Umweltbericht 2011 Prot. Kirchengemeinde ... Umweltbericht 2011 Prot. Kirchengemeinde Ellerstadt Inhalt

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    Umweltbericht 2011

    Prot. Kirchengemeinde Ellerstadt

    Inhalt

    1. Zum Geleit Seite 2

    2. Ellerstadt stellt sich vor Seite 3

    3. Grüner Gockel Ellerstadt – Kirchengemeinde in Schöpfungsverantwortung Seite 4

    4. Die Umweltleitlinien Seite 5

    5. Ein Wort zur Gesamtbilanz und den Umweltkennzahlen Seite 6 - 11

    6. Umweltorganigramm der Prot. Kirchengemeinde Ellerstadt Seite 12

    7. Umweltprogramm der Prot. Kirchengemeinde Ellerstadt Seite 13 - 14

    8. Die Kindertagesstätte mit Ihrem Umweltkonzept Seite 15

    9. Impressum Seite 16

    10. Gültigkeitserklärung Seite 17

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    Zum Geleit .

    Im Frühjahr 2011: Eine schwarze Wolke: Wie aus dem Nichts, weit entfernt, fast am Horizont, schießt sie plötzlich in den Himmel auf, über einem weißen Fabrikgebäude in den blauen Morgenhimmel. Diese schwarze Wolke über dem explodierenden Atomkraftwerk in Fukushima, Japan, hat mich verfolgt, bis in meine Träume hinein. Und ich bin sicher nicht der Einzige, der zutiefst erschrocken ist, und wieder einmal erinnert wird: Die sogenannte friedliche Nutzung der Kernenergie ist extrem gefähr- lich, auch bei uns. Die Argumente der Befürworter, zumal nach der Katastrophe in Tschernobyl, die westlichen Sicherheitsstandards seien unvergleichlich viel besser als die in der damaligen Sowjetunion, und würden einen „unbeherrschbaren Unfall“ ausschließen, sie sind widerlegt. In unserem Land wird nicht mehr ernsthaft be- stritten, dass ein GAU in Deutschland zwar sehr unwahrscheinlich, die Folgen aber so unausdenklich schrecklich wären, dass wir dieses „Restrisiko“ nicht mehr tragen wollen. Pläne werden zur Zeit entwickelt, die Stromversorgung möglichst bald auch unter Verzicht auf Kernenergie im Energiemix sicherzustellen. So weit, so gut. Man könnte meinen, die „Republik wird grün“=. Doch die Erfahrung lehrt, dass die Kraft der Katastrophenbilder, die die Menschen zum Umdenken bringen, eine geringe „Halbwertszeit“ haben. Ich bin dieser Tage nicht nur erschrocken und erschüttert von den Meldungen aus Japan, sondern auch über mich selbst: Wie wenig habe ich vor 25 Jahren wirklich wahrgenommen von den schrecklichen Folgen der Tschernobylkatastrophe, und wie vollständig verdrängt die Bilder der „Liquidatoren“ die mit Schaufeln und nur mit Bindfäden zusammengehalte- ner Schutzkleidung hochradioaktives Graphit und Kernbrennstoff vom Dach des Reaktorgebäudes herunter schippen mussten, weil die dafür vorgesehenen Roboter längst versagt hatten – aufgrund der hohen Strahlung. Und wie viele tausend Men- schen sind bald darauf gestorben oder sind schwer und chronisch krank geworden und sogar ihre Kinder!? Ich denke, da wir Menschen so sind, da wir Schreckliches verdrängen, da wir Schwieriges nicht sehen wollen, da wir Unbequemes einfach vermeiden wollen, und da wir so schuldig werden an uns und unseren Kindern, brauchen wir Gottes richtendes und aufrichtendes und befreiendes Wort, das uns auf den Weg bringt und auf diesem Weg hält, einen verantwortlichen Umgang mit der uns anvertrauten Schöpfung einzuüben. Und da wir ja gerne all das vergessen, und vieles für Luxus halten, was schlicht eine Überlebensfrage der Menschheit ist, und das Glück oder Unglück der kommenden Generationen, unserer Kinder und Kindeskinder bedeutet, brauchen wir Menschen, die all diese Fragen unbeirrt und konkret in unserer Gemeinde stellen: Was bedeutet unser Lebensstil , der sich so zerstörerisch auswirkt, und wie schaffen wir die Umkehr. Natürlich nur in kleinen Schritten geht das. Zäh und manchmal unbequem müssen wir uns manches abverlangen, und selbst konsequent vorleben: Wir können nicht mehr so weitermachen. Wir müssen uns verabschieden von den Illusionen und Trugbildern, alles sei mit der richtigen Technologie in den Griff zu bekommen. Wir müssen lernen: Schonend und sparsam und damit nachhaltig zu leben, und wir müssen das weitersagen und dafür werben. Die Protestantische Kirchengemeinde dankt für dieses nachhaltige und treue Engagement ihrem Umweltteam.

    S. Rockenbach, Pfr.

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    Ellerstadt stellt sich vor

    Ellerstadt ist eine hübsche kleine Weinbaugemeinde mit vielen Winzerhöfen in der

    Nähe der Deutschen Weinstraße in der Pfalz. Es gehört zur Verbandsgemeinde

    Wachenheim und diese wiederum zum Kreis Bad Dürkheim.

    Wegen der günstigen Verkehrsanbindungen durch die Rhein-Haardt-Bahn und die

    Autobahn A650 ist unsere Gemeinde auch ein beliebter Wohnort für Berufspendler.

    In Ellerstadt leben ca. 2300 Menschen.

    Etwa die Hälfte gehört der Prot. Kirchen-

    gemeinde an.

    In der Ortsmitte steht die Prot. Kirche, die

    im neuromanischen Stil 1894 errichtet

    wurde. Der dazugehörige spätgotische

    Turm ist über 500 Jahre alt.

    An der Ecke Bahnstraße, Erpolzheimer Str.

    sind die Kindertagestätte Regenbogen, das

    Dietrich-Bonhoeffer-Haus (Gemeindehaus)

    und das Pfarr-haus.

    Die Prot. Kirchengemeinde hat etwa 1030

    Mitglieder. Sie beschäftigt einen Pfarrer,

    einen Kirchendiener, einen Chorleiter und

    16 Mitarbeiterinnen in der Kindertages-

    stätte.

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    Grüner Gockel Ellerstadt Kirchengemeinde in Schöpfungsverantwortung

    Am 12.09.2005 wurde vom Presbyterium der protestantischen Kirchengemeinde Ellerstadt die Teilnahme am Umweltmanagement „Grüner Gockel“ beschlossen. An einem Presbytertag im Oktober 2006 wurden die Umweltleitlinien erarbeitet und dann vom Presbyterium verabschiedet. Nachdem die Bestandsaufnahme der Gebäude abgeschlossen war und sich das Umweltteam einen Überblick über den Energieverbrauch verschafft hatte, wurde das Umweltprogramm für die Jahre 2007 bis 2010 erarbeitet. Im Rahmen dieses Umweltprogramms wurde der Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gemeindehauses geplant. Sie wurde im März 2007 installiert und am 22.04.2007 mit einem Umwelttag eingeweiht. Anfang 2008 wurden wir von einem Umweltrevisor überprüft, und am 25. Mai 2008 wurde uns von Oberkirchenrat Gottfried Müller, Speyer, die Zertifizierungsurkunde überreicht. Wir hatten uns in unserem Umweltprogramm sehr viel vorgenommen und haben auch vieles erreicht. Bei den Energiedaten ist die Nachvollziehbarkeit unserer gesetzten Ziele sehr schwer. Zum einen durch den Umbau und Vergrößerung der KITA, Nutzung der Küche im Dietrich-Bonhoeffer-Haus für die Zubereitung des Mittagessens für die Kinder (zur Zeit 40 Essenskinder), zum anderen ist die zeitliche Nutzung der Kirche von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Von Anfang Januar bis kurz vor Ostern halten wir die Gottesdienste ja im Bonhoeffer-Haus ab, doch mal ist Ostern früh, mal ist Ostern spät. Unser Umweltteam trifft sich etwa 5-mal im Jahr. In jedem Jahr haben wir ein Audit durchgeführt. Wir haben uns dabei von Frau Bärbel Schäfer, der Umweltbeauftragten unserer Landeskirche, überprüfen lassen. In diesem Jahr ist der Schwerpunkt unserer Tätigkeit die Revalidierung, das heißt wir müssen den Umweltbericht neu erstellen und werden wieder von einem Umweltrevisor überprüft. Das Umweltteam wird sich in der Zukunft vor allem mit folgenden Themen befassen: - Die Umsetzung des Umweltprogramms in Zusammenarbeit mit Presbyterium,

    Kindertagesstätte und allen Gruppen der Kirchengemeinde - Die regelmäßige Überprüfung der Einhaltung von Rechtsnormen - Die regelmäßige Erfassung der Verbrauchsdaten - Die Erarbeitung neuer Ziele und Projekte im Rahmen des „Grünen Gockels“ - Bewusstsein schaffen für eine umwelt- und sozialverträgliche Lebensweise - Uns alle sensibilisieren, dass die Bewahrung der Schöpfung gerade heute ein

    wichtiger Auftrag ist. Unser Team

    Elke Höpner-Matheis Carl-Ludwig Krüger Carola Rödler Gudrun Stauch- Hausfrau Ingenieur Ingenieurin Kesselring, Erzieherin

    Wolfgang Bülow Wolfgang Möller Sören Rockenbach Bernd Oettel

    Kaufmann Elektroniker Pfarrer Ingenieur

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    Kirchliches UMWELTLEITLINIEN Umweltmanagement der Protestantischen Kirchengemeinde

    Ellerstadt

    Artikel 1 Wir glauben, dass wir diese Erde und unser Leben dem Wirken Gottes verdanken (1. Mose 2,15). Dies verpflichtet uns zum Erhalt seiner Schöpfung. Wir erkennen an, dass unser Leben und Eigentum ein Geschenk Gottes sind und wir in unseren Familien und in unserem Umfeld die Schöpfung schützen und bewahren.

    Artikel 2 Wir treffen Entscheidungen in Solidarität mit anderen Regionen der Einen Welt. Wir verpflichten uns beim alltäglichen Handeln nicht zu vergessen, welche Auswirkungen dies auf die Menschen der Einen Welt hat.

    Artikel 3 Wir achten darauf, wie sich unsere Entscheidungen auf künftige Generationen auswirken werden. Wir fällen unsere Entscheidungen unter Berücksichtigung des Wohles unserer Kinder und Kindeskinder.

    Artikel 4 Wir fördern gesunde Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen. Wir wollen gesunde Lebensräume erhalten, fördern und schützen, damit Menschen, Tiere und Pflanzen im Einklang miteinander bestehen können.

    Artikel 5 Wir möchten Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander vereinbaren. Bei Investitionsentscheidungen machen wir uns sachkundig und beziehen deren Auswirkungen auf Umwelt und Wirtschaft