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DIE VERÄNDERUNG BIST DU · PDF file 2013-11-05 · 2. Tag. Was Gott in mir tun will. Annie Ngwira, Sambia 3. Tag. Ubuntu. Ich bin, weil du bist. Mike Cuthbert, Südafrika 4. Tag

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Text of DIE VERÄNDERUNG BIST DU · PDF file 2013-11-05 · 2. Tag. Was Gott in mir tun...

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    World YWCA und World Alliance of YMCAs

    Weltbundgebetswoche 10. - 16. November 2013

    DIE VERÄNDERUNG BIST DU

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    Danksagungen Wir bedanken uns herzlich für die Beiträge folgender Autorinnen und Autoren: 1. Tag. Sein: Wir sind aufgerufen, zu “sein”.

    Nam Boo Won, Korea

    2. Tag. Was Gott in mir tun will. Annie Ngwira, Sambia

    3. Tag. Ubuntu. Ich bin, weil du bist. Mike Cuthbert, Südafrika

    4. Tag. Ich bin die Veränderung. Die Antwort auf Gottes Ruf zur Verwandlung. Norberto Rodriguez, Argentinien

    5. Tag. Aufruf zum Handeln. Ungleichheit der Geschlechter thematisieren (Gender Inequalities). Eloisa Borreo, Philippinen

    6. Tag. Werkzeuge der Veränderung. Der YWCA und der YMCA sind Gottes Werkzeuge, die Veränderung bewirken. Fredrik Glad Gjernes, Norwegen

    Gottesdienstablauf. Eine Gruppe junger Menschen aus Kuba, unter der Leitung von Pfr. Hector Mendez Gestaltung des Titelblattes: Romulo Dantas Layout und Druck: messaggio. ©2013 World YWCA Kopieren und zitieren erlaubt, bitte jedoch ausschliesslich mit Quellenangabe.

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    Inhaltsverzeichnis Seite Danksagungen .................................................................................................................................... 2 Vorwort der Präsidentin und des Präsidenten .................................................................................. 4 1. Tag: Sein: Wir sind aufgerufen, zu “sein“ .................................................................................... 6 2. Tag: Was Gott in mir tun will ....................................................................................................... 8 3. Tag: Ubuntu. Ich bin, weil du bist: Das Eingreifen oder den Ruf Gottes durch

    meine Nächsten sehen ...................................................................................................... 10 4. Tag: Ich bin die Veränderung: die Antwort auf Gottes Ruf zur Verwandlung .......................... 12 5. Tag: Betrachtung: Ungleichheit der Geschlechter (Gender Inequalities) in

    unserer Gesellschaft thematisieren: din Aufruf zum Handeln .......................................... 14 6. Tag: Werkzeuge der Veränderung: Der YWCA und der YMCA sind Gottes Werkzeuge,

    die Veränderung bewirken. .............................................................................................. 16 Vorschlag für einen Gottesdienstablauf .......................................................................................... 18 Vorschlag für Kollekte Kolumbien: Förderung und Bildung von benachteiligten Jugendlichen .......................................... 23

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    Vorwort der Präsidentin und des Präsidenten Woran denkst du, wenn du plötzlich die Macht bekommst, etwas Wesentliches in der Welt zu verändern? Wenn wir uns in einer Situation von Hoffnungslosigkeit, Ungerechtigkeit oder in einer Naturkatastro- phe usw. befinden, dann wünschen wir uns normalerweise, dass wir eine solche Macht hätten, um Dinge zu verändern. Die Jünger unseres Herrn Jesus Christus wurden auch mit solchen Enttäuschungen konfrontiert. In Lukas 9,51-56 steht: „Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war, dass er hinweg genommen werden sollte, da wandte er sein Angesicht, stracks nach Jerusalem zu wandern. Und er sandte Boten vor sich her; die gingen hin und kamen in ein Dorf der Samariter, ihm Herberge zu bereiten. Und sie nahmen ihn nicht auf, weil er sein Angesicht gewandt hatte, nach Jerusalem zu wandern. Als aber das seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: ‚Herr, willst du, so wollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel falle und sie verzehre?‘ Jesus aber wandte sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen in ein andres Dorf.“ Wir haben gesehen, wie extrem unsere menschliche Reaktion sein kann und wie Jesus geantwortet hat. Es ist für uns Menschen einfacher, immer danach zu streben, andere Menschen und unser direktes Umfeld zu verändern. Ausser in Zeiten, in denen wir uns Vorsätze nehmen, wie zum neuen Jahr oder bei wichtigen Ereignissen in unserem Leben. Wir denken nicht wirklich darüber nach, dass wir uns selbst verändern müssen, um eine grössere Veränderung möglich zu machen. Ghandi hat einmal gesagt: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.“ Diese weisen Worte stehen im Zentrum des Evangeliums. Was Gott wirklich will, ist unsere individuelle Veränderung oder Verwandlung. „Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes.“ (Römer 12,2a) Eine Verwandlung geschieht nicht einfach so zufällig. Sie ist eine bewusste Wahl. Sie ist eine Ent- scheidung, sich nicht nach der Kultur oder den Handlungen der breiten Masse zu richten, also nicht nach dem so genannten „Mainstream“, sondern dem Ruf zu folgen, anders zu sein und Dinge auf an- dere Weise zu tun. Wir haben uns entschlossen, uns dieses Jahr anzuschauen, wie wir gemeinschaftlich als weltweite YMCA- und YWCA-Bewegung Veränderungen bewirken oder weiterführen können. Wir haben uns bewusst entschieden, uns auf uns selbst als Individuen zu konzentrieren. Die Veränderung beginnt bei mir, bei dir und bei den anderen. Das ist unsere Berufung. Du bist die Veränderung. Du bist der Wandel. Wir laden Euch auf eine gemeinsame Reise durch die ganze Woche ein, um darüber nachzudenken, wie wir den Schritt von unserer eigenen Berufung zu einer kollektiven Veränderung machen können. In den Augen Gottes ist jeder Mensch gleich wichtig und wir sind dazu aufgerufen, auf Probleme ein- zugehen, welche die Verwirklichung von Gottes Plan für den Einzelnen, für die Gemeinschaften und für unsere Nationen behindern.

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    Wir werden besonders darüber nachdenken, wie wichtig es ist, in unseren Bewegungen Raum zu schaffen, damit junge Menschen sich verwandeln und Akteure der Veränderung werden können und damit den Einfluss gewinnen, der nötig ist, um eine Welt des Friedens, der Gerechtigkeit und der Sorge für alle Menschen zu schaffen. Die Weltbundgebetswoche des YMCA und des YWCA ist eine Tradition und ein wichtiges Werkzeug für uns, unser Engagement zu bekräftigen, als Mit-Schöpfer mit Gott eine bessere Welt zu erschaffen, nach der wir alle streben. Indem wir das tun, haben wir gemeinsam die Macht, Situationen, Systeme und Strukturen zu verän- dern, die nicht den besten Interessen von uns allen dienen. Wir wünschen Euch eine schöne Woche des Nachdenkens, der Freude und besonders der Gemeinschaft. Wir sind die Veränderung. Deborah Thomas-Austin Ken Colloton Präsidentin Weltbund YWCA Präsident Weltbund YMCA

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    Erster Tag

    Wir sind aufgerufen, zu „sein“

    „Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, da- mit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (Römer 12,2) „Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern.“ (Galater 5,13) Wir leben in einer Welt, in der es heisst: „Ich besitze, darum bin ich“ oder „Ich konsumiere, darum bin ich.“ Die treibenden Kräfte unserer Zeit versuchen weiterhin, uns davon zu überzeugen, dass wir uns der Vorstellung beugen müssen, „Je mehr wir besitzen oder konsumieren, desto glücklicher sind wir.“ Oder sie senden uns eindeutige Botschaften, wodurch die Menschen dazu gezwungen werden, sich den so genannten Mainstream-Werten zu unterwerfen, dass man immer mehr besitzen muss. Das derzeit vorherrschende Paradigma ist gepaart mit dem Phänomen einer „Einer gegen Alle“- Gesellschaft – sowohl im eigenen Land als auch weltweit. Während die Welt immer materialistischer und sogar „mammonistischer“ wird, wird die Kluft zwischen Arm und Reich – sowohl innerhalb eines Landes als auch zwischen den einzelnen Ländern – immer grösser. Bei einer so starken Entwicklung zum Materialismus erscheint es uns sehr schwierig, über den Sinn und die Bedeutung des Lebens nachzudenken und die Kernwerte zu identifizieren, nach denen wir als Kinder Gottes streben sollen. Wenn wir nicht mit einem tiefen Sinn für Spiritualität intensiv über uns als menschliche Wesen, unser Leben und unsere Gesellschaft nachdenken, werden wir durch die derzeit vorherrschenden Kräfte verwirrt, die uns sagen wollen, was gut oder schlecht und was wertvoll oder wertlos ist. Wir müssen zugeben, dass Menschen wie in einer gewaltigen Flut in einen harten Kampf ums Überlegen oder in ein „immer mehr besitzen Wollen“ gedrängt werden, und dadurch vergessen, ihre Nächsten zu sehen und sich um sie zu kümmern. Ist es heutzutage so schwierig, nicht der breiten Masse unserer Zeit zu folgen? Wie „überlebt“ man in der gewaltigen Flut, deren Botschaft ist, immer mehr zu besitzen? Wie schafft man es, sich ein einfa- ches und genügsames Leben entgegen dem Materialismus und dem Konsumdenken aufzubauen und zu bewahren? Es ist Zeit, dass wir uns entscheiden, ob wir Gott oder dem Reichtum dienen wollen. Es ist Zeit für uns, die Freiheit zu erkennen, nach der wir als gläubige Christen streben müssen. Und da- rüber hinaus ist es unsere moralische Pflicht als Christen, dazu beizutragen, dass die vorherrschenden sozialen Paradigmen sich in geistlicher ausgerichtete, einfachere und mitfühlendere Lebensweisen ändern, was zu einer friedlichen und nachhaltigen Lebensqualität für alle führen wird.