future 02/2010

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Auf kompakten 8 Seiten finden ein genereller Wirtschaftsschwerpunkt und je 2 Schwerpunktseiten für die Sekundarstufe I und Sekundarstufe II Platz. Neben Veranstaltungshinweisen, Linktipps und Wissenswertem über die steirische Industrie werden auch pädagogisch aufbereitete Vorschläge zur Integration in den Unterricht angeboten.

Text of future 02/2010

  • LehrerInnen-Information der Ste i r i schen Indust r ie , www.d ie indust r ie .a t Nr. 02/2010

    DIE INDUSTRIEwww.dieindustrie.at

    LERNT CHINESISCH UND JAPANISCHGesprch mit CEO John Heugle von austriamicrosystems

    HERAUSFORDERUNG INTEGRATIONZahlen, Fakten, Statements

    ZUWANDERER IN STEIRISCHENBETRIEBEN Was zhlt, ist die Qualifi kation

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  • 2LERNTCHINESISCH ODER JAPANISCHGESPRCH MIT DEM GEBRTIGEN AMERIKANER JOHN HEUGLE

    VORSTAND DER AUSTRIAMICROSYSTEMS AGIN UNTERPREMSTTTEN

    Sehr geehrter Herr Heugle, Sie sind Vorstand von austriamicrosystems in Unter premsttten, einem der weltweit fhrenden Hersteller

    von Microchips, mit Niederlassungen in 17 Lndern, auf 3 Kontinenten. Welchen Stellenwert hat Internationalitt fr Sie und was verstehen Sie darunter? austriamicrosystems exportiert seine analo-gen Mikrochips zu 99%, und das in die ganze Welt. Im Unternehmen arbeiten Fachkrfte aus 31 verschiedenen Nationen, unsere Firmensprache ist Englisch. Firmen wie wir sind international aktiv, unser Denken und Handeln muss global ausgerichtet sein, um Erfolg zu haben. Unternehmen, die heute nicht auf globaler Basis denken, werden es schwer haben in den nchsten Jahrzehnten zu berleben. Der Kontakt zu unseren welt-weiten Kunden ist fr unseren langfristigen Erfolg ausschlaggebend.Stichwort Schlsselarbeitskrfte welche Kriterien muss ein Wirtschaftsstandort erfllen, um qualifiziertes Personal anziehen zu knnen? Einreise- und Arbeitsbewilligung mssen unkompliziert zu bekommen sein fr Un-ternehmen wie auch fr die Schlsselkrfte. Das Unternehmen wird immer einen Bei-trag leisten, um es neuen MitarbeiterInnen mglichst einfach zu machen sich hier nie-derzulassen. Ein guter Standort sollte fr die notwendige internationale Infrastruktur sorgen. Eine einzige internationale Schule

    ist etwas wenig, und es ist schwierig zu argumentieren, warum die Menschen in ei-nem Land arbeiten sollen, wo sie ungleich mehr an Steuern von ihrem Gehalt abgezo-gen bekommen. Wenn sterreich wettbe-werbsfhig bleiben mchte, ist es notwendig, MitarbeiterInnen aus der ganzen Welt zu be-schftigen und anzusiedeln. Das bedeutet, Menschen mit ihren Familien willkommen zu heien, sie in allem zu untersttzen, damit sie sich in ihrer neuen Heimat wohlfhlen.In Ihrem Unternehmen gibt es MitarbeiterInnen aus 31 Nationen. Wie funktioniert Integration in der Praxis, was tut ams dafr und was mssen die MitarbeiterInnen selber dazu beitragen? Wir bieten unseren internationalen lokal angesiedelten MitarbeiterInnen ein umfas-sendes Relocation Service mit Hilfe bei Haus oder Wohnungssuche, Behrdengn-gen, Deutschkursen, Integration der Fami-lien, etc. Die MitarbeiterInnen selbst ms-sen bereit sein, sich auf ein fremdes Land einzulassen und in einem multikulturellen, internationalen Team zu arbeiten.Sie waren ja selbst in vielen unterschiedlichen Lndern ttig. Was sind Ihre persnlichen Erfahrungen?Ich habe stets die Vernderung gesucht. So-wohl meine Frau als auch ich sind in vielen verschiedenen Lndern, vor allem in Asien aufgewachsen, und wir haben es immer ge-schafft, das Beste, was ein Land zu bieten hat, zu genieen. Ich glaube, dass viele die Unterschiede zwischen den Menschen ver-schiedener Lnder berbewerten wir sind uns hnlicher als wir glauben.

    Sie selbst besuchen immer wieder Schulklassen, um dort eine Unterrichtseinheit mit Einblicken in die Praxis eines Industriebetriebes zu gestalten. Wie ist Ihr persnlicher Eindruck?Wir mssen dafr sorgen, dass Kindern LER NEN Freude bereitet und dass sie andere Kulturen verstehen und tolerieren lernen. Wir mssen den Kindern beibringen, dass harte Arbeit von ihnen erwartet wird. Wir haben es nicht geschafft, genug Kinder fr Naturwissenschaften und Mathematik zu in-teressieren. Wir mssen diese Bereiche viel interessanter gestalten, wenn wir wollen, dass unsere Kinder den hohen Lebensstan-dard der Eltern beibehalten knnen.Welchen Ratschlag mchten Sie jungen Menschen, die vor ihrer Berufsentscheidung stehen, mit auf den Weg geben?Es gibt kein Rezept fr den Erfolg, aber junge Menschen, die die Mglichkeit zum Rei-sen haben, sollten versuchen, im Ausland zu studieren oder zu arbeiten. Lernt eine Fremdsprache wie Chinesisch oder Japa-nisch nicht nur Sprachen, die in Europa gesprochen werden. Stellt sicher, dass euer Englisch ausgezeichnet ist das sollte fr junge Menschen sehr einfach sein schaut euch tglich Sendungen auf CNN an oder lest Bcher in englischer Sprache etc.. Jun-gen Menschen sollte klargemacht werden, dass Unternehmen nach dynamischen, rei-sewilligen MitarbeiterInnen suchen. Mit der Globalisierung der Wirtschaft steht uns eine spannende Zeit bevor und es ist eine Herausforderung fr junge Menschen sich darauf vorzubreiten.

    Produktion von Microchips fr Mobil-telefone, Mediaplayer, siliziumbasierte Mikro phone fr Mobiltelefone, Notebooks; Blutzuckermessung, Sicherheitssysteme wie ESP, industri-elle Sensorschnittstellen u.v.a.

    Besonderheit der AMS-Microchips: Spezielle Expertise bei niedrigem Stromverbrauch und hoher Genauigkeit in branchenfhrende, hochinte grierte Schaltkreise fr Consumer-, Kommu-nikations-, Industrie-, Medizin technik- und Automobil-Anwendungen.

    Exportrate: 99%

    Niederlassungen in 17 Lndern auf 3 Kontinenten

    MitarbeiterInnen in derSteiermark: 850 darunter 69 MitarbeiterInnen aus31 Nationen

    MitarbeiterInnen weltweit: 1.087

    www.austriamicrosystems.com

    FIRMENPROFILAUSTRIAMICROSYSTEMS

    LIEBELEHRERINNENUNDLEHRER!

    Kaum eine Thema polarisiert so sehr wie jenes, ob ein harmonisches Zusam-menleben von ster-reicherInnen und Zu-wanderInnen mglich

    sein kann. Dabei schlagen Vorurteile oft hhere Wellen als tatschliche Erfahrun-gen und Konflikte. Multikulti berhrt Sie in den Schulen genauso wie uns in den Unternehmen. In Schulen wird Inte-gration immer mehr zum Thema und zur Herausforderung. In der Wirtschaft sind viele Betriebe auf fach liches Know-How und Arbeitskrfte aus dem Ausland an-gewiesen. Denn vor allem im Bereich Naturwissenschaften und Technik sind sterreichische AbsolventInnen Mangel-ware.In der vierten Ausgabe unseres Lehrer-Innen-Magazins mchten wir Ihnen Ein-blicke geben, wie Betriebe mit der The-matik Integration umgehen, lassen mit Singnurkar Pramod eine hoch qualifizierte Schlsselarbeitskraft aus Indien zu Wort kommen, uns von Franz Lackner erzhlen, was es denn fr einen sterreicher heit, Auslnder zu sein und schauen Asadi Hussein in der Lehrwerksttte ber die Schulter. Weiters haben wir Daten und Fakten zum Thema Migration und Inte-gration in Form einer herausnehmbaren Beilage mit Vorschlgen zur Unterrichts-gestaltung fr Sie aufbereitet. Sollte es Themen geben, ber die Sie in der nchsten Ausgabe gerne lesen wrden, sind wir gespannt auf Ihre Vorschlge. Wir freuen uns wie im-mer auf Ihr Feedback zu FUTURE schreiben Sie uns ein E-Mail an: office@zukunft-industrie.at.

    Spannende Unterhaltung wnscht Ihnen

    Angelika KreschVorsitzende von ZUKUNFT:industrieVorstand REMUS-SEBRING Holding AG

  • DAS FREMDEIRRITIERT

    Was kann jeder einzelne von uns tun, um Menschen aus fremden Lndern die Integration zu erleichtern?Wenn hierzulande von Integration die Rede ist, dann entsteht leicht der Eindruck, als htte sterreich Angst. Angesichts der ein-schlgigen politischen und medialen Stim-men, die mittels diffuser Andeutungen, berdramatisierter Einzelflle und dsterer Prophezeiungen vor der drohenden ber-fremdung warnen, ist das eigentlich auch gar nicht so erstaunlich.Tatschlich nehmen wir das, was uns anders erscheint, was fremd ist und irritiert, viel strker wahr als das Normale. Was normal ist, bestimmt sich dabei wesentlich durch unsere kulturelle Prgung, die von frhester Kindheit an stattfi ndet und die der niederln-dische Kulturforscher Geert Hofstede tref-fend als software of the mind bezeichnet

    hat. In uns laufen stndig kleine Programme ab, die uns dabei helfen, im sozialen Kontext mit Geschlechterrollen, Machtverteilung, Eigen- und Gruppenverantwortung sowie ambivalenten Situationen umzugehen. Natrlich tun wir das als Individuen, aber eben nicht im luftleeren Raum, sondern vor einem erlernten und erlebten Hintergrund, der uns zugleich stndig Feedback ber unser Verhalten liefert. Wechselt man die-sen Hintergrund pltzlich aus, dann knnen vorgebliche Selbstverstndlichkeiten schnell zu Problemen werden. Was sollen wir tun, wenn wir selbst fr einige Zeit ins Ausland gehen?Fast jede(r), der selbst fr lngere Zeit im Ausland gelebt hat, kennt die Symptome des Kulturschocks: von einem anfnglichen Hoch gefhl, weil alles neu und spannend ist, hin zu eher alltglichen Unannehmlichkeiten, wie der Orientierungslosigkeit im Super-markt oder dem betretenen Schweigen der neuen KollegInnen nach einer Anekdote, die daheim jeder lustig fand, bis in Einzelfl-len - zur echten sozialen Isolation oder Ver-sagen im Job. Bis man im neuen Umfeld auf gewohntem Niveau leben und arbeiten kann, vergeht meist einige Zeit; manchmal klappt die Anpassung aber auch nicht. Betroffene fhlen sich von den Angehrigen der neuen Kultur abgelehnt und reagieren darauf selbst mit Ablehnung, die Kultur erscheint zunehm-end bedrohlich, wahrgenommene Wert- und Einstellungsunterschiede mutieren zur Quelle von Vorurteilen, Emprung und Angst. Der entstehende Teufelskreis ist nur mehr schwer zu durchbrechen, das sinkende Selbst vertrauen und ein allgemeines Ohn-machtsgefhl fhren dann nicht selten zum Abbruch des Auslandsaufenthalts. Unternehmen beugen daher vor und invest-ieren zunehmend in eine gute Vorbereitung noch im Heimatland, die auch die Familien der knftigen Expatriates miteinbezieht, und Betreuung vor Ort. Eckpfeiler dieser Vorbe-reitung sind interkulturelle Trainings, die

    Kulturunterschiede auf kognitiver Ebe ne ver-stndlich, auf emotionaler Ebene erfahrbar und auf konativer Ebene handhabbar ma-chen sollen. Erfolgsgarantie gibt es dennoch ke