10 Tipps für das Lösen von Konflikten

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1. DAEFLER.DE PROF. DR. MARTIN-NIELS DAEFLER 10 Tipps fr das Lsen von Konflikten https://www.flickr.com/photos/pedrosimoes7/8578279742 2. Impressum & Copyright Die private Nutzung dieses Tutorials ist kostenlos und nicht an Bedingungen geknpft. Die kommerzielle Nutzung der Inhalte ist jedoch untersagt. Verantwortlich: Prof. Dr. Martin-Niels Dfler DAEFLER.DE 3. Ich begre Sie herzlich zum Tutorial 10 Tipps fr das Lsen von Konflikten! Mein Name ist Martin-Niels Dfler. Ich unterrichte als hauptamtlicher Professor im Fachbereich Kommunikation an der FOM Hochschule in Frankfurt/Main. Ich wnsche Ihnen viele Einsichten und Erkenntnisse! Ihr Martin-Niels Dfler 4. Der Begriff Konflikt entstammt dem lateinischen Terminus conflictus, was so viel wie Zusammenprallen bedeutet. https://www.flickr.com/photos/tambako/7460999402 5. Ein Konflikt kann in Anlehnung an den sterreichischen Konfliktforscher Friedrich Glasl deniert werden als eine (lnger andauernde) Situation, in der Ziele, Bedrfnisse, Erwartungen, Wertvorstellungen oder Handlungen der Betroffenen unvereinbar erscheinen. Bei Konflikten sind sich die Parteien in der Bewltigung der Situation uneins und entwickeln dabei negative Gefhle. Diese Gefhle verursachen einen starken Handlungsantrieb; die Aktionsbereitschaft ist bei Konflikten also sehr hoch. https://www.flickr.com/photos/tambako/7460999402 6. Generell gilt: (Fast) jeder Konflikt hat zwei Ebenen: Eine Sachebene und eine Beziehungsebene. In der Regel ist nur die Sachebene sofort zu erkennen (= Spitze des Konflikteis- bergs). Wenn man sich tatschlich nur ber Sachthemen uneins ist, dann liegt kein echter Konflikt, sondern lediglich eine Meinungsver- schiedenheit oder ein Missverstnd- nis vor. https://www.flickr.com/photos/aah-yeah/4738872663 7. Allerdings erkennt man das oft schwer, denn Beziehungskonflikte werden fast immer auf der Sachebene ausgetragen und erscheinen deshalb getarnt man streitet sich ber Sachthemen, in Wirklichkeit ist aber die Beziehung gestrt. Dann besteht die Gefahr, dass man an der falschen Ursache arbeitet. Dies wird nach kurzer Zeit einen Folgekonflikt verursachen, der in anderem Deckmantel erscheint, jedoch die gleiche Basis hat: die Beziehungsstrung. https://www.flickr.com/photos/tekkebln/7546061792 8. erysipel/pixelio.de Machen Sie sich klar: Das Leben besteht aus Konflikten 01 9. Aber: Konflikte haben nicht nur negative Seiten, denn sie helfen uns, Schwierigkeiten zu erkennen und uns weiterzuentwickeln sowie Beziehungen zu vertiefen. Ohne Konflikte/Streit und Auseinandersetzung kommt keine zwischenmenschliche Beziehung aus, denn die Funktion eines Streits liegt auch darin, Dinge klar zu legen, indem z. B. Worte ausgesprochen werden, die einem normalerweise nicht ber die Lippen kommen. Streit verbindet daher genauso wie er trennt. Konflikte knnen helfen, die Ursachen fr Unzufriedenheit zu nden und wirken deshalb wie ein (reinigendes) Gewitter. https://www.flickr.com/photos/9156081@N03/4933358816 Konflikte sind alltglich; sie werden zwischen Eheleuten, in Familien und Lebensgemeinschaften, zwischen Nachbarn, Geschftspartnern und natrlich auch unter Kollegen und mit Vorgesetzten ausgetragen. 10. Im Berufsleben sorgen Konflikte fr gute Lsungen, wie Ron Friedmann darlegt: Gesunde Diskussionen regen die Mitglieder eines Teams zu grndlicherem Nachdenken an: Man neigt dann eher dazu, sich Gedanken ber Alternativen zu machen, und versucht, keinen voreiligen Konsens zu erzielen. Auch wenn viele Menschen Konflikte als unangenehm empnden, kann das Miterleben offener Diskussionen sogar anregend auf die Mitarbeiter wirken, weil sie dadurch bessere Strategien fr die Erledigung ihrer Arbeit entwickeln. http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/fuenf-irrtuemer-ueber-den-optimalen-arbeitsplatz-a-1028534-3.html https://www.flickr.com/photos/criminalintent/2744040362 11. Dennoch dominieren meist die negativen Aspekte man spricht dann von dysfunktionalen Konflikten. Diese haben eine enorme Bedeutung fr die Wirtschaft. Daniel Dana, US-amerikanischer Psychologieprofessor, behauptet, dass 65 Prozent der Performance-Probleme in Unternehmen aus belasteten Beziehungen zwischen Arbeitnehmern resultieren. Eine Umfrage zu Konfliktursachen und -kosten, die Martin-Niels Dfler (Quelle: www.prof-daefler.de) durchgefhrt hat, zeigt: 53 % der Befragten haben in den vergangenen 12 Monaten mindestens einen Konflikte am Arbeitsplatz erlebt, 16 % der Befragten haben in den vergangenen 12 Monaten wegen eines Konfliktes krankgefeiert und 10 % der Arbeitszeit gehen durchschnittlich durch Konflikte verloren. 12. Konflikte in der Arbeitswelt sind im Gegensatz zu privaten Auseinander- setzungen durch einige erschwerende Rahmenbedingungen gekennzeichnet: Das Arbeitsverhltnis ist fast immer materielle Existenzgrundlage. Das Arbeitsverhltnis ist wesentlicher Teil des sozialen Status. Hierarchie- und Machtstrukturen bedingen, dass es fr Arbeitnehmer kaum Ausweichmglichkeiten gibt. https://www.flickr.com/photos/14646075@N03/3048801532 13. Die Folge all dieser Aspekte ist ein hohes Angstpotenzial; Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, vor Fehlern, vor Konkurrenten, vor Autorittsverlust, vor Innovationen, vor berforderung oder die Angst davor, berflssig zu sein. Zusammengefasst: Konflikte gehren zum (Arbeits-)Leben dazu; sie haben zwar auch positive Aspekte, jedoch belasten insbesondere Auseinandersetzungen im Job die Betroffenen massiv, weshalb es sehr sinnvoll ist, sich mit Konfliktprventions- und -lsungsmethoden zu beschftigen. https://www.flickr.com/photos/allthingschill/187860560 14. Prfen Sie zuerst, ob nicht viel- leicht nur ein Missverstndnis vorliegt 02 Wolfgang Pfensig/pixelio.de 15. Oft lassen sich Auseinandersetzungen auf ganz einfache, akustische Missverstnd- nisse zurckfhren. Man hat das, was ein anderer gesagt oder geschrieben hat, einfach nicht korrekt verstanden. In Gesprchen hat man vielleicht nicht aufmerksam zugehrt oder es gab Strgerusche in der Umgebung. Deshalb: Hren Sie Ihrem Gegenber stets konzentriert zu und fragen Sie bei Unklarheiten sofort nach. Gleiches gilt analog fr die schriftliche Kommunikation. Rainer Sturm/pixelio.de 16. Auch neurologische Filterprozesse knnen zu Missverstndnissen fhren. Auf gut Deutsch heit das: Wir nehmen nur einen Bruchteil all der Informationen, die auf uns einstrmen, bewusst wahr. Das Nervensystem ltert von den eintreffenden 11 Millionen Bits, die wir pro Sekunde empfangen, nur ca. 200 heraus, die bewusst gleichzeitig wahrgenommen werden knnen. Diese 200 Bits sind das, was nach dem Filtern brig bleibt, nach dem Lschen der Informationen, die zu diesem Zeitpunkt nicht wichtig sind. So soll unser Gehirn vor berlastung geschtzt werden. https://www.flickr.com/photos/kainkalju/5894855297 17. Eine weitere Besonderheit unseres Gehirns sorgt dafr, dass jeder von uns die Umwelt anders wahrnimmt. Aufgrund von persnlichen Erfahrungen und Interessen bevorzugen wir nmlich bestimmte Informationen, whrend wir andere eher vernachlssigen oder vielleicht berhaupt nicht zur Kenntnis nehmen. Ganz deutlich ist unsere Fhigkeit zum Ausfiltern von Unerwnschtem beim sogenannten Cocktailpartyeffekt. Es ist unsere Fhigkeit, aus einer Geruschkulisse ein einzelnes Wort (wie etwa unseren Namen) herauszuhren. Das Murmeln und Glserklirren blenden wir einfach aus. https://www.flickr.com/photos/evert-jan/12285354 18. Weitere so genannte Modellierungsprozesse sorgen dafr, dass wir Informationen verflscht aufnehmen. Unser Gehirn tilgt bestimmte Informationsanteile aus der Erfahrung wir vergessen vieles, was uns nicht ntzlich ist. Der Nutzen davon ist der Schutz vor Reiz- und Informationsberflutung, whrend der Nachteil der Verlust von spter eventuell wichtigen Detailinformationen sein kann. Die Generalisierung ist der Prozess, der es uns mglich macht, zu lernen, indem wir eine bestimmte Erfahrung verallgemeinern, ohne uns jedes Mal das individuelle Ereignis bewusst zu machen. Schlielich verzerrt unser Gehirn Informationen; es speichert unsere Wahrnehmungen anders ab und gibt sie anders wieder, als sie wirklich sind bzw. waren. https://www.flickr.com/photos/dianasch/12056703155 19. Alle diese Filterprozesse sind uns Menschen in der Regel nicht bewusst. So schafft jeder Mensch stndig blinde Flecken in seiner Wahrnehmung. Auf den Punkt gebracht: Auseinandersetzungen sind oft auf Missverstndnisse und nicht auf gegenstzliche Standpunkte zurckzufhren. Missverstndnisse knnen ihre Ursache darin haben, dass wir nicht aufmerksam zugehrt oder bestimmte Information nicht oder verzerrt wahrgenommen haben. https://www.flickr.com/photos/gogri/3855181622 20. So einfach wie treffend hat dies die franzsische Schriftstellerin Anais Nin (1903-1977) ausgedrckt: Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind. Wir sehen sie so, wie wir sind. Deshalb: Bevor Sie anfangen, sich ber etwas aufzuregen oder zu streiten, sollten Sie prfen, ob nicht vielleicht ein Missverstndnis vorliegt, dass durch eine einfache (Nach-)Frage aus der Welt geschafft werden kann. Anais Nin von Elsa Dorfman. Lizenziert unter CC BY 2.5 ber Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anais_Nin.jpg#/media/File:Anais_Nin.jpg 21. Fragen Sie sich, ob Ihre grundlegenden krperlichen Bedrf- nisse erfllt sind 03 22. Oft haben Konflikte eine ganz banale Ursache! Unser Empnden bzw. unsere Reizbarkeit, sogar unser gesamtes Verhalten, hngt nmlich mageblich von unserer momentanen Verfassung ab. Und diese wiederum wird sehr stark davon beeinflusst, wie gut unsere grundlegenden krperlichen Erfordernisse erfllt sind, vor allem, wie hoch/niedrig unser Zucker- spiegel ist, ob wir ausgeschlafen sind und ob wir gengend frische Luft abbekommen haben. https://www.flickr.com/photos/williamafranklin/2599862613 23. Der Arzt, Kabarettist und Schriftsteller Eckart von Hirschhausen schlgt in seinem Buch Glck kommt selten allein (2009) einen einfachen Schnelltest vor, mit dem wi