Rosenberger, Winterschool 2011 1 ( Non-)Compliance/Adherence Winterschool 2011 Stefanie Rosenberger Klinik Schillerhöhe, Gerlingen

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    05-Apr-2015

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  • Rosenberger, Winterschool 2011 1 ( Non-)Compliance/Adherence Winterschool 2011 Stefanie Rosenberger Klinik Schillerhhe, Gerlingen
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 2 Von der Noncompliance zur Adherence Es ist noch nicht genug, eine Sache zu beweisen. Man muss die Menschen zu ihr auch noch verfhren Friedrich Nietzsche
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 3 Definition Compliance: engl.:bereinstimmung/ Gefgigkeit (Pons) Einhaltung von Verhaltensmaregeln, Gesetzen und Richtlinien (Wikipedia) Ein Ma fr die Dehnbarkeit von Krperstrukturen (Physik) Adherence: lat. adhaerere - an etwas festkleben Therapietreue
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 4 Was wollen wir? Compliance einhalten, befolgen und umsetzen der Therapievorschlge des Arztes oder sonstiger Therapeuten beinhaltet Hierarchie Begriffswandlung im englischen Synonym von Adherence Adherence umsetzen des mit dem Therapeuten erarbeiteten Therapiekonzepts im Alltag des Patienten. erfordert den mndigen aufgeklrten Patienten respektieren des Patienten auf Augenhhe Quelle: Karen E.Lutfey, William J. Wishner: Beyond Compliance is Adherence Diabetes Care.2000 Jul;23(7):1034-5
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 5 Realitt Compliance Patientenratgeber, Apothekerzeitschriften, wissenschaftliche Studien 50% Prozent Compliance ( Faller, Lang; Springer Verlag 2006 ) Pubmed: Adherence/ Compliance 13909 Eintrge Pubmed: Adherence/ Compliance CF 65
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 6 So werden die direkten und indirekten Kosten der Non-Compliance in Deutschland auf 7,5 bis 10 Milliarden Euro jhrlich geschtzt (11, 12). Im Jahr 2006 beliefen sich die von den gesetzlichen Krankenversicherungen getragenen Kosten fr Gesundheit auf ungefhr 137 Milliarden Euro. Dieser Vergleich verdeutlicht die Grenordnung der Gesamtkosten, die durch Non Compliance entstehen (13) 11Volmer, T., Kielhorn, A., Kosten der Non-Compliance. Gesundh. kon. Qual. Manag. 4 (1999) 55-61. 12Grf, M., Die volkswirtschaftlichen Kosten der Non-Compliance: Eine entscheidungsorientierte Analyse. Bayreuth P.C.O.-Verlag 2007. 13Rabbata, S., Zukunftsmarkt Gesundheitswesen. Dt. rztebl. 104 (2007) 1663. Wirtschaftliche Aspekte von Compliance
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 7 Einflussfaktoren Ausprgung sozial und konomisch finanzielle Situation kultureller Hintergrund, Analphabetentum Alter, Entfernung von der Arztpraxis systembedingt Arzt-Patienten-Verhltnis Ausbildung des Heilberuflers Systemkapazitt Dauer der Konsultationen Arzneimitteldistribution krankheitsbedingt Schweregrad der Symptome Leidensdruck, Progressionsrate Komorbiditt Verfgbarkeit wirksamer Therapien therapiebedingt Komplexitt des Regimes Behandlungsdauer Therapieanpassung UAW, frheres Therapieversagen patientenbedingtAngst vor UAW Motivation, Erwartungen Vergesslichkeit Wissen ber Erkrankung Tabelle 2: Fnf Dimensionen der Compliance (nach WHO 2003) Quelle: Pharmazeutische Zeitung online Fnf Dimensionen der Compliance (nach WHO 2003)
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 8 Faktoren, die Adherence negativ beeinflussen Menge der unterschiedlichen Therapien Zeitaufwand der Therapie Dauer der Therapie (chron.Erkrankungen) Komplexitt der Therapie Nebenwirkungen der Therapie Zeitferne positive Effekte der Therapie Einfluss der Therapie auf den normalen Tagesablauf Mangelhaftes Wissen ber die Erkrankung / Therapie Psychosoziale Aspekte - familire Ebene - Therapeut / Patient
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 9 Adherence abhngig von
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 10 CF-Realitt Komplexitt z.B Inhalation bedeutet eine extrem komplexe Therapie, sowohl was das Atemmuster des Patienten whrend der Inhalation angeht, als auch der hygienische Aufwand vor und nach der Inhalation, als auch die Abfolge der zu inhalierenden Medikamente
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 11 CF-Realitt Strung normaler Alltagsaktivitt Normale Alltagsaktivitten werden von Therapie allein vom Zeitfaktor massiv beeintrchtigt (Inhalation, Hygiene, Physiotherapie, Arztbesuche, Klinikaufenthalte) Normaler Alltag stark therapiegeprgt (Essen nach Appetit? aufwndige Zubereitung, hochkalorische Ernhrung, Sport als Therapie) Applikation von z.B oralem Antibiotika, Enzymen, Vitaminen, Ursofalk, Kortikoide, bis zu 20 Tabletten tglich Evt. spritzen von Insulin
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 12 Beispiel : typischer Tagesplan Cf-Schulkind 6.00 Uhrwecken 6.30 UhrInhalation 7.00 UhrFrhstck 8.00 UhrSchule 13.30 UhrMittagessen 14.00 UhrInhalation 14.30 UhrHausaufgaben 16.00 UhrSport/ Mittagschule/ Musik 18.00 UhrPhysiotherapie 19.00 UhrAbendessen 20.00 UhrInhalation 21.00 Uhr schlafen
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 13 Strung Alltagsaktivitt Warum Wir haben uns gesucht und gefunden, was hat uns verbunden? Wir sind hier sechs Wochen auf Amrum Und fragen uns tglich, warum? Wir inhalieren und atmen um die Wette, nach dem Essen schlucken wir noch ne Tablette und fragen uns tglich, warum? Laufen, Sport und Schwimmen fallen uns schwer, Treppen Steigen geht auch nicht mehr, und auch deshalb fragen wir uns tglich, warum? Auch wir lachen, tanzen und albern gerne rum, dann mssen wir husten und spucken und fragen uns wieder, warum? Aber wir beide sind gerne hier Und haben nur eine Gier, wir lechzen nach einem langen Leben, wer kann es uns geben? Trotz allem hat unser Leben immer einen Sinn, zum Beispiel, weil wir besonders gute Freunde sind, auch wenn wir zwei uns immer fragen, warum? (Katharina Mrosek, 12Jahre, Kristin Capelle, 12 Jahre, Amrum 1995)
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 14 Nebenwirkungen, exemplarisch Zithromax 250 mg/ -500 mg Filmtabletten Hersteller: PFIZER GmbH Wirkstoff: Azithromycin rezeptpflichtig Nebenwirkungen Welche Nebenwirkungen kann der Wirkstoff Azithromycin in Zithromax 250 mg/ -500 mg Filmtabletten haben? Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu mglichen, bekannten Nebenwirkungen von Azithromycin in Zithromax 250 mg/ -500 mg Filmtabletten. Diese Nebenwirkungen mssen nicht auftreten, knnen aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie auerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Hufigkeit je nach Arzneiform des Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein knnen. Hufige Nebenwirkungen: Durchfall, weiche Sthle, Verstopfung, Verdauungsstrungen, Bauchschmerzen, Bauchkrmpfe, Appetitlosigkeit, belkeit und Erbrechen.
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 15 Nebenwirkungen, exemplarisch Gelegentliche Nebenwirkungen: Blhungen, Blutbildvernderungen (Verminderung weier Blutkrperchen, Verminderung der Blutplttchen), Geruchsstrungen, Geschmacksstrungen, Benommenheit, Mdigkeit, Kopfschmerzen, Nervositt, Empfindungsstrungen (Kribbeln, Brennen, Parsthesien, Schlfrigkeit, Scheidenentzndungen, Pilzinfektionen, berempfindlichkeitsreaktionen, (mit Hautrtung, Nesselsucht, Lichtempfindlichkeit, Schwellungen). Seltene Nebenwirkungen: Starker Durchfall mit Flssigkeitsmangel (Dehydratation), Zungenverfrbung, Bauchspeicheldrsenentzndung, Leberwerteanstieg (Transaminasen), Anstieg von Bilirubin, Leberfunktionsstrungen (Leberentzndung, Gelbsucht, Leberzirrhose, Leberversagen), Nierenentzndung, Nierenversagen, Hrstrungen (Hrverlust, Taubheit, Ohrgerusche), Blutdruckabfall, Herzklopfen, Herzrhythmusstrungen, ohnmachtanfall, Schwindel, Krmpfe, beraktivitt, Aggressivitt, Unruhe, Erregbarkeit, Unwohlsein, Kraftlosigkeit, ngstlichkeit, schwere allergische Reaktionen (wie lebensbedrohliche Hautreaktionen, Stevens-Johnson-Syndrom, Absterben von Hautgewebe (Nekrose),Angiodem, Gelenkschmerzen.DehydratationTransaminasenLeberentzndungGelbsuchtLeberzirrhoseStevens-Johnson-SyndromNekrose Sehr seltene oder vereinzelte Nebenwirkungen: allergischer Schock (anaphylaktischer Schock).anaphylaktischer Schock Besonderheiten: Whrend einer langfristigen Behandlung mit Azithromycin kann eine Unempfindlichkeit der Erreger gegen den Wirkstoff entstehen. Auch andere Makrolid-Antibiotika knnen dann an Wirksamkeit verlieren. Auerdem kann es zu einem Befall des Dickdarmes durch unempfindliche Bakterien oder Pilze und nachfolgend zu einer Darmentzndung mit Durchfllen kommen (pseudomembranse Colitis). Die Behandlung ist dann sofort abzubrechen.pseudomembranse Colitis
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 16 Zukunftsorientiertheit der Cf-Therapie Regelmssige Inhalation z.B Dornase alpha, Antibiotika, Orale Antbiotikaprophylaxe 3-monatiges i.v Antibiotikaregime bei chronischer Pseudomonasbesiedelung Vitamine
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 17 Nonadherence Kategorien von Grnden fr Nonadherence[1] Typ 1:Unzureichendes Wissen Typ 2:Psychosozialer Widerstand Typ 3:Bewusste Entscheidung gegen volles Ausma der Therapie [1] Koocher et al. (1990): Typologies of Nonadherence in Cystic Fibrosis. Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics, Vol. 11, No 6, pp. 353 - 358
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 18 Typ1: Nicht ausreichendes Wissen Fehlende Information Keine altersentsprechende Information Keine Auskunft ber spezifische Ziele von Medikationen Unterschiedliche Informationen von verschiedenen Behandelnden
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 19 Typ 2: Psychosoziale Problemfaktoren Kontrollkmpfe mit Eltern oder anderen Autoritten (rzten, Therapeuten) Kultureller und gesellschaftlicher Druck Ungnstige Bedingungen zuhause, rumlich, sozial Wunsch, so zu sein wie alle anderen Verdrngung bis hin zur Psychopathologie Andere psychosoziale Probleme
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 20 Typ 3: Bewusste Entscheidung gegen volles Ausma der Therapie Aufgeben Kosten-Nutzen-Rechnung Sterbende Patienten
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 21 Faktoren, die Adherence positiv beeinflussen Informierter Patient Wissen ber die Erkrankung und verstehen der Therapie Positive Beziehungsebene Patient/ Arzt/ Therapeut Grundlage dafr ist eine funktionierende Kommunikation zwischen Arzt / Therapeut und Patient
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 22 Kommunikation gedacht ist nicht gesagt... gesagt ist nicht gehrt... gehrt ist nicht verstanden... verstanden ist nicht gewollt... gewollt ist nicht gekonnt... gekonnt und gewollt ist nicht getan... getan ist nicht beibehalten... in anl. Konrad Lorenz (1903-89), sterreichischer Verhaltensforscher,1973 Nobelpreis
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 23 Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 24 Sprechen der gleichen Sprache Fachausdrcke Abkrzungen
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 25 Unterschiedliche Voraussetzungen Jeder Patient bringt unterschiedliches Vorwissen mit. Dies kann, muss abgefragt werden Therapeut und Patient ( Sender / Empfnger ) haben unterschiedliches Vorwissen Bild: www.wellness-trainer.atwww.wellness-trainer.at
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 26 Kommunikation im Team http://www.teleplus-frankfurt.de/img/tauziehen.jpg Einigkeit im Team Alle ziehen an 1 Strang Alle geben gleiche Information aus Erfordert Kommunikation im Team Z.B Hygiene Therapieschwerpunkte
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 27 Was knnen wir tun? Motivational Interviewing Respekt vor der Autonomie des Patienten Methode: Ich-Botschaften; Ausdruck von Sorge; wrdigen der Leistung des Patienten Interesse an den Inneren Motiven des Patienten Ergebnisoffene Beratung des Patienten Empathie zeigen Reflektierendes aktives zuhren Verzicht auf aggressive Konfrontation
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 28 Gesprchsfhrung nach Motivational Interviewing Reflektierendes/ aktives zuhren einfaches wiederholen Wdh in anderen Worten Reflexion der tieferen Bedeutung ( Empathie) Vorteile / Nachteile Zuversicht Absicht Offene Fragen Wichtigkeitsskala Extreme diskutieren Werte/ Ziele im Leben diskutieren
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 29
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  • Rosenberger, Winterschool 2011 30 The Italian Man who went to Malta

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