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Rente ohne Grenzen - arbeiten im Ausland - · PDF fileAusland Rente ohne Grenzen – arbeiten im Ausland > Wie sich Arbeiten im Ausland auf Ihre deutsche Rente auswirkt > Welcher Rentenversicherung

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  • Ausland

    Rente ohne Grenzen arbeiten im Ausland

    > Wie sich Arbeiten im Ausland auf Ihre deutsche Rente auswirkt

    > Welcher Rentenversicherung Sie bei einem Auslandsjob angehren

    > Welcher Rentenversicherer fr Sie zustndig ist

  • Sie ziehen um Ihre Rente zieht mit

    Europa rckt zusammen. Doch die sozialen Sicherungssysteme in den zurzeit 27 Staaten der Europischen Union (EU) werden auf absehbare Zeit verschieden bleiben. Damit Sie als Arbeitnehmer durch eine Beschftigung im Ausland bei der Rente nicht benachteiligt werden, gibt es europische Regelungen und zweiseitige Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und einzelnen Staaten auerhalb der EU, die dafr sorgen, dass Ihre Rente quasi mit Ihnen umzieht.

    Diese Broschre zeigt Ihnen, wie sich Ihre Beschftigung im Ausland auf Ihre deutsche Rente auswirkt und ob Sie sich Ihre Rente ins Ausland zahlen lassen knnen. Auerdem erfahren Sie, welcher deutsche Rentenversiche-rungstrger fr Sie zustndig ist, wenn Sie Beitrge an ein auslndisches Sozialsystem gezahlt haben.

    Und wenn Sie anschlieend noch Fragen haben? Kommen Sie zu uns wir sind fr Sie da!

    700 5. Auflage (3/2010)

  • Inhaltsverzeichnis

    4 Europarecht und Rente 9 Besonderheiten bei der Rentenberechnung 12 Arbeit auerhalb der EU Gewinner auf zwei Seiten 16 Die richtige Krankenversicherung fr Rentner18 Rentenzahlung ber Grenzen hinweg21 Der richtige Ansprechpartner fr Sie24 Wir informieren. Wir beraten. Wir helfen.

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    Europarecht und Rente

    Viele Arbeitnehmer aus Deutschland sind im Ausland beschftigt. Ob nur befristet oder dauerhaft: Auch diese Zeiten wirken sich gnstig auf die sptere Rente aus. Die soziale Sicherung dieser sogenannten Wander-arbeitnehmer in der Europischen Union (EU) und anderen Staaten ist in europischen Vereinbarungen geregelt.

    Das Europarecht fhrt nicht zu einer einheitlichen europischen Sozialversicherung. Vielmehr sollen die sogenannten EG-Verordnungen (EG = Europische Gemeinschaft, Teil der Europischen Union = EU) verhindern, dass Sie sozialversicherungsrechtliche Nachteile haben, wenn Sie zeitweise im EU/EWR-Aus-land als Arbeitnehmer erwerbsttig sind.

    Das Europarecht gilt fr Sie in allen fnf Zweigen der Sozialversicherung, also in der Renten-, Kranken-, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung sowie bei Familienleistungen. Es wird zurzeit in 31 Staaten (siehe Tabelle auf Seite 5) angewandt.

    Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Broschre Leben und arbeiten in Eur opa.

    Der Begriff EU/EWR-Staat gilt auch fr die Schweiz.

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    Das Europarecht gilt:

    in den EU-Mitgliedstaaten > Belgien> Bulgarien> Dnemark > Deutschland > Estland > Finnland > Frankreich > Griechenland > Grobritannien > Irland > Italien > Lettland > Litauen > Luxemburg > Malta > Niederlande > sterreich > Polen> Portugal> Rumnien> Schweden > Slowakische Republik > Slowenien > Spanien > Tschechische Republik > Ungarn > Zypern

    auerdem nach dem Abkommen ber den Euro-pischen Wirtschaftsraum (EWR) in > Island > Liechtenstein> Norwegen

    ber das Freizgigkeitsabkommen auch in der> Schweiz

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    Regelungen fr die RentenversicherungFr die gesetzliche Rentenversicherung gelten im Wesentlichen folgende Grundstze:1. Die Angehrigen aller Staaten der Europischen

    Union (EU) und des Europischen Wirtschaftsraums (EWR) werden bei der Anwendung der nationalen Rechtsvorschriften eines EU/EWR-Staates gleich behandelt. Das gilt auch fr Angehrige anderer Staaten, die in der EU leben.

    2. Die in den EU/EWR-Staaten zurckgelegten Ver-sicherungszeiten werden in jedem Staat zusammen-gerechnet und in der Regel fr die Berechnung Ihrer Rente bercksichtigt.

    3. Jeder EU/EWR-Staat zahlt von einigen Ausnahmen abgesehen nur eine Leistung aus seinen Versiche-rungszeiten.

    4. Die Staatsgebiete der EU/EWR-Staaten werden fr die Rentenzahlung einander gleichgestellt.

    Die hier vorgestellten Regelungen beziehen sich auf die EGVerordnun gen Nr. 883/2004 und Nr. 987/2009. Fr die EWRLnder und die Schweiz gelten zunchst die Verordnungen (EWG) Nr. 1408/71 und Nr. 574/72 weiter, die aber in den Grundstzen fast identisch sind.

    Die EG-Verordnungen wirken sich auf Arbeitnehmer, Beamte, Selbstndige und Studierende sowie ihre Familienangehrigen und Hinterbliebenen aus. Sie gelten auch fr Flchtlinge und Staatenlose, die in EU/EWR-Staaten leben.

    Grundlagen der VersicherungspflichtOb Sie im Ausland versicherungspflichtig sind, hngt grundstzlich von den Vorschriften des Staates ab, in

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    dem Sie beschftigt oder selbstndig ttig sind bezie-hungsweise ein Studium absolvieren auch dann, wenn Sie in einem anderen Staat wohnen (Grenzgnger).

    Bitte beachten Sie: Sind Sie von Ihrem deutschen Arbeitgeber fr eine Arbeit, die voraussichtlich nicht lnger als 24 Mo-nate andauert, in einen anderen EU-Staat (bei EWR/Schweiz in der Regel 12 Monate) entsandt worden, gelten whrend dieser Zeit w eiterhin die deutschen Regelungen.

    Berechtigung zur freiwilligen VersicherungWenn Sie in Deutschland wohnen und nicht versiche-rungspflichtig sind, knnen Sie sich unabhngig von Ihrer Staatsangehrigkeit nach Vollendung des 16. Le-bensjahres in der deutschen Rentenversicherung freiwillig versichern. Eine Pflicht- oder freiwillige Ver-sicherung in einem anderen EU/EWR-Staat steht dem nicht entgegen.

    Staatsangehrige der EU/EWR-Staaten sind unabhn-gig von ihrem Wohnsitz (inner- oder auerhalb der EU/des EWR) zur freiwilligen Versicherung in der deut-schen Rentenversicherung berechtigt. Voraussetzung fr die Berechtigung zur freiwilligen Versicherung in der deutschen Rentenversicherung ist jedoch, dass zu irgendeinem Zeitpunkt mindestens ein Beitrag gezahlt wurde. Als Deutscher haben Sie dagegen immer das Recht zur freiwilligen Versicherung. Eine freiwillige oder Pflichtversicherung in einem anderen EU/EWR-Staat stellt keinen Hinderungsgrund dar.

    Staatsangehrige der EWRStaaten/der Schweiz bentigen bei Wohnsitz in den EU/EWRStaaten einen Vorbeitrag, bei Wohnsitz auerhalb 60 Beitrge.

    Fr Flchtlinge und Staatenlose gilt dies auch, wenn sie sich gewhnlich in einem EU/EWR-Staat aufhalten.

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    BeitragserstattungHaben Sie Beitrge zur deutschen Rentenversicherung gezahlt, knnen Sie diese anteilig erstattet bekommen, wenn Sie> aus der deutschen Versicherungspflicht ausgeschie-

    den sind, kein Recht zur freiwilligen Versicherung haben und wenn seit Ende der Versicherungspflicht mindestens 24 Monate vergangen sind,

    > das 65. Lebensjahr vollendet haben sowie in allen EU/EWR-Staaten zusammen nicht die Wartezeit von fnf Jahren zurckgelegt haben. Entsprechendes gilt auch fr Hinterbliebene.

    Wenn Sie in einem anderen EU/EWR-Staat versiche-rungspflichtig sind, knnen Sie keine Beitrge erstattet bekommen.

    Lesen Sie hierzu bitte auch das Faltblatt Beitragserstattung.

    Zusammenrechnung deutscher und auslndischer VersicherungszeitenJeder EU/EWR-Staat zahlt unter unterschiedlichen Voraussetzungen eine Rente. Deshalb prft jeder Ver- sicherungstrger den Rentenanspruch nach seinen Regelungen.

    Um die Wartezeit (= Mindestversicherungszeit) fr eine Rente zu erfllen, knnen Versicherungszeiten, die Sie in den anderen EU/EWR-Staaten zurckgelegt haben, mit Ihren deutschen Versicherungszeiten zusammen- gerechnet werden. Dabei zhlen doppelt belegte Zeit- rume jedoch nur einmal.

    Auch die brigen versicherungsrechtlichen Voraus-setzungen (zum Beispiel drei Jahre Pflichtbeitrge in-nerhalb der letzten fnf Jahre fr Renten wegen ver-minderter Erwerbsfhigkeit) knnen Sie durch Zeiten in anderen EU/EWR-Staaten erfllen.

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    Besonderheiten bei der Rentenberechnung

    Wenn Sie in mehreren EU/EWR-Staaten versicherungspflichtig gearbeitet haben, wird Ihre Rente nach den EG-Verordnungen berechnet. Dabei muss jeder Staat fr die Zeiten Rente zahlen, in denen Sie dort beschftigt waren.

    Falls Sie nur dann einen Anspruch auf eine deutsche Rente haben, wenn Ihre deutschen und die im Ausland zurckgelegten Versicherungszeiten zusammengerech-net werden, findet eine zwischenstaatliche Berechnung statt.

    Sind bei Ihnen dagegen die Voraussetzungen fr eine Rente allein aus deutschen Versicherungszeiten erfllt, wird die Rente zustzlich auch rein innerstaatlich berechnet. Die hhere Rente wird Ihnen ausgezahlt.

    Genauere Informationen finden Sie in der Bros chre Rente: So wird sie berechnet.

    Zwischenstaatliche BerechnungDie zwischenstaatliche Berechnung erfolgt nach deut-schem Rentenrecht, wobei die EG-Verordnungen be-achtet werden mssen. Dabei wird zunchst eine Rente unter Bewertung aller Zeiten in den EU/EWR-Staaten errechnet (theoretischer Betrag). Da die Rentenversiche- rung jedes Staates aber nur den auf ihre Zeiten entfal-lenden Anteil als Rente zahlen muss, wird diese Teil-rente im entsprechenden Verhltnis vom theoretischen Betrag abgeleitet (anteilige Leistung).

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    Die zwischenstaatliche Rentenberechnung fhrt in der Regel zu einem hheren Rentenbetrag, wenn sich durch die Einbeziehung der Zeiten aus den anderen EU/EWR-Staaten ein im Vergleich zur rein innerstaatlichen Ren-tenberechnung gnstigerer Wert fr die beitragsfreien Zeiten ergibt. Beitragsfrei sind zum Beispiel Zeiten, in denen Sie arbeitsunfhig waren oder eine Fachschule besucht haben.

    Versicherungszeiten in geringem UmfangHaben Sie in einem EU/EWR-Staat Versicherungszeiten von weniger als einem Jahr zurckgelegt und besteht fr Sie daraus kein innerstaatlicher Rentenanspruch, mssen die anderen EU/EWR-Staaten, nach deren Recht Sie einen Rentenanspruch haben, diese wenigen Zeiten mit entschdigen.

    Formeln fr WaisenrentenWaisenrenten, die ab dem 1. Mai 2010 beginnen, we