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OL aktuell > Ausgabe 38 Seite 1/10 NACHRICHTEN aus KULTUR, WISSENSCHAFT und BILDUNG 21. August 2019 Ausgabe 38 Minister Björn Thümler besucht geplantes Sammlungszentrum in Aurich Delegation informiert sich in der Ostfriesischen Landschaft über den aktuellen Planungsstand AURICH - Björn Thümler, niedersäch- sischer Minister für Wissenschaft und Kultur, wollte sich kürzlich selbst ein Bild davon machen, wie die Ostfriesi- sche Landschaft in Aurich mittelfristig ein Sammlungszentrum für historisches ostfriesisches Kulturgut (ShoK) aufbau- en möchte. Interessiert ließ sich der Christdemokrat von Landschaftsdirektor Dr. Rolf Bärenfänger, Landschaftspräsi- dent Rico Mecklenburg sowie den bei- den Archäologen Dr. Jan Kegler und Dr. Sonja König das erarbeitete Konzept und die Notwendigkeit eines derartigen Ma- gazins erläutern. Einig waren sich die Teilnehmer in einem abschließenden Meinungs- austausch darüber, dass ein baldiger „Aufschlag“ für die Realisierung eines künftigen Sammlungszentrums für his- torisches ostfriesisches Kulturgut wün- schenswert und zukunftsorientiert wäre. Begleitet wurde Minister Björn Thüm- ler von den beiden Landtagsabgeordne- ten Ulf Thiele (CDU) und Wiard Siebels (SPD). Die Delegation besichtigte die be- reits seit langem beengten Platzverhält- nisse in den Kellern und im Dachstuhl des Landschaftshauses, wobei die über- belegten Raumkapazitäten und nicht mehr zeitgemäßen Magazin-Standards deutlich wurden. Anschließend ließ sich der Minister vor Ort anhand von ersten Plänen die Möglichkeiten erklären, das ehemalige Kasernengebäude als Samm- lungszentrum um- und auszubauen. Die Ostfriesische Landschaft hat im vorigen Jahr die ehemalige Kleiderkam- mer der Auricher Blücherkaserne gekauft und beabsichtigt, dieses Gebäude mittel- fristig zu sanieren und zu einem zentra- len Magazin umzubauen. Dafür braucht der Kommunalverband maßgeblich die finanzielle Unterstützung des Landes. Unter anderem soll der archäologische Archivbestand in dem neu zu schaffen- den Sammlungszentrum untergebracht werden. p Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (Dritter von links), wäh- rend seines Informationsbesuchs in der ehemaligen Kleiderkammer der Blücherkaserne in Aurich. Landschaftsdirektor Dr. Rolf Bärenfänger erläutert das Konzept und erste Pläne. Foto: Former

Minister Björn Thümler besucht geplantes Sammlungszentrum in … · 2019. 8. 20. · Sprichwörter und Redensarten zum Snüüstern un Smüüstern Landschaft erweitert ihr Online-Wörterbuch

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NACHRICHTEN aus KULTUR, WISSENSCHAFT und BILDUNG

21. August 2019

Ausgabe 38

Minister Björn Thümler besucht geplantes Sammlungszentrum in Aurich Delegation informiert sich in der Ostfriesischen Landschaft über den aktuellen Planungsstand

AURICH - Björn Thümler, niedersäch-sischer Minister für Wissenschaft und Kultur, wollte sich kürzlich selbst ein Bild davon machen, wie die Ostfriesi-sche Landschaft in Aurich mittelfristig ein Sammlungszentrum für historisches ostfriesisches Kulturgut (ShoK) aufbau-en möchte. Interessiert ließ sich der Christdemokrat von Landschaftsdirektor Dr. Rolf Bärenfänger, Landschaftspräsi-dent Rico Mecklenburg sowie den bei-den Archäologen Dr. Jan Kegler und Dr. Sonja König das erarbeitete Konzept und die Notwendigkeit eines derartigen Ma-gazins erläutern.

Einig waren sich die Teilnehmer in einem abschließenden Meinungs-austausch darüber, dass ein baldiger „Aufschlag“ für die Realisierung eines künftigen Sammlungszentrums für his-torisches ostfriesisches Kulturgut wün-schenswert und zukunftsorientiert wäre.

Begleitet wurde Minister Björn Thüm-ler von den beiden Landtagsabgeordne-

ten Ulf Thiele (CDU) und Wiard Siebels (SPD). Die Delegation besichtigte die be-reits seit langem beengten Platzverhält-nisse in den Kellern und im Dachstuhl des Landschaftshauses, wobei die über-belegten Raumkapazitäten und nicht mehr zeitgemäßen Magazin-Standards deutlich wurden. Anschließend ließ sich der Minister vor Ort anhand von ersten Plänen die Möglichkeiten erklären, das ehemalige Kasernengebäude als Samm-lungszentrum um- und auszubauen.

Die Ostfriesische Landschaft hat im vorigen Jahr die ehemalige Kleiderkam-mer der Auricher Blücherkaserne gekauft und beabsichtigt, dieses Gebäude mittel-fristig zu sanieren und zu einem zentra-len Magazin umzubauen. Dafür braucht der Kommunalverband maßgeblich die finanzielle Unterstützung des Landes.

Unter anderem soll der archäologische Archivbestand in dem neu zu schaffen-den Sammlungszentrum untergebracht werden. ■

p Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (Dritter von links), wäh-rend seines Informationsbesuchs in der ehemaligen Kleiderkammer der Blücherkaserne in Aurich. Landschaftsdirektor Dr. Rolf Bärenfänger erläutert das Konzept und erste Pläne. Foto: Former

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Gezeitenkonzerte 2019: „Frischer Wind!“ mit neuem BesucherrekordFotografische Impressionen vom Abschlusskonzert in der Reithalle Brümmer in Bunderhee

OSTFRIESLAND - Richard Strauss’ „Don Juan“, Mendelssohns erstes Klavierkon-zert und die berühmte „Pathétique“ von Tschaikowsky waren die musikalischen Zutaten für den Schlussakkord der ach-ten Auflage der Gezeitenkonzerte der Ostfriesischen Landschaft, die am Sonn-tag, 11. August, in Bunderhee endeten.

1.400 Besucher, darunter Ministerpräsi-dent und Festival-Schirmherr Stephan Weil (SPD), erlebten in der ausverkauften Reithalle des Friesenpferdgestütes Brüm-mer die furios aufspielenden knapp 100 Musikerinnen und Musiker der jungen norddeutschen philharmonie (jnp) unter

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p Die furios aufspielenden knapp 100 Musikerinnen und Musiker der jungen norddeutschen philharmonie (jnp) unter der Leitung von Clemens Schuldt und Matthias Kirschnereit als Klavier-solisten. Fotos: Krämer

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der Leitung von Clemens Schuldt und Matthias Kirschnereit als Klaviersolisten.

Die Gezeitenkonzerte-Saison stand unter dem Motto „Frischer Wind!“. „Es liegen acht wunderbare Festivalwochen hinter uns und ich freue mich, dass es Matthias Kirschnereit auch in diesem Jahr wieder gelungen ist, Weltstars, re-nommierte Orchester und Ensembles

und herausragende junge Gipfelstürmer in die Region zu locken und unsere atmo-sphärischen ostfriesischen Spielstätten mit einem ebenso hochkarätigen wie fa-cettenreichen Programm zu bespielen“, sagt Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft als Veranstal-terin des Festivals.

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p Am Ende des Treffens waren alle Mitwirkenden im Arbeitskreis „Netzwerk Unterstützte Kom-munikation Ostfriesland“ mit ihren Ergebnissen zufrieden. Die selbst hergestellten Lehrmateriali-en dienen als Hilfsmittel für Kinder mit Kommunikationseinschränkungen. Foto: Former

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p Am Sonntag, 11. August, endete das diesjährige Gezeitenkonzert-Festival in der ausver-kauften Reithalle des Friesenpferdgestüts Brümmer in Bunderhee vor 1.400 Besuchern, darunter der niedersächsische Ministerpräsident und Festival-Schirmherr Stephan Weil (Bild unten). Landschaftspräsident Rico Mecklenburg (oben am Rednerpult) freute sich über den enormen Zuspruch, den das Gezeitenkonzert mittlerweile im gesamten Nord-westen genießt. Fotos: Krämer

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Eröffnet wurde das Festival am 14. Juni in der mit knapp 700 Besuchern ausver-kauften Lambertikirche Aurich von Star-geiger Daniel Hope mit l’arte del mondo. Es war ein Auftakt nach Maß für eine mit Höhepunkten gespickte Saison, die in insgesamt 36 Konzerten ein vielfältiges Programm mit Kammermusik, Orches-terkonzerten, Gesang, Neuer Musik, Jazz, Weltmusik und Musik-Comedy bot.

Zahlreiche Spitzenorchester berei-cherten das Programm: Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen mit Kit Armstrong (Klavier) in Leer, die Deut-sche Kammerakademie Neuss am Rhein unter der Leitung von Frank Beermann mit Matthias Kirschnereit (Klavier) in Norden, das Südwestdeutsche Kamme-rorchester Pforzheim unter der Leitung von Timo Handschuh mit dem Solisten Gábor Boldoczki (Trompete) in Leer, das Folkwang Kammerorchester, das unter der Leitung von Felix Mildenberger ge-meinsam mit der Folk-Band Uwaga! mit einem Beethoven-Programm die diesjäh-rigen Gezeiten-Classixx im Volkswagen Werk Emden gestaltete.

„Unsere Künstler erfahren in den magi-schen Konzertorten in Ostfriesland eine ganz besondere Nähe, die sie fasziniert

und aufgrund derer sie immer wieder gerne in den hohen Norden zurückkom-men“, sagt Prof. Matthias Kirschnereit, der künstlerische Leiter des Festivals.

Ganz besondere Konzerte mit den Stars von morgen waren erneut die Gip-felstürmer-Abende. Bei den legendären „Langen Nächte der Gipfelstürmer“ in der Ostfriesischen Landschaft sorgten zehn junge Ausnahmetalente für Begeis-terungsstürme.

Auch abseits der klassischen Musik hatte das Festival viel zu bieten: Bidla Buh sorgten mit ihrer Musik-Comedy in Au-rich erneut für ausgelassene Stimmung, Foaie Verde brachten die virtuose Musik des Balkans nach Gristede, die Sazerac Swingers reisten in Aurich-Tannhausen musikalisch nach New Orleans. Zudem war mit dem Jazzpianisten Michael Woll-ny der vielleicht bedeutendste zeitgenös-sische deutsche Jazzmusiker erstmals in Ostfriesland zu erleben.

Besucherrekord und große Aufmerk-samkeit durch RadiomitschnitteDie Gezeitenkonzerte blicken auf eine

erfolgreiche Saison zurück und verzeich-nen unter dem Strich 12.945 Besucher (2018: 12.338) und dreißig ausverkauf-te Konzerte. Damit sei es gelungen, die Zahlen aus dem Vorjahr erneut zu über-treffen und einen neuen Allzeitrekord aufzustellen. Insgesamt wurden sechs Konzerte von NDR Kultur, Deutschland-funk und Deutschlandfunk Kultur für das Radio mitgeschnitten.

Die Basis für das hochkarätige Pro-gramm des Festivals bilden das Engage-ment der Haupt-, Festival- und Konzert-förderer sowie zahlreiche Spenden aus der Wirtschaft und von Privatpersonen. Mehr als 60 Förderer haben die Gezei-tenkonzerte 2019 ermöglicht. Zu den inzwischen bedeutendsten Zuwendungs-gebern zählt der Freundeskreis der Ge-zeitenkonzerte, der im Verlauf des Festi-vals auf 702 Mitglieder angewachsen ist.

Die Gezeitenkonzerte 2020 beginnen am 7. Juni. ■

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21. August 2019

Land Niedersachsen fördert Ostfrieslands kleine KultureinrichtungenInvestitionsprogramm: Ostfriesische Landschaft bearbeitet Anträge

◀ Kleine Kultureinrichtungen sorgen auch in Ostfriesland für die Vielfalt des kulturellen Lebens, müssen aber oft improvisie-ren. Sie werden jetzt vom Land gefördert. Foto: Former

OSTFRIESLAND - Kleine Kultur-einrichtungen haben es mitunter schwer: Mal hapert es an der Ver-anstaltungstechnik, mal an bau-lichen Voraussetzungen, um ein Programm oder eine Ausstellung zu realisieren. Dabei gewährleis-ten kleine Kultureinrichtungen die Vielfalt des kulturellen Lebens in Niedersachsen. Als Orte der Be-gegnung leisten sie gerade im ländlichen Raum einen wichtigen Beitrag für den sozialen Zusam-menhalt der Gesellschaft. Um die-se Einrichtungen zielgerichtet zu unterstützen, hat das Niedersäch-sische Ministerium für Wissen-schaft und Kultur (MWK) ein 2,5 Millionen Euro umfassendes In-vestitionsprogramm auf den Weg gebracht. Davon werden 1,5 Mil-lionen Euro direkt über die Land-schaften und Landschaftsverbände vergeben; eine Million Euro vergibt das MWK direkt.

„Kleine Kultureinrichtungen ge-ben zukunftsweisende Impulse für die regionale Entwicklung in einem Flächenland wie Niedersachsen. Mit dem Investitionsprogramm möchten wir die Einrichtungen dabei unterstützen, sich beispiels-weise durch bauliche oder techni-

sche Neuerungen oder dringend benötigte Anschaffungen weiterzu-entwickeln“, so der Niedersächsi-sche Kulturminister Björn Thümler (CDU).

Der Ostfriesischen Landschaft stehen für Investitionsprojekte der kleinen Kultureinrichtungen rund 80.000 Euro zur Verfügung. Ge-fördert werden: Baumaßnahmen inklusive Erhaltungsmaßnahmen, digitale Infrastruktur, Veranstal-tungstechnik, Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqua-lität, Maßnahmen zur Verbesse-rung der inhaltlichen Qualität und Anschaffungen zur Gewährleistung des Kulturbetriebs. Daraus resul-tierende Effekte sollen sich zudem positiv auf das ehrenamtliche En-gagement sowie die Stärkung pri-vater Initiativen auswirken.

Das Programm gliedert sich in zwei Förderlinien: In Förderlinie 1 können Zuschüsse von 1.000 bis 25.000 Euro beantragt werden. An-träge für Ostfriesland sind in dieser Förderlinie bis zum 30. November 2019 bei der Ostfriesischen Land-schaft einzureichen. Hier erfolgt auch die Antragsberatung. In der Förderlinie 2 können Zuschüsse über 25.000 bis zu 200.000 Euro beantragt werden. Diese Anträge müssen bereits bis zum 30. Sep-tember 2019 direkt beim Nieder-sächsischen Ministerium für Wis-senschaft und Kultur im Rahmen eines Online-Antragsverfahrens unter www.mwk.niedersachsen.de gestellt werden. ■

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21. August 2019

◀ Um die 5000 plattdeutschen Sprichwörter und Redens-arten ins Netz zu bringen, brauchte es etliche Unterstützer (v. l.): Dorothea Meints, Dieter Baumann, Projektkoordinato-rin Elke Brückmann, Dr. Rolf Bärenfänger, Bernd Grünefeld, Hans-Werner Pieper, Hans Freese und Rico Mecklenburg. Foto: Former

Sprichwörter und Redensarten zum Snüüstern un SmüüsternLandschaft erweitert ihr Online-Wörterbuch um über 5000 plattdeutsche Ausdrücke

OSTFRIESLAND - Ostfriesen lieben Sprichwörter, platt-deutsche Sprichwörter. Es gibt sie praktisch für jedes Ereignis - bildreich, mit Wortwitz und scharfzüngig. Sie sind das Salz in der Suppe, passen bei vielen Gelegen-heiten. Die plattdeutsche Sprache ist voll davon.

Nicht weniger als 5000 Sprichwörter und Redewen-dungen hat die Auricherin Elke Brückmann gesam-melt, sortiert und für das Plattdeutsch-Hochdeutsche Online-Wörterbuch bearbeitet. Etwa eineinhalb Jahre hat die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ostfriesi-schen Landschaft für diese umfangreiche Ergänzung gebraucht, um das viel genutzte Nachschlagewerk www.platt-wb.de noch wissens- und lesenswerter zu machen.

Mit Akribie und Sammelleidenschaft hat die Mitarbei-terin des Plattdüütskbüros das vom Verein Oostfreeske Taal finanziell geförderte Projekt realisieren können. „Re-densarten bringen es auf den Punkt“, behauptet Brück-mann und nennt gleich einige Beispiele: Malöör sitt up lüttje Stee (Ein Unglück kann schneller geschehen, als man denkt); He flüggt herum as 'n Hahn sünner Kopp (Wird gesagt, wenn jemand aufgeregt hastige Bewegun-gen macht).

Helmut Collmann, ehemaliger Präsident der Ostfrie-sischen Landschaft, verbindet auch eine Vorliebe zu plattdeutschen Redewendungen. Er hat sogar Vorträge darüber gehalten. Ebenso Adolf Sanders, ehemaliger Studiendirektor aus Norden. Er hat in den vergangenen Jahren zusammen mit Elfriede Lottmann und Dorothea Meints den Lesern der Tageszeitung Ostfriesischer Ku-rier (Norden) in einer Plattdeutsch-Kolumne hunderte Sprichwörter erklärt. Sie alle stellten ihren Fundus für das Projekt des Plattdüütskbüros zur Verfügung.

Ob karikierend, sarkastisch oder spöttisch – so haben

die Generationen vor uns hierzulande und zu ihrer Zeit kommuniziert, und vieles ist bis heute als Bestandteil der Sprache geläufig. Summa summarum: Ohne Sprich-wörter wäre das Zweisprachenland (Tweesprakenland) Ostfriesland um viele Einsichten und Schlauheiten är-mer.

Durchschnittlich von 1000 Besuchern wird das On-line-Wörterbuch für Ostfriesland nach Aussagen des Plattdüütskbüros täglich genutzt. Vom Startschuss im März 2015 bis Mitte 2019 wurde für die Website www.platt-wb.de eine Klickzahl von über sechs Millionen er-mittelt. Mit dem zusätzlichen Sprachangebot hofft die Landschaft, weitere potenzielle Plattproter für die Spra-che der Ostfriesen begeistern zu können. „Wer in Zu-kunft beispielsweise für einen bestimmten Anlass ein plattdeutsches Sprichwort oder eine Redensart sucht, dürfte hier mit ein paar Klicks fündig werden“, lädt Elke Brückmann Interessierte mit einem Wortspiel ein, die Neuheit auszuprobieren: „Snüüstern un smüüstern“ (stöbern und schmunzeln).

Unterteilt sind die jeweils getrennt aufgeführten Sprichwörter und Redensarten in 320 Kapitel. Die ein-zelnen Kapitel enthalten zwischen 2 und 147 Sprichwör-ter und Redensarten.

Die Entwicklung der entsprechenden Software wurde von Timm Sodtalbers erstellt, der bereits die Software für das Online-Wörterbuch erstellt hat. Finanziert wurde das Projekt vom Verein Oostfreeske Taal (21.000 €) und der Ostfriesischen Landschaft(34.500 €). ■

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OL aktuell > Ausgabe 38 Seite 7/10

21. August 2019

NEWSLETTER-HINWEIS: Sie erhalten diesen Newsletter als Nutzer des Informationsdienstes „OL aktuell“ der Ostfriesischen Landschaft. Wenn Sie die Zusendung nicht mehr wünschen, schreiben Sie bitte formlos eine E-Mail an [email protected]. Vielen Dank!

AURICH - Die Ostfriesische Landschaft und ihre sieben Einrichtungen standen kürzlich auf dem Sommerprogramm der Landtagsabge-ordneten Hillgriet Eilers aus Emden und ihrer aus Braunschweig angereisten Kollegin Susan-ne Schütz. Die Freidemokratinnen ließen sich von Landschaftspräsident Rico Mecklenburg und Landschaftsdirektor Dr. Rolf Bärenfänger über die Geschichte des Kommunalverbandes informieren, darüber hinaus zeigten sie gro-ßes Interesse am aktuellen Aufgabenspektrum der verschiedenen Abteilungen innerhalb der Landschaft.

Bei ihrem Rundgang durchs Haus, der vom Magazinkeller bis zum Kostümfundus im Dachstuhl des Landschaftshauses reichte, lernten die Politikerinnen den archäologischen Dienst mit seinem Forschungsinstitut, das Landschaftsforum, das Regionale Pädagogi-sche Zentrum und die Landschaftsbibliothek kennen.

Die Landschaftsvertreter erläuterten zudem die aktuellen Pläne für ein Sammlungszent-rum für historisches ostfriesisches Kulturgut

(ShoK), das in der Kleiderkammer der ehe-maligen Blücherkaserne entstehen soll. Die Ostfriesische Landschaft hat den Gebäude-komplex an der Skagerrakstraße in Aurich im vorigen Jahr gekauft und beabsichtigt, es mit-telfristig zu sanieren und zum einem zentralen Magazin umzubauen. Dafür braucht der Kom-munalverband die entscheidende politische und finanzielle Unterstützung des Landes.

Die Sprecherin für Wissenschaft, Forschung, Kultur und Bau, Susanne Schütz, zeigte sich am Ende ihres Informations- und Meinungs-austausches beeindruckt davon, wie die drei Arbeitsschwerpunkte Kultur, Wissenschaft und Bildung von der Abteilungen der Landschaft zugunsten einer Stärkung der Region entwi-ckelt und umgesetzt werden. Der Besuch von Hillgriet Eilers und Susanne Schütz endete mit einer Besichtigung des Sitzungszimmers vom Landschaftskollegium, das vom Standesamt auch als Trauzimmer genutzt wird, sowie des Ständesaals von 1847/48 und des angeschlos-senen Prunkzimmers.

FDP-Politikerinnen interessieren sich für Aufgabenspektrum der LandschaftKommunalverband benötigt für geplantes Sammlungszentrum Unterstützung aus Hannover

p Zum Informationsbesuch in Aurich: Hillgriet Ei-lers (Zweite von links) und Susanne Schütz ließen sich während der Besichtigung des Ständesaals

von 1847/48 die damit verbundene Geschichte der Ostfriesischen Landschaft von Dr. Rolf Bärenfänger (links) und Rico Mecklenburg erklären. Foto: Former

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21. August 2019

p Vorfreude auf den September: Für die Plattdeutschbeauftragten im Zweispra-chenland Ostfriesland ist der „Plattdüütskmaant“ im September jedes Mal ein her-ausragendes Ereignis. Foto: Former

IMPRESSUM: „OL aktuell“ ist ein in unregelmäßigen Abständen erscheinender Informationsdienst der Ostfriesischen Landschaft in Aurich. Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Rolf Bärenfänger, Landschaftsdirektor. – Redaktion: Reinhard Former, Telefon: 0 49 41/17 99-51, E-Mail: [email protected]. Weitere aktuelle Themen und Veranstaltungen finden Sie unter: www.ostfriesischelandschaft.de

Demnächst heißt es wieder: „Septembermaant is Plattdüütskmaant“Die Plattdeutschbeauftragten aus Ostfriesland trafen in Aurich letzte Vorbereitungen

OSTFRIESLAND - „Wenn dat um Plattdüütsk geiht, sünd se Füür un Flamm“ (hochdeutsch: Sie sind begeistert von Plattdeutsch): Jedes Jahr aufs Neue engagieren sich die ostfriesischen Plattdeutschbe-auftragten. Vorfreude macht sich breit, denn demnächst heißt es wieder: „Septembermaant is Platt-düütskmaant“.

Doch bevor es losgeht, werden die Plattproter und Plattschnacker, die diese Aufgabe in den Kom-munen ehrenamtlich ausüben, vom Plattdüütskbüro der Ostfrie-sischen Landschaft mit druckfri-schem Werbematerial und mit jeder Menge aktueller Informatio-nen, Tipps und Anregungen ver-sorgt. So gleichen die Treffen im Forum der Ostfriesischen Land-schaft jedes Mal einer Ideenbörse, woraus in der Vergangenheit schon allerlei Kreatives entstanden ist.

Abschließend legten die Teilneh-menden zusammen mit dem Lei-ter des Plattdüütskbüros, Bernd Grünefeld, einen umfangreichen Veranstaltungskalender für die be-vorstehende Plattdeutsch-Aktion fest.

Beim Treffen letzte Woche wur-de die Plattdeutschbeauftragte der Gemeinde Rhauderfehn, Christa Stumpe, verabschiedet. Sie ge-hörte dem Arbeitskreis seit seiner Gründung an. Als Dankeschön für ihren jahrelangen Einsatz erhielt sie einen Blumenstrauß und viel Applaus. Neu begrüßt wurden die Plattdeutschbeauftragten Otto Park (Rhauderfehn), Elfriede Neu-mann und Sabine Huismann (Ih-low) sowie Heidi Wientjes (Land-kreis Aurich).

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▶ Ein Hingucker, eben erschienen und an rund 200 Schulen in Ostfriesland ver-teilt: Das aktuelle Fortbildungsprogramm 2-2019 enthält rund 100 Veranstaltungsan-gebote entsprechend der Sonderurlaubs-verordnung. Foto: Former

Kompetenzzentrum für Lehrkräftefortbildung stellt neues Programm vorUnterstützung der Schulen und Lehrkräfte in Ostfriesland ist ein Hauptanliegen des RPZ

OL aktuell > Ausgabe 38 Seite 9/10

23. August 2019

OSTFRIESLAND - „Auf ein Neues!“, schreibt die Leiterin des Regionalen Pädagogischen Zentrums (RPZ), Dr. Birgitta Kasper-Heuermann, in ihrem Vorwort zum Fortbildungsprogramm 2-2019, das eben erschienen ist.

„Ein neues Schuljahr beginnt – die Unterstützung der Schulen und Lehr-kräfte in Ostfriesland ist unser Haupt-anliegen im RPZ. Wir tun dies mit An-geboten zur Fortbildung als einzelne Lehrkraft oder als gesamte Schule, mit Netzwerken der ,Bildungsregion Ost-friesland‘ und mit RPZ-Arbeits- und Gesprächskreisen sowie mit Unter-richtsmaterial, das regional verortet ist („Die Region im Unterricht“)“, be-schreibt sie die Ausrichtung.

Gabi Kleen, Fortbildungsbeauftragte, weist in diesem Zusammenhang hin auf ein brandneues Programm, das als Schwerpunkt für das zweite Halbjahr ein „übergreifendes Angebot für alle Unterrichtenden“ ausweist. Außerdem stünden zahlreiche Fortbildungen un-ter der Überschrift „Beratung“: „Hier sprechen wir neben Lehrkräften aller Fachrichtungen auch schulische Sozial-arbeiter und Sozialarbeiterinnen so-wie pädagogisch wirkendes Personal an“, so Kleen.

Dank finanzieller Mittel des Landes für Fortbildungen rund um „Deutsch

als Zweitsprache“ und „Durchgängige Sprachbildung“ könne man eine Reihe von Fortbildungen kostenfrei anbieten. Für die Themen „sprachsensibles Un-terrichten“ und „interkulturelles Ler-nen“ habe man hochkarätige Referen-ten und Referentinnen gewonnen.

Willkommen sind Lehrkräfte auch zu den fünf Fachtagen, die an verschiede-nen Orten in Ostfriesland stattfinden:

■ 29.08.2019: 1. Schoolmesterdag „Plattdüütsk un Oostfreesland“ in Aurich ■ 18.09.2019: 2. Fachtag „Digitale Bildung – Bil-dung digital“ in Leer ■ 26.09.2019: 5. Fachtagung „Lernen braucht Be-wegung“ in Emden ■ 27.11.2019: „Leselust statt Lesefrust“ – Fachtag Lesen in der Grundschule in Aurich ■ 05.12.2019: Laut(er)starke Jungs in Aurich

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23. August 2019

p Sie zogen bei der Realisierung der Publikation „Burg Berum – Bauliche Entwicklung und Ausstattung“ an einem Strang (von links): die Autoren Dr. Hajo van Lengen, Hermann Schiefer und Gretje Schreiber sowie Dr. Nina Hennig (Redaktion), Tido von Op-peln, Dr. Jörg Hagena als Vertreter der Bürgerstiftung Norden und Landschaftspräsident Rico Mecklenburg. Foto: Former

Burg Berum vor über 600 Jahren erstmals erwähntGrundrisse entdeckt: Neuerscheinung beschreibt Geschichte und lüftet manches Geheimnis

BERUM / AURICH - Die über 600-jährige Geschich-te der Burg Berum ist jetzt in einer aufschlussreichen Broschüre der Ostfriesischen Landschaft dokumentiert. 1408 erstmals als Steinhaus erwähnt, entwickelte sich daraus über die Jahrhunderte zunächst eine wehrhafte Burg, 300 Jahre später ein prächtiges Barockschloss. Heute sind aus der Barockzeit noch die Orangerie und Rudimente der Gartenstruktur erhalten, aus älterer Zeit die Vorburg mit ihrem Turm.

Wie so oft im Leben, spielte beim Zustandekommen der Publikation der Zufall mit: Hajo van Lengen, Histori-ker und früherer Direktor der Ostfriesischen Landschaft, entdeckte im Rahmen seiner Forschungen im sogenann-ten Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem Grundrisse des Wasserschlosses Berum von 1767. Sie glichen aus seiner Sicht einer Sensation, die ihn anstachelte, sich intensiver mit der baulichen Entwicklung und der Ausstattung zu befassen.

Seine Begeisterung teilte er mit Hermann Schiefer, früherer Referent des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege, und Gretje Schreiber, Kennerin der Geschichte des Norderlandes. Beide sind ausgewiese-ne Fachleute, um der Geschichte des für Ostfriesland bedeutungsvollen Gebäudes auf die Spur zu kommen.

Die drei Beiträge, die dieser Band enthält, erläutern lebendig, detailreich und mit zahlreichen Illustrationen

versehen die Baugeschichte der Burg bzw. des Schlos-ses Berum. Als Quellen dienen vor allem die vier er-wähnten Grundrisse aus dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Aber auch die Bewohner, vor allem die Bewohnerinnen – denn Berum war von 1563 bis 1764 der Witwensitz der ostfriesischen Grafen und Fürsten – werden vorgestellt. Einige von ihnen gaben dem Gebäude und seinem Anwesen zu ihren Lebzeiten ihren ganz eigenen Stempel.

Besondere Beachtung verdienen die Zeichnungen zur Rekonstruktion des Schlosses von Hermann Schiefer. Über die Nutzung, die kostbare Ausstattung und das prunkvolle Mobiliar des Schlosses zu Zeiten von Fürstin Christine Charlotte (1645–1699) gibt der Beitrag von Gretje Schreiber Aufschluss.

Ab 1970 gehörte der Besitz dem Ehepaar Margit und Hans Heinrich von Oppeln; beide sind inzwischen ver-storben. Dankbar über die 98-seitige Publikation zeigte sich Sohn Tido von Oppeln, jetziger Besitzer der Burg Berum. Gefördert wurde die Broschüre unter anderem von der Bürgerstiftung Norden.▶ Angaben zum Buch:van Lengen / Schiefer / Schreiber: Burg Berum 98 Seiten, durchweg farbig illustriert. Als Anlage vier Grundrisse aller Geschosse der Burg von 1767ISBN 978-3-940601-51-3, Preis 5,90 €