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RISIKO LIEFERKETTE Belastbares Netzwerk schaffen 26 PREISVERHANDLUNGEN Kosten sind kein Argument 36 ADE GUSS, WILLKOMMEN 3D Ersatzteile aus der Laserkammer 60 Einkaufsführer 14 KNICKARM- ROBOTER KOSTEN OPTIMIEREN, QUALITÄT SICHERN Juni VKZ 67503 www.technikund einkauf.de 03 2016

KNICKARM- ROBOTER

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  • RISIKO LIEFERKETTE Belastbares Netzwerk schaff en 26

    PREISVERHANDLUNGEN Kosten sind kein Argument 36

    ADE GUSS, WILLKOMMEN 3DErsatzteile aus der Laserkammer 60

    Einkaufsfhrer 14

    KNICKARM-ROBOTER

    KOSTEN OPTIMIEREN, QUALITT SICHERN

    JuniVKZ 67503

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    032016

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  • 03 / 2016 3

    EDITORIAL

    Durch Schaden wird man klug Fragile Lieferketten sichern

    D as Erdbeben in Japan, das im April verheerende Zerstrung brachte, hat es wieder gezeigt: Naturka-tastrophen knnen jederzeit sicher geglaubte Lie-ferketten massiv beeintrchtigen. Der Einsturz von Montagewerken und Fabriken in Kumamoto war folgenreich. Zahlreiche Automobilhersteller mussten vorbergehend ihre Werke in Japan schlieen, deutsche Unternehmen waren ge-zwungen sich in krzester Zeit alternative Lieferanten zu suchen (mehr dazu auf Seite 36).

    Ob verheerende Unflle, Folgen von Wirtschaft skrisen, poli-tische Hahnenkmpfe oder unvorhersehbare Naturkatastrophen unsere globalen Lieferketten sind stranfllig und die Risiken nehmen zu. Im diesjhrigen Global Risk Report des Weltwirt-schaft sforums fhren unkontrollierte Flchtlingsstrme und Umweltrisiken die Rangliste der aktuellen Gefhrdungen an. Als potenziell folgenschwerstes Risiko fr die Zukunft wurde ein globales Versagen der Klimapolitik eingeschtzt.

    Durch die Globalisierung ist die Welt nher zusammenge-rckt, die Zusammenhnge zwischen den negativen Auswirkun-gen auf die Lieferketten verstrken sich. Damit geben sie dem Risikomanagement, nicht nur im Einkauf, eine ganz neue Di-mension. Das sollte bei jedem Unternehmensleiter im Bewusst-sein ankommen, denn ohne dieses Bewusstsein knnen selbst die raffi niertesten Prventivmanahmen nicht greifen. Denn Risikomanagement muss gelebt werden. Fehlt deren Akzeptanz, ist diese Aufgabe nichts weiter als eine ungeliebte Mehrarbeit.

    Und Risiko ist nicht gleich Risiko: Wer in seinem Unterneh-men ein entsprechendes System installieren will, muss sich vorab Gedanken machen, welche Risikobereitschaft im Unternehmen vorherrscht. Erst mit diesem Wissen knnen wirksame Strategi-en erarbeitet werden und ein plausibles, praktikables und funkti-onierendes Risikomanagement im Einkauf positioniert werden. Das sind die Hausaufgaben, die Unternehmen und ihre Ein-kaufsabteilungen jetzt zu machen haben, damit bei Ihnen die Fertigung nie zum Stillstand kommt!

    Roboter triff t FTSYaskawa und Clearpath haben gemeinsam ein mobiles System zur Maschinenbeschickung entwickelt. Der Roboter navigiert anhand bestehender rumlicher Gegebenheiten.

    Kathrin Irmer, Verantw. Redakteurin, [email protected]

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    EDITORIAL

    TuE_2016_03_03_Editorial.indd 3TuE_2016_03_03_Editorial.indd 3 24.05.2016 14:33:2324.05.2016 14:33:23

  • 4 03 / 2016

    INHALT

    MAGAZIN

    06 Markt & Technik aktuellNachrichten von Unternehmen und Mrkten

    12 RohstoffpreiseEntwicklungen am Rohstoffmarkt

    EINKAUFSFHRER

    14 Einkaufsfhrer: KnickarmroboterWas muss beim Einkauf von knickarmrobotern beachtet werden?

    TECHNIK+EINKAUF IM DIALOG

    18 Gemeinsam an einem Strang ziehenBei Bizerba machen sich Einkauf und Entwicklung ge-meinsam auf die Suche nach neuen Partnern

    TECHNIK-TREND

    22 Mensch und Roboter im gemeinsamen ArbeitsraumSichere Mensch-Maschinen-Kollaboration

    TECHNIK-TIPP

    24 Wenn es im Schaltschrank funktRFID-Sensoren warnen frhzeitig vor Brandgefahren

    EINKAUF

    26 Risiko Lieferkette: Belastbares Netzwerk ist ein MussWie Unternehmen nach dem Erdbeben in Japan die Krise managen

    28 Risiken managen ist ein MussSCR-Management bei Husqvarna

    30 Einkauf & RechtEine neue Explosionsschutz-Richtlinie ist in Kraft getreten, die sich auch auf Importe auswirkt

    32 Wir wollen nicht billigInterview mit Arthur Kopp, Bereichsleiter Material-wirtschaft bei Arburg

    34 Beschaffungunterm HalbmondHohe Einkaufspotenziale in Vorderasien

    36 Kosten sind kein ArgumentWie Sie sich auf Preisverhandlungen bestens vorbereiten knnen

    38 In der Lernfabrik: Erlebbare WertschpfungProzessuale und digitale vernderungen praktisch simulieren

    40 Process Mining im EinkaufInnovative Big-Data-Technologie verhilft zu effizientren Prozessen

    42 Savings die falsche Mazahl fr den ErfolgZielsetzung fr Einkaufsverhandlungen berdenken

    44 Kunden wollen nicht warten, um zu lesenDigitale Medien gewinnen den Wettlauf um den Leser

    MESSEN

    46 Automatica 2016: Integrated Assembly SolutionsKomponenten, Module, Komplettanlagen fr alle Produktionsbereiche

    47 Neue Produkte auf der Automatica

    TECHNIK

    48 Marktbersicht: I niet youNietmaschinen-Hersteller integrieren Tools zur Prozesskontrolle und Qualittssicherung

    3214

    INHALT

    TuE_2016_03_04_Inhalt.indd 4TuE_2016_03_04_Inhalt.indd 4 24.05.2016 14:39:2024.05.2016 14:39:20

  • 52 Intelligente AntriebssystemeNeuentwicklungen von der Hannover Messe 2016

    54 Die Prinzipien von Industrie 4.0 praktisch umsetzenDas Konzept des Connected Enterprise in der Produktion

    56 Wenn der Platz im Schaltschrank begrenzt istSichere Stillstandsberwachung mit PSRmotion

    58 So lassen sich Fehler bei der Betriebseinrichtung ver-meiden3-D-Brille bringt Planungssicherheit bei der Ausstattung neuer Betriebssttten

    60 Ade Guss, willkommen 3DErsatzteile aus der Laserkammer

    62 Sind Przisionswerkzeuge reine Wegwerfartikel?Mehrmalige Verwendung spart bis zu 85 % an Werkzeug-kosten

    64 Bohrzeit und Standweg optimiertErfolgreich bohren trotz erschwerter Bedingungen

    66 Titan schneller zerspanenDie Herausforderung neuer Werkstoffe

    68 Warehouse Management: Interne Logistik optimierenDen Spagat zwischen Bestandskosten und Lieferfhigkeit bewltigen

    70 Intelligent automatisiertTablarlager fr Rder zur Produktionsversorgung von Por-sche in Leipzig

    48 60

    JUNI03-2016

    www.technikundeinkauf.de

    SERVICE

    79 Markt und Kontakt82 Inserenten/Impressum83 Cartoon

    AMBHalle 1 Stand G32Besuchen Sie uns!

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  • 6 03 / 2016

    MARKT & TECHNIK AKTUELL

    AKTUELL

    Industrie 4.0 im Einkauf in vier Dimensionen

    Der digitale Strukturwandel der Industrie wird ohne den Einkauf nicht erfolgreich sein. Allerdings gehen die Meinun-gen ber dessen Rolle weit auseinander. Sie reichen von aktiver Treiber bis lediglich Untersttzer. Deshalb muss sich der Einkauf strker in die Diskussion um Industrie 4.0 einschalten. Als Innovationsscout und Experte fr Technolo-gie und Management fi ndet er dann auch Gehr. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie Digitalisierung des Einkaufs

    Studie zur Digitalisierung des Einkaufs

    Einkauf kann Fhrungsrolle bernehmen

    Einkauf 4.0, die das Fraunhofer-Institut fr Materialfl uss und Logistik IML und der Bundesverband Materialwirt-schaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) verff entlicht haben. Zwischen August 2015 und April 2016 waren insgesamt 25 Einkaufsleiter und CPOs namhafter Industrieunternehmen sowie Vertreter von zwei Hochschulen befragt worden. Das Internet der Dinge bietet dem Einkauf enorme Chancen. Er kann als zentrale Schnittstelle zu internen und externen Partnern in der Wertschpfungskette Industrie 4.0 den Weg ebnen, sagte Prof. Dr. Michael Henke, Institutsleiter des Fraunhofer IML. Das Neue daran sei die digitale Vernetzung von Technologien und Menschen ber Unternehmensgren-zen hinweg. Und genau hier wrde der Einkauf zum Schritt-macher dieses Prozesses. Seine Erfahrung helfe ihm, die neue Qualitt in der Zusammenarbeit zwischen verschiede-nen Firmen erfolgreich durchzusetzen.

    Pfl itschNchste Unternehmer-Generation startet

    Andreas Helget 1 wurde zum neuen CEO der Deutschlandzentrale von Yokogawa ernannt. In dieser Funktion verantwortet er die Geschftsbereiche Industrielle Auto-

    matisierung am Hauptstandort in Ratingen, die Test- und Messtechnik in Herrsching

    sowie die drei Customer Centric Offi ces in Deutschland.

    Rainer Hundsdrfer, 2 CEO der ebm-papst Gruppe, hat den Technologiefhrer fr Ventilatoren und Antriebe verlassen. Grund sind unterschiedliche Auff assungen ber

    die knftige Unternehmensfhrung. Hundsdrfer hat in seiner Amtszeit die Position

    von ebm-papst als globaler Innovationstreiber weiter gestrkt und auf ein Umsatzni-

    veau von rund 1,7 Mrd Euro gehoben.

    Andreas Nauen 3 bernahm am 1. Juni 2016 die Geschftsfhrung der KTR-Gruppe. Der frhere Vorstandsvorsitzende der Senvion GmbH lste damit Prof. Dr.

    Josef Gerstner ab, der sich nach neun Jahren an der KTR-Spitze aus dem operati-

    ven Geschft zurckzog.

    Eberhard Veit 4 wurde in den Verwaltungsrat der Wagner International AG, der Holding aller Wagner Unternehmen, gewhlt. Der langjhrige Vorstandsvorsitzende

    der Festo-Unternehmensgruppe wird sich den Chancen der Digitalisierung der Wirt-

    schaft und ihrer Umsetzung widmen.

    Personen1

    2

    3

    4

    Zwei Neff en des bisherigen Geschfts-fhrers Harald Pfl itsch sind zu geschfts-fhrenden Gesellschaftern berufen wor-den: Roland Lenzing und Mathias Stendtke. Der bisherige Geschftsfhrer scheidet nach langer Ttigkeit aus dem Unternehmen aus. Er hat das Unterneh-men zur heutigen Gre mit 250 Mitar-beitern aufgebaut und zum Spezialisten fr die moderne Kabelfhrung geformt. Neue Projekte gibt es auch: Zurzeit wird ein neues, automatisches Kleinteilelager fr Kabelverschraubungen gebaut.

    Bild:

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  • MARKT & TECHNIK AKTUELL

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    05

    Pool4Tool / Kloepfel ConsultGemeinsame Initiative zum digitalen EinkaufDie Supply Collaboration-Plattform Pool4Tool und die Einkaufsprofi s der Kloepfel Unternehmensgruppe haben ein umfangreiches Kooperations-Paket beschlossen, um den Einkauf im Mittel-stand in Rekordzeit zu digitalisieren. Auf der einen Seite knnen Einkufer mit Pool4Tool tatschlich alle Prozesse eines modernen, materialgruppenspe-zifi schen Einkaufs in Kombination mit allen Funktionen eines operativen Ein-kaufs abbilden. Andererseits ermglicht der mit dem Innovationspreis IT gewr-digte Kloepfel Einkaufs-Tracker den Ein-kufern, ihren Einkauf minutenaktuell zu analysieren und auf Savingpotenzia-le, Chancen, Risiken und andere Auff l-ligkeiten hin zu untersuchen. Thomas Dieringer, CEO von Pool4Tool: Gemein-sam mit Kloepfel knnen wir den Ein-kauf in wenigen Wochen digitalisieren und von Excel befreien. Chefeinkufer sehen zahlreiche Vorteile fr ihre Abtei-lungen, die durch die Digitalisierung entstehen knnten: bessere Vernet-zung mit Lieferanten, hohe Datentrans-parenz, schnellere Prozessgeschwin-digkeiten oder auch die Senkung von Prozesskosten.Eine aktuelle Kompetenzentwicklungs-studie der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften zeigt, dass nur 23 % der deutschen Unternehmen Aus- und Weiterbildungsprogramme zur digi-talen Transformation nutzen. Duran Sari-kaya, Geschftsfhrer der Kloepfel Grup-pe, stellt fest, Daher haben wir mit Pool4Tool ein Webinar-Programm ent-wickelt, um Einkufer beispielsweise in digitalen Lieferantenmanagement, Ein-kaufscontrolling 4.0, Datensicherheit und KPI-Management fi t zu machen.

    VDMA-Umfrage zur ProduktpiraterieMilliarden-Schaden fr deutsche Unternehmen

    70 % der Unternehmen sind von Produkt- oder Marken-piraterie betroff en. Der geschtzte Schaden fr den deut-schen Maschinen- und Anlagenbau betrgt 7,3 Mrd Euro jhrlich. Das bedeutet nach dem Hchststand von 7,9 Mrd Euro im Umsatzjahr 2013 nun einen Rckgang um geschtzte 600 Mio Euro fr das abgelaufene Jahr 2015. Ein Umsatz in der Schadenshhe wrde der Bran-che knapp 34 000 Arbeitspltze sichern. Neben Umsatz-verlust und Verlust von Arbeitspltzen sind in den betrof-fenen Unternehmen monetr schwer zu bewertende

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    .deFolgen festzustellen, zum Beispiel Imageverlust, Verlust des Marktvorsprungs oder ungerechtfertigte Regressan-forderungen. Den deutschen Behrden und Messegesell-schaften wird insgesamt gute Arbeit bescheinigt, welt-weit besteht jedoch noch dringender Verbesserungsbe-darf. Die bisherigen Aktivitten vor Ort in den typischen Plagiatslndern reichen nicht annhernd aus, um die Unternehmen adquat im Kampf gegen Plagiate zu un-tersttzen. Die Volksrepublik China ist, nach einem Rck-gang in der letzten Umfrage, bei den Nennungen der

    Unternehmen als Herstellungsland auf einen neuen Hchstwert von 83 % geklettert, ein Zuwachs um 11 Pro-zent. Dieser unrhmliche Rekord zeigt die unverminderte Notwendigkeit, gegen Produktpiraterie vorzugehen.

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  • 03 / 2016

    MARKT & TECHNIK AKTUELL

    Aus den Unternehmen

    AmCham Germany Business BarometerUS-Firmen in Deutschland 2016 wieder in Investitionsstimmung

    Die amerikanischen Unternehmen in Deutschland sind optimistisch: Sie erwarten fr 2016 voraussichtlich ein berdurchschnittliches Umsatzwachstum. Ebenso geht ber ein Drittel der befragten Firmen davon aus, dass die Anzahl der Beschftigten und die Investitionen steigen werden. Aber der digitale Wandel bedeutet auch fr viele amerikanische Unternehmen noch einen deutlichen Kraftakt. Zwar sehen sich 88 % der US-Firmen bei ihren Arbeitsprozessen gut oder sehr gut aufgestellt, bei der Entwicklung der Mitarbeiter gibt es allerdings noch Nachholbedarf. Das Vertrauen der amerikanischen Inves-toren, dass Deutschland die digitale Transformation auch im Bereich der Arbeit gelingt, ist gro. Allerdings sehen fast drei Viertel der Befragten die Bundesregierung in der Pfl icht, den Prozess noch strker politisch zu gestalten.

    StudieFertigungsindustrie verschenkt hohe Umsatzpotenziale

    In vielen Fertigungsunternehmen ist das Management der Lieferketten (Supply Chains) nicht mit der generel-len Geschftsstrategie abgestimmt. Zu diesem Fazit kommt die Studie Supply Chain Organisation in der dis-kreten Fertigung der Managementberatung CAMELOT Management Consultants. Divergierende Ziele von Supply Chain Management, Einkauf, Produktion und Vertrieb fhren immer noch zu unntigen Reibungsverlusten.

    VDMAWeltmaschinenumsatz 2015: Neues Rekordniveau erreicht

    Nach Schtzungen der VDMA-Volkswirte stieg der globale Maschinenumsatz (ohne Serviceleistungen) 2015 um no-minal 10 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 2 570 Mrd Euro. Um Whrungs- und Preiseff ekte bereinigt, stagnierte der Weltumsatz allerdings. Der deutsche Ma-schinenbau konnte seinen dritten Platz im Weltranking mit einem Gesamtumsatz von 260 Mrd Euro verteidigen. (Berechnungsbasis sind alle Unternehmen, auch mit we-niger als 50 Beschftigten). China (983 Mrd Euro) ist mit Abstand grter Maschinenproduzent, gefolgt von den Vereinigten Staaten (368 Mrd Euro). Japan reiht sich mit 234 Mrd Euro auf Platz vier ein. Das Umsatzvolumen der in China ansssigen Unternehmen ist nur geringfgig niedri-ger als das Volumen von EU und USA zusammen. Das Bild wurde 2015 in besonderem Mae durch Wechselkursver-nderungen gegenber dem Euro teils krftig verzerrt.

    Industrie 4.0 hat PotenzialIndustrie 4.0 bietet im Jahr 2030 Potenzial fr weltwei-ten Mehrwert in Hhe von 1,4 Mrd US-Dollar, so eine Oliver Wyman Studie. Die hchsten Zugewinne locken auerhalb der Produktion.

    Beliebter Standort D79 % der befragten amerikanischen Unternehmen bewerten die Stand-ortbedingungen in Deutschland mit gut oder sehr gut.

    VorreiterrolleAsien ist bereits seit 2009 grte Fertigungsregion im Maschinen- und Anla-genbau. Mittlerweile werden fr 55 % der weltweit gefertigten Ma-schinen und Anlagen in Asien die Rechnungen geschrieben.

    1,4 Mrd US-Dollar

    $55 Prozent

    79 Prozent

    Datalogic, Anbieter von automatischen Datenerfassungsystemen und Hersteller von Barcode-Lesegerten, hat in Bala-tonboglar, Ungarn, eine neue Produkti-onssttte erff net. Auf 7 000 m werden vorwiegend Produkte fr den Bereich Fabrikautomation gefertigt.

    Endress+Hauser erweitert sein Kompe-tenzzentrum fr Temperaturmesstech-nik in Nesselwang im Allgu. Der globa-le Markt fr hochwertige Produkte wchst stetig und macht diese Erweite-rung notwendig. Die Einfhrung von

    Neuprodukten, die Gesamtoptimierung der Produktion und die seit Jahren kon-tinuierlich steigende Mitarbeiterzahl machen den Neubau erforderlich.

    Der Spannmittelhersteller Hainbuch hat eine Dependence in Celaya, mitten im Herzen von Mexiko, erff net. Es ist die zehnte Tochterfi rma des Global Players im Automobilsegment.

    Der Automationsexperte KEBA baut sei-ne Prsenz in China weiter aus. Der nun-mehr vierte Standort des Unternehmens liegt in Jinan. Die Stadt ist eine bedeu-tende Produktionsbasis fr den chinesi-schen Maschinenbau.

    Schurter hat seine Prsenz in Europa er-weitert durch die Grndung der neuen Tochtergesellschaft Schurter Electronics Sp. z o.o. mit Sitz in Warschau, Polen. Mit dem lokalen Design-in-Center werden die Entwickler der Elektronikindustrie knftig von Polen direkt untersttzt.

    8

    55 Prozent

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  • MARKT & TECHNIK AKTUELL

    Sparen im EinkaufMehrzahl der Unternehmen verzichtet auf Berechnung des TCO

    Kostenberlegungen spielen im Einkauf bei deutschen Industrieunternehmen oft nur eine untergeordnete Rol-le. Das gilt selbst fr groe Firmen. Lediglich 41 % der Betriebe mit mehr als 1 000 Mitarbeitern berechnen bei der Auswahl ihrer Lieferanten detailliert die Total Cost of Ownership, also die gesamten Kosten inklusive der Ma-terialversorgung. Bei kleineren Firmen sind es mit 24 % sogar noch einmal deutlich weniger. Das sind Ergebnis-se der Studie Lean Purchasing 2016 der Unterneh-mensberatung Staufen. Mehr als 100 Industrieunter-nehmen in Deutschland wurden dafr befragt. Die Industrie verschenkt im Einkauf erhebliche Potenzi-ale. Zu selten streben die Unternehmen danach, die Materialkosten so gering wie mglich zu halten. In ei-

    Bild:

    Stauf

    en AG

    nem dynamischen Wettbewerbsumfeld ist das aber strategisch notwendig und mitentscheidend fr den Unternehmenserfolg, sagt Christian Riedl, Senior Ma-nager der Unternehmensberatung Staufen AG. Es geht daher darum, vor der Entscheidung fr einen Lieferan-ten eine genaue Betrachtung smtlicher Kosten vorzu-nehmen, von der Beschaff ung ber die Weiterverarbei-tung bis hin zum After-Sales-Service.Eine solche strategische Vorgehensweise erfolgt in der Praxis jedoch nicht. Dies zeigt beispielsweise das Vor-gehen bei der Auswahl der Liefermrkte. Die Unterneh-men suchen ihre Zulieferer in aller Regel nur dort, wo der Markt vermeintlich bekannt ist, nmlich in der n-heren Umgebung. Andere Mrkte werden ignoriert.

    Der weitaus grte Teil der Gter wird bei westeurop-ischen Lieferanten bezogen. Auf den Pltzen zwei und drei folgen Osteuropa und der Asien-Pazifi k-Raum.Grundstzlich ist der Einkauf nahe der Heimat sinnvoll, sind doch kurze Wege zum Lieferanten wichtig fr eine schlanke Produktion nach den Prinzipien des Lean Ma-nagements. Doch Voraussetzung ist eine grndliche Analyse aller relevanten Kosten.

    BME-Preis fr elektronische Beschaff ungSieg fr die ProSiebenSat.1 Media SE

    Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) hat der ProSiebenSat.1 Media SE, Unterfhring, den Preis Excellence in eSolutions 2016 zuerkannt. Die Vision, ProSiebenSat.1 zu einem der fhrenden Unternehmen im Bereich Broadcasting, Di-

    Bild:

    BME

    gital Entertainment und Commerce weiterzuentwi-ckeln, ist vom Corporate Procurement als Treiber eines ganzheitlichen Change-Ansatzes fr alle Einkaufsthe-men aufgegriff en worden. Insbesondere die Dynamik der digitalen Mrkte und die rasante technologische Entwicklung verlangen nach fl exiblen Konzepten. Fr den indirekten Einkauf ergab sich daraus die Notwen-digkeit, sich unter den gegebenen Marktmechanismen eines international agierenden Medienkonzerns und den daraus resultierenden Marktaktivitten strategisch und taktisch neu auszurichten.Der indirekte Einkauf der ProSiebenSat.1 konsolidiert heute unter der Dachorganisation Corporate Procure-ment als Konzerneinkauf ein Category Management in Kombination mit dem Projekteinkauf. Ergnzend dazu stellte die Procurement Unit Tools, Methods & Proces-

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    ses eine optimale eLsungslandschaft fr die konzern-weiten strategischen und operativen Einkaufsaktivit-ten zur Verfgung. Der Fokus bei der Einfhrung der eSolution-Plattform lag zum einen in der Weiterentwicklung, Digitalisie-rung, Vereinfachung und Standardisierung der ur-sprnglichen Beschaff ungsstruktur. Des Weiteren galt es, durch eine sukzessive Erweiterung sowohl der funk-tionalen Tiefe als auch der Ausweitung auf alle Gesell-schaften und Unternehmensbereiche die Vorausset-zungen fr eine homogene und zukunftsorientierte Procure-to-Pay-Infrastruktur zu schaff en. Mit Einfh-rung der eProcurement-Lsung der WPS Management GmbH und deren kontinuierlicher Weiterentwicklung knnen die Anforderungen fr interne Stakeholder und Bedarfstrger optimal abgebildet werden.

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  • 10 03 / 2016

    MARKT & TECHNIK AKTUELL

    TERMINE26.10.2016Wuppertal

    Kontakt:0202/7495 - 303

    Seminar: Strategische Strombeschaff ungStromeinkauf auf dem liberalisierten Energiemarkt: Strategie, Ausschreibung, Vertragsoptimierung www.taw.de

    8.-10.11.2016Stuttgart

    Vision Weltleitmesse der Bildverarbeitungwww.messe-stuttgart.de/vision/

    9.-11.11.2016Berlin

    BME-Symposium Agenda 2030: Agil und vernetztwww.bme.de

    22.-24.11.2016Nrnberg

    SPS IPC DRIVESMesse fr elektrische Automatisierung, Systeme und Komponentenwww.mesago.de/sps

    21.-24.06.2016Mnchen

    AutomaticaInternationale Fachmesse fr Automation und Mechatronikwww.automatica-muenchen.com

    13.-17.09.2016Stuttgart

    AMBInternationale Ausstellung fr Metallbearbeitung www.messe-stuttgart.de/amb/

    27.-29.09.2016Nrnberg

    FachPackEuropische Fachmesse fr Verpackungslsungenwww.fachpack.de

    29.09.2016 KlnKontakt:0761/898-4422

    Seminar: Chefsache Zoll und Auenwirtschaft:Kompaktwissen fr Entscheider

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    10.-13.10.2016 Stuttgart

    MOTEKInternationale Fachmesse fr Produktions- und Montageautomatisierungwww.motek-messe.de

    25.-29.10.2016 Hannover

    EuroBLECHInternationale Technologiemesse fr Blechbearbeitungwww.euroblech.com

    weitere Termine unter www.technikundeinkauf.de

    Messe MSV 2016 Fenster zur Zukunft der Industrietechnologien

    In der positiven Atmosphre der wachsenden Wirtschaft und Industrieproduktion wurden auf dem Brnner Mes-segelnde die Vorbereitungen fr die bereits 58. Aufl age der Internationalen Maschinenbaumesse in Angriff ge-nommen. Vom 3. bis 7. Oktober 2016 fi nden gemeinsam

    mit der MSV auch die Technologiemessen IMT, FOND-EX, WELDING, PROFINTECH und PLASTEX statt. Insgesamt wird die Teilnahme von rund 1 600 Ausstellerfi rmen und 75 Tausend Besuchern erwartet.Die MSV als grte Industriemesse Mitteleuropas zeigt neue Entwicklungsrichtungen der Technologien auf. Be-reits im vergangenen Jahr wurde hier in Premiere die In-itiative Industrie 4.0 zur vierten Industrierevolution vor-gestellt. Die Verwandlung der Produktions-, Logistik- und Geschftsprozesse in Verbindung mit massivem Ein-satz von Automation, Robotern und digitalen Gerten und Prozessen wurde durch eine Ausstellung prsentiert, die laut Befragungen von zwei Dritteln der Messebesu-cher besichtigt wurde. Das Thema Industrie 4.0 wird auch ein Schwerpunktthema der MSV 2016 sein, dem erneut

    gezielte Prsentationen und Rahmenveranstaltungen gewidmet werden. Zugleich wird auch das traditionelle Querschnittprojekt AUTOMATION 2015 stattfi nden, das in branchenbergreifendem Umfang Mess-, Steuer-, Auto-mations- und Regeltechnik ins Rampenlicht stellt.Besonderheit der diesjhrigen Messeaufl age ist die au-erordentlich starke Prsenz von Firmen aus China, dem Partnerland der MSV 2016. Bereits im Vorjahr stellte sich als Special Guest der MSV die chinesische Provinz Hebei vor, und fr dieses Jahr wird eine noch strkere Teilnah-me sowohl chinesischer Aussteller als auch von Vertre-tern diverser Regierungs- und Geschftskreise erwartet. Partnerland der MSV war in Vergangenheit neben den Nachbarlndern Tschechiens auch Indien. Die diesjh-rige Partnerschaft Chinas trgt dem Markt Rechnung.Bild

    : MSV

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  • 12 03 / 2016

    ROHSTOFFE

    Gold: US-Zinsngste sorgen fr AbsackerNach der Bekanntgabe des Fed-Protokolls ging es mit dem gelben Edelmetall deutlich bergab, weil eine Zinserhhung im Juni unter Notenbanken durchaus mglich ist. Die deutlich gestiegenen Zinserwartun-gen knnten den Zufl uss in die Gold-Dachfonds bremsen. Es knnte es zu einem Abbau der nahezu rekordhohen spekulativen Netto-Long-Positionen kommen. Im Fahrwasser von Gold stehen auch die anderen Edelmetalle stark unter Druck. Silber, Palladium und Platin fallen. (Stand: 25.05.2016)

    Rohstoff 1: US-Strafzlle erhhen den DruckDie drastischen Strafzlle der USA auf chinesischen Billigstahl erhhen den Druck auf die EU, ihre eigene Stahlin-dustrie besser vor Dumpingimporten aus Fernost zu schtzen. Washington verhngte enorme Aufschlge zwischen 256 und 266 Prozent auf kaltgewalzte Produkte aus der Volksrepublik. Die deutschen Stahlarbeitgeber und die IG Metall forderten daraufhin eine schnel-le Reaktion aus Brssel. Whrend ande-re Wirtschaftsregionen schnell und z-gig ihre Stahlindustrie mit Strafzllen gegen Dumping-Importe aus China schtzen, lsst die EU ihre Stahlindust-rie immer noch hngen, sagte Knut Giesler, IG-Metall-Chef in NRW. www.boerse-online.de

    Aluminium: Niedrige Preise sorgen fr VerlusteNach einem zwischenzeitlichen Sechs-monatshoch sind die Aluminiumnotie-rungen in den letzten Tagen wieder zu-rckgekommen. Die niedrigen Preise fr Aluminium setzen den amerikanischen Branchenriesen Alcoa unter Druck. Der Stellenabbau knnte nun mit bis zu 2000 Arbeitspltzen doppelt so hoch ausfallen wie bisher geplant. Der Gewinn im ers-ten Quartal brach im Jahresvergleich von 195 auf 16 Mio US-Dollar ein, wie Alcoa mitteilte. Die Gesellschaft will sich im zweiten Halbjahr 2016 in zwei Unter-nehmen aufspalten. Die klassische Her-stellung von Rohmaterialien wird von dem Geschft mit technologisch an-spruchsvolleren Produkten getrennt.www.boerse-online.de

    Kupfer: Produzenten erwgen MinenschlieungenDie Kupferpreise befi nden sich weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld. In den letzten Jahren wurde viel in die Ent-wicklung neuer Minen investiert. Die sind inzwischen in Produktion und sor-gen dafr, dass es ein aktuell mehr als ausreichendes Angebot gibt. Es gibt aber auch Hoff nung fr hhere Preise. Etliche Kupferproduzenten haben Minenschlie-ungen und/oder Produktionskrzun-gen angekndigt, da sie derzeit nicht die erhoff ten Margen erreichen knnen oder gar Verluste mit dem Betrieb einfahren. Auf der Nachfrageseite hatten zuletzt die hohen Importe Chinas fr einen Preis-auftrieb gesorgt. www.boerse-online.de

    Seltene Erden: Preise bleiben einigermaen stabilDie Notierungen fr Seltene Erden be-wegten sich nach einem starken Anstieg in den letzten Tagen eher seitwrts. Sehr interessante Neuigkeiten gab es von der kanadischen Seltene-Erden-Ge-sellschaft Commerce Resources, die eine bereinkunft mit einer Tochtergesell-schaft von Glencore Canada meldet. Demzufolge hat man eine Absichtser-klrung von NorFalco Sales angenom-men, der einzige Anbieter von Schwe-felsure fr das Seltene-Erden-Projekt Ashram zu werden. www.boerse-online.de

    Apr.Feb.Dez.Okt.Aug.Jun.

    Walzstahl Nymex ($/t)

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    Apr.Feb.Dez.Okt.Aug.Jun.

    Seltene Erden (tsd CNY/t)

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    Kupfer London ($/t)

    4300

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    Apr.Feb.Dez.Okt.Aug.Jun.Apr.Feb.Dez.Okt.Aug.Jun.

    Aluminium London ($/t)

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    ROHSTOFFE

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  • ROHSTOFFE

    l: Deutlicher Anstieg der PreiseDie lpreise bewegten sich nach dem signifi kanten Anstieg in den letzten Wo-chen wieder leicht nach unten. Die Rohlbestnde in den USA sind in der vergangenen Woche zurckgegangen. Die Marktteilnehmer waren zudem ver-unsichert aufgrund der Aussicht auf ei-ne Anhebung des Leitzinses durch die US-Notenbank. In den vergangenen Ta-gen mehrten sich Berichte ber einen Rckgang der lproduktion. Dies hatte zu einem deutlichen Anstieg der Preise gefhrt. Goldman Sachs teilte mit, dass der lmarkt bereits in ein Defi zit ge-dreht sei, was jedoch nicht berall ge-teilt wird. Zudem wird erwartet, dass die OPEC-Frderung im Mai weiter ge-stiegen ist. www.boerse-online.de

    Plastixx: Beschrnktes Angebot lsst Preise steigenIn vielen, aber am Ende dann doch nicht in allen Fllen gelangen den europi-schen PE-Anbietern leichte Margenver-besserungen. Eine besondere Ausnahme bildete das Copolymer EVA mit dreistelli-gen Anhebungen, das wegen des Aus-falls einer groen Anlage nur eng ver-fgbar war. Bis auf PE-LLD (C4) tendierte die Marktlage aber auch bei den meisten PE-Typen zur Enge, nur so wurden die Preisanhebungen ber die +60 Euro/t der Ethylen-Referenz hinaus mglich. Die PP-Produzenten holten sich die leichten Margenverluste aus dem Mrz sofort zurck. Einige Wartungen schrnkten das Angebot sprbar ein. KI Kunststoff Information,Bad Homburg, www.ki-web.de

    Brent London ($/brl)

    26

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    Apr.Feb.Dez.Okt.Aug.Jun.

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  • 14 03 / 2016

    EINKAUFSFHRER

    Einkaufsfhrer: KnickarmroboterWas muss beim Kauf von Knickarmrobotern beachtet werden?

    Nicht nur im Zeichen von Industrie 4.0 ist ein Industrie-oder Knickarmroboter ein oder das zentrale Element in der Automatisierung von Industrieprozessen. Knickarmroboter knnen in alleinstehenden Anlagen oder vernetzt im Produktionsprozess eingesetzt werden.

    I n der fl exiblen Automation spielen Roboter eine Schlssel-rolle, sie sind grundstzlich sehr unterschiedlich und kn-nen in verschiedenen Prozessen eingesetzt werden. So de-terminieren diese Prozesse den Einsatz des Roboters und den Roboter selbst. Bei der Frage des Kaufes eines Knickarmrobo-ters ist zunchst die enge Zusammenarbeit zwischen der kaufmn-nischen Abteilung, dem Einkauf und der technischen Abteilung von groer Bedeutung. Nach der Festlegung und Entscheidung ber die Notwendigkeit der Automatisierung von innerbetriebli-chen Prozessen, die meist durch kaufmnnische Zielvorgaben an-gestoen werden, geht die Umsetzungsplanung in den technischen Bereich ber. Nach Abschluss der Planungen und ersten Evaluie-rungen muss zunchst geklrt werden, wer die Ausarbeitung des Automationsprozesses und somit die Aufgabe des Roboters plant und umsetzt. Ist das Know-how intern vorhanden oder muss ein externer Systemintegrator eingeschaltet werden. Schon sehr frh ist die Einschaltung der Einkaufsabteilung von Vorteil, um die kaufmnnischen Grenzen frhzeitig zu bercksichtigen und um, von Beginn an, eine effi ziente Umsetzung bzw. Implementierung zu gewhrleisten.

    Grundparameter des KnickarmrobotersAls erstes wichtiges Kriterium ist die Frage nach der Grundfunkti-on des Roboters zu stellen. Diese Grundfunktion bezogen auf die Anwendung legt die Gruppe der Roboter fest, aus der der bentig-te Robotertyp ausgewhlt wird. Grundfunktionen sind: Palettie-

    ren, Handhaben, Lackieren etc. Ist die Grundfunktion des Robo-ters bestimmt, mssen die Haupteigenschaft en bewertet werden. Haupteigenschaft en sind die Reichweite, die Traglast und die Takt-zeit / Zyklen des Roboters. So knnen beispielsweise bei dem Ro-botfi nder, dem Roboterkonfi gurator von Kawasaki Robotics, diese Eigenschaft en und die Grundfunktionen der Roboter schnell und einfach eingegeben werden, um so bersichtlich alle relevanten Modelle angezeigt zu bekommen und die entsprechende Auswahl treff en zu knnen.

    Die Reichweite des Roboters ist abhngig von der Anwendung, beziehungsweise dem Prozess selbst. Die Determinanten des zu automatisierenden Prozesses knnen sein: Anzahl der zu bedienenden Maschinen, Art der Anwendung, Anzahl der anzufahrenden Positionen im Prozess, Entfernung der anzufahrenden Positionen von einander, Gre der Peripheriemaschinen und -gerte, wie z. B. Frder-

    bnder, Produktaufnahme und die Produktabgabe, Prfpositi-onen und die Aufnahme, bzw. Abgabe von Zusatzmaterial etc.

    Insbesondere gilt es zu prfen, welche Armlnge der Roboter be-ntigt, um alle Positionen der Applikationen erreichen zu knnen. Nach der Betrachtung der ersten Determinante eines mit Knick-armrobotern zu automatisierenden Prozesses gilt es nun, die zwei-te Determinante zu betrachten, das vom Roboter zu bewegende Handhabungsgewicht. Das Handhabungsgewicht setzt sich aus verschiedenen Punkten zusammen: Produktgewicht, Greiferge-

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  • EINKAUFSFHRER

    wicht und der Position des Massenschwerpunkts bezogen auf den Roboterfl ansch. Gerade bei diesem wichtigen Aspekt wird oft der Fehler begangen, rein von dem Produktgewicht auszugehen, so eignet sich zum Beispiel bei einem 200 kg schweren Produktge-wicht keinesfalls ein Roboter mit einer Traglast von nur 200 kg. Greifergewicht und die Position des Massenschwerpunktes ms-sen ausreichend bercksichtigt werden und erhhen das Handha-bungsgewicht erheblich.

    Sind Reichweite und Handhabungsgewicht in die Planungen eingefl ossen, muss dem letzten Parameter, der Taktzeit, Aufmerk-samkeit geschenkt werden. Wie schnell muss der Roboter sein, um seine Aufgaben, von Anfang bis zum Ende, effi zient erfllen zu knnen?Beldt der Roboter zum Beispiel eine Werkzeugmaschine, ist die Bearbeitungszeit der Maschine fr das Werkstck gleich der minimalen Zykluszeit, innerhalb der der Roboter seine Arbeit ver-richten muss. Die Bearbeitungszeit der Hauptmaschine, in diesem Falle die Werkzeugmaschine, ist der bestimmende Faktor, den es zu beachten gilt und der Roboter ist ent-sprechend zu whlen. Sind innerhalb eines Au-tomatisierungsprozesses mehrere Arbeitsschritte notwen-dig, zum Beispiel Werkstckentnah-me, Prfung des Werkstcks und Ablage des Werkstcks, ist die Gesamtzeit aller die-ser Arbeitsschritte die Gesamtzeit des Prozes-ses, gleich der Taktzeit.

    Liegt die Arbeitszeit des Roboters, in Verbindung mit allen Peripheriegerten, mageblich ber der Bearbei-tungszeit der bestimmenden Maschine, wie die der Werkzeugma-schine, ist die Taktzeit berschritten, bedeutet das zu lange Still-standszeiten der Hauptmaschine und der Prozess ist unproduktiv. Somit muss neben den beiden anderen Grundparametern auch ein groes Augenmerk auf die Takt-, beziehungsweise Zykluszeit des Knickarmroboters gelegt werden. Neben diesen beschriebenen Grundparametern, die den Roboter determinieren, ist der Be-trachtung der Langlebigkeit des Roboters, wie bei allen anderen Komponenten auch, ebenfalls Beachtung zu schenken.

    Grundstzlich empfi ehlt es sich, den Roboter nicht im Grenz-bereich von Reichweite, Traglast und Taktzeit zu betreiben. Je h-her die Belastung des Roboters ist, desto hher der Verschlei, umso hher sind die Folgekosten durch Wartung und Service. Da-gegen gibt es aber ganz bewusste Entscheidungen, eine Maschine oder Anlage im Grenzbereich zu betreiben. Hierbei mu aber der erhhte Verschlei und eine eventuelle kritische Gesamtverfg-barkeit der Anlage von vornherein kalkuliert und nicht dem Zufall berlassen werden. Fr jeden Knickarmroboter gibt es weitere Optionen, die sogenannte Detailausstattung, die zur Ausfh-rung von Applikationen notwendig sind. So ist eine wichtige Frage die nach erhhten Sicherheitsausstattungen, wie Si-cherheitsmodule, wie zum Beispiel das CubicS-Modul von Kawasaki Robotics. CubicS wird eingesetzt, um den Arbeits-bereich des Roboters und der angebauten Werkzeuge, wie Greifer, zu berwachen.

    Bestimmte Anwendungen bentigen eine gewisse Sensibili-tt im Roboterarm zur Vermeidung von Kollisionen. Auch hier-fr gibt es Soft ware, wie Collision-Detection-Funktionen.

    Kommunikation mit PeripheriegertenEin Knickarmroboter allein kann seine Arbeit nicht verrichten,

    Checklist fr den Einkauf von:Knickarmrobotern

    Die Applikation bestimmt die Robotergruppe und die Reichweite des Roboters.

    Die Traglast des Roboters wird bestimmt durch Produkt- gewicht, Werkzeuggewicht und die Position des Massen- schwerpunktes.

    Der zu automatisierende Prozess bestimmt die Takt-/Zykluszeit.

    Die technischen Anforderungen bestimmen die Periphe-rie und die Optionen.

    Der Auslastungs- und Beanspruchungsgrad des Roboters / der Anlage bestimmt die Serviceintensitt.

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    Bild: Kawasaki

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  • 16 03 / 2016

    EINKAUFSFHRER

    Peter Bogner ist Geschftsfhrer der Minikomp Bogner GmbH. Das mittelstndi-sche Unternehmen ist seit 1998 im Anlagen- und Sondermaschinenbau ttig.

    Fr welche Einstze kaufen Sie Knickarmroboter ein? Wir setzen Knickarmroboter als 3D-Lasermesssysteme, als Handlingseinheiten und zum Schweien und Palettieren ein. Aber berwiegend werden sie als Lasermesssysteme genutzt.

    Welche Faktoren sind Ihnen bei der Auswahl das Anbieters und/oder der Ausfhrung am wichtigsten? Wichtig sind fr uns der Service des Anbieters, die Qualitt der Roboter und wie leicht die Roboter in andere Systeme integrierbar sind. Hauptpunkt ist jedoch die Qualitt der Roboter. Als kleines, mittelstndisches Unternehmen mit einem Exportanteil von circa 60 % mssen wir auf eine hohe Qualitt setzen.

    Spielt die Energieeffi zienz oder die Total Cost of Ownership eine Rolle? Dies spielt bisher eher eine untergeordnete Rolle. Bei uns steht in erster Linie die Erfllung der Aufgabe im Vordergrund.

    Drei Fragen an Peter Bogner, Minikomp Bogner GmbH

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    er bentigt weitere Maschinen, Peripheriegerte, die gemeinsam mit dem Roboter die Applikation bilden. Hierzu muss der Roboter mit den Peripheriegerten kommunizieren. Typische Peripherie-gerte knnen sein: Pusher, Stopper, Zufhrbnder, -Schwei- oder Farbsteuerungen, Werkzeugmaschinen. Je nach Anforderung der Anlage kann der Roboter in eine bergeordnete Steuerung / SPS-Steuerung ber BUS-Systeme eingebunden werden oder fun-giert selbst als zentrales Steuerelement, was wiederum Kosten spa-ren kann.

    Zusammen mit den Zusatz-, Peripheriegerten wird die Ge-samtfunktion des Roboters defi niert und die zu automatisierende Applikation ist somit zu 100 % konfi guriert. Die Abgleichung der Gesamtapplikation, Roboter und Peripherie mit den fi rmeninter-nen Spezifi kationen und Standards ist das letzte Glied in der Kette der Anforderungen an einen Kauf- und Implementationsprozess. Einer erfolgreichen Beschaff ung und Implementation steht nun nichts mehr im Wege.

    Autoren Michael Henrich, Marketing Representative Kawasaki Robotics Kathrin Irmer

    Zwei Schwerlastroboter bei der Produktion von Flugzeugteilen.

    Einkaufsfhrer in Zusammenarbeit mit:Kawasaki Robotics GmbHKawasaki Robotics schpft aus einer ber 40-jhrigen Erfahrung als Roboterhersteller in der Industrieautomatisie-rung. Unterschiedlichste Applikationen und Industriesegmente knnen daher gezielt bedient werden. Unser Ange-bot umfasst unzhlige Roboteranlagen von Montagerobotern bis hin zu speziellen Roboterschweianlagen oder Lackierrobotern. Die Kawasaki Robotics GmbH ist eine Niederlassung der Kawasaki Heavy Industries Ltd., Japan. In ihrer Rolle als Europazentrale organisiert sie die europischen Distributoren der Kawasaki Industrieroboter ebenso wie den eigenen Vertrieb in Deutschland. Service und Ersatzteilhaltung sowie eine beratende Engineering Abtei-lung sind ebenfalls in Neuss angesiedelt und helfen Ihnen gerne bei der Lsung Ihrer spezifi schen Aufgaben. Als besonderen Service fr seine Kunden unterhlt Kawasaki Robotics ein permanentes Roboterlager, um Lieferzeiten so kurz wie mglich zu gestalten.Mehr unter: robotics.kawasaki.com

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  • 03 / 2016 17

    EINKAUFSFHRER

    Knickarmroboter (Gelenkarm-roboter)Knickarmroboter werden hufi g in der Automobilindustrie ge-nutzt, in der Regel als 6-achsige Maschinen mit kubischem Greifraum. Sie sind vielseitig ein-setzbar und fl exibel, allerdings sind fr jeden Einsatzbereich spe-zielle Anpassungen ntig.

    Der Arm des Knickarmroboters besteht aus mehreren Gliedern mit Motoren, mit deren Hilfe er in 3D agieren kann. Am Ende sitzt ein Endeff ektor ein Greifer oder ein Werkzeug. Durch diese Art der Konstruktion hat der Roboter ei-ne hohe Beweglichkeit. Knick-armroboter besitzen abhngig von der Zahl ihrer Achsen bis zu sechs Freiheitsgrade. Sie werden unterschieden nach off ener und geschlossener Kinematik.

    Off ene bzw. serielle KinematikOff ene Kinematik besagt, dass je-weils nur zwei Armglieder mitein-ander verbunden sind.Diese Kette aus beweglichen Armgliedern erlaubt groe Be-weglichkeit und Flexibilitt: Diese Konstruktion hat aber auch einen groen Nachteil: Da jeder Arm mit seinem Antrieb auf dem vor-herigen lastet, sorgt dies fr ein gewisses Durchbiegen der ge-

    samten Armkonstruktion mit ei-ner entsprechenden Ungenauig-keit. Diese Roboter besitzen aber ein groes Arbeitsfeld relativ zu ihrer Gre. Ein typischer Einsatz ist zum Beispiel als Schweirobo-ter in der Karosserieherstellung.

    Ein besonderer Typ hier ist der SCARA-Roboter (Selective Com-pliance Assembly Robot Arm) Sein Aufbau hnelt einem menschlichen Arm und wird des-halb auch als horizontaler Ge-lenk armroboter bezeichnet. Er be sitzt in der Regel vier Achsen und vier Freiheitsgrade. Dabei sind die erste und zweite Achse rotatorisch, die dritte und die vierte Achse vielfach aus einem Bauelement hergestellt z. B. der Kugelrollspindel und erlauben ei-ne rotatorische und eine Linear-bewegung. SCARA-Roboter kn-nen eine Reichweite zwischen 100 mm und 1 200 mm haben und dabei Nutzlasten im Bereich von 1 kg bis zu 200 kg handha-ben.

    Vertikal-KnickarmroboterVertikal-Knickarmroboter besit-zen eine waagrecht drehbare Ba-sis und vier bis fnf weitere Ge-lenkachsen. Da sie alle Gelenke gleichzeitig bewegen knnen,

    schaff en sie es, sehr komplexe Bahnkurven abzufahren. Aller-dings nimmt durch die Hebelkraft die Tragkraft der Roboterarme mit zunehmender Lnge ab.

    Scara-RoboterDer Scara-Roboter leistet schnelle und wiederholgenaue Bewegun-gen und eignet sich bestens fr Montage- und Fgeaufgaben und Pick-and-Place-Anwendun-gen. Er kann mit hohen Krften ( bis > 300 N) vertikal fgen ohne seitliches Ausweichen. Sein Nach-teil: er kann nur parallel zu einer Arbeitsebene hantieren.

    ParallelkinematikUm ein Durchbiegen der Arme mit der entsprechenden Unge-nauigkeit zu vermeiden, sitzt bei Robotern mit Parallelkinematik der Antrieb an der Decke oder auf dem Boden und die parallelen, lngenverstellbaren Arme bilden eine geschlossene kinematische Kette. Bedingt durch diese Konst-ruktion ist die bewegte Masse mi-nimal und erlaubt dem Roboter, sehr dynamisch zu agieren und das mit hchster Przision. Nach-teile sind eine geringere Beweg-lichkeit verglichen mit Knickarm-robotern und ein vergleichsweise kleiner Arbeitsbereich relativ zu ihrer Gre. Eingesetzt werden solche Roboter, wo hchste Ge-nauigkeit wichtig ist, zum Beispiel in der Przisionsmontage.

    ProgrammierungDie Programmierung eines Knick-armroboters kann online wie off -line erfolgen. Bei der Offl ine-Pro-grammierung werden die Bahn-koordinaten separat erstellt und in die Steuerung bertragen. Pro-grammiert man online, so fhrt der Bediener die Koordinaten mit einem Handbediengert ab, ent-weder punktweise (PTP) oder als kontinuierliche Bewegung (CP).

    Der Roboter kann auch in einem Teach-in manuell programmiert werden.

    Anwendungen Bedingt durch ihren Aufbau kn-nen Knickarmroboter vielschich-tig eingesetzt werden fr Mon ta-ge-, Handhabungs- und Bearbei-tungsaufgaben. Vertikal-Knick-armroboter eignen sich fr Auf-gaben, die groe Beweglichkeit und Flexibilitt erfordern, einen relativ groen Arbeitsraum ben-tigen, aber nicht bermig schnell passieren. Scara-Roboter sind optimal geeignet fr schnel-le Pick-and-Place-Aufgaben, bei denen ein kleinerer Arbeitsraum ausreicht. Parallelkinematik-Ro-boter oder Hexapoden sind sehr schnell und bieten eine hohe Wie-derholgenauigkeit, knnen hhe-re Krfte aufnehmen und haben aber im Verhltnis zu ihrer Gre einen relativ kleinen Arbeitsraum.

    Eingesetzt werden Industrierobo-ter in vielen Bereichen der Ferti-gung. Knickarmroboter schwei-en, lackieren und beschichten, beschicken Werkzeug- und Kunst-stoff spritzgussmaschinen, kn-nen aber auch als Messroboter zum Messen und Testen einge-setzt werden.

    TECHNIK-WIKI

    Der YF03N schaff t Zykluszeiten von 0,27 s / 1 kg Ladung.

    Der RS080N ist eher ein kleinerer mit einer Traglast von bis zu 80 kg.

    Der Schwerlastroboter MG10HL trgt bis zu 1,5 t.

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  • TECHNIK+EINKAUF IM DIALOG

    18 03 / 2016

    Herr Steinhilber, Sie verantworten bei Bizerba die Produktorga-nisation Food (Schneidemaschinen). Wo genau sitzt die Schnittstelle zum Einkauf?Ralf Steinhilber: Unsere Produktorganisation unterteilt sich in Fachbereiche wie Produktmanagement und Entwicklung und bereits dort unterscheiden wir in Serien- und Neuproduktent-wicklung. Das sind auch die beiden Hauptebenen, in denen wir uns mit dem Einkauf treff en. Fr die Entwicklung der Neupro-dukte haben wir seit 2005 einen Innovationsprozess, bei dem Entwicklung, Einkauf, Qualitt, Zulassung, Arbeitsvorbereitung, Fertigung, Logistik unter Verantwortung der Technik zusam-menarbeiten.

    Hat sich die Trennung von Projekt und Serie bewhrt?Rolf Dieterich: Bizerba ist stark gewachsen und tut dies weiter. ber alles haben wir heute 38 gefhrte Entwicklungsprojekte. Das hat Notwendigkeiten organisatorischer Art nach sich gezogen. Auch fr den Einkauf. Heute haben wir neben dem strategischen, waren-gruppenorientierten Serieneinkauf auch einen Projekteinkauf. Dies belegt die strategische Bedeutung des Innovationsprozesses.

    Welche Erfahrungen machen Sie mit dieser Struktur?Ralf Steinhilber: Wir bringen die Anforderungen der vielen Betei-ligten in einem sehr frhen Stadium zusammen. Genauso frh erken nen wir Zielkonfl ikte und haben noch gute Mglichkeiten,

    Gemeinsam an einem Strang ziehenDer Wiege-, Schneid- und Auszeichnungsspezialist Bizerba hat ein weites Produktspektrum. Rolf Dieterich (Di-rector Global Sourcing) und Ralf Steinhilber (Director Food Processing) brauchen deshalb Lieferanten, die eine groe Bandbreite abdecken. Auf die Suche nach neuen Entwicklungspartnern machen sie sich gemeinsam.

    Interview

    Wir knnen nicht nur Lieferanten auff ordern, innovativ zu sein. Die eigentliche Leistung muss von uns kommen, wir kennen den Markt, seine Anforderungen. Es ist unsere Aufgabe, unsere Technologie und die der Lieferanten zu nehmen und daraus eine Lsung zu kombinieren, die das Kundenbedrfnis erfllt.

    Ralf Steinhilber,Director Food Processing, Bizerba GmbH & Co KG

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  • TECHNIK+EINKAUF IM DIALOG

    03 / 2016 19

    Allein die Einfhrung des Innovationsprozes-ses hat dazu gefhrt, dass die Leute zusammen-arbeiten und eine gesunde Kommunikation leben. Wichtig ist, dass man diesen Prozess immer weiter verfeinert. Manchmal sind Ablufe und Strukturen nicht optimal. Da sind wir immer noch nicht ganz reibungslos.

    Rolf Dieterich, Director Global Sourcing, Global Operations/Sourcing, Bizerba GmbH & Co KG

    Lsungen zu fi nden. Wichtig ist es, Schnittstellen, Verantwortlich-keiten und Ablufe klar zu defi nieren. Rolf Dieterich: Die frhe Integration aller Bereiche ist ein wesent-liches Moment, wenn Einkauf, Entwicklung und Qualitt in die-sem frhen Stadium eine gemeinsame Sicht erzeugen. Auch fr die Auswahl der Partner, mit der Einkauf und Entwicklung die Basis legen fr Logistik und Produktion.

    Wenn Sie Konfl iktfelder schneller erkennen, welche Vorteile hat das?Ralf Steinhilber: Man kann nur erkennen, dass es einen Konfl ikt gibt, wenn man wei, was der andere braucht. In der Regel braucht der andere etwas, weil er dafr gute Grnde hat. Diese Grnde gilt es, im Projekt auf die Gesamt-Bizerba-Sicht anzuheben. Dann kann es sehr wohl sein, dass etwas in einem einzelnen Bereich nicht ganz optimal gelst ist, aber in der Gesamtsicht besser funktioniert. Und das geht nur im engen Schulterschluss aller Beteiligten.

    Sie waren selbst einige Jahre im Einkauf ttig. Hilft das?Ralf Steinhilber: Natrlich ist das hilfreich. Aber den Schulterschluss, den muss es nicht nur zwischen Einkauf und Technik geben. Wenn man bedenkt, wie viele Funktionen heute fr ein im Markt erfolgrei-ches Produkt entscheidend sind, dann schafft man es gar nicht, ber-

    all einmal hineingeschaut zu haben. Viel wichtiger ist es, dass wir ein gemeinsames Zielverstndnis haben. Wir schauen immer, was braucht der Markt. Das fl iet in die Auswahl der Fertigungsstandorte und in die Beschaff ungsstrategien. Damit verbunden ist das Zuhren und Ernstnehmen und die Bereitschaft , diese Meinung in der Ent-scheidungsfi ndung zu bercksichtigen. Auch wenn der Projektleiter aus der Technik kommt, muss er die Rahmenbedingungen aus den anderen Bereichen ernst nehmen und bercksichtigen.

    Silodenke ist Ihnen also fremd?Rolf Dieterich: Natrlich haben auch wir andere Zeiten erlebt. Aber allein die Einfhrung des Innovationsprozesses hat dazu gefhrt, dass die Leute zusammenarbeiten und eine gesunde Kommunikati-on leben. Wichtig ist, dass man diesen Prozess immer weiter verfei-nert. Manchmal sind Ablufe und Strukturen nicht optimal. Da sind wir immer noch nicht ganz reibungslos.

    An welchen Stellen klemmt es denn?Rolf Dieterich: Immer dann, wenn Prozesse und Strukturen nicht defi niert sind. Dann kommt es zu einer gewissen Orientierungslo-sigkeit. Das mssen wir als Fhrungskrft e erkennen, nachjustie-ren und fr die Mitarbeiter wieder Klarheit schaff en.

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  • TECHNIK+EINKAUF IM DIALOG

    20 03 / 2016

    VitaRalf SteinhilberRalf Steinhilber verantwortet den Be-reich Food Processing (Schneidema-schinen). Zu seinem Aufgabenbereich zhlen Produktmanagement, Entwick-lung und Markt. Der Informatiker und Wirtschaftsingenieur arbeitet seit 2000 fr Bizerba, zuvor verantwortete er neben weiteren Stationen unter an-derem den Einkauf in Asien.

    VitaRolf DieterichDer Diplom-Betriebswirt (Schwerpunkt Logistik/Beschaff ung/Wertanalyse) ist seit 2005 bei Bizerba fr den globalen Einkauf (Serieneinkauf, Projektein-kauf), das Facilitymanagement fr den Standort Balingen sowie den zentralen Versand verantwortlich. Zuvor war er in verschiedenen Funktionen in der Ma-schinenbau- und Automobilindustrie (Tier 1-3) ttig.

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    Ralf Steinhilber: Wir nennen das Eskalationsprozess. Wenn man das kontinuierlich macht, sieht man, an dieser oder jener Stelle ha-ben wir ein systematisches Problem, hier sind Verantwortlichkei-ten oder Schnittstellen unklar. Diese Verbindlichkeit mssen wir herstellen. Mit dieser off enen Fragestellung kann man Mitarbeiter nicht alleine lassen.

    Wie sehr beschftigen Sie diese strukturellen Anpassungen?Ralf Steinhilber: Bizerba erlebt seit Jahren eine sehr dynamische Entwicklung, die die Organisation sehr fordert. Im Vergleich zur Vergangenheit haben wir heute eine deutlich hhere Anzahl an gleichzeitig durchzufhrenden Projekten. Und weil wir wachsen, wachsen wir in den Strukturen und dadurch verndern sich stn-dig Ablufe und Schnittstellen. Die organisatorische Anpassung ist eine fortwhrende Ttigkeit, um Reibungen zu vermeiden.

    Auch das Kommunikationsvolumen wchst mit der Menge an Projekten. Wie managen Sie den Informationsfl uss? Rolf Dieterich: Wir haben eine Liste freigegebener Lieferanten, mit Hauptpartnern und zugelassenen Alternativen. So ufert die Liefe-rantenstruktur nicht aus. Das ist zum einen wichtig fr den Serien-einkauf. Und die Entwicklung hat den Vorteil, dass sie mit diesen Lieferanten jederzeit in Diskussion treten kann, um technologisch frh den Einstieg zu bekommen und das Know-how mit dem Liefe-ranten zu diskutieren. Das ist bei uns kein unerheblicher Vorgang, dass Lieferanten Know-how in die Entwicklungsleistung einbringen.

    Vergrert sich der Anteil der externen Wertschpfung? Ralf Steinhilber: Wir stehen vor der Aufgabe, immer krzere Ent-wicklungszyklen abzubilden und Produkte schneller in die Mrkte zu bringen. Dazu mssen wir uns intern auf unsere Kernkompe-tenzen fokussieren. Damit das gelingt, brauchen wir Entwick-lungssystempartner. Das ist der Anteil, der defi nitiv zunimmt und auf den wir in den nchsten Jahren unseren Schwerpunkt setzen. Ohne das wird uns ein weiteres Wachstum nur erschwert gelingen.

    Sie suchen also neue Partner am Markt? Rolf Dieterich: Vieles knnen wir ber die bisherige Lieferanten-landschaft abdecken. Aber es gibt in der Verlngerung der Wert-schpfungstiefe Th emen etwa fr Baugruppen mit besonderem Umfang fr die wir Qualifi zierungsprogramme in Richtung neu-

    er Lieferanten aufl egen oder es kommen neue Technologien, fr die wir Lieferanten qualifi zieren, die das Th ema abdecken. Wir wechseln hier durchaus auch Branchen, schauen uns zum Beispiel im Automotive-Umfeld um.

    Bei den Gesprchen mit Lieferanten, ist Augenhhe ein Thema?Ralf Steinhilber: Fr viele Branchen sind wir attraktiv, als Sprung-brett in die Lebensmittelindustrie. Gre oder fehlende Augenh-he waren deshalb nie Th ema. Rolf Dieterich: Die Herausforderung fr uns ist eher, Lieferanten zu fi nden, die unsere Bandbreite abdecken. Im Bereich der Laden-waagen haben wir Stckzahlen bis 50 000 im Jahr. Fr die Industrie produzieren wir zum Teil Kleinstserien mit jhrlich 100150 Ma-schinen. Auch die Fertigungsverfahren sind sehr unterschiedlich. Man kann sagen, bei Bizerba lernt man das Einkaufen.

    Wie weit gehen Sie im Know-how-Transfer mit Ihren Lieferanten?Ralf Steinhilber: Als Premiumanbieter ist Bizerba getrieben durch Innovationen. Wenn man gut ist, hat man einen Vorsprung zum Wettbewerb von 11,5 Jahren. Da muss man das Lieferantenum-feld schon sehr genau beobachten. Wir haben wenige ausgewhlte Entwicklungspartner, mit denen wir sehr off en sprechen, dort wis-sen wir aber auch, dass es keine Verbindung zum Wettbewerb gibt.

    Was heit das fr Ihre Mitarbeiter? Welche Persnlichkeiten und Kompetenzen brauchen Sie?Rolf Dieterich: Der ideale Einkufer fr uns ist Mechaniker oder Mechatroniker mit einigen Jahren Erfahrung im Einkauf. Einkauf ist eine Frage der Persnlichkeit und der Kreativitt, kombiniert mit Marktwissen und einem soliden technischen Fundament, um mit dem Ingenieur auf Augenhhe zu sprechen. Ralf Steinhilber: In der Entwicklung brauchen wir Spezialisten. Wir entwickeln Hochleistungselektronik fr den Einsatz auf be-grenztem Raum, haben unterschiedliche Fertigungsverfahren, in der Soft ware sind wir ganz tief auf der Embedded-Ebene unter-wegs, haben aber auch Touchscreens und PC-Applikationen, die wir in Hochsprachen designen das alles braucht sehr viel Detail-expertise. Wir mssen viele Spezialisten zusammenbringen, die in diesem komplexen Ganzen ihren Beitrag leisten.

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  • 22 03 / 2016

    Mensch und Roboter im gemeinsamen ArbeitsraumSichere Mensch-Maschinen-Kollaboration

    Industrie 4.0 verlangt die Flexibilisierung von Arbeitsablufen und das geht nicht ohne grere Nhe zwischen Mensch und Roboter im Produktionsalltag. Damit das fr den Menschen risikolos abluft, ist noch einiges zu tun.

    W enn in Hinblick auf In-dustrie 4.0 Mensch und Maschine noch enger zu-sammenarbeiten m ssen, dann ist Personensicherheit in weit gre-rem Umfang gefordert als bisher. Fr diese Funktionen muss erst einmal herausgefun-den werden, welche physischen Belastungs-grenzen der Mensch aushlt und wie die entsprechenden Normen als Basis fr eine sichere Mensch-Roboter-Kollaboration aus-sehen mssen.

    Fr die neue Art der Roboter wurde schon ein neuer Begriff gefunden: Cobots als Verbindung der Worte Collaboration und Robot. Als Assistenzroboter sollen sie Menschen bei krperlich belastenden oder monotonen Arbeiten helfen. Typische Ein-satzgebiete sind Pick- and-Place-Applikati-onen, Handling zwischen verschiedenen Produktionsschritten oder Follow-the-Line-Anwendungen, bei denen der Robo-

    ter eine vorgeschriebene Bewegungsbahn exakt ausfhren muss. Eine Mglichkeit, die Zusammenarbeit von Mensch und Ma-schine sicherer zu machen, ist die Entwick-lung neuer Kinematiken. Ein Beispiel ist die bionische Rsselkinematik BROMMI, eine Entwicklung des Fraunhofer IFF. Wie der Name schon sagt, ist der Roboterarm einem Elefantenrssel nachempfunden. Ein solcher Roboterarm hat im Unter-schied zu herkmmlichen keine Klemm- oder Scherstellen und vermeidet so ein hohes Verletzungsrisiko fr den Men-schen. Auch Festo hat mit dem biomechat-ronischen Greifarm des Robotino XT eine hnliche Kinematik entwickelt.

    Safety on boardSicher ist auch, dass es ohne eine leistungs-fhige Sensorik nicht geht. Fr einen Kon-takt zwischen Mensch und Roboter muss der Roboter seine Geschwindigkeit sicher

    reduzieren knnen, um die im System ge-speicherte kinetische Energie zu begrenzen und gleichzeitig unerwnschte Kollisionen zuverlssig zu erkennen, so Jakob Bergho-fer, Produktmanager bei KUKA Roboter GmbH. Der Leichtbauroboter LBR iiwa er-fllt dies: mit durchgehender Kraft -Mo-ment-Sensorik an den Gelenken ist er sehr sicher. Bei dem KMR iiwa kommt eine mo-bile, autonome Plattform dazu. So wird der Roboter zum ortsunabhngigen Produkti-onsassistenten, der autonom in jede Rich-tung fahren kann, dank zustzlicher Senso-ren am Fahrzeug, die die Erkennung und Umfahrung von Hindernissen ermglichen.

    Die neuen Roboter der TX2-Baureihen von Stubli besitzen ebenfalls neue Sicher-heitsfunktionen und machen damit eine Mensch-Roboter-Kollaboration mglich. Diese Baureihe besitzt einen digitalen Si-cherheitsencoder pro Achse und ein integ-riertes Safetyboard. Um ein Hchstma an

    TECHNIK TREND

    Ziel der Forschung im Fraunhofer IFF ist die gefahrlose Kollaboration von Mensch und Roboter in der Produktion.

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    Fraun

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    Sicherheit zu gewhrleisten, wird jede Be-wegung des Roboters sensorisch berwacht. Dazu erfasst das System smtliche Koordi-naten des Roboters sowie Geschwindigkeit und Beschleunigung in Echtzeit.

    Kollaborative Roboter, meist in erster Li-nie der Reichweite und Tragfhigkeit eines menschlichen Arms nachempfunden, un-terscheiden sich wenig von normalen Knickarm-Robotern, auer dass sie in der Regel fr geringere Nutzlasten von etwa 500 g bis 15 kg ausgelegt sind. Diese kleine Variante wiegt relativ wenig und ist deshalb leicht transportierbar. Ihre Reichweite liegt normalerweise im Bereich zwischen 500 und 1400 mm. Aber damit kann man nicht alle Aufgaben in der Fertigung lsen. Damit grere Roboter und der Mensch nicht un-sanft aneinander geraten ist zustzlich eine Arbeitsraumberwachung ntig. Da es fr optische Sensoren in der Regel schwer ist, unter wechselnden Lichtbedingungen zu-verlssige Ergebnisse zu erzielen, muss man sich hier neues einfallen lassen.

    Um den horizontalen Gefahrbereich zu sichern, arbeitet man bei Sick mit dem Sicher heits-Laserscanner microScan3. Kombiniert mit einer Kraft - und Drehmo-mentbegrenzung des Roboters, der ber-wachung der Arbeitsgeschwindigkeit bei Schutzfeldverletzung, ist die Zusammenar-beit mit dem Kollegen Roboter relativ si-cher fr den Menschen. Allerdings ist zu beachten, dass allen Systemen mit Zentral-perspektive eine Schattenbildung eigen ist. Zur Beherrschung der Gefahren mssen deshalb weitere Sensoren eingefgt oder auch zwei Sicherheits-Laserscanner kom-biniert werden. Neue kamerabasierte Ver-fahren sind in der Lage, Schutzfelder und -rume mehrdimensional sicher zu ber-wachen, wie es zum Beispiel das 3D-Kame-rasystem SafetyEYE fr die sichere Raum-berwachung leistet, bemerkt Martin

    Kurth, Pressereferent bei Pilz. Fr eine si-chere Kooperation zwischen Mensch und Roboter muss der Roboter einen Mindest-Sicherheitsabstand wahren. Es gibt aber noch keine Sensoren, die da einwandfrei arbeiten, wei Roland Behrens, Wissen-schaft ler am Fraunhofer IFF. Am IFF hat man ein Projektionssystem entwickelt, das eine Kontur um den Roboter projiziert. Kommt ein Mensch dazu, so wirft der ei-nen Schatten, der die Kontur unterbricht. Bei sicherem Abstand berschneiden sich Kontur und Schatten nicht. Diese Kontur ist anpassbar an Schnelligkeit und Art der Roboterbewegung. Eine andere Sensorik ist ein taktiler Fuboden, der ermittelt, wo sich der Roboter und der Mensch befi nden.

    Kostenfaktor SensorikUm die Zusammenarbeit sicher zu ma-chen, mssen Interaktionskrft e und Be-rhrungen zuverlssig detektiert werden, das passiert entweder am ganzen Roboter, in den Gelenken oder nur am Endeff ektor. Letztere Lsung ist billiger, kann aber nur Interaktionskrft e am Endeff ektor und nicht an der restlichen Roboterstruktur de-tektieren, so Dr. Michael Suppa, Geschft s-fhrer von Roboception.

    Ein interessanter Ansatz ist eine sensitive Roboterhaut. Eine Mglichkeit ist, den Ro-boter mit einer knstlichen Haut auszustat-ten. Durch die Berhrung der Haut fi ndet eine Widerstandsnderung im Material statt, die einfach zu messen ist, so Roland Behrens. Ein Problem fr den Roboter ist, dass der Mensch sich bei der Arbeit bewegt und der Roboter sollte das detektieren kn-nen. Dazu bentigt man Kinematik- und Bewegungsmodelle integriert in die Senso-rik, die wissen, wie sich der Mensch be-wegt, welche mglichen Bewegungen im speziellen Fall anstehen und wohin er geht. Schwierig ist es, den Menschen sicher mit-tels einer Bildverarbeitung zu erkennen.

    Wie man den Spagat zwischen Anforde-rungen und akzeptablen Kosten lsen will, steht noch nicht fest. Da die Prototypen aufwndige Sicherheitsverfahren durch-laufen mssen, dauert es entsprechend lang, bis ein solches Produkt auf den Markt kommt. Beim Fraunhofer IFF sieht man hier ein Licht: der Einsatz der Simulation. Das Konzept ist noch in einem frhen Stadium, aber in der Grenordnung von 10 Jahren drft en Simulationstools zur Si-cherheitsberprfung verfgbar sein, die von den Unfallversicherungstrgern ak-zeptiert werden, so Roland Behrens.

    Autorin Barbara Stumpp

    SafetyEYE ist das erste sichere Kamerasystem zur 3D-Raumberwachung. Dabei wird intelligente Sensorik mit effektiver Steuerung kombiniert.

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    Pilz

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  • Wenn es im Schaltschrank funktRFID-Sensoren warnen frhzeitig vor Brandgefahren

    Es mssen nicht gleich ein Kabelbruch oder gravierende Mngel bei der Auslegung elektrischer Leitungen sein. An neuralgischen Knoten-punkten wie Schaltschrnken reicht bereits ein fehlerhafter Kontakt, um einen Kabelbrand auszulsen, der zu erheblichen Folgeschden fhren kann. Ein neuartiges Frhwarnsystem erkennt brandgefhrli-che Zustnde in Schaltschrnken, lange bevor es qualmt und raucht.

    N irgendwo sonst beginnen und enden mehr Kabelstre-cken als in Schaltschrnken und nirgends ist die Dichte mglicher Fehlerquellen hher. Was an an-derer Stelle nur begrenzten Schaden an-richten wrde, addiert sich im Wust der Kabel leicht zu einem Problem, das nicht nur fr eine Leitung oder ein einzelnes Ge-rt, sondern fr die gesamte elektrische In-stallation im wahrsten Sinne des Wortes brandgefhrlich werden kann.

    Besonders tckische dabei ist: Probleme bleiben hufi g ber lngere Zeit unent-deckt und haben meist unscheinbare Ursa-chen. Brnde in Schaltschrnken entste-hen in erster Linie durch berlastungen und unsachgem ausgefhrte Elektroins-tallationen: Schraubverbindungen, die nicht mit dem korrekten Drehmoment an-gezogen, falsche Kabelschuhe oder Kabel-schuhe, die nicht richtig verpresst wurden. Dazu kommen uere Einfl sse wie starke Vibrationen, und Alterung spielt natrlich auch eine Rolle, erlutert Dr. Andreas Hennig vom Fraunhofer IMS in Duisburg.

    Die Fraunhofer-Forscher haben ein Frhwarnsystem entwickelt, das kritische Zustnde in Schaltschrnken aufdeckt, be-vor sie zur Gefahr werden. Direkt am Kabel messen passive RFID-Transponder konti-nuierlich die Temperatur und funken die Messergebnisse an ein im Schaltschrank installiertes Lesegert, welches die Daten beispielsweise an eine zentrale Leitstelle oder ein Brandmeldesystem weiter gibt.

    Die Frhwarnung in Kombination mit einer detaillierten und kontinuierlichen Temperaturberwachung ist ein Novum. Derzeit sind in Schaltschrankrumen Rauchmelder oder Rauchabgas-Systeme

    installiert, die bei Rauchentwicklung an-schlagen. Aber wenn der Rauch da ist, ist es lngst zu spt, wei Bernhard Goen von Multicomsystem. Der Geschft sfhrer des Hildener Spezialisten fr technische Ge-budeausrstung ist gerade dabei, den Fraunhofer-Prototyp in seine Produktpa-lette zu bernehmen. Unter der Bezeich-nung TempTag bietet er eine Basis-Vari-ante bereits an.

    Um Temperatur-Hotspots frhzeitig zu entlarven, sind auch regelmige Schalt-schrankinspektionen mit Infrarotkameras blich. Dieses Verfahren hat allerdings gra-vierende Nachteile, sagt Hennig: Die Th ermografi e fi ndet wie alle anderen mess-technischen oder visuellen berwachungs-manahmen nur in gewissen Intervallen

    FeuergefhrlichElektrizitt ist die Brandursache Nummer Eins und das seit mehr als zehn Jahren. Die aktuelle Auswertung der Schadenda-tenbank des Instituts fr Schadenverh-tung und Schadenforschung der ff entli-chen Versicherer (IFS) ergab, dass rund ein Drittel aller vom IFS untersuchten Brnde entweder von Elektrogerten (55 % in diesem Segment) oder Elektro-installationen (28 %) ausgingen.Triff t es ein produzierendes Unterneh-men, bersteigen Brandfolgekosten wie Produktionsausflle die eigentlichen Sachschden hufi g bei Weitem. So re-gulierten deutsche Versicherer in 2011 die Folgen eines Grobrands in einem Metall verarbeitenden Betrieb, der von der ortsfesten Elektroinstallation aus-ging. Von 234 Mio Euro Gesamtschaden entfi elen 179,5 Mio Euro auf die Betriebs-unterbrechung.

    24 03 / 2016

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    statt und wird in der Regel auch nur bei besonderen, kritischen Anlagen ange-wandt. Auerdem erzeugt sie immer nur eine Momentaufnahme, die ber Hot-Spots, die nur zeitweise und vor oder nach der Messung auft reten, nichts aussagt. Kritische Zustnde mssen jedoch nicht zwangslufi g stndig auft reten. Hufi g sind es auch wiederkehrende oder schleichende Prozesse ber lngere Zeitrume, die erst im Laufe der Zeit zu einer realen Gefahr werden und fatale Kettenreaktionen in Gang setzen knnen.

    Typische Ausgangspunkte knnen Schraub- oder Klemmverbindungen mit einem zu geringen Kontaktdruck sein. Der unzureichende Anpressdruck erhht den bergangswiderstand und damit die Ver-lustleistung. Kontakt und Kabel heizen sich auf. Mit den steigenden Temperaturen sinkt die Leitfhigkeit des Kabels, was den bergangswiderstand weiter erhht. Dazu knnen sich im Laufe der Zeit elektroche-mische Probleme addieren oder auch me-chanische: Die Verbindungsmaterialien dehnen sich infolge der Wrmeentwick-lung aus. Fliet dann weniger oder gar kein Strom, khlen sie ab und ziehen sich wie-

    der zusammen. Auf diese Art kann eine stndige mechanische Belastung entstehen, die den Kontakt weiter verschlechtert.

    Kontinuierliche Temperaturmessungen knnen solche Vorgnge schon in einem sehr frhen Stadium aufdecken. Allerdings sind die Bedingungen in Schaltschrnken fr Sensormessungen alles andere als ideal unter anderem, weil die Komponenten im Schrank alle unter Spannung stehen. Das macht es unmglich, einen gewhnli-chen, drahtgebundenen Temperatursensor anzubringen. Wir haben uns deshalb fr Funksensoren auf der Basis von RFID-Technologie entschieden, berichtet Hen-nig. Der Vorteil dieser Lsung: Die Senso-ren knnen drahtlos kommunizieren und brauchen keine kabelgebundene Energie-versorgung oder Batterien.

    Durch ein spezielles Antennendesign und die besondere Anordnung der Anten-nen knnen in einem Schaltschrank 60 oder mehr Transponder betrieben werden. Jeder Sensortransponder hat eine eigene Identifi kationsnummer. So lsst sich jeder Messwert eindeutig zuordnen. Ob die ge-sammelten Informationen dann an ein Brandmeldesystem gehen oder in ein in-

    TECHNIK TIPP

    dustrielles Feldbussystem einfl ieen sollen, bleibt jedem Anwender selbst berlassen. Die Daten werden fr jeden mglichen Anwendungsbereich passend bereitge-stellt, betont Goen. Es sei auch denkbar, mit dem RFID-Sensorsystem via Internet Installationen in autarken Anlagen wie Off -Shore-Windkraft anlagen fern zu ber-wachen oder es auf Lokomotiven oder Schiff en einzusetzen. Es gibt inzwischen einige Anfragen zu unserem System, so Goen.

    Autorin Michaela Neuner

    Die RFID-Sensoren Frequenzbereich: 866 MHz kom-men auf eine Lesereichweite von bis zu einem Meter.

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  • Risiko Lieferkette:Belastbares Netzwerk ist ein Muss Wie Unternehmen nach dem Erdbeben in Japan die Krise managen

    Naturkatatstrophen wie die Erbeben in Japan, die im April diesen Jahres viele Zuliefer getroff en haben, zeigen wie fragil die globalen Lieferketten sind. Auch wenn vorab alle Risiken betrachtet werden, triff t der Strfall ein, muss ein funktionierendes Krisenmanagement sofort einsatzbereit sein.

    D ie wirtschaft lichen Auswirkungen der beiden Erdbeben im japani-schen Kumamoto, bei dem am 16. April 2016 Dutzende von Menschen umkamen, wirk-ten sich gravierend aus. Die Lieferketten zahlreicher in- und auslndischer Industrieunternehmen wurden massiv beein-trchtigt, erklrt Horst Wiedmann, Leiter Strategische Materialwirtschaft und Zentrale Services beim Automobilzuliefe-rer ZF und Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Material-wirtschaft , Einkauf und Logistik e.V. (BME).

    Nach Angaben des BME mussten mehrere Automobilhersteller, darunter General Motors, Toyota, Honda und Nissan, vorberge-hend ihre Werke in Japan schlieen. Sony stoppte die Herstellung von Bildsensoren fr Kameras, weil dort ebenfalls ein Werk be-schdigt wurde. Wie in anderen Fabriken der Umgebung ist ein Neustart der Montage nicht so schnell mglich, da viele Gebude einzustrzen drohen. Alle betroff enen Unternehmen stehen jetzt vor der Aufgabe, die betroff enen Logistikketten durch andere Lie-feranten kurzfristig zu berbrcken. Wiedmann: Die jngste Na-turkatastrophe hat wieder einmal gezeigt, wie komplex und ver-letzlich die modernen globalen Supply Chains sind. Jetzt sind alle die Unternehmen im Vorteil, die ihr Risiko- und Beschaff ungsma-nagement rechtzeitig gegen pltzliche Strungen der Lieferkette wetterfest gemacht haben. Risikoprvention und schnelle Krisen-reaktion durch gezielte Manahmenplanung seien in einer immer fragiler werdenden Welt unerlsslich. Das habe die jngste Katast-rophe in Japan einmal mehr besttigt.

    Einkaufs- und Supply-Chain-Experten von ZF seien hnlich wie die Teams von Bosch und Continental seitdem vor Ort, um die durch das Erdbeben entstandenen logistischen Probleme zu lsen. Parallel dazu gebe es bei ZF tgliche Krisenmanagement-Meetings, um die Auswirkungen des Erdbebens auf die ZF-Liefer-ketten zu mildern. Wie andere Global Player arbeiten japanische

    Her-steller elektronischer Bauteile fr ZF, das zu den weltweit fhrenden Unternehmen auf dem Gebiet der Antriebs-, Fahrwerk- und Sicherheits-technik gehrt. Wenn diese Zulieferer kurz-fristig ausfallen, msse schnell gehandelt werden. Dann erweise sich, wie fl exibel das Risikomanagement und wie belastbar das Supplier-Netzwerk der Unternehmen sei. Firmen, die auch nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima weiter ohne Zweitlieferanten operierten, htten jetzt das Nachse-hen. Single Sourcing sei in einer immer globaler werdenden Welt mit fortschreitender Digitalisierung der Wirtschaft ein Auslauf-modell. ZF habe wie andere Branchenunternehmen mit erhebli-chen Produktionsausfllen in Japan zu kmpfen. Fabrikhallen sei-en teilweise erheblich beschdigt, zerstrte Maschinen und Anlagen mssten neu aufgebaut werden. Viele Lieferanten mssen sich angesichts ausfallender Lieferungen auf hhere Gewalt beru-fen und htten deshalb Force Majeure fr sich reklamiert.

    Risikomanagement: Auf Strflle vorbereitet seinDieses aktuelle Beispiel zeigt, dass man nicht jeden Strfall vorhersehen kann, aber darauf vorbereitet sein muss. Um Risiken in der Lieferkette zu erkennen, setzen Unternehmen in der Regel auf eigene Informatio-

    26 03 / 2016

    EINKAUF PRAXIS

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  • EINKAUF PRAXIS

    Resilience Index 2016: Auswirkungen von Terrorismus und niedrigen lpreisen auf die globalen Lieferketten In der dritten Ausgabe des FM Global Resilience Index 2016 sind rcklufi ge lpreise der Grund fr Norwegens Abfall auf den zweiten Platz. An die Stelle des lproduzenten tritt 2016 nun-mehr die Schweiz, die im vergangenen Jahr noch auf Platz 2 lag. Das lreiche Kuwait erlebt einen starken Abstieg (von Platz 50 im letzten auf Platz 59 in diesem Jahr), da das Bruttoinlands-produkt von den geringeren lpreisen schwer getroff en wurde. Auf hnli-che Weise litt die wirtschaftliche Produktivitt in Kolumbien, das von Platz 110 auf 119 abrutscht. Allerdings wirken die Rohlprei-se in zwei Richtungen. Armenien (Platz 52, 2015: 83) und Malawi (Platz 84, 2015: 111) haben aufgrund einer hheren Resilienz ge-genber lpreisvernderun-gen die meisten Pltze im Index gut gemacht. Da ihr lverbrauch gesunken ist, sind die Ln-der den Dynamiken des lmarkts weniger ausgesetzt. vulla faccumsan vel essit il ullan vel eniamet ipit dignim ing eros augait eumsan vel utatem dui blaorem velenim iliquissequi bla

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    en

    Bohren. Reiben. Gewinden. Frsen.

    nen und den direkten Kontakt zu den Lieferanten. Viele Unternehmen greifen zustzlich auf die Daten von externen Finanzdatenbanken zu-rck. Unternehmen sollten vor dem Hintergrund einer zunehmenden Komplexitt die Leistungsfhigkeit ihrer kritischen Lieferanten analy-sieren, um Frhwarnindikatoren fr Risiken entwickeln zu knnen, stellt Dr. Michael Munsch, Vorstand von Creditreform Rating fest. Be-sonders die zunehmende Abhngigkeit von wenigen Lieferanten im Zuge der Lieferantenbndelung erfordert bei Unternehmen ein qualifi -ziertes Erkennen und Bewerten von Frhwarnsignalen fr eine gefhr-dete Lieferantenbeziehung. Sollte trotz dieser Informationen eine

    Lieferkette zerreien, muss ein ausgeklgeltes Risikomangement einsetzen, das mit alternativen Transportwegen, einem al-

    ternativen Zulieferernetzwerk und erhhten Be-stnden operiert. Niemand kann Art und

    Ort von mglichen Ausfllen vorher-sagen. Daher spielen vor allem

    Netzwerke, die fl chen-deckend prsent

    sind und an

    jedem Standort in-tervenieren knnen, ihre Strken aus. Anhand von fest defi nierten und vorab ausgehandelten Standards fr Volumina, Reaktionsschnelligkeit und Sicherheit steht die-ser dann vor der Aufgabe, Notfallszenarien durchzu-spielen und alternative Plne zu entwickeln.

    Autorin Kathrin Irmer

    TuE_2016_03_26-27_Einkauf_Ausfall_Lieferketten.indd 27TuE_2016_03_26-27_Einkauf_Ausfall_Lieferketten.indd 27 24.05.2016 14:52:5524.05.2016 14:52:55

  • EINKAUF PRAXIS

    28 03 / 2016

    Risikoprvention in der Praxis SCR-Management bei Husqvarna

    Weltweite Lieferketten unterliegen Risiken und Gefhrdungen. Sie sind die Lebensadern global agierender Unternehmen. Husqvarna sorgt aktiv dafr, dass es bei einer Unterbrechung der Versorgungskette nicht zu Produktionsausfllen kommt, damit das wirtschaftliche berleben des Unternehmens jeder-zeit gesichert ist.

    D er Name Husqvarna ist bekannt nicht jeder jedoch wei, dass hinter Husqvarna ein Tra-ditionsunternehmen steckt, welches sich in den letzten Dekaden immer wieder neu defi niert hat: Musketen, Nhmaschinen und Fahr- und Motorrder wurden abgelst durch hochwer-tige Gerte fr Forst, Garten und Bau. Die Neu-ausrichtungen als auch die Integration von Zukufen und der generelle Trend der Globalisierung stellen somit vor allem den Einkauf immer wieder vor Herausforderungen: Das Liefernetzwerk von Husq-varna ist geprgt von komple-xen Strukturen im globalen Umfeld die Folge ist ein kontinuierlich gesteigerter Bedarf an Transparenz ber Risiken im Fall ei-ner Strung innerhalb dieser Liefernetzwerke.

    In dem wettbe-werbs-umkmpft en Markt von Husqvarna ist die Verfgbarkeit zum Kunden auch bei kurzfristigen Nach-frageerhhungen oder bei Lieferantenausfllen entscheidend. Der Einkauf hat zum Ziel, die Versorgung in der Lieferkette nach-haltig sicherzustellen. Darber hinaus gilt es, Transparenz ber Compliance- und CSR-relevante Th emen zu schaff en, denn gerade als ff entlich gelistetes Unternehmen darf das Unternehmens-image nicht gefhrdet werden. Das berwachen und Bewerten von Gefhrdungspotenzialen entlang der weltweiten Lieferketten ist daher ein Muss, sagt Martin Austermann, Chief Procurement Offi cer bei Husqvarna. Husqvarna baut hier auf drei Sulen:1. Risikoprvention:Sowohl im bestehenden Lieferantenstamm als auch bei der Aus-wahl neuer Lieferanten ist es Husqvarna wichtig, prventiv Ge-fhrdungspotenziale zu identifi zieren. So knnen bei bestehenden Lieferanten mgliche Ausflle bereits im Vorfeld eingedmmt wer-den sowie bei potenziellen Lieferanten die Risikoinformationen

    fr die Bewertung, Analyse und Vergleich von Geschft spartnern genutzt werden.2. Krisenreaktion: Husqvarna erhlt beim Eintritt von Risikoereignissen nahe Echt-zeit alle relevanten Daten ber betroff ene Lieferanten, Werke, Lie-ferketten und Warengruppen zur Verfgung gestellt. Denn nicht alle Ereignisse lassen sich im Vorfeld vorhersagen. Wir wollen die ersten sein, die informiert werden und knnen uns nicht darauf verlassen, dass die Lieferanten sich im Krisenfall proaktiv melden, fgt Austermann hinzu. Es geht um Geschwindigkeit Husqvarna kann so schneller reagieren und mit der verkrzten Reaktionszeit Kosten und wertvolle Zeit einsparen, um sich einen Wettbewerbs-vorsprung zu sichern. 3. Manahmenplanung: Fr alle Arten von Gefhrdungen werden proaktiv in einem nchsten Schritt geeignete Manahmen defi niert. Husqvarna

    Bild:

    Husq

    varn

    a

    Seit mehr als 50 Jahren entwickelt Husqvarna Hochleistungswerkzeuge, die fr Garten, Forst und Landschaftsbau konzipiert sind.

    TuE_2016_03_28-29_Praxisbeispiel_Lieferkettenmanagement.indd 28TuE_2016_03_28-29_Praxisbeispiel_Lieferkettenmanagement.indd 28 24.05.2016 14:55:3324.05.2016 14:55:33

  • EINKAUF PRAXIS

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    kann so prventiv Gefhrdungen vermeiden bzw. vermindern oder im Risikofall das jeweils der aktuellen Situation und dem

    entsprechenden Risiko angepasste Manahmenpaket sofort aktivieren.

    Husqvarna setzt fr die Umsetzung die Supply Chain Risk Management SaaS Lsung von riskmethods um.

    Das Risikouniversum, welches hiermit berwacht wird, umfasst alle Arten von Risiken, wie zum Bei-

    spiel Compliance, Qualitt, Preisschwankungen oder fi nanzielle Risiken. Da Unterbrechungen in

    der Lieferkette nicht nur vom Lieferanten direkt ausgehen mssen, werden auch Risiken be-

    rcksichtigt, welche deren Standorte, Lnder oder logistische Knotenpunkte betreff en

    wie Naturkatastrophen, Streiks, Einfuhr-bestimmungen oder politische Risiken.

    Die Daten werden automatisiert ange-bunden. Zweimal tglich fi ndet zum Beispiel eine Sanktionslistenprfung statt. Der automatische Abgleich mit

    40Sanktionslisten wird fr bestehende und fr neue Lieferanten durchgefhrt. Darber hinaus wertet der riskmethods Risk Intelligence Service Risikoinformationen aus dem gesamten Web aus.

    Durch die Globalisierung und Fokussierung auf das Kernge-schft ist das Liefernetzwerk sehr vernetzt und mehr komplex ge-worden. Um hier Transparenz sicherzustellen, hat sich Husqvarna

    dafr entschieden, alle direkten Lieferanten in die Risikoberwa-chung mit einzubeziehen. Zustzlich werden fr Lieferanten mit hoher strategischer Bedeutung die Substrukturen identifi ziert und auch die Sublieferanten ins Risikomanagement aufgenommen. Dies trgt der aktuellen Studie Supply Chain Resilience 2015 des Business Continuity Institutes Rechnung, die besagt, dass 50 % der Lieferkettenunterbrechungen unterhalb der direkten Lieferanten stattfi nden. Husqvarna ist Vo