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434 Bericht: Allgemeine an~lytische Me~hoden, Apparate und Reagentien Quecksilberlinien 365 m# und 436 mtt eine verh/iltnism/iBig nur geringe Fluorescenz- ausbeute haben, besteht nach Kenntnis des Excitationsspektrums einer Subst~nz die MSglichkeit, die Empfindlichkeit fiuorimetrischer Bestimmungen zu erhShen, indem zar Anregung die Wellenl/inge mit maximaler Ausbeute benutzt wird. Oa- darch, dab die Kiivette vor einem dunklen Hintergrund aus schwarzem Glas oder Stoff aufgestellt wird, kann bei der verwendeten Anordnung, bei der der Empf/inger auf derselben Seite der Probe steht, yon der her auch das anregende Licht auftrifft, das Sekund/irfilter gespart werden. In der Arbeit, die nar als Auszug ver6ffentlicht wurde, sind dann in I)iagrammen Absorptionseinfliisse sowie Einfliisse fremder Substanzen auf die Fluorescenz dargestellt. AuBerdem wird eine fluorimetrisch gewonnene Eichkurve yon Dich]orfluorescein in 0,1 molarer Natriumc~rbonat- 16sung fiir den Konzentrationsbereich yon 1 10 -tbis 10-: ~o angegeben. F. ROSENDA~L Radiometrisehe Analyse. Als Beispiel /i~r die radiometrisehe Analyse yon Ver- bindungen, die radioalctiven Schwe/el enthalten, besehreiben H. GSTTE und G. TtIEIS 1 die qualitative Analyse yon 35S-Thioharnsto//. Die Verff. bedienen sieh dabei der yon G. v. HEvEsu und F. A. PANETH 2 erstmals angegebenen Methode, die darauf beruht, dab im Falle einer radioaktiv marMerten Substanz Proportionalit/it zwischen der ge- messenen Aktivit/it und der vorhandenen Substanzmenge besteht, vorausgesetzt, dab die Substanz einheitliche spezifische Aktivit~t besitzt. Die gemessenen Z/ihlrohrakti- vit/iten h/ingen jedoch bei weichen fl-Strahlern wie 3~S stark yon der Schichtdieke der MeBpr/iparate ab; es ist daher efforderlich, an Hand einer Eichkurve die Selbst- absorptionskorrektur zu bestimmen. Das Verfahren wird dazu benutzt, mit Hilfe yen asS-markiertem Thioharnsto/] die Eindringtiefe dieser Substanz in damit be- handelte Alofelsinen zu messen. Die Probe wird mit rauchender Salpeters/iure ver- ascht, das erhaltene Sulfat wird als Bariumsulfat auf seine Aktivit/it untersucht. Die Verff. vergleichen die nach der Methode v. HEVESY-PA~ET~ erha]tenen Ergeb- nisse mit denjenigen, die mittels radiometrischer Verdiinnungsanalyse erhalten warden und finden gute ~bereinstimmung zwischen beiden Verfahren. ])as qualita- tive Verhalten des markierten Thioharnstoffs wird an Hand von Autoradiogral0hie kalottenf6rmiger Schalenabschnitte der behandelten Apfelsinen verfolgt, die Iden- tit/it des Thioharnstoffs wird mittels Papierchromatogramm bewiesen. Beziiglich der im einzelnen benutzten ausftihrlichen Arbeitsvorschriften muB auf das Original verwiesen werden. In einer Diskussion der bei radiometrischen Analysen auftretenden Fehler gibt O. ~IEDEp a Formeln an, die es gestatten, die Fehler radiometrischer MeBgr6Ben und yon Funktionen solcher MeBgr6Ben zu berechnen. Die allgemeinen Betrachtun- gen werden an verschiedenen Beisloielen sloeziell der Arbeit yon H. GOTTE und G. T~EIS t belegt. F. WEIGEL Pr~izisionsmessungen mit der Glaselektrode. An Pr/izisionsmessungen haben A. K. COWNGTO~ und J. E. PgvE 5 kiirzlich bewiesen, dab auch an Glaselektroden Kettenspannungen erhalten werden, aus denen sich Aktivit/itskoeffizienten berech- nen lassen, die mit den genauesten bisher bekannten Bestimmungen vorztiglich iibereinstimmen. 1 Angew. Chem. 67, 637--642 (1955). Max-Planck-Inst. f. Chem. Mainz. 2 Z. anorg, allg. Chem. 82, 323 (1913). 3 Angew. Chem. 67 643--648 (1955). Max-Planck-Inst. f. Chem. Mainz. 4 Angew. Chem. 67, 637 (1955) ; vgl. das vorstehende Referat. 5 j. chem. Soc. (London) 1955, 3696--3700. Univ. Reading (England).

Radiometrische Analyse

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Page 1: Radiometrische Analyse

434 Bericht: Allgemeine an~lytische Me~hoden, Apparate und Reagent ien

Quecksilberlinien 365 m# und 436 mtt eine verh/iltnism/iBig nur geringe Fluorescenz- ausbeute haben, bes teht nach Kenntnis des Exci tat ionsspektrums einer Subst~nz die MSglichkeit, die Empfindlichkeit fiuorimetrischer Best immungen zu erhShen, indem zar Anregung die Wellenl/inge mit maximaler Ausbeute benutz t wird. Oa- darch, dab die Kiivet te vor einem dunklen Hintergrund aus schwarzem Glas oder Stoff aufgestellt wird, kann bei der verwendeten Anordnung, bei der der Empf/inger auf derselben Seite der Probe steht, yon der her auch das anregende Licht auftrifft, das Sekund/irfilter gespart werden. In der Arbeit, die na r als Auszug ver6ffentlicht wurde, sind dann in I ) iagrammen Absorptionseinfliisse sowie Einfliisse fremder Substanzen auf die Fluorescenz dargestellt. AuBerdem wird eine fluorimetrisch gewonnene Eichkurve yon Dich]orfluorescein in 0,1 molarer Natr iumc~rbonat- 16sung fiir den Konzentrat ionsbereich yon 1 �9 10 - t b i s 10-: ~o angegeben.

F. ROSENDA~L

Radiomet r i sehe Analyse. Als Beispiel /i~r die radiometrisehe Analyse yon Ver- bindungen, die radioalctiven Schwe/el enthalten, besehreiben H. GSTTE und G. TtIEIS 1 die qualitative Analyse yon 35S-Thioharnsto//. Die Verff. bedienen sieh dabei der yon G. v. HEvEsu und F. A. PANETH 2 erstmals angegebenen Methode, die darauf beruht , dab im Falle einer radioakt iv marMerten Substanz Proportionalit / i t zwischen der ge- messenen Aktivit / i t und der vorhandenen Substanzmenge besteht, vorausgesetzt, dab die Substanz einheitliche spezifische Aktivi t~t besitzt. Die gemessenen Z/ihlrohrakti- vit / i ten h/ingen jedoch bei weichen fl-Strahlern wie 3~S s tark yon der Schichtdieke der MeBpr/iparate ab; es ist daher efforderlich, an Hand einer Eichkurve die Selbst- absorpt ionskorrektur zu bestimmen. Das Verfahren wird dazu benutzt , mi t Hilfe yen asS-markiertem Thioharnsto/] die Eindringtiefe dieser Substanz in damit be- handel te Alofelsinen zu messen. Die Probe wird mit rauchender Salpeters/iure ver- ascht, das erhaltene Sulfat wird als Bariumsulfat auf seine Aktivit / i t untersucht . Die Verff. vergleichen die nach der Methode v. HEVESY-PA~ET~ erha]tenen Ergeb- nisse mi t denjenigen, die mittels radiometrischer Verdiinnungsanalyse erhalten warden und finden gute ~bere ins t immung zwischen beiden Verfahren. ])as qualita- t ive Verhal ten des markier ten Thioharnstoffs wird an Hand von Autoradiogral0hie kalottenf6rmiger Schalenabschnit te der behandel ten Apfelsinen verfolgt, die Iden- t i t / i t des Thioharnstoffs wird mittels Papierchromatogramm bewiesen. Beziiglich der im einzelnen benutz ten ausftihrlichen Arbeitsvorschriften muB auf das Original verwiesen werden.

In einer Diskussion der bei radiometrischen Analysen auftretenden Fehler gibt O. ~IEDEp a Formeln an, die es gestatten, die Fehler radiometrischer MeBgr6Ben und yon Funkt ionen solcher MeBgr6Ben zu berechnen. Die allgemeinen Betrachtun- gen werden an verschiedenen Beisloielen sloeziell der Arbeit yon H. GOTTE und G. T~EIS t belegt. F. WEIGEL

Pr~izisionsmessungen mi t der Glaselektrode. An Pr/izisionsmessungen haben A. K. COWNGTO~ und J. E. PgvE 5 kiirzlich bewiesen, dab auch an Glaselektroden Ket tenspannungen erhalten werden, aus denen sich Aktivit/itskoeffizienten berech- nen lassen, die mit den genauesten bisher bekann ten Best immungen vorztiglich iibereinstimmen.

1 Angew. Chem. 67, 637--642 (1955). Max-Planck-Inst . f. Chem. Mainz. 2 Z. anorg, allg. Chem. 82, 323 (1913). 3 Angew. Chem. 67 643--648 (1955). Max-Planck-Inst . f. Chem. Mainz. 4 Angew. Chem. 67, 637 (1955) ; vgl. das vorstehende Referat. 5 j . chem. Soc. (London) 1955, 3696--3700. Univ. Reading (England).