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BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

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campus delicti VII - die Zeitung zum BodenseeCamp 2011, dem internationalen Mediencamp für alle Medienbegeisterten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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Page 1: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII
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Infobox Campzeitung

Seiten: 24Anzahl Redakteure: 6Kurzbeschreibung: Viel Arbeit, wenig Zeit.

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Infobox Campzeitung

Seiten: 24Anzahl Redakteure: 6Kurzbeschreibung: Viel Arbeit, wenig Zeit.

Page 3: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

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Page 4: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

Seite 4

Nicht auf den Mund gefallen sein – kann man das üben? Auf alle Fälle, und zwar unter der Anleitung von Adrian Gombert.

Wer sich dem Rhetorik-Zelt nähert, hört regelmässig ein kurzes Klatschen. Grund dafür sind kurze Auftritte der Teilnehmenden. Am Sonntagmorgen haben sie die Aufgabe, Kurzreferate zu einem Thema zu halten, das ihnen besonders am Herzen liegt. Der Holzboden wackelt, wenn ein Redner oder eine Rednerin nach vorne tritt. Die Luft im Zelt ist dick, feucht, aber nicht warm. Und den-noch herrscht eine behagliche Atmosphäre: „Ich habe gar keine Hemmungen, vor der Gruppe zu sprechen“, erzählt Lisa Leinweber aus München.

Kurz durchatmen, und los geht’s. Die Themen könnten nicht vielfältiger sein, die Hauptzutat für eine gelungene Präsentation lautet jedoch „kompetenter Referent“. Zu einem kompetenten Referenten gehören eine angenehme Sprache, überzeugende und authentische Mimik, Aufmerk-samkeit erregender Blickkontakt, selbstbewusste Körperhaltung. Was es nicht braucht, sind „Ähs“ und „Öhs“, leise Stimmen und nervöses Hin- und Hergewippe. Die Kolleginnen und Kollegen hören aufmerksam zu. Wohin die vortragende Person auch immer ihren Blick schweifen lässt, sie trifft auf wache Augen, leicht zur Seite geneigte Köpfe und interessierte Gesichter.

Nach dem Referat nehmen die Rednerinnen und Redner das Feedback der anderen entgegen. Was ist gelungen, wo gibt es noch Verbesserungspotential? „Das Lächeln wirkt zwar sympathisch, aber wenig kompetent. Es lässt dich einfach nur süss wirken“, beschreibt zum Beispiel eine Teilneh-merin, wie ihre Kollegin auf sie gewirkt hat. Die Teilnehmenden nehmen sich die Rückmeldungen zu Herzen. Fehler, die am Vortag noch aufgetreten sind, werden einfach ausgemerzt. Vor dem Workshopleiter Adrian Gombert stehen acht kompetente Referentinnen und Referenten. Die ange-henden Rhetorik-Profi s sind überzeugt, viel gelernt zu haben in diesen zwei Tagen. Adrian gibt das Kompliment zurück: „Ich war sehr überrascht über das Niveau. Für den Workshop wurden keine Vorkenntnisse erwartet. Doch was ich vor mir habe, sind keine Anfänger, sondern Fortgeschritte-ne.“

Leiter: Adrian GombertTeilnehmer: 8Lernen, in allen Situationen etwas sagen zu können.Stimmung: Wohlwollende Kameradschaftlichkeit

Text: Thinh-Lay

„Es lässt dich einfach süß wirken“

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Nicht auf den Mund gefallen sein – kann man das üben? Auf alle Fälle, und zwar unter der Anleitung von Adrian Gombert.

Wer sich dem Rhetorik-Zelt nähert, hört regelmässig ein kurzes Klatschen. Grund dafür sind kurze Auftritte der Teilnehmenden. Am Sonntagmorgen haben sie die Aufgabe, Kurzreferate zu einem Thema zu halten, das ihnen besonders am Herzen liegt. Der Holzboden wackelt, wenn ein Redner oder eine Rednerin nach vorne tritt. Die Luft im Zelt ist dick, feucht, aber nicht warm. Und den-noch herrscht eine behagliche Atmosphäre: „Ich habe gar keine Hemmungen, vor der Gruppe zu sprechen“, erzählt Lisa Leinweber aus München.

Kurz durchatmen, und los geht’s. Die Themen könnten nicht vielfältiger sein, die Hauptzutat für eine gelungene Präsentation lautet jedoch „kompetenter Referent“. Zu einem kompetenten Referenten gehören eine angenehme Sprache, überzeugende und authentische Mimik, Aufmerk-samkeit erregender Blickkontakt, selbstbewusste Körperhaltung. Was es nicht braucht, sind „Ähs“ und „Öhs“, leise Stimmen und nervöses Hin- und Hergewippe. Die Kolleginnen und Kollegen hören aufmerksam zu. Wohin die vortragende Person auch immer ihren Blick schweifen lässt, sie trifft auf wache Augen, leicht zur Seite geneigte Köpfe und interessierte Gesichter.

Nach dem Referat nehmen die Rednerinnen und Redner das Feedback der anderen entgegen. Was ist gelungen, wo gibt es noch Verbesserungspotential? „Das Lächeln wirkt zwar sympathisch, aber wenig kompetent. Es lässt dich einfach nur süss wirken“, beschreibt zum Beispiel eine Teilneh-merin, wie ihre Kollegin auf sie gewirkt hat. Die Teilnehmenden nehmen sich die Rückmeldungen zu Herzen. Fehler, die am Vortag noch aufgetreten sind, werden einfach ausgemerzt. Vor dem Workshopleiter Adrian Gombert stehen acht kompetente Referentinnen und Referenten. Die ange-henden Rhetorik-Profi s sind überzeugt, viel gelernt zu haben in diesen zwei Tagen. Adrian gibt das Kompliment zurück: „Ich war sehr überrascht über das Niveau. Für den Workshop wurden keine Vorkenntnisse erwartet. Doch was ich vor mir habe, sind keine Anfänger, sondern Fortgeschritte-ne.“

Leiter: Adrian GombertTeilnehmer: 8Lernen, in allen Situationen etwas sagen zu können.Stimmung: Wohlwollende Kameradschaftlichkeit

Text: Thinh-Lay

„Es lässt dich einfach süß wirken“„Es lässt dich einfach süß wirken“

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Seite 5

Wenn es nach de schweizer Radio-moderator Luzia Tschirky und Felix Unholz geht, können seine Schützlin-ge am Ende des Workshops „Radio 0 —100“ sowohl Beiträge für das Radio produzieren, als auch live moderie-ren.

Radio von 0 auf 100

Doch ganz ohne Grundlagen geht es nicht: Das Seminar behandelt nicht nur die Praxis, sondern vermittelt auch theoretisches Wissen rund um den Hörfunk. Außerdem müssen sich die Teilneh-mer mehrfach den seltsamsten Prozeduren unterziehen — von Felix‘ „Sprechübungen“ genannt – unterziehen, um die ambitionierten Ziele zu erreichen. Aufgabe ist es hierbei zum Beispiel, mit ausgestreckter Zunge bestimmte Sätze mehrfach zu wiederholen und dadurch eine Verbesserung der Aussprache zu erreichen. Auf dieses Fundament bauend können Luzia und Felix ihre Schüler, mit einem Aufnahmegerät und Mikrofon bewaffnet, in die weite Welt des BodenseeCamps entlas-sen. Da passiert es schon einmal, dass man während eines Volleyball-Spiels plötzlich ein Mikro ins Gesicht gedrückt bekommt und wird die Ehre hat ein Interview geben zu dürfen. Die gesammelten Werke bespricht und optimiert der Workshop anschließend in der Gruppe. Am Ende soll schließlich eine prall gefüllte CD mit erstklassigen, sendereifen Radiobeiträgen so entstehen.

Leiter: Felix Unholz und Luzia TschirkyTeilnehmer: 5In diesem Workshop werden die Grundlagen des Radio-machens erklärt.Stimmung: Musik, Spaß und Atemübngen

Text: Richard

Seite 5

Wenn es nach de schweizer Radio-moderator Luzia Tschirky und Felix Unholz geht, können seine Schützlin-ge am Ende des Workshops „Radio 0 —100“ sowohl Beiträge für das Radio produzieren, als auch live moderie-ren.

Radio von 0 auf 100

Doch ganz ohne Grundlagen geht es nicht: Das Seminar behandelt nicht nur die Praxis, sondern vermittelt auch theoretisches Wissen rund um den Hörfunk. Außerdem müssen sich die Teilneh-mer mehrfach den seltsamsten Prozeduren unterziehen — von Felix‘ „Sprechübungen“ genannt – unterziehen, um die ambitionierten Ziele zu erreichen. Aufgabe ist es hierbei zum Beispiel, mit ausgestreckter Zunge bestimmte Sätze mehrfach zu wiederholen und dadurch eine Verbesserung der Aussprache zu erreichen. Auf dieses Fundament bauend können Luzia und Felix ihre Schüler, mit einem Aufnahmegerät und Mikrofon bewaffnet, in die weite Welt des BodenseeCamps entlas-sen. Da passiert es schon einmal, dass man während eines Volleyball-Spiels plötzlich ein Mikro ins Gesicht gedrückt bekommt und wird die Ehre hat ein Interview geben zu dürfen. Die gesammelten Werke bespricht und optimiert der Workshop anschließend in der Gruppe. Am Ende soll schließlich eine prall gefüllte CD mit erstklassigen, sendereifen Radiobeiträgen so entstehen.

Leiter: Felix Unholz und Luzia TschirkyTeilnehmer: 5In diesem Workshop werden die Grundlagen des Radio-machens erklärt.Stimmung: Musik, Spaß und Atemübngen

Text: Richard

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Foto Einsteiger

Leit

er:

Raph

ael H

üner

faut

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mer

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Wir

lern

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ben

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ett

mit

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Mäd

els.

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Lena Kerler

Gioia Epprecht Christina Honig

Matthias Wegener

Anna Hertl

Selina Richter

Sarah Kurtz

Julia Weller Malina Ludwig

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Lena Kerler

Gioia Epprecht Christina Honig

Matthias Wegener

Anna Hertl

Selina RichterSelina Richter

Sarah Kurtz

Julia Weller Malina Ludwig

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Seite 7

Was macht die Arbeit des freien Journalisten aus?Freier Journalismus ist schwer. Man steht ständig unter fi nanziellem Druck. Beziehungen sind in diesem Beruf enorm wichtig. (…) Wenn der Journalist sich in diesem Beruf auf bestimmte Themen spezialisiert, wird er eher... „Vertrauen ist alles“, ein Interview von Juliana Zaiser mit der freien Journalistin Deborah Neu-feld.

Im Gegensatz zum Internet berichten die Zeitungen immer weniger über Medien. Gibt es Ihrer Meinung nach Gründe dafür oder bezeichnende Unterschiede zwischen den beiden Medien?Mein Eindruck ist, dass die Onlinemedien viel schneller und aktueller berichten. Der Aktualitäts-druck dort ist höher. In den Tageszeitungen fehlt mir mittlerweile ein bisschen die Berichterstat-tung über Medien, dafür fi ndet man hier öfter...„Wenn Journalisten über Medien schreiben“, ein Interview von Laura Worsch mit Thomas Mrazek

Was machst du außerhalb des Camps?(...) Der Krankenhausalltag oder auch der Schichtdienst hatte mir nicht wirklich gefallen. Den Rettungsdienst hingegen wollte ich nicht missen. Jetzt arbeite ich immer noch ehrenamtlich dort, wenn ich Zeit habe. Im Moment mache ich noch...„Der Workshophase“, ein Interview von Hannah Ittner mit Nina vom BodenseeCamp

Gibt es einen Königsweg, um ein erfolgreicher Journalist zu werden – und einen sicheren Arbeits-platz zu bekommen?Einen Arbeitsplatz zu behalten ist heute nirgendwo mehr sicher. Das gilt ja selbst für Berufe wie Informatiker, bei denen noch richtig Bedarf besteht. Fast alle, die in den Journalismus wollen, studieren...„Über den Journalismus und den Weg in die Branche“, ein Interview von Simon Zöllner mit Lothar Hausmann

Auf was muss man denn achten, wenn man sich selbstständig macht?Am Anfang habe ich gedacht, es sei nur wichtig, dass man gut in seinem Bereich ist. (...) Um lang-fristig Erfolg zu haben, sollte man...„Noch 70 Jahre, um notfalls alles zu korrigieren“, ein Interview von Annika Reinke mit Daniel Michel und Johannes Henserer

Könnt ihr euch vorstellen, warum ihr schief angesehen werdet?Julian: Oft kommt es vor, dass Leute noch nie ein schwules Pärchen gesehen haben und dann ein-fach mal schauen wollen. Oft kommen dann auch so Kommentare wie, ...„Vom anderen Ufer“, ein Interview von Christine Schuler mit Julian Pöschl und Philipp Bauer

Neugierig geworden? Wenn ihr wissen wollt, wie die Interviews weitergehen, dann schaut doch mal in den nächsten Tagen auf www.bodenseecamp.info vorbei!

Interviewtechnik

Leiter: Dominik MaiTeilnehmer: 6Erarbeitet die Erstellung von Interviews für Hörfunk und FernsehenStimmung: Auf jeden Fall nicht feucht

Seite 7

Was macht die Arbeit des freien Journalisten aus?Freier Journalismus ist schwer. Man steht ständig unter fi nanziellem Druck. Beziehungen sind in diesem Beruf enorm wichtig. (…) Wenn der Journalist sich in diesem Beruf auf bestimmte Themen spezialisiert, wird er eher... „Vertrauen ist alles“, ein Interview von Juliana Zaiser mit der freien Journalistin Deborah Neu-Juliana Zaiser mit der freien Journalistin Deborah Neu-Juliana Zaiserfeld.

Im Gegensatz zum Internet berichten die Zeitungen immer weniger über Medien. Gibt es Ihrer Meinung nach Gründe dafür oder bezeichnende Unterschiede zwischen den beiden Medien?Mein Eindruck ist, dass die Onlinemedien viel schneller und aktueller berichten. Der Aktualitäts-druck dort ist höher. In den Tageszeitungen fehlt mir mittlerweile ein bisschen die Berichterstat-tung über Medien, dafür fi ndet man hier öfter...„Wenn Journalisten über Medien schreiben“, ein Interview von Laura Worsch mit Thomas Mrazek

Was machst du außerhalb des Camps?(...) Der Krankenhausalltag oder auch der Schichtdienst hatte mir nicht wirklich gefallen. Den Rettungsdienst hingegen wollte ich nicht missen. Jetzt arbeite ich immer noch ehrenamtlich dort, wenn ich Zeit habe. Im Moment mache ich noch...„Der Workshophase“, ein Interview von Hannah Ittner mit Nina vom BodenseeCampHannah Ittner mit Nina vom BodenseeCampHannah Ittner

Gibt es einen Königsweg, um ein erfolgreicher Journalist zu werden – und einen sicheren Arbeits-platz zu bekommen?Einen Arbeitsplatz zu behalten ist heute nirgendwo mehr sicher. Das gilt ja selbst für Berufe wie Informatiker, bei denen noch richtig Bedarf besteht. Fast alle, die in den Journalismus wollen, studieren...„Über den Journalismus und den Weg in die Branche“, ein Interview von Simon Zöllner mit Lothar Hausmann

Auf was muss man denn achten, wenn man sich selbstständig macht?Am Anfang habe ich gedacht, es sei nur wichtig, dass man gut in seinem Bereich ist. (...) Um lang-fristig Erfolg zu haben, sollte man...„Noch 70 Jahre, um notfalls alles zu korrigieren“, ein Interview von Annika Reinke mit Daniel Michel und Johannes Henserer

Könnt ihr euch vorstellen, warum ihr schief angesehen werdet?Julian: Oft kommt es vor, dass Leute noch nie ein schwules Pärchen gesehen haben und dann ein-fach mal schauen wollen. Oft kommen dann auch so Kommentare wie, ...„Vom anderen Ufer“, ein Interview von Christine Schuler mit Julian Pöschl und Philipp Bauer

Neugierig geworden? Wenn ihr wissen wollt, wie die Interviews weitergehen, dann schaut doch mal in den nächsten Tagen auf www.bodenseecamp.info vorbei!

Interviewtechnik

Leiter: Dominik MaiTeilnehmer: 6Erarbeitet die Erstellung von Interviews für Hörfunk Erarbeitet die Erstellung von Interviews für Hörfunk und FernsehenStimmung: Auf jeden Fall nicht feucht

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Jetzt geht’s den Teilnehmern an die Wäsche

Unter der Leitung von Moritz Wacker wurden in dem Workshop „Film und Werbung“ vier Tage lang Ideen gesponnen, gefi lmt und geschnitten. Das Ergebnis: Drei lustige und individuelle Werbespots, allesamt nicht länger als 30 Sekunden.

„Sich eine Story auszudenken, die nur 30 Sekunden dauern darf. Das war anfangs eine ganz schö-ne Herausforderung“, meint der siebzehnjährige Teilnehmer Michael Holst aus München auf die Frage, was er an seinem Workshop bisher besonders kniffl ig fand.Workshopleiter Moritz, der von seiner sieben-köpfi gen Gruppe total begeistert ist, erzählt weiter: „Bei der Werbung ist es zunächst einmal wichtig sich im Vorfeld Gedanken zu machen,welche Ziel-gruppe man mit einem bestimmten Produkt ansprechen möchte.“ In der ersten Workshopphase am Freitagabend ging es deshalb erst einmal um die Defi nitionen von verschiedenen Zielgruppen. Das ist wichtig, um beim sogenannten Storyboard (dem Drehbuch) auf die spezifi schen Bedürfnisse eingehen zu können.Doch damit ist es längst nicht getan. Die Teilnehmer wissen bereits aus Erfahrung: Um eine Idee oder ein Produkt vermarkten zu können braucht es einen besonderen Eye-Catcher. „Die Werbe-branche braucht pfi ffi ge Ideen. Damit am Anfang des Spots nicht gleich weitergeschaltet wird darf ein markanter Einstieg nicht fehlen“, erklärt Moritz. Das lassen sich die Teilnehmer nicht zweimal sagen und schreiben hoch motiviert darauf los.Kaum sind ihre Geschichten ausgereift und der Drehplan geschrieben, wird die Kamera gepackt und andere Campteilnehmer werden sogar um ihre Schlüpfer bestochen. „Dreht ihr‘ nen Porno?“, möchte Felix wissen. „Vielleicht“, meint die Österreicherin Anna Sophia Hußmann frech grinsend und lässt ihn stehen. Auch andere neugierige Teilnehmer werden ohne eine Antwort im Nassen zurück gelassen. Doch das ist nicht weiter schlimm, denn Clarissa und Lars aus dem Workshop arbeiten an der Vermarktung eines neuartigen Regenschirms. Die Anderen hingegen scheuen sich rein gar nicht vor Wasser und gehen sogar für ihren Spot im See planschen. Na,wenn das nicht Spaß macht.Auf die Ergebnisse sind wir jedenfalls gespannt!

Film Werbung Workshopleiter: Moritz WackerTeilnehmer: 7„So wird Werbung gemacht!“Stimmung: „Sex sells!“

Text: : Bibi

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Jetzt geht’s den Teilnehmern an die Wäsche

Unter der Leitung von Moritz Wacker wurden in dem Workshop „Film und Werbung“ vier Tage lang Ideen gesponnen, gefi lmt und geschnitten. Das Ergebnis: Drei lustige und individuelle Werbespots, allesamt nicht länger als 30 Sekunden.

„Sich eine Story auszudenken, die nur 30 Sekunden dauern darf. Das war anfangs eine ganz schö-ne Herausforderung“, meint der siebzehnjährige Teilnehmer Michael Holst aus München auf die Frage, was er an seinem Workshop bisher besonders kniffl ig fand.Workshopleiter Moritz, der von seiner sieben-köpfi gen Gruppe total begeistert ist, erzählt weiter: „Bei der Werbung ist es zunächst einmal wichtig sich im Vorfeld Gedanken zu machen,welche Ziel-gruppe man mit einem bestimmten Produkt ansprechen möchte.“ In der ersten Workshopphase am Freitagabend ging es deshalb erst einmal um die Defi nitionen von verschiedenen Zielgruppen. Das ist wichtig, um beim sogenannten Storyboard (dem Drehbuch) auf die spezifi schen Bedürfnisse eingehen zu können.Doch damit ist es längst nicht getan. Die Teilnehmer wissen bereits aus Erfahrung: Um eine Idee oder ein Produkt vermarkten zu können braucht es einen besonderen Eye-Catcher. „Die Werbe-branche braucht pfi ffi ge Ideen. Damit am Anfang des Spots nicht gleich weitergeschaltet wird darf ein markanter Einstieg nicht fehlen“, erklärt Moritz. Das lassen sich die Teilnehmer nicht zweimal sagen und schreiben hoch motiviert darauf los.Kaum sind ihre Geschichten ausgereift und der Drehplan geschrieben, wird die Kamera gepackt und andere Campteilnehmer werden sogar um ihre Schlüpfer bestochen. „Dreht ihr‘ nen Porno?“, möchte Felix wissen. „Vielleicht“, meint die Österreicherin Anna Sophia Hußmann frech grinsend und lässt ihn stehen. Auch andere neugierige Teilnehmer werden ohne eine Antwort im Nassen zurück gelassen. Doch das ist nicht weiter schlimm, denn Clarissa und Lars aus dem Workshop arbeiten an der Vermarktung eines neuartigen Regenschirms. Die Anderen hingegen scheuen sich rein gar nicht vor Wasser und gehen sogar für ihren Spot im See planschen. Na,wenn das nicht Spaß macht.Auf die Ergebnisse sind wir jedenfalls gespannt!

Film WerbungFilm WerbungFilm WerbungJetzt geht’s den Teilnehmern an die Wäsche

Film WerbungJetzt geht’s den Teilnehmern an die Wäsche

Workshopleiter: Moritz WackerTeilnehmer: 7„So wird Werbung gemacht!“Stimmung: „Sex sells!“

Text: : Bibi

Page 9: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

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Workshopleiter: Jan David GüntherTeilnehmer: 10hier geht es um die Professionalität in der digitalen Fotografi eStimmung: Blitzlichtgewitter

Foto Fortgeschritten Seite 9

Workshopleiter: Jan David GüntherTeilnehmer: 10hier geht es um die Professionalität in der digitalen Fotografi eStimmung: Blitzlichtgewitter

Foto Fortgeschritten

Page 10: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

Seite 10

Ein Interview mit Nicolas Leuenberger Workshopleiter Radio Feature, aus der Schweiz

Wie viele Teilnehmer hat dein Workshop?Theoretisch 5... aber 2 haben sich noch kurzfristig abgemeldet, deswegen sind wir im Moment zu dritt. So kann ich jedem wirklich viel Aufmerksamkeit schenken und es ist schön übersichtlich.

Haben die Teilnehmer schon viel Vorerfahrung?Ja, dies ist ja ein Fortgeschrittenenkurs. Alle haben schon Aufnahmen gemacht und mit der Au-diosoftware gearbeitet. Beim Radio Feature muss man viel schneiden und zusammenbasteln und das braucht etwas Übung.

Was lernt man denn bei dir noch?Zunächst einmal was ein Feature überhaupt ist, da dies eine besondere Form des Radios ist, die man nicht so oft hört. Wir haben Beispiele angehört und zusammen nach einem Thema gesucht. Und ab jetzt bringe ich nicht mehr bei sondern ,coache‘ nur noch. Eine Art ,learning by doing‘.

Woher kommt deine Erfahrung in diesem Bereich?Ich arbeite bei einem Radio in Zürich und habe dort schon viele kurze Features aufgenommen. Beim Privatradio kann man höchstens 2 bis 3 Minuten Features machen, Profi s produzieren Fea-tures von bis zu einer Stunde. So etwas Großes habe ich allerdings noch nie gemacht.

Hast du Themen, über die du besonders gerne berichtest?Features sind immer besonders toll, wenn es um emotionale Themen geht. Bei einem Beispiel das ich gemacht habe, sind im Feature Freudentränen gefl ossen und das hörst du wirklich.

Worum ging es dabei?Da ging es um einen Schweizer Bahntunnel, wo Leute nach zehn Jahren Arbeit den Durchstoß der Tunnel-Bohrmaschine gefeiert haben. Aber grundsätzlich kann man Features über alles machen.

Wie bist du zum Radio gekommen?Ich hab immer Radio gehört und es toll gefunden und wusste früh, dass ich so etwas auch einmal machen wollen würde. Ich durfte mit 13 eine Studioführung mitmachen, das hat mich sehr beein-druckt. Später habe ich dann Journalismus studiert.

Was rätst du jungen Medienmachern die auch zum Radio wollen?Es gibt sehr viele verschiedene Wege, die alle möglich sind. Man kann Journalismus studieren, wie ich. Es empfi ehlt sich dann ein praxisbezogenes Studium zu wählen, zum Beispiel an einer Fachhochschule. Man sollte unbedingt ein Praktikum oder zwei machen, denn so kommt man am ehesten irgendworein. Auch schön sind Ausbildungsradios, wo man über eine längere Zeit ehrenamtlich Erfahrung sammeln kann.

Radio Feature

Text: Nina

Nico mit zwei seiner Teilnehmer

Leiter: Nico LeuenbergerTeilnehmer: 3Erstellen ein 5- bis 10-minüti-ges Feature zu SpracheStimmung: „Hä!“

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Ein Interview mit Nicolas Leuenberger Workshopleiter Radio Feature, aus der Schweiz

Wie viele Teilnehmer hat dein Workshop?Theoretisch 5... aber 2 haben sich noch kurzfristig abgemeldet, deswegen sind wir im Moment zu dritt. So kann ich jedem wirklich viel Aufmerksamkeit schenken und es ist schön übersichtlich.

Haben die Teilnehmer schon viel Vorerfahrung?Ja, dies ist ja ein Fortgeschrittenenkurs. Alle haben schon Aufnahmen gemacht und mit der Au-diosoftware gearbeitet. Beim Radio Feature muss man viel schneiden und zusammenbasteln und das braucht etwas Übung. diosoftware gearbeitet. Beim Radio Feature muss man viel schneiden und zusammenbasteln und das braucht etwas Übung. diosoftware gearbeitet. Beim Radio Feature muss man viel schneiden und zusammenbasteln und

Was lernt man denn bei dir noch?Zunächst einmal was ein Feature überhaupt ist, da dies eine besondere Form des Radios ist, die man nicht so oft hört. Wir haben Beispiele angehört und zusammen nach einem Thema gesucht. Und ab jetzt bringe ich nicht mehr bei sondern ,coache‘ nur noch. Eine Art ,learning by doing‘.

Woher kommt deine Erfahrung in diesem Bereich?Ich arbeite bei einem Radio in Zürich und habe dort schon viele kurze Features aufgenommen. Beim Privatradio kann man höchstens 2 bis 3 Minuten Features machen, Profi s produzieren Fea-tures von bis zu einer Stunde. So etwas Großes habe ich allerdings noch nie gemacht.

Hast du Themen, über die du besonders gerne berichtest?Features sind immer besonders toll, wenn es um emotionale Themen geht. Bei einem Beispiel das ich gemacht habe, sind im Feature Freudentränen gefl ossen und das hörst du wirklich.

Worum ging es dabei?Da ging es um einen Schweizer Bahntunnel, wo Leute nach zehn Jahren Arbeit den Durchstoß der Tunnel-Bohrmaschine gefeiert haben. Aber grundsätzlich kann man Features über alles machen.

Wie bist du zum Radio gekommen?Ich hab immer Radio gehört und es toll gefunden und wusste früh, dass ich so etwas auch einmal machen wollen würde. Ich durfte mit 13 eine Studioführung mitmachen, das hat mich sehr beein-druckt. Später habe ich dann Journalismus studiert.

Was rätst du jungen Medienmachern die auch zum Radio wollen?Es gibt sehr viele verschiedene Wege, die alle möglich sind. Man kann Journalismus studieren, wie ich. Es empfi ehlt sich dann ein praxisbezogenes Studium zu wählen, zum Beispiel an einer Fachhochschule. Man sollte unbedingt ein Praktikum oder zwei machen, denn so kommt man am ehesten irgendworein. Auch schön sind Ausbildungsradios, wo man über eine längere Zeit ehrenamtlich Erfahrung sammeln kann.

Radio FeatureRadio Feature

Text: Nina

Nico mit zwei seiner Teilnehmer

Leiter: Nico LeuenbergerTeilnehmer: 3Erstellen ein 5- bis 10-minüti-ges Feature zu SpracheStimmung: „Hä!“

Page 11: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

Seite 11

Das BodensseCamp 2011 wartete auch in diesem Jahr wieder mit vielen interessanten undspannenden Workshops rund um das Thema „Medienmachen“ auf.Zum ersten Mal in der Geschichte des Camps wurde auch ein Grundlagen-Workshop fürjunge Schülerzeitungsmacher und solche, die es werden wollen, angeboten.Die Leitung dieses Workshops durften Lisa Kuppler und Martin Hoisl übernehmen. Mit vielSpaß und Begeisterung machten sich die sechs Teilnehmer dieses Kurses an die Arbeit. Spaßund Begeisterung – genau das ist es auch, was zum Erstellen einer guten Schülerzeitung vonNöten ist, so sind sich die beiden Workshopleiter einig. Und dies stellten die Teilnehmer auch sogleich bei einer Umfrage unter Beweis:

Welche Orgas sind ein süßesPärchen?· Julian & Philipp· Felix & Anna· Raphi & Hannah

Lagerfeuer oder Spielzelt?· 69% Lagerfeuer· 31% Spielzelt

Was hört sich schöner an –Schweizerdeutsch, Österreichisch oderBayrisch?1. Schweizerdeutsch2. Bayrisch3. Österreichisch

Was hat euch am meisten Spaß gemacht?sich wiedersehen, die Workshops,Kurzfi lme, Beschallung, neue Leutekennen lernen, schwimmen, Spielzelt,Zusammenarbeit, Slackline aufbauen, Bootfahren, Fußball, Volleyball, Sonnenpausenzwischen Regen, Angry Birds spielen

Text: Sandra Stadler, Julia Wagner, Amelie Fischer

Leit

er:

Lisa

Kup

pler

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arti

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Teiln

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6Al

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Stim

mun

g: B

ayri

sch!

Schülerzeitung

Welcher Betreuer hat den besten Körperbau· Matthias (Bärchen!!!), Domi und Raphi· Alex· Christoph und Martin

Was waren die nervigsten Faktoren?Wetter/Regen, Guten-Morgen-Sonnenschein-Lied, dreckiger Volleyball,See ist 1° zu kalt, Flaschenöffner funktioniertnur bei nichtalkoholischen Automaten, Zug

Welche Betreuerin hat das schönste Gesicht?· Lisa· Anita· Christina, Luzia, Bibi

Ordne zu:· Diva: Felix und Oli· Macho: Martin und Felix· Clown: Martin· Chaot: alle!!

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Das BodensseCamp 2011 wartete auch in diesem Jahr wieder mit vielen interessanten undspannenden Workshops rund um das Thema „Medienmachen“ auf.Zum ersten Mal in der Geschichte des Camps wurde auch ein Grundlagen-Workshop fürjunge Schülerzeitungsmacher und solche, die es werden wollen, angeboten.Die Leitung dieses Workshops durften Lisa Kuppler und Martin Hoisl übernehmen. Mit vielSpaß und Begeisterung machten sich die sechs Teilnehmer dieses Kurses an die Arbeit. Spaßund Begeisterung – genau das ist es auch, was zum Erstellen einer guten Schülerzeitung vonNöten ist, so sind sich die beiden Workshopleiter einig. Und dies stellten die Teilnehmer auch sogleich bei einer Umfrage unter Beweis:

Welche Orgas sind ein süßesPärchen?· Julian & Philipp· Felix & Anna· Raphi & Hannah

Lagerfeuer oder Spielzelt?· 69% Lagerfeuer· 31% Spielzelt

Was hört sich schöner an –Schweizerdeutsch, Österreichisch oderBayrisch?1. Schweizerdeutsch2. Bayrisch3. Österreichisch

Was hat euch am meisten Spaß gemacht?sich wiedersehen, die Workshops,Kurzfi lme, Beschallung, neue Leutekennen lernen, schwimmen, Spielzelt,Zusammenarbeit, Slackline aufbauen, Bootfahren, Fußball, Volleyball, Sonnenpausenzwischen Regen, Angry Birds spielen

Text: Sandra Stadler, Julia Wagner, Amelie Fischer

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Schülerzeitung

Welcher Betreuer hat den besten Körperbau· Matthias (Bärchen!!!), Domi und Raphi· Alex· Christoph und Martin

Was waren die nervigsten Faktoren?Wetter/Regen, Guten-Morgen-Sonnenschein-Lied, dreckiger Volleyball,See ist 1° zu kalt, Flaschenöffner funktioniertnur bei nichtalkoholischen Automaten, Zug

Welche Betreuerin hat das schönste Gesicht?· Lisa· Anita· Christina, Luzia, Bibi

Ordne zu:· Diva: Felix und Oli· Macho: Martin und Felix· Clown: Martin· Chaot: alle!!

Page 12: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

Seite 12

Bildbearbeitung

Print Reportage

Workshopleiter: Felix MayrTeilnehmer: 6Hier geht‘s um die Feinheiten der Bildbe-arbeitungStimmung: „Arschgeil!“

Foto und Bearbeitung: Jolanda Epprecht

Text: Ann-Katrin

Es ist Samstagvormittag. Am Ufer des Bodensees sitzen drei junge Damen in einem gestrandeten Boot und wirken nachdenklich. Eines der Mädchen mit dunklen, welligen Haaren erhebt sich und klettert über den Rand des Boots. Sie kniet sich vors Wasser, greift hinein, weicht zurück, greift wieder hinein und holt einen Stein heraus und betastet ihn. Dann legt sie ihn wieder zurück, schnuppert an den angeschwemmten Stöcken und Federn und anschließend an ihren Fingern. Nun kehrt sie zurück zum Boot und zaubert eifrig zwei Zeilen auf das Papier.

Vorher- / Nachher-Vergleich

Seite 12

Bildbearbeitung Bildbearbeitung

Print Reportage

Workshopleiter: Felix MayrTeilnehmer: 6Hier geht‘s um die Feinheiten der Bildbe-arbeitungStimmung: „Arschgeil!“

Foto und Bearbeitung: Jolanda Epprecht

Text: Ann-Katrin

Es ist Samstagvormittag. Am Ufer des Bodensees sitzen drei junge Damen in einem gestrandeten Boot und wirken nachdenklich. Eines der Mädchen mit dunklen, welligen Haaren erhebt sich und klettert über den Rand des Boots. Sie kniet sich vors Wasser, greift hinein, weicht zurück, greift wieder hinein und holt einen Stein heraus und betastet ihn. Dann legt sie ihn wieder zurück, schnuppert an den angeschwemmten Stöcken und Federn und anschließend an ihren Fingern. Nun kehrt sie zurück zum Boot und zaubert eifrig zwei Zeilen auf das Papier.

Vorher- / Nachher-Vergleich

Page 13: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

Seite 13 Mit allen Sinnen zu erleben ist die erste Übung im Workshop „Print Reportage“ bei Janosch Szabo. Dieser erscheint in diesem Moment auf der Bildfl äche und beobachtet seine Schützlinge aus einiger Entfernung. „Später sollen die drei Teilnehmerinnen lernen, was es eigentlich heißt, Geschichten zu erzählen,“ meint er. Mit „der Einstieg ist bei einer Reportage immer sehr wichtig“ beendet der Schweizer das Gespräch. Welchen Eindruck ein guter Einstieg hinterlassen kann, könnt ihr jetzt bei den nachfolgenden Texten der Workshopteilnehmerinnen selbst erleben.

Geschichten aus der Asche Cynthia SpangenbergWas haben ein Bierfl aschenetikett, ein pinkfarbener Notizzettel, ein paar Äste und ein durch-weichtes Stück Zeitung miteinander zu tun? Sie liegen von einem Aschefi lm überzogen in den Sonntagmorgen-Überresten des BodenseeCamp-Lagerfeuers, dort zwischen den Steinen zusam-men mit Flaschendeckeln, Zigarettenstummeln, Blättern, einer Glasscherbe und jeder Menge Kohle. Darumherum umgestoßene Bänke, Betonsitze, ein leerer Bierkasten, Menschen, die auf und ab laufen, von hier nach da, von da nach dort. Nur die kalte Asche beachten sie nicht, fragen sich nicht, welche Geschichten sie dort zurückgelassen haben, in der Nacht, als die Flammen noch an den Holzscheiten leckten mit ihren gelben, blauen und grünen Zungen.

Achtung: Magen knurrt Rosalie AppelKurz vor zwölf, alle denken nur an das eine. Wer genau hinhört, kann ein leises Knurren verneh-men. Vor dem kleinen weissen Zelt mit dem Spitzdach bildet sich eine lange Schlange. Warten mit grossen Augen. Man könnte meinen, dass eine Horde Brummbären kurz vor dem Verhungern da steht. Fragt sich also: Wer ist eigentlich verantwortlich, dass dieser Bärenhunger jeden Mittag und Abend gestillt wird? Der 25-jährige Tobias Gersema ist der Held des diesjährigen Bodenseecamps. Er ist für die Verpfl egung der 140 Campteilnehmer verantwortlich. Seit Mai diesen Jahres arbeitet er in der Küche der Campinganlage. Eigentlich wollte der junge Mann mit den langen braunen Haaren nie Koch werden. Sein Traumberuf war Informationselektroniker. Weil es aber zu wenige Jobangebote gab, lernte er Koch in einem Restaurant. Dort arbeitete er sieben Jahre lang, bis ihm die Arbeitszeiten zu anstrengend wurden.

Wortkarg & Ungesellig Heidi SeyfferthDie Leute, die mit mir in dem feuchten Raum hausen, sind mir eher unsympathisch. Rausschmei-ßen kann ich sie allerdings nicht. Ich beschäftige mich kaum mit ihnen, trotzdem sind wir offi ziell ein Team. Sie könnten meinen, ich sei ein ungeselliger wortkarger Kerl, ein verbitterter. Mir ist das egal. Die Hälfte der Typen dreht mir sowieso ständig den Rücken zu. Wir haben alle kein Einkommen.Einen Beruf habe ich nie erlernt. Nurein Talent habe ich. Darüber spreche ich selten. Ich tue es einfach.

Die zu diesen kurzen Flashs gehörenden Reportagen fi nden sich in voller Länge auf www.bodenseecamp.info

Workshopleiter: Janosch SzaboTeilnehmer: 4mit allen Sinnen erleben und anschließend Kino-produktionen in den Köpfen der Leser erzeugen Stimmung: eindrucksvoll

Seite 13 Mit allen Sinnen zu erleben ist die erste Übung im Workshop „Print Reportage“ bei Janosch Szabo. Dieser erscheint in diesem Moment auf der Bildfl äche und beobachtet seine Schützlinge aus einiger Entfernung. „Später sollen die drei Teilnehmerinnen lernen, was es eigentlich heißt, Geschichten zu erzählen,“ meint er. Mit „der Einstieg ist bei einer Reportage immer sehr wichtig“ beendet der Schweizer das Gespräch. Welchen Eindruck ein guter Einstieg hinterlassen kann, könnt ihr jetzt bei den nachfolgenden Texten der Workshopteilnehmerinnen selbst erleben.

Geschichten aus der Asche Cynthia SpangenbergWas haben ein Bierfl aschenetikett, ein pinkfarbener Notizzettel, ein paar Äste und ein durch-weichtes Stück Zeitung miteinander zu tun? Sie liegen von einem Aschefi lm überzogen in den Sonntagmorgen-Überresten des BodenseeCamp-Lagerfeuers, dort zwischen den Steinen zusam-men mit Flaschendeckeln, Zigarettenstummeln, Blättern, einer Glasscherbe und jeder Menge Kohle. Darumherum umgestoßene Bänke, Betonsitze, ein leerer Bierkasten, Menschen, die auf und ab laufen, von hier nach da, von da nach dort. Nur die kalte Asche beachten sie nicht, fragen sich nicht, welche Geschichten sie dort zurückgelassen haben, in der Nacht, als die Flammen noch an den Holzscheiten leckten mit ihren gelben, blauen und grünen Zungen.

Achtung: Magen knurrt Rosalie AppelKurz vor zwölf, alle denken nur an das eine. Wer genau hinhört, kann ein leises Knurren verneh-men. Vor dem kleinen weissen Zelt mit dem Spitzdach bildet sich eine lange Schlange. Warten mit grossen Augen. Man könnte meinen, dass eine Horde Brummbären kurz vor dem Verhungern da steht. Fragt sich also: Wer ist eigentlich verantwortlich, dass dieser Bärenhunger jeden Mittag und Abend gestillt wird? Der 25-jährige Tobias Gersema ist der Held des diesjährigen Bodenseecamps. Er ist für die Verpfl egung der 140 Campteilnehmer verantwortlich. Seit Mai diesen Jahres arbeitet er in der Küche der Campinganlage. Eigentlich wollte der junge Mann mit den langen braunen Haaren nie Koch werden. Sein Traumberuf war Informationselektroniker. Weil es aber zu wenige Jobangebote gab, lernte er Koch in einem Restaurant. Dort arbeitete er sieben Jahre lang, bis ihm die Arbeitszeiten zu anstrengend wurden.

Wortkarg & Ungesellig Heidi SeyfferthDie Leute, die mit mir in dem feuchten Raum hausen, sind mir eher unsympathisch. Rausschmei-ßen kann ich sie allerdings nicht. Ich beschäftige mich kaum mit ihnen, trotzdem sind wir offi ziell ein Team. Sie könnten meinen, ich sei ein ungeselliger wortkarger Kerl, ein verbitterter. Mir ist das egal. Die Hälfte der Typen dreht mir sowieso ständig den Rücken zu. Wir haben alle kein Einkommen.Einen Beruf habe ich nie erlernt. Nurein Talent habe ich. Darüber spreche ich selten. Ich tue es einfach.

Die zu diesen kurzen Flashs gehörenden Reportagen fi nden sich in voller Länge auf www.bodenseecamp.info

Workshopleiter: Janosch SzaboTeilnehmer: 4mit allen Sinnen erleben und anschließend Kino-produktionen in den Köpfen der Leser erzeugen Stimmung: eindrucksvoll

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Seite 14

Wenn Kochlöffel zu Pistolen werdenEs kracht und poltert, ein vielstimmiges „Au ja!!“ ertönt. „Siamesische Zwillinge“ laufen von Zelt zu Zelt und zeigen, wie man zu zweit eine einzige Person sein kann. Für Außenstehende mag das Treiben der Impro-Theater-Workshopler ein wenig befremdlich gewirkt haben. Diejenigen aber, die selbst dabei waren, können bestätigen, dass das Ganze nicht nur Sinn, sondern vor allem auch jede Menge Spaß gemacht hat. Für alle anderen berichtet Kathi Schlotthauer.Die verwitterten Holzdielen knarzen protestierend, als Louise Mielke mit einem schwungvollen Schritt nach rechts ihre Anmoderation unterstreicht. „Hallo und herzlich willkommen zu unserer Kochshow“, präsentiert sie mit einem strahlenden Lächeln ihre Sendung und steht dabei namhaften Moderatorinnen wie Michelle Hunziker in nichts nach. Ihre grünen Dock-Martins könnten mit Leichtigkeit High-Heels sein und das stickige weiße Zelt ist längst zu einem Fernsehstudio geworden. Die bunt zusammengewürfelten Sofas, die in einem Kreis um die Entertainerin und ihren „Starkoch“ Valentin Lechner herumstehen, vermitteln den Eindruck, sich in einer Manege zu befi nden. Die bunten von der Decke baumelnden Glühbirnen verstärken diesen noch. Ein Klatschen, ein Zuruf und auf einmal fi ndet sich die Siebzehnjährige von ihrem Partner mit einer imaginä-ren Pistole bedroht. „Ich gebe die Geiseln nur gegen eine Yacht, einen Heli und eine Million Euro frei!“, brüllt er sie an. Doch noch bevor sie Zeit hat, wirklich zu reagieren, tönt es „Zeichentrickfi lm“ aus dem Publikum. Sie reagiert blitzschnell und stürmt nun als Kater Tom mit einem riesigen Hammer auf die Maus Jerry los. Im nächsten Augenblick erklärt sie schon wieder, wie man fachgerecht Zwiebeln schneidet und fünf Sekunden später rettet sie dem durch eine Explosion schwer verletzten Valentin heldenhaft das Leben.

Schließlich lässt Workshopleiter Lorenz Deutsch gestenreich einen unsichtbaren Vorhang fallen und Louise und ihr vor einem Moment wieder Koch gewesener Co-Darsteller kehren atemlos auf ihren Platz zurück.Zehn Teilnehmer und zwei Leiter toben sich beim Improtheater-Workshop im „Zirkuszelt“ aus und haben jede Menge Spaß dabei, eine Idee nach der anderen regelrecht aus dem Hut zu zaubern. Der Ort scheint beinahe Programm zu sein. Doch anders als beim Zirkus gibt es keine lange eingeübten Nummern, die bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und festgelegt sind. Ganz im Gegenteil, bei dieser Form des Theaters kennen die Schau-spieler die Geschichte, die sie vermitteln, genauso wenig wie das Publikum; sie entwickeln, erfi nden sie in dem Moment, in dem sie sie spielen. Jede Szene ist einzigartig, noch nie da gewesen und nicht wiederholbar. Regeln gibt es dafür selbstverständlich nicht, immerhin handelt es sich um Improvisation, doch ganz ohne Richtlinien kommt auch eine Darstellungsform, die ganz auf Spontanität aufbaut, nicht aus. Was man beachten muss, damit Impro-visationstheater funktioniert, welche skurrilen Geschichten dabei herauskom-men können und warum es sich auf je-den Fall lohnt, es mindestens einmal im Leben ausprobiert zu haben, erfahrt ihr in der kompletten Reportage auf www.bodenseecamp.info.

Leiter: Lorenz Deutsch & Alexander DemlingTeilnehmer: 10Kurzbeschreibung: Ohne Text und Plan vor Publi-kum treten: Die Finessen des Improtheaters.Zitat: „Jede Szene ist ein Juwel des Augenblicks.“

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Wenn Kochlöffel zu Pistolen werdenWenn Kochlöffel zu Pistolen werdenEs kracht und poltert, ein vielstimmiges „Au ja!!“ ertönt. „Siamesische Zwillinge“ laufen von Zelt zu Zelt und zeigen, wie man zu zweit eine einzige Person sein kann. Für Außenstehende mag das Treiben der Impro-Theater-Workshopler ein wenig befremdlich gewirkt haben. Diejenigen aber, die selbst dabei waren, können bestätigen, dass das Ganze nicht nur Sinn, sondern vor allem auch jede Menge Spaß gemacht hat. Für alle anderen berichtet Kathi Schlotthauer.Die verwitterten Holzdielen knarzen protestierend, als Louise Mielke mit einem schwungvollen Schritt nach rechts ihre Anmoderation unterstreicht. „Hallo und herzlich willkommen zu unserer Kochshow“, präsentiert sie mit einem strahlenden Lächeln ihre Sendung und steht dabei namhaften Moderatorinnen wie Michelle Hunziker in nichts nach. Ihre grünen Dock-Martins könnten mit Leichtigkeit High-Heels sein und das stickige weiße Zelt ist längst zu einem Fernsehstudio geworden. Die bunt zusammengewürfelten Sofas, die in einem Kreis um die Entertainerin und ihren „Starkoch“ Valentin Lechner herumstehen, vermitteln den Eindruck, sich in einer Manege zu befi nden. Die bunten von der Decke baumelnden Glühbirnen verstärken diesen noch. Ein Klatschen, ein Zuruf und auf einmal fi ndet sich die Siebzehnjährige von ihrem Partner mit einer imaginä-ren Pistole bedroht. „Ich gebe die Geiseln nur gegen eine Yacht, einen Heli und eine Million Euro frei!“, brüllt er sie an. Doch noch bevor sie Zeit hat, wirklich zu reagieren, tönt es „Zeichentrickfi lm“ aus dem Publikum. Sie reagiert blitzschnell und stürmt nun als Kater Tom mit einem riesigen Hammer auf die Maus Jerry los. Im nächsten Augenblick erklärt sie schon wieder, wie man fachgerecht Zwiebeln schneidet und fünf Sekunden später rettet sie dem durch eine Explosion schwer verletzten Valentin heldenhaft das Leben.

Schließlich lässt Workshopleiter Lorenz Deutsch gestenreich einen unsichtbaren Vorhang fallen und Louise und ihr vor einem Moment wieder Koch gewesener Co-Darsteller kehren atemlos auf ihren Platz zurück.Zehn Teilnehmer und zwei Leiter toben sich beim Improtheater-Workshop im „Zirkuszelt“ aus und haben jede Menge Spaß dabei, eine Idee nach der anderen regelrecht aus dem Hut zu zaubern. Der Ort scheint beinahe Programm zu sein. Doch anders als beim Zirkus gibt es keine lange eingeübten Nummern, die bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und festgelegt sind. Ganz im Gegenteil, bei dieser Form des Theaters kennen die Schau-spieler die Geschichte, die sie vermitteln, genauso wenig wie das Publikum; sie entwickeln, erfi nden sie in dem Moment, in dem sie sie spielen. Jede Szene ist einzigartig, noch nie da gewesen und nicht wiederholbar. Regeln gibt es dafür selbstverständlich nicht, immerhin handelt es sich um Improvisation, doch ganz ohne Richtlinien kommt auch eine Darstellungsform, die ganz auf Spontanität aufbaut, nicht aus. Was man beachten muss, damit Impro-visationstheater funktioniert, welche skurrilen Geschichten dabei herauskom-men können und warum es sich auf je-den Fall lohnt, es mindestens einmal im Leben ausprobiert zu haben, erfahrt ihr in der kompletten Reportage auf www.bodenseecamp.info.

Leiter: Lorenz Deutsch & Alexander DemlingTeilnehmer: 10Kurzbeschreibung: Ohne Text und Plan vor Publi-kum treten: Die Finessen des Improtheaters.Zitat: „Jede Szene ist ein Juwel des Augenblicks.“

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Auch wenn noch nicht namhafte Grö-ßen am Werk waren, ist klar: Hier waren wahre Könner am Werk.

Wer hat an der Uhr gedreht? (D)Premiere: 24. Juli 2011 (Internationales BodenseeCamp 2011) FSK: ab 12Genre: Dokumödie

Es geht um die Zeit und darum, wie man sie aussprechen kann in der brandneuen Produk-tion der Stopmotion-Crew des BodenseeCamps 2011 in Markelfi ngen – von Insidern auch als das neue Hollywood im Bereich Stopmotion bezeichnet. Nicht ohne Grund wurde Mar-kelfi ngen als Drehort gewählt, wo doch in dieser Metropole verschiedene Kulturen zusam-mentreffen. Die Crew glänzt nämlich mit einem bisher unerforschten Thema: Das Debut ist laut Eigendefi nition der Macher eine Aufklärungsarbeit zu verschiedenen Aussprachen der Uhrzeit, gefüllt mit Humor und großen „Tutteln“ (Anmerkung der Redaktion: Titten).

Viel Fleiß und Fingerspitzengefühl steckten die acht Newcomer unter der Leitung von Star-Produzent Phillip Bauer in das Stopmotion-Projekt. In den 801 von Hand kunst-voll gestalteten Einzelbildern spiegelt sich vollste Kreativität wider.

Workshopleiter: Phillip BauerTeilnehmer: 8Grundlegende Funktionsweise des Bewegtbildes und wie man sich diese mit einer einfachen Foto-kamera zunutze machtBesonderheit: „Wir haben gelernt, dass es ok ist, auf große Titten zu stehen – auch wenn man schwul ist.“

Text: Lisa

Seite 16

Auch wenn noch nicht namhafte Grö-ßen am Werk waren, ist klar: Hier waren wahre Könner am Werk.

Wer hat an der Uhr gedreht? (D)Wer hat an der Uhr gedreht? (D)Premiere: 24. Juli 2011 (Internationales BodenseeCamp 2011) FSK: ab 12Genre: Dokumödie

Es geht um die Zeit und darum, wie man sie aussprechen kann in der brandneuen Produk-tion der Stopmotion-Crew des BodenseeCamps 2011 in Markelfi ngen – von Insidern auch als das neue Hollywood im Bereich Stopmotion bezeichnet. Nicht ohne Grund wurde Mar-kelfi ngen als Drehort gewählt, wo doch in dieser Metropole verschiedene Kulturen zusam-mentreffen. Die Crew glänzt nämlich mit einem bisher unerforschten Thema: Das Debut ist laut Eigendefi nition der Macher eine Aufklärungsarbeit zu verschiedenen Aussprachen der Uhrzeit, gefüllt mit Humor und großen „Tutteln“ (Anmerkung der Redaktion: Titten).

Viel Fleiß und Fingerspitzengefühl steckten die acht Newcomer unter der Leitung von Star-Produzent Phillip Bauer in das Stopmotion-Projekt. In den 801 von Hand kunst-voll gestalteten Einzelbildern spiegelt sich vollste Kreativität wider.

Workshopleiter: Phillip BauerTeilnehmer: 8Grundlegende Funktionsweise des Bewegtbildes und wie man sich diese mit einer einfachen Foto-kamera zunutze machtBesonderheit: „Wir haben gelernt, dass es ok ist, auf große Titten zu stehen – auch wenn man schwul ist.“

Text: Lisa

Page 17: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

Seite 17 Marketing„Beim Marketing geht es hauptsächlich darum, dass Bedürfnisse befriedigt werden,“ erklärt uns unser Workshopleiter Marc. Ein Schmunzeln macht sich auf den Gesichtern der Teilnehmer breit. „Nicht so, wie ihr jetzt denkt“, fügt er schnell hinzu. Schließlich bezahlen Firmen ihre Marketing-Experten dafür, dass sie Käufer an ihr Unternehmen heranführen und binden. Auch fragten wir uns schon zu Beginn: „Sind wir hier überhaupt richtig?“ Schließlich war das Workshopzelt voll geklebt mit bun-ten Post-its und Plakaten, als wir es betraten. Diese Frage bejahte uns Marc, unser fröhli-cher und außerordentlich engagierter Kursleiter.Es fl iegen Wörter wie „direct marketing“, „Branchenanalyse“ und „Markenkompetenz“ durch den Raum. Was damit gemeint ist, weiß zunächst keiner so wirklich. Hoch motiviert verschönert Marc das komplette Zelt weiterhin mit bunten Post-its und Plakaten, die mit Erklärungen beschriftet sind, sodass letztendlich kaum mehr ein Stück der Wand zu sehen ist. Wir Teilnehmer vermuten zwischenzeitlich sogar, dass unser Workshopleiter nachts regelmäßig das Zelt dekoriert. Anschließend lernen wir anhand von realistischen Beispielen, wie der Vermarktung von Gummistiefeln, wie viele Gedanken und welch riesiger Rechercheaufwand hinter einer „simplen“ Werbung steckt. Bei einem einstündigen Dokumentarfi lm, den wir von beque-men Matratzen aus und mit einem unendlichen Vorrat an Gehirnnahrung (Gummibärchen) genießen dürfen, erhalten wir nochmals einen guten Einblick in die kreative Arbeit einer Werbeagentur.

Leitung: Marc LudwigTeilnehmer: 7Wir befi nden uns in einem ständigenkreativen FlowStimmung: kuschelig

Text: Richard

Um unseren Ehrgeiz anzuspornen, teilt Marc uns zum Abschluss in zwei Gruppen auf, die jeweils für eine Agentur stehen. Die Aufgabe ist es, den Zuschlag für einen sogenannten „Pitch“ (eine Markenidee) zu erhalten. Da wir mittlerweile dank Mark richtige Marketingprofi s geworden sind, gibt es keinerlei Schwierigkeiten und es entstehen geniale Ideen.

Abschließend können wir alle sagen, dass das BodenseeCamp und vor allem unser Work-shop uns bei unserer späteren Berufswahl sehr weiterhelfen wird. Zudem gehen wir mit Sicherheit um einiges schlauer nach Hause.

Danke an die Teilnehmerin Victoria Roth

Seite 17 Marketing„Beim Marketing geht es hauptsächlich darum, dass Bedürfnisse befriedigt werden,“ erklärt uns unser Workshopleiter Marc. Ein Schmunzeln macht sich auf den Gesichtern der Teilnehmer breit. „Nicht so, wie ihr jetzt denkt“, fügt er schnell hinzu. Schließlich bezahlen Firmen ihre Marketing-Experten dafür, dass sie Käufer an ihr Unternehmen heranführen und binden. Auch fragten wir uns schon zu Beginn: „Sind wir hier überhaupt richtig?“ Schließlich war das Workshopzelt voll geklebt mit bun-ten Post-its und Plakaten, als wir es betraten. Diese Frage bejahte uns Marc, unser fröhli-cher und außerordentlich engagierter Kursleiter.Es fl iegen Wörter wie „direct marketing“, „Branchenanalyse“ und „Markenkompetenz“ durch den Raum. Was damit gemeint ist, weiß zunächst keiner so wirklich. Hoch motiviert verschönert Marc das komplette Zelt weiterhin mit bunten Post-its und Plakaten, die mit Erklärungen beschriftet sind, sodass letztendlich kaum mehr ein Stück der Wand zu sehen ist. Wir Teilnehmer vermuten zwischenzeitlich sogar, dass unser Workshopleiter nachts regelmäßig das Zelt dekoriert. Anschließend lernen wir anhand von realistischen Beispielen, wie der Vermarktung von Gummistiefeln, wie viele Gedanken und welch riesiger Rechercheaufwand hinter einer „simplen“ Werbung steckt. Bei einem einstündigen Dokumentarfi lm, den wir von beque-men Matratzen aus und mit einem unendlichen Vorrat an Gehirnnahrung (Gummibärchen) genießen dürfen, erhalten wir nochmals einen guten Einblick in die kreative Arbeit einer Werbeagentur.

Leitung: Marc LudwigTeilnehmer: 7Wir befi nden uns in einem ständigenkreativen FlowStimmung: kuschelig

Text: Richard

Um unseren Ehrgeiz anzuspornen, teilt Marc uns zum Abschluss in zwei Gruppen auf, die jeweils für eine Agentur stehen. Die Aufgabe ist es, den Zuschlag für einen sogenannten „Pitch“ (eine Markenidee) zu erhalten. Da wir mittlerweile dank Mark richtige Marketingprofi s geworden sind, gibt es keinerlei Schwierigkeiten und es entstehen geniale Ideen.

Abschließend können wir alle sagen, dass das BodenseeCamp und vor allem unser Work-shop uns bei unserer späteren Berufswahl sehr weiterhelfen wird. Zudem gehen wir mit Sicherheit um einiges schlauer nach Hause.

Danke an die Teilnehmerin Victoria Roth

Page 18: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

Seite 18

Oder auch: Über eine Notlösung.Ursprünglich hatte wir alle andere Pläne für‘s BodenseeCamp 2011. Wir wollten in andere Workshops, gehören eigentlich zum Team oder kamen um Urlaub zu machen. Aus den ver-schiedensten Gründen waren wir trotzdem alle hier.Zu sechst machten wir uns also Freitagabend an die Aufgabe, innerhalb von 55 Stunden die Zeitung auf die Beine zu stellen. Auch wenn Vieles nicht ganz so lief wie geplant, wir haben unser Bestes gegeben. Mit viel Humor, Nervennahrung, Kreativität und der ein oder anderen Überstunde ist die Zeitung fertig geworden. Wir hoffen, sie gefällt euch und wün-schen viel Spaß beim Lesen. Thinh-Lay, Marcel, Richard, Lisa, Ann-Katrin und Nina

Dokuteam Zeitung Leiterin: Katharina DohmTeilnehmer: 3Zuständig für die schriftliche Dokumentation des CampsStimmung: „Arbeitsintensiv“

Text: Nina

Text: Nina

Dokuteam Film Leiter: Konstantin ViehweiderTeilnehmer: 3Hier entsteht ein Film über das CampStimmung: „Ich glaub unser Film wird gut. Oder auch nicht. Mal sehen.“

Freitag, 19:45 Uhr: Das erste Treffen. Amelie, Theresa, Christian, Konstantin. Ideen, Ideen, Ideen.Samstag, 11:35 Uhr: To-Do-Liste, Storyline, Mind Map, Drehplan, etc. Die Wände im Zelt des Dokuteams hängen voll mit Listen und Plänen und Zetteln und Ideen. Samstag 16:57 Uhr: Dokufi lmer überall auf dem Platz: unter Plastiktüten, hinter Bäumen, am See oder in der Küche. Samstagnachts: Chris sitzt mit der Gitarre vor dem Schnittcomputer und wartet. Und war-tet. Und wartet ...Sonntag 12:20 Uhr: „Wir schneiden heute.“ Man sieht und hört nichts vom Team. Beim Mittagessen wird über Schnittbilder, Ton, Belichtung und die nächtliche Getränkewahl de-battiert. „Ich bin gespannt, wie‘s wird.“

Obwohl wir (das Zeitungsteam) unser Zelt mit dem Filmteam teilen, haben wir sie kaum gesehen oder gehört. Und wenn dann haben sie die Köpfe hinter Bildschirmen zusammen-gesteckt oder hatten Kopfhörer auf. Umso mehr sind wir neugierig auf das Ergebnis!

Seite 18

Oder auch: Über eine Notlösung.Ursprünglich hatte wir alle andere Pläne für‘s BodenseeCamp 2011. Wir wollten in andere Workshops, gehören eigentlich zum Team oder kamen um Urlaub zu machen. Aus den ver-schiedensten Gründen waren wir trotzdem alle hier.Zu sechst machten wir uns also Freitagabend an die Aufgabe, innerhalb von 55 Stunden die Zeitung auf die Beine zu stellen. Auch wenn Vieles nicht ganz so lief wie geplant, wir haben unser Bestes gegeben. Mit viel Humor, Nervennahrung, Kreativität und der ein oder anderen Überstunde ist die Zeitung fertig geworden. Wir hoffen, sie gefällt euch und wün-schen viel Spaß beim Lesen. Thinh-Lay, Marcel, Richard, Lisa, Ann-Katrin und Nina

Dokuteam ZeitungDokuteam ZeitungDokuteam Zeitung Leiterin: Katharina DohmTeilnehmer: 3Zuständig für die schriftliche Dokumentation des CampsStimmung: „Arbeitsintensiv“

Text: Nina

Text: Nina

Dokuteam ZeitungText: Nina

Dokuteam Zeitung

Dokuteam Film Leiter: Konstantin ViehweiderTeilnehmer: 3Hier entsteht ein Film über das CampStimmung: „Ich glaub unser Film wird gut. Oder auch nicht. Mal sehen.“

Freitag, 19:45 Uhr: Das erste Treffen. Amelie, Theresa, Christian, Konstantin. Ideen, Ideen, Ideen.Samstag, 11:35 Uhr: To-Do-Liste, Storyline, Mind Map, Drehplan, etc. Die Wände im Zelt des Dokuteams hängen voll mit Listen und Plänen und Zetteln und Ideen. Samstag 16:57 Uhr: Dokufi lmer überall auf dem Platz: unter Plastiktüten, hinter Bäumen, am See oder in der Küche. Samstagnachts: Chris sitzt mit der Gitarre vor dem Schnittcomputer und wartet. Und war-tet. Und wartet ...Sonntag 12:20 Uhr: „Wir schneiden heute.“ Man sieht und hört nichts vom Team. Beim Mittagessen wird über Schnittbilder, Ton, Belichtung und die nächtliche Getränkewahl de-battiert. „Ich bin gespannt, wie‘s wird.“

Obwohl wir (das Zeitungsteam) unser Zelt mit dem Filmteam teilen, haben wir sie kaum gesehen oder gehört. Und wenn dann haben sie die Köpfe hinter Bildschirmen zusammen-gesteckt oder hatten Kopfhörer auf. Umso mehr sind wir neugierig auf das Ergebnis!

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Seite 19

Profi pläusche Profi plausch: Diskussionsrunde in Kleingruppen, Austauschmöglichkeit zwischen Medienexperten und Medien-machern

Medienjournalismus

„Bei der Münchner Abendzeitung klebe ich an der Pinnwand als Feind der Nation“„Journalisten schreiben etwas über Journalisten“ hieß es am Samstagnachmittag bei dem freien Medienjournalist Thomas Mrazek aus München. Elf interessierte Teilnehmer hatten sich für ein Expertengespräch mit dem erfahrenen Medienhasen entschieden, der auch im Bayrischen Journalisten-Verband ist. Den Weg in den Medienjournalismus fand er persönlich bei Pro7. Dort machte er Online-nachrichten und recherchierte für das Boulevardmagazin „taff“. „Es war total spannend, in den Niederungen des Boulevardjournalismus mitspielen zu dürfen und zu sehen, wie die dort mit Druck umgehen – mit Zynismus und Drogen eben.“ Nach zwei Jahren war dann aber Schluss, weil er die Arbeit dort nach einem Chef- und Teamwechsel nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Es kam so weit, dass er anfi ng einen Artikel über die ethischen Missstände bei Pro7 zu schreiben. Unter einem Pseudonym veröffentlichte er für die Tageszeitung (Taz) einen Insiderbericht. Und schon befand er sich mitten im Gesche-hen des Medienjournalismus. Über unsaubere Medienarbeit, Film und Fernsehen oder Neuigkeiten aus der Medienwelt zu berichten – das alles sind Aufgaben eines Medienjournalisten. Das passiert sowohl im Print (Journalist, Medium Magazin), Fernsehen (Zapp), Online (bildblog.de) als auch im Radio. Was meint der Experte, wie es zukünftig so weiter geht? „Ich bin der Auffassung, dass der Medienjournalismus sich immer mehr auf das Internet verlagert“.Ob nun im Print oder online, Journalisten, die über ihre Kollegen kritisch schreiben, sind unbeliebt. Doch Thomas Mrazek lässt sich davon nicht abhalten und deckt Missstände auf, die bei dem steigenden Zeitdruck in Zeiten von Livetickern und Social Media nicht weniger werden. Weil er das schon seit mehr als einem Jahrzehnt macht, verwunderte die Teilneh-mer auch folgende persönliche Anekdote nicht: „Bei der Münchner Abendzeitung klebe ich an der Pinnwand als Feind der Nation“. Doch wo Schatten ist, da ist auch Licht. Und so betonte er am Ende, dass man nicht ver-gessen darf, die anderen Kollegen auch zu loben, wenn diese besonders toll recherchiert haben.

Text: Ann-Katrin

Seite 19

Profi pläusche Profi plausch: Diskussionsrunde in Kleingruppen, Austauschmöglichkeit zwischen Medienexperten und Medien-machern

Medienjournalismus

„Bei der Münchner Abendzeitung klebe ich an der Pinnwand als Feind der Nation“„Journalisten schreiben etwas über Journalisten“ hieß es am Samstagnachmittag bei dem freien Medienjournalist Thomas Mrazek aus München. Elf interessierte Teilnehmer hatten sich für ein Expertengespräch mit dem erfahrenen Medienhasen entschieden, der auch im Bayrischen Journalisten-Verband ist. Den Weg in den Medienjournalismus fand er persönlich bei Pro7. Dort machte er Online-nachrichten und recherchierte für das Boulevardmagazin „taff“. „Es war total spannend, in den Niederungen des Boulevardjournalismus mitspielen zu dürfen und zu sehen, wie die dort mit Druck umgehen – mit Zynismus und Drogen eben.“ Nach zwei Jahren war dann aber Schluss, weil er die Arbeit dort nach einem Chef- und Teamwechsel nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Es kam so weit, dass er anfi ng einen Artikel über die ethischen Missstände bei Pro7 zu schreiben. Unter einem Pseudonym veröffentlichte er für die Tageszeitung (Taz) einen Insiderbericht. Und schon befand er sich mitten im Gesche-hen des Medienjournalismus. Über unsaubere Medienarbeit, Film und Fernsehen oder Neuigkeiten aus der Medienwelt zu berichten – das alles sind Aufgaben eines Medienjournalisten. Das passiert sowohl im Print (Journalist, Medium Magazin), Fernsehen (Zapp), Online (bildblog.de) als auch im Radio. Was meint der Experte, wie es zukünftig so weiter geht? „Ich bin der Auffassung, dass der Medienjournalismus sich immer mehr auf das Internet verlagert“.Ob nun im Print oder online, Journalisten, die über ihre Kollegen kritisch schreiben, sind unbeliebt. Doch Thomas Mrazek lässt sich davon nicht abhalten und deckt Missstände auf, die bei dem steigenden Zeitdruck in Zeiten von Livetickern und Social Media nicht weniger werden. Weil er das schon seit mehr als einem Jahrzehnt macht, verwunderte die Teilneh-mer auch folgende persönliche Anekdote nicht: „Bei der Münchner Abendzeitung klebe ich an der Pinnwand als Feind der Nation“. Doch wo Schatten ist, da ist auch Licht. Und so betonte er am Ende, dass man nicht ver-gessen darf, die anderen Kollegen auch zu loben, wenn diese besonders toll recherchiert haben.

Text: Ann-Katrin

Page 20: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

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Ware Journalismus: Nützliche Tipps und Sonnenschein zum Schütteln

Unser Profi Lothar Hausmann, Diplomjournalist und Vorsitzender des Bundesfachausschuss Zeit-

schriften im Deutschen Journalisten-Verband gab folgende Tipps, wie man sich als Journalist gut

verkaufen kann:

1. Schwerpunkte setzen

2. Sich fragen: Wo stehe ich? Von sich selbst überzeugt sein.

3. Freunde fragen: „Wie schätzt du mich ein? Wo bin ich stark/schwach?“ Das zu wissen, macht

authentisch.

4. Kontrollfrage: „Warum will ich JournalistIn sein? An welchem Punkt hört´s für mich auf? (Kom-

me ich damit klar, Schleichwerbung in den Artikeln machen zu müssen?)

5. Redaktionen anrufen: Wenn man abgewimmelt wird, fragen, wann es am günstigsten ist, wieder

anzurufen. Nie Adresse oder Telefonnummer notieren lassen, sondern sich selbst wieder melden!

6. Visitenkarte ist ein Powertool, wenn die Rückseite einen Nutz- oder individuellen Wiedererken-

nungswert hat.

Diverse Exkurse zu eigenen Medientätigkeiten der Teilnehmer und Berufserfahrungen von Lothar

ließen uns nicht immer beim Thema bleiben, was die Runde aber gemütlich machte und die At-

mosphäre lockerte. Am Ende schenkte er uns sogar Planer mit weiteren Tipps und ließ eine Dose

Sonnenschein für das Camp da.Text: Lisa

Profi plausch Peoplejournalismus Profi plausch Ware Journalist

Seite 20

Ware Journalismus: Nützliche Tipps und Sonnenschein zum Schütteln

Unser Profi Lothar Hausmann, Diplomjournalist und Vorsitzender des Bundesfachausschuss Zeit-

schriften im Deutschen Journalisten-Verband gab folgende Tipps, wie man sich als Journalist gut

verkaufen kann:

1. Schwerpunkte setzen

2. Sich fragen: Wo stehe ich? Von sich selbst überzeugt sein.

3. Freunde fragen: „Wie schätzt du mich ein? Wo bin ich stark/schwach?“ Das zu wissen, macht

authentisch.

4. Kontrollfrage: „Warum will ich JournalistIn sein? An welchem Punkt hört´s für mich auf? (Kom-

me ich damit klar, Schleichwerbung in den Artikeln machen zu müssen?)

5. Redaktionen anrufen: Wenn man abgewimmelt wird, fragen, wann es am günstigsten ist, wieder

anzurufen. Nie Adresse oder Telefonnummer notieren lassen, sondern sich selbst wieder melden!

6. Visitenkarte ist ein Powertool, wenn die Rückseite einen Nutz- oder individuellen Wiedererken-

nungswert hat.

Diverse Exkurse zu eigenen Medientätigkeiten der Teilnehmer und Berufserfahrungen von Lothar

ließen uns nicht immer beim Thema bleiben, was die Runde aber gemütlich machte und die At-

mosphäre lockerte. Am Ende schenkte er uns sogar Planer mit weiteren Tipps und ließ eine Dose

Sonnenschein für das Camp da.Text: Lisa

Profi plausch Peoplejournalismus Profi plausch Ware Journalist

Page 21: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

Seite 21

PR frisst Seele

Was heute in der Zeitung steht, lief gestern oft in Form einer Pressemitteilung durch die ver-

schiedensten Presseverteiler. In manchen Fällen ist für die Erstellung solcher Meldungen Franziska

Schwarzmann, ehemaliges Vorstandsmitglied der Jugendpresse Deutschland, zuständig. Für den

Schritt vom Journalismus zur „dunklen Seite der Macht“, der Öffentlichkeitsarbeit für Unterneh-

men, hat sie sich aufgrund der besseren Arbeitslage entschieden. Schließlich lässt sich im Journa-

lismus kaum noch eine Festanstellung ergattern.

Interessanterweise gibt es so gut wie keine Unterschiede zwischen Journalismus und PR – das

Handwerkszeug ist identisch. „PR ist Kommunikation mit einem klaren Absender, das ist der ein-

zige Unterschied“, erklärt Franziska. Eine Hauptaufgabe vieler PR-Abteilungen ist die sogenannte

interne Kommunikation, also die Kommunikation innerhalb eines Unternehmens. Dies geschieht

häufi g in Form von Corporate Publishing, also Firmeneigener Zeitschriften und Zeitungen. Das

wohl bekannteste Beispiel hierfür ist „Mobil“ der DB. Zum Abschluss der Diskussionsrunde gibt es

noch einen sehr wichtigen Rat von Franziska: „Das Wichtigste bei der Arbeit als PR-Mitarbeiter und

Journalist ist das Networking. Tauscht so viele Nummern aus, wie ihr könnt, und knüpft Kontakte!“

„Was gibt’s Neues, Céline Dion?“

Drei Erkenntnisse: Celebrity-Journalismus ist ein Geschäft. Immer lieb sein geht nicht. Hochsta-

peln ist erlaubt. Im Profi plausch „Partys, Promis, Fashionweek?“ erzählt People-Journalistin De-

borah Neufeld, was es braucht, um den Stars Top-Stories zu entlocken.

Feingefühl braucht’s, aber auch Mut und Verhandlungsgeschick. Wenn nötig, greift Neufeld zum

Telefon. Dass sie Fragen wie „Wie geht’s? Was gibt’s Neues in der Liebe?“ stellt, gehört zu ihrem

Tagesgeschäft. Erfolgversprechend, ist wie erwähnt, Hochstapeln, also so tun, als ob: „Du, ich

habe gehört, es läuft was, stimmt das?“ Wenn die interviewte Person nicht will, dass etwas darü-

ber geschrieben wird, versucht die Journalistin zu verhandeln. „Es ist ein Geben und Nehmen, ein

Geschäft eben“, erzählt Neufeld.

Mit den Promis per Du, gratis Partys besuchen, fast ein wenig dazugehören: People-Journalist, der

Traumjob schlechthin? Für Menschen, die sich für Klatsch, Tratsch und Gossip interessieren, auf

jeden Fall. Und alle anderen? Die überfl iegen die Klatschseiten, schmunzeln darüber und tun so,

als wüssten sie absolut nichts.

Text: Richard

Text: Thinh-Lay

Seite 21

PR frisst Seele

Was heute in der Zeitung steht, lief gestern oft in Form einer Pressemitteilung durch die ver-

schiedensten Presseverteiler. In manchen Fällen ist für die Erstellung solcher Meldungen Franziska

Schwarzmann, ehemaliges Vorstandsmitglied der Jugendpresse Deutschland, zuständig. Für den

Schritt vom Journalismus zur „dunklen Seite der Macht“, der Öffentlichkeitsarbeit für Unterneh-

men, hat sie sich aufgrund der besseren Arbeitslage entschieden. Schließlich lässt sich im Journa-

lismus kaum noch eine Festanstellung ergattern.

Interessanterweise gibt es so gut wie keine Unterschiede zwischen Journalismus und PR – das

Handwerkszeug ist identisch. „PR ist Kommunikation mit einem klaren Absender, das ist der ein-

zige Unterschied“, erklärt Franziska. Eine Hauptaufgabe vieler PR-Abteilungen ist die sogenannte

interne Kommunikation, also die Kommunikation innerhalb eines Unternehmens. Dies geschieht

häufi g in Form von Corporate Publishing, also Firmeneigener Zeitschriften und Zeitungen. Das

wohl bekannteste Beispiel hierfür ist „Mobil“ der DB. Zum Abschluss der Diskussionsrunde gibt es

noch einen sehr wichtigen Rat von Franziska: „Das Wichtigste bei der Arbeit als PR-Mitarbeiter und

Journalist ist das Networking. Tauscht so viele Nummern aus, wie ihr könnt, und knüpft Kontakte!“

„Was gibt’s Neues, Céline Dion?“

Drei Erkenntnisse: Celebrity-Journalismus ist ein Geschäft. Immer lieb sein geht nicht. Hochsta-

peln ist erlaubt. Im Profi plausch „Partys, Promis, Fashionweek?“ erzählt People-Journalistin De-

borah Neufeld, was es braucht, um den Stars Top-Stories zu entlocken.

Feingefühl braucht’s, aber auch Mut und Verhandlungsgeschick. Wenn nötig, greift Neufeld zum

Telefon. Dass sie Fragen wie „Wie geht’s? Was gibt’s Neues in der Liebe?“ stellt, gehört zu ihrem

Tagesgeschäft. Erfolgversprechend, ist wie erwähnt, Hochstapeln, also so tun, als ob: „Du, ich

habe gehört, es läuft was, stimmt das?“ Wenn die interviewte Person nicht will, dass etwas darü-

ber geschrieben wird, versucht die Journalistin zu verhandeln. „Es ist ein Geben und Nehmen, ein

Geschäft eben“, erzählt Neufeld.

Mit den Promis per Du, gratis Partys besuchen, fast ein wenig dazugehören: People-Journalist, der

Traumjob schlechthin? Für Menschen, die sich für Klatsch, Tratsch und Gossip interessieren, auf

jeden Fall. Und alle anderen? Die überfl iegen die Klatschseiten, schmunzeln darüber und tun so,

als wüssten sie absolut nichts.

Text: Richard

Text: Thinh-Lay

Page 22: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

Seite 22

Freitag: Regen Samstag: Regen Sonntag: Regen Montag: Regen

Die Wettervorhersage war schlecht, das Wetter vor Ort miserabel. Vier Tage lang ließ sich die

Sonne hier in Markelfi ngen am Bodensee nur selten und vor allem kurz blicken – und das mitten im

Sommer! Nächtliche Temperaturen von rund 10 Grad führten zu überlebenswichtigem, engem Kör-

perkontakt zwischen den Teilnehmern, um gegenseitig Körperwärme auszutauschen. Ohne diese

Maßnahme wäre es durchaus denkbar gewesen, dass der eine oder andere die kalte Kurzfi lmnacht

nicht überstanden hätte.

Das Beachvolleyballfeld glich einer professionellen Schlamm-Catch Arena. Wenige Wagemutige

haben sogar den Sprung in die kalten Fluten des Sees nicht gescheut. Frei nach dem Motto: „Wenn

schon nass, dann aber richtig!“

Doch das durchwachsene Wetter hinderte die rund 100 jungen Journalisten nicht daran, voller

Konzentration und Elan an den Campmedien zu arbeiten und das BodenseeCamp 2011 in ein un-

vergessliches Erlebnis zu verwandeln.

Wetter Text: Richard

Wie habt ihr euch auf das Wetter vorbereitet?

Seite 22

Freitag: Regen Samstag: Regen Sonntag: Regen Montag: Regen

Die Wettervorhersage war schlecht, das Wetter vor Ort miserabel. Vier Tage lang ließ sich die

Sonne hier in Markelfi ngen am Bodensee nur selten und vor allem kurz blicken – und das mitten im

Sommer! Nächtliche Temperaturen von rund 10 Grad führten zu überlebenswichtigem, engem Kör-

perkontakt zwischen den Teilnehmern, um gegenseitig Körperwärme auszutauschen. Ohne diese

Maßnahme wäre es durchaus denkbar gewesen, dass der eine oder andere die kalte Kurzfi lmnacht

nicht überstanden hätte.

Das Beachvolleyballfeld glich einer professionellen Schlamm-Catch Arena. Wenige Wagemutige

haben sogar den Sprung in die kalten Fluten des Sees nicht gescheut. Frei nach dem Motto: „Wenn

schon nass, dann aber richtig!“

Doch das durchwachsene Wetter hinderte die rund 100 jungen Journalisten nicht daran, voller

Konzentration und Elan an den Campmedien zu arbeiten und das BodenseeCamp 2011 in ein un-

vergessliches Erlebnis zu verwandeln.

WetterWetterWetter Text: Richard

Wie habt ihr euch auf das Wetter vorbereitet?Wie habt ihr euch auf das Wetter vorbereitet?

Page 23: BodenseeCamp 2011: campus delicti VII

Seite 23

Campus Delicti VIIZeitung zum Internationalen BodenseeCamp 2011vom 22. bis 25. Juli 2011

HerausgeberBodenseeCampJunge Medien SchweizSandstraße 5CH- 3302 Moosseedorf

Aufl age200

Druckdruck + Copyland GmbHBismarckstraße 778315 Radolfszelldruckplus.com

V.i.S.d.P.Ann-Katrin WielandLisa Zeller(Adresse siehe Herausgeber)

RedaktionsleitungAnn-Katrin WielandLisa Zeller

RedaktionKatharina DohmBianca KraußMarcel Leitner Richard OlbrechtThinh-Lay TongAnn-Katrin WielandLisa Zeller

ZeitungsfotografMarcel Leitner

Titel/RückseiteRaphael Hünerfauth

LayoutKatharina Dohm

ImpressumQuietsche-Entchen und Applaus für alle Workshopleiter:Konstantin Viehweider, Katharina „Nina“ Dohm, Ann-Katrin Wieland, Lisa Zel-ler, Phillip Bauer, Moritz Wacker, Raphael Hünerfauth, Jan Günther, Lorenz Deutsch, Alexander Demeling, Dominik Mai, Felix Mayr, Johannes Henseler, Marc Ludwig, Felix Unholz, Luzia Tschirky, Nico Leuenberger, Adrian Gom-bert, Janosch Szabo, Martin Hoisl, Lisa Kuppler

Vielen lieben Dank an unsere Medienprofi s:Thomas Mrazek, Deborah Neufeld, Rafaël Zeier, Céline Fuchs, Samuel Schmid, Jonas Bischoff, Lothar Hausmann, Franziska Schwarzmann, Monika Freund, Patrick Schneider

Hinter dem BodenseeCamp 2011 stecken:Anita Kupper, Matthias Rohrer, Christian Tschugg, Kathrin Vogt, Hannah Rex, Michael Hallermayer, Julian Pöschl, Oli Sebel, Katharina Dohm, Christoph Bialdyga, Philipp Schmieder, Benjamin Freundorfer, Bianca Krauß, Felix Un-holz, Beatrix Augustin, Christina Musa, Lisa Zeller, Stefanie Pfändler, Ann-Katrin Wieland

Veranstalter

Das BodenseeCamp wird veranstaltet von der Jungen Presse Bayern, der Ju-gendpresse Österreich und den Jungen Medien Schweiz. Wir bedanken uns bei allen, die uns fi nanziell, mit Sachspenden und Technik untersützt haben.

Unterstützt von

Verein zur journalistischen Aus- und Weiterbildung (VFJ)

Junge Presse Bayern e.V.

jugendpresse.orgösterreich

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Seite 23

Campus Delicti VIIZeitung zum Internationalen BodenseeCamp 2011vom 22. bis 25. Juli 2011

HerausgeberBodenseeCampJunge Medien SchweizSandstraße 5CH- 3302 Moosseedorf

Aufl age200

Druckdruck + Copyland GmbHBismarckstraße 778315 Radolfszelldruckplus.com

V.i.S.d.P.Ann-Katrin WielandLisa Zeller(Adresse siehe Herausgeber)

RedaktionsleitungAnn-Katrin WielandLisa Zeller

RedaktionKatharina DohmBianca KraußMarcel Leitner Richard OlbrechtThinh-Lay TongAnn-Katrin WielandLisa Zeller

ZeitungsfotografMarcel Leitner

Titel/RückseiteRaphael Hünerfauth

LayoutKatharina Dohm

ImpressumQuietsche-Entchen und Applaus für alle Workshopleiter:Konstantin Viehweider, Katharina „Nina“ Dohm, Ann-Katrin Wieland, Lisa Zel-ler, Phillip Bauer, Moritz Wacker, Raphael Hünerfauth, Jan Günther, Lorenz Deutsch, Alexander Demeling, Dominik Mai, Felix Mayr, Johannes Henseler, Marc Ludwig, Felix Unholz, Luzia Tschirky, Nico Leuenberger, Adrian Gom-bert, Janosch Szabo, Martin Hoisl, Lisa Kuppler

Vielen lieben Dank an unsere Medienprofi s:Thomas Mrazek, Deborah Neufeld, Rafaël Zeier, Céline Fuchs, Samuel Schmid, Jonas Bischoff, Lothar Hausmann, Franziska Schwarzmann, Monika Freund, Patrick Schneider

Hinter dem BodenseeCamp 2011 stecken:Anita Kupper, Matthias Rohrer, Christian Tschugg, Kathrin Vogt, Hannah Rex, Michael Hallermayer, Julian Pöschl, Oli Sebel, Katharina Dohm, Christoph Bialdyga, Philipp Schmieder, Benjamin Freundorfer, Bianca Krauß, Felix Un-holz, Beatrix Augustin, Christina Musa, Lisa Zeller, Stefanie Pfändler, Ann-Katrin Wieland

Veranstalter

Das BodenseeCamp wird veranstaltet von der Jungen Presse Bayern, der Ju-gendpresse Österreich und den Jungen Medien Schweiz. Wir bedanken uns bei allen, die uns fi nanziell, mit Sachspenden und Technik untersützt haben.

Unterstützt von

Verein zur journalistischen Aus- und Weiterbildung (VFJ)

Junge Presse Bayern e.V.

jugendpresse.orgösterreich

jugendpresse.orgösterreich

jugendpresse.org

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