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Meiner Meinung nach Fonds · PDF file Nr. 143, 29. KW, 22.07.2011, Seite 1 Meiner Meinung nach Die Welt ist im Goldrausch. Niemals zuvor war das gelbe Metall so teuer wie derzeit

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  • Nr. 143, 29. KW, 22.07.2011, Seite 1

    Meiner Meinung nach… Die Welt ist im Goldrausch. Niemals zuvor war das gelbe Metall so teuer wie derzeit. Aktuell kostet eine Unze 1.600 Dollar. Die Bild-Zeitung schreit ihre Leser mit der Schlagzeile auf Seite eins an: „Die ersten schürfen schon in unseren Flüssen! Wo finde ich in Deutschland noch Gold?“ Also ab mit der Pfanne an Rhein und Ruhr und reich werden! Doch halt! So einfach wie am Yukon wird das nicht. Wer nicht zufällig einen Goldzahn findet, wird sich wund schürfen und am Ende doch nicht mehr als einen Gegenwert von ein paar Cent aus dem Fluss waschen. Gold scheint die Nerven der verunsicherten Sparer zu beruhigen. Dass es keine Zin- sen bringt und teuer ist, vergessen die Käufer dabei. Verluste sind nicht unwahr- scheinlich. Auch beim Edelmetall geht es nicht endlos nach oben. Sollten die Zinsen wieder steigen, dürfte der Preis fallen. Wenn MPC-Chef Alexander Betz während der „Immobilienrunde“ des wmd- brokerchannel sagt: „Ich wundere mich, dass so viele Anleger in Gold und Eigen- tumswohnungen investieren. Der geschlossene Fonds ist doch ein viel sinnhafteres Investment.“ - dann verfolgt er damit natürlich eigene Interessen. Er will den Umsatz seiner Angebote ankurbeln. Komplett von der Hand zu weisen ist sein Einwand jedoch nicht. Vor allem geschlos- sene Immobilienfonds haben sich tatsächlich als sinnvolle Ergänzung im Portfolio erwiesen. Wie erfolgreich sich frühere Angebote entwickelt haben, belegen auch die anderen Diskussionsteilnehmer Michael Ruhl von der Deutschen Fonds Holding und Andreas Heibrock von der Real I.S. mit Zahlen. Einig sind sich die Anbieter aber auch in ihrer Einschätzung, dass der Markt nicht nur aus tadellosen Anbietern besteht. Für den Laien sind die oft zweifelhaften Konzepte nur schwer zu erkennen. Zumal die fragwürdigen Initiatoren oft Analysen und Rating- ergebnisse vorlegen, die das angeblich professionelle, seriöse Angebot bestätigen. Das dürfte sich ändern. Davon zumindest geht Helmut Knepel aus, auch wenn dem Vorstandssprecher der Feri EuroRating Services AG die geplante Regulierung der Ratingagenturen nicht weit genug geht. Knepel sagt im Fondsbrief-Interview auch, dass „ein Rating keine Versicherung ist, sondern eine Meinungsäußerung, um mehr Transparenz zu schaffen und Informationen in einer einfachen Form zur Verfügung zu stellen, die man sich als einzelner Investor so alleine nicht beschaffen kann.“ Nun denn,

    Nr. 143 29.KW/ 22.07.2011 ISSN 1860-6369 kostenlos per E-Mail

    Inhaltsverzeichnis

    Editorial 1

    Fonds-Check: Paribus mit 25-Jahre-Mieter-Fonds

    2

    Luxusmeilen: Deutschland hat Aufholpotenzial

    2

    Fonds-Check: FHH baut neues Viertel in Freiburg

    4

    Fonds-Check: Chorus- Energy: Alles ist erlaubt

    8

    Immobilienrunde: Lieber keine Experimente

    18

    Im Gespräch: Helmut Knepel, Feri-Vorstand

    21

    Personalia 22

    Recht einfach 23

    Impressum 23

    Steuern: Wenn der Betriebsprüfer klingelt

    12

    Viel Spaß beim Lesen Markus Gotzi Chefredakteur Der Fondsbrief

  • Nr. 143, 29. KW, 22.07.2011, Seite 2

    Luxusmeilen

    London am teuersten

    Der Markt für Luxusgüter hat die Finanzkrise schneller als erwartet hinter sich gelassen. Dieses Fazit zieht der inter- nationale Immobilienberater Jones LangLaSalle in seiner Studie zur Präsenz von Lu- xusanbietern in Europas wichtigsten Metropolen. Dar- in hat das Unternehmen 100 Luxuslabels in mehr als 20 Großstädten untersucht. Demnach sind Paris, London und Mailand die Top-3- Städte mit der höchsten Dichte an Edel-Shops, die in der Regel an den teuersten Standorten zu finden sind. Die höchsten Ladenmieten werden in der Londoner New Bond Street erzielt. Hier kos- tet ein Quadratmeter Laden- fläche bis zu 7.900 Euro im Jahr. In der Pariser Avenue Montaigne sind 7.500 Euro fällig. Günstiger sind die Mieten in Deutschland. Auf den Luxusmeilen in Berlin, Frankfurt und Düsseldorf liegen sie in einer Bandbreite zwischen 2.000 und 3.000 Euro jährlich. Jones Lang LaSalle sieht Deutschland daher als günsti- ges Expansionsziel. „Wir beobachten seit Anfang 2010 viele Neuzugänge und auf- wändige Renovierungen“, sagt Doris von Muschwitz, Leiterin Einzelhandelsver- mietung Deutschland. Die höchste Präsent weist mit mehr als 40 Standorten in Europa Hugo Boss auf. Max Mara ist ebenfalls über- durchschnittlich oft vertreten. Mindestens 25 Shops in Eu- ropa haben Burberry, Car- tier, Escada, Gucci, Louis Vuitton und Prada.

    Fonds-Check Mieter gleicht schwachen Standort aus Kreis Pinneberg mietet 25 Jahre lang Fondsimmobilie von Paribus Der Hamburger Fondsinitiator Paribus investiert gerne in Immobilien rund um seinen Stammsitz. Beteiligten sich Anleger mit dem Vorgängerfonds an Gebäuden in den Stadtteilen Blankenese und Winterhude, setzen Zeichner des aktuellen Angebots auf das nördlich gelegene Elmshorn. Nicht gerade ein Standort, der Begeisterung aus- löst. Das gelingt schon eher dem Mieter. Rund 90 Prozent der Fläche sind an die Kreisverwaltung Pinneberg vermietet, und zwar 25 Jahre lang. Objekt: Das Gebäude mit gut 16.000 Quadratmetern Nutzfläche wurde Ende der 90er Jahre fertig gestellt und wird derzeit modernisiert. Voraussichtlich im September dieses Jahres werden die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. Die Kosten dafür liegen bei rund 200 Euro pro Quadratme- ter. Bislang wurde die Immobilie von der Fir- ma Talkline genutzt, ein Unternehmen der Telekommunikations- branche. Die Immobi- lie kostete rund 23 Millionen Euro, das sind umgerechnet 1.424 Euro pro Quad- ratmeter – ein ange- messener Preis. Bezo- gen auf die Jahresmie- te bedeutet das einen Faktor von rund 15. Nach der Sanierung bleibt der Kreis Pinneberg 25 Jahre im Fondsobjekt. Standort: Auch wenn der Fonds das im Prospekt suggeriert – Elmshorn ist nicht Hamburg. Die Stadt hat knapp 50.000 Einwohner und immerhin einige bekannte Un- ternehmen: Kölln Haferflocken, Kraft Foods und Teppich Kibek. Dazu das Petrounternehmen Tamoil, eine Firma unter dem Dach des niederländischen Kon- zerns Oilinvest, der wiederum vom Gaddafi-Klan kontrolliert wird. Nicht gerade eine tolle Werbung für die Stadt. Egal, im gehobenen Segment sind in Elmshorn bis zu 8,50 Euro pro Quadratmeter Bürofläche angemessen. Mieter: Das wichtigste Argument für den Fonds. Der Kreis Pinneberg mietet rund 14.300 Quadratmeter und 275 Stellplätze, und das 25 Jahre lang. Die Miete liegt bei 7,85 Euro und steigt jedes Jahr um 1,5 Prozent. Knapp 1.900 Quadratmeter Bü- ros und 40 Stellplätze müssen erst noch renoviert werden und sind noch nicht verge- ben. Hierfür hat der Verkäufer vier Jahre lang eine Garantie über acht Euro pro Quadratmeter abgegeben. Der Betrag wird auf ein Notaranderkonto hinterlegt und steht somit auch bei einer eventuellen Insolvenz des Garantiegebers zur Verfügung. Sollte der Fonds nach Ablauf der vier Jahre keine Einnahmen aus diesen Flächen haben, wären dennoch Auszahlungen von jährlich 4,5 Prozent möglich. Ein überschaubares Risiko also. Kalkulation: Die Gesamtinvestition ist 28,8 Millionen Euro schwer. Anleger beteiligen sich mit insgesamt 16,3 Millionen Euro inklusive Agio daran. Das Darlehen über 12,5 Millionen Euro verzinst sich zehn Jahre lang zu 4,08 Prozent. Konditionen, die nur durch ein Damnum in Höhe von fünf Prozent möglich sind. Die Tilgung ist mager: Sie beginnt erst 2016 und auch dann erst bei 0,5 Prozent. Bei der Anschlussfinanzierung rechnet der Initiator mit Zinsen von 5,5 Prozent.

  • Nr. 143, 29. KW, 22.07.2011, Seite 3

    Real I.S.

    Hamburg platziert

    Bayern-LB-Landestochter Real I.S. hat ihren Deutsch- landfonds 22 geschlossen. Das Angebot mit einem Ge- samtvolumen von 65 Millio- nen Euro finanziert zwei Bürogebäude in Hamburg. Beide sind langfristig an die Stadt Hamburg vermietet - offenbar ein schlagendes Argument für den Fonds. Aktuell vertreibt Real I.S. einen Fonds, der das Ein- kaufszentrum „Hamburger Meile“ ebenfalls in der Han- sestadt finanziert, und seinen siebten Australien-Fonds.

    Gewinn-Szenario: Sind alle Ausgaben beglichen, bleiben Anlegern Ausschüttungen von anfänglich 5,5 Prozent, die auf sechs Prozent steigen. Bei einer prognostizierten Laufzeit von elfeinhalb Jahren machen Anleger ein Plus von knapp 56 Prozent vor Steuern. Dabei geht Paribus davon aus, dass ein Käufer gut das 15-fache der dann gültigen Miete zahlt. Der Mietvertrag hat dann noch eine Restlaufzeit von 14 Jahren. Daher erscheint das Szenario nicht unwahrscheinlich. Weiche Kosten: Alles im üblichen Rahmen: Bezogen auf die Gesamtinvestition ma- chen die typischen Positionen rund neun Prozent aus, im Verhältnis zum Eigenkapital inklusive Agio rund 16 Prozent. Anbieter: Paribus hat mit seinem Eisenbahnfonds dem Markt ein neues Asset verliehen. Die Immobilienfonds des Anbieters sind in der Regel sauber kalkuliert, laufen aber noch zu kurz für eine aussagefähige Leistungsbilanz. Verantwortlich für die Fonds sind Christoph Schröder als Partner und Geschäftsführer, Thomas Böcher, vorher Norddeutsche Vermögen, und Joachim Schmarbeck, zuvor bei Wölbern Invest. Steuern: Anleger erzielen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Das Ergebnis reduziert sich bei Anlegern mit Höchststeuersatz auf rund 49 Prozent. Meiner Meinung nach... Mietvertrag über 25 Jahre mit einem staatlichen Nutzer – mehr dürfte potenzielle Zeichner nicht interessieren. Der Standort ist höchstens zweit- klassig. Doch zum Zeitpunkt der gep

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