DU BIST BEI MIR!“ (Ps 23) - Homepage der Bruderschaft ...?DU BIST BEI MIR!“ (Ps 23) LiebePilgerinnenundPilger, dasJahreswort2010bedarfkeinergroen Erluterung. Es zhlt zu den Worten,

  • View
    212

  • Download
    0

Embed Size (px)

Text of DU BIST BEI MIR!“ (Ps 23) - Homepage der Bruderschaft ...?DU BIST BEI MIR!“ (Ps 23)...

  • Meditationenzur Jahreslosung

    der Matthiaswallfahrt2010

    DU BIST BEI MIR! (Ps 23)

  • DU BIST BEI MIR! (Ps 23)

    Liebe Pilgerinnen und Pilger,

    das Jahreswort 2010 bedarf keiner groenErluterung. Es zhlt zu den Worten, diealle Menschen sprechen oder gerne spre-chen wrden. Im Psalm 23 wird es zueinem Wort, dass Entscheidendes berGott sagt. Er ist der, der da ist, auch wennman es nicht sprt. Von Erfahrungen mitdiesem Gott erzhlt die Bibel. Ihn sprechendie Beter der Psalmen als DU an. Wennich zu jemandem DU sage, darf icherwarten, gehrt und verstanden zu wer-den.Auf der Wallfahrt wird auch viel erzhlt. Dasgehrt dazu. Es gibt keine Gemeinschaft,in der nicht erzhlt wird.Wie war es? oder Ich muss dir mal waserzhlen. Die Wallfahrt ist dieGelegenheit, die Alltagsgeschichten auchals Geschichten mit Gott zu verstehen.

    Ein Blick in die anderen Psalmen sei nochempfohlen. Hier konnten nur wenige in denBlick genommen werden. Sie sollten neu-gierig machen, weil in den Psalmen Gottdas groe DU ist.

    Viel Freude bei der VorbereitungwnschtBr.Hubert

  • Psalm 23, 1 Nr 1Der Herr ist mein Hirte !

    STILLE

    Ein kraftvolles Bekenntnis steht am Anfangdes Gebetes: Der Herr ist mein Hirte!Daran gibt es nichts zu deuten. Man sprt:diese berzeugung ist nicht zu erscht-tern.Das lsst aufhorchen.

    Gott ist wie ein Hirte. Bis heute hat das Bildvom Hirten nichts von seiner Strahlkraftverloren. Es hat sich tief in das Gedchtnisder Menschheit eingegraben. In diesemBild bndeln sich die Erfahrungen undHoffnungen, die aus der damaligen noma-dischen Lebensweise der Menschenerwachsen waren. Hirten garantieren dasLeben und das berleben nicht nur derHerde, sondern auch der Menschen. Vonder Umsicht des Hirten, von seiner richti-gen Einschtzung der Krfte und von sei-nem Gespr fr das Notwendige hngtalles ab.

    Das Bild des Hirten ist wohl das lteste Bildvon Gott, das wir in der Bibel finden.Der Herr ist mein Hirte Ein Bekenntnis,das wie ein Fels im Meer derUnsicherheiten steht. Diesem Gott trautder Beter vorbehaltlos. Bei einem Gott, dersich wie ein Hirte zeigt, was sollte da zumProblem werden ?

  • Psalm 23, 1 Nr 2Der Herr ist mein Hirte,nichts wird mir fehlen, ....er stillt mein Verlangen

    STILLE

    Dem Hirten muss es immer um alle in derHerde gehen. Das geht aber nicht, ohnedass er das einzelne Tier im Blick hat.Hren wir das Wort einmal nur auf unsselbst bezogen, nur zu mir persnlichgesagt.Der Hl.Benedikt sagt in seiner Regel berdie Eigenschaften, die ein Abt als Leitereiner Gemeinschaft haben sollte: Er musswissen, welch schwierige und mhevolleAufgabe er auf sich nimmt: Menschen zufhren und der Eigenart vieler zu dienen.

    Menschen und ihren Eigenarten zu dienen,jeder wei, was das bedeuten kann. DerBeter des Psalmes denkt so von Gott. Wieder Hirte hat Gott auch jeden einzelnen imBlick. Er ist mein Hirte und nichts wird mirfehlen.Aber Gott hat nicht nur das fr michLebensnotwendige im Blick. Er hlt weitmehr fr mich bereit. Er stillt mein tiefstesVerlangen; das, was in dieser Welt und vonniemandem erfllt werden kann. Er stillt wie eine Mutter. Inniger kann man nicht vonGottes Zuwendung sprechen. Man musssich in diesen Glauben hineinfallen lassen.

  • Psalm 23,2 Nr 3Er lsst mich lagern auf grnen Auenund fhrt mich zum Ruheplatz amWasser.

    STILLE

    Die Wallfahrt ist fr die Pilger eine Oase imJahr. Sie ist wie ein Ruheplatz, den manschon lange ersehnt hat. Die Wallfahrtmacht etwas mglich, wozu im Alltag sel-ten Gelegenheit ist. Trotz der krperlichenAnstrengung kann die Seele ausruhen. DerKopf wird frei. Man kann, aber man mussnicht reden.Die schne Natur erfreut das Innere. Mheund Freude des Weges teilt man gern mitden Gefhrten. Man ist in einer anderenWelt.

    Ich muss nichts tun, nichts beweisen,nichts am Laufen halten; ich kann ausru-hen. Das haben sie sich verdient so wirbtein Reiseveranstalter fr seine Angebote.Der Psalm aber sagt: Gott hat dir lngstdieses Ausruhen bei ihm geschenkt. Erlsst dich lagern, er fhrt zum Ruheplatzam Wasser. Versuche, das einfach anzu-nehmen.

    Auf der Wallfahrt drfen wir ungeniert aus-kosten, was Gott uns schenkt. Die Psalmessingen von einem grozgigen Gott.

  • Psalm 23, 4 Nr 4Muss ich auch wandern in finstererSchlucht, ich frchte kein Unheil; denndu bist bei mir, dein Stock und dein Stabgeben mir Zuversicht.

    STILLE

    Du bist bei mir. So kann nur das Herzsprechen. Wenn DU da bist, kann mirnichts passieren. Was das Herz empfindet,muss der Kopf irgendwann mit vollziehen.Aber zunchst empfindet und spricht dasHerz. Im Herzen spielt sich dasWesentliche ab.Was ist mit den finsteren Schluchten? Esgibt viele davon auf dem Weg einesMenschen. Um Schutz und Zuversicht istes da eher schlecht bestellt.

    Der Psalm bekennt: Bei Gott ist dasanders. Wie ein guter Hirte wei er dieHerde durch alle Gefahrenstrecken zu fh-ren. Wie ein guter Hirte wei er allesSchdliche abzuwehren. Darauf verlassensich die Tiere einer Herde.

    Kann ich mich Gott so anvertrauen? Habeich bei ihm nichts zu befrchten?Der Psalm will uns aus unseren vermeind-lichen Sicherheiten aufwecken. Er stellt dieFrage: Wem vertraust du dich letztlich an ?

  • Psalm 23,5 a Nr 5Du deckst mir den Tisch vor den Augenmeiner Feinde.

    STILLE

    Das zweite Bild des Psalmes sieht Gott alseinen grozgigen Gastgeber. In der anti-ken Welt war der Gast heilig, er brachteSegen. Zu den Pflichten des Gastgebersgehrte auch der Schutz des Gastes.Gste, die aus irgendeinem Grund auf derFlucht waren oder verfolgt wurden, konn-ten sich im Haus und am Tisch desGastgebers sicher fhlen.Vor den Augen der Verfolger konnten siesich in Ruhe strken.In Gottes Frieden drfen wir im Angesichtunserer Probleme ruhig werden und unsstrken. Vielleicht ist auch das einGeschenk der Wallfahrt: Mit all denProblemen und Sorgen, die man mit aufden Weg nimmt, darf man ruhig und gelstRast machen. Gute Rastzeiten sind sowichtig wie das Gebet. Man kann dendienstbaren Geistern nicht genug fr ihreSorgfalt danken.Gottes Friede lsst ein anderes Licht aufdie Dinge fallen, von denen wir uns bedrohtund verfolgt fhlen. ER deckt uns denTisch, allem zum Trotz. Das sollte auch imAlltag sprbar werden. Trotz der Problemeruhig schlafen und essen knnen, das istein Segen.

  • Psalm 23,5 b Nr 6Du salbst mein Haupt mit l, du fllstmir reichlich den Becher.

    STILLE

    Rast auf der Wallfahrt. Es ist fr allesgesorgt: ein schner Platz ldt ein und alleswird reichlich angeboten. Mehr als genug istda. Der reichlich gefllte Becher lsst keinenZweifel an der Grozgigkeit aufkommen.Was frher das duftende Olivenl war, sindheute Sonnenmilch oder andere Essenzen.Nicht Mief sondern Duft ist angesagt.

    Bert Brecht hat einmal gesagt: Erst kommtdas Fressen, dann die Moral. Ein bitteresWort. So ist das Leben. Oder ?

    Der Psalm 23 sieht das anders: Der Hirteerquickt die Seele zugleich mit dem Krper.Das ist Glauben: In der Stillung von Hungerund Durst nehmen wir Gott als den wahr, deralles schenkt. Was dem Krper gut tut, strktauch die Seele. Psalm 23 verbindet Himmelund Erde. Gott wird in der Flle des Lebensund in seiner Bedrohung wahrgenommen.

  • Ez 34,11 ff Nr 7Denn so spricht Gott, der Herr: Jetzt willich meine Schafe selber suchen undmich selber um sie kmmern. Auf guteWeide will ich sie fhren, im BerglandIsraels werden ihre Weidepltze sein,....auf den Bergen Israels sollen sie fetteWeide finden.

    Stille

    Bilder sagen mehr als Worte. Gute undfette Weidepltze sind im Land der Bibeleher eine Seltenheit. Man muss sie suchen.Die kundigen Hirten wussten, wohin sieihre Herde zu fhren hatten.Gott, so sagt der Prophet Ezechiel, musserst noch seine Herde suchen. Die Rede istvon dem in alle Winde zerstreutenGottesvolk, das sich in der Verbannungbefand. Gott ergreift hier die Initiative undlsst durch seinen Propheten verknden,dass er sich selbst auf die Suche nach denVerlorenen macht. Er will sie wieder aufeiner guten Weide im Bergland Israelszusammenfhren. Gott ist der Suchende.

    Es kann immer wieder geschehen, dassGlaubende sich verirren und dieVerbindung zur Glaubensgemeinschaftverlieren. Es ist eine frohe Botschaft, dieuns sagt: Gott sucht auch heute.

  • Ez 34,16 Nr 8Die verlorengegangenen Tiere will ichsuchen, die vertriebenen zurckbringen,die verletzten verbinden, die schwachenkrftigen, die fetten und starken beh-ten. Ich will ihr Hirt sein und fr sie sor-gen, wie es recht ist.

    STILLE

    Alle erdenkliche Sorge und Mhe wendetder Hirt auf, um den einzelnen Tieren daszu geben, was sie brauchen. Ein guter Hirtwei, dass er die ihm Anvertrauten nichtnach ein und demselben Mastab behan-deln darf. Er muss diskret und mavoll aufdie Einzelnen eingehen.Der hl. Benedikt schreibt dem Abt insStammbuch: Er halte in allem Ma, damitdie Starken finden, wonach sie verlangen,und die Schwachen nicht davonlaufen.Gott, der gute Hirt, nimmt den Einzelnenwahr und ernst. Wir fhlen uns immer dannwohl, wenn wir spren, dass jemand unse-re Befindlichkeit wahrnimmt und versuchtdarauf einzugehen. Wir mssen vor Gottnicht die Starken und Perfekten sein, erwei um unsere Verletzungen undSchwchen. Wer das sprt, kann mit demPsalm 23 sagen und beten: Wie gut, dassDU bei mir bist und mir das gibst, wasrecht fr mich ist.

  • Martin Buberbertragung von Psalm 23

    ER ist mein Hirt,mir mangelts nicht.Auf Grastriften lagert ER mich,zu Wassern der Ruh fhrt ER mich.Die Seele mir bringt ER zurck,ER leitet mich in wahrhaftigen Gleisen -um seines Namens willen.

    Auch wenn ich gehen mussdurch Todesschlucht,frcht ich nicht Bses,DENN DU BIST BEI MIR,dein Stab, deine Sttze,die trsten mich.

    DU rstest den Tisch mirmeinen Drngern zugegen,streichst das Haupt mir mit l,mein Kelch ist Gengen.Nur Gutes und Holdesverfolgen mich nunalle Tage meines Lebens,ich kehre zurck zu Deinem Hausfr die Lnge der Tage.

  • ber Psalm 23

    Ich bin vergngter