Philharmonie fr Einsteiger 5 fr Violine solo a-Moll BWV 1003 Grave Fuga Andante Allegro Pause Johann Sebastian Bach Partita fr Violine solo d-Moll BWV 1004 Allemande Courante

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  • Philharmonie fr Einsteiger 5

    Gil Shaham

    Mittwoch 17. Mrz 2010 20:00

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  • Bitte beachten Sie: Ihr Husten strt Besucher und Knstler. Wir halten

    daher fr Sie an den Garderoben Ricola-Kruterbonbons bereit und

    hndigen Ihnen Stofftaschentcher des Hauses Franz Sauer aus.

    Sollten Sie elektronische Gerte, insbesondere Handys, bei sich haben:

    Bitte schalten Sie diese zur Vermeidung akustischer Strungen aus.

    Wir bitten um Ihr Verstndnis, dass Bild- und Tonaufnahmen aus

    urheberrechtlichen Grnden nicht gestattet sind.

    Wenn Sie einmal zu spt zum Konzert kommen sollten, bitten wir

    Sie um Verstndnis, dass wir Sie nicht sofort einlassen knnen. Wir

    bemhen uns, Ihnen so schnell wie mglich Zugang zum Konzert-

    saal zu gewhren. Ihre Pltze knnen Sie sptestens in der Pause

    einnehmen.

    Sollten Sie einmal das Konzert nicht bis zum Ende hren knnen,

    helfen wir Ihnen gern bei der Auswahl geeigneter Pltze, von denen

    Sie den Saal strungsfrei (auch fr andere Konzertbesucher) und ohne

    Verzgerung verlassen knnen.

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  • Philharmonie fr Einsteiger 5

    Gil Shaham Violine

    Pause gegen 20:50Ende gegen 21:40

    Mittwoch 17. Mrz 2010 20:00

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    Johann Sebastian Bach 1685 1750Partita fr Violine solo E-Dur BWV 1006PreludioLoureGavotte en RondeauMenuett IMenuett IIBourreGigue

    Sonate fr Violine solo a-Moll BWV 1003GraveFugaAndanteAllegro

    Pause

    Johann Sebastian Bach Partita fr Violine solo d-Moll BWV 1004AllemandeCouranteSarabandeGigueChaconne

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    Zu den Werken des heutigen Konzerts

    Eine ganze Welt von tiefsten Gedanken Johann Sebastian Bachs Sonaten und Partiten fr Violine solo

    Viele seiner bedeutendsten Instrumentalwerke schrieb Johann Sebas-

    tian Bach in den Jahren 1717 bis 1723, als er Kapellmeister in Kthen

    war. Eine Erklrung dafr liegt sicher darin, dass der Kthener Frs-

    tenhof dem reformierten Bekenntnis anhing: Musik spielte im refor-

    mierten Gottesdienst eine weitaus geringere Rolle als im lutherischen,

    und so hatte Bach in Kthen kaum geistliche Kantaten zu komponie-

    ren. Umso mehr gab das Hofleben Anlass zur weltlichen Musikpflege:

    Frst Leopold selbst war musikalisch hoch gebildet; er spielte Violine,

    Gambe und Cembalo.

    Von den sechs Sonaten und Partiten fr Violine solo hat sich ein

    kalligraphisch besonders schnes eigenhndiges Manuskript Bachs

    erhalten. Der Titel lautet: Sei Solo Violino senza Bao accompagnato.

    Libro Primo. da Joh: Seb. Bach. anno 1720. Die Reinschrift der Violinwerke

    fllt also etwa in die Mitte von Bachs Kthener Jahren. Das alleine

    schliet zwar noch nicht aus, dass er die Werke bereits frher, nmlich

    in seiner Weimarer Zeit (1708 bis 1717) komponiert haben knnte;

    stilistische Grnde sprechen allerdings dagegen. Dennoch ist ber

    einen konkreten Anlass ebenso wenig bekannt wie ber einen mgli-

    chen Auftraggeber oder Widmungstrger die sorgfltige Handschrift

    scheint ja immerhin auf eine besondere Bestimmung der Stcke hin-

    zudeuten. Auch wei man nicht sicher, was es mit der Bezeichnung

    Libro Primo (Erstes Buch) auf sich hat. Plante Bach etwa ein zweites

    Buch unbegleiteter Violinwerke? Ist eine solche Serie vielleicht sogar

    ausgefhrt worden und spter verloren gegangen? Als wahrschein-

    licher gilt heute, dass Bach auf die sechs Suiten fr Violoncello solo

    (BWV 1007 1012) anspielte, die ja ein vergleichbares Kompendium

    der Cellokunst darstellen. Von ihnen existierte vermutlich auch einmal

    eine Reinschrift, das Libro Secondo. Und vielleicht knnte man ja die in

    einer Abschrift von etwa 1722/23 erhaltene Flten-Partita BWV 1013

    als Beginn eines dritten Buches ansehen.

    Ungeklrt ist weiterhin die Frage, welcher Geiger die auerordent-

    lich schwierigen Solowerke wohl gespielt haben knnte. Mgliche

    Kandidaten wren die Kthener Geiger Friedrich Marcus und Josephus

    Spie, auerdem der Dresdner Konzertmeister Johann Georg Pisendel,

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    der selbst Werke fr unbegleitete Violine schrieb und seit 1710 per-

    snlich mit Bach bekannt war. Im brigen beherrschte zweifellos auch

    Bach die Violine gut genug, um die Stcke spielen zu knnen. Die

    Zeitgenossen kannten ihn zwar in erster Linie als glnzenden Orgel-

    und Cembalovirtuosen, doch seine erste Anstellung hatte er 1703 als

    Geiger am Weimarer Hof gefunden. Noch 1775 berichtete sein Sohn

    Carl Philipp Emanuel dem Gttinger Musikhistoriker Johann Niko-

    laus Forkel: In seiner Jugend bis zum ziemlich herannahenden Alter

    spielte er die Violine rein und durchdringend und hielt dadurch das

    Orchester in einer greren Ordnung als er mit dem Flgel [gemeint

    ist das Cembalo] htte ausrichten knnen. Er verstand die Mglichkei-

    ten aller Geigeninstrumente vollkommen. Auerdem enthlt Bachs

    Manuskript vereinzelt Fingerstze von seiner Hand er kann sie wohl

    nur fr den eigenen Gebrauch eingetragen haben.

    In ihrem Gesamtaufbau zeigen die Sei Solo Violino die fr Bach

    so charakteristische planvolle zyklische Anordnung: Auf eine Sonate

    folgt jeweils eine Partita oder Partia, wie es im Autograph heit.

    Den Begriff Partia verwendete Bach synonym mit der Bezeichnung

    Suite; gemeint ist also eine Folge von Tanzstzen, blicherweise Alle-

    mande, Courante, Sarabande und Gigue, die manchmal durch ein Pr-

    ludium eingeleitet oder durch Modetnze, sogenannte Galanterien,

    ergnzt werden. Die Formen der italienischen Sonate und der franz-

    sischen Suite, jener beiden wichtigsten Kammermusikgattungen des

    Barock, verstand Bach aber keineswegs als starre Schemata. Vor allem

    die Suite oder Partita erscheint in unterschiedlichen Ausprgungen.

    Die dritte Partita in E-Dur, die heute an erster Stelle des Pro-

    gramms steht, ist leichter, galanter im Ton als die brigen und insge-

    samt wohl das modernste Stck der ganzen Serie. Ein groangelegtes

    Prludium steht am Anfang; es ist bis heute auerordentlich populr

    und gefiel offenbar auch Bach selbst besonders gut: Er bearbeitete es

    spter fr Orgel und Orchester und verwendete es in zweien seiner

    Kantaten (Nr. 29 und Nr. 120a). Von den vier Standardstzen der Suite

    ist nur einer in der E-Dur-Partita enthalten die Gigue. Die brigen

    Stze sind Galanteriestcke, in denen der Tanzcharakter direkter zum

    Ausdruck kommt als in den strker stilisierten Stzen anderer Suiten:

    Im feierlich gemessenen 6/4-Metrum erscheint die Loure, mit stamp-

    fendem Rhythmus die Gavotte, grazis melodisch wechseln sich die

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    beiden Menuette ab, und wilde Synkopen kennzeichnen die Bourre.

    Die typische zweiteilige Form dominiert auch in diesen Tnzen, aller-

    dings ist die Gavotte en rondeau angelegt: Das Hauptthema kehrt

    mehrmals wieder. Zwischen seinen Auftritten liegen kurze, thematisch

    verwandte Episoden, sodass der Satz insgesamt dem Muster A-B-A-C-

    A-D-A folgt.

    Alle drei Sonaten der Reihe sind nach dem vierstzigen Schema der

    Kirchensonate aufgebaut: langsam schnell langsam schnell. Die

    zweite Sonate in a-Moll beginnt mit einem dreiteiligen Grave, dessen

    Figurationen langsam wechselnde Harmonien ausschmcken. Der Satz

    wirkt wie eine kunstvolle Improvisation mit ausgeschriebenen Verzie-

    rungen. An zweiter Stelle folgt hier wie auch in den beiden brigen

    Sonaten eine Fuge. Die a-Moll-Fuge zhlt ebenso wie das C-Dur-Stck

    aus der dritten Sonate zu den lngsten und kompliziertesten Fugenst-

    zen, die Bach berhaupt komponiert hat. Das scheint erstaunlich, da

    doch die Fuge per definitionem mehrere selbstndig gefhrte Stimmen

    verlangt, whrend eine einzelne Geige doch nur sehr eingeschrnkt

    zum zweistimmigen, oder gar zum drei- bis vierstimmigen Spiel fhig

    ist. Doch offenbar empfand Bach gerade diese Einschrnkungen als Her-

    ausforderung: Sie zwangen ihn, bis an die Grenzen des kompositorisch

    und spieltechnisch Machbaren zu gehen. Der zweite langsame Satz, ein

    Andante in der Paralleltonart C-Dur, unterscheidet sich merklich vom

    erffnenden Grave: Die Melodie bleibt hier fast unverziert, erhlt dafr

    aber eine Begleitung aus pochenden Achtelnoten. Ein dramatisch-vir-

    tuoses Allegro schliet die Sonate ab.

    Im Unterschied zur dritten enthlt die zweite Partita in d-Moll

    kein Prludium, dafr aber alle vier Stammstze der Suite: die mig

    schnelle, geradtaktige Allemande, die lebhafte Courante, mit viel

    Laufwerk und im Dreiermetrum, die langsame, feierliche Sarabande

    und die schnelle, springende Gigue. Doch anders als sonst blich,

    ist mit der Gigue das Werk noch nicht zuende. Es folgt nmlich noch

    die Chaconne (oder Ciaconna) vielleicht der berhmteste Satz

    der ganzen Serie und zweifellos ein Gipfelpunkt in der Entwicklung

    der deutschen Geigenschule, die in der Barockzeit fr ihr Akkordspi

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