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SOCIAL JOURNALISM-STUDIE 2016 DEUTSCHLAND Wie bewerten und nutzen Journalisten soziale Medien in ihrer Arbeit? 19% 35% 28% 9% 9% 2016

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SOCIAL JOURNALISM-STUDIE 2016 DEUTSCHLAND

Wie bewerten und nutzen Journalistensoziale Medien in ihrer Arbeit?

19%

35%28%

9%9%

2016

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2Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Einführung

Die fünfte jährliche Social Journalism-Studie, die von Cision und der Canterbury Christ Church University durchgeführt wurde, ist die neueste Ausgabe einer Reihe von internationalen Berichten, die untersuchen, wie Journalisten soziale Medien in ihrer Arbeit und für die Kommunikation mit PR-Fachleuten nutzen.

twitter.com/Cision_DE www.linkedin.com/company/cision-germany-gmbh

www.xing.com/companies/cisiongermanygmbh

plus.google.com/117443048383010836270/posts

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3Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

1.

Die Nutzung sozialer Medien bei deutschen Journalisten steigt weiterhin an. 79% der Befragten nutzen täglich soziale Medien.

4. Mehr als die Hälfte der deutschen Journalisten ist der Ansicht, dass soziale Medien ihre berufliche Rolle grundlegend verändert haben.

7. Soziale Medien ändern nichts daran, welche Quellen Journalisten am wichtigsten sind.

2. Deutsche Journalisten nutzen eine Vielzahl an verschiedenen sozialen Medien, wobei soziale Netzwerke wie z. B. Facebook am häufigsten verwendet werden.

5.

Online-Journalisten interagieren in sozialen Medien am meisten mit ihrer Zielgruppe, während Magazin-Journalisten sich am wenigsten von sozialen Medien beeinflusst fühlen.

8. E-Mails sind weiterhin die bevorzugte Kontaktmethode zwischen Journalisten und PR-Fachleuten. Dieses Muster ändert sich durch soziale Medien nicht.

3. Deutsche Journalisten nutzen soziale Medien für viele verschiedene berufliche Aufgaben. Am wichtigsten ist die Nutzung von Plattformen zur Publikation, Medienbeobachtung und zur Interaktion mit der Zielgruppe.

6. Freiberufliche Journalisten nutzen häufig Blogs, wohingegen fest angestellte Journalisten mehr mit ihren Zielgruppen interagieren.

9. Unter den typischen Nutzergruppen sozialer Medien sind die „Beobachter” weiterhin die größte. Die Meinungen zu sozialen Medien sind bei deutschen Journalisten heute weniger gespalten als vor vier Jahren.

Die Ergebnisse aus diesem Jahr zeigen, dass der Gebrauch sozialer Medien bei deutschen Journalisten weiterhin ansteigt. Dabei nutzen viele Journalisten die sozialen Medien täglich. Netzwerke wie Facebook sind besonders beliebt für eine Reihe an beruflichen Aufgaben, gefolgt von Mikroblogs wie Twitter und Snapchat. Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass die Art und Weise, wie soziale Medien im Berufsalltag integriert werden, sowie der Grund für die Nutzung sozialer Medien von verschiedenen professionellen und demographischen Faktoren beeinflusst wird. Weiterhin lassen sich Journalisten auch in diesem Jahr in fünf typische Nutzergruppen einteilen, die auf jeweils unterschiedliche Weise soziale Medien anwenden und mit PR-Fachleuten kommunizieren. Wie auch im Jahr 2014 stellen die „Beobachter” die größte Gruppe dar. Die Anzahl der „Skeptiker“ und „Architekten“ hat sich reduziert.

Zentrale Ergebnisse der Studie:

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4Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Die Mehrheit der befragten Journalisten (79%) gaben an, dass sie täglich soziale Medien im Beruf nutzen. Insgesamt sagten 30% aus, dass sie mehr als zwei Stunden am Tag mit sozialen Medien verbringen. Die Nutzung sozialer Medien bei deutschen Journalisten ist heute höher als vor drei Jahren (Tabelle 1) und die Anzahl der Journalisten, die sie nicht verwenden, sank von 15% auf 6%. Auf die Frage nach der zukünftigen Nutzung antworteten

59% der Befragten, dass sie die sozialen Medien voraussichtlich häufiger im Beruf verwenden werden. Die Nutzung könnte also in den kommenden Jahren durchaus noch weiter zunehmen. Die vermehrte Nutzung in den vergangenen drei Jahren ist darauf zurückzuführen, dass auch Journalisten die sozialen Medien verwenden, die diese zuvor selten oder gar nicht nutzten.

Tabelle 1: Zeit, die deutsche Journalisten täglich mit sozialen Medien verbringen

ErgEbnis nr. 1

Die Nutzung sozialer Medien bei deutschen Journalisten steigt weiterhin an. 79% der Befragten nutzen täglich soziale Medien.

2013 2016

15%

6%

Bis zu 2 Stunden

58%

64%

2-4 Stunden

19%16%

4-8 Stunden

7%

12%

Mehr als 8 Stunden

2% 2%

Keine

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5Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Weitere Analysen ergaben, dass neben allgemeinen Trends auch eine Reihe an professionellen und demographischen Faktoren den Zeitaufwand beeinflussen, den Journalisten während eines Arbeitstages auf soziale Medien verwenden. Einer dieser Faktoren ist die Art von Inhalten, die ein Journalist produziert (Tabelle 2). Journalisten, die hauptsächlich Nachrichten schreiben, nutzen soziale Medien tendenziell länger und häufiger als Journalisten, die zum Beispiel Reportagen, Rezensionen und Kolumnen schreiben. 24% aller Befragten, die Nachrichten produzieren, gaben an, mehr als vier Stunden am Tag mit sozialen Medien zu verbringen, während dies bei nur 12% aller Befragten der Fall war, die keine Nachrichten schreiben.

Ein weiterer Einflussfaktor ist das Alter (Tabelle 2). Unter den Befragten nutzen jüngere Journalisten soziale Medien häufiger als ihre älteren Kollegen. Am seltensten tun dies Journalisten in der Altersgruppe 46+. Dort gaben 9% an, mehr als vier Stunden am Tag soziale Medien zu nutzen, während es in der Altersgruppe 28-45 16% und unter den 18- bis 27-Jährigen ganze 21% waren.

Professionelle und demographische Faktoren beeinflussen den Zeitaufwand, den Journalisten täglich auf soziale Medien verwenden.

Nutzen soziale Medien tendenziell länger & häufiger: Junge Journalisten und Journalisten, die v.a. Nachrichten produzieren.

Tabelle 2: Zeit, die deutsche Journalisten täglich mit sozialen Medien verbringen, nach Art der produzierten Inhalte und Altersgruppe

Produzierte Inhalte Alter

Nachrichten Andere 18-27 28-45 46+

Keine 3% 7% 9% 4% 10%

Bis zu 2 Stunden 53% 69% 48% 63% 71%

2-4 Stunden 20% 13% 22% 17% 10%

4-8 Stunden 22% 9% 17% 14% 7%

Mehr als 8 Stunden

2% 3% 4% 2% 2%

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6Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Zwar nutzen Journalisten in ihrer Arbeit eine weite Spannbreite von sozialen Medien, soziale Netzwerke wie zum Beispiel Facebook, Google+ und Ello spielen dabei aber die wichtigste Rolle. Als Tools zur Veröffentlichung und Promotion von Inhalten sind sie weit verbreitet und werden von 79% aller Befragten zu diesem Zwecke genutzt. Soziale Netzwerke sind auch das Mittel, das am häufigsten zur Recherche eingesetzt wird. Etwa zwei Drittel der Befragten (62%) nutzen sie für diese Aufgaben. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Nutzung aller Arten von sozialen Medien bei deutschen Journalisten erhöht, mit Ausnahme von Content Communities wie zum Beispiel Periscope und Wikipedia, die 2011 zu den

beliebtesten Recherchetools gehörten (68%, Tabelle 3), dieses Jahr aber nur von 37% zur Recherche genutzt werden. Mikroblogs dagegen werden wesentlich häufiger genutzt als 2011, ganz besonders zur Veröffentlichung und Promotion von Content (Steigerung von 25% in 2011 auf 60% in 2016). Dies spiegelt die wachsende Beliebtheit von Twitter in Deutschland während dieser Zeit wider. Blogs sind ebenfalls wichtiger für die journalistische Arbeit geworden. So fällt auf, dass mehr als die Hälfte aller befragten Journalisten (57%) mithilfe von Blogs recherchieren.

Tabelle 3: Die Nutzung verschiedener sozialer Medien durch deutsche Journalisten

Zur Veröffentlichung/Promotion Zur Recherche

2011 2016 2011 2016

LinkedIn, XING, usw. (Berufliche Netzwerke)

16% 39% 15% 32%

Blogs 24% 44% 21% 57%

Facebook, Google+, Ello, usw. (Soziale Netzwerke)

52% 79% 32% 62%

YouTube, Instagram, usw. (Audio-visuelle Netzwerke)

22% 47% 22% 45%

Twitter, Snapchat, usw. (Mikroblogs) 25% 60% 12% 36%

Vine, Periscope, Wikipedia, etc. (Content Communities)

28% 11% 68% 37%

ErgEbnis nr. 2

Deutsche Journalisten nutzen eine Vielzahl an verschiedenen sozialen Medien, wobei soziale Netzwerke wie z. B. Facebook am häufigsten verwendet werden.

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7Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Professionelle und demographische Variablen haben Einfluss darauf, welche Plattformen ein Journalist verwendet. Zum Beispiel nutzen die befragten Journalisten, die Nachrichten produzieren, häufiger Mikroblogs zur Publikation und Promotion ihrer Inhalte (80%) als die Befragten, die hauptsächlich Reportagen, Rezensionen oder Kolumnen schreiben (61%). Letztere nutzen dagegen eher Blogs zur Recherche (63% im Vergleich zu 57%). In Bezug auf das Alter ist festzustellen, dass ältere Journalisten

öfter professionelle Netzwerke zur Recherche nutzen (42% in der Altersgruppe 46+ im Vergleich zu 4% bei 18- bis 27-Jährigen). Für jüngere Journalisten sind Blogs die wichtigste Plattform für Recherchen (65% im Vergleich zu 51% in der Altersgruppe 46+).

79% der Journalisten nutzen die sozialen Netzwerke zur Veröffentlichung/ Promotion eigener Inhalte.

Professionelle und demographische Variablen haben Einfluss darauf, welche Plattformen ein Journalist verwendet.

Für die Recherche nutzen Journalisten vor allem soziale Netzwerke (62%) und Blogs (57%).

Die Nutzung aller Arten von sozialen Medien hat sich bei deutschen Journalisten erhöht, mit Ausnahme von Content Communities.

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8Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

In Deutschland nutzen Journalisten soziale Medien für unterschiedliche Zwecke (Ta-belle 4). Sie werden allerdings als besonders wichtig angesehen, um eigene Inhalte zu publizieren, Medien zu beobachten und mit der eigenen Zielgruppe zu interagieren. Für die Hälfte der Befragten sind soziale Medien sehr wichtig, um Inhalte zu veröffentlichen und zu promoten. 39% finden sie sehr wichtig, um andere Medien und öffentliche Diskussionen zu beobachten und 43%, um mit dem eigenen Publikum in Kontakt zu bleiben (Tabelle 4). Dagegen hält nur ein Drit-tel der Befragten die sozialen Medien für sehr wichtig zum Netzwerken und 28% denken dasselbe über die Recherche.

Die Bedeutung sozialer Medien für Publikation, Monitoring und Interaktion zeigt sich auch in der folgenden Liste ausgewählter Aufgaben, die mithilfe sozialer Medien täglich oder sogar stündlich ausgeführt werden (Tabelle 5). Hier wird deutlich,

dass sich im Gegensatz zu 2013 die Nutzung sozialer Medien durch deutsche Journalisten zunehmend diversifiziert hat. Möglicherweise macht gerade ihre Flexibilität und vielseitige Einsetzbarkeit soziale Medien besonders attraktiv.

Tabelle 4: Wie wichtig sind soziale Medien für berufliche Aufgaben deutscher Journalisten?

Gar nicht wichtig

Nicht sehr wichtig

Einigermaßen wichtig

Wichtig Sehr wichtig

Inhalte veröffentlichen und promoten

6% 7% 13% 24% 50%

Andere Medien beobachten / Aktuelle Ereignisse verfolgen

3% 8% 15% 34% 39%

Mit meiner Zielgruppe interagieren

5% 8% 16% 28% 43%

Netzwerken 5% 9% 19% 35% 33%

Recherche 5% 16% 19% 31% 28%

Informationen über-prüfen oder verifizieren

13% 25% 28% 24% 11%

Deutsche Journalisten nutzen die sozialen Medien heute wesentlich vielfältiger als in den vergangenen Jahren.

ErgEbnis nr. 3

Deutsche Journalisten nutzen soziale Medien für viele verschiedene berufliche Aufgaben. Am wichtigsten ist die Nutzung von Plattformen zur Publikation, Medienbeobachtung und zur Interaktion mit der Zielgruppe.

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9Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

36%BEITRäGE VON LEUTEN LESEN, DENEN

SIE FOLGEN

62%

37% DISKUSSIONEN üBER EIGENE INHALTE IN DEN SOZIALEN MEDIEN VERFOLGEN

57%

22%AUF KOMMENTARE ANTWORTEN, DIE SIE AUF SOCIAL

MEDIA-WEBSEITENBEZüGLICH IHRER ARBEIT ERHALTEN

48%

25%EINEN EIGENEN KOMMENTAR IN EINEM SOZIALEN NETZWERK ODER EINER MIKROBLOGGING-WEBSEITE VERöFFENTLICHEN

43%

15%INHALTE AUF EINER MIKROBLOGGING-WEBSEITE ERNEUT

VERöFFENTLICHEN

33%

15% SOZIALE MEDIEN NUTZEN, UM NEUE LEUTE KENNENZULERNEN

26%

6%EINE GESCHICHTE VERöFFENTLICHEN ALS REAKTION AUF

INFORMATIONEN, DIE SIE INNERHALB SOZIALER NETZWERKE GEFUNDEN HABEN

14%

Tabelle 5: Täglich oder stündlich mit sozialen Medien durchgeführte Aufgaben

Aufgabe2013 2016

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10Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

ErgEbnis nr. 4

Insgesamt herrscht bei vielen deutschen Journalisten der Eindruck, dass soziale Medien ihre Arbeit stark beeinflussen. Das trifft besonders auf die Journalisten zu, die sie häufig nutzen. Mehr als die Hälfte (53%) der Befragten ist der Meinung, dass soziale Medien ihre Rolle als Journalisten grundlegend verändert haben, und 42% sagten aus, dass sie ohne diese erst gar nicht arbeiten könnten. 2012 stimmten nur 18% dieser letzten Aussage zu. Während die Nutzung sozialer Medien bei deutschen Journalisten also anstieg, wuchs auch die Bedeutung, die ihnen für den Berufsalltag zugeschrieben wird. Die Ansichten zur Auswirkung sozialer Medien auf die Produktivität folgen einem ähnlichen Muster (Tabelle 6).

2012 stimmten 30% der Befragten zu, dass soziale Medien ihre Produktivität gesteigert haben. Während es 2016 ganze 41% waren. Die Meinungen darüber, wie sich soziale Medien auf den Beruf des Journalisten als solchen auswirken, haben sich etwas anders entwickelt. Hier sind die Zahlen in 2016 denen von 2012 erstaunlich ähnlich. In beiden Jahren stimmte etwa die Hälfte deutscher Journalisten der Aussage zu, dass soziale Medien traditionelle journalistische Werte – wie zum Beispiel Objektivität – untergraben (Tabelle 6). Eine leicht geringere Anzahl sieht hingegen eine positive Auswirkung auf ihren Beruf (41% in 2016).

53% der Befragten meinen, dass soziale Medien ihre Rolle als Journalisten grundlegend verändert haben.

Die Zahlen in Tabelle 6 zeigen, dass die Meinungen bezüglich sozialer Medien bei deutschen Journalisten oft geteilt sind. Dabei tendiert eine Gruppe oft zu einer positiveren Sicht auf sie, während die andere ihnen kritischer gegenübersteht. Ein Faktor, der dies zu beeinflussen scheint, ist die mehr oder weniger starke Nutzung der Plattformen.

Bild 1 veranschaulicht, dass die Zeit, die Journalisten mit sozialen Medien verbringen, und eine optimistische Sichtweise derselben positiv miteinander korrelieren. Zum Beispiel gaben 43% der Journalisten, die bis zu zwei Stunden am Tag soziale Medien nutzen, auch an, dass die Tools ihre Produktivität gesteigert hätten. Bei denjenigen, die mehr als vier Stunden am Tag soziale Medien nutzen, liegt die Zahl bei 63%.

Mehr als die Hälfte der deutschen Journalisten ist der Ansicht, dass soziale Medien ihre berufliche Rolle grundlegend verändert haben.

Tabelle 6: Anteil an Journalisten, die den folgenden Aussagen zustimmen

2012 2016

Ohne soziale Medien könnte ich meine Arbeit nicht ausführen.

18% 42%

Durch soziale Medien ist meine Arbeit produktiver geworden.

30% 41%

Soziale Medien untergraben traditionelle journalistische Werte.

47% 51%

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11Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Bild 1: Beziehung zwischen der Häufigkeit, mit der deutsche Journalisten soziale Medien nutzen, und ihrer Meinung über sie

80%

90%

70%

60%

50%

40%

30%

20%

10%

0%AN

TEIL

AN

JO

UR

NA

LIST

EN, D

IE D

ER A

USS

AG

E ZU

STIM

MEN

ZEIT, DIE TÄGLICH MIT SOZIALEN MEDIEN VERBRACHT WIRD

Keine Bis zu 2 Stunden 2 bis 4 Stunden Mehr als 4 Stunden

Ohne soziale Medien könnte ich meine Arbeit nicht

ausführen.

Durch soziale Medien ist meine

Arbeit produktiver geworden.

Soziale Medien haben meine Rolle als

Journalist grundlegend verändert.

Soziale Medien untergraben traditionelle

journalistische Werte.

71%

13%

10%

77%

67%

60%

43%

63%

76%

55%

51%

33%

41%

8%

37%

81%

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12Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Auch wenn die Grenzen zwischen den Mediengattungen infolge neuer Technologien und moderner Medienpraxis verschwimmen, lässt sich dennoch feststellen, dass unterschiedliche Arten von Journalisten soziale Medien auf verschiedene Weise nutzen. Unsere Umfrage zeigt, dass Online-Journalisten soziale Medien häufiger verwenden als ihre Kollegen aus dem Print-Bereich und dass Zeitungs-Journalisten wiederum soziale Plattformen öfter nutzen als Magazin-Journalisten (Tabelle 7).

Tabelle 7: Zeit, die deutsche Journalisten beruflich mit sozialen Medien verbringen

Magazin- Journalisten

Zeitungs- Journalisten

Online- Journalisten

Keine berufliche Nutzung 9% 11% 3%

Wenige Stunden im Monat 13% 5% 3%

Wenige Stunden in der Woche 17% 5% 3%

Bis zu 1 Stunde am Tag 26% 37% 12%

1-2 Stunden am Tag 24% 21% 34%

2-4 Stunden am Tag 6% 13% 21%

4-8 Stunden am Tag 5% 8% 17%

Mehr als 8 Stunden am Tag 0% 0% 6%

Online-Journalisten verwenden soziale Medien häufiger als Journalisten aus dem Print-Bereich.

Zeitungs-Journalisten nutzen soziale Plattformen öfter als Magazin-Journalisten.

ErgEbnis nr. 5

Online-Journalisten interagieren in sozialen Medien am meisten mit ihrer Zielgruppe, während Magazin-Journalisten sich am wenigsten von sozialen Medien beeinflusst fühlen.

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13Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Online-Journalisten nutzen eher eine Vielzahl an verschiedenen Plattformen für viele unterschiedliche Aufgaben. Zum Beispiel gaben 94% aller befragten Online-Journalisten an, dass sie soziale Netzwerke zur Publikation und Promotion nutzen – bei Zeitungs-Journalisten waren es 79% und bei Magazin-Journalisten 73%. Online-Journalisten sagten auch aus, dass sie mit ihrer Zielgruppe mehr interagieren als Print-Journalisten (84% Online-Journalisten, 70% Zeitungs-Journalisten und 60% Magazin-

Journalisten). Sie nutzen auch Blogs häufiger zur Publikation (69%, dagegen 24% Zeitungs-Journalisten und 31% Magazin-Journalisten) und zur Recherche (75%, dagegen 42% Zeitungs-Journalisten und 52% Magazin-Journalisten). Diese Vergleiche zeigen, dass Magazin-Journalisten die sozialen Medien am seltensten nutzen und am wenigsten vielseitig einsetzen. Außerdem haben sie am wenigsten positive Ansichten zu den Auswirkungen von sozialen Medien auf ihre Arbeit und den Berufsstand (Bild 2).

Bild 2: Anteil an Journalisten, die den folgenden Aussagen zustimmen

Ohne soziale Medien könnte ich meine Arbeit nicht ausführen.

Durch soziale Medien ist meine Arbeit produktiver geworden.

Aufgrund sozialer Medien interagiere ich mehr mit meiner Zielgruppe.

Soziale Medien untergraben traditionelle journalistische Werte.

Alles in allem haben soziale Medien einen positiven Einfluss auf den Journalismus.

MAGAZIN-JOURNALISTEN

23%21%

28%

60%

61%

ZEITUNGS-JOURNALISTEN

34%

32%

50%

70%

62%

ONLINE-JOURNALISTEN

60%

53%

56%

84%

38%

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14Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Der Beschäftigungsstatus deutscher Journalisten hat ebenfalls einen Einfluss darauf, ob und wie sie soziale Medien annehmen. Freiberufliche Journalisten, die soziale Medien nutzen, verwenden darauf tendenziell mehr Zeit als fest angestellte (Tabelle 8). Etwa ein Drittel aller Freiberufler gab an, dass sie eine bis zwei Stunden am Tag mit sozialen Medien arbeiten, während es bei den Journalisten mit Festanstellung nur ein Viertel war. Allerdings ist anzumerken, dass der Anteil an Journalisten, die soziale Medien gar nicht nutzen, bei den Freiberuflern höher war (8% im Vergleich zu 5%).

Tabelle 8: Zeit, die deutsche Journalisten beruflich auf soziale Medien verwenden

Fest angestellt Freiberufler

Keine berufliche Nutzung 5% 8%

Wenige Stunden im Monat 9% 6%

Wenige Stunden in der Woche

9% 7%

Bis zu 1 Stunde am Tag 27% 16%

1-2 Stunden am Tag 24% 34%

2-4 Stunden am Tag 14% 14%

4-8 Stunden am Tag 11% 12%

Mehr als 8 Stunden am Tag 1% 3%

ErgEbnis nr. 6

Freiberufliche Journalisten nutzen häufig Blogs, wohingegen fest angestellte Journalisten mehr mit ihren Zielgruppen interagieren.

Freiberufliche und fest angestellte Journalisten nutzen die sozialen Netzwerke auf verschiedene Weise.

56% der freiberuflichen Journalisten sind der Meinung, dass soziale Medien einen positiven Einfluss auf den Journalismus haben.

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15Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Auch in der Art der Aufgaben, die mithilfe sozialer Medien gelöst werden, gibt es Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Zum Beispiel finden Freiberufler soziale Medien zur Veröffentlichung und Promotion (78%) sowie zur Recherche (63%) wichtiger als Festangestellte (jeweils 70% und 56%). Letztere messen sozialen Medien dagegen mehr Bedeutung für die Interaktion mit ihrer Zielgruppe bei (72% im Vergleich zu 67% bei den Freiberuflern). Die beiden Gruppen unterscheiden sich auch darin, wie sie spezifische Plattformen nutzen. Freiberufliche Journalisten nutzen besonders häufig Blogs - 61% von ihnen gaben an, Blogs zur Veröffentlichung und Promotion zu verwenden, und 72% zur Recherche. Die Zahlen für fest angestellte Journalisten liegen bei 34% für Veröffentlichung/Publikation und 52% für Recherche.Darüber hinaus haben Freiberufler eine andere Sichtweise auf soziale Medien. In der Regel glauben sie an eine stärkere und positivere Auswirkung sozialer Medien auf ihren Beruf als ihre fest angestellten Kollegen (Bild 3). Beispielsweise sagten 30% der Festangestellten aus, dass sie ohne soziale Medien nicht arbeiten könnten, während ganze

54% der Freiberufler dieser Meinung waren. 46% der Freiberufler gaben außerdem an, dass soziale Medien sich positiv auf den Journalismus auswirken, während nur 35% der Festangestellten dieser Aussage zustimmten.

Bild 3: Anteil an Journalisten, die der Aussage zustimmen

FEST ANGESTELLT FREIBERUFLER

34%

46%

43%

30%

47%

59%

35%

54%

56%

46%

Ohne soziale Medien könnte ich meine Arbeit nicht ausführen.

Durch soziale Medien ist meine Arbeit produktiver geworden.

Aufgrund sozialer Medien interagiere ich mehr mit meiner Zielgruppe.

Soziale Medien untergraben traditionelle journalistische Werte.

Alles in allem haben soziale Medien einen positiven Einfluss auf den Journalismus.

Freiberufler glauben an eine stärkere & positivere Auswirkung sozialer Medien auf ihren Beruf als ihre festangestellte Kollegen.

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16Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Auf die Frage nach ihren zwei wichtigsten Informationsquellen hin sprachen Journalisten Experten und PR-Quellen die größte Bedeutung zu (Tabelle 9). Kontakte aus der Branche sind ebenfalls wichtig, aber andere Medien oder die allgemeine öffentlichkeit spielen als Informationsquellen eine untergeordnete Rolle. Obwohl soziale Medien gute Möglichkeiten für Crowdsourcing bieten, gaben nur 20% der Befragten es als eine ihrer wichtigsten Quellen an. 34% verwenden in ihrer Arbeit regelmäßig nutzergenerierte Inhalte. Das deutet darauf hin, dass traditionelle Praktiken und Gewohnheiten mit Hinsicht auf die journalistische Recherche weiterhin verbreitet sind.

Tabelle 9: Bevorzugte Informationsquellen deutscher Journalisten

Bild 4: Anteil an Journalisten, die der Aussage zustimmen

Anteil der Befragten

Experten (Dritte, Unabhängige) 50%

PR-Quellen / Pressemitteilungen 48%

Branchenkontakte und professionelle Kontakte (außer PR und Kommunikation)

44%

Andere Medien / Wire-Kanäle 24%

Allgemeine öffentlichkeit / Crowdsourcing 20%

Aufgrund sozialer Medien muss ich mich weniger auf PR-Fachleute verlassen.

PR-Fachleute sind eine verlässliche Informationsquelle für Journalisten.

2013 2016

32% 18%

35% 41%

ErgEbnis nr. 7

Soziale Medien ändern nichts daran, welche Quellen Journalisten am wichtigsten sind.

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17Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Die Bedeutung von PR-Fachleuten für die journalistische Arbeit wird auch dadurch unterstrichen, dass drei Viertel der Befragten angeben, eine gute Beziehung zu ihren PR-Kontakten zu haben (76%). Im Verlauf der vergangenen drei Jahre hat sich die Prozentzahl der Journalisten, die PR-Fachleute als verlässliche Quelle einstufen, von 35% (2013) auf 41% (2016) erhöht (Bild 4). Dieses Jahr gaben weniger Journalisten an, dass sie aufgrund sozialer Medien unabhängiger von der PR sind (18%) als vor drei Jahren (32%). Für die Mehrheit der deutschen Journalisten ändern soziale Medien also wenig an ihrer Beziehung mit PR-Profis.

Auf welche Art und Weise Journalisten Informationen recherchieren, wird von demographischen Faktoren, besonders vom Alter, beeinflusst.

PR-Quellen und Crowdsourcing spielen für jüngere Journalisten (18 bis 27 Jahre) eine zentrale Rolle, während für die Altersgruppe 46+ Experten und Branchenkontakte zu den wichtigsten Quellen gehören (Tabelle 10). Das könnte bedeuten, dass Journalisten im Verlauf ihrer Karriere ihre Netzwerke ausweiten und sich somit in späteren Jahren weniger auf PR-Quellen und mehr auf persönliche Kontakte stützen.

Tabelle 10: Bevorzugte Informationsquellen deutscher Journalisten, nach Alter

18–27 28–45 46+

PR-Quellen / Pressemitteilungen 78% 62% 52%

Allgemeine öffentlichkeit / Crowdsourcing 35% 27% 17%

Andere Medien / Wire-Kanäle 30% 29% 31%

Branchenkontakte und professionelle Kontakte (außer PR und Kommunikation)

44% 50% 64%

Experten (Dritte, Unabhängige) 44% 62% 70%

Drei Viertel der befragten Journalisten geben an, gute Beziehungen zu ihren PR-Kontakten zu haben.

Junge Journalisten nutzen zur Informations-Recherche vor allem PR-Quellen und Crowdsourcing.

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18Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Trotz der zunehmenden Nutzung von sozialen Medien und ihrer Beliebtheit unter Verbrauchern bleiben E-Mails auch dieses Jahr die bevorzugte Kommunikationsmethode zwischen PR-Fachleuten und Journalisten. Bild 5 veranschaulicht, dass E-Mails nicht nur als Art der Kontaktaufnahme von PRlern mit

Journalisten dominieren, sondern auch die von Journalisten bevorzugte Methode sind. Außerdem fällt auf, dass Journalisten sich etwas mehr (3%) Kontakt per Post und weniger (15%) Kontakt per Telefon wünschen. Diese Ergebnisse sind in den letzten drei Jahren konsistent geblieben.

Bild 5: Differenz zwischen den aktuell häufigsten und den von Journalisten bevorzugten Kontaktmethoden von PR-Profis

[Translation of the above figure:Most common: Aktuell häufigste MethodePreferred: Bevorzugte MethodePost/hard copy: Post/PapierformSocial Media: Soziale MedienEmail: E-MailNewswires: Nachrichtendienste (Wire Services)Telephone: TelefonFace-to-face: Persönlich)]

80%

100%

60%

40%

20%

0%Post/

PapierformSoziale Medien

E-Mail Nachrich-tendienste

(Wire Services)

Telefon Persönlich

Aktuell häufigste Methode

Bevorzugte Methode

ErgEbnis nr. 8

E-Mails sind weiterhin die bevorzugte Kontaktmethode zwischen Journalisten und PR-Fachleuten. Dieses Muster ändert sich durch soziale Medien nicht.

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19Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Es zeichnen sich zwei interessante Muster ab. Der Gebrauch des Telefons geht leicht zurück und die befragten Journalisten wünschen sich durchgängig weniger telefonische Kontaktaufnahmen. Allerdings ist keine andere Kontaktmethode parallel dazu

angestiegen. Es stellt sich also die Frage, ob Journalisten eine wachsende Anzahl an E-Mails bewältigen können, wenn PR-Fachleute seltener vom Telefon Gebrauch machen. Möglicherweise wäre aber auch die von Telefonaten eingesparte Zeit bei der Bearbeitung von E-Mails hilfreich.

Tabelle 11: Vergleich zwischen den aktuell häufigsten und den von Journalisten bevorzugten Kontaktmethoden von PR-Profis

2014 2016

PErsÖnLiCh

nAChriChTEnDiEnsTE

TELEfOn

AKTuELL

7%

14%

77%

4%

45%

8%

AKTuELL

10%

12%

79%

3%

38%

9%

bEVOrZugT

12%

17%

74%

7%

30%

11%

bEVOrZugT

13%

12%

77%

4%

23%

9%

DiffErEnZ

+5%

+3%

-3%

+3%

-15%

+3%

DiffErEnZ

+3%

0

-2%

+1%

-15%

0

POsT/PAPiErfOrM

sOZiALE MEDiEn

E-MAiL

@

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20Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Wie auch in vergangenen Jahren lassen sich die befragten deutschen Journalisten in fünf typische Nutzergruppen einteilen: Architekten, Promotoren, Jäger, Beobachter und Skeptiker. Diese wurden anhand einer Cluster-Analyse ermittelt. Jede dieser Gruppen zeigt ganz eigene Muster und Eigenschaften in ihrem Gebrauch von und ihrer Einstellung zu

sozialen Medien. Auch die Art und Weise, wie soziale Medien in den Arbeitsalltag integriert werden, spielt eine wichtige Rolle bei der Unterscheidung. Die Gruppen lassen sich auf einer Skala darstellen. In Bild 6 sind die am wenigsten aktiven Social Media-Nutzer, die Skeptiker, links dargestellt, während die Architekten als die aktivste Gruppe rechts zu finden sind.

Bild 6: Typische Nutzergruppen sozialer Medien bei deutschen Journalisten

SKEPTIKER19%

BEOBACHTER35%

JÄGER28%

PROMOTOREN9%

ARCHITEKTEN9%

•Negative Einstellung gegenüber sozialen Medien

•Geringe Kenntnisse über soziale Medien

•Investieren am wenigsten Zeit in soziale Medien

•In der Regel ältere Journalisten, die hauptsächlich im Bereich Print (Magazine) tätig sind

•Selten freischaffende Journalisten

•Nutzen soziale Medien hauptsächlich, um mit dem Publikum zu interagieren und eigene Inhalte zu veröffentlichen oder zu promoten

•Nutzen eine Vielfalt an Tools, aber in einer geringen Regelmäßigkeit und mit minimalem täglichen Einsatz

•Glauben nicht, dass soziale Medien unverzichtbar sind oder ihre Produktivität steigern

•Sehr positive Einstellung

•Sehr gute Kenntnis im Umgang mit sozialen Medien

•Hoher täglicher Gebrauch sozialer Medien

•Zahlreiche Aktivitäten auf sozialen Medien auf stündlicher Basis

•Eher jüngere Journalisten

•Intensive Nutzung diverser Plattformen sozialer Medien, insbesondere der sozialen Netzwerke

•Nutzen soziale Medien für die meisten journalistischen Tätigkeiten

•Wünschen sich mehr PR-Kontakte über soziale Medien, sind aber weniger abhängig von PRlern

•Sind überzeugt, dass sie ohne soziale Medien nicht arbeiten können

ErgEbnis nr. 9

Unter den typischen Nutzergruppen sozialer Medien sind die „Beobachter” weiterhin die größte. Die Meinungen zu sozialen Medien sind bei deutschen Journalisten heute weniger gespalten als vor vier Jahren.

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21Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Bei deutschen Journalisten fällt besonders auf, dass die weniger aktiven Nutzergruppen die Mehrheit der Medienschaffenden ausmachen. 2016 sind die Beobachter mit 35% ebenso wie im vergangen Jahr die größte Gruppe. Betrachtet man die Veränderungen im Verlauf der letzten vier Jahre, fällt auf, dass sich deutsche Journalisten von den beiden Enden der Skala weg und mehr in Richtung Zentrum bewegen, wo der Gebrauch sozialer Medien einigermaßen hoch ist und die Einstellungen gegenüber sozialen Medien generell recht positiv sind.

Die Ergebnisse der diesjährigen Studie zeigen, dass die typischen Nutzergruppen sich zwar ähnlich wie in vergangenen Jahren voneinander unterscheiden, die spezifischen Aktivitäten und Eigenschaften aber verändern. Besonders anzumerken ist hier, dass die Architekten zum ersten Mal nicht von allen Gruppen die meiste Zeit mit sozialen Medien verbringen. Im Folgenden werden die wichtigsten Eigenschaften der fünf Nutzergruppen für das Jahr 2016 dargestellt.

ARCHITEKTENSKEPTIKER JÄGER PROMOTORENBEOBACHTER

Bild 7: Typische Nutzergruppen sozialer Medien bei deutschen Journalisten

35%

23%12%

9%

21%

2012

19%

35%28%

9%9%

2016

BeobachterSkeptiker Jäger ArchitektenPromotoren

201424%

36%10%

11%

19%

Differenz 2012–2014

-11%

-2%

+13%

+2%

-2%

Differenz 2014–2016

-5%

+18%-1%

-2%

-10%

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Social Journalism-Studie 2016 | DeutschlandSocial Journalism-Studie 2016 | Deutschland 22

Historisch arbeiteten sie stets mehr mit sozialen Medien als die anderen Gruppen und es erstaunt wenig, dass nahezu drei Viertel von ihnen im Online-Journalismus tätig sind.

Journalisten in der Gruppe „Architekten” sind meist weiblich (64%), schreiben redaktionelle Artikel und Kolumnen und sind zum größten Teil freiberuflich (55%). Obwohl sie zu den Gruppen gehören, die die meiste Zeit mit sozialen Medien verbringen, sind es in diesem Jahr interessanterweise die Promotoren, die

insgesamt am längsten mit sozialen Medien arbeiten; mehr als ein Viertel der Promotoren verbringt acht oder mehr Stunden täglich mit ihnen. Betrachtet man dies zusammen mit den Aufgaben, die jede Gruppe mithilfe sozialer Medien stündlich löst, so scheint es, dass die Architekten gerade lernen, effizienter mit den sozialen Medien zu arbeiten, und darum weniger Zeit dort verbringen, aber mehr berufliche Aufgaben erledigen.

Tabelle 12: Zeit, die deutsche Journalisten täglich mit sozialen Medien verbringen, nach Nutzergruppe

Architekten 9%Im Verlauf der vergangenen vier Jahre hat sich wenig am aktuellen Profil der Gruppe „Architekten” geändert. Sie sind weiterhin die proaktivsten Nutzer sozialer Medien und könnten als Vorreiter im Bereich Journalis-mus und soziale Medien bezeichnet werden.

Skeptiker Beobachter Jäger Promotoren Architekten

Keine 28% 2% 0% 0% 0%

Wenige Stunden im Monat 30% 5% 0% 0% 0%

Wenige Stunden in der Woche 17% 13% 1% 0% 0%

Bis zu 1 Stunde am Tag 15% 38% 15% 0% 0%

1-2 Stunden am Tag 4% 29% 52% 0% 4%

2-4 Stunden am Tag 6% 1% 27% 8% 28%

4-8 Stunden am Tag 0% 2% 5% 65% 44%

Mehr als 8 Stunden am Tag 0% 0% 0% 27% 0%

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23Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Im Vergleich zu den anderen Nutzergruppen geben Architekten an, dass sie über mehr Kenntnisse zu sozialen Medien verfügen, und es scheint, dass sie in ihrem Gebrauch der sozialen Medien besonders effektiv sind, da sie täglich und sogar stündlich damit eine Vielfalt an Aufgaben erledigen. Die Häufigkeit, mit der Aufgaben mithilfe sozialer Medien bearbeitet werden, hat sich im Verlauf der letzten Jahre erhöht. Architekten und Promotoren führen viele dieser Aufgaben heute nicht nur einmal am Tag, sondern sogar mindestens einmal in der Stunde durch.

Architekten werden von PR-Fachleuten häufiger über soziale Medien kontaktiert als andere Gruppen. Wire-Kanäle oder der postalische Weg wurden dagegen gar nicht genutzt. Interessanterweise nutzen sowohl Architekten als Promotoren häufiger PR-Quellen bei ihrer Recherche. Die allgemeine öffentlichkeit sowie Crowdsourcing wurden am seltensten als Recherchequelle angegeben. Dies deutet darauf hin, dass Architekten sich dessen bewusst sind, dass Informationen in sozialen Medien nicht verifiziert sind, weshalb sie sie öfter zur Medienbeobachtung, Netzwerken und Veröffentlichen von Beiträgen nutzen als zur Recherche. Tatsächlich nutzen alle Architekten soziale Medien zur Beobachtung anderer Medien, wodurch die Vernetztheit verschiedener Online-Medien und -Beiträge sowie die Notwendigkeit, stets auf dem neuesten Stand zu sein und Anklang zu finden, deutlich werden.

Architekten haben außerdem eine sehr positive Einstellung zu der Rolle, die soziale Medien in ihrer Arbeit einnehmen. Sie sind ausnahmslos der Meinung, dass sie ihnen bei der Interaktion mit ihrer Zielgruppe behilflich sind. 80% sagen aus, dass sie ohne soziale Medien nicht arbeiten könnten, und drei Viertel sind der Ansicht, dass es ihre Arbeit produktiver gemacht hat. 91% gaben an, dass sie eine gute Beziehung zu ihren PR-Kontakten haben, wobei fast die Hälfte (48%) glauben, dass sie sich aufgrund sozialer Medien weniger auf PR-Fachleute verlassen müssen. Es scheint, dass soziale Medien ihnen in ihrer Rolle als Journalist zu mehr Autonomie zu verhelfen.

Tabelle 13: Anteil an Journalisten, die bestimmte Social Media-Aufgaben stündlich ausführen, nach Nutzergruppe

Skeptiker Beobachter Jäger Promotoren Architekten

Einen eigenen Kommentar in einem sozialen Netzwerk oder einer Mikroblogging-Webseite veröffentlichen

0% 1% 9% 27% 40%

Diskussionen über eigene Inhalte in den sozialen Medien verfolgen

0% 6% 9% 19% 44%

Auf Kommentare antworten, die Sie auf sozialen Medien bezüglich Ihrer Arbeit erhalten

0% 5% 12% 23% 36%

Links zu den Inhalten Anderer in Ihren Beiträgen bereitstellen

0% 0% 1% 8% 32%

Beiträge von Leuten lesen, denen Sie folgen

0% 7% 20% 31% 56%

Typische Merkmale für Journalisten der Gruppe Architekten: weiblich, freiberuflich, Online-Journalisten.

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24Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Andere Aufgaben, wie zum Bespiel Informationsre-cherche oder -verifizierung, werden in dieser Gruppe seltener mithilfe sozialer Medien angegangen (54%). Promotoren verbringen die meiste Zeit am Tag in sozialen Medien. Mehr als ein Viertel (27%) verbringt mehr als acht Stunden täglich in den sozialen Medien, was tatsächlich nur in der Gruppe der Promotoren vorkommt. 65% arbeiten vier bis acht Stunden am Tag mit sozialen Medien. Diese Gruppe besteht zum größten Teil aus männlichen Journalisten (61%) und solchen, die an Kolumnen oder geplanten/offiziellen Nachrichten und online arbeiten, sowohl mit Text als auch mit Video- und Audioinhalten.

Tabelle 14: „Soziale Medien sind wichtig/sehr wichtig für folgende berufliche Aufgaben.”

Promotoren 9%Die Promotoren gehören zu den kleineren Nutzergruppen und nutzen soziale Medien besonders gerne zur Veröffentlichung und Promotion ihrer Arbeit sowie zur Interaktion mit ihrer Zielgruppe.

Skeptiker Beobachter Jäger Promotoren Architekten

Recherche 25% 46% 81% 88% 96%

Informationen überprüfen oder verifizieren

17% 22% 46% 54% 72%

Mit meiner Zielgruppe interagieren

38% 64% 91% 92% 92%

Inhalte veröffentlichen und promoten

38% 68% 93% 96% 96%

Netzwerken 31% 68% 83% 85% 96%

Andere Medien beobachten / Aktuelle Ereignisse verfolgen

28% 76% 83% 88% 100%

Typische Merkmale für Journalisten der Gruppe Promotoren: männlich, Online-Journalisten, arbeiten mit multimedialen Inhalten.

Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland 24

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25Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Promotoren sind im Verlauf des gesamten Arbeitstages in sozialen Medien aktiv. Mindestens einmal pro Stunde lesen sie besonders gern Beiträge von Leuten, denen sie folgen, und posten Kommentare auf verschiedenen Plattformen. Häufiger als alle anderen Gruppen nutzen Promotoren soziale Medien mindestens einmal täglich, um Diskussionen über ihre eigenen Inhalte in den sozialen Medien zu verfolgen (73%).

Promotoren sind sich der großen Bedeutung sozialer Medien für ihre berufliche Rolle offenbar bewusst. 89% gaben an, dass sie ohne diese nicht arbeiten könnten, 76% glauben, dass sich soziale Medien

positiv auf den Journalismus auswirken und 65%, dass sie ihre Arbeit produktiver machen. Darüber hinaus hat diese Gruppe eine gute Beziehung zu PR-Fachleuten (67%) und die Hälfte ist der Meinung, dass PRler eine verlässliche Informationsquelle sind. Interessant ist, dass nur wenige Promotoren (17%) aussagten, dass sie sich aufgrund sozialer Medien weniger auf die PR verlassen müssen - trotz der Kenntnisse im Umgang mit und des regen Gebrauchs von sozialen Medien. Es scheint, dass sie für Promotoren eher eine Ergänzung ihrer Arbeit sind und nicht die Rolle von PR-Fachleuten ersetzen.

Tabelle 15: Anzahl an Journalisten aus verschiedenen Nutzergruppen, die der Aussage zustimmen

Skeptiker Beobachter Jäger Promotoren Architekten

PR-Fachleute sind eine ver-lässliche Informationsquelle für Journalisten

37% 34% 37% 50% 70%

Ich habe eine gute Beziehung zu meinen PR-Kontakten

65% 74% 80% 67% 91%

Aufgrund sozialer Medien muss ich mich weniger auf PR-Fachleute verlassen

8% 11% 28% 17% 48%

Länger als andere: 27% der Journalisten aus der Gruppe der Promotoren verbringen mehr als 8 Stunden täglich in sozialen Medien. Für Journalisten der Gruppe

der Promotoren ersetzen soziale Medien nicht den Kontakt zu PR-Schaffenden.

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26Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Die meisten Journalisten aus der Gruppe „Jäger” sind zwischen 28 und 45 Jahre alt (61%). Sie nutzen soziale Medien im Vergleich zu manchen anderen Gruppen nicht besonders häufig. 52% arbeiten aber eine bis zwei Stunden am Tag beruflich mit ihnen und mehr als die Hälfte fühlt sich in Bezug auf soziale Medien sehr (51%) oder außerordentlich kompetent (9%). Jäger haben also die nötigen Fähigkeiten, setzen soziale Medien bewusst strategisch ein und sehen es eher als einen Teil ihrer Aktivitäten an als ein zentrales Tool.

Jäger sind bezüglich ihrer Nutzung von sozialen Medien in der Mitte zwischen den anderen Gruppen zu verorten. Sie sind nicht so aktiv wie Promotoren und Architekten, aber positiver eingestellt als Skeptiker und Beobachter. Außerdem konzentrieren sie sich auf einige wenige Plattformen und Aufgaben, wobei sie soziale Medien besonders gern zur Veröffentli-chung und Promotion (93%) und zur Interaktion mit ihrer Zielgruppe (91%) nutzen. Was die Jäger von den anderen Nutzergruppen unterscheidet, ist ihre häufige Verwendung von Blogs als Recherchequelle (83%), die aus ihrer sonst recht durchschnittlichen Nutzung anderer Plattformen herausfällt.

Jäger 28%Jäger sind zumeist Online-Journalisten (61%), 22% arbeiten jedoch im Print-Bereich (Zeitschriften) und sie haben von allen Gruppen den größten Anteil an Rundfunkjournalisten.

Typische Merkmale für Journalisten der Gruppe Jäger: Online-Journalist, 28-45 Jahre alt, nutzt Blogs gerne als Recherchequelle.

Jäger sind bezüglich ihrer Nutzung von sozialen Medien in der Mitte zwischen den anderen Gruppen zu verorten.

Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland 26

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27Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Tabelle 16: Selbsteinschätzung deutscher Journalisten ihrer Kompetenz hinsichtlich sozialer Medien

Bild 8: Selbsteinschätzung der Jäger zu ihrer Kompetenz hinsichtlich sozialer Medien

Tabelle 17: Anteil an Journalisten, die soziale Medien zur Recherche nutzen, nach Nutzergruppe

Skeptiker Beobachter Jäger Promotoren Architekten

Nicht kompetent 6% 0% 0% 0% 0%

Wenig kompetent 28% 16% 4% 4% 0%

Kompetent 51% 60% 36% 12% 19%

Sehr kompetent 13% 23% 51% 56% 58%

Außerordentlich kompetent 2% 1% 9% 28% 23%

Plattform Skeptiker Beobachter Jäger Promotoren Architekten

Berufliche Netzwerke 40% 34% 32% 23% 48%

Blogs 32% 50% 83% 69% 80%

Soziale Netzwerke 38% 73% 70% 85% 88%

Audiovisuelle Netzwerke 36% 49% 46% 54% 72%

Mikroblogs 9% 33% 59% 54% 68%

Content Communities 21% 38% 41% 50% 64%

0%

Jäger

4%9%

37%

51%

NICHT KOMPETENT

ENIG KOMPETENT

OMPETENT

EHR KOMPETENT

USSERORDENTLICH KOMPETENT

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28Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Beobachter 35%Die größte Nutzergruppe sozialer Medien unter den deutschen Journalisten sind dieses Jahr die Beobachter.

Sie nutzen soziale Medien für alle Aspekte ihrer Arbeit und von allen Gruppen am häufigsten zur Medienbeobachtung (76%). Wie ihr Name schon sagt, beobachten sie lieber, ehe sie mit Anderen interagieren. Mehr als zwei Drittel nutzen soziale Medien zum Netzwerken und Publizieren. Soziale Netzwerke wie zum Beispiel Facebook sind bei den Beobachtern besonders beliebt (73%). Soziale Medien werden also für spezifische journalistische Aktivitäten verwendet. Die Beobachter sind nicht stündlich, sondern eher täglich in sozialen Medien aktiv. Sie lesen gerne Beiträge von Leuten, denen sie folgen, und beobachten Gespräche, veröffentlichen aber selbst nicht sehr oft ihre eigenen Inhalte und nutzen nur sehr selten Analyse-Tools, um die eigenen Aktivitäten zu beobachten.

Beobachter produzieren meist redaktionelle Beiträge oder Kolumnen (60%), arbeiten bei Printzeitschriften (43%) und im Online-Bereich (29%) und sind mit mehr als einem Drittel (38%) Journalisten in der Altersgruppe 46+ die zweitälteste Nutzergruppe. Sie nutzen soziale Medien relativ selten - 38% nutzen

sie bis zu einer Stunde am Tag und 18% nur wenige Stunden pro Woche oder pro Monat. 60% aller Beobachter schätzen sich selbst als kompetent in Bezug auf soziale Medien ein, jedoch sagten 16% aus, dass sie nur wenig kompetent seien. Ein gewisser Mangel an Fähigkeiten könnte also ihre geringe Nutzung sozialer Medien beeinflussen. Beobachter haben eine recht negative Einstellung zu sozialen Medien (Tabelle 18), wobei sie jedoch nicht so pessimistisch sind wie die Skeptiker.

Tabelle 18: Anteil an Journalisten, die den folgenden Aussagen zustimmen, nach Nutzergruppe

Skeptiker Beobachter Jäger Promotoren Architekten

Ohne soziale Medien könnte ich meine Arbeit nicht ausführen.

10% 19% 61% 89% 80%

Durch soziale Medien ist meine Arbeit produktiver geworden.

14% 26% 57% 65% 76%

Soziale Medien haben meine Rolle als Journalist grundlegend verändert.

19% 33% 75% 73% 92%

Journalisten der Gruppe Beobachter nutzen vor allem soziale Netzwerke wie z. B. Facebook. Sie beobachten, statt zu interagieren.

Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland 28

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29Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Skeptiker 19%Skeptiker sind weiterhin die am wenigsten aktive journalistische Nutzergruppe sozialer Medien.

Mehr als ein Viertel von ihnen nutzt sie beruflich überhaupt nicht. Männliche Journalisten sind unter den Skeptikern leicht in der Mehrzahl (59%) und die Gruppe ist merklich älter als die anderen – mehr als 48% sind 46 Jahre alt oder älter. Skeptiker sind häufiger fest angestellt (59%), produzieren besonders oft redaktionelle Beiträge oder Kolumnen (65%) und arbeiten bei Printmagazinen (67%). Die Gruppe hat den geringsten Anteil an Online-Journalisten (16%).

Journalisten, die zur Nutzergruppe „Skeptiker” gehören, verbringen wenig Zeit in sozialen Medien. 47% arbeiten nur wenige Stunden pro Woche oder Monat mit ihnen und mit 28% verfügen die Skeptiker über den größten Anteil an Journalisten, die keine sozialen Medien im Beruf verwenden. Bei Skeptikern kommt es auch am häufigsten vor, dass sie eine Reihe an Aktivitäten gar nicht ausführen, die typisch im Umgang mit sozialen Medien sind, zum Beispiel Kommentare posten (87% tun dies nie), audio-visuelle Inhalte publizieren (87% tun dies nie) und

Beiträge in Mikroblogs teilen (83% tun dies nie). Skeptiker wenden sich für ihre Recherche gerne an Branchenkontakte (60%) und unabhängige Experten (57%) und am wenigsten gern an die allgemeine öffentlichkeit (11%). Auch dies spiegelt ihre geringe Interaktion in sozialen Medien wider. ähnlich wie bei den anderen Nutzergruppen kommunizieren Skeptiker meist per E-Mail mit PR-Fachleuten. Rund ein Fünftel der Skeptiker (19%) würde den Kontakt auf dem Postweg bevorzugen und 21% per Telefon. Es überrascht wenig, dass nur wenige Skeptiker (4%) sich mehr Kontakt über soziale Medien wünschen.

Skeptiker schätzen ihre eigene Kompetenz im Umgang mit sozialen Medien oft sehr gering ein; es ist also denkbar, dass geringes Wissen und Fertigkeiten mit zu der zurückhaltenden Nutzung sozialer Medien führen. Auf der anderen Seite zeigen auch ihre negativen Einstellungen gegenüber sozialen Medien, dass sie generell wenig Interesse daran haben, sich beruflich aktiver mit ihnen zu beschäftigen.

Tabelle 19: Häufigste Kontaktmethoden zwischen PR-Profis und Journalisten, nach Nutzergruppe

Skeptiker Beobachter Jäger Promotoren Architekten

Post/Papierform 19% 22% 9% 8% 8%

Soziale Medien 4% 6% 21% 35% 28%

E-Mail 91% 92% 91% 89% 88%Nachrichtendienste (Wire Services)

4% 2% 9% 4% 4%

Telefon 21% 29% 24% 31% 40%Persönlich 15% 9% 9% 4% 20%

Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland 29

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30Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

übEr DiE sOCiAL JOurnALisM-sTuDiE

Cision und die Canterbury Christ Church University führten eine Online-Befragung zur Nutzung und Wahrnehmung, der Einstellung und dem Verhalten gegenüber sozialen Medien bei Journalisten durch.

2016 wurden Journalisten in neun Ländern befragt: Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Finnland, Schweden, Italien, USA, Kanada und Australien. Die Befragten waren eine Stichprobe aus Cisions Mediendatenbank mit mehr als 1,6 Mio. Einträgen weltweit. Dieser Bericht untersucht speziell Deutschland und basiert auf 360 Antworten von Journalisten und Medienfachleuten, die im Februar und März 2016 gesammelt wurden. Im Zusammenhang dieser Studie erstreckt sich der Begriff „Journalist“ auch auf Medienprofis, wie z. B. Marktforscher, Redakteure usw., die an der Studie teilnahmen.

Die Studie soll das Verständnis der Medienindustrie von der Verbreitung sozialer Medien sowie vom Einfluss von Technologien und Prozessen auf die journalistische Arbeit verbessern. Cision führt diese Studie jährlich durch, um weiterhin über die Best Practices innerhalb der PR- und Kommunikationsbranche zu informieren und die Kenntnisse der Branche darüber zu vertiefen, wie Journalisten und Kommunikationsprofis soziale Medien und andere Ressourcen nutzen und einschätzen. Die Untersuchung erforschte die Gebrauchsmuster sozialer Medien bei Journalisten sowie die beruflichen Aufgaben, für die sie soziale Medien benutzen, und wie sie dem Einfluss sozialer Medien auf die journalistische Praxis und berufliche Werte gegenüberstehen.

Über CisionCision ist eines der führenden globalen Media Intelligence-Unternehmen und deckt mit seinen Produkten und Dienstleistungen den gesamten Workflow heutiger Kommunikationsprofis ab. Seine PR- und Social-Software und Medienanalysen sowie Content-Distribution und Influencer Marketing-Kapazitäten gehören zu den umfangreichsten Angeboten in der Branche. Cision unterstützt Kommunikationsprofis bei der Optimierung ihrer Marketing-Kampagnen und datengestützter Entscheidungen und vertritt auch die Marken PR

Newswire, Gorkana, PRWeb, Help A Reporter Out (HARO) und iContact. Cision betreut mehr als 100.000 Kunden in 170 Ländern sowie 40 Sprachen und hat seinen Hauptsitz in Chicago, USA. Weitere Standorte befinden sich in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Portugal, Schweden, Finnland, Kanada und China.

Folgen Sie uns im Netz unter www.cision.de und auf Twitter: @Cision_DE

Über die Canterbury Christ Church University Die Canterbury Christ Church University ist eine moderne Universität, die höhere berufliche Ausbildung an mehreren Campus in Kent und Medway anbietet: Canterbury, Broadstairs, Medway und Tunbridge Wells. 17.000 Studierende und 2.000 Mitarbeiter studieren und lehren an vier Fakultäten: Kunst und Geisteswissenschaften, Pädagogik, Gesundheit-, Sozial- und angewandte Wissenschaften.

Christ Church wurde 1962 gegründet und lässt als eine Universität der Church of England Foundation Studenten aller Glaubensrichtungen zu. Die Universität bietet Veranstaltungen und Forschung rund um wichtige soziale Themen, die neuesten Branchenentwicklungen und den öffentlichen Dienst. Nahezu 90% der Forschung, die Christ Church 2014 dem Research Excellence Framework (REF) vorlegte, wurde als weltweit führend, international exzellent oder international anerkannt eingestuft. 95% der Studierenden im Grundstudium und 98% der Studierenden in weiterführenden Studiengängen waren innerhalb von sechs Monaten nach ihrem Abschluss entweder angestellt oder hatten weitere Studienmöglichkeiten wahrgenommen. Der berufliche Aufstieg ehemaliger Studierender von Christ Church liegt über dem Durchschnitt in Großbritannien.

Mehr Informationen erhalten Sie unter: www.canterbury.ac.uk

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31Social Journalism-Studie 2016 | Deutschland

Bei weiteren Fragen zur Studie wenden Sie sich bitte an

Boris MayerSenior Marketing Manager, Cision

[email protected]

@BorisMayer

Martina AnkenbrandSenior Marketing Executive, Cision

[email protected]

@M_A_Tina

Dr Ágnes GulyásReader in Digital Transformations, School of Media, Art and Design, Canterbury Christ Church University

[email protected]

@agulyas

Kristine PoleSenior Lecturer Marketing, Business School, Canterbury Christ Church University

[email protected]

@krissypole

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