Modulbezeichnung: Wissenschaftliches Arbeiten im ... Modul 17 – Wissenschaftliches Projekt (6

  • View
    216

  • Download
    1

Embed Size (px)

Text of Modulbezeichnung: Wissenschaftliches Arbeiten im ... Modul 17 –...

  • 1

    MODULHANDBUCH

    MUSIKTHERAPIE B.A.

    Heidelberg, 01. Oktober 2018

  • 2

    Kompetenzmodell

    1. Grundlegende Kompetenzmodelle als Referenz

    Musiktherapie ist als wissenschaftsbasierte Gesundheitsprofession zunehmend international etabliert

    und anerkannt. Ihr Anwendungsspektrum und Corpus wissenschaftlicher Literatur wächst ständig. Um

    musiktherapeutisch arbeiten zu können und die Vielzahl möglicher Berufsfelder erfolgreich bewältigen

    und gestalten zu können, sind umfassende Kompetenzen erforderlich, die im Studienverlauf als

    „Learning Outcomes“ systematisch entwickelt werden. Dabei wird das Kompetenzmodell von Pfäfflin

    2005 zugrunde gelegt:

    Fachkompetenz Methodenkompetenz

    Selbstkompetenz Sozialkompetenz

    Handlungs- &

    Reflexionskompetenz/ Gesamt-Performance

    Fachkompetenz Methodenkompetenz

    Selbstkompetenz Sozialkompetenz

    Handlungs- &

    Reflexionskompetenz/ Gesamt-Performance

    Abb. 1: Unterteilung von Schlüsselkompetenzen in Fach-, Methoden-, Selbst-, und Sozialkompetenzen

    nach Pfäffli 2005, S. 65)

    Vertiefend wird das Mehrebenen-Modell der Psychotherapie (Langhoff, 2009) 1 zu Rate gezogen, weil

    es ein sehr elaboriertes Kompetenzmodell darstellt und einfach auf die Musiktherapie zu übertragen

    ist. Dieses Modell unterscheidet zwischen sechs Evaluationsebenen der psychotherapeutischen

    Kompetenz.

    1 Langhoff, C. (2009). „Therapeutencompliance“ – Qualitätsicherung der Verhaltenstherapie. Die Kompetenz von

    Verhaltenstherapeuten in der psychosomatischen Rehabilitation und Möglichkeiten der Kompetenzoptimierung.

    Unveröffentlichte Dissertation an der TU Berlin, März 2009.

  • 3

    Ebene Kurzbeschreibung

    Beziehungstechniken Maßnahmen zur Herstellung einer guten Therapeut-Patient-

    Beziehung

    Basistechniken Interventionen, die zum allgemeinen Repertoire eines

    Therapeuten einer bestimmten Therapierichtung gehören

    und in der Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen zum

    Einsatz kommen

    Störungsspezifische Techniken Interventionen, die nur bei bestimmten Störungen indiziert

    sind

    Stundenstrukturierung Abfolge bzw. Kombination therapeutischer Interventionen

    in ihrer zeitlichen Abfolge über den Verlauf der Sitzung

    Prozessstrukturierung Abfolge bzw. Kombination therapeutischer Interventionen

    in ihrer zeitlichen Abfolge über den verlauf der Therapie

    Heuristik Anwendung theoretischer Konzepte und

    Modellvorstellungen auf die Störung bzw. Therapie

    (Tab.: Evaluationsebenen der psychotherapeutischen Kompetenz, nach: Langhoff (2009, S. 32)

    1.2 Musiktherapeutische Handlungskompetenzen

    Musiktherapie verbindet in sich die beiden zentralen akademischen Disziplinen der Wissenschaft und

    Kunst, in diesem Fall Musik, zu einer therapeutischen Praxis. Diese Konstellation fordert vom

    Studierenden erhebliche Kompetenzentwicklungen in breit gefächerten Wissen-, Lern- und

    Praxisfeldern sowie in akademischen Referenzfächern. Der Verlauf des Studiums ist so angelegt, dass

    zu Beginn grundlegende Fach-, Methoden,- Selbst- und Sozialkompetenzen in den einzelnen

    Studienbereichen entwickelt werden und im weiteren Verlauf des Studiums zunehmend zu

    musiktherapeutischen Handlungs- und Reflektionskompetenzen zusammengefasst werden.

    Grundgedanke des Studiums ist es, Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten als Scientist-

    Practitioners zu verstehen, die fähig sind, sich selbständig in die verschiedensten musiktherapeutischen

    Arbeitsfelder einzuarbeiten und verantwortungsbewusst sowie reflektiert therapeutisch handeln

    können.

  • 4

    Musiktherapie erfordert den sicheren Umgang mit therapeutischem Instrumentarium und

    therapeutischer Musik in einem umfassenden psychologischen, pädagogischen und medizinischen

    Arbeitsfeld (Fachkompetenz). Sie erfordert bei verschiedenen Indikationen und Klientel unter

    Anwendung des „state of the art“, die Fähigkeit zum evidenzbasierten Arbeiten und zur

    wissenschaftlich-kritischen Diskussion (Methoden- und Handlungskompetenz). Musiktherapeutinnen

    und Musiktherapeuten können adäquat therapeutische Beziehungen herstellen und interpersonell-

    kommunikativ gestalten, sowie sich selbst als Therapeutenpersönlichkeit differenziert und ethisch

    angemessen regulieren (Selbst- und Sozialkompetenzen).

    Die beschriebene Handlungskompetenz umfasst folgende Studienbereiche, die in den einzelnen

    Modulen integriert vermittelt und erarbeitet werden:

     Musik: Harmonieinstrument (Klavier, Gitarre); Perkussion, Allgemeine Musiklehre und

    Musiktheorie, Improvisation, Lieder

     Psychologie und Medizin: Psychologische Grundlagen, Klinische Psychologie, Psychiatrie,

    Neurologie, Psychosomatik

     Musiktherapie: Verfahren, aktive / rezeptive Methoden und Techniken der Musiktherapie in

    verschiedenen Anwendungsbereichen und bei verschiedenen Störungsbildern (z.B. Psychiatrie,

    Neurologie oder Behindertenbereich) sowie unterschiedlichen Klientel über die Lebensspanne

    (Kinder, Jugendliche, alte Menschen)

     Wissenschaft: Grundlegende wissenschaftliche Kenntnisse zur Diagnostik und Intervention

    sowie in evidenzbasierter Medizin/Psychotherapie sowie Evaluation und Qualitätssicherung

     Therapeutenpersönlichkeit: Therapeutenverhalten, Selbsterfahrung, Selbstexploration,

    Selbstmanagement, Supervision / Intervision, Ethik und Recht

  • 5

    1.3 Zu den Modulen

    Der Bachelorstudiengang Musiktherapie hat eine Regelstudienzeit von 3,5 Jahren

    (7 Semester). Der Workload umfasst insgesamt 210 ECTS-Punkte, wobei ein ECTS-Punkt einer

    Arbeitsbelastung von 30 Stunden entspricht. Das Studium wird mit dem akademischen Grad

    „Bachelor of Arts (Music Therapy)“ abgeschlossen.

    Mobilitätsfenster wie z.B. Auslandsaufenthalte sind in klinischen Projektphasen (klinisches vertiefendes

    Praktikum) möglich.

    Für die praktische Musikausbildung insbesondere zu Studienbeginn ist kontinuierliches Üben

    erforderlich um die erforderlichen Basisfähigkeiten zu entwickeln. Daher wird die musikalische

    Ausbildung (15 Wochenblöcke) parallel zu den 5- oder 10-Wochen-Blöcken konzipiert.

    Weitere Berücksichtigung finden die spezifischen Erfordernisse des Musiktherapiestudiums

    (europäische Gesetze und Standards, Berufsstandards der Deutschen Musiktherapeutischen

    Gesellschaft und internationale Richtlinien). Sie schreiben vor, dass bestimmte Inhalte wie

    Selbsterfahrung (200 h), Praktika (mind. 1200h), Recht und Ethik (jeweils 30h für BA-Studiengänge) im

    Studium vorkommen müssen und daher extra auszuweisen sind.

    Studienstruktur (Modularisierung)

    Die Module sind nach dem CORE-Prinzip aufgebaut und integrieren unterschiedliche Kompetenzen für

    berufsspezifische Lernfelder. Die Leitlinien der Modulgestaltung sind:

     die als Referenz herangezogenen Kompetenzmodelle

     der Aufbau der Lerninhalte nach dem CORE-Prinzip

     die konsequente Umsetzung des Constructive Alignements

     die parallele Konzipierung der musikalische Ausbildung

     die Orientierung an den internationalen Erfordernissen der Musiktherapie, also den

    Zielkompetenzen des Musiktherapiestudiums (s.o. spezifische Erfordernisse des

    Musiktherapiestudium)

  • 6

    Studiengangskonzept

    Das erste Studienjahr beinhaltet neun systematisch aufeinander abgestimmte Pflichtmodule, die die

    Basis- und Beziehungstechniken nach Langhoff (2009) umfassen. Nachfolgend sind die einzelnen

    Module des kompletten ersten Studienjahres aufgelistet:

     Modul 01 – Grundlagen der therapeutischen Musizierpraxis (6 CPs)

     Modul 02 – Wissenschaftliches Arbeiten im Gesundheitssystem (6 CPs)

     Modul 03 – Psychologische Grundlagen der Therapeuten (6 CPs)

     Modul 04 – Instrumentale Grundtechniken (6 CPs)

     Modul 05 – Therapeuten- und Beziehungsverhalten (6 CPs)

     Modul 06 – Klinische Psychologie (6 CPs)

     Modul 07 – Aktive und Rezeptive Musiktherapie (12 CPs)

     Modul 08 –Musikalische Basiskompetenzen: Schwerpunkt: Melodie und Gehör (6 CPs)

     Modul 09 – Gruppentherapie (6 CPs)

    Im zweiten Studienjahr wird das erste klinische Praktikum durchgeführt (Pflichtmodul 10). Die

    Studierenden setzen ihre musiktherapeutischen Kenntnisse unter fachkundiger Anleitung in der

    klinischen und ambulanten Praxis um. Sie sind fähig ihre Tätigkeit zu beschreiben, zu dokumentieren

    und zu reflektieren. Sie erwerben selbständig klinisches Fachwissen im diesem Arbeitsfeld, in dem sie

    praktisch tätig sind.

     Modul 10 – Klinische Projektphase (30 CPs)

    Im zweiten Halbjahr des Studienjahres stehen die berufsrelevanten Anwendungsbereiche im Zentrum

    des Studiums. Im Rahmen der Module 11 bis 16 werden die störungsspezifischen Techniken, Stunden-

    und Prozessorientierung nach Langhoff (2009) erlernt.

     Modul 11– Anwendungsfeld Psychiatrie, Psychotherapie / Psychosomatik (12 CPs)

     Modul 12 – Anwendungsfeld Neurologie & spezifische Anwendungsf