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DO 19.11. 2015 | 20.00 UHR KONZERTSAAL ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– SCHLAGZEUG-ENSEMBLE-KONZERT ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– Bernhard Wulff Gesamtleitung und Konzept

Bernhard Wulff Gesamtleitung und Konzept - mh-freiburg.de · Mailänder Scala) an der Scuola Civica in Mailand. Wichtige Anregungen erhielt er bei Meisterkursen von David Friedman,

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  • DO 19.11. 2015 | 20.00 UHR KONZERTSAAL–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

    SCHLAGZEUG-ENSEMBLE-KONZERT–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

    Bernhard Wulff Gesamtleitung und Konzept

  • PADUA ZU BESUCH

    Steve Reich *1936Quartett für 2 Marimbaphone und 2 Vibraphone (2009) Fast | Slow | Fast Art Percussion Ensemble (Conservatorio statale di Musica »C. Pollini« di Padova) : Arrigo Axia, Riccardo Nicolin Vibraphon Marco Buffetti, Carlo Tosato Marimbaphon Massimo Pastore Leitung

    HAPPY BIRTHDAY, PIERREZum 90. Geburtstag von Pierre Boulez

    Pierre Boulez *1925 Mémoriale (… explosante-fixe … Originel) (1985/1993)für Soloflöte und 8 InstrumenteSusanne Hopfer Solo-FlöteKonrad Boemke, Megumi Yano HornJudith Jasmin Hiller, Jos Jonker, Johanna Röhrig ViolineBas Bartels, Augusta Romaskeviciute ViolaSebastian Fritsch Violoncello

    Maurice Ohana 1913 – 1992 Quarte Études Chorégraphiques (1955) Freiburger Schlagzeugensemble: Sho Kubota, Li-Ting Chiu,Nanae Kubo, Yuyoung Jin, Lorenzo D’Erasmo, Kang Jung Sung

    PAUSE

  • Karlheinz Stockhausen 1928 – 2007Gesang der Jünglinge (1955) für elektronische KlängeStudio für Elektronische Musik Alexander Grebtschenko Klangregie

    Karlheinz StockhausenMikrophonie 1 (1964/65) Freiburger Schlagzeugensemble: Torgrim Halse, Yuyoung Jin, Sho Kubota, Franz Lang, Min Tzu Lee, Nagisa ShibataStudio für Elektronische Musik Vasiliki Kourti-Papamoustou KlangregieAlexander Grebtschenko Leitung

  • Mitwirkende:

    Susanne Hopfer Solo-Flöte

    Konrad Boemke, Megumi Yano Horn

    Judith Jasmin Hiller, Jos Jonker, Johanna Röhrig Violine

    Bas Bartels, Augusta Romaskeviciute Viola

    Sebastian Fritsch Violoncello

    Studio für Elektronische Musik Vasiliki Kourti-Papamoustou KlangregieAlexander Grebtschenko Leitung

    Art Percussion Ensemble (Conservatorio statale di Musica »C. Pollini« di Padova) : Arrigo Axia, Marco Buffetti,Riccardo Nicolin, Carlo Tosato Massimo Pastore Leitung

    Freiburger Schlagzeugensemble: Li-Ting Chiu, Lorenzo D’Erasmo, Torgrim Halse, Yuyoung Jin, Nanae Kubo, Sho Kubota, Min Tzu Lee, Franz Lang, Nagisa Shibata, Kang Jung Sung

    Bernhard Wulff Gesamtleitung und Konzept

  • Das Conservatorio statale di Musica »Cesare Pollini« di Padovawurde 1878 gegründet und nach dem Gründungsdirektor, dem Pianisten Cesare Pollini, benannt. In der Folge wurde das Institut von führenden Musikern geleitet, darunter auch vom bedeutenden Komponisten Gian Francesco Malipiero. Das Conservatorio hat einen der besten Konzertsäle Italiens. 1999 erhielt es den Status einer Musikhochschule.

    Freiburg / PaduaSeit 2012 gab es, angeregt durch das Erasmusprogramm ASTAPER der Musikakademie Krakau (Polen), alljährlich eine enge Zusammenar-beit zwischen den Schlagzeugensembles aus Freiburg und Ensembles aus Krakau, Valencia und Padua. Im April 2015 knüpfte das Freiburger Schlagzeug-Ensemble an die Kontakte aus dem Erasmus Intensiv-Projekt ASTAPER der vergangenen 3 Jahre an und besuchte die befreun-dete Schlagzeugklasse und ihren Leiter Professor Massimo Pastore am Conservatorio di Musica in Freiburgs Partnerstadt Padua. Mit dem heutigen Konzert erfolgt der Gegenbesuch der Schlagzeug-klasse aus Padua.

  • ART Percussion Ensemble, Padua wurde von Massimo Pastore gegründet und spielte zahlreiche Konzerte in Italien bei prominenten Festivals und auch im europäischen Aus-land. Es ist eines der aktivsten Schlagzeug-Ensembles in Italienund hat viele wichtige Werke des 20. Jahrhunderts im Repertoire.Das Ensemble wurde zum Internationalen Kammermusikfestival in Portogruaro und nach Bozen im Rahmen der internationalen Percussion Tage eingeladen. 2006 spielte es »Les Noces« von Igor Stravinsky in Padua und 2008 beim Happening »Tag des Hörens«. 2008 wurde das Ensemble von der Royal Danish Academy in Kopen-hagen eingeladen. 2011 veröffentlichte es die Doppel-CD »Light & Dark« mit Original-Musik für Schlagzeug. 2012 spielte die Gruppe mit dem berühmten Solisten Makoto Nakura und wirkte beim Erasmus Projekt ASTAPER in Krakau (Polen) mit. 2015 trat es in der Ex-Novo Konzertsaison in Venedig mit Werken Luigi Nonos auf. Das Ensemble ist auch mit Projekten für junge Zuhörer aktiv. Es entwickelte spezielle Konzepte mit Projekten in Friaul-Julisch Venetien für das »Pentagram for Five«. Die Mitglieder des Ensembles

  • spielen auch mit renommierten Orchestern wie z.B. dem RAI in Turin, der Oper in Rom, dem Orchester von Padua und Venedig, dem Orchestra of Fiesole, dem Regionalorchester der Konservatorien von Veneto und dem Civic Wind Orchestra von Padua. Zuletzt gab das Ensemble Konzerte mit Werken von Xenakis, Stockhausen, Nono und Steve Reich.

    Massimo Pastore wurde 1959 geboren und studierte zunächst an der Musikhochschule Ferrara, später bei Gert Mortensen in Dänemark und bei David Searcy (Pauker der Mailänder Scala) an der Scuola Civica in Mailand. Wichtige Anregungen erhielt er bei Meisterkursen von David Friedman, Birger Sulsbruck und Terry Riley. Seine Konzertaktivitäten führten ihn in alle Welt.

    Seit 1989 ist er Direktor der Nuovo Gruppo Italiano di Percussioni und seit 1992 lehrt er Schlagzeug an der Musikhochschule in Padua.

  • Steve Reich, geboren am 3. Oktober 1936 in New York City, ist ein US-amerikanischer Komponist, der vor allem für den Bereich der Minimal Music bekannt ist und als einer ihrer Pioniere gilt, obwohl er in späteren Werken vom puren minimalistischen Stil Abstand nimmt. »Dieses Stück ist eins der komplexeren aus meiner Feder«, sagt Steve Reich über sein »Mallet Quartet«. Es wechselt

    häufig die Tonart und der Fluss wird oft durch Pausen oder durch neues motivisch-thematisches Material unterbrochen. Die Form ist eine der geläufigsten in der Musikgeschichte: schneller Satz, langsamer Satz, schneller Satz attacca. »Mallet Quartet« war ein Gemeinschaftsauftrag des Southbank Centre, der Carnegie Hall, der Juilliard School, der Cité de la musique und der Kölner Philharmonie / Köln Musik. Das Werk ist dem Schlagzeuger Colin Currie gewidmet.

    Philipp Becker

  • Pierre Boulez Mémoriale (…explosant-fixe… Originel) (1985/1993) für Soloflöte und 8 Instrumente

    1985 bearbeitet Boulez eine Version von »...explosante – fixe...« in Form des Werkes »Mémoriale« für Solo-Flöte, zwei Hörner und sechs Streicher. Es gibt verschiedene Versionen, mit und ohne Elektronik, mit kleinem oder großem Ensemble.

    Die erste Fassung »...explosante – fixe...« schrieb er 1971/72, im Andenken an Strawinsky. Boulez entwickelte daraus eine Reihe vonStücken, darunter eine Hommage an den Flötisten Lawrence Beauregard vom »Ensemble intercontemporain«, der 1985 im Alter von 31 Jahren starb. Es gibt eine Verwandtschaft mit Strawinskys Symphonie für Blasinstrumente und Erinnerungen an Debussy. Boulez konfigurierte die Abschnitte der Komposition als »Ketten-form«. Von Anfang an windet sich in diesem Kammermusikwerk für Soloflöte, zwei Hörner, drei Violinen, zwei Bratschen und Violoncello die Flöte in einer tanzenden Linie und endet oft mit einem Triller, der von einem der zwei Hörner verlängert wird. In einer Dämmerung, flüchtig, funkelnd.

    Yuyoung Jin

  • Susanne Hopfer (Soloflöte) erhielt ihren ersten Querflö-tenunterricht bei Carin Levi-ne. Ihr Studium begann sie bei Renate Greiss-Armin in Karlsruhe und setzte es als Stipendiatin in der Klasse von Peter-Lukas Graf an der Musikakademie Basel fort, wo sie mit dem Konzert-reife-Diplom abschloss. Es folgten weitere Studien bei André Jaunet in Zürich und bei Aurèle Nicolet in Basel. 1991 wurde sie Flötistin der »Deutschen Bachsolisten«,

    mit denen sie solistisch in vielen europäischen und japanischen Konzertsälen auftrat. Darüber hinaus konzertierte sie mit Kammer-orchestern wie dem Rheinischen Kammerorchester, der Kremerata Baltica oder den Amsterdam Mozart Players. Für NAMI-Records sowie für den japanischen Fernsehsender NHK spielte sie Werke von Johann Sebastian Bach ein.

  • Maurice Ohana war ein französischer Komponist marokkanischer Herkunft.Ohana studierte zunächst Architektur, bevor er einemusikalische Laufbahn einschlug. Er schrieb verschiedene Instrumental-konzerte, darunter ein Gitarren-, ein Trompeten-konzert und ein Konzert für zwei Klaviere, Schlagzeug und Orchester sowie Ballettmusiken, Opern und Filmmusik. Der Musikwissenschaftler Harry Halbreich charakte-

    risierte Ohanas künstleri-sches Schaffen und dessen musikgeschichtliche Stellung 1997 mit folgenden Worten:

    »Die Tatsache, dass Maurice Ohana einer der größten Komponisten dieses Jahrhunderts war, scheint eines der bestgehüteten Geheimnisse unseres Musiklebens zu sein.«

    »Die größte Lektion von Musik habe ich nicht von Musikern aufgenommen, sondern tatsächlich vom Meer, dem Wind, dem Regen, der auf die Bläter der Bäume fällt, durch das Licht und selbst die Betrachtung von Landschaften…«

    Maurice Ohana

    Die » Quatre Études Chorégraphiques« für Tänzerin und 4 Schlag-zeuger wurden 1955 durch den NDR Hamburg in Auftrag gegeben und bald darauf für »Les Percussions de Strasbourg« als Sextett erweitert. Die 4 stark kontrastierenden Sätze sind streng durchkomponiert und bilden »4 Universien musikalischer Klangfarben«.

  • Neben dem großen Kompositions-Pionier Edgar Varèse und dessenIONISATION für Schlagzeugorchester, schuf Ohana mit seinen »Quarte Études Chorégraphiques« ein weiteres für die Schlagzeug-literatur maßstabsetzendes Werk, indem er den Fell-, Holz- und Metallinstrumenten, die ursprünglich aus außereuropäischen Traditionen stammen, neue Ausdrucksmöglichkeiten schuf.

    Lorenzo D’Erasmo

    Karlheinz StockhausenGesang der Jünglinge im Feuerofen, ein frühes Meisterwerk der elektronischen Musik, entstand 1955 im Studio für Elektronische Musik am Westdeutschen Rund-funk in Köln. Von besonderer Bedeutung war insbesonders die Synthese von elektronischen/synthetischen Klängen mit der menschlichen Stimme, also mit gesungenen/natür-lichen Klängen. Es wird damit oft als erste erfolg-

    reiche Verknüpfung der zur damaligen Zeit in Deutschland rein elektronisch erzeugten Musik und der in Frankreich entstandenen Musique concrète gesehen. Zur Klangerzeugung werden Sinus- und Impulsgeneratoren und mit Tonbandtechnik nachbearbeitete Knaben-stimmen verwendet. Das Werk verarbeitet ein biblisches Thema aus dem Buch Daniel. Der Grad der Textverständlichkeit der nachbe-arbeiteten Gesangspassagen wird als kompositorischer Parameter verwendet. Es ist ein frühes Beispiel für die Momentform.

  • Mikrophonie 1 (1964) wurde für insgesamt sechs Instrumentalisten komponiert. Zwei Spieler agieren als aktive Klangerzeuger an einem Tam-Tam, zwei Spieler bedienen Mikrophone und unterstützen die ersten Spieler und verstärken deren Aktionen am Tam –Tam, zwei weitere regeln und filtern das Resultat der Mikrophone. Die Musiker sind in zwei Trios, aufgeteilt, mit je einem Klangerzeuger, einem Mikrophonist und einem Regler. Diese beiden Trios spielen jeweils einen von insgesamt 33 Abschnitten und geben zu einem in der Partitur vorgegebenen Zeitpunkt der anderen Gruppe den Einsatz mit einem neuen Abschnitt zu beginnen. So entsteht ein Wechselspiel aus zwei Klangwelten, die sich unterstützen, neutralisieren oder gegenseitig zerstören können.»Mikrophonie 1« ist eine Synthese von Instrumentalmusik und Elektronischer Musik. Ein akustischer Klang wird von einem Spieler am Tam-Tam produziert und gleichzeitig durch die Mikrophone analog zur optischen »Mikroskopie« in einer »Mikrophonie« und durch Filter/Regler elektronisch verändert. Alle Stimmen sind genau auskomponiert.Zu den Proben: Zur Einstudierung eines solchen Werkes gehört nicht nur konventionelle Probenarbeit. Jeder Abschnitt wird nur mit Adjektiven (z.B. piepsend-knackend, winselnd-jaulend) beschrieben. Für diese Adjektive muss nun der Interpret einen passenden Gegen-stand oder ein passendes Instrument erforschen, mit welchem man das geforderte Resultat erzeugen kann. Die Probenarbeit beginnt zunächst mit einem Besuch auf dem Schrottplatz, im Baumarkt oder in einem Spielzeugladen, dann erarbeiten, experimentieren, erforschen zunächst die beiden »Klangerzeuger« am Tam-Tam ihre Version mit neuen Spieltechniken. Später kommen die beiden »Mikrophonierer« hinzu und erst danach kommt die elektronische Veränderung.

    Franz Lang

  • Ausschnitt aus »Mikrophonie 1«

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