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Wenn es dir zur Gewohnheit rd, Go zu danken, rd die Freude an ihm dein Leben bestimmen. Ann Voskamp

Club-Sammel-Leseprobe - Frauen begegnen Gott

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  • Wenn es dir zur Gewohnheit wi rd, Gott zu danken, wi rd die Freude an ihm dein Leben bestimmen.

    Ann Voskamp

  • Ann Voskamp

    Tausend GeschenkeEine Einladung, die Flle des Lebens

    mit offenen Armen zu empfangen

    Sehnen Sie sich nach einem erfllten Leben? Ann Voskamp hat sich der Frage gestellt: Wie fi nden wir Freude angesichts von Terminstress, unbezahlten Rechnungen, kleinen und groen Familiendramen und tglichen Verpfl ich-tungen? Wie sieht ein von Dankbarkeit geprgtes Leben aus, wenn der Alltag rau, langatmig und manchmal dster ist? Was hlt Gott gerade dann fr uns bereit?

    Als sie begann, Gott fr das Leben, das sie tatschlich fhrte, zu danken, entdeckte sie das Leben, nachdem sie sich schon immer gesehnt hatte. Dieses Buch ist ein wunderbar praktischer Reisefhrer fr ein Leben in Freude. Es ldt dazu ein, hinter dem grauen Morgennebel Gottes Segen zu entdecken.

    Ich rume die Wsche in die Schrnke und denke an alles, was ich vermut-lich nie tun werde.

    So vieles werde ich nicht erleben. Den jadegrnen Li Jiang im Sden Chinas werde ich wohl nie sehen. Nie werde ich die schwarzhaarigen Jungs

  • mit ihren Strohhten auf den Bambus-Flen beobachten, die mit den Kormoranen Fische fangen, whrend im Hintergrund der Nebel aufsteigt und die Karstlandschaft unwirklich und dster erscheinen lsst. Ich werde nie die Loita-Berge in Kenia besteigen und beobachten, wie riesige Gazel-lenherden aus der Savanne heraufziehen. Ich werde nicht im saphirblauen Wasser einer pazifi schen Grotte schwimmen, werde nicht sptabends unter den majesttischen Mammutbumen sitzen, um dem Flstern des Windes in den Blttern zu lauschen, und ich werde meine letzten Jahre auch nicht damit verbringen, den smaragdgrnen Gipfel zu ersteigen, auf dem die sagenumwobene Inka-Stadt Machu Picchu liegt.

    Meine Hand streicht ber die dicken Frotteehandtcher. Ich bin die Frau eines Farmers. Ich habe sechs Kinder, die ich selbst unterrichte. Statt Diplo-men und Urkunden zieren die Abdrcke schmutziger Kinderhnde unsere Wnde. Gibt es Orte, die man gesehen haben muss, und Dinge, die man erreicht haben muss, um bereit zu sein? Ich wei, was der Glaube darauf antwortet, aber was sagt mir mein Herzschlag?

    Ich erinnere mich an einen Friseurbesuch. Die Kundin neben mir liest eine Zeitschrift , deren Schlagzeile ich im Spiegel entziff ere: Tausend Orte, die Sie besucht haben mssen, ehe Sie sterben. Stimmt das? Gibt es bestimmte Orte auf diesem Planeten, die ich sehen muss, ehe ich meinen letzten Atemzug tue, ehe ich die Ewigkeit einatme?

    Warum sollten bestimmte Dinge so wichtig sein? Damit ich ihnen mei-nen Respekt zolle? Um sagen zu knnen, ich htte wahre Schnheit gese-hen? Um fasziniert zu sein?

    Geht das nicht auch hier? Kann ich das nicht auch in meinem Alltag erleben?

    Meine Lungen werden an diesem Tag mehr als 11.000 Liter Luft einatmen und heute Abend wird ber unserer Farm wieder das Wintersechseck mit den Fixsternen Capella, Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon und Pollux aus dem Sternbild des Zwillings aufsteigen. Mitten im Sechseck knnen wir dann Beteigeuze sehen, den roten Riesenstern, der 662-mal so gro ist wie unse-re Sonne und zehntausendmal so hell. Ich werde heute Abend mein Kind umarmen, das in meinem Krper aus einer Samenzelle herangewachsen

    3Ann Voskamp: Tausend Geschenke

  • Leseprobe4

    ist. Vor unseren Fensterscheiben werden Schneefl ocken vom Himmel herabschweben, unendlich viel mehr, als es Sterne am Himmel gibt, und nicht zwei von ihnen haben die gleiche Form. Die Bume des nahe gele-genen Waldes werden nicht aufh ren zu atmen, trotz der winterlichen Starre der Natur. Der Gott unseres Universums wird Eis hervorbringen, er wird den Himmel mit Klte fllen, er bindet die Sterne des Siebengestirns zusammen, lst den Grtel des Orion auf und zhlt immer wieder meine Haare (Hiob 38,31; Matthus 10,30).

    Ist das Wunder nicht auch hier? Warum verbringe ich so viele Stunden meines Lebens und sehe es nicht? Sind wir wirklich so blind, dass es diese blendende Pracht braucht, damit unsere benommene Seele Schnheit sehen kann? Dabei sind Pracht und Herrlichkeit ber jeden unserer Tage ausge-gossen. Wer hat die Zeit, wer hat den Blick, um sie zu sehen?

    Stndig scheint mein Blick an den Spritzern der Enttuschungen hngen zu bleiben, die hier und da auft auchen.

    Ich schliee den Wscheschrank im Bad, nehme die Brste und schrub-be die Toilette. Meine Lebenszeit muss nicht verlngert werden, damit ich mehr interessante Orte sehen, mehr Besitz anhufen und mehr erreichen kann. Ich bin von Wunderbarem umgeben, wohin ich auch blicke.

    Doch warum schreit dann alles in mir nach mehr Lebenszeit in dieser Welt? Wovon will ich mehr?

    Ich sehe Jesus vor mir. Jesus Gott und Mensch zugleich. Seine Lebenszeit war begrenzt. Jesus, der Gott-Mensch kam, um mich aus dem Gefngnis der Angst, Schuld, Depression und Traurigkeit zu befreien. Als Jesus nur noch knappe zwlf Stunden zu leben hatte, was hielt er da fr das Wichtigste?

    Dann nahm Jesus das Brot, sprach darber das Dankgebet, brach es in Stcke und gab es ihnen (Lukas 22,19).

    Das ist es. Ich lebe hier in diesem Haus, koche Haferbrei, putze Toiletten und sortiere Wsche. Seit Tagen, seit Wochen stehe ich jeden Morgen tapfer auf und tue meine Arbeit, whrend ich ber die groen Fragen nachdenke. Ich beschf-tige mich mit der Suche nach erflltem Leben und der Frage, was es braucht, um bereit zu sein, wenn das Ende kommt. Gibt es einen Weg, der mich aus meinen Albtrumen heraus zu den Trumen fhrt? Gibt es diesen Weg?

  • 5Ich blttere durch die Seiten der schweren, dicken Bcher und lese lang-sam, im Original. Er sprach darber das Dankgebet heit auf Griechisch im Infi nitiv eucharisteo. Ich unterstreiche das Wort. Kann dieser Begriff einem Leben sicheren Halt geben? Ist er der Schlssel zum erfllten Leben?

    In eucharisteo steckt das Wort charis, was Gnade bedeutet. Jesus nahm das Brot, betrachtete es als eine Gnadengabe und dankte dafr. Er nahm das Brot, wusste, dass es eine Gabe war, und dankte.

    Doch es steckt noch mehr in diesem Wort. Ich lese weiter. Eucharisteo, die Danksagung, enthlt nicht nur charis, die Gnade, sondern auch das damit verwandte Wort chara, die Freude. Wahrhaft ig, Freude! Wie oft fehlt sie mir. Vielleicht ist dieses Sehnen nach mehr, nach der Flle, ein Verlan-gen nach Freude? Schon Augustinus schrieb: Und ob der eine auf diese, der andere auf jene Weise sein Ziel erstrebt, das gemeinsame Ziel, nach dem sie alle streben, ist die Freude.

    Ich atme tief ein, fhle mich wie ein einsamer Wanderer, der endlich zu Hause angekommen ist. Das erfllte Leben strebt nach Freude. Mein Leben zeugt davon, wie rar sich dieses kleine Wort, Freude, machen kann. In jener Nacht der Albtrume, als ich, vom blassen Mondlicht beschienen, verzweifelt um mehr kmpft e, da wusste ich nicht, von was ich mehr wollte. Nun hatte ich es gefunden, mein ganzes Wesen reagierte auf dieses eine Wort. Ich sehnte mich nach mehr Leben, nach mehr heiliger Freude.

    Das war mein Ziel, das wollte ich ergreifen, als ich versuchte, den Alb-trumen zu entkommen. Freude. Aber wo liegt der heilige Ort der Freude? Wieder schaue ich in das geff nete Buch. Habe ich hier den Schlssel auf die wichtigste Frage meines Lebens gefunden? Die tiefe chara-Freude fi ndet man am euCHARisteo-Tisch dem Ort der Danksagung. Ich sitze lange ber diesen Stzen staune kann es so einfach sein?

    Hngt das Ma meiner chara-Freude von der Tiefe meiner eucharisteo-Dankbarkeit ab?

    Solange es etwas gibt, wofr man danken kann Ich denke weiter. Solange man danken kann, gibt es Freude. Also ist es immer mglich, Freu-de zu erleben. Freude ist immer mglich. Wann auch immer also jetzt; wo auch immer also hier. Der heilige Gral der Freude ist nicht an einem weit

    5Ann Voskamp: Tausend Geschenke

  • Leseprobe6

    entfernten Ort oder in einer einzigartigen, besonderen Erfahrung verbor-gen. Das Wunder der Freude kann hier erlebt werden! Mitten in der cha-otischen, schmerzhaft en Gegenwart ist es auf wunderbare Weise mglich, Freude zu erleben! Es gibt nur einen Ort, den wir gesehen haben mssen, bevor wir sterben: den Ort, an dem wir Gott sehen, im Hier und Jetzt.

    Ich fl stere es, meine Zunge soll es fhlen, mein Ohr soll es hren.Charis Gnade.Eucharisteo Danksagung.Chara Freude.Ein Dreigestirn, drei Sterne, die in der Nacht leuchten.Eine dreifache Schnur, die ein Leben lang hlt. Habe ich den Weg in ein

    erflltes Leben gefunden?Gnade, Dankbarkeit, Freude. Eucharisteo.Ein griechisches Wort das alle Fragen beantwortet, den Sinn des

    Lebens off enbart?

    Ann Voskamp: Tausend GeschenkeGebunden mit Schutzumschlag 13,5 x 21,5 cm 272 SeitenNr. 816795 ISBN 978-3-8659-795-9 [D] 15,99 ( [A] 16,20/sFr 23,90*)

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  • Stacy Eldredge

    Werden, wie dumich siehstGottes Traum fr dein Leben

    Ein Hoff nungsbuch fr jede Frau, die sich immer wieder fragt, ob sich ihr Leben jemals ndern wird, ob sie selbst sich jemals ndern wird. In ihrem wohl persnlichsten Buch nimmt Stacy Eldredge die Leserinnen mit hinein in ihre Kmpfe um ein besseres Selbstwertgefhl, eine schlankere Figur und die Ausshnung mit ihrer Vergangenheit. Sie ermutigt, Altes loszulassen und in den Blick zu nehmen, welche wunderbaren Trume Gott bereithlt. Wir knnen uns nicht selbst heilen und auch nicht aus uns selbst zu unserem wahren Ich fi nden, aber wir sind nicht allein. Vielmehr mchte der Knig der Liebe uns helfen. Deshalb ist die wichtigste Reise, auf die sich eine Frau begeben kann, diejenige, auf der sie zu sich selbst fi ndet.

    Viele Frauen haben das Gefhl, als Frau versagt zu haben. Ich wei, dass ich mich oft so sehe. Eigentlich habe ich sogar das Gefhl, als Mensch schlecht-hin ein Misserfolg zu sein. Dieses Gefhl hat beinahe alles, was ich getan oder nicht getan habe, beeinfl usst. Aber weder als Frau noch als Mensch

  • Leseprobe8

    bin ich ein Misserfolg. Ganz tief in meinem Innern wei ich das. Ich mache Fehler, ja. Aber ich bin kein Fehler. Ich enttusche. Aber ich bin keine Ent-tuschung. Doch wenn ich wieder an dieser Stelle ankomme wenn ich den Kampf um meine Schnheit, meinen Krper, mein Herz verliere , dann fhle ich mich in jeder Hinsicht als Versager. Geht es nicht jeder Frau so? Haben wir nicht alle unsere geheimen Bereiche, in denen wir nicht den Sieg erleben, nach dem wir uns sehnen? Bereiche, die unsere Sicht auf uns selbst beeintrchtigen. Ist es nicht so, dass diese Dinge eine Barriere zwischen uns und den Menschen in unserem Leben errichten? Eine Mauer, die uns von der Liebe Gottes trennt?

    Oder geht es nur mir so?Ich glaube nicht.Manchmal verlieren wir jede Hoff nung auf Vernderung, einfach weil

    unsere persnliche Lebensgeschichte mit gescheiterten Versuchen, uns zu ndern, angefllt ist. Wo war nur der Schutzengel, der unsere Zunge behten und uns daran hindern sollte, unsere Kinder so hart anzufahren? Was ist mit jener Frucht des Geistes geschehen, die uns dazu befhigt, dis-zipliniert zu sein und an der Konditorei vorbeizufahren? Gott hat mir nicht einen Geist der Angst gegeben, warum also reibe ich mich vor Sorge um meine Kinder, meine fi nanzielle Situation und meine Zukunft auf? Wenn die Menschenfurcht ein Fallstrick ist, warum habe ich dann immer noch Angst davor, mein wahres Ich zu zeigen und womglich abgelehnt zu wer-den? Mein Esszwang hat sich als Lgner und Dieb enttarnt, und doch tappe ich noch allzu oft in diese Falle, wenn es schwierig wird.

    Gott wei Bescheid.Gott wei Bescheid.Er hat sich nicht von mir abgewendet. Die Tatsache, dass wir uns nach

    Vernderung sehnen, ist ein deutliches Zeichen dafr, dass wir die Vernde-rung erleben sollen. Unsere Unzufriedenheit mit unseren Schwchen und Kmpfen weist auf die Tatsache hin, dass wir nicht dazu bestimmt sind, in diesen Schwchen und Kmpfen steckenzubleiben.

    Lesen Sie die beiden letzten Stze noch einmal. Geben Sie der Hoff nung Raum. Warum kmpfen Sie mit bestimmten Dingen? Dafr gibt es einen

  • 9Grund, und er fi ndet sich in dem Leben, das Sie gelebt haben, in den Wun-den, die man Ihnen zugefgt hat, darin, was Sie von sich selbst denken, und in der Tatsache, dass Sie keine Ahnung haben, wie Sie Ihren Kummer bewltigen sollen. Und es hngt damit zusammen, zu welcher Person Sie werden sollen.

    Es ist nicht zu spt. Es ist nicht zu schwierig. Sie sind nicht zu sehr . Gottes Erbarmen ist alle Morgen neu. Und genau in diesem Augenblick ruht sein erbarmungsvoller Blick auf Ihnen.

    Sich der Situation gewachsen zeigen

    Ich hasse Spinnen. Sie sind unheimlich. Es gibt Spielfi lme ber gift ige Rie-senspinnen, die vom Amazonas zu uns nach Nordamerika heraufk ommen. Dann ist da dieser alte Film ber eine enorme Spinne, die sich in Eisen-bahntunneln versteckt, und natrlich jene gemeine Riesenspinne, die einen armen, hilfl osen Hobbit erwischt. Spinnen. Igitt! Sie lsen garantiert bei jedem, der ihnen begegnet, Schreie aus. []

    Mit dreiundzwanzig lebte ich ein Jahr lang allein in einem winzigen Huschen mit nur einem einzigen Zimmer, das direkt hinter dem Haus einer Freundin stand. Es war genau das Richtige fr mich. Es hatte nur einen Nachteil. Sie ahnen es bereits es war voller Spinnen. Jeden Morgen, wenn ich aufwachte, saen ungefhr zehn Spinnen an den Wnden und begrten mit mir den neuen Tag. Wenn ich abends von der Arbeit nach Hause kam, krabbelten ein Dutzend Spinnen durch den Raum, um mich willkommen zu heien. Ich gewhnte mich daran. Ich schreie nicht mehr, wenn ich eine Spinne sehe (meistens jedenfalls), und ich kann sie ganz allei-ne tten, wenn es sein muss.

    Mit dem lterwerden zwang mich meine Lebenssituation dazu, Verant-wortung fr meine kleine Welt zu bernehmen. Sie kennen den Spruch:

    Anpassen oder sterben. Oder diesen: Was uns nicht umbringt, macht uns nur hrter. Wie auch immer, ich musste fr mich selbst sorgen, die Miete zahlen, eine KFZ-Versicherung abschlieen, meine Hochzeit planen,

    Stacy Eldredge: Werden, wie du mich siehst

  • Leseprobe10

    Spinnen tten oder ignorieren ich musste mich der Situation gewachsen zeigen. Und ich lernte, diese Aufgaben zu bewltigen. []

    Vielleicht haben Sie nie Angst vor Spinnen gehabt. Vielleicht sind Sie wie meine Freundin Sam, die alle mglichen Insekten und auch Spinnen einfngt und in den Garten bringt, um ihnen ihre Freiheit wiederzugeben. Aber es gibt Bereiche in Ihrem Leben, in denen Sie Fortschritte machen wollen. Sie wollen frei sein.

    Ich glaube, dass Sie es knnen.Ich glaube, dass es Gott ein Anliegen ist, uns zu befreien, jede von uns zu

    der Frau zu machen, als die er uns geplant hat. Zu der Frau, die wir schon immer sein wollten. Manchmal tut er das, indem er gewissermaen einen Schalter umlegt. Doch meistens geschieht es nicht so (wie Sie vermutlich sehr gut wissen). Meistens ldt Gott uns zu einem Vernderungsprozess ein einem Prozess, in dessen Verlauf wir uns durch seine Gnade den Situa tionen unseres Lebens gewachsen zeigen knnen. Doch bevor wir uns mit diesem Prozess befassen, mssen wir ein paar Dinge klarstellen.

    Scham und Disziplin fhren zu nichts

    Erstens: Scham ist kein Mittel zur Vernderung.hnlich wie ein Koff einschub am Morgen kann uns die Selbstverachtung

    zwar auf den Weg der Vernderung treiben, doch wir werden bald fest-stellen, dass sie uns in einen Kreisverkehr ohne Ausweg schickt. Wenn wir morgens auf die Waage steigen und die Kiloanzeige uns zur Verzweifl ung treibt, dann schwren wir uns, nie mehr zu viel zu essen. Die Scham ist so gro, dass wir es womglich schaff en, bis zum Mittagessen nichts zu uns zu nehmen, aber sie wird uns nicht zur Freiheit verhelfen. Selbstverachtung, Scham und Furcht die sich in so vielen unserer verborgenen, inneren Bereiche breitmachen knnen niemals den Fortschritt hervorrufen und beibehalten, nach dem wir uns sehnen. Und doch versuchen die meisten Frauen, die Scham als inneren Antrieb zu nutzen. Ich wei, dass ich das getan habe.

  • 11

    Auch Selbstdisziplin wird uns nicht aus unserem Dilemma befreien.Disziplin, insbesondere geistliche Disziplin, ist eine heilige und gute

    Sache, die mit lebenslanger bung stetig zunimmt. Doch wenn wir uns nur darauf sttzen, um die Vernderungen zu erreichen, nach denen wir uns sehnen, dann werden wir feststellen, dass das Ergebnis keine von Gnade erfllte Frau ist. Wir rgern uns; wir verlieren den Mut. Und sobald wir einige Kmpfe ausgefochten haben, knnen wir leicht zu einer Frau werden, die auf andere Druck ausbt, damit sie dasselbe tun. Wir werden hart und verkniff en, nach dem Motto: Rei dich zusammen! Bei der Selbstdisziplin steht das Selbst im Zentrum und damit befi nden wir uns bereits in einer schlechten Ausgangsposition. Bemhen, bestrebt sein, noch hrter arbeiten wird uns vielleicht durch die Woche bringen, aber sicher nicht durch Jahr-zehnte. Und doch glauben viele Christen, dass wir auf diese Weise unsere Welt in Ordnung halten knnen. []

    Scham fhrt zu nichts und auch Disziplin fhrt zu nichts. Gott ldt uns ein, uns in seinen Vernderungsprozess einzufgen, in dessen Verlauf er unsere innere Welt heilt, sodass unsere uere Welt verwandelt wird. []

    Gott wird mich nicht mehr oder anders lieben, wenn beziehungsweise falls es mir schlielich gelingt, Gewicht zu verlieren und meine Esssucht zu berwinden. Jesu Liebe zu mir, die Liebe meines himmlischen Vaters zu mir, ist unwandelbar. Ja, es stimmt, die Gemeinschaft mit ihm kann manchmal belastet sein, doch sein Herz verndert sich nicht. Er liebt mich leidenschaft lich. Noch besser: Ich glaube, er mag mich. Und brigens steht er unheimlich auf Sie. Ja, auf Sie. Doch was bedeutet es, auf diese Weise geliebt zu sein? Hat es eine Bedeutung? Bewirkt es einen Unterschied in meinem tglichen Leben? Sie ahnen es: Ja, das tut es allerdings!

    Wir sind geliebt

    Gott liebt die Menschen. Wenn man sich in der Welt umschaut, ist das manchmal schwer zu glauben, aber es ist wahr. Wir sind geliebt. Wir wur-den aus Liebe geboren, in Liebe hineingeboren, um Liebe kennenzulernen

    Stacy Eldredge: Werden, wie du mich siehst

  • Leseprobe12

    und geliebt zu werden. Ja, wir wurden in eine gefallene Welt voller Leid hineingeboren, die zugleich wundervoller ist als das schnste Mrchen. Sie ist beides. Und in dieser wunderschnen, herzzerreienden Welt liebt Gott der Ewige, der Allmchtige, der Wundervolle die Menschen. Auch Sie. Ganz besonders Sie.

    Sie sind wundervoll.Nun ja, vielleicht nicht jeden Tag. Sie sind zwar jeden Tag wundervoll,

    doch das Wundervolle in Ihnen liegt oft unter dem Schutt einer verrckt gewordenen Welt begraben. Sie wurden in ein unglaubliches Chaos hinein-geboren und jeder von uns ist damit selbst zu etwas Chaotischem geworden. doch mitten in unserem Schlamassel sind wir von Gott geliebt. Er verachtet die Menschheit nicht oder verzweifelt an uns, wie wir es manchmal tun. Er wendet sich nicht von uns ab angesichts unseres Versagens und unseres Egoismus, auch wenn wir genauso handeln wrden. Er ist nicht berrascht. Er wei, dass wir nur Staub sind und unsere Fe aus Lehm gemacht wurden, aber er hat dafr gesorgt, dass wir nicht so bleiben mssen.

    Lassen Sie mich diese Wahrheit noch einmal wiederholen: Sie sind geliebt. Zutiefst, innig, unvorstellbar geliebt. Und Sie sind ein wundervolles Geschpf. Gottes. Egal, ob Sie eine Spinne tten knnen oder nicht. [] Egal, ob Sie erneut Ihre Beherrschung verloren, einem Tagtraum, einem weiteren Keks oder Ihren Gedanken der Selbstverachtung nachgegeben haben. Genau hier und jetzt sind Sie geliebt, und der Eine, der alles sieht, ist bei Ihnen und sieht Sie. Er kennt Sie besser, als Sie sich selbst kennen, und Sie waren nie eine Enttuschung fr ihn.

    Stacy Eldredge: Werden, wie du mich siehstGebunden mit Schutzumschlag 13,5 x 21,5 cm 272 SeitenNr. 816933 ISBN 978-3-86591-933-5 [D] 16,99 ( [A] 17,50/sFr 25,50*)

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  • Elisabeth Mittelstdt (Hrsg.)

    Frauen begegnenGottDas Neue Testament mit Andachten

    fr ein ganzes Jahr

    Den Glauben vertiefen und neue Kraft schpfen bei dem Gott, der die Quelle des Lebens ist. Diese Andachtsbibel enthlt das Neue Testament in der klassischen Luther-bersetzung. Ergnzt wird jedes biblische Kapitel mit je einer Andacht von mehr als 100 Autorinnen, darunter Elisabeth Mittel-stdt, Daisy Grfi n von Arnim, Elisabeth Bchle, Joni Eareckson Tada und Elke Werner. Auf diese Weise werden Sie innerhalb eines Jahres durch das komplette Neue Testament begleitet. Doch das ist noch nicht alles. Informa-tionen zum historischen Hintergrund, Fragen zur persnlichen Refl ektion, 52 der beliebten Lydia-Interviews mit Frauen aus der Bibel sowie Raum fr persnliche Notizen runden dieses besondere Buch ab.

    Elisabeth Mittelstdt (Hrsg.): Frauen begegnen GottGebunden mit Leinenberzug & Silberprgung 15,0 x 22,7 cm 640 SeitenNr. 816723 ISBN 978-3-86591-723-2 [D] 19,99 ( [A] 20,60/sFr 29,90*)

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  • Leseprobe14

    Apostelgeschichte 22.23

    Der Mordanschlag gegen Paulus12 Als es aber Tag wurde, rotteten sich einige Ju-den zusammen und verschworen sich, weder zu essen noch zu trinken, bis sie Paulus gettet htten. 13 Es waren aber mehr als vierzig, die diese Verschwrung machten. 14 Die gingen zu den Hohenpriestern und ltesten und spra-chen: Wir haben uns durch einen Eid gebun-den, nichts zu essen, bis wir Paulus gettet ha-ben. 15 So wirkt nun ihr mit dem Hohen Rat bei dem Oberst darauf hin, dass er ihn zu euch he-runterfhren lsst, als wolltet ihr ihn genauer verhren; wir aber sind bereit, ihn zu tten, ehe er vor euch kommt.

    16 Als aber der Sohn der Schwester des Paulus von dem Anschlag hrte, ging er und kam in die Burg und berichtete es Paulus. 17 Paulus aber rief einen von den Hauptleuten zu sich und sprach: Fhre diesen jungen Mann zu dem Oberst, denn er hat ihm etwas zu sagen. 18 Der nahm ihn und fhrte ihn zum Oberst und sprach: Der Gefangene Paulus hat mich zu sich rufen lassen und mich gebeten, diesen jungen Mann zu dir zu fhren, der dir etwas zu sagen hat. 19 Da nahm ihn der Oberst bei der Hand und fhrte ihn beiseite und fragte ihn: Was ists, das du mir zu sagen hast? 20 Er aber sprach: Die Juden sind bereingekommen, dich zu bitten, dass du Paulus morgen vor den Hohen Rat hi-nunterbringen lsst, so als wollten sie ihn ge-nauer verhren. 21 Du aber traue ihnen nicht; denn mehr als vierzig Mnner von ihnen lau-ern ihm auf; die haben sich verschworen, weder zu essen noch zu trinken, bis sie ihn gettet ht-ten; und jetzt sind sie bereit und warten auf dei-ne Zusage. 22 Da lie der Oberst den jungen Mann gehen und gebot ihm, niemandem zu sa-gen, dass er ihm das erffnet htte.

    Die berfhrung des Paulus nach Csarea

    23 Und der Oberst rief zwei Hauptleute zu sich und sprach: Rstet zweihundert Soldaten, dass sie nach Csarea ziehen, und siebzig Reiter und zweihundert Schtzen fr die dritte Stunde der Nacht; 24 und haltet Tiere bereit, Paulus drauf-zusetzen und wohlverwahrt zu bringen zum

    30 Am nchsten Tag wollte er genau erkun-den, warum Paulus von den Juden verklagt wurde. Er lie ihn von den Ketten lsen und befahl den Hohenpriestern und dem ganzen Hohen Rat zusammenzukommen und fhrte Paulus hinab und stellte ihn vor sie.

    Paulus vor dem Hohen Rat

    23 1 Paulus aber sah den Hohen Rat an und sprach: Ihr Mnner, liebe Brder, ich habe mein Leben mit gutem Gewissen vor Gott gefhrt bis auf diesen Tag. 2 Der Hohepriester Hananias aber befahl denen, die um ihn stan-den, ihn auf den Mund zu schlagen. 3 Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du ge-tnchte Wand! Sitzt du da und richtest mich nach dem Gesetz und lsst mich schlagen ge-gen das Gesetz? 4 Aber die dabeistanden, spra-chen: Schmhst du den Hohenpriester Gottes? 5 Und Paulus sprach: Liebe Brder, ich wusste es nicht, dass er der Hohepriester ist. Denn es steht geschrieben (2. Mose 22,27): Dem Obersten deines Volkes sollst du nicht fluchen.

    6 Als aber Paulus erkannte, dass ein Teil Sad-duzer war und der andere Teil Phariser, rief er im Rat: Ihr Mnner, liebe Brder, ich bin ein Phariser und ein Sohn von Pharisern. Ich werde angeklagt um der Hoffnung und um der Auferstehung der Toten willen. 7 Als er aber das sagte, entstand Zwietracht zwischen Pharisern und Sadduzern und die Versammlung spaltete sich. 8 Denn die Sadduzer sagen, es gebe keine Auferstehung noch Engel und Geister; die Pha-riser aber lehren beides. 9 Es entstand aber ein groes Geschrei; und einige Schriftgelehrte von der Partei der Phariser standen auf, stritten und sprachen: Wir finden nichts Bses an die-sem Menschen; vielleicht hat ein Geist oder ein Engel mit ihm geredet. 10 Als aber die Zwie-tracht gro wurde, befrchtete der Oberst, sie knnten Paulus zerreien, und lie Soldaten hinabgehen und Paulus ihnen entreien und in die Burg fhren.

    11 In der folgenden Nacht aber stand der Herr bei ihm und sprach: Sei getrost! Denn wie du fr mich in Jerusalem Zeuge warst, so musst du auch in Rom Zeuge sein.

  • Nachgedacht

    Ganz Persnlich

    Dienstag

    Habe ich ein reines Gewissen?

    Wo brauche ich Gnade, Weisheit oder einen Richtungswechsel?

    Ein reines Gewissen

    Apostelgeschichte 23,1

    Ein reines Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen. Dieses alte Sprichwort hat einen wahren Kern. In den dunklen Stunden der Nacht knnen Gewissensbisse uns buchstblich den Schlaf rau-ben. Im Internet gibt es eine Seite, auf der man sich die Last eines schlechten Gewissens zu jeder Tages- und Nachtzeit von der Seele schreiben kann. Man mag von diesem Angebot halten, was man will Tatsache ist, dass Menschen es nutzen.

    Sicher: Manchmal tuscht mich mein Bauchgefhl und ich mache mir Gedanken wegen etwas, das ganz in Ordnung war. Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuhren: Was beschftigt mich bei einer Sache so, dass ich keinen Schlaf finde?

    Gottes Stimme hre ich in meinem Herzen oft erst in den Nachtstunden, wenn es still um mich ist. Dann spre ich manch-mal, wie Gott mich durch mein Gewissen auf etwas aufmerksam macht. Denn Lrm ist ein geeignetes Mittel, die Stimme des Ge-wissens zu bertnen (Pearl S. Buck). Und je mehr ich diese inne-re Stimme durch uere Einflsse bertnen lasse, desto weniger bin ich sensibel dafr.

    Die Grundwerte unserer Gesellschaft und noch viel mehr die biblischen Werte sind ein guter Mastab, um ein Verhalten oder eine Situation zu bewerten. Wenn ich vor einer Entscheidung ste-he und mir unsicher bin, kann ich das Gesprch mit einer Freun-din suchen, um das Fr und Wider abzuwgen. Oder ich kann mich selbstkritisch hinterfragen, welche Beweggrnde mich zu einer Entscheidung oder einem Verhalten bewegen. Vor allem kann ich aber auf Gott hren, um Leitung und Gnade zu erfahren. Ich habe mein Leben mit gutem Gewissen vor Gott gefhrt bis auf diesen Tag. Wie kann Paulus das sagen bei seiner Vergangen-heit, in der er viele Christen erbarmungslos verfolgt und gettet hat? Weil er Gottes Gnade und Richtungswechsel erlebt hat.

    Wenn ich durch Gebet und Bibellesen die Verbindung mit Gott suche, kann ich darauf vertrauen, dass Gott mir zeigen wird, wenn ich einen falschen Weg einschlage. Wenn bereits etwas schiefgelaufen ist, gilt aber auch: Was war, muss mich nicht lnger belasten, wenn ich es vor Gott bereinigt habe.

    Ute Mayer

    15Elisabeth Mittelstdt (Hrsg.): Frauen begegnen Gott

  • Leseprobe16

    Apostelgeschichte 23.24

    hat auch versucht, den Tempel zu entweihen. Ihn haben wir ergriffen.*

    8 Wenn du ihn verhrst, kannst du selbst das alles von ihm erkunden, dessentwegen wir ihn verklagen. 9 Auch die Juden bekrftigten das und sagten, es verhielte sich so.

    10 Paulus aber antwortete, als ihm der Statt-halter winkte zu reden: Weil ich wei, dass du in diesem Volk nun viele Jahre Richter bist, will ich meine Sache unerschrocken verteidigen. 11 Du kannst feststellen, dass es nicht mehr als zwlf Tage sind, seit ich nach Jerusalem hinauf-zog, um anzubeten. 12 Und sie haben mich we-der im Tempel noch in den Synagogen noch in der Stadt dabei gefunden, wie ich mit jeman-dem gestritten oder einen Aufruhr im Volk ge-macht htte. 13 Sie knnen dir auch nicht be-weisen, wessen sie mich jetzt verklagen. 14 Das bekenne ich dir aber, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott meiner Vter so diene, dass ich allem glaube, was ge-schrieben steht im Gesetz und in den Prophe-ten. 15 Ich habe die Hoffnung zu Gott, die auch sie selbst haben, nmlich dass es eine Auferste-hung der Gerechten wie der Ungerechten ge-ben wird. 16 Darin be ich mich, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben vor Gott und den Menschen.

    17 Nach mehreren Jahren aber bin ich ge-kommen, um Almosen fr mein Volk zu ber-bringen und zu opfern. 18 Als ich mich im Tem-pel reinigte, ohne Auflauf und Getmmel, fan-den mich dabei 19 einige Juden aus der Provinz Asien. Die sollten jetzt hier sein vor dir und mich verklagen, wenn sie etwas gegen mich htten. 20 Oder lass diese hier selbst sagen, was fr ein Unrecht sie gefunden haben, als ich vor dem Hohen Rat stand; 21 es sei denn dies eine Wort, das ich rief, als ich unter ihnen stand: Um der Auferstehung der Toten willen werde ich von euch heute angeklagt.

    Die Verschleppung des Prozesses22 Felix aber zog die Sache hin, denn er wusste recht gut um diese Lehre und sprach: Wenn der Oberst Lysias herabkommt, so will ich eure Sa-che entscheiden. 23 Er befahl aber dem Haupt-

    Statthalter Felix. 25 Und er schrieb einen Brief, der lautete:

    26 Klaudius Lysias dem edlen Statthalter Felix: Gru zuvor! 27 Diesen Mann hatten die Juden ergriffen und wollten ihn tten. Da kam ich mit Soldaten dazu und entriss ihnen den und erfuhr, dass er ein rmischer Brger ist. 28 Da ich aber erkunden wollte, weshalb sie ihn anklagten, fhrte ich ihn hinunter vor ihren Hohen Rat. 29 Da fand ich, dass er beschuldigt wird wegen Fragen ihres Gesetzes, aber keine Anklage gegen sich hatte, auf die Tod oder Ge-fngnis steht. 30 Und als vor mich kam, dass ein Anschlag gegen den Mann geplant sei, sandte ich ihn sogleich zu dir und wies auch die Klger an, vor dir zu sagen, was sie gegen ihn htten.

    31 Die Soldaten nahmen Paulus, wie ihnen befohlen war, und fhrten ihn in der Nacht nach Antipatris. 32 Am nchsten Tag aber lie-en sie die Reiter mit ihm ziehen und kehrten wieder in die Burg zurck. 33 Als aber jene nach Csarea kamen, bergaben sie den Brief dem Statthalter und fhrten ihm auch Paulus vor. 34 Als der Statthalter den Brief gelesen hatte, fragte er, aus welchem Land er sei. Und als er erfuhr, dass er aus Zilizien sei, sprach er: 35 Ich will dich verhren, wenn deine Anklger auch da sind. Und er lie ihn in Gewahrsam halten im Palast des Herodes.

    Vor dem Statthalter Felix

    24 1 Nach fnf Tagen kam der Hohepriester Hananias mit einigen ltesten und dem Anwalt Tertullus herab; die erschienen vor dem Statthalter gegen Paulus. 2 Als der aber herbei-gerufen worden war, fing Tertullus an, ihn an-zuklagen, und sprach: Dass wir in groem Frie-den leben unter dir und dass diesem Volk viele Wohltaten widerfahren sind durch deine Fr-sorge, edelster Felix, 3 das erkennen wir allezeit und berall mit aller Dankbarkeit an. 4 Damit ich dich aber nicht zu lange aufhalte, bitte ich dich, du wollest uns kurz anhren in deiner Gte. 5 Wir haben erkannt, dass dieser Mann schdlich ist und dass er Aufruhr erregt unter allen Juden auf dem ganzen Erdkreis und dass er ein Anfhrer der Sekte der Nazarener ist. 6 Er

  • 1717Elisabeth Mittelstdt (Hrsg.): Frauen begegnen Gott

    Nachgedacht

    Ganz Persnlich

    Wie reagiere ich, wenn ich mich ertappt fhle?

    Konzentriere ich mich mehr auf das uerliche im Leben oder hre ich auch auf mein Gewissen und Gottes leise Stimme?

    MittwochDie Chance seines Lebens

    Apostelgeschichte 24,25

    Kennen Sie Menschen, die neugierig sind, aber sobald es persn-lich wird, die Flucht ergreifen? So war es bei Felix und Drusilla. Sie wollten mehr ber den christlichen Glauben erfahren. Was Paulus erzhlte, war interessant. Der groe Rahmen der Botschaft gefiel ihnen. Doch dann wurde es persnlich! Als Felix die Worte Ge-rechtigkeit, Enthaltsamkeit und Gericht hrte, sah er sie wie mit Neon-Lettern ber seinem Leben geschrieben. Und er sah Schuld. Nein, das wollte er nicht! Das war unangenehm. Denn dann htte er reagieren mssen. Lieber konzentrierte er sich wei-terhin auf uerliches wie Politik , als nach innen zu schauen.

    So verpasste er die Chance seines Lebens. Felix htte seine Schuld bekennen, bereuen und Vergebung empfangen knnen. Frieden, ein reines Gewissen und ewiges Leben waren greifbar nah. Aber er schickte Paulus weg. Tragisch! Denn durch Paulus war Jesus selbst in Felix Residenz gekommen. Was erschreckte ihn wohl so, dass er diese gute Botschaft ablehnte? Paulus hatte die Themen seines Lebens und seines Herzens angesprochen und Felix war sicher beschmt!

    Meist verursacht genau das mir am meisten Herzklopfen, was der Heilige Geist in meinem Leben ansprechen und ndern will. Denn ich soll frei von der Last eines beschwerten Gewissens leben und mich keinesfalls an diese Last gewhnen. Gott will mich von Snde berfhren, damit ich frei werde. Wenn ich frei bin, bin ich freimtig. Erleichtert, froh! Aber dazu muss ich ihm die Snde bringen. Erst fhle ich mich erwischt. Es beschmt mich, durch-schaut zu werden. Bis ich erkenne, dass es Jesus ist, der zu mir spricht etwa durch ein Buch oder einen Menschen. Ich mchte lernen, auf die leise Stimme zu hren, die direkt in mein Herz spricht, auch wenn es mich beschmt. Oder vielleicht genau des-wegen: weil es mich beschmt. Denn der Apostel Johannes erklrt: Wenn unser Gewissen rein ist und uns nicht mehr verklagt, dann knnen wir voller Freude und Zuversicht zu Gott kommen und beten. Er wird uns geben, worum wir ihn bitten, weil wir so leben, wie es ihm gefllt (1. Johannes 3,21-22).

    Marion Klug

  • Leseprobe18

    Apostelgeschichte 24.25

    Die Berufung an den Kaiser9 Festus aber wollte den Juden eine Gunst er-weisen und antwortete Paulus und sprach: Willst du hinauf nach Jerusalem und dich dort in dieser Sache von mir richten lassen? 10 Pau-lus aber sprach: Ich stehe vor des Kaisers Ge-richt; da muss ich gerichtet werden. Den Juden habe ich kein Unrecht getan, wie auch du sehr wohl weit. 11 Habe ich aber Unrecht getan und todeswrdig gehandelt, so weigere ich mich nicht zu sterben; ist aber nichts an dem, des-sentwegen sie mich verklagen, so darf mich ih-nen niemand preisgeben. Ich berufe mich auf den Kaiser! 12 Da besprach sich Festus mit sei-nen Ratgebern und antwortete: Auf den Kaiser hast du dich berufen, zum Kaiser sollst du zie-hen.

    Knig Agrippa beim Statthalter Festus13 Nach einigen Tagen kamen Knig Agrippa und Berenike nach Csarea, Festus zu begr-en. 14 Und als sie mehrere Tage dort waren, legte Festus dem Knig die Sache des Paulus vor und sprach: Da ist ein Mann von Felix als Gefangener zurckgelassen worden; 15 um des-sentwillen erschienen die Hohenpriester und ltesten der Juden vor mir, als ich in Jerusalem war, und baten, ich solle ihn richten lassen. 16 Denen antwortete ich: Es ist der Rmer Art nicht, einen Angeklagten preiszugeben, bevor er seinen Klgern gegenberstand und Gele-genheit hatte, sich gegen die Anklage zu vertei-digen. 17 Als sie aber hier zusammenkamen, duldete ich keinen Aufschub, sondern hielt am nchsten Tag Gericht und lie den Mann vor-fhren. 18 Als seine Anklger auftraten, brach-ten sie keine Anklage vor wegen Vergehen, wie ich sie erwartet hatte. 19 Sie hatten aber Streit mit ihm ber einige Fragen ihres Glaubens und ber einen verstorbenen Jesus, von dem Paulus behauptete, er lebe. 20 Da ich aber von diesem Streit nichts verstand, fragte ich, ob er nach Je-rusalem reisen und sich dort deswegen richten lassen wolle. 21 Als aber Paulus sich auf sein Recht berief, bis zur Entscheidung des Kaisers in Gewahrsam zu bleiben, lie ich ihn gefangen halten, bis ich ihn zum Kaiser senden knnte.

    mann, Paulus gefangen zu halten, doch in leich-tem Gewahrsam, und niemandem von den Seinen zu wehren, ihm zu dienen.

    24 Nach einigen Tagen aber kam Felix mit sei-ner Frau Drusilla, die eine Jdin war, und lie Paulus kommen und hrte ihn ber den Glau-ben an Christus Jesus. 25 Als aber Paulus von Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und von dem zuknftigen Gericht redete, erschrak Felix und antwortete: Fr diesmal geh! Zu gelegener Zeit will ich dich wieder rufen lassen.

    26 Er hoffte aber nebenbei, dass ihm von Pau-lus Geld gegeben werde; darum lie er ihn auch oft kommen und besprach sich mit ihm. 27 Als aber zwei Jahre um waren, kam Porzius Festus als Nachfolger des Felix. Felix aber wollte den Juden eine Gunst erweisen und lie Paulus ge-fangen zurck.

    Die Verhandlung vor Festus

    25 1 Als nun Festus ins Land gekommen war, zog er nach drei Tagen von Csarea hinauf nach Jerusalem. 2 Da erschienen die Ho-henpriester und die Angesehensten der Juden vor ihm gegen Paulus und drangen in ihn 3 und baten ihn um die Gunst, dass er Paulus nach Jerusalem kommen liee; denn sie wollten ihm einen Hinterhalt legen, um ihn unterwegs um-zubringen. 4 Da antwortete Festus, Paulus wer-de weiter in Gewahrsam gehalten in Csarea; er selber aber werde in Krze wieder dahin zie-hen. 5 Die nun unter euch ermchtigt sind, sprach er, die lasst mit hinabziehen und den Mann verklagen, wenn etwas Unrechtes an ihm ist.

    6 Nachdem aber Festus bei ihnen nicht mehr als acht oder zehn Tage gewesen war, zog er hi-nab nach Csarea. Und am nchsten Tag setzte er sich auf den Richterstuhl und lie Paulus ho-len. 7 Als der aber vor ihn kam, umringten ihn die Juden, die von Jerusalem herabgekommen waren, und brachten viele und schwere Klagen gegen ihn vor, die sie aber nicht beweisen konn-ten. 8 Paulus aber verteidigte sich: Ich habe mich weder am Gesetz der Juden noch am Tempel noch am Kaiser versndigt.

  • Christine Caine

    Noch mehr Leben,bitte! Mehr erleben und erreichen,

    ohne sich selbst zu berfordern

    Ich will einfach alles eine erfllte Partnerschaft mit einem Traumprinzen. Und natrlich mit Gott. Und dann htte ich auch gern einen tollen Job. Ja, Kinder will ich auch am besten zwei oder drei So oder so hnlich stellen sich Frauen ihr Leben vor. Und das ist mglich, sagt Christine Caine. Obwohl manche Wnsche nicht leicht zu erfllen sind. Dieser Ratgeber ver-rt Frauen, wie sie ihre Trume umsetzen und mehr erleben und erreichen knnen, ohne sich selbst zu berfordern.

    Durch die Stimmenexplosion, die sich direkt vor mir im Saal ereignete, wre ich beinahe rckwrts vom Hocker gefallen. Glcklicherweise konnte ich mich gerade noch rechtzeitig fangen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren und auf dem Boden des Podiums zu landen. Es wre nmlich bestimmt kein schner Anblick gewesen, mir im Rock beim Kampf mit dem Hocker zuzuschauen und dabei, wie ich versuchte, mich einigermaen anmutig wieder in eine aufrechte Sitzposition zu bringen.

  • Leseprobe20

    Was ist denn blo in diese Frauen gefahren? Ich dachte, das hier sollte eine ganz normale Fragestunde werden, wie ich sie bei fast jedem Frauenkongress anbiete, schoss es mir durch den Kopf. Aber hier ging off enbar etwas ganz anderes ab. Alle Frauen in diesem Saal schienen wild entschlossen zu sein, mich mit ihren lebenswichtigen Anliegen zu bombardieren.

    Ich versuchte, aus dem Stimmengewirr eine Frage herauszufi ltern, in der Hoff nung, meine Zuhrerinnen mit einer besonders geistreichen Antwort beruhigen zu knnen, doch es war unmglich, weil alle durcheinander-redeten. Schlielich gelang es der verantwortlichen Dame am Mikrofon, einigermaen fr Ruhe und Aufmerksamkeit zu sorgen. Ihr war allerdings inzwischen off enbar klar geworden, dass die Formulierung Wer hat noch eine Frage an Christine? nicht der richtige Einstieg in diesen Teil der Veranstaltung war, und so forderte sie die anwesenden Frauen auf: Wenn Sie eine Frage an Christine haben, dann reden Sie doch bitte nicht einfach draufl os. Melden Sie sich stattdessen mit Handzeichen und ich rufe dann eine nach der anderen auf.

    Kaum hatte sie den Satz beendet, schoss im selben Moment wuuusch ein Meer von Hnden gleichzeitig in die Hhe, sodass ich den Luft zug, der dabei entstand, vorne auf dem Podium spren konnte.

    Erste Frage: Christine, wie machen Sie das blo? Wie schaff en Sie es, so viele verschiedene Dinge unter einen Hut zu bekommen? Sie sind Ehefrau, Mutter, Referentin und noch vieles andere knnen Sie uns Ihr Geheimnis verraten, wie Sie das alles gleichzeitig bewltigen?

    Wow, dachte ich. Knnten wir nicht vielleicht mit einer einfacheren Frage anfangen, wie zum Beispiel: Was ist Ihr Lieblingsgericht? Ich holte tief Luft und gab dann ein paar der Erkenntnisse und Einsichten weiter, die Gott mir im Laufe der Zeit geschenkt hat und die sich fr mich persnlich als besonders wichtig erwiesen haben. Es war eine sehr komplexe Frage, aber ich tat mein Bestes, um sie anhand meiner eigenen Erfahrungen mglichst umfassend zu beantworten.

    Da die Fragestellerin mit meinen Ausfhrungen ganz zufrieden schien, bat die Dame am Mikrofon um die nchste Frage. Wuuusch, wieder schos-sen Hunderte von Hnden hoch, gefolgt von einem khlen Luft zug.

  • 21

    Zweite Frage: Christine, ich habe den Eindruck, dass ich zur Mitarbeit im Reich Gottes berufen bin, aber ich bin verheiratet und habe Kinder Wie kann ich mich fr Gott einsetzen, ohne meine Aufgaben als Ehefrau und Mutter zu vernachlssigen?

    Ist das nicht irgendwie die gleiche Frage wie die erste?, berlegte ich. Viel-leicht war meine Antwort ja noch nicht verstndlich genug. Also versuchte ich, noch ein bisschen ausfhrlicher und prziser meine berzeugung zu vermitteln, dass Gott mchte, dass wir bei all dem, was wir zu bewltigen haben, krperlich und seelisch gesund und vor allem auch bei Verstand bleiben. Diesmal hatte ich es aber wirklich auf den Punkt gebracht zumin-dest glaubte ich das. Es gab viel beiflliges Nicken und Gemurmel von den Frauen, so, als wollten sie mir signalisieren, dass meine Antwort ihnen weiterhalf.

    Zeit also fr die nchste Frage. Wuuusch, Hunderte von Hnden. Khler Luft zug.

    Dritte Frage: Christine, Sie meistern so viele Herausforderungen, dass ich mir sicher bin, dass Gott Ihnen gezeigt hat, wie man viele verschiedene Dinge gleichzeitig in den Griff bekommt. Knnen Sie uns erklren, wie das funktioniert?

    Bin ich in dem Film und tglich grt das Murmeltier gelandet? Ist das nicht wieder genau die gleiche Frage wie die gerade eben?, dachte ich verblfft . Statt dieselbe Frage ein drittes Mal zu beantworten, fand ich es schlauer und auch eff ektiver, erst einmal selbst eine Frage zu stellen. Des-halb sagte ich: Bevor ich auf dieses wichtige Anliegen eingehe, wrde ich gerne wissen: Gibt es hier im Publikum Fragen, die sich nicht darum drehen, wie man allen gerecht wird seinen Mitmenschen, sich selbst und Gott?

    Stille. Kein wuuusch. Keine Hnde. Kein Luft zug. Und da dmmerte es mir langsam. Wir Frauen von heute sind mit bis-

    her nie da gewesenen Herausforderungen konfrontiert, weil unsere unter-schiedlichen Rollen und unsere Beteiligung am gesellschaft lichen Leben immer komplexer und vielfltiger werden. Bis vor nicht allzu langer Zeit war die Rolle der Frau im Allgemeinen auf die drei Ks beschrnkt (Kinder, Kche, Kirche), aber heute engagieren sich Frauen in den verschiedensten

    21Christine Caine: Noch mehr Leben, bitte!

  • Leseprobe22

    gesellschaft lichen Bereichen viel aktiver als frher. Wir sind nicht mehr nur Schwestern, Tchter, Ehefrauen und Mtter, sondern auerdem auch noch Lehrerinnen, Verkuferinnen, rztinnen, Anwltinnen, Politikerinnen, Aktivistinnen, Firmeninhaberinnen, Autorinnen, Sportlerinnen und diese Liste liee sich beliebig fortsetzen. Mehr als je zuvor jonglieren wir Frauen mit immer mehr Verantwortung, Aktivitten und Terminplnen und wir mssen wissen, wie wir alle diese Herausforderungen meistern knnen, ohne unseren Traum von einem erfllten Leben zu begraben. Die Fragen der Frauen auf dem besagten Kongress lieen daran keinen Zweifel.

    Ich merkte schon bald, dass der Verlauf dieser Fragestunde kein Einzelfall war, denn in den darauff olgenden Monaten erlebte ich auf all meinen Reisen egal, auf welchem Kontinent ich mich befand das Gleiche oder sehr hn-liches. In verschiedenen Sprachen und bei Personen in unterschiedlichen Lebensphasen zog sich durch alle Fragen immer derselbe rote Faden: Jede Frau wollte erfahren, wie sie all das, was Gott fr sie vorgesehen und vorbe-reitet hat, umsetzen kann, und zwar wollte sie es nicht irgendwann wissen, sondern sofort! Und als aus diesen Monaten, in denen ich immer wieder dieselben Fragen beantwortete, Jahre wurden, kam ich zu dem Schluss: Darber msste mal jemand ein Buch schreiben! Hier ist es

    Ich habe beileibe nicht auf alles eine Antwort, und ich wei auch nicht genau, wie diese Sache, die man Leben nennt, bis ins Kleinste funktioniert auch wenn das toll wre! Doch nach ber 40 Lebensjahren, davon 15 Jahre im vollzeitlichen Dienst fr Gott, ber ein Jahrzehnt als Ehefrau und als Mutter von zwei Kindern kann ich mit gutem Gewissen behaupten, dass ich einige grundstzliche Dinge gelernt habe. Und diese Lektionen dienen mir als Kompass, mit dessen Hilfe ich erkennen kann, wie wir all das, was Gott fr uns bereithlt, in unserem Alltag verwirklichen knnen.

    Mein Buch mchte Ihnen eine ganz neue Sicht vom Frausein vermitteln und deutlich machen, wie kostbar wir fr Gott sind. Es soll auerdem zeigen, dass Gott einen unverwechselbaren Plan fr das Leben jedes ein-zelnen Menschen hat. Auf meiner persnlichen Entdeckungsreise bin ich irgendwann zu der festen berzeugung gelangt, dass es tatschlich mglich ist, ein ausgeglichenes und erflltes Leben zu fhren, wenn wir Gott mit

  • 23

    jeder Faser unseres Wesens vertrauen. Mit seiner Hilfe schaff en wir es, jede Herausforderung zu bewltigen und jeden Traum zu verwirklichen wenn auch vielleicht nicht alles auf einmal. Gott kennt unsere unterschiedlichen Lebensphasen und sein Timing ist immer absolut perfekt. Wir mssen uns nur manchmal erst daran gewhnen, unseren Blick mit seinem zu synchro-nisieren. Lassen Sie sich nicht entmutigen! Sie drfen Ihre Erwartungen noch hher stecken, als Sie es bereits getan haben aber zuvor sollten wir uns ein paar einfache Grundprinzipien anschauen, die uns zeigen, wie wir unser Ziel erreichen knnen.

    In den Kapiteln meines Buches mchte ich Ihnen einen kleinen Einblick in mein Leben geben in meine Enttuschungen und Niederlagen, meine Herausforderungen und einige urkomische Momente

    Christine Caine: Noch mehr Leben, bitte! Klappenbroschur 13,5 x 21,5 cm 208 SeitenNr. 816733 ISBN 978-3-86591-733-1 [D] 14,99 ( [A] 15,40/sFr 22,50*)

    * unverbindliche Preisempfehlung

    23Christine Caine: Noch mehr Leben, bitte!

  • Bei dir kommt meinHerz zur Ruhe365 Andachten fr Frauen

    Gott kennt Ihre Zweifel, Fragen, Sorgen, aber auch Ihre Trume und Wn-sche. Dieses wunderbare Andachtsbuch fr jeden Tag des Jahres hilft Ihnen, erfllende Zeit mit Ihrem Schpfer zu verbringen. Und es mchte Sie ermuti-gen, dem zu vertrauen, der Sie wie kein anderer liebt.

    Jede Andacht wird begleitet von einem Zitat einer bekannten Frau, die schwierige Zeiten genauso kennt wie die Freuden des Lebens, darunter Cor-rie ten Boom, Joni Eareckson Tada oder Joyce Meyer.

    Bei dir kommt mein Herz zur RuheFlexcover mit Gummizug 11,2 x 15,8 cm 384 SeitenNr. 816913 ISBN 978-3-86591-913-7 [D] 15,99 ( [A] 16,40/sFr 23,90*)

    * unverbindliche Preisempfehlung

  • 25

    1. Januar

    Unter all den Namen, die Gott beschreiben, ist wohl Gott allen Trostes einer der schnsten und trstlichsten. Die Worte allen Trostes zeigen an, dass es keine Grenzen oder Einschrnkungen gibt.

    Hannah Whitall Smith

    Gott allen Trostes

    Wir mgen das Wort alles sehr, besonders wenn es im Zusammenhang mit etwas Positivem steht. Wir mgen es, wenn alle Schuhe in unserem Lieblingsschuhladen reduziert sind oder wenn alle Pralinen in der Schach-tel aus dunkler Schokolade sind oder wenn alle unsere Rechnungen bezahlt sind. Doch wenn es so scheint, als brche alles ber uns zusammen, dann ist das schon etwas ganz anderes. Dann merken wir, dass wir unbedingt den

    Gott allen Trostes brauchen. berlegen Sie doch einmal, was diese Bezeichnung fr Gott alles ein-

    schliet. Sie bedeutet, dass kein Problem und kein Kummer zu gro sind, als dass Gottes Trost nicht greifen knnte. Ihm stehen unbegrenzte Mg-lichkeiten zur Verfgung, uns zu trsten. Wenn uns etwas wehtut, dann beschreibt der vielleicht schnste Name Gottes ihn als den, der uns nicht etwas Trost schenkt oder Trost in manchen Bereichen unseres Lebens, son-dern allen Trost, den wir brauchen.

    Der Gott allen Trostes wartet auch heute darauf, Sie zu trsten, und zwar ohne Einschrnkung.

    2. Korinther 1,35

    Lieber Gott allen Trostes, ich brauchen heute deinen Trost.

    25Bei dir kommt mein Herz zur Ruhe

  • Leseprobe26

    2. Januar

    Gott hat Sie und mich auserwhlt, damit wir Frucht bringen, die bleibt Frucht, die anderen Menschen zeigt, wie Gottes Sohn ist.

    Anne Graham Lotz

    Jesus ein bisschen hnlicher werden

    Zu Beginn dieses neuen Jahres sind Sie vielleicht ein bisschen melancho-lisch, blicken mglicherweise mit etwas Bedauern zurck oder mit bangen Fragen nach vorn. Probleme und Sorgen lassen nicht viel Raum fr Hoff -nung. Natrlich mchten Sie gern optimistisch oder noch lieber froh sein aber wie soll das gehen?

    Die Antwort bekommen Sie nicht dadurch, dass Sie sich bemhen, son-dern dadurch, dass Sie sich etwas bewusst machen; nicht dadurch, dass Sie etwas tun, sondern dadurch, dass Sie ruhen. Im Brief an die Galater ver-spricht Gott uns Freude als Frucht seines Wirkens in uns. Statt also zu versuchen, irgendwie ein Gefhl der Freude in sich zu erzwingen, mssen Sie nur auf Ihren Vater im Himmel schauen und an sein Versprechen den-ken. Er hat durch seinen Geist bereits Freude in Ihr Herz gelegt. Es geht also nicht in erster Linie darum, Freude zu empfi nden. Setzen Sie sich einfach still in Gottes Gegenwart, erzhlen Sie ihm von Ihren tiefsten Verletzungen und Sorgen, und bitten Sie ihn dann, die Frucht seiner Freude in Ihnen wachsen zu lassen. Dann werden Sie, wie Anne Graham Lotz sagt, Frucht bringen Frucht, die bleibt , indem sie immer mehr so werden wie sein Sohn.

    Galater 5,2223

    Herr, hilf mir dabei, dass in meinem Leben die Frucht deines Geistes in allem sichtbar wird, was ich heute tue.

  • 3. Januar

    Oh treue Seele! Die Ruhe in dir selbst, die du geniet, ist lediglich ein Abglanz der Ruhe, die du bei Gott fi nden wirst!

    Madame Guyon

    Ruhe fr die Seele

    Rasten Sie. Ruhen Sie. Nehmen Sie sich Zeiten der Stille, in denen Sie einfach nur nachdenken ber Gott, ber das Leben und darber, wozu Sie berufen sind. Solche Zeiten erfrischen, schenken uns die notwendigen Pausen und helfen uns dabei, unsere Ziele wieder konzentriert zu verfolgen. Madame Guyon will gleichzeitig aber auch deutlich machen, dass solche kostbaren Zeiten nur ein Schatten der Ruhe sind, die unsere Seele bei Gott fi nden kann.

    Unsere Seele drstet, und nur Gott allein kann diesen Durst stillen. Wir hungern danach, Gottes Liebe kennenzulernen, und er fllt uns berreich mit Nahrung aus seinem Wort. Wir durchleben schwere Zeiten, und er schenkt uns die Erfrischung, die wir brauchen, um weiterzumachen. Wir plagen uns mit Schuldgefhlen herum, weil wir andere verletzt oder Fehler begangen haben, und er gewhrt uns Vergebung und schenkt uns wahren Frieden und echte Ruhe. Wir brauchen immer wieder einen Ort, an dem wir Ruhe vor dem Sturm fi nden, und er ldt uns ein in seine schtzenden Arme.

    Lassen Sie Ihre Seele heute Ruhe bei ihm fi nden.

    Psalm 62,69

    Herr Jesus, ich will heute zur dir kommen und bei dir Ruhe fi nden.

    27Bei dir kommt mein Herz zur Ruhe

  • Leseprobe28

    4. Januar

    Ich bin dazu berufen, mein Gesicht zwischen die Schulterbltter Jesu zu drcken und ihm zu folgen, wohin er auch geht.

    Margaret Feinberg

    Vertrauen

    Sich richtig gut festhalten und nicht loslassen, dieses Bild gebraucht die Autorin Margaret Feinberg, wenn sie behauptet, ihre Berufung bestehe darin, ihr Gesicht zwischen die Schulterbltter Jesu zu drcken. Wenn wir uns auf diese Weise auf das Abenteuer des Glaubens einlassen, dann zeigen wir, dass wir ihm wirklich vertrauen und ihn lieben, und fi nden im Gegen-zug Ruhe und Trost.

    Wenn Sie so an Jesus festhalten, atmen Sie seinen Duft ein seine Kraft . Die Gewissheit, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Sie spren die Wrme seiner Liebe, und Sie sind davon so hingerissen, dass Sie ihm ganz nah blei-ben, um auch nicht einen einzigen Augenblick dieses Schwelgens in seiner Nhe zu verpassen. Wenn Sie sich so an ihn anlehnen, dann ist es fast egal, in welche Richtung Sie gehen. Jede Bodenerhebung, die Sie berwinden, jede Pftze, ber die Sie springen, wird zu einem Sieg. Es interessiert Sie weniger, wohin Sie gehen, dafr aber umso mehr, dass Sie ihm vertrauen und ihm folgen, wohin er Sie auch fhrt.

    Auch wenn dieses Bild Ihnen fremd vorkommt: Drcken Sie Ihr Gesicht fest zwischen seine Schulterbltter. Atmen Sie tief ein, und bleiben Sie nicht stehen.

    Psalm 73,2326

    Herr, ich mchte mich so sehr in dich und deine Gegenwart verlieben, dass ich immer mehr davon will und dich nicht loslassen.

  • 29

    5. Januar

    Leere mein Herz, o Gott, bis die Stille spricht mit deiner leisen Stimme; fhre mich zum Hren, zum Warten, zur Stille, zum Schweigen.

    Esther DeWaal

    In der Stille

    Wenn unser Herz, unser Verstand und unsere Seele mit Sorgen erfllt sind, bleibt kein Platz mehr fr Gott.

    Stille. So bringen wir Ordnung in das Chaos und treten falschem Stolz entgegen. So lassen wir Sorgen los und bringen Ruhe in unsere Gedanken. So ff nen wir unseren Geist und lassen belastende Sehnschte und falsche Erwartungen los. Wenn Sie in Ihrem Inneren einen heiligen Raum schaff en, wird Gott sich dort niederlassen.

    Elia hatte gerade eine gewaltige Demonstration der Macht Gottes erlebt, aber die Stimme, die er dann hrte, als Gott ihn ganz direkt ansprach, war nicht mehr als ein leises Suseln. Das machte Elia so demtig, dass er sein Gesicht bedeckte.

    Beim intensiven Gebet geht es nicht darum, mglichst wortreich und redegewandt zu sein oder spektakulre Wunder zu erwarten. Es geht viel-mehr darum zu lernen, so still zu werden, dass wir das leise Reden Gottes ber den Lrm der Welt hinweg hren knnen.

    In der Stille sehen unsere Augen voller Staunen, unser Herz ff net sich, unser Verstand kapituliert, und dann knnen wir Gott hren.

    1. Knige 19,1113

    Ich warte auf dich, Herr. In der Stille meines Herzens vertraue ich auf dich.

    29Bei dir kommt mein Herz zur Ruhe

  • Leseprobe30

    6. Januar

    Es gibt scheinbar kein greres Wunder und nichts, das schwieriger wre fr uns, die wir Dinge ganz verstehen wollen, als die Sache mit der Gnade.

    Elisabeth Elliot

    Erstaunliche Gnade

    John Newton, der Verfasser des berhmten Kirchenliedes Amazing Grace (Erstaunliche Gnade), erzhlte einmal, dass er frher gern so richtig schlimm fl uchte. Diese Angewohnheit sei so tief in ihm verwurzelt gewesen, dass sie ihm geradezu zur zweiten Natur geworden sei. In seinem Testament schreibt er: Ich war ein Abtrnniger, ein Gotteslsterer, ein Unglubiger. Und der ehemalige Sklavenhndler fhrt fort: Ich war zu allem fhig und besa nicht die geringste Gottesfurcht.

    Und dennoch rettete Gott ihn. Warum berschttete Gott einen derma-en gewaltttigen Mann so berreich mit seiner Gnade?

    Weil Gott diesen Mann liebte. Und Gott liebt auch Sie. Nicht dafr, wer Sie sind, und auch nicht fr

    etwas, das Sie getan haben, sondern einfach, weil er der Gott der erstaun-lichen Gnade ist. Nichts, das Sie getan haben, kann so schlimm sein, dass Sie sich dadurch auerhalb der Reichweite von Gottes Gnade befi nden knnten.

    Was das bedeutet, knnen Sie nicht wirklich begreifen, weil es nmlich unbegreifl ich ist. Diese Sache mit der Gnade ist wirklich ein Wunder.

    Und sie ist ein Geschenk an Sie.

    Epheser 2,89

    Danke, Herr, dass du mich liebst und mir immer wieder mit deiner erstaun-lichen Gnade begegnest.

  • 31

    7. Januar

    Manchmal ereignen sich die grten Gebetserhrungen, wenn es niemanden mehr gibt, an den wir uns wenden knnen niemanden auer Gott.

    Carol Cymbala

    Groe Probleme, groe Lsungen

    Schlechte Nachrichten geplatzte Trume keine Hoff nung mehr. Das ist fr Gott der perfekte Zeitpunkt, um auf den Plan zu treten.

    So unmglich und unlsbar unsere Lage auch sein mag fr Gott ist sie kein Problem. Er liefert besonders gern dann Lsungen, wenn wir selbst das Gefhl haben, dass wir in einer Sackgasse stecken. Er wirkt oft dann am besten und am groartigsten, wenn es kein Geld, keine Zeit, keine Hoff -nung und keinen Ausweg mehr gibt.

    Befi nden Sie sich an einem Punkt in Ihrem Leben, an dem Sie am liebs-ten aufgeben wrden? Haben Sie alles Menschenmgliche getan, um ein Problem zu lsen, sind inzwischen aber davon berzeugt, dass es gar keine Lsung gibt? Ist das Problem zu gro fr Sie? berfordert es Sie? Belastet es Sie zu sehr?

    Gehen Sie zu Gott. Es gibt sonst niemanden mehr, an den Sie sich noch wenden knnten. Und genau das ist der Punkt, an dem Gott zu Ihnen sagt:

    Entspann dich, meine Tochter. Es ist erst dann vorbei, wenn ich sage, dass es vorbei ist. Groe Probleme erfordern groe Lsungen. Und genau die sind Gottes Spezialitt.

    Markus 10,27

    Mein Problem ist zu gro fr mich, Herr. Ich brauche eine groe Lsung.

    31Bei dir kommt mein Herz zur Ruhe

  • Leseprobe32

    8. Januar

    Es ist viel besser, geduldig einen Schmerz zu ertragen, den nur man selbst sprt, als sich zu einer bereilten Tat hinreien zu lassen, deren schlimme Folgen sich auf andere Menschen auswirken; und auerdem lehrt uns die Bibel, Bses mit Gutem zu vergelten.

    Charlotte Bront

    Gutes statt Bses

    Gottes Wesen und sein Handeln stellen unsere Art, zu denken und zu han-deln, oft auf den Kopf. Er verspricht, dass er aus allem (sogar Schlechtem) etwas Gutes fr uns machen kann. Er verspricht, unser Anwalt zu sein und jeden zu richten, der uns Unrecht tut. Wenn wir diese Zusage im Hinter-kopf behalten, schenkt uns das die Kraft , Leid zu ertragen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt. Und Gott schenkt uns sogar die Fhigkeit, den Per-sonen mit einer positiven Grundhaltung entgegenzutreten, die uns Schaden zufgen und verletzen.

    Charlotte Bront rt, lieber eine Verletzung geduldig zu ertragen, als vor-schnell zu handeln und dadurch schlimme Folgen zu riskieren, die unser Handeln fr andere in unserem Umfeld hat. Lieber selbst ein bisschen Leid aushalten, als das Risiko eingehen, dass auch andere leiden mssen. Und auerdem lieber Bses mit Gutem vergelten.

    Das ist meist weder einfach noch bequem, und vielleicht ist es noch nicht einmal gerecht, aber es dient der Ehre Gottes.

    Und darauf kommt es an.

    1. Mose 50,1421

    Danke, Vater, dass du aus Bsem Gutes machen kannst. Hilf mir, dir zu vertrauen.

    Fotonachweise: Shutterstock (Coverfoto), GettyImages / imagewerks (Umschlag hinten), Masterfile (Seite 1)