Vortrag hehl

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    25-Jan-2015

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<ul><li> 1. Nicht gleich, aber gleich wertvoll ! Inklusion verlangt nach inhaltlicher Umsetzung Auf dem Weg in die inklusive KiTa und Schule 9.Bildungskonferenz in Osterode am Harz Simona Hehl 17. Juni 2011</li></ul> <p> 2. Gliederung des Referats </p> <ul><li>Un- Behindertenrechtskonvention: Folgerungen fr KiTa &amp; Schule </li></ul> <ul><li>Schlsselelemente inklusiver Bildung </li></ul> <ul><li>Weiterentwicklung der Bildungssysteme</li></ul> <p>Simona Hehl 3. Artikel 24 der UN-Konvention: Bildung </p> <ul><li>Verpflichtet die Unterzeichnerstaaten zur Errichtung eines in Bezug auf Menschen mit Behinderungen inklusiven Bildungssystems, indem gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung der Regelfall ist. </li></ul> <p>Simona Hehl 4. Artikel 24: Folgerungen fr die Bildung </p> <ul><li>Gesellschaftliche Anerkennung des Rechts auf Bildung fr alle Kinder mit Behinderung </li></ul> <ul><li>Schaffung eines inklusiven Bildungssystems</li></ul> <ul><li>Realisierung der Bildungsziele in der sich die Fhigkeiten, Persnlichkeiten entfalten knnen sowie die gesellschaftliche Teilhabe gewhrt wird </li></ul> <ul><li>Bereitstellung angemessener, bedarfsgerechter und individueller Untersttzungssysteme </li></ul> <ul><li>Bereitstellung von Lerngelegenheiten zum Erwerb von sozialen Kompetenzen , lebenspraktischen Fhigkeiten und zur Frderung der Kommunikation </li></ul> <ul><li>Schulung von Pdagogen/innen, Lehrkrften und Entwicklung von Lernmaterialien </li></ul> <p>Simona Hehl 5. Artikel 8: Der UN- Konventionen: Bewusstseinsbildung </p> <ul><li>Die Bewusstseinsbildung verweist auf die hohe Bedeutung des Bildungssystems bei der Umsetzung der Inklusion</li></ul> <ul><li>Rolle der Pdagogen/innen und Lehrkrfte </li></ul> <ul><li>Bedeutung gezielter Fortbildungen fr Pdagogen/innen und Lehrkrfte </li></ul> <ul><li>Bedeutung des gemeinsamen Lebens und Lernens von Anfang an </li></ul> <p>Simona Hehl 6. 7. Was bedeutet: Den Kindern gerecht werden? Inklusive Bildung: Strukturelemente </p> <ul><li>Adaptierbarkeit (adaptability)</li></ul> <ul><li>Akzeptabilitit (acceptabilitiy) </li></ul> <ul><li>Zugnglichkeit (access) </li></ul> <ul><li>Verfgbarkeit (availability) </li></ul> <ul><li>(entwickelt von Katharina Tomasevski, Sonderbeauftragte der UN, in den 1990er Jahren) </li></ul> <p>Simona Hehl 8. Bedeutung von Adaptierbarkeit </p> <ul><li>Bildung muss sich an die wandelnden Erfordernisse von Gesellschaften und Gemeinwesen anpassen </li></ul> <ul><li>Bildung muss sich auch den Bedrfnissen des Individuums anpassen denn nicht nur die Erfllung gesellschaftlicher Erfordernisse, sondern auch die freie Entfaltung der Persnlichkeit in ihrer Einzigartigkeit und Einmaligkeit sind das Ziel von Bildung </li></ul> <ul><li>Adaptierbarkeit bedeutet somit, dass unsere Bildungssysteme flexibel sein mssen </li></ul> <p>Simona Hehl 9. Adaptierbarkeit 2 </p> <ul><li><ul><li>Daraus folgt fr Kindertagessttten &amp; Schulen: </li></ul></li></ul> <ul><li>Bildungsplne, Bildungsgnge und Curricula mssen flexibler werden </li></ul> <ul><li>z.B.: durch individuelle Bildungsplne, durch Ergnzung der Basiscurricula, durch gestufte Curricula </li></ul> <ul><li>Die Verantwortung bleibt bei den Pdagogen/innen &amp; Klassenlehrkrften </li></ul> <ul><li>Inklusive Bildung heisst nicht, dass alle immer gemeinsam lernen: Gruppenbildung erfolgen aber nicht pauschal nach Leistung und Behinderungsart </li></ul> <p>Simona Hehl 10. Akzeptabilitt </p> <ul><li>Die Akzeptabilitt von Bildung: </li></ul> <ul><li>Zielt auf den Inhalt und die Form der Bildung ab, die relevant, kulturell angemessen und hochwertig sein soll; </li></ul> <ul><li>Orientiert sich an Bildungszielen, die sich zwar in den Mitgliedsstaaten unterscheiden knnen, fr die die Menschenrechte jedoch den allgemeinen Orientierungsrahmen bilden </li></ul> <p>Simona Hehl 11. Akzeptabilitt 2 </p> <ul><li>Daraus folgt fr Kindertagessttten &amp; Schulen: </li></ul> <ul><li>Die Form muss kulturell angemessen sein, d.h.: inklusive Bildung als Grundprinzip fr Kindertagessttten &amp; Schulen </li></ul> <ul><li>Die Inhalte mssen kulturell angemessen sein, d.h.: relevante Themen, keine vorschnellen Urteile ber Bildungsinteressen </li></ul> <ul><li>Kindertagessttten &amp; Schulen mssen so gestaltet werden, dass jedes Kind seinen individuellen Voraussetzungen gemss gefrdert und unterrichtet werden kann </li></ul> <ul><li>Das Fehlen von Schulabschlssen unterhalb des Frderschulabschlusses lernen ist nicht akzeptabel! </li></ul> <p>Simona Hehl 12. Zugnglichkeit </p> <ul><li>Bedeutung fr Kindertagessttten und Schulen: </li></ul> <ul><li>Fr alle Kinder muss Zugang zu allen Bildungseinrichtungen und Bildungsprogrammen bestehen </li></ul> <ul><li>Diskriminierungsfreie Zugnglichkeit bedeutet, dass das Menschenrecht auf Bildung unverzglich und umfassend verwirklicht werden muss! </li></ul> <p>Simona Hehl 13. Zugnglichkeit 2 </p> <ul><li>Daraus folgt fr Kindertagessttten und Schulen: </li></ul> <ul><li>Die Weiterentwicklung der Elementarpdagogik und schulischen Bildung fr alle Kinder (kein Ausschluss fr Kinder mit hohem Untersttzungsbedarf oder schwierigem Verhalten) </li></ul> <ul><li>Kein Ressourcenvorbehalt</li></ul> <p>Simona Hehl 14. Verfgbarkeit </p> <ul><li>Bedeutung fr Kindertagessttten und Schulen: </li></ul> <ul><li>Um die Verfgbarkeit von Bildung zu gewhrleisten, sind funktionsfhige Bildungseinrichtungen und Curricula notwendig </li></ul> <ul><li>Was fr die Funktionsfhigkeit notwendig ist, hngt von dem Entwicklungskontext ab, indem diese wirksam werden </li></ul> <p>Simona Hehl 15. Verfgbarkeit 2 </p> <ul><li>Derzeitige Situation fr Kindertagessttten und Schulen: </li></ul> <ul><li>Die Funktionsfhigkeit der allgemeinen Kindertagessttten und des allgemeinen Schulsystems sind fr Kinder mit Behinderungen zur Zeit nicht gewhrleistet; diese Funktion bernehmen Sondereinrichtungen und das Frderschulsystem </li></ul> <ul><li>Aufgenommen ins Regelschulsystem werden Kinder, die sich gut anpassen knnen: Kinder aus bildungsinteressierten Elternhusern, Kinder die zielgleich unterrichtet werden und Kinder mit angepasstem Verhalten </li></ul> <p>Simona Hehl 16. In den Bildungseinrichtungen der Zukunft </p> <ul><li>ist Vielfalt eine Bereicherung, </li></ul> <ul><li>arbeiten Erzieher/innen Heilerziehungspfleger/innen, Heilpdagogen/innen und Therapeuten/innen im Team, </li></ul> <ul><li>arbeiten Regelschullehrer/innen, Frderschullehrer/innen, Sonderpdagogen/innen, Schulhelfer/innen und Therapeuten/innen im Team, </li></ul> <ul><li>wird kein Kind beschmt, oder zurckgelassen, durch Reifetests, oder Sitzenbleiben, </li></ul> <ul><li>Ist die Frderung jedes Kindes entsprechend seinen Fhigkeiten die Aufgabe aller. </li></ul> <p> 17. Was es nicht mehr geben darf: </p> <ul><li>Defizit-Diagnostik, um Aussonderung zu begrnden. </li></ul> <ul><li>berweisung von Kindern mit besonderem Frderbedarf in Sondereinrichtungen und an besondere Schulen gegen den Willen der Erziehungsberechtigten </li></ul> <ul><li>Abstimmungen ber die Beteiligung an Kindern mit besonderem Frderbedarf in Kindertagessttten und Schulen am Unterricht </li></ul> <p> 18. Das Bildungssystem trgt die volle Verantwortung dafr, das Recht auf Bildung sicherzustellen Es ist ausgestattet und in der Lage, Vielfalt zu begegnen durch: Flexible Lehr- und Lernmethoden angepasst an verschiedene Bedrfnisse und Lernstile Neuorientierung der Lehrer- Ausbildung Flexibles Curriculum geht auf verschiedene Bedrfnisse ein und ist nicht berladen mit akademischen Inhalten Wertschtzung von Vielfalt Einbindung von Eltern und Gemeinden Frhe Identifikation und Frdermanahmen fr gefhrdete Kinder Flexible Lehrmethoden mit innovativen Anstzen fr Unterrichtsmittel, Ausstattung und den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien An den Bedrfnissen orientierte, kinderfreundliche Umgebung Das gesamte Umfeld beteiligt sich aktiv und aus eigenem Antrieb an der Frderung von Inklusion Quelle: Deutsche UNESCO- Kommission e.V.. 2. Auflage. 2010. S.15. Bildung aus der Perspektive der Inklusion. 19. Auf dem Weg </p> <ul><li> Gewiss: Schonrume muss es geben. Die inklusive Gesellschaft, auf die die Konvention zielt, muss eine Gesellschaft sein, in der, bildhaft gesprochen, auch Nischen, Sofaecken und Ruhezonen existieren. Eine Gesellschaft ohne Schonrume wre eine Horrorvorstelung. Es ist aber nicht einzusehen, dass man einen Teil der Bevlkerung- nmlich Behinderte- pauschal in die Schonrume einweist und den Rest der Bevlkerung davon fernhlt. Dies gilt gerade auch fr das Bildungswesen! </li></ul> <ul><li>(Heiner Bielefeld, bis 2009 Leiter des Instituts fr Menschenrechte, jetzt Professor fr Philosophie in Bamberg) </li></ul> <p> 20. Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit! </p>