future 01/2011

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Auf kompakten 8 Seiten finden ein genereller Wirtschaftsschwerpunkt und je 2 Schwerpunktseiten für die Sekundarstufe I und Sekundarstufe II Platz. Neben Veranstaltungshinweisen, Linktipps und Wissenswertem über die steirische Industrie werden auch pädagogisch aufbereitete Vorschläge zur Integration in den Unterricht angeboten.

Text of future 01/2011

  • LehrerInnen-Information der Ste i r i schen Indust r ie , www.d ie indust r ie .a t Nr. 01/2011

    DIE INDUSTRIEwww.dieindustrie.at

    MOBILITT ERSCHLIESST MGLICHKEITEN UND CHANCENGesprch mit Thomas Krautzer, Geschftsfhrer der IV Steiermark

    TOP AUCH OHNE AKADEMISCHEN TITELLehrlinge in der Automotive-Branche

    MEILENSTEINE DER MOBILITTVom Holzrad bis zur Raumsonde Voyager

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    BEILAGE

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    Mobilitt istAufschlieen von Mglichkeitenund ChancenGESPRCH MIT THOMAS KRAUTZERGESCHFTSFHRER DER INDUSTRIELLENVEREINIGUNG STEIERMARK

    Sehr geehrter Herr Krautzer, Sie sind G e s c h f t s f h r e r der Industriellenvereinigung Steiermark und vertreten branchenbergrei

    fend die Interessen von 371 steirischen Unternehmen. Welchen Stellenwert hat Mobilitt fr Sie, die von Ihnen vertretenen Unternehmen und die Gesellschaft als solches? Mobilitt ist ein fixer Bestandteil der mensch lichen Zivilisation, das sollte man nie vergessen. Die Spezies Mensch wre ohne ihre Fhigkeit, sogar Kontinente berwinden zu knnen, nie so erfolgreich im biologischen Sinn gewesen. Mobilitt ist das Aufschlieen von Mglichkeiten und Chancen. Das gilt fr den einzelnen Menschen aber auch fr Organisationen und Gesellschaften. Mobilitt verlangt zustzlich enorme Verantwortung, denn sie beansprucht Ressourcen und Energie.Hat die Industrie andere Anforderungen an Mobilitt und Infrastruktur als die Gesellschaft? Nein, weil Industrie ein integrativer und zentraler Teil der Gesellschaft ist. Ich kann doch nicht die Hlfte aller Beschftigten und fast zwei Drittel der Wirtschaftsleistung als eine Art andere Welt betrachten. Andererseits macht es schon einen gewaltigen

    Unterschied, ob sie in den Urlaub fahren wollen oder Millionen Tonnen von Gtern zu transportieren sind. Insgesamt muss die Gesellschaft ehrlicher werden: sie will enorm viel haben, aber von den Grundlagen wenig wissen. Warum es gut sein soll, im Sommer das Mittelmeer mit Charterflugzeugen und Megastaus zu berschwemmen, aber den notwendigen Gteraustausch als schlecht zu empfinden, muss man erst erklren.Ohne Infrastruktur keine Mobilitt. Hat die Steiermark hier Defizite und Handlungsbedarf? Das infrastrukturelle Problem der Steiermark sind die Alpen, die jede Investition technisch und finanziell zu einer Herausforderung machen. Das grte Defizit haben wir eindeutig bei der Bahninfrastruktur konomisch und kologisch. Koralmtunnel und Semmering Basistunnel sind Teil der BaltischAdriatischen Achse, die die NordadriaHfen mit dem Baltikum verbindet. Das ist ein JahrhundertProjekt als Basis fr die nchsten Ge nerationen. Dazu kommt die viel zu lang vernachlssigte Pyhrnstrecke, die die Verbindung nach Deutschland darstellt. Die Straeninfrastruktur weist zwar Lcken auf, ist dem gegenber aber besser ausgebaut.In der ffentlichen Diskussion wird immer wieder der Verzicht auf den Koralmtunnel zu Gunsten des Bildungsbudgets thematisiert. Was sagen Sie dazu?Das ist etwa so intelligent, wie aufgrund des

    Essens auf das Trinken verzichten zu wollen. Ohne gute Wirtschaftsleistung keine Bildung, keine Gesundheit, keine Kultur. Ohne gute Infrastruktur keine Wirtschaftsleistung. Da gibt es kein HenneEi Prinzip sondern erst die Henne, dann das Ei. Zu aller Zeit in der Geschichte war es so: erst eine gute Verkehrs verbindung, dann ein Aufschwung der Wirtschaft und dann alle Kulturleistungen.Die Steiermark ist fr einen sehr ausgeprgten Automotiven Sektor bekannt. Warum ist das so?An der Wiege der steirischen Industrie stehen die Themen Metall und Ingenieurskunst. Und diese beiden Themen haben sich mit dem Megathema des 20. Jahrhunderts, dem Automobil verbunden. Dazu kam die Pionierleistung des Herrn Puch als eine Keimzelle, sowie enorme Kompetenz an den Universitten man denke nur an Prof. List. Der Rest ist Flei und Innovationskraft, das geht bis zur Vernetzung im Cluster, eine wirkliche steirische Spezialitt.Die Automobilzulieferindustrie war von der Krise sehr stark betroffen. Knnen Sie Jugendlichen trotzdem eine Ausbildung in diese Richtung empfehlen?Die Branche hat zuletzt viel strker angezogen als erwartet. Totgesagte leben lnger, wie es so schn heit. Ich glaube, dass es extrem spannend ist, in diesem Automotiven Sektor ttig zu werden, denn das Thema Mobilitt wird gerade neu interpretiert und an die globalen Herausforderungen angepasst. Wer die Welt wirklich verbessern und nicht nur schne Reden schwingen will, der sollte als IngenieurIn daran mitarbeiten.Sie haben Germanistik und Geschichte als Lehramt studiert und sind jetzt Geschftsfhrer der IV. Welchen Ratschlag mchten Sie jungen Menschen, die vor ihrer Berufsentscheidung stehen, mit auf den Weg geben?Man sollte nur das machen, wo ein inneres Feuer brennt und man eine gute Leistung bringen mchte, einfach um der Dinge selbst willen. Genau dort kann man seine Talente entwickeln. Gleichzeitig muss man flexibel bleiben und sehen, dass die Welt unendlich bunt und spannend ist. Ob Philosophie, Technik, Wirtschaft, Gesundheit Emotion spren und die Sache wirklich gut machen. Und noch ein Rat: wenn man seine Leistung bringt, dann kommen Karriere und Einkommen von selbst, denn heute kann niemand auf gute Leute verzichten. Die jungen Leute mit den fixen Einkommens und Karriereplnen und einem aufgeblasenen Ego im Gepck, die fallen nur auf die Nase.

    LIEBELEHRERINNENUNDLEHRER!

    Was haben der Verzehr eines Apfels, die Auswahl des Sommerurlaubes im Reisekatalog und der tgliche Weg in die Schule gemeinsam?

    Sehr viel. Denn all diesen Aktivitten liegt die Notwendigkeit von Mobilitt und in weiterer Folge der Bedarf an dementsprechender Infrastruktur zu Land, zu Wasser und in der Luft zugrunde.Besonders fr die Steiermark als Wirtschaftsraum ist Mobilitt ein zentrales Thema, gibt es bei uns doch zahlreiche Unternehmen, welche hierfr Schlsseltechnologien und Innovationen in die ganze Welt liefern. Magna Steyr, AVL List, voestalpine Eisenbahnsysteme, Siemens Mobility um nur einige (Markt fhrer) zu nennen. In der mittlerweile fnften Ausgabe unseres Magazins erwartet Sie ein Experteninterview, eine Einfhrung in eines der grten VerkehrsInfrastrukturprojekte Europas, die BaltischAdriatischeAchse, sowie ein Studiencheck zum Bereich Mobilitt und Infrastruktur. Der zweite groe Themenblock ist dem Bildungsweg duale Ausbildung in der Industrie gewidmet. Ein Thema, welches jungen Menschen immer bessere Perspektiven bietet und bei dem wir es uns nicht leisten knnen, es im Zuge der laufenden Bildungsdiskussion auszu spa ren.An dieser Stelle die Einladung an Sie, weiterhin mit uns in Kontakt zu bleiben, wenn es darum geht, fr Sie interessante Themengebiete aufzugreifen bzw. innovative Unterrichtsideen voranzutreiben.

    Wir freuen uns, von Ihnen zu lesen office@zukunftindustrie.at!

    Spannende Unterhaltung wnscht Ihnen,

    Angelika KreschVorsitzende von ZUKUNFT:industrieVorstand REMUSSEBRING Holding AG

    Quelle: AC Styria Autocluster GmbH, 2010

    Mobility ist neben Eco Tech und Health Tech eines der drei Leitthemen der Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020.

    Dem Automotiven Sektor sind in der Steiermark ca. 190 Betriebe zuzurechnen, sowie

    insgesamt 40.000 Arbeitspltze und

    davon 8.400 F&EBeschftigte (Vollzeit)

    Exportrate: 90 %

    Mit Teilen aus der Steiermark knnte ein gesamtes Auto gefertigt werden!

  • mit Ausfllen und Schden bei Produktionsprozessen zur Folge. Mit der neuen 380 KV Leitung gehrt das der Vergangenheit an. Die Investitionssicherheit ist wieder gegeben und Firmen bauen ihre Anlagen weiter aus. Neue Infrastruktur war also notwendig, um ein erfolgreiches Wirtschaften zu ermglichen.

    Fundament Infrastruktur Bei der Planung einer Infrastruktur soll kologisch nachhaltig und konomisch sinnvoll vorgegangen werden. Nur so knnen der behutsame Umgang mit der Natur und leistbare Kosten fr die Wirtschaft unter einen Hut gebracht werden.Als besonderen Erfolg in Sachen Infrastruktur kann die Steiermark mit ihren Partnern der Metaregione verbuchen, dass die BaltischAdriatische Achse (BAA) in der EU Anerkennung findet. Das kann auch fi

    nanzielle Hilfe fr die in Bau befindlichen Vorhaben wie Semmering Basistunnel, Graz Hauptbahnhof und Koralmstrecke bedeuten. Die BAA ermg licht die Verbindung wichtiger AdriaHfen mit dem Baltikum. Weitere Projekte fr die Verbesserung des Schienenverkehrs sind die PyhrnStrecke und die Ostbahn als Entlastungsstrecken vor allem fr den Gterverkehr. Auf der Strae sind der Ausbau der Murtal Schnellstrae (S36), die Verbindung nach Ungarn (OstWestVerbindung S7), eine Verbesserung der Situation im Ennstal (B320) sowie eine bessere Anbindung des wirtschaftlich starken Gebiets um Weiz (B64) dringende Notwendigkeiten. Eine flchendeckende Breitbandversorgung im Bereich der Telekommunikation ist fr die Steiermark genauso ein Muss wie eine intelligente EnergieInfrastruktur. Bei letzterer zeigt sich, dass sich der Trend zu einer strkeren Dezentralisierung der Elektrizittswirtschaft positiv auf Effizienz, Ausbau erneuerbarer Energie und COReduktion auswirkt.

    Steirische Betriebe machen mobilIn der Steiermark tut sich eine ganze Menge, wenn es um die Hardware fr Infrastruktur und Mobilitt geht. voestalpine ist herausragend im Schienenbau fr Straenbahnen und Zge. Als einziger Hersteller weltweit ist voestalpine in der Lage, Schienen bis zu 120 m Lnge zu produzieren. Dem steht die Siemens AG in Graz mit ihren hochmodernen Fahrwerken fr alle Arten von Schienenfahrzeugen von Straenbahnen bis zum Hochgeschwindigkeitszug in nichts nach. Ein weiteres Paradebeispiel fr Mobilitt ist Magna Steyr mit der Entwicklung und Produktion kompletter Fahrzeuge fr verschiedene Marken. In der Initiative emobility und unter dem Motto Mobilitt steht unter Strom arbeitet Magna gemeinsam mit AVL, TCM International, TU Graz und Energie Graz an alternativen, umweltbewussten Fahrzeugen fr die Zukunft. Eine Ikone