BGBl. Nr. 311/1985 - ris.bka.gv.at .2384 134. Stück Ausgegeben am 30. Juli 1985 Nr. 311 ren Fassungen

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  • P . b . b . Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1030 Wien

    2383

    BUNDESGESETZBLATTFR DIE REPUBLIK STERREICH

    Jahrgang 1985 Ausgegeben am 30. Juli 1985 134. Stck

    311. Kundmachung: Wiederverlautbarung des Staatsbrgerschaftsgesetzes 1965

    3 1 1 . Kundmachung des Bundeskanzlers unddes Bundesministers fr Inneres vom 19. Juli1985, mit der das Staatsbrgerschaftsgesetz

    1965 wiederverlautbart wird

    ABSCHNITT A

    Artikel I

    Auf Grund des Art. 49 a B-VG wird in derAnlage 1 das Staatsbrgerschaftsgesetz 1965, BGBl.Nr. 250, wiederverlautbart.

    Artikel II

    Bei der Wiederverlautbarung werden die nde-rungen und Ergnzungen bercksichtigt, die sichaus folgenden Rechtsvorschriften ergeben:

    1. Bundesgesetz vom 13. Juli 1966, BGBl.Nr. 163, mit dem das Staatsbrgerschaftsge-setz 1965 ergnzt wird;

    2. Staatsbrgerschaftsgesetz-Novelle 1973,BGBl. Nr. 394;

    3. Staatsbrgerschaftsgesetz-Novelle 1974,BGBl. Nr. 703;

    4. Bundesgesetz vom 30. Juni 1977, BGBl.Nr. 403, ber die Neuordnung des Kind-schaftsrechts, Art. XIV;

    5. Bundesgesetz vom 3. Mrz 1983, BGBl.Nr. 170, mit dem das Staatsbrgerschaftsge-setz 1965 (Staatsbrgerschaftsgesetz-Novelle1983) und das Gebhrengesetz 1957 gendertwerden;

    6. Kundmachung des Bundeskanzlers vom14. September 1984, BGBl. Nr. 375, ber dieAufhebung des 7 Abs. 4 des Staatsbrger-schaftsgesetzes 1965 durch den Verfassungs-gerichtshof;

    7. Staatsbrgerschaftsgesetz-Novelle 1985,BGBl. Nr. 202.

    Artikel III

    Der gegenstandslos gewordene 65 samt ber-schrift wird als nicht mehr geltend festgestellt.

    Artikel IV

    (1) Im 49 Abs. 2 lit. a werden die Worte vordem Inkrafttreten dieses Gesetzes" durch vor dem1. Juli 1966" ersetzt.

    (2) Im 49 Abs. 2 lit. b werden die Worte nachdem Inkrafttreten dieses Bundesgesetzes" durchab dem 1. Juli 1966" ersetzt.

    (3) 66 wird im Hinblick auf Art. V des Bundes-gesetzes BGBl. Nr. 170/1983 und Art. IV des Bun-desgesetzes BGBL Nr. 202/1985 richtiggestellt.Dementsprechend erhlt 66 Z 1 lit. d die Bezeich-nung e".

    Artikel V

    (1) In den 5 Abs. 2, 32, 33, 36 und 39 Abs. 1werden die berholten terminologischen Wendun-gen der Bestimmung des", findet Anwendung" u.dgl. durch einfachere Wendungen ersetzt.

    (2) In den berschriften zu den Abschnitten I bisVI, in der berschrift vor 64 sowie in den 5Abs. 1, 7 Abs. 1 lit. b, 7 a Abs. 1 (Beistrichsetzungua.), 2 und 6, 10 Abs. 2 lit. a, 12 lit. a und c, 14Abs. 1 Z 3 lit. b, 17 Abs. 1 Z 3, 24, 25 Abs. 3,28 Abs. 1 Z 2, 29 Abs. 2, 36, 52 lit. e, 58 c Abs. 1Z 2 (Beistrichsetzung) und Abs. 2 sowie 66 werdenverschiedene berholte terminologische Wendun-gen und sonstige Unstimmigkeiten richtiggestellt.

    Artikel VI

    Gliederungsbezeichnungen und Abkrzungenwerden der heutigen Schreibweise angepat.

    Artikel VII

    Das Staatsbrgerschaftsgesetz 1965 wird mitdem Titel Bundesgesetz ber die sterreichischeStaatsbrgerschaft (Staatsbrgerschaftsgesetz 1985 StbG)" wiederverlautbart.

    ABSCHNITT B

    Artikel I

    Auf Grund des Art. 49 a B-VG werden in derAnlage 2 [bergangsrecht anllich von Novellenzum Staatsbrgerschaftsgesetz 1965 (Staatsbrger-schafts-bergangsrecht 1985)"]

    1. Art. II der Staatsbrgerschaftsgesetz-Novelle1974 sowie die noch anzuwendenden frhe-

    14 218

  • 2384 134. Stck Ausgegeben am 30. Juli 1985 Nr. 311

    ren Fassungen des 14 Abs. 1 Z 3 und des 15 lit. b des Staatsbrgerschaftsgesetzes1965 (Stammfassung),

    2. Art. II des Bundesgesetzes BGBl.Nr. 170/1983 in der Fassung des Art. II desBundesgesetzes BGBl. Nr. 202/1985 und

    3. Art. III lit. A des Bundesgesetzes BGBl.Nr. 170/1983

    wiederverlautbart.

    Artikel II

    Die im Art. I genannten Bestimmungen werdenin der Anlage 2 in folgender Weise wiederverlaut-bart:

    1. Art. II Abs. 1 der Staatsbrgerschaftsgesetz-Novelle 1974 sowie 14 Abs. 1 Z 3 desStaatsbrgerschaftsgesetzes 1965 als Art. II;

    2. Art. II Abs. 2 der Staatsbrgerschaftsgesetz-Novelle 1974 sowie 15 lit. b des Staatsbr-gerschaftsgesetzes 1965 als Art. III;

    3. Art. II des Bundesgesetzes BGBl.Nr. 170/1983 als Art. I 1;

    4. Art. III lit. A des Bundesgesetzes BGBl.Nr. 170/1983 als Art. I 2.

    Artikel III

    Art. III lit. B des Bundesgesetzes BGBl.Nr. 170/1983, der eine nderung des Gebhrenge-setzes 1957 enthlt, wird nicht wiederverlautbart.Er bleibt unberhrt.

    Artikel IV

    In den Art. I bis III der Anlage 2 werden die Ver-weisung innerhalb des Textes (Art. I 2) sowie dieVerweisungen auf geltende (Art. I 1 Abs. 1, 2 und4) und frhere (Art. II und III) Fassungen desStaatsbrgerschaftsgesetzes 1965 entsprechendrichtiggestellt, insbesondere in den Art. II und IIIder Anlage 2 die Geltungsbereiche angegeben undzur Verbindung der bergangsbestimmung mit dernoch anzuwendenden frheren Fassung die Wortesie lautet:" bzw. Jene Fassung lautet:" hinzuge-fgt.

    Artikel V

    In der Anlage 21. wird im Art. II die berholte terminologische

    Wendung findet Anwendung" durch die ein-fachere Wendung ist anzuwenden" ersetzt;

    2. werden im Art. I 1 Abs. 4 und 2 verschie-dene berholte terminologische Wendungenrichtiggestellt;

    3. werden Abkrzungen der heutigen Schreib-weise angepat.

    Artikel VI

    Insoweit sich Vollziehungsklauseln auf die in derAnlage 2 als Art. I bis III wiederverlautbartenBestimmungen beziehen, werden sie als Art. IV derAnlage 2 zusammengefat wiederverlautbart.

    Sinowatz Blecha

    Anlage 1

    Bundesgesetz ber die sterreichische Staats-brgerschaft (Staatsbrgerschaftsgesetz 1985

    - StbG)

    ABSCHNITT I

    ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN

    1. (Verfassungsbestimmung) Fr die Republiksterreich besteht eine Staatsbrgerschaft. IhreUnterteilung in eine Bundes- und eine Landesbr-gerschaft entsprechend Art. 6 des Bundes-Verfas-sungsgesetzes in der Fassung von 1929 bleibt einerbesonderen bundesverfassungsgesetzlichen Rege-lung vorbehalten.

    2. Im Sinne dieses Bundesgesetzes bedeutet:1. R e p u b 1 i k: die Republik sterreich;2. S t a a t s b r g e r s c h a f t : die Staatsbrger-

    schaft der Republik sterreich (sterreichi-sche Staatsbrgerschaft);

    3. S t a a t s b r g e r : ohne Unterschied desGeschlechtes eine Person, welche die sterrei-chische Staatsbrgerschaft besitzt;

    4. F r e m d e r : ohne Unterschied desGeschlechtes eine Person, welche die sterrei-chische Staatsbrgerschaft nicht besitzt.

    3. Von den im 8 geregelten Fllen abgesehen,ist eine Person, deren Staatsangehrigkeit nichtgeklrt werden kann, wie ein Staatenloser zubehandeln.

    4. Soweit dieses Bundesgesetz nicht ausdrck-lich etwas anderes bestimmt, kommt fr seinenBereich dem Geschlecht und dem Familienstandkeine rechtliche Bedeutung zu.

    5. (1) Der ordentliche Wohnsitz einer Personist an dem Ort begrndet, an dem sie sich in dererweislichen oder aus den Umstnden hervorge-henden Absicht niedergelassen hat, ihn bis auf wei-teres zum Mittelpunkt ihrer Lebensbeziehungen zuwhlen. Hiebei ist es unerheblich, ob die Absichtdarauf gerichtet war, fr immer an diesem Ort zubleiben. (BGBL Nr. 170/1983, Art. I Z 1)

    (2) Fr den Ehegatten eines Staatsbrgers, der ineinem Dienstverhltnis zu einer inlndischenGebietskrperschaft steht und seinen Dienstort imAusland hat (Auslandsbeamter), gilt unbeschadetder 22 Abs. 2 und 3, 37 Abs. 2 und 41 Abs. 2 frBelange dieses Bundesgesetzes Wien als ordentli-cher Wohnsitz, sofern er Fremder ist, mit dem Aus-landsbeamten in dauernder Haushaltsgemeinschaftlebt und keinen ordentlichen Wohnsitz im Inlandhat. Das gleiche gilt sinngem fr den Ehegatteneines Staatsbrgers, der in einem Dienstverhltniszur Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaftsteht und seinen Dienstort im Ausland hat. (BGBl.Nr. 170/1983, Art. I Z l; BGBl. Nr. 202/1985,Art. I Z l)

  • 134. Stck Ausgegeben am 30. Juli 1985 Nr. 311 2385

    ABSCHNITT II

    ERWERB DER STAATSBRGERSCHAFT

    6. Die Staatsbrgerschaft wird erworben durch1. Abstammung (Legitimation) ( 7, 7 a und 8);

    (BGBl. Nr. 202/1985, Art. 1Z 2)2. Verleihung (Erstreckung der Verleihung)

    ( 10 bis 24);3. Dienstantritt als Ordentlicher Universitts-

    professor oder als Ordentlicher Hochschul-professor ( 25 Abs. 1); (BGBl. Nr. 202/1985,Art. I Z 3)

    4. Erklrung ( 25 Abs. 2);5. Anzeige der Wohnsitzbegrndung ( 58 c).

    (BGBl. Nr. 170/1983, Art. 1Z 2)

    Abstammung (Legitimation)

    7. (1) Eheliche Kinder erwerben die Staatsbr-gerschaft mit der Geburt, wenn

    a) in diesem Zeitpunkt ein Elternteil Staatsbr-ger ist oder

    b) ein Elternteil, der vorher verstorben ist, amTag seines Ablebens Staatsbrger war.

    (BGBl. Nr. 170/1983, Art. 1Z 3)

    (2) (Entfllt; BGBl. Nr. 170/1983, Art. 1Z 4)

    (3) Uneheliche Kinder erwerben die Staatsbr-gerschaft mit der Geburt, wenn ihre Mutter in die-sem Zeitpunkt Staatsbrger ist. Abs. 1 lit. b giltsinngem. (BGBl. Nr. 170/1983, Art. 1Z5; BGBl.Nr. 202/1985, Art. 1Z 4)

    (4) (Entfllt; BGBl. Nr. 375/1984)

    7 a. (1) Wird ein unehelich geborener Fremderzu einer Zeit, da er noch minderjhrig und ledig ist,legitimiert, so erwirbt er mit seiner Legitimation dieStaatsbrgerschaft, wenn sein Vater in diesem Zeit-punkt Staatsbrger ist oder, falls er vorher verstor-ben ist, am Tag seines Ablebens Staatsbrger war.

    (2) Hat der Legitimierte das 14. Lebensjahrbereits vollendet, so gilt Abs. 1 nur, wenn der Legi-timierte und sein gesetzlicher Vertreter demErwerb der Staatsbrgerschaft zustimmen.

    (3) Eine Zustimmung nach Abs. 2 ist der Evi-denzstelle ( 49 Abs. 2) schriftlich zu erklren. Diestaatsbrgerschaftsrechtlichen Wirkungen der Legi-timation treten in einem solchen Fall erst ein,sobald der Evidenzstelle alle nach Abs. 2 erforderli-chen Zustimmungserklrungen zugekommen sind.

    (4) Eine Zustimmung nach Abs. 2 ist unwirksam,wenn sie der Evidenzstelle nach der Eheschlieungdes Legitimierten oder spter als drei Jahre nachErteilung