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Hug Büromanagement Knauer Lernfelder 1 bis 6 · PDF file Knauer Lennartz Speth Waltermann Merkur Verlag Rinteln Büromanagement Lernfelder 1 bis 6 Kaufmann/-frau für Büromanagement

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  • Hug Knauer

    Lennartz Speth

    Waltermann

    Merkur Verlag Rinteln

    Büromanagement Lernfelder 1 bis 6 Kaufmann/-frau für Büromanagement

  • Wirtschaftswissenschaftliche Bücherei für Schule und Praxis Begründet von Handelsschul-Direktor Dipl.-Hdl. Friedrich Hutkap †

    Verfasser:

    Hartmut Hug, Dipl.-Hdl.

    Sabine Knauer

    Martina Lennartz, Dipl.-Math. oec.

    Dr. Hermann Speth, Dipl.-Hdl.

    Aloys Waltermann, Dipl.-Kfm. Dipl.-Hdl.

    Fast alle in diesem Buch erwähnten Hard- und Softwarebezeichnungen sind eingetragene Warenzeichen.

    Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52 a UrhG: Weder das Werk noch seine Teile dürfen ohne eine solche Einwilligung eingescannt und in ein Netzwerk eingestellt werden. Dies gilt auch für Intranets von Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen.

    Coverbild (rund/Mitte): © Maksim Smeljov - Fotolia.com (rund/links): © arsdigital - Fotolia.com (rund/rechts): © XtravaganT - Fotolia.com (Struktur/groß): © DavidArts - Fotolia.com

    * * * * *

    2. Auflage 2016

    © 2014 by MERKUR VERLAG RINTELN

    Gesamtherstellung: MERKUR VERLAG RINTELN Hutkap GmbH & Co. KG, 31735 Rinteln

    E-Mail: [email protected] [email protected]

    Internet: www.merkur-verlag.de

    ISBN 978-3-8120-0681-1

  • 17

    Die eigene Rolle im Betrieb mitgestalten und den Betrieb präsentieren

    1 Duales Ausbildungssystem

    1.1 Rechtliche Regelungen für die betriebliche und schulische Ausbildung

    1.1.1 Ausbildender, Ausbilder, Auszubildender

    (1) Begriffe Ausbildender und Ausbilder

    ■ Ausbildender ist derjenige, der ei- nen Auszubildenden zur Berufs- ausbildung einstellt.

    ■ Ausbilder ist derjenige, der vom Ausbildenden mit der Durchfüh- rung der Ausbildung beauftragt wird.

    Ausbilden darf nur, wer persönlich und fachlich geeignet und mindestens 24 Jahre alt ist. Die fachliche Eignung umfasst vor allem die für den jeweiligen Beruf erforderlichen Fertig- keiten und Kenntnisse.

    Die Ausbilder vermitteln die Fertigkeiten und Kenntnisse, die zur Erreichung des Ausbil- dungsziels erforderlich sind. Ferner muss der Ausbildungsbetrieb in der Lage sein, die wesentlichen Inhalte der Ausbildung zu vermitteln.

    (2) Begriff Auszubildender

    Auszubildender ist derjenige, der nach den Bestimmungen des Berufsbil- dungsgesetzes [BBiG] einen anerkann- ten Ausbildungsberuf aufgrund staat- licher und bundeseinheitlich gültiger Ausbildungsverordnung erlernt.

    Beispiel:

    Jens Zeiler wird von der Metallbau Thomas Hutter GmbH ausgebildet. Die Metallbau Thomas Hutter GmbH ist Ausbildender.

    Beispiel:

    In der Einkaufsabteilung wird Jens Zeiler von der Angestellten Frau Freiberg ausgebildet. Frau Frei- berg ist Ausbilderin.

    Beispiel:

    Jens Zeiler schließt mit der Metallbau Thomas Hutter GmbH einen Ausbil- dungsvertrag als Kaufmann für Büro- management ab. Jens Zeiler ist Auszu- bildender.

    Lernfeld

    1 LS 1, 2,

    3, 4

  • 18 Lernfeld 1: Die eigene Rolle im Betrieb mitgestalten und den Betrieb präsentieren

    Anforderungen an Auszubildende. Ein großes Unternehmen für Kunststoffverarbeitung umschreibt z. B. die Anforderungen an Auszubildende auf seiner Internetseite folgender- maßen:

    „Die Voraussetzung für die Bewerbung bei uns sind gute schulische Leistungen und eine abgeschlossene Schulausbildung. Die Fähig- keit zur Teamarbeit ist ebenso wichtig wie ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Wir

    möchten Auszubildende gewinnen, die über- durchschnittlich motiviert und engagiert sind. Neben den schulischen Leistungen interessiert uns vor allem die Persönlichkeit der Bewer- ber.“

    1.1.2 Berufsbildungsgesetz, Ausbildungsordnung und Ausbildungsplan

    (1) Berufsbildungsgesetz

    Das Berufsbildungsgesetz [BBiG] regelt die Berufsausbildung, die berufliche Fortbildung und die berufliche Umschulung. Die Ausbildung in den verschiedenen Ausbildungsberu- fen ist durch die Ausbildungsordnungen [§ 4 BBiG] geregelt.

    (2) Ausbildungsordnung

    Die Ausbildungsordnung ist die Grundlage für eine geordnete und einheitliche Berufsaus- bildung in anerkannten Ausbildungsberufen. Sie hat mindestens festzulegen [§ 5 I BBiG]:

    ■ die Bezeichnung des Ausbildungsberufs (z. B. Kaufmann/Kauffrau für Büromanage- ment);

    ■ die Ausbildungsdauer, sie soll nicht mehr als drei und nicht weni-

    ger als zwei Jahre betragen;

    ■ das Ausbildungsberufsbild, es enthält die Fertigkeiten und Kenntnisse,

    die Gegenstand der Berufsausbildung sind;

    ■ den Ausbildungsrahmenplan, es handelt sich hierbei um eine Anleitung

    zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Fertigkeiten und Kenntnisse und

    ■ die Prüfungsanforderungen.

    Für einen anerkannten Ausbildungsberuf darf nur nach der Ausbildungsordnung ausge- bildet werden [§ 4 II BBiG]. Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur in anerkannten Ausbil- dungsberufen ausgebildet werden.

    (3) Ausbildungsplan

    Der Ausbildungsplan regelt die sachliche und zeitliche Berufsausbildung im Betrieb. Der Ausbildungsplan wird von jedem Ausbildungsbetrieb eigenständig erstellt. Er muss jedoch abgestimmt sein mit dem Ausbildungsberufsbild, dem Ausbildungsrahmenlehr- plan sowie den Prüfungsanforderungen.

    Aus- bildungs- ordnung

    Bezeichnung Ausbildungsberuf

    Ausbildungs- dauer

    Ausbildungs- berufsbild

    Ausbildungs- rahmenplan

    Prüfungs- anforderungen

  • 191 Duales Ausbildungssystem

    (4) Beziehungen zwischen Ausbildungsrahmenplan, Ausbildungsplan und dem Rahmenlehrplan (Duales1 Ausbildungssystem)

    Ausbildungsrahmenplan

    Er beinhaltet die sachliche und zeitliche Gliederung der Berufsausbildung.

    Ausbildungsplan

    Der Ausbildungsrahmenplan wird in einen betrieblichen Ausbildungsplan umgesetzt, der die Grundlage für die individuelle Ausbildung im Betrieb

    bildet.

    Betrieb Berufsschule

    Rahmenlehrplan

    Er ist Grundlage für den berufsbezoge- nen Unterricht in der Berufsschule und

    ist zeitlich und inhaltlich mit dem Ausbil- dungsrahmenplan abgestimmt.

    1.1.3 Berufsausbildungsvertrag

    (1) Begriff kaufmännischer Auszubildender

    Kaufmännischer Auszubildender ist, wer in einem Betrieb zur Erlernung kaufmänni- scher Tätigkeiten angestellt ist.

    (2) Abschluss des Berufsausbildungsvertrags

    Vor Beginn der Berufsausbildung ist zwischen dem Aus- bildenden und dem Auszubildenden ein Berufsausbildungs- vertrag zu schließen [§ 10 I BBiG].

    Der Berufsausbildungsvertrag muss bei der zuständigen Kammer zur Genehmigung und Eintragung in das „Verzeich- nis der Berufsausbildungsverhältnisse“ vorgelegt werden [§ 36 BBiG]. Zuständig ist die Industrie- und Handelskam- mer, wenn die Ausbildung in einem kaufmännischen Betrieb erfolgt, bzw. die Handwerkskammer, wenn die Ausbildung in einem Handwerksbetrieb erfolgt.

    1 Dual: zweiseitig, zweigleisig.

    © Picture-Factory - Fotolia.com

  • 20 Lernfeld 1: Die eigene Rolle im Betrieb mitgestalten und den Betrieb präsentieren

    Die Eintragung wird nur vorgenommen, wenn der Berufsausbildungsvertrag dem Berufs- bildungsgesetz und der Ausbildungsordnung entspricht und die persönliche und fachliche Eignung des Ausbildungspersonals sowie die Eignung der Ausbildungsstätte vorliegen. Die Eintragung ist u. a. Voraussetzung dafür, dass der Auszubildende zur Abschlussprü- fung der Industrie- und Handelskammer (IHK) bzw. Handwerkskammer zugelassen wird [§ 43 I Nr. 3 BBiG].

    Unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrags, spätestens vor Beginn der Berufsausbildung, hat der Ausbildende den wesentlichen Inhalt des Vertrags schriftlich nie- derzulegen [§ 11 I, S. 1 BBiG].1 Der Vertrag ist vom Ausbildenden, vom Auszubildenden und – wenn der Auszubildende noch minderjährig ist – von dessen gesetzlichem Vertre- ter zu unterzeichnen und unverzüglich eine Ausfertigung der unterzeichneten Niederschrift dem Auszubildenden und dessen gesetzlichem Vertreter auszuhändigen [§ 11 III BBiG].

    (3) Pflichten und Rechte aus dem Berufsausbildungsvertrag

    Die Pflichten und Rechte des Auszubildenden bzw. des Ausbildenden ergeben sich vor allem aus dem Berufsbildungsgesetz [§§ 14–19 BBiG] und dem Jugendarbeitsschutzgesetz.

    Pflichten des Auszubildenden (Rechte des Ausbildenden)

    Pflichten des Ausbildenden (Rechte des Auszubildenden)

    ■ Befolgungspflicht: Weisungen des Ausbil- denden im Rahmen der Berufsausbildung sind sorgfältig zu befolgen.

    ■ Berufsschulpflicht. ■ Lernpflicht: Der Auszubildende muss sich

    bemühen, so zu lernen, dass die Abschluss- prüfung bestanden wird.

    ■ Ausbildungsnachweispflicht (Berichtsheft- pflicht): Der Auszubildende hat in der Regel wöchentlich Ausbildungsnachweise zu füh- ren. Sie geben Auskunft über den Ablauf der Ausbildung und müssen bei der Abschluss- prüfung vorgelegt werden. Die einzelnen Ausbildungsnachweise sind vom Ausbilder zu unterschreiben.

    ■ Schweigepflicht über Geschäftsdaten. ■ Haftpflicht: Bei grob fahrlässig oder vor-

    sätzlich verursachten Schäden an Maschi- nen, Büroeinrichtungen usw. haftet der Aus- zubildende.

    ■ Ausbildungspflicht: Vermittlung der Fertig- keiten und Kenntnisse, die