Die Welt verändern - Ausgabe 3

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DESCRIPTION

Zwei Dutzend Universitäten, Hochschulen und Akademien, mehr als 59.000 Studierende und zahlreiche öffentliche und private Forschungseinrichtungen machen die Region Stuttgart zu einem herausragenden Hochschul- und Wissenschaftsstandort. Mit Porträts, Meldungen, Infos und vielen unterhaltsamen Elementen steht beim neuen Magazin "Die Welt verändern" die Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart im Mittelpunkt.

Text of Die Welt verändern - Ausgabe 3

  • Ursula EickerPhysikprofessorin

    N3Tedros Teclebrhan

    text

    Tedros TeclebrhanSchauspieler

    Monika Auweter-KurtzRaumfahrtexpertin

    Olia LialinaNetzknstlerin

    Xiaoli Makopionierin

    AUSGABENOVEMBER 2011

    die welt verndern.

    typisch Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart.

    Michael MachtAutomobilmanager

    Michael BurmesterInformationsdesigner

    Martin HoffmannEntwicklungshelfer

  • 22

    Weitere Informationen rund um Studienmglichkeiten, Forschungseinrichtungen und kooperierende Unternehmen in der Region Stuttgart finden Sie in unserem Internetportal:

    www.campus.region-stuttgart.de

    +

    Michael Macht | Ideen frs Auto

    Mit Bedachtan die Macht Seite 4Olia Lialina | Kunst frs Internet

    Sendung mitder Maus Seite 8Martin Hoffmann | Freirume fr Trume

    Immer aufdem Sprung Seite 12Xiaoli Ma | kolandbau fr China

    Made inChina Seite 16Michael Burmester | Information frs Design

    Im Labor der Emotionen Seite 20Monika Auweter-Kurtz | Rckenwind fr Raumfahrt

    Ready forTake-off Seite 24Tedros Teclebrhan | Spa frs Publikum

    Was hasch dugelrnt? Seite 28Ursula Eicker | Energiewende fr Millionen

    Auf dem Weg zur Sonne Seite 32

    Studierende bers Studieren Seite 36Lehre und Forschung in der Region Stuttgart Seite 38Leben in der Region Stuttgart Seite 44Die Hochschul- und Wissenschaftsregion Seite 46Impressum Seite 46

    N3AUSGABE

    NOVEMBER 2011

  • 3Editorial

    ie meisten Zeitungen, so hat Axel Springer einmal geschrieben, werden von erstarrten

    Artisten gemacht. Wir wollen ihn gerne widerle-gen und prsentieren Ihnen heute die dritte Ausga-be des Magazins Die Welt verndern, in dem es wieder um Menschen geht, die diesen Hochschul- und Wissenschaftsstandort bereichern. Menschen interessieren sich fr Menschen. Nothing can move people more than other people. Mit acht ganz unterschiedlichen Persn-lichkeiten hat sich unser Team fr diese Ausgabe beschftigt. Whrend mit Michael Macht eine der Gren des internationalen Managements ber seinen Werdegang von der Universitt Stuttgart und der Fraunhofer-Gesellschaft in das globale Unternehmertum erzhlt, steht Olga Lialina, eine fr ihren artistischen Umgang mit dem Internet weltweit renommierte Professorin der Stuttgarter Merz-Akademie, fr einen Weg aus der weiten Ferne in die Region Stuttgart. Martin Hoffmann, Student an der Evange-lischen Hochschule Ludwigsburg, verndert als Entwicklungshelfer die Welt. Xiaoli Ma, Absolven-tin der Steinbeis-Hochschule, engagiert sich vor Ort in China und schafft es, mit Projekten in der Landwirtschaft, chinesische Bauern auf dem Weg zu biologischen Anbaumethoden zu untersttzen. Tedros Teclebrhan hat an der Filmakademie in Lud-wigsburg seinen ersten Schritt ins kommerzielle Fernsehen gemacht. Heute ist der schwbische Afrikaner dank eines Videos zur deutschen Integ-rationspolitik ein Star im Web, dessen Clip mehr als elf Millionen Mal angeklickt worden ist. Hinter all diesen Kpfen des Hochschulstandorts stecken Geschichten, unnachahmlich aufgeschrieben von Michael Ohnewald und pfiffig in Szene gesetzt von der Losen Bande in Ludwigsburg. Aber nicht nur von Menschen, die die Welt verndern, knnen wir erzhlen, auch in der Hoch-schul- und Wissenschaftslandschaft geschieht

    einiges. So wurde am 25. Juli 2011 der Verein Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart e.V. gegrndet, nachdem die Regionalversamm-lung zuvor den Beschluss gefasst hatte, dieses zu-kunftsweisende Projekt finanziell zu untersttzen. Wir als Verantwortliche der Wirtschaftsfrderung in der Region Stuttgart sind froh und stolz, dass damit ein zwei Jahre andauernder, intensiver Dialog mit den Hochschulen und Wissenschaft-seinrichtungen des Standorts sein Zwischenziel erreicht hat. Aber auch die rege Beteiligung von Verbnden, Kommunen und Unternehmen, ihr Interesse und ihre Untersttzung fr das Projekt, sind ein gutes Zeichen. Schon bei seiner Grn-dung zhlte der Verein mehr als 20 Mitglieder, mittlerweile sind bereits weitere Interessenten zu uns gestoen. Kooperationen und Projekte zwi-schen den Hochschulen der Region bahnen sich an. Nicht das Trennende bestimmt das Handeln sondern das Gemeinsame. In diesem Geist sind wir angetreten. Das ist eine gute Entwicklung fr den Hochschul- und Wissenschaftsstandort. Im nchsten Schritt wollen wir Absolventen, Lehrende und vor allem natrlich Studierende zu-sammenbringen, um ber den Standort und seine Zukunftsperspektiven einen intensiven interdiszipli-nren Austausch zu beginnen. Darber hinaus wird der Ausbau des Vereins und seiner Geschftsstelle fortgesetzt, die fr die Zukunft ein vielversprechen-des Programm plant, von dem alle profitieren kn-nen. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Kommen Sie einfach auf uns zu egal ob Schler, Studierender, Wissenschaftler, Lehrender oder Unternehmer. Wir wnschen Ihnen nunmehr viel Freude mit der dritten Ausgabe des Magazins der Hoch-schul- und Wissenschaftsregion Stuttgart e.V. Ihr Interesse und Ihre Untersttzung sind uns Auftrag und Verpflichtung zugleich. Lassen Sie uns weiter gemeinsam versuchen, in vielen kleinen und gro-en Schritten die Welt zu verndern!

    d

    Dr. Walter RoggGeschftsfhrer

    Wirtschaftsfrderung

    Region Stuttgart GmbH

    Thomas S. BoppVorsitzender

    Verband Region

    Stuttgart

    DIE WELT VERNDERN.

  • 44

  • 5FORTSETZUNG

    DIE WELT VERNDERN.

    s gibt Menschen, die meistens zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Menschen, die

    stets das Richtige tun. Michael Macht gehrt wohl zu dieser seltenen Spezies. Ein berflieger mit aus-geprgter Bodenhaftung. Das hat ihn an die Spitze der Porsche AG gebracht, deren Vorstandsvorsit-zender Michael Macht ein Jahr lang war. Und in die Fhrungsetage von Volkswagen in Wolfsburg, wo der Manager seit Oktober 2010 als Konzernvor-stand im Bereich Produktion fr 62 Automobilwer-ke weltweit verantwortlich ist. Es ist eine Bilderbuchkarriere, die Michael Macht hingelegt hat. Geboren am 28. August 1960 in der St. Anna Klinik in Bad Cannstatt machte er sein Abi-tur aber in Taunusstein bei Wiesbaden, wohin es die Familie aus beruflichen Grnden verschlagen hatte. Zum Studieren zog es Macht jedoch wieder zurck. Er schrieb sich an der Universitt Stuttgart im Fach Maschinenbau ein und entschied sich damit bewusst fr den Hochschulstandort Stuttgart, wie er betont, und gegen die Alternativen Darmstadt, Aachen und Mnchen, die auch zur Wahl gestan-den htten. Die Wissenschaft ist hier gut vernetzt mit den weltweit bedeutenden Unternehmen, die es in der Region Stuttgart gibt, sagt Macht. Was bedeutet: viele Dozenten aus der Praxis, ein groes Angebot an Praktikumspltzen und die Mglich-keit, Forschungsprojekte in Firmen durchzufhren. Wohin die Fahrt gehen soll, wusste Macht noch nicht, als er 1981 mit dem Studium begann. Die Liebe zum Automobil sollte erst spter erwa-chen. Er legte sein Studium daher mglichst breit an, wollte sich alle Mglichkeiten offen halten. Schon damals zeigte sich dabei ein Wesenszug, der ihn bis heute begleitet und die Grundlage seines Erfolgs ist: Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus zu treffen, sondern die Dinge nchtern zu analysieren und konsequent umzusetzen. Ich bin ein Kopfmensch, sagt Macht ber Macht. Die entscheidende Frage, die der junge Student sich damals stellte, lautete: Was wird am Markt gesucht? Um die Antwort zu finden, begann er schon frh nebenher am Fraunhofer-Institut fr Arbeitswirtschaft und Organisation in der Vaihinger Nobelstrae als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, was sich hinterher als einer dieser Glcksmomente her-ausstellen sollte. Er begegnete dort Professor Hans-Jrg Bullinger, dem damaligen Institutsleiter und heutigen Prsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft mit Sitz in Mnchen. Der bekannte Wissenschaftler, 2009 zum Manager der Jahres gewhlt, erkannte schnell das Talent des angehenden Maschinenbau-ers und nahm sich seiner an. So lernte Macht das

    Innenleben etlicher Grounternehmen wie Bosch und Daimler kennen, fr die er strategisch wichtige Projekte durchfhrte. Eine spannende und lehrrei-che Zeit, sagt Macht, der heute noch einen guten Kontakt zu seinem damaligen Frderer unterhlt. Auch Wendelin Wiedeking gehrte gleicher-maen zu seinen vielen Mentoren. Der schillernde Porsche-Boss, zu dessen Nachfolger Macht im Juli 2009 gewhlt wurde, nimmt dabei aber einen ganz besonderen Platz ein. Die Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen hatte den Maschinenbauabsolventen eingestellt. Am 1. Januar 1990 begann dieser als Fachreferent fr Motorenplanung. Auch Wiede-king erkannte die besondere Begabung Machts im Bereich Arbeitsorganisation und erffnete diesem eines schnen Tages, dass er einen Assistenten braucht. Koffer tragen will ich aber nicht, gab ihm der Gefragte keck zur Antwort. Dafr brauche ich auch niemanden, entgegnete Wiedeking. Der Beginn einer echten Erfolgsgeschichte. Als Wiedeking kurze Zeit spter den Vorstandsvorsitz von Porsche bernahm, blieb Macht sein Mann fr alle Flle. Die Aufgabe, die es zu lsen galt, war keine geringere, als das Unternehmen von Grund auf zu sanieren, die drohende Insolvenz abzuwenden. Den Schlssel zum Erfolg sahen die Porsche-Manager Anfang der 90er Jahre auch in der so genann-te Kaizen-Methode, die Macht in Zuffenhausen einfhren sollte. Eine glckliche Fgung, sagt er. Denn just in der Umsetzung der ja-panischen Arbeitsphi-losophie, in deren Zen-trum das Streben nach stndiger Verbesserung und schrittweiser Perfektionierung steht, konnte er auf hinlngliche Erfahrungen zurckgreifen. Er hat-te bereits 1987 im Dienste des Fraunhofer-Instituts zusammen mit Professor Bullinger erste Reisen nach Japan unternommen, um in den fernstlichen Fa-briken die schlanke Produktion zu studieren. Mit Wiedeking besuchte er spter einige weitere Male die heiligen Hallen von Toyota, Mazda und Nissan, die in dem kleinen Autobauer aus dem Schwaben-land keine ernsthafte Konk