Der Zauber Indiens - Aus dem Leben eines Sufi (Leseprobe)

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    02-Apr-2016

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Die Zeitzeugnisse von Musharaff Moulamia Khan, des jngsten Bruders von Hazrat Inayat Khan, offenbaren ein tiefes Verstndnis in die Weltsicht der Sufis und die inspirierende Kultur Indiens. Unsere Sehnsucht nach Liebe, Harmonie und Schnheit Ein zauberhafter Duft, ein intimer Blick in ein Indien mit seiner einzigartigen Kultur und tiefen Spiritualitt. Eine Nation, die Heilige hervorbringt und Seelen erleuchten kann. Dieses Indien jedoch existiert nicht mehr, es ist die Sehnsucht der Menschen danach. Das Buch verzaubert vom ersten Satz. Es fhrt uns auf eine Reise durch einen groartigen Kontinent und gleichzeitig zu unserer innersten Sehnsucht. Die Leser tauchen ein in die natrliche Inspiration des familiren und sozialen Leben Indiens. Gedanken von zeitloser Schnheit werden ausgelst, sobald jemand ber Indien zu sprechen beginnt. Wer nach spiritueller und kultureller Tiefe sucht, entdeckt sie in diesem Buch. Weitere Informationen: www.verlag-heilbronn.de

Transcript

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    Musharaff Moulamia Khan

    Der Zauber Indiens

    Aus dem Leben eines Sufi

    Postfach 2162, 71370 Weinstadt

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    Titel der englischen Originalausgabe:Pages in the Life of a Sufi1. Auflage 1932, Rider and Co., London2. Auflage 1971 Sufi Publishing Co.3. Auflage 1982 Sufi Publishing Co.

    Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme

    Khan, Musharaff Moulamia Khan:Der Zauber Indiens - Aus dem Leben eines Sufisbersetzung: Karima Sen Gupta mit historischen Ergnzungen von Mashaikh Mahmood KhanWeinstadt, Verlag Heilbronn, 2014ISBN 978-3-936246-08-7

    Verlag HeilbronnPostfach 2162, D-71370 Weinstadtwww.verlag-heilbronn.deinfo@verlag-heilbronn.denfoVerkehrsnummer 14894

    ISBN 978-3-936246-08-71. Auflage 2014Dieses Buch ist auch als eBook erhltlichAlle Rechte vorbehalten Verlag HeilbronnGedruckt in Tschechien

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    Inhalt

    Vorwort von Musharaff Khan

    Einfhrung in die 2. Auflage von Fazal Inayat Khan

    Einfhrung in die 1. Auflage von E. A. Mitchell

    Vorwort zur 2. Auflage von Claire MacKail

    Ein etwas anderes Vorwort zur deutschen bersetzung von Karima Sen Gupta

    1. Teil Aus dem Leben eines Sufi

    1. Das Leben meines Vaters, Rahmat Khan 2. Mein Grovater, Moula Bakhsh 3. Im Haus von Moula Bakhsh - Anmerkungen zur indischen Musik 4. Meine Gromutter und Mutter 5. Jahre der Erziehung 6. Jugendjahre 7. Indische Feste 8. Der Tod meines Vaters 9. Inayat Khan in Hyderabad - Begegnung mit seinem Murshid10. Mein Leben mit Inayat Khan11. Der Ruf in den Westen12. Der Maharaja von Baroda und seine Reformen 13. Der Nizam von Hyderabad Dichter und Heiler14. Meine Reise nach Amerika15. Kontraste16. Die Mission meines Bruders17. Das mystische Ideal

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    2. Teil Aus dem Tagebuch eines Sufi

    18. Musik im Osten und im Westen19. ber den Klang20. Das Geheimnis des Klangs21. Die Schnheit spirituellen Strebens

    3. Teil Eine indische Pilgerfahrt

    22. Besuch heiliger Grber in Bagdad und Ajmer 23. Begegnung mit einem lebenden Heiligen 24. Am Grabmal von Hazrat Inayat Khan

    Anhang

    25. Erinnerungen an Murshid Musharaff von Ranjit Sen Gupta26. Gedanken zum Leben von Savitri von Elisabeth Weibel-Heer

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    Vorwort

    Das Ziel des heutigen Sufismus ist es, das Verstndnis fr die verschiedenen Zivilisationen und zwischen Ost und West zu frdern. Mgen diese Seiten helfen, die Schnheit aufzuzeigen, die im Herzen der Menschheit verborgen ist und inneren und ueren Frieden zu schaffen, nach dem jede Seele sich sehnt. Dieses Buch widme ich meiner Frau Savitri. Ich danke Miss M. Skinner fr ihre Mithilfe beim Schreiben dieses Buches.

    Musharaff Moulamia Khan, 1932

    Einfhrung in die zweite Auflage

    Die Worte und Begriffe Indien, der Osten, Orient haben in den meisten westlichen Sprachen eine romantisch-mystische Nebenbedeutung erhalten. Gedanken von zeitloser, altersloser Zivilisation werden ausgelst, sobald jemand in einer Diskussion ber Indien zu sprechen beginnt. Bei denjenigen, die nach spiritueller und kultureller Tiefe suchen, erweckt dieses Gebiet ein Konzept von einer Art Lagerhaus der Weisheit, der Heiligen und spirituell entwickelten Seelen. In der Tat existiert eine Art Mythos in diesem Gebiet, - ein Mythos, der in der heutigen Zeit 1970 jhrlich rund 250000 junge Mnner und Frauen im Jahr anzieht, um zu Fu oder auf andere Weise nach Indien zu reisen, um einen Meister zu finden oder erleuchtet zu werden. Etwa die gleiche Anzahl lterer Menschen reisen jedes Jahr per Flugzeug oder mittels anderer komfortabler Transportmittel an in der Hoffnung, schne Tempel, ruhige Drfer und freundliche mystisch veranlagte Menschen zu finden, sie auf ihren Kameras, Tonbandgerten usw. einzufangen und nach ihrer Rckkehr Diashows zu veranstalten und aus erster Hand sachkundig ber Indien zu sprechen.

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    Dieses Buch wurde publiziert, um dem Leser einen Eindruck, einen zauberhaften Duft, einen verhohlenen Blick in ein Indien zu gewhren, das alle diese romantischen und spirituellen Dinge vermittelt. Eine Nation, die Heilige hervorbringt und Seelen erleuchten kann. Pir-o-Murshid Musharaff Khan diktierte den greren Teil dieser Seiten etwa um 1932, und viele andere Teile in den 60 er Jahren. Er hat in diesem Buch etwas erreicht, was nur wenigen Schriftstellern je gelungen ist. Er hat uns ein Indien gezeigt, das jeder zu sehen wnscht. Jenes Land, das in einem Traum von Schnheit und Vollkommenheit existiert, ein Daseinsgrund fr friedliche Menschen und einer stabilen Kultur. Der Autor zeigt uns keine grellen, teuren Farbdrucke, noch erzhlt er uns sensationelle Geschichten. Dieses Buch besticht durch seine Einfachheit, seine Ernsthaftigkeit und Wahrhaftigkeit. Das Indien, das in unserem Bewusstsein und unseren Herzen lebendig wird, wenn wir diese Seiten lesen, ist das Land, das Konzept, welches in unserer Vorstellung geweckt wird, wenn dieses Gebiet in unser Bewusstsein kommt. Es ist jenes Land, fr das die jungen Mnner und Frauen hinausgehen, alles hinter sich lassend, um es zu finden. Es ist auch jener unbegrenzte, unschtzbare Hintergrund fr tausende teurer Kameras und Filmstreifen. Jedoch fr diejenigen, die in dieser Dekade dort waren und wenigstens teilweise aufrichtig sind, existiert dieses Indien nicht mehr, von dem auf diesen Seiten die Rede ist. Es ist ein Traum von einer nahen Vergangenheit, es ist ein Wunsch hchst menschlicher Wesen nach einer entfernten Zukunft und seine Realitt flieht entlang des Ozeans kultureller Verdrngung und des Wandels. Wir knnen niemals dankbar genug sein fr dieses unbezahlbare kleine Buch, denn in diesen Seiten knnen wir das finden, was keine Kamera einfangen kann und was durch kein Umherstreifen, um mit Sadhus oder Heiligen zu leben, erreicht werden kann.

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    Die Sufi-Botschaft, die von Hazrat Inayat Khan, dem ltesten Bruder des Autors, Musharaff Khan, in den Westen gebracht wurde, trgt in sich einige der Feinheiten und einige der leuchtenden Aspekte, mit denen diese Seiten uns innerlich inspirieren mchten. Ohne Zweifel wird fr die Sufis Der Zauber Indiens Aus dem Leben eines Sufi von unschtzbarem Wert sein. Das Buch wird helfen, die Sufi-Mystik, die Weltsicht der Sufis und die Sufi-Bewegung zu verstehen. Mgen die Leser durch diese Seiten eine Inspiration fr ihr Leben finden.

    Pir-o-Murshid Fazal Inayat Khan, 1971

    Einfhrung in die erste Auflage Unser Interesse an Indien scheint gerade jetzt fast tglich zuzunehmen. Und mit der Zunahme wchst das Bedrfnis nach einem besseren Verstndnis der wahren Herzen der indischen Menschen, denn von diesem Verstndnis hngt die Zukunft unserer Beziehungen ab. Viele Bcher wurden ber den Osten geschrieben. Einige sind absichtlich sensationell, andere sind Beschreibungen, andere behandeln die sozialen Bedingungen, und es gibt Bnde, die Interpretationen der orientalischen Religion und Philosophie behandeln. Aber es gibt etwas, das selten bermittelt wurde: die natrliche Inspiration, die sich aus dem familiren und sozialen Leben Indiens entwickelt, wenn es in Resonanz mit hohen spirituellen Idealen gelebt wird und die Unschuld der Kindheit sowie das sensible Gemt der Jugend beeinflusst. Dies ist es, was die Seiten von Musharaff Moulamia Khan fr jeden so wertvoll macht, der mit Sympathie an diesem indischen Geschehen interessiert ist. Prinzen, Fakire, Mystiker, Musiker bewegen sich ber die Szene. Wir erhaschen einen Schimmer von glnzenden Festumzgen und pittoresken Zeremonien. Aber der tiefste Eindruck und gleichzeitig der am

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    meisten berhrende ist eine Art Unberhrbares, das mit einem Duft verglichen werden mag. Parfum. Vergleichbar einem Parfum, wie ein Sufi-Mystiker es beschrieben hat, als von einer Verbindung mit der Rose. Es ist sicherlich zu subtil, um alles herauszufinden: Denjenigen, die es herauszufinden vermgen, gewhrt es die Einsicht in einen Aspekt indischen Lebens, den viele Seiten einer intellektuellen Analyse nicht so adquat vermitteln knnen.

    E. A. Mitchell, Schriftsteller und Journalist, 1932

    Vorwort zur zweiten Auflage 1971 Diese Auflage enthlt neue Texte vorwiegend auf-gezeichnet nach Murshid Musharaffs eigenen Worten. Am Ende des Buches unter dem Titel Aus dem Tagebuch eines Sufi findet sich sein Artikel, der 1933 publiziert wurde in The Sufi, einer halbjhrlich erscheinenden Zeitschrift ber Mystik. Im letzten Kapitel mit dem Titel Eine indische Pilgerfahrt geht es um seinen eigenen Bericht ber die Reise nach Indien nach einer Abwesenheit von 25 Jahren (zuerst verffentlicht in The Sufi, 1936). Es scheint, als ob die Welt niemals in grerer Notlage in ihrer Sehnsucht nach Reinheit und Schnheit war, wie sie in diesen Seiten ausgedrckt werden. In diesem Glauben mge dieses Buch sich jenen auftun, die fr die Botschaft offen sind.

    Claire MacKail

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    Ein etwas anderes Vorwort zur deutschen bersetzung

    Erloschen ist das Licht, das mir den Weg erhellt. Begreifen kann ichs nicht, so dunkel wurd die Welt.

    Wie finde ich das Ziel, das du gewiesen hast? - Ein Strahl der Sonne fiel Hin auf die Blumenlast.

    Jetzt wei ich, du bist hier, und es ist nie zu spt. Dein Licht lebt fort in mir, Dein Segen nicht vergeht.

    Karima (Dez. 1967)

    Die obigen Zeilen habe ich nach der Trauerfeier fr Pir-o-Murshid Musharaff Khan geschrieben, der neun Jahre mein Murshid, mein geistiger Lehrer war. In dieser Zeit wurde er fr mich zum Vater. Mein eigener Vater starb, als ich erst sechs Jahre alt war. Ich habe kaum Erinnerungen an ihn und habe spter oft einen Vater vermisst. Aber dann trat Murshid in mein Leben und ihn konnte ich in allen Problemen und Entscheidungen um Rat fragen - vor meiner Heirat, vor unserer Umsiedlung in die Schweiz, vor unserem Hauskauf fast ohne Geld und vielen kleineren Ereignissen meines Lebens. Ich bin ihm immer gefolgt, selbst als es mir einmal sehr schwer gefallen war vor einer nderung meines Berufs. Doch heute nach einigen Jahrzehnten bin ich ihm auch dafr dankbar. Eine Zustimmung von ihm wre fr mich spter falsch gewesen. Lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, sein zauberhaftes Buch Pages in the Life of a Sufi zu bersetzen,

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    das mich vom ersten Lesen an zutiefst berhrt hatte. Aber die Zeit war noch nicht gekommen. Auf meinen vielen Indienreisen habe ich einiges vom heutigen Indien kennengelernt und musste erkennen, dass es mit Murshids Indien nicht mehr viel zu tun hat, obwohl sicher einiges im Verborgenen immer noch existiert. Die einzigartige Kultur, die tiefe Spiritualitt Indiens kann einfach nicht untergehen. Murshid Musharaff und seine Frau Shahzadi waren sehr oft bei uns zu Besuch. Ich habe fr sie indische Gerichte gekocht und wir haben Sufi-Veranstaltungen organisiert. Ebenso oft waren wir bei ihnen in Den Haag zu Besuch, haben dort bernachtet und wunderbare Gesprche gehabt. Ich bin sehr glcklich, dass ich meine Dankbarkeit fr alles, was er mir und meinem Mann geistig gegeben hat, mit dieser bersetzung zeigen kann.

    Karima Sen Gupta, 2013

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    Das Leben meines Vaters, Rahmat Khan

    Mein Vater, Rahmat Khan, wuchs in einer reichen musikalischen Tradition heran und war wie sein Grovater Mashaikh Nyamat Khan und sein lterer Bruder, Mashaikh Jafar Khan, Musiker und wurde in eine teils asketische, teils hfische Karriere gedrngt. Er lernte seine Kunst zu Fssen eines groen Meistersngers, der vor allem fr sein Wissen in jenem Zweig der alten heiligen Musik, die wir Dhrupad nennen, bekannt war. Dhrupad ist Musik aus der Schule, die in Indien existierte, bevor das Moghul-Reich entstand. Wie alle indische Musik wurde auch diese nie niedergeschrieben, obwohl sie ber Generationen vom Meister zum Schler weitergegeben und gelehrt worden war. In Indien lernen wir Musik in der Gegenwart des Meisters, wir hren ihm zu und ahmen ihn nach. Wir sagen, dies wird von Seele zu Seele gelehrt.

    Der Meister meines Vaters hie Sayn Ilyas, und er war nicht nur ein Musiklehrer fr meinen Vater, sondern auch sein geistiger Lehrer oder Murshid, weil Sayn Ilyas ein Mystiker und Heiliger war. Er hatte verschiedene Schler und war ein Fakir, ein Knig ohne Krone, der sich immer auf die Vorsehung Gottes verlie. Er lebte von den Gaben, die ihm geschenkt wurden. Wenn er mehrere Tage gefastet hatte, ging einer seiner Schler in die Stadt und trug dabei seinen Stab. Wenn sie den Stab des Sayn Ilyas sahen, schenkten die Hndler sofort alles Notwendige.

    In dem frher frstlichen Staat Kapurthala wird bis heute des heiligen Sayn Ilyas als eines groen Sufis und Dhrupad-Sngers gedacht.?*

    Manchmal besuchten die Knige dieses Landes, wie zum Beispiel der Maharaja von Kaschmir, diesen Murshid, brachten ihm Geschenke, Geld und Gold. All dies pflegte der Murshid sofort unter seinen Schlern zu verteilen und sagte ihnen, dass sie alles am gleichen Tage ausgeben sollten. Wenn

    Anita Singh, Direktorin der Indischen Musikgesellschaft, New Delhi*

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    manchmal das Geschenk sehr gro war, verteilte es der Murshid unter den Einwohnern der Drfer in der nheren Umgebung. Dies tat er, um seine Unabhngigkeit zu bewahren und zu zeigen, dass er nur seiner gttlichen Kunst, der Musik, diente und im Dienst Gottes lebte. Denn es ist die Unabhngigkeit, die den Knstler ausmacht und seine Kunst bewahrt.

    Seine Lieder waren sehr besonders und klassisch und wurden von den musikalischen Menschen, die dazu imstande waren, sehr geschtzt. Sowohl Hindus wie Muslime waren seine Schler, und sie waren ihm alle sehr ergeben. Er lebte sein Leben als Asket, ein Mensch nicht von dieser Welt, er lebte in seiner gttlichen Musik. So lernte mein Vater von diesem Murshid und lehrte seinerseits uns, seine Shne. Denn wir drei, seine Shne, wurden ebenfalls Musiker.

    Mein Vater gehrte zu einer sogenannten Mashaikh-Familie, eine Bezeichnung, die wieder ganz unterschiedliche Bedeutungen haben kann, aber im Allgemeinen den mys-tischen und ritterlichen Widerstand gegen die religise Gesetz-orthodoxie mit einschliet. Er war 1843 geboren und seine Familie lebte lange auf dem Land im nrdlichen Punjab, in dem die Hauptorte Sialkot und Sambrial waren. Der Name meines Grovaters war Mahashaikh Bahadur Khan. Er lebte sein Leben in der alten Kombination von Sufi-Mystik und Ritterlichkeit: meditativ, musikalisch und kmpferisch und war seinen Idealen treu.

    Mein Vater war schon von frher Kindheit an Waise. Als sein Vater starb, kam er unter die Obhut seines ltesten Bruders Dschafar Khan, der 14 oder 15 Jahre lter war. Mein Vater erzhlte eine Geschichte aus jener Zeit, als er unter der Obhut von Dschafar Khan war, die vielleicht etwas von der indischen Betrachtungsweise, dem Familienleben und der Zu- neigung zueinander aufzeigen kann. Eines Tages, so ging die Geschichte, als Dschafar Khan nicht zu Hause war, kam der Junge zu spt zum Abendessen und deshalb war seine Schwgerin, meine Tante, rgerlich ber ihn. Mein Vater war

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    von unabhngiger Natur und sehr feinfhlig und gefhlvoll. Er konnte das Missfallen, das seine Schwgerin zeigte, nicht ertragen. Er erwartete von ihr Zartheit, Rcksicht und Verstndnis. Tatschlich liebte sie ihn sehr, doch war er so empfindsam, dass er ihre Haltung nicht ertragen konnte. So sprang mein Vater, impulsiv...