzen knnen, was im Mndlichen auf Sie zukommt.

    17 2. Die Kommunikation mit Kandidaten, die unlngst Klausuren geschrieben oder garschon im Mndlichen gestanden haben, ist ntzlich. So erfahren Sie, was derzeit envogue ist: Zudem hat mancher Prfer eine der letzten Klausuren korrigiert und verwen-det sie gerne im Mndlichen, weil er die entsprechenden Probleme ohnehin verinner-licht und parat hat. Dass er bei eng beieinander liegenden mndlichen Prfungen den-selben Fall prft, ist dagegen eher unwahrscheinlich, aber auch nicht ganz ausgeschlos-sen.

    MndlPrfung im 1.Ex.fm Seite 10 Montag, 1. Februar 2016 12:32 12

  • Ratschlge zur Vorbereitung auf die und zum Ablauf der mndlichen Prfung

    11

    1. Teil

    183. Neuigkeiten in den Tages-Medien sind insbesondere fr das Straf- und ffentlicheRecht interessant: Wer sich hierber auf dem Laufenden hlt, hat zumindest eine guteAusgangsbasis fr das Mndliche.

    III. Die Ladung zur mndlichen Prfung

    19Wenn sich der voraussichtliche Termin zur mndlichen Prfung immer mehr nhert,wartet jeder Kandidat natrlich neugierig auf den Brieftrger: Wann und ggf. wo diePrfung genau stattfindet, ist weniger wichtig, aber: Wieviele Punkte haben die Klausu-ren ergeben? Wie setzt sich die Prfungskommission zusammen? Aus welchem Gebietkommt der Kurzvortrag? Gibt es Kommilitonen, die im selben Termin geprft werden?Welche Noten bringen diese aus den Klausuren mit? Aber gemach alles der Reihenach!

    1. Klausurnoten

    20Die Klausurnoten liegen meist unter der eigenen Einschtzung der Kandidaten. Ob diesan dem (schwierigen, lebensfremden, schwer verstndlichen, zu umfangreichen) Fall,der Pingeligkeit oder Strenge der Korrektoren liegt, seinen Grund in der Selbstberscht-zung der Kandidaten oder in der bei Prflingen gelegentlich anzutreffenden, falschenVorstellung vom allgemeinen Niveau von Examensklausuren hat, mag dahin stehen.

    Nicht selten kommt es aber auch vor, dass Kandidaten ordentlich bewertete Klausurenselbst zuvor als misslungen angesehen haben, und umgekehrt Klausuren im Teichsind, die sie selbst als gelungen betrachtet haben. Diese Divergenz zwischen eigenerEinschtzung und amtlicher Bewertung ist hufig zu beobachten. Ob dies berechtigt istoder nicht, sollte Sie aber nicht weiter beschftigen.

    Auf jeden Fall kommen Sie, da Sie keinen sogenannten Block gebaut haben, ins Mnd-liche, und Sie knnen sich ihm auch nicht entziehen, selbst wenn Ihnen die Klausurno-ten absolut nicht passen. Welche Bedeutung diese Noten tatschlich fr das Gesamter-gebnis der Prfung haben, werden wir noch sehen. Wichtig ist: Lassen Sie sich vonschlechten Klausuren nicht entmutigen und werden Sie bei gut bewerteten Klausurennicht bermtig! Schauen Sie gefasst in die Zukunft und versuchen Sie, die Zeit bis zumMndlichen bestmglich zu nutzen. Aber zurck zur Ladung!

    2. Zusammensetzung der Kommission

    21In der Ladung zum Mndlichen ist neben Ihren Klausurnoten die Kommission angege-ben, vor der Sie die mndliche Prfung zu absolvieren haben. Sie wissen nunmehr, werVorsitzender und Beisitzer ist. In den Ladungen des JPA Dsseldorf erfahren Sie zudem,wer welches Gebiet prft; bei Ladungen des JPA Hamm ist dies nicht ausdrcklich er-klrt, aber in den meisten Fllen zu erahnen. Allerdings gibt es Richter dieses OLG, diealle drei Fcher prfen, namentlich wenn sie hauptberuflich (auch) dem JPA zugeordnetsind.

    In schtzungsweise 95% aller Flle bleibt es bei dieser Zusammensetzung der Kommis-sion. Nur selten kommt es vor, dass ein Prfer ausfllt oder jedenfalls am Prfungstag

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  • Ratschlge zur Vorbereitung auf die und zum Ablauf der mndlichen Prfung

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    1. Teil

    nicht mehr rechtzeitig bis zum Beginn der Kurzvortrge erscheinen kann. Die Prfungscheitert daran nicht, weil bei jedem JPA fr einen solchen Fall jemand als Ersatz verfg-bar ist. Allerdings ist dieser Wechsel fr Sie als Prfling misslich, weil Sie sich auf einenanderen Prfer eingestellt haben. Umsichtige Prfungskommissionen bercksichtigendies teils schon in der Gestaltung des Prfungsgesprchs, zumindest aber bei dessenBewertung.

    Einige Prfer kennen Sie vielleicht als Professoren oder Lehrbeauftragte der Universitt,an der Sie studiert haben. Erkundigen Sie sich, was sie gerade lesen oder publiziert ha-ben, welche bungen mit welchen Hausarbeiten/Klausuren sie zur Zeit veranstaltenund ob sie Seminare mit bestimmten Themen abhalten. Vielleicht setzen Sie sich auchin ihre Vorlesung, um sie einfach nur zu erleben; der daraus resultierende Erkenntnisge-winn knnte sich im Mndlichen auszahlen.

    Die meisten Prfer insbesondere wenn sie Richter, Staats- oder Rechtsanwlte, Notare,Beamte des Justizministeriums, sonstige Verwaltungsbeamte oder gelegentlich auchJustitiare groer Firmen sind werden Ihnen vom Namen her nichts sagen. VersuchenSie ber Google etwas ber sie in Erfahrung zu bringen; besorgen Sie sich Protokolle beider Fachschaft oder Ihrem Repetitorium aber bitte lassen Sie sich nicht von anderenKommilitonen oder Referendaren verrckt machen! Im brigen ist, wie bereits darge-stellt, der Vorsitzende nicht derjenige, der diktatorisch alles bestimmt weder im Gutennoch im Schlechten!

    Die Zusammensetzung der Prfungskommission wird von den Kandidaten bei der La-dung (nicht zwingend auch spter noch) mehr oder weniger berechtigt als Glcksfall,Unglck oder gar als Katastrophe angesehen. Jedenfalls betonen die JPA immer, dassdie Zusammensetzung der Kommission ebenso wie auch der Kreis der Prflinge rein zu-fllig ist und nicht nach irgendwelchen Kriterien gesteuert wird. Sie selbst sollten diesgelassen sehen: Auch im Leben hngt vieles davon ab, welchen Menschen Sie wann,wie und wo begegnen; dies gilt bei Gericht, in einer Anwaltskanzlei, Firma und Behrde so auch in der mndlichen Prfung. Zudem haben Sie als Jurist einen Beruf gewhlt,in dem Sie es mehr als andere mit den unterschiedlichsten menschlichen Persnlichkei-ten zu tun haben. Die mndliche Prfung gibt Ihnen Gelegenheit, ihre Kommunika-tionsfhigkeit mit den verschiedenen Menschentypen zu ben.

    3. Das Rechtsgebiet des Kurzvortrags

    22 Die nchste berraschung, die die Ladung mit sich bringt, ist das Gebiet des Kurzvor-trags: Zivilrecht, Strafrecht oder ffentliches Recht. Lesen Sie dazu aber bitte 11 Abs. 2und 3 JAG NRW genauestens: Daraus ergibt sich, dass die Themen des Kurzvortrags mitdenen der Klausuren identisch sind, anders als das Prfungsgesprch den Katalog des 11 JAG NRW aber nicht voll ausschpfen.

    23 Das ffentliche Recht ist sehr weitgestreckt, es reicht vom EU-Recht ber das GG unddie Landesverfassung bis hin zu einfachen Landesgesetzen, ja sogar bis zu einer ge-meindlichen Satzung oder einer Rechtsverordnung. Im brigen ist die Einbettung f-fentlich-rechtlicher Flle in ein prozessuales Gewand VwGO oder BVerfGG durchausblich.

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    1. Teil

    24Im Zivilrecht ist der Radius nicht weniger gro: Er reicht vom BGB ber das Arbeits- undHandels- bis hin zum Gesellschafts- und Wertpapierrecht. Dabei gilt allerdings derGrundsatz: Je entfernter das Rechtsgebiet ist, desto konkreter sind die Vorgaben zu denNormen und zu den mglichen Argumenten im Aufgabentext selbst und desto wenigerwird konkretes Detailwissen als vielmehr Kenntnisse von den Grundstrukturen und Ver-stndnis verlangt. Also um Gottes willen nicht bange machen lassen! Selbst aus demBGB kann es entlegene Flle geben, etwa aus dem Recht des gesetzlichen Eigentumser-werbs (vom entlaufenen Stier), dem Nachbarschaftsrecht (etwa von Geruchs-/Geru-scheinwirkungen oder Laubeinfall), dem Familienrecht (etwa den 1365 ff. BGB) unddem Erbrecht (etwa gesetzliche Erbfolge, Pflichtteils- oder Vermchtnisrecht) mgli-cherweise sogar verbunden mit prozessualen Fragen. Nicht unproblematisch erweisensich selbst Fallkonstellationen aus dem AT des BGB: Sie sind wegen ihrer Grundstzlich-keit auch den fachfremden Prfern noch in Anstzen bekannt. Bei den Kandidaten ist esoft lange her, dass sie sich mit ihnen befasst haben.

    25Am engsten ist der Kreis der in Betracht kommenden Themen im Strafrecht, dafr istdort (aus welchen Grnden auch immer) die Zahl der Meinungsstreitigkeiten sehr gro;ebenso gro ist die Bandbreite des jeweiligen Meinungsspektrums. Sie mssen zudemnicht selten mit einer Einbettung des Falles in ein Gerichtsverfahren und so mit straf-oder zivilprozessualen Einschlgen bei der materiell-rechtlichen Prfung, aber auchmit einer strafprozessualen Zusatzfrage rechnen.

    Sie sehen: Mit der Angabe zum Kurzvortrag: Zivilrecht, Strafrecht, ffentliches Recht istnicht viel gewonnen. Auch hier gilt der zur Prfungskommission erteilte Ratschlag: Nur nichtdurchdrehen oder verzweifeln, aber auch nicht bermtig werden! Das Einzige, was Sie tunknnen: Schauen Sie in den Zeitschriften oder Rechtsprechungsbersichten nach, was dorten vogue ist; nicht selten kommt eine dieser Entscheidungen als Kurzvortrag vor, und geradedie Repetitorien bemhen sich, dies bei der Auswahl der Entscheidungen zu bercksichtigen.Ich selbst habe einen Fall aus der letzten Zeit meiner Prfungsttigkeit in Erinnerung, beidem ein Kandidat, der gerade noch die Hrde des Klausurenblocks geschafft und sich alsFreischssler schon mental auf einen erneuten Prfungsanlauf eingestellt hatte, dann aberden Kurzvortrag mit Prdikat schaffte und sich so aus der Gefahrenzone brachte. Er bestanddas Examen mit einem mittleren (seinen Erwartungen durchaus gengenden) Ausreichendund gab bei der Gratulation nach Verkndung des Prfungsergebnisses freimtig zu, denSachverhalt aus der Rechtsprechungsbersicht von Alpmann Schmidt gekannt zu haben.

    4. Die Mitprflinge

    26Jeder Prfer wei, dass es von zahlreichen Faktoren abhngt, wie eine Prfungsstundeverluft: nicht nur vom Kenntnisstand und der Kommunikationsfhigkeit der Kandida-ten, sondern auch davon, wie ihre Sitzordnung festgelegt ist, ob die Befragung der Kan-didaten in einem Fachgebiet schnell wechselt und in welcher Reihenfolge der Prfer sei-ne Fragen stellt:

    n Der Prfling, der immer nur nach einem guten Kandidaten befragt wird, hat esschwer, Punkte zu sammeln. Nur Zustimmung bringt nichts, weitere, insbesonderebessere Argumente hat er kaum; eine gegenstzliche Meinung zu vertreten, wretdlich.

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    n Wer hinter einem schwachen Kandidaten sitzt und ber ein gutes Wissen verfgt,kann sich unschwer als Ausputzer verdient machen: Er korrigiert die Fehler seinesNebenmanns in tatschlicher und rechtlicher Hinsicht souvern, aber nicht berheb-lich. Er kann sich auf das Wesentliche beschrnken und braucht sich nicht zu wun-dern oder zu rgern, wenn der Prfer sodann auf den nchsten Kandidaten zugeht:Ein Prfer erkennt ohne Weiteres, ob jemand das Problem erfasst hat. Deshalb meinRat: Korrigieren Sie Ihren Nebenmann nicht betont bertrieben, sondern stellen SieIhre gegenteilige Ansicht sachlich, bescheiden und fair, aber komprimiert argumen-tativ kraftvoll dar!

    n Unter Kandidaten mit berdurchschnittlichen Klausuren hat es ein Kandidat mitnur durchschnittlichen Klausuren schwer, whrend er bei Mitprflingen knappber der Blockgrenze oder jedenfalls im ausreichenden Bereich als Einugiger derKnig unter Blinden ist. Lassen Sie sich im ersten Fall nicht entmutigen (auch hinterguten Kandidaten gibt es noch berdurchschnittliche), und werden Sie im zweitenFall nicht berheblich!

    Gute Prfer wissen genau um derartige Phnomene und bemhen sich, bei der Befra-gung gegenzusteuern oder dies jedenfalls bei der Bewertung zu bercksichtigen. Aberes gibt trotzdem Prfungen, bei denen im Ergebnis doch noch Schwache von nochSchwcheren profitieren oder durchschnittliche Kandidaten es bei besseren Prflingenschwer haben. Es ist also nicht unwichtig, vor der Prfung (etwa ber Internet oderRepetitorium) in Erfahrung zu bringen, welche Leidensgenossen in derselben Prfungsitzen; noch interessanter wre es natrlich, wenn diese (in etwa) ihre Klausurnoten ver-raten wrden.

    27 Die Sitzreihe in der mndlichen Prfung erfahren Sie erst am Prfungstag; sie deckt sichmit der Reihenfolge der Kurzvortrge und Prfungsvorgesprche. Diese Sitzordnungkann sich gelegentlich, wie dargestellt, auf den Gang der Prfung auswirken, was erfah-rene Prfer allerdings zu minimieren suchen. Wenn die Vorgesprche im Prfungssaalstattfinden, knnen Sie anhand der Namensschilder die Sitzordnung fr das Prfungs-gesprch erkennen. Ansonsten ist es blich, dass der Kandidat beim Kurzvortrag nichtauf seinem Platz, sondern vis--vis der Kommission gegenbersitzt.

    5. Die Bedeutung der Klausurnoten fr das Bestehen der Prfung und fr die Endnote

    28 Frher war nur bei einem sogenannten Doppelblock (Versagen in Hausarbeit undKlausur) der Zugang zur mndlichen Prfung verwehrt. Spannend wurde es dann imMndlichen, wenn entweder die Hausarbeit oder die Klausuren misslungen waren.Nachdem die Hausarbeit weggefallen ist, steht schon ein Klausurblock Definition in 20 JAG NRW genau lesen! der Zulassung zum Mndlichen entgegen, und die Durch-fallquote bei den Klausuren ist deshalb erschreckend hoch. Spiegelbildlich ist aber dieChance, auch im Mndlichen zu bestehen, wenn ein Block nicht vorliegt, wesentlichgrer: Wer heute im Ersten Examen scheitert, hat meist einen Klausurenblock. EinScheitern im Mndlichen ohne Klausurenblock ist uerst selten. Dies sollten Siebeim Einstieg ins Mndliche bedenken. Trotzdem haben die Klausurnoten eine groeBedeutung dafr, wie der Kandidat das Examen besteht.

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    1. Teil

    2. Der Gesprchsstil des Prflings

    63Bedauerlicherweise wird das juristische Fachgesprch sowohl an der Universitt alsauch in den privaten Repetitorien nicht ausreichend gebt. Dabei ist es eine Sache, einjuristisches Problem sauber und berzeugend (soweit berhaupt mglich) fr sich zuergrnden (und ggf. schriftlich niederzulegen), und eine andere Sache, das Ergebnisdieser Prfung mndlich anderen juristisch gebildeten Personen verstndlich zu ver-mitteln. Noch anders (aber fr das Erste Staatsexamen noch nicht relevant) ist es, diesePosition im Interesse einer Partei, eines Beschuldigten oder Verletzten etwa gegenberGericht, Staatsanwaltschaft oder Behrde zu vertreten. Im ersten Examen geht es indesnur darum, wie Sie sich im wissenschaftlichen Diskurs verhalten sollen.

    a) Bevor Sie antworten, sollten Sie die Ihnen gestellte Frage genau verstanden oder denIhnen unterbreiteten Sachverhalt richtig gehrt und dann juristisch sauber bewertet ha-ben. Was fr die juristische Arbeitsweise allgemein sowie fr Klausuren und Kurzvortraggilt, mssen Sie auch fr das Prfungsgesprch beachten. Sachlich, ruhig, nicht zu lo-cker, nicht vorwitzig, langweilig, stereotyp usw. Nicht bertreiben, nicht gezielt nachberzeugung gieren, niemals Plattitden verbreiten, nie mit Worthlsen um sich wer-fen, nie viel reden, ohne etwas zu sagen und sich nicht anbiedern!

    b) Ansonsten sollten Sie immer daran denken, dass der Fachprfer die Fragen stelltund Sie sowie Ihre Mitprflinge die Antworten geben sollen: Stellen Sie niemals eineFrage an den Prfer (typische zu erwartende Antwort: Die Fragen stelle ich!) und drn-gen Sie Ihre Leidensgenossen nicht an den Rand! Reden Sie um Gottes willen nicht da-zwischen, aber schnalzen Sie auch nicht und zeigen Sie nicht auf; Sie haben gengendandere Mglichkeiten, der Prfungskommission konkludent (insbesondere durchBlickkontakt) zu zeigen, dass Sie zur Antwort bereit sind! Falls Sie aber wirklich einmalauf dem Schlauch stehen, blttern Sie nicht wahllos im Gesetzestext herum insbe-sondere nicht im falschen Ordner oder zwar im richtigen Ordner, aber im falschen Ge-setz: Die Prfer achten darauf, ob Sie im Schnfelder vorne etwa im BGB oder hinten inder ZPO blttern.

    c) Es lieen sich noch diverse formale Regeln fr das Prfungsgesprch aufstellen, aberdenken Sie daran, ein sauberes juristisches Denken ist nicht alles, Sie mssen es auch an-deren vermitteln knnen; beide Aspekte will die Kommission mit dem Prfungsge-sprch bei Ihnen berprfen.

    64d) Zum Inhalt der Antworten nur so viel: Das Verhltnis von Rspr. und Lit. drfte Ihnenzumindest in Grundzgen bekannt sein. Sie sollten auch wissen, dass die Jurisprudenzals Wissenschaft frher umstritten war, sie aber auch heute noch keine wissenschaft-lich exakten, mathematischen Ergebnisse liefert.

    n Bei der Sicht eines Rechtsproblems de lege lata kommen die Auslegungsmethodenzum Tragen; allerdings gelangen Rspr. und Lit. dabei nicht selten zu unterschiedli-chen Ergebnissen.

    n Bei einem Rechtsproblem de lege ferenda spielen andere berlegungen eine ent-scheidende Rolle, die Sie bei Ihrer Examensvorbereitung gelegentlich auch bensollten; whrend Ihres Studiums und bei Ihrer Examensvorbereitung haben Sie sich

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  • Ratschlge zur Vorbereitung auf die und zum Ablauf der mndlichen Prfung

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    1. Teil

    wahrscheinlich hauptschlich auf Fall-Lsungen und Entscheidungslektre konzen-triert.

    Tipp: Insgesamt sollten Sie Ihr juristisches Licht nicht unter den Scheffel stellen, aber IhreAnsicht auch nicht als die alleinseligmachende darstellen. Sachliche Kompetenz und Be-scheidenheit im Auftreten sind keine unberbrckbaren Gegenstze, sondern gehren zu-sammen. Trauen Sie der Prfungskommission die Fhigkeit zu, Blender von zurckhalten-den, aber kompetenten Kandidaten zu unterscheiden.

    IV. Die Bewertung

    65 Das Prfungsgesprch wird wie bereits dargestellt jeweils entsprechend den Teilberei-chen zwischenberaten. Die Dauer der Zwischenberatung ist davon abhngig, ob derVorsitzende akribisch reproduzierend (Abhaken) entsprechend den Beitrgen der Kan-didaten oder aber z.B. durch Bildung einer Hitliste eine Reihenfolge der Kandidatenerstellt und dann die Noten zugeteilt werden. Jedenfalls gibt es bei der Wertung desKurzvortrags, aber auch der Teilbereiche eine Prferenz des Fachprfers, danach spieltdie Kollegialitt der Kommission eine gewichtige Rolle, und last but not least kommtvielleicht in seltenen Fllen die Dominanz des Vorsitzenden zum Tragen.

    F. Die Beratung

    66 Die Beratung liegt von der Moderation her kraft Gesetzes in der Hand des Vorsitzenden,der seine Rolle allerdings unterschiedlich wahrnehmen kann, was wiederum die Dauerder Beratung, aber auch u.U. das Notenniveau bestimmt. Das Ergebnis der Beratung isteine Kollegialentscheidung, die freilich im Normalfall ungeachtet der normativenStimmenverhltnisse nicht unwesentlich vom Vorsitzenden geprgt wird.

    I. Die Notenberechnung allgemein

    67 Fr den Kurzvortrag sind die Noten weitgehend wenn auch ggf. mit Vorbehalt nachjedem einzelnen Vortrag (falls keine Zuhrer anwesend sind) oder ansonsten nach al-len Vortrgen festgelegt worden; Einzelheiten sind bereits ausgefhrt worden.

    Fr das Prfungsgesprch sind wie ebenfalls schon dargelegt die Weichen in denZwischenberatungen nach den einzelnen Teilbereichen gestellt worden, sodass die ab-schlieende Beratung meist schnell abluft. Am Ende werden die Zwischenergebnissezusammengerechnet; bei Zweifeln entscheidet meist der Gesamteindruck (etwanoch durchschnittlich oder schon berdurchschnittlich?), aber auch etwa der Aspektdes insgesamt einheitlichen Niveaus oder der Steigerung (etwa bei anfnglicher Nervo-sitt).

    Wo die Grenze zum berdurchschnittlichen zum Prdikat liegt, lsst sich nicht abs-trakt bestimmen. In der mndlichen Prfung sollte sie nach unserer Auffassung schondort beginnen, wo ein Kandidat ein solides Grundwissen hat und sein juristisches Hand-werk beherrscht, kurzum: wo man mit ihm diskutieren kann. Dass dabei Hilfestellungenerlaubt sind und zwischen einem jungen Juristen und einem langjhrig theoretischund/oder praktisch ttigen Juristen Unterschiede im juristischen Wissensstand und in

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  • Wesentliches Prfungswissen aus dem Zivilrecht

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    2. Teil

    2. Teil: Wesentliches Prfungswissen aus dem Zivilrecht

    72 Typischerweise beginnt die mndliche Prfung im Zivilrecht mit einem kleinen Fall, derim Prfungsgesprch zu lsen ist. Hufig geht es aber nicht nur darum, eine Anspruchs-grundlage sauber zu prfen, sondern der Fall dient als Aufhnger fr Vertiefungsfragen.Oft werden auf diese Weise die Grundlagen des Zivilrechts abgefragt sowie die Zusam-menhnge zwischen den verschiedenen Teilgebieten des Zivilrechts. Den Kernbereichjeder mndlichen Prfung im Zivilrecht bilden die ersten drei Bcher des BGB (Allge-meiner Teil, Schuldrecht, Sachenrecht). Je nach Bundesland und Vorlieben der Pr-fungskommission knnen zum Prfungsstoff auerdem das Familien- und Erbrecht, dasArbeitsrecht sowie das Handels- und Gesellschaftsrecht und das internationale Privat-recht zhlen. Auch schon im Ersten Staatsexamen ist zudem mit Fragen aus dem Zivil-prozessrecht zu rechnen.

    A. Allgemeines

    73 Gegenstand: Der Begriff Gegenstand wird im Zivilrecht als Sammelbezeichnung ver-wendet fr Sachen und Rechte. Sachen sind alle krperlichen Gegenstnde ( 90 BGB).Rechte sind dementsprechend alle unkrperlichen Gegenstnde, also Ansprche undRechte.

    74 Privatautonomie: Die Privatautonomie ist das Recht eines Rechtssubjekts (Rn. 75), dieeigenen Angelegenheiten selber zu regeln. Sie beherrscht das gesamte Zivilrecht. DasZivilrecht zeichnet sich dadurch aus, dass es das Verhltnis rechtlich gleichgestellterPersonen behandelt, dass es also kein rechtliches ber-Unterordnungs-Verhltnis gibtwie zwischen Staat und Brger, das fr das ffentliche Recht prgend ist. Die Privatau-tonomie lsst sich weiter unterteilen in die Vertragsfreiheit (Rn. 97), die Vereinigungs-freiheit (Rn. 154), die Verfgungsfreiheit (Rn. 125), die Eheschlieungsfreiheit (Rn. 127)und die Testierfreiheit (Rn. 137). Umstritten ist, ob auch die Tarifautonomie (Art. 9 Abs. 3GG) eine Ausprgung der Privatautonomie ist.2 Verfassungsrechtlich ist die Privatauto-nomie durch verschiedene Grundrechte garantiert, unter anderem durch Art. 2 Abs. 1, 6Abs. 1, 9 Abs. 1, 12 Abs. 1 und 14 Abs. 1 GG. Die Privatautonomie existiert nicht grenzen-los. Sie wird durch zwingende Gesetze eingeschrnkt. Beispielsweise kann ein Erblasserein Testament (Rn. 138) nur durch eine eigenhndig geschriebene und unterschriebeneErklrung errichten ( 2247 Abs. 1 BGB). Beachtet er diese Form (Rn. 84) nicht, ist das Tes-tament nicht wirksam errichtet worden.

    Tipp: Hufig werden die Begriffe Vertragsfreiheit und Privatautonomie synonym ge-braucht. Das ist nicht ganz richtig, weil die Vertragsfreiheit nur einen Teil der Privatautono-mie bildet, wenn auch den wichtigsten. In der mndlichen Prfung sollte auch sprachlich ge-nau zwischen Vertragsfreiheit und Privatautonomie unterschieden werden.

    75 Rechtssubjekt: Ein Rechtssubjekt ist im Zivilrecht (und nicht nur dort) jemand, der dieFhigkeit besitzt, Trger von Rechten und Pflichten zu sein. Zu den Rechtssubjektenzhlen alle natrlichen Personen (Menschen) mit dem Beginn der Rechtsfhigkeit

    2 Dafr BAG, Beschl. v. 27.01.2010 4 AZR 537/08 (A), juris Rn. 24 m.w.N.: Tarifautonomie als kollektiv ausgebte Privat-autonomie.

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  • Wesentliches Prfungswissen aus dem Zivilrecht

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    2. Teil

    (Rn. 88). Knstliche Rechtssubjekte sind die juristischen Personen (Rn. 155) und man-che Gesamthandsgemeinschaften (Rn. 151). Diese erhalten ihre Rechtsfhigkeit durcheine gesetzliche Regelung (so z.B. die GmbH durch 13 Abs. 1 GmbHG), behrdliche An-erkennung (so z.B. die rechtsfhige Stiftung nach 80 Abs. 1 BGB) oder ausnahmsweisedurch die Rspr. (so z.B. die Gesellschaft brgerlichen Rechts).3 Abgelehnt hat es die Rspr.dagegen, der Erbengemeinschaft ( 2032 BGB) die Rechtsfhigkeit zuzusprechen.4

    76Tiere: Tiere sind nach 90a S. 1 BGB keine Sachen. Der Gesetzgeber trgt damit derStaatszielbestimmung des Art. 20a GG (Schutz der Lebensgrundlagen knftiger Gene-rationen und der Tiere) Rechnung. Da an Tieren jedoch Rechte bestehen knnen, wer-den sie nach 90a S. 3 BGB fr die Zwecke des Zivilrechts wie Sachen behandelt.

    77Trennungs- und Abstraktionsprinzip: Das Trennungs- und Abstraktionsprinzip ist einGrundsatz des deutschen Zivilrechts. Das Trennungsprinzip besagt, dass Rechtsge-schfte in Verpflichtungsgeschfte und Verfgungsgeschfte unterteilt werden ms-sen. Verpflichtungsgeschfte fhren dazu, dass eine Partei schuldrechtlich dazu ver-pflichtet ist, eine bestimmte Leistung zu erbringen. Verfgungsgeschfte sind alleRechtsgeschfte, durch die ein Recht unmittelbar geschaffen, bertragen, verndertoder aufgehoben wird. In der Regel handelt es sich bei diesen Rechten um dinglicheRechte (z.B. Eigentum), aber auch die Abtretung eines Anspruchs ( 398 ff. BGB) ist einVerfgungsgeschft. Das Abstraktionsprinzip besagt, dass die Wirksamkeit des Ver-pflichtungsgeschfts und die Wirksamkeit des Verfgungsgeschfts unabhngig vonei-nander sind. Dadurch wird der Rechtsverkehr erleichtert, weil ber Rechte auch danndurch den Erwerber als Berechtigten verfgt werden kann, wenn das ihrem Erwerb zu-grundeliegende Verpflichtungsgeschft unwirksam ist. Ist das Verpflichtungsgeschftunwirksam, die Verfgung aber wirksam, kann der Verfgende aber gegebenenfallsnach den 812 ff. BGB die Rckabwicklung der Verfgung verlangen. Das Abstrakti-onsprinzip wird durchbrochen, wenn die Parteien die Verfgung unter die Bedingung(Rn. 81) einer wirksamen Verpflichtung gestellt haben, was nach h.M. grundstzlichmglich ist (eine Ausnahme von dem Grundsatz enthlt z.B. 925 Abs. 2 BGB). KeineDurchbrechung des Abstraktionsprinzips liegt vor, wenn derselbe Mangel (z.B. Ge-schftsunfhigkeit) sich sowohl auf die Verpflichtung als auch auf die Verfgung aus-wirkt.

    Beispiel: A verkauft B ein Buch. Der Kaufvertrag ( 433 BGB) ist das Verpflichtungsgeschft. A ist nach 433 Abs. 1 S. 1 BGB verpflichtet, B das Eigentum an dem Buch zu verschaffen. Das geschieht nach 929 S. 1 BGB durch die dingliche Einigung und die bergabe des Buches. Die dingliche Einigung istdas Verfgungsgeschft. Ficht A anschlieend den Kaufvertrag an, ist dieser nach 142 BGB mit Wir-kung ex tunc nichtig. Die Wirksamkeit der bereignung bleibt davon grundstzlich unberhrt. B knntedas Buch trotz der Anfechtung als Berechtigter an einen Dritten bereignen. Solange dies nicht gesche-hen ist, knnte A von B die Rckbereignung des Buches nach 812 Abs. 1 S. 1 Alt. 1 BGB verlangen,anderenfalls steht ihm nach 818 Abs. 2 BGB allenfalls Wertersatz zu.

    3 BGH, Urt. v. 29.01.2001 II ZR 331/00.4 BGH, Beschl. v. 17.10.2006 VIII ZB 94/05.

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  • Wesentliches Prfungswissen aus dem Zivilrecht

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    2. Teil

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    Wie in den Klausuren mssen mgliche Anspruchsgrundlagen auch in der mndlichenPrfung (Vortrag und Prfungsgesprch) zumindest gedanklich in der unten dargestell-ten Reihenfolge geprft werden, weil manche Ansprche einen Anspruch aus einer an-deren Anspruchsgrundlage ausschlieen (z.B. kann ein Vertrag ein Rechtsgrund i.S.d. 812 ff. BGB sein) oder weil bestimmte Regeln vorrangig vor anderen Regeln sind (z.B.die 987 ff. BGB vor den 812 ff. BGB). Auerdem wird durch diese Vorgehensweisevermieden, dass Anspruchsgrundlagen bersehen werden.

    Tipp: Wenn vorrangige Anspruchsgrundlagen ausscheiden, sollte dies im Vortrag und imPrfungsgesprch kurz deutlich gemacht werden, z.B. so: Da hier keine vertraglichen odervertragshnlichen Ansprche in Betracht kommen, knnte sich ein Anspruch des X auf Her-ausgabe der Sache aus 985 BGB ergeben Dadurch geht kaum Zeit verloren, aber dieKommission wird erkennen, dass die Lsung systematisch erarbeitet wurde.

    bersicht: Prfungsreihenfolge von Ansprchen

    Schritt 1: Vertragliche Ansprche

    n Vorrang der Regeln des besonderen Schuldrechts

    n Vermutung des Vertretenmssens ( 280 Abs. 1 S. 2 BGB)

    n Zurechnung des Verhaltens und Verschuldens von Erfllungsgehilfen ( 278 BGB)

    n mglicher Auftrag i.S.d. 677 ff. BGB

    n mgliches Recht zum Besitz i.S.d. 985 BGB

    n mglicher Rechtfertigungsgrund i.S.d. 823 ff. BGB

    n mglicher Rechtsgrund i.S.d. 812 ff. BGB

    Schritt 2: Vertragshnliche Ansprche ( 311 Abs. 2/3 BGB, 677 ff. BGB)

    n Vermutung des Vertretenmssens ( 280 Abs. 1 S. 2 BGB)

    n Zurechnung des Verhaltens und Verschuldens von Erfllungsgehilfen ( 278 BGB)

    n mgliches Recht zum Besitz i.S.d. 985 BGB

    n mglicher Rechtfertigungsgrund i.S.d. 823 ff. BGB

    n mglicher Rechtsgrund i.S.d. 812 ff. BGB

    Schritt 3: Dingliche Ansprche

    n mgliches Eigentum oder sonstiges Recht i.S.d. 823 Abs. 1 BGB

    n Vorrang des Eigentmer-Besitzer-Verhltnisses ( 993 Abs. 1 a.E. BGB)

    n mglicher Rechtfertigungsgrund i.S.d. 823 ff. BGB

    n mglicher Rechtsgrund i.S.d. 812 ff. BGB

    Schritt 4: Deliktische Ansprche

    Schritt 5: Bereicherungsrechtliche Ansprche

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  • Wesentliches Prfungswissen aus dem ffentlichen Recht

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    4. Teil

    270bersicht: Instanzenzug im verwaltungsgerichtlichen Verfahren

    Bundesverwaltungsgerichtn Sitz: Leipzig.n Spruchkrper: Senate mit jeweils fnf Berufsrichtern.n Zustndigkeit: Revision ( 132 VwGO) und Beschwerde ( 99 Abs. 2, 133 Abs. 1

    VwGO) gegen Entscheidungen des OVG sowie Sprungrevision ( 135 VwGO)gegen Entscheidungen des VG ( 49 VwGO), zudem Sonderzustndigkeit nach 50 VwGO (erste und letzte Instanz).

    Oberverwaltungsgerichte (in zweiter Instanz)

    n Spruchkrper: Senate mit jeweilsdrei Berufsrichtern (nach Landes -recht bis zu fnf, von denen zweiehrenamtliche Richter sein knnen).

    n Zustndigkeit: Berufungen ( 124VwGO) und Beschwerden ( 146Abs. 1 VwGO) gegen Entschei -dungen des VG ( 46 VwGO).

    Oberverwaltungsgerichte (in erster Instanz)

    n Spruchkrper: Senate mit jeweilsdrei Berufsrichtern (nach Landes -recht bis zu fnf, von denen zweiehrenamtliche Richter sein knnen).

    n Zustndigkeit: Erstinstanzliche Son -derzustndigkeit in den Fllen der 47, 48 VwGO (insbesondere:Rechtmigkeit des Bebauungs -plans).

    Verwaltungsgerichten Spruchkrper: Kammern mit drei

    Berufsrichtern und zwei ehrenamt-lichen Richtern.

    n Zustndigkeit: Allgemeine erst -instanzliche Zustndigkeit fr alleStreitigkeiten, fr die der Verwal -tungs rechtsweg erffnet ist ( 45VwGO).

    MndlPrfung im 1.Ex.fm Seite 123 Montag, 1. Februar 2016 12:32 12

  • Aktenvortrge zur Vorbereitung

    143

    6. Teil

    6. Teil: Aktenvortrge zur Vorbereitung

    331Auf den folgenden Seiten findet sich zur Vorbereitung auf den Prfungsvortrag(Rn. 42 ff.) ein bungsvortrag nebst Lsungsvorschlag aus jedem der drei Rechtsgebie-te. Die Vortrge sind auf eine Vorbereitungszeit von 60 Minuten und eine Vortragszeitvon zwlf Minuten angelegt. Als Hilfsmittel steht nur das Gesetz zur Verfgung. Es emp-fiehlt sich, diese Vorgaben einzuhalten, damit die Prfungssituation mglichst realis-tisch simuliert wird. Der Lerneffekt ist dabei am grten, wenn einer oder mehrere Zu-hrer dem Vortragenden ein Feedback geben, nicht nur zu rechtlichen Lsung, sondernvor allem zum Vortragsstil (dazu Rn. 46 ff.). Weitere bungsvortrge zu allen Rechtsge-bieten knnen bei Alpmann Schmidt bezogen werden.

    A. Aktenvortrag aus dem Zivilrecht

    I. Sachverhalt

    332Bahir (B), Adam (A) und Ulrike (U) sind Gesellschafter der BAU GbR, die Hoch- undTiefbauarbeiten bernimmt. Unter anderem ist die BAU GbR auf einer Baustelle ander Wombatallee ttig. Eines Tages fhrt ein Arbeitnehmer der BAU GbR mit einemLastwagen, der im Eigentum der BAU GbR steht und den sie auf eigene Kosten be-treibt, eine Ladung Aushub von der Baustelle zu einem Schuttabladeplatz auerhalbder Stadt. Dabei verschmutzt er die Wombatallee sehr. Vergleichbare Vorflle hattensich bei diesem Arbeitnehmer schon hufiger ereignet. Die BAU GbR hatte dagegenaber nie etwas unternommen.

    Auf der Fahrbahn bildet sich durch die Verschmutzung ein Schmierfilm, der fr denbrigen Verkehr eine Gefahr darstellt. Es ist Eile geboten. Die Gemeinde S, die Eigen-tmerin der Wombatallee ist, reinigt daraufhin unverzglich mit eigenem Personalund Gert die Strae. Die Reinigung verursacht Kosten in Hhe von 1.500 .

    Sie sind Praktikant(in) im Rechtsamt der S und werden von Ihrem Ausbilder gebeten,zu begutachten, ob der S gegen die BAU GbR und/oder ihre Gesellschafter ein An-spruch auf Zahlung von 1.500 zusteht.

    Bearbeitervermerk: Auszug aus dem Straengesetz des Landes, in dem S belegen ist:

    7 Straenbaulast

    (1) Trger der Straenbaulast fr die ffentlichen Straen sind die Gemeinden.

    ()

    (4) Zur Straenbaulast gehrt die Pflicht, die ffentlichen Straen so zu reinigen, dass die Verkehrs-sicherheit erhalten bleibt (verkehrsmige Reinigung)

    15 Verunreinigung und Beschdigung

    (1) Wer eine Strae ber das bliche Ma hinaus verunreinigt, hat die Verunreinigung ohne Auffor-derung unverzglich zu beseitigen; andernfalls kann der Trger der Straenbaulast die Verunreini-gung auf Kosten des Verursachers beseitigen oder beseitigen lassen

    MndlPrfung im 1.Ex.fm Seite 143 Montag, 1. Februar 2016 12:32 12

  • Aktenvortrge zur Vorbereitung

    144

    6. Teil

    II. Lsungsvorschlag

    333 A. Ansprche der S gegen die BAU GbR

    I. Vertragliche Ansprche?

    Vertragliche Ansprche scheiden aus, da, kein Austausch von Willenserklrungenzwischen S und der BAU GbR stattfand.

    II. Anspruch aus den 670, 683 S. 1, 677 BGB?

    S knnte gegen die BAU GbR aber einen Anspruch auf Zahlung von 1.500 ausden 670, 683, 677 BGB haben.

    1. BAU GbR als Anspruchsgegner?

    Dazu msste die BAU GbR berhaupt rechtsfhig sein, denn nur dann kann sieAnspruchsgegner sein. Eine GbR ist jedenfalls dann rechtsfhig, wenn sie imRechtsverkehr als GbR auftritt (Rn. 151). Auch die BAU GbR ist rechtsfhig, dasie am Rechtsverkehr teilnimmt: Sie ist Eigentmerin des Lkw und hat mit min-destens einem Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag geschlossen.

    2. Geschftsbesorgung

    S msste nach 677 BGB ein Geschft besorgt haben. Nach allgemeiner An-sicht ist das Tatbestandsmerkmal weit auszulegen. Erfasst sind nicht nurRechtsgeschfte oder die Ausbung von Gestaltungsrechten, sondern auchtatschliche Handlungen. Das Reinigen einer Fahrbahn ist eine Geschftsbe-sorgung.

    3. Fr einen anderen

    Nach 677 BGB muss das Geschft fr einen anderen besorgt worden sein.Aus 687 Abs. 1 BGB folgt, dass der Geschftsfhrer den Willen gehabt habenmuss, fr einen anderen zu handeln. Nur selten wird er diesen Willen aber aus-drcklich uern. Die h.M. unterscheidet deshalb zwischen objektiv fremdenund objektiv neutralen Geschften. Objektiv fremd sind Geschfte, die schonihrem Inhalt nach in einen fremden Rechts- und Interessenkreis eingreifen.Objektiv neutral sind Geschfte, an denen der Geschftsfhrer ein Eigeninter-esse haben kann. Bei einem objektiv fremden Geschft wird der Fremdge-schftsfhrungswille (widerleglich) vermutet. Bei einem objektiv neutralenGeschft wird der Fremdgeschftsfhrungswille nicht vermutet, er muss sichvielmehr in irgendeiner Form uerlich erkennbar manifestieren.58

    Mgliche Ansprche auf der Grundlage des 15 sind nicht zu prfen. Die Zulssigkeiteiner mglichen Klage ist nicht zu prfen. Es ist zu unterstellen, dass die 1.500 dender S tatschlich entstandenen Kosten entsprechen und dass diese den objektivenKosten einer Reinigung entsprechen, wie sie die S vorgenommen hat.

    58 Zusammenfassend BGH, Urt. v. 27.05.2009 VIII ZR 302/07, juris Rn. 18.

    MndlPrfung im 1.Ex.fm Seite 144 Montag, 1. Februar 2016 12:32 12

  • Stichworte

    162

    ffentliches Recht, Abgrenzung zum Zivilrecht ....................................................... 211

    Parteifhigkeit .......................................................... 160Postulationsfhigkeit .................................. 161, 267Praktische Konkordanz .......................................... 236Primrrecht ................................................................ 219Privatautonomie ........................................................ 74Prozessfhigkeit ....................................................... 162Prozessmaximen ................................. 162, 203, 268Prf- und Rgeobliegenheit ................................ 150

    Qualifikation .............................................................. 186

    Raub und ruberische Erpressung, Verhltnis ............................................................... 198

    Rechtsfhigkeit ........................................................... 88Rechtsfortbildung .................................................... 276Rechtsfortbildung,

    unionsrechtskonforme ..................................... 277Rechtsgeschichte ................................................ 311 ff.Rechtskraft ................................................................. 164Rechtssubjekt .............................................................. 75Rechtswidrigkeit ...................................................... 187Reformatio in peius ................................................. 244Regelbeispiel ............................................................. 188Reichsjustizgesetze ................................................. 324Richtervorbehalt ...................................................... 204Rmisches Recht ...................................................... 312Rckwirkungsverbot ............................................... 225

    Saldotheorie .............................................................. 110Schaden......................................................................... 89Schadensersatz statt und neben

    der Leistung .......................................................... 111Scheidung .................................................................. 129Schlsselgewalt ........................................................ 130Schuld .......................................................................... 189Schuldanerkenntnis ................................................ 112Schutzgesetz ............................................................. 113Sekundrrecht .......................................................... 219Sicherungsbereignung ....................................... 123Sonstiges Recht ........................................................ 114Sorgerecht .................................................................. 131Staatsbegriff .............................................................. 212Staatsprinzipien ........................................................ 226Stellvertretung ............................................................ 90Strer............................................................................ 263Strafbefehl .................................................................. 205Strafmndigkeit ....................................................... 190Strafzweck .......................................................... 14, 171Streitgegenstand ..................................................... 165

    Tarifvertrag ................................................................ 144Tterschaft .................................................................. 191Tatbestandsirrtum.................................................... 180Teilnahme................................................................... 191Teleologische Reduktion ...................................... 278

    Testament .................................................................. 138Testierfreiheit ............................................................ 137Tiere ................................................................................. 76Trennungs- und Abstraktionsprinzip .................. 77Trennungsprinzip (Gesellschaftsrecht) ........... 153

    Umdeutung .................................................................. 92Unmglichkeit .......................................................... 115Unschuldsvermutung ............................................ 170Unterlassen ................................................................ 192Unternehmer ............................................................... 93Urkundenbegriff ...................................................... 199

    Verbotsirrtum ........................................................... 193Verbraucher................................................................... 94Verbrechen ................................................................ 194Verdachtsgrade ........................................................ 206Vereinigungsfreiheit ............................................... 154Verfgungsfreiheit .................................................. 125Vergehen .................................................................... 194Verhltnismigkeit ............................................... 237Verjhrung (Zivilrecht) .............................................. 95Verkehrsschild .......................................................... 245Verlbnis ..................................................................... 132Vermgensbetreuungspflicht (Untreue) ........ 200Verrichtungsgehilfe ................................................ 116Versammlung, Begriff ............................................ 238Versuch........................................................................ 195Vertrag ............................................................................ 96Vertrag mit Schutzwirkung

    zugunsten Dritter ............................................... 117Vertrag zugunsten Dritter .................................... 118Vertrag zulasten Dritter ......................................... 119Vertrag, ffentlich-rechtlicher ............................ 246Vertragsauslegung .................................................. 279Vertragsfreiheit ........................................................... 97Vertrauensfrage ....................................................... 227Verwaltungsakt ........................................................ 247Verwaltungsrechtsweg

    Erffnung des ....................................................... 265Verwaltungsvorschrift ........................................... 248Verwandtschaft ........................................................ 133Vlkerrechtssubjekt ................................................ 213Vorabentscheidungsverfahren ........................... 220Vorsatz ......................................................................... 196Vorverfahren (Verwaltungsrecht) ...................... 269

    Wahlrechtsgrundstze .......................................... 228Weimarer Reichsverfassung, partielle

    Fortgeltung........................................................... 229Wesentlichkeitstheorie .......................................... 230Widerspruch (Verwaltungsrecht) ...................... 249

    Zeugnisverweigerungsrecht ............................... 207Zueignung ................................................................. 201Zurechnung, objektive .......................................... 185Zustndigkeit ............................................................ 250Zweckveranlasser .................................................... 264

    Buch Mdl.Prfung im 1.ExSIX.fm Seite 162 Montag, 1. Februar 2016 12:31 12