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Ein Geschenk des Himmels - macht ein Geschenk kostbar, sondern etwas anderes. Wenn ich ein Geschenk bekomme, durch das mir jemand sagt: „Ich mag dich! Du bist mir wertvoll! Ich will

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  • Ein Geschenk des Himmels Dem Weihnachtsgeheimnis auf der Spur

  • Ein Geschenk des Himmels Dem Weihnachtsgeheimnis auf der Spur

    Pater Martin Ramm FSSP Michael & Dorothea Hageböck

    Thalwil 2011

    Mit kirchlicher Druckerlaubnis des Bischöflichen Ordinarius von Chur

    vom 11. November 2011

  • 2

    Inhaltsverzeichnis

    Weshalb gibt es die Advents- und Weihnachtszeit? . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 3

    Den Advent neu entdecken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 6

    Weihnachten neu entdecken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 14

    Weihnachtsevangelien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 26

    Anregungen für die heilige Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 32

    Gebete und Lieder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 36

    Weiterführende Gedanken zum Weihnachtsgeheimnis . . . . . . . . . . . . . . Seite 40

    Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 48

  • 3

    Was ein Adventskalender ist, das weiß wohl jeder. Und was ein Adventskranz ist, das weiß auch jeder. Aber was der Advent ist, weiß das jeder? - Weißt du es?

    Der Advent ist die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten. Was aber bedeutet Weihnachten? Wie und warum bereitet man sich auf dieses Fest vor?

    Nur wer das versteht, kann richtig gute und segensreiche Weihnachten haben. Und genau das wünschen wir dir!

    Um dir einige Anregungen und Denkanstöße zu geben, haben wir dieses Büchlein erstellt.

    Weshalb gibt es die Advents- und Weihnachtszeit?

  • 4

    Rahmen oder Bild?

    Zu einem schönen Bild gehört ein schöner Rahmen, damit das Bild um so besser zur Geltung kommt. Was aber, wenn man dem Rahmen so viel Auf- merksamkeit schenkt, dass man das Bild gar nicht mehr beachtet und es schließlich sogar ganz vergisst und verliert? - Wäre das nicht traurig?

    Ist das Weihnachtsfest Rahmen, oder ist es Bild?

    Worauf es im Advent und an Weihnachten ankommt, ist, dass die Liebe Gottes sichtbar in die Welt gekommen ist und als Mensch geboren wurde. Die Geburt Jesu Christi ist das bedeutsamste Ereignis der Weltgeschichte. Leider haben dies viele Menschen vergessen.

    Ein Advent und ein Weihnachtsfest, bei dem nicht Jesus wirklich im Mittel- punkt steht, ist wie ein Rahmen ohne Bild, traurig und leer. Ist es nicht genau das, was viele Menschen heute empfinden? Advent als sinnleerer Einkaufs- marathon, gespickt mit Kalorienbomben und Glitzerkitsch: - Und ist da nicht ganz tief in uns eine Sehnsucht nach mehr?

  • 5

    Was bedeutet Advent?

    Das Wort ‚Advent‘ bedeutet ‚Ankunft‘. Mit dem ersten Adventssonntag (und nicht schon mitten im Ok tober) beginnt diese wunderbare Zeit.

    Der Ad vent will helfen, dass wir uns gut vorberei- ten auf Jesus.

    Keine Zeit im Jahr ist so dunkel wie der Advent. Er ist die Zeit der längsten Nächte und der kürzes- ten Tage. Deshalb ist der Advent die Zeit der Sehn- sucht nach dem Licht.

    Zu Weihnachten ist die Sonnwende, dann werden die Tage wieder länger. Mit dem Weihnachtsfest besiegt das Licht die Finsternis.

    Jesus ist das wahre Licht der Welt!

  • 6

    Den Advent neu entdecken

    Was sagt uns der Adventskranz?

    Wenn der Adventskranz reden könnte, was würde er wohl sagen?

    Er würde sagen: „Denkt euch das elek- trische Licht weg! Auch alle Lichter- ketten und Leuchtbäume, allen glitzernden Kitsch und Glimmer denkt euch weg! Schal- tet all dies aus oder - noch besser - verzich- tet ganz darauf!

    Nehmt ganz bewusst das Dunkel wahr!

    Spürt ihr in euch die Sehnsucht nach dem Licht?

  • 7

    Lasst mich leuchten! Ich künde euch Jesus, das Licht der Welt. Wie dunkel und wie traurig ist ein Herz, das Jesus nicht kennt!

    Mit jeder Kerze, die von Sonntag zu Sonntag an mir neu entzündet wird, soll es heller werden, nicht nur in euren Häusern, sondern auch in euren Herzen!

    Tut Gutes und verscheucht die Sünde!

    Seid ganz im Licht!

    Öffnet eure Herzen für Jesus, denn er allein kann euch von all euren Sünden erlösen!“

  • 8

    Was sagt uns der heilige Nikolaus?

    Der heilige Nikolaus hat im 4. Jahrhun- dert gelebt und war Bischof von Myra. Er ist Patron der Kinder und wird als Mann verehrt, der Jesus sehr geliebt und den Armen viel Gu- tes getan hat. Aus diesem Grund passt das Fest des heili- gen Nikolaus, das am 6. Dezember gefeiert wird, auch so gut in den Advent.

  • 9

    Die Botschaft von Sankt Nikolaus ist klar: „Habt Jesus lieb und tut Gutes!“

    Aber noch etwas anderes liegt ihm am Her- zen: „Ich habe da noch einen ziemlich albernen Konkurrenten. Gewöhnlich erkennt man ihn an seiner roten Zipfelmütze und einem langen wei- ßen Bart. Obwohl er mit Weihnachten eigentlich nicht viel zu tun hat, nennt man ihn doch den ‚Weihnachtsmann‘. Hätte ihn nicht im Jahr 1931 die Coca-Cola Company für ihre Werbung ent- deckt, würde ihn heute wahrscheinlich kaum jemand kennen. Je mehr aber das Wissen um den christlichen Sinn des Advents und des Weih- nachtsfestes verdunstet und je weniger man mich, den heiligen Nikolaus, kennt, desto mehr feiert der Weihnachtsmann traurige Triumphe als Verkaufsanimator. - Seid so gut, und ver- wechselt uns nicht!“

  • 10

    Was sagt uns das Violett in der Kirche?

    In der Kirche hat der Advent eine eige- ne Farbe, nämlich Violett. In der heiligen Messe trägt der Priester violette Gewän- der. Violett ist die Farbe der Buße. Vor Jesus kam Johannes der Täufer. Er ging ihm voraus und hat die Menschen zur Umkehr gerufen.

    Wenn die violette Farbe reden könnte, dann würde sie sagen: „Geht in euch! Lasst das Licht in euer Herz hinein! Er- kennt euch selbst und bereut eure Sün- den! Jesus hat euch ein wunderbares Geschenk gemacht, um all eure Sünden zu tilgen. Geht zur heiligen Beichte! Es ist so gut, ein reines Herz zu haben! In solch ein Herz kommt Jesus gerne.“

  • 11

    Was sagt uns das Stroh in der Krippe?

    Die Wohnung unseres Herzens sollen wir nicht nur reinigen, sondern auch schmücken. Wie durch die Beichte das Herz gereinigt wird, so wird es durch gute Taten geschmückt.

    In manchen Familien gibt es im Advent einen schönen Brauch: Sooft ein Kind ein gutes Werk tut, darf es einen Stroh- halm ziehen. Diese Strohhalme wer- den von Tag zu Tag immer mehr. Und wenn dann Weihnachten ist, legt man das gesammelte Stroh in die Krippe, um dem Christkind darauf ein weiches Lager zu bereiten. Wenn die Strohhal- me reden könnten, dann würden sie alle sagen: „Jesus, ich hab Dich lieb!“

  • 12

    Erzählung: Zwiesprache an der Krippe

    Ein Junge besucht um die Weihnachtszeit seine Großeltern. Sie haben eine Krippe aufgebaut, mit vielen Figuren und einem prächtigen Stall. Besonders die Hirten haben es dem Jungen angetan. Lange betrachtet er die Szene, wird müde und schläft vor der Krippe ein. Im Traum werden die Figuren lebendig, und er ist mitten unter ihnen. So geht der Junge mit in den Stall von Bethlehem, um sich das Christkind anzuschau- en. „Ich möchte gerne drei Dinge von dir haben“, sagt Jesus. Eifrig antwortet der Junge: „Mein Playmobil, mein Fahrrad oder das Buch mit den vielen Bildern?“ „Nein“, erwidert das Jesuskind, „das brauche ich nicht. Ich möchte von dir etwas anderes haben. Schenk mir deinen letzten Deutschaufsatz!“ Der Junge erschrickt: „Da hat doch der Lehrer ‚ungenügend‘ druntergeschrie- ben!“ „Eben deshalb will ich ihn haben. Bringst du mir immer alles, wo ‚ungenü- gend‘ drunter steht?“ „Gern“, murmelt der Junge. „Und zweitens möchte ich von dir deinen Müsli-Becher!“

  • 13

    „Aber den habe ich doch zerbrochen!“ „Willst du mir immer alles bringen, was in dei- nem Leben zerbrochen ist?“ bittet das Jesus- kind. „Nun mein dritter Wunsch: Du sollst mir noch die Antwort bringen, die du deiner Mutter gabst, als sie dich nach dem Müsli-Becher fragte.“ Da weint der Junge und schluchzt: „Da habe ich doch gelogen, er wäre mir herunter- gefallen. In Wahrheit habe ich den Becher absichtlich auf den Boden geworfen.“ „Ja, du sollst mir immer alle deine Lügen, deinen Trotz, das Böse, das du getan hast, bringen, damit ich dir helfen und dir vergeben, dich heilen und verändern kann!“ Da wacht der Junge auf und weiß plötzlich, warum Gott Mensch geworden ist, und warum Jesus als Heiland geboren wurde: Damit er alles Ungenügende, Zerbrochene und Böse heilen und verwandeln kann. „Denn der Menschen- sohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren war.“ (Lk 19, 10)

  • 14

    Weihnachten neu entdecken

    Was bedeutet die verschlossene Tür?

    In vielen Familien ist es üblich, dass zum Heiligabend ein Weih- nachtszimmer gerichtet wird. Die Tür ist vor der Bescherung fest verschlossen. Jeder Schim- mer, der schon von innen her durch die Tür dringt, weckt in den Kindern die Vorfreude. Voll Sehnsucht warten sie, wann endlich am Himmel der erste Stern aufgeht oder ein Glöcklein erklingt, denn dann wird die Tür feierlich geöffnet.