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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Mai 2015

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1. LEBEN UND ARBEITEN IM AUSLANDMAI 2015 Mitarbeiter- zum Thema Mihai Tufa fr die BDAE GRUPPE RECHTLICHES INTERVIEW WELTWEIT DOPPELBESTEUERUNGSAB- KOMMEN IN NEUEM GEWAND 183 TAGE CHINA Warum die Regelungen des im Mrz 2014 unterzeichneten Abkommens immer noch nicht anwendbar sind. SCHULEN IN DEUTSCHLAND UND DEN USA: EIN VERGLEICH TEIL1 Wieso es vor Beginn eines Aus- landsaufenthaltes ratsam ist, sich ber die Schulformen im Zielland zu informieren. HIER HABEN WIR EINEN KLAS- SISCHEN FALL VON DER QUA- DRATUR DES KREISES ber die Schwierigkeiten einer Mit- arbeiterentsendung nach China. 1 China 2. 2 INTERN INTERVIEW RECHTLICHES EXPATRIATES AIRLINES VERMISCHTES WELTWEIT 9 Expatriate-Vergtung in der Region Asien-Pazifik 10 Deutsche in der Schweiz 13 In China und Brasilien lernen immer mehr Menschen Deutsch 14 Zu Gast in britischen Familien 16 Nicht ohne meinen Fhn: wichtige Services im Hotel 17 sterreich: Jugendliche stellen Suchtrekord auf 18 USA: Eltern erkennen ber- gewicht ihrer Kinder nicht 19 Sichere OPs: Kein Zugang fr fnf Mrd. Menschen 20 Dnemark hat die hchsten Arbeitskosten 22 Schulen in Deutschland und den USA: Ein Vergleich Teil 1 24 Impressum GESUNDHEIT 11 Air India 11 Finnair 11 Germania 12 Qatar Airways 12 Azerbaijan Airlines 12 Vueling Airlines 12 Air Baltic 4 Hier haben wir einen klassischen Fall von der Quadratur des Kreises 3 Jetzt kostenlos downloaden: Dossier zum Thema Mitarbeiter- entsendung nach China 3 Neu dabei EDITORIAL 6 Doppelbesteuerungsabkommen in neuem Gewand 183 Tage in China Liebe Leserin, lieber Leser, unser aktueller Newsletter steht ganz im Zeichen Chinas. Denn immer noch bt das Reich der Mitte nicht nur eine Anziehungskraft auf auslndische Touristen, sondern auch auf auslndische Investoren aus. Die positve wirtschaftliche Entwicklung des Landes hat auch viele deutsche Unternehmen dorthin verschlagen, weshalb die Zahl der Mitarbeiterentsendungen in die Volksrepublik China weiterhin steigt. Etwa 80 Prozent unserer Beratungsflle haben Mitarbeiterentsendungen in die Volksre- publik zum Inhalt. Daher hat die BDAE GRUPPE zu diesem Thema krzlich ein ko- stenloses Dossier verffentlicht, welches Sie auf Seite 3 downloaden knnen. Dass eine Mitarbeiterentsendung nach China Per- sonalverantwortliche vor einige Herausforderungen stellt, kann auch unsere Interviewpartnerin Rechts- anwltin Julia Tnzler-Motzek besttigen, die be- reits seit 2005 Unternehmen bei ihren Geschfts- aktivitten in China untersttzt (ab Seite 4). Auch in unserer Newsletter-Rubrik Rechtliches geht es diesesmal um China. Genauer gesagt um das bereits im Mrz 2014 unterzeichnete Doppel- besteuerungsabkommen (DBA). Unsere Gastautoren erlutern ab Seite 6 Einzelhei- ten des DBAs und zeigen auf, wieso die neuen Regelungen jedoch noch nicht anwendbar sind. Allen Eltern unter Ihnen kann ich auerdem den ersten Teil eines Beitrages ans Herz legen, indem ber die Notwendigkeit berichtet wird, sich vor einem Aus- landsaufenthalt mit Kindern ber die hiesigen Schulformen zu informieren (ab Seite 22). Ich wnsche Ihnen viel Spa bei der Lektre und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihr Andreas Opitz ZAHL DES Menschen lernen weltweit Deutsch. (Quelle: Auswrtiges Amt) 15,4 MONATS MILLIONEN 3. Seit Februar letzten Jah- res ist Saphir Wilken Be- standteil des Antragsteams bei der BDAE GRUPPE und ist fr die Bearbeitung von Versicherungsantrgen sowie die Risikoprfung bei Vertragsverlngerungen zu- stndig. Vor ihrer Ttigkeit bei der BDAE GRUPPE absolvierte Saphir Wilken eine zweiein- halbjhrige Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheits- wesen bei der Asklepios Kli- nik Nord. Whrend dieser Zeit entdeckte die 23-jh- rige ihre Leidenschaft fr den medizinischen Bereich. Daher schtzt sie an ihrer Ttigkeit beim BDAE vor allem, dass sie ihre Kennt- nisse auf diesem Gebiet ste- tig ausbauen kann. In ihrer Freizeit hat die ge- brtige Hamburgerin das Reisen fr sich entdeckt. Die Ziele fr die kommenden Jahre stehen auch bereits fest: Sdostasien, Ostkste der USA und Dubai. Als Dienstleistungsunter- nehmen ist es uns wichtig, den Service fr unsere Kun- den kontinuierlich zu opti- mieren. Unser Bestreben ist es unter anderem, die An- trge unserer Kunden in der Regel innerhalb von 24 Stunden zu policieren. Dass dieses Ziel erreicht wird, dazu trgt auch mageblich die Arbeit von Saphir Wil- ken bei. Wir freuen uns, mit ihr eine kompetente und zu- verlssige Mitarbeiterin ge- wonnen zu haben, sagt BDAE-Geschftsfhrer An- dreas Opitz. Sie erreichen Saphir Wilken telefonisch (+49-40- 687430-54) und per E-Mail ([email protected]). Die Volksrepublik China ist nach wie vor einer der wich- tigsten Wirtschaftspartner Deutschlands. Und noch immer locken berdurchschnittliches Wirtschaftswachstum und positive Marktaktivitten neue Investoren ins Land. Viele Deutsche Unternehmen entsenden ihre Mitarbeiter nach China, um ihr China-Geschft weiter auszubauen oder den Markt neu zu erschlieen. Infolge des Zuwachses auslndi- scher Investoren versucht Chinas Regierung, den Expat- Markt verstrkt zu kontrollieren, indem die Gesetze hinsicht- lich der Beschftigung auslndischer Mitarbeiter kontinuier- lich verschrft werden. Neben diesen sich hufig ndernden Bedingungen stellen die unterschiedlichen Verfahrensweisen in den einzelnen Pro- vinzen des Landes sowie eine interessensgerechte Gestaltung der Entsendung Personalverantwortliche vor Hrden. Gratis-Dossier zum Thema Herausforderungen der China-Entsendung downloaden Zu diesem Thema hat die BDAE GRUPPE ein Dossier mit dem Titel Herausforderungen der Mitarbeiterentsendung nach China verffentlicht, das fr jedermann gratis unter https://www.bdae.com/de/downloads/Sondernewsletter_Chi na-Seminar.pdf bereitsteht. In dem 22-seitigen Dokument er- lutern mehrere Experten die wesentlichen Aspekte der ein- zelnen Rechtsgebiete, die bei Mitarbeiterentsendungen ins Reich der Mitte beachtet werden sollten. Dabei werden stets theoretische Anstze mit praktischen Beispielen verknpft, so dass ein anschauliches Gesamtbild entsteht. Gleichnamiges Seminar am 24. Juni in Hamburg Wer weiterfhrende Informationen bentigt oder den Aus- tausch mit Spezialisten auf diesem Gebiet sucht, kann sich zum gleichnamigen Seminar anmelden, das am 24. Juni 2015 bei der BDAE GRUPPE in Hamburg stattfindet. Nhere Informationen zu dieser Veranstaltung sind unter https://www.bdae.com/de/auslandsberatung/seminar_mitar- beiterentsendung_china.htm abrufbar. 3 INTERNJETZT KOSTENLOS DOWNLOADEN: DOSSIER ZUM THEMA MITARBEITERENTSENDUNG NACH CHINA NEU DABEI 4. 4 BDAE: Was sind aus Ihrer Erfahrung die grten Herausforderungen einer Mitarbeiterentsendung nach China? Tnzler-Motzek: Eine groe Her- ausforderung ist, dass das deutsche sowie das lokale chinesische Recht in Einklang gebracht werden mssen. Ar- beitsvertrge, die nach deutschem Recht gestaltet werden, mssen mit chinesischen Bedingungen verknpft werden. Daneben mssen per se schon ver- schiedene Rechtsgebiete miteinander verzahnt werden, was regelmig zu Konflikten fhrt. Denn die einzelnen Rechtsgebiete kollidieren ab und zu miteinander. Es kann passieren, dass sich das, was beispielsweise sozialversi- cherungsrechtlich erreicht werden soll etwa der Verbleib im deutschen Sozialversicherungssystem nicht mit dem Steuer- recht vereinbaren lsst, etwa weil die Entsendung im Inter- esse der Tochtergesellschaft in China erfolgt und nur diese das Gehalt des Mitarbeiters als Betriebsausgabe absetzen kann. Der Verbleib in der deutschen Sozial- versicherung setzt je- doch im Regelfall vo- raus, dass das Gehalt vom deutschen Arbeit- geber gezahlt und ge- tragen wird. Hier haben wir dann einen klassischen Fall von der Quadratur des Kreises. BDAE: BDAE: Gibt es Mglichkeiten, solche Hrden zu um- gehen? Tnzler-Motzek: Es ist leider ein Irrglaube, dass die Gel- tung des deutschen Sozialversicherungsrechts in jedem Fall durch vertragliche Klauseln herbeigefhrt werden kann. Das Sozialgesetzbuch knpft nicht nur an Vertragsbedingungen, sondern auch an tatschliche Gegebenheiten an. Liegen diese nicht vor, ist dringend zu empfehlen, die soziale Absicherung alternativ zu regeln und die Hrde so zu meistern. BDAE: Wieso ist die Frage nach der Vertragsart so entschei- dend? Welche Faktoren spielen bei der Wahl die magebliche Rolle? Tnzler-Motzek: Die Entscheidung fr einen deutschen Arbeitsvertrag ent- spricht hufig dem Wunsch des Arbeit- nehmers, der sich dadurch sicherer und strker an das deutsche Stammhaus ge- bunden fhlt. In anderen Fllen bestim- men gesetzliche Gegebenheiten die Wahl, wenn etwa ein lokaler Arbeitsver- trag fr die Erteilung der Arbeitserlaub- nis vor Ort notwendig ist. In wieder anderen Fllen rechnet das Finanzamt die Gehaltskosten der Tochtergesell- schaft zu um komplizierte Weiterbe- lastungen zu vermeiden, wird dann auf einen lokalen Vertrag umgestellt, damit die Tochtergesellschaft das Gehalt direkt an den Mitarbeiter auszahlen kann. Das ist grundstzlich auch in Euro und auf ein deutsches Konto mglich. Der Bin- dungsaspekt lsst sich in diesen Fllen durch einen Stammbindungsvertrag darstellen, in dem auch die Bedingungen fr die Rckkehr festgehalten werden. Typi- sche Benefits, die mit Entsendungen verbunden werden, kn- nen aus rechtlicher Sicht genauso gut in den lokalen Vertrag geschrieben werden. BDAE: Bei lokalen Vertrgen muss sicherlich auch das chine- sische Arbeitsrecht angewandt werden. Gibt es hier gravie- rende Unterschiede zum deutschen Arbeitsrecht und was bedeutet ein lokaler Arbeitsvertrag fr den Mitarbeiter? Tnzler-Motzek: Es gibt einige Unterschiede, etwa in Bezug auf den Kndigungsschutz, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder den Urlaubsanspruch. So sieht das chinesi- sche Recht je nach Beschftigungsdauer nur 5 bis 15 Tage Mindesturlaub vor. Sofern keine lokale Sonderregelung be- steht, die an das tatschliche Gehalt anknpft, besteht im Krankheitsfall nur Anspruch auf eine Zahlung von 80 Prozent des rtlich festgelegten Mindestlohnes, also eines uerst ge- ringen Betrages, der nicht geeignet ist, die tatschlichen Le- benskosten zu decken. Die meisten Aspekte lassen sich jedoch vertraglich durch entsprechende Klauseln so gestalten, dass keine Nachteile fr den Mitarbeiter entstehen. INTERVIEW HIER HABEN WIR EINEN KLAS- SISCHEN FALL VON DER QUA- DRATUR DES KREISES Nach wie vor ist ein Aufwrtstrend bei Mitarbeiterentsendungen nach China zu verzeichnen. Dabei sind Personalverantwortliche mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Eine der grten Herausforderungen besteht darin, die Entsendung interessensge- recht zu gestalten. Welche rechtlichen Gegebenheiten dabei zu beachten sind, errtert die auf Arbeitsrecht spe- zialisierte Rechtsanwltin Julia Tnzler- Motzek, die bereits seit 2005 Unternehmen bei ihren Geschftsakti- vitten in China bert. 5. 5 Die Besonderheit in China ist, dass es in den einzelnen Provin- zen des Landes zu abweichenden Regelungen und Verfahren kommen kann. Die wesentlichen Richtlinien sind national im Arbeitsvertragsgesetz geregelt. Es gibt jedoch in einigen Punk- ten, wie beispielsweise der Mitbestimmung, dem Umgang mit befristeten Vertrgen oder der Hhe von Karenzentschdigun- gen teilweise erhebliche Abweichungen auf lokaler Ebene. Es ist also notwendig, nicht nur das nationale chinesische Ar- beitsrecht zu beachten, sondern auch die Regelungen und Be- sonderheiten der entsprechenden Provinz zu recherchieren. BDAE: Was sind aus Ihrer Sicht die hufigsten Fehler, die bei einer Entsendung nach China gemacht werden? Und was sind die Konsequenzen? Tnzler-Motzek: Viele Unternehmen in Deutschland darunter durchaus auch groe Mittelstndler sehen das Thema Sozialversicherung zu unkritisch und fhlen sich si- cher, weil sie die Payroll ordentlich fhren und ins deutsche Sozialversicherungssystem einzahlen. Diese Sicherheit ist je- doch trgerisch. Bestehen die tatschlichen Voraussetzun- gen fr einen Verbleib in der Pflichtversicherung nicht, bestehen im Ernstfall etwa bei einer schweren Krankheit keine Leistungsansprche. Der Arbeitgeber haftet dann. Ich empfehle daher, die Weiterversicherung in Deutschland offen und ehrlich mit der zustndigen Krankenkasse zu kl- ren und die entsprechende Besttigung einzuholen. Ein wei- terer Problemfall kann entstehen, wenn zunchst in Deutschland die Konstruktion einer Entsendung gewhlt wird und vor Ort dann beispielsweise fr die Erteilung der Arbeitserlaubnis zustzlich pro forma ein lokaler Arbeits- vertrag geschlossen wird. Grundstzlich gilt, dass auch diese vermeintlichen Pro-Forma-Vertrge rechtskrftig sind und somit auch aus zwei Vertrgen Ansprche entstehen. BDAE: Haben Sie zum Abschluss einen grundstzlichen Rat- schlag fr die entsendenden Unternehmen? Tnzler-Motzek: Die Beteiligten sollten die Mitarbeiter- entsendung proaktiv angehen und offen fr Alternativen sein. Ist ein Verbleib in der Pflichtversicherung nicht mglich, knnen die entstehenden Risiken teilweise durch freiwillige Weiterversicherung, teilweise durch private Versicherungen aufgefangen werden. Offenheit kann aber auch bedeuten, einen lokalen Arbeitsvertrag zu akzeptieren, damit das Un- ternehmen, welches das Gehalt des Mitarbeiters trgt, die- ses auch auszahlen kann. Jegliche Benefits, Urlaubs- ansprche oder auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall lassen sich problemlos in einen solchen lokalen Vertrag inte- grieren. Und was die Thematik der Bindung an das deutsche Unternehmen betrifft, lsst sich dieses ergnzend durch einen Stammhausbindungsvertrag mit dem deutschen Ar- beitgeber gut abbilden. Ein solcher Stammhausbindungsver- trag kann beispielsweise die Anrechnung von Beschftigungs- zeiten im Ausland bestimmen und die Modalitten der Rck- kehr regeln. INTERVIEW 6. Im Mrz 2014 haben Deutschland und China das neue Doppelbesteuerungsabkommen (DBA-China) unterzeich- net. Anwendbar sind die Regelungen allerdings noch nicht. Hierfr sind ein deutsches Zustimmungsgesetz und nachfol- gend der Austausch der Ratifizierungsurkunden notwendig. Erst mit dem Beginn des auf den Urkundenaustausch folgen- den Jahres ist das neue DBA anwendbar, mithin aus heutiger Sicht frhestens am 01. Januar 2016. Gleichwohl mssen sich Unternehmen und deren Arbeitneh- mer mit den steuerlichen Neuregelungen rechtzeitig ausein- andersetzen. Nur so knnen Projekte, welche sich noch in der Planungsphase befinden, steuerlich passgenau justiert werde und bereits laufende Projekte mit gengend Zeitvor- lauf an die Vernderungen angepasst werden. Der Beitrag behandelt die Vernderungen des neuen DBAs gegenber den bisherigen Regelungen im Bereich der Dienstleistungs-Betriebssttte und der Arbeitnehmer-Be- steuerung mit Schwerpunkt auf der zeitlichen Komponente. Beginnen wir mit den Einknften aus einer Arbeitneh- mer-Ttigkeit: Die Grundstruktur des Artikels 15 DBA-China ist in der neuen Fassung unverndert. Das Besteuerungsrecht steht dem T- tigkeitsstaat zu, wenn dort die Arbeit ausgebt wird. Es fllt aber an den Ansssigkeitsstaat des Arbeitnehmers zurck, wenn sich der Arbeitnehmer im Ttigkeitsstaat nicht lnger als 183 Tage aufhlt, die Vergtung von einem nicht im Ttigkeitsstaat ansssi- gen Arbeitgeber gezahlt, die Vergtung nicht von einer Betriebssttte im Ttigkeits- staat getragen wird. Neu und wesentlich ist die Definition des 183-Tage-Zeit- raums. Nach der alten (und aktuell noch gltigen) Fassung musste sich der Arbeitnehmer mindestens 183 Tage whrend des betreffenden Steuerjahres (Steuerjahr=Kalenderjahr in China und Deutschland) im Ttigkeitsstaat aufhalten, um das Besteuerungsrecht dorthin zu verlagern. Nach der Neufas- sung ist der Aufenthalt von mindestens 183 Tagen innerhalb eines 12-Monats-Zeitraums ausreichend. Diese Neuregelung entspricht dem aktuell gltigen Standard des OECD-Muster- abkommens. Aufenthaltstage Unverndert sind die Aufenthaltstage und nicht die Arbeits- tage magebend. Sie ergeben sich aus den Einreisedoku- menten und sind tagesgenau festzustellen. Der Ankunfts- und Abreisetag zhlen ebenso mit wie Urlaubstage im Ttig- keitsstaat, die in unmittelbarem Zusammenhang zu dem Ar- beitsaufenthalt stehen. 12-Monats-Zeitraum Es handelt sich in der Neufassung um einen beliebigen Zeit- raum, welcher durch rckwrts gerichtete Betrachtung vom aktuellen Tag aus zu berechnen ist. So ist z.B. an einem 30. April zu schauen, ob die Aufenthaltsdauer von mindestens 183 Tagen im Zeitraum 01. Mai des Vorjahres bis 30. April des aktuellen Jahres erfllt ist. Bildlich gesprochen sind jeweils vom aktuellen Tag aus gese- hen die abgelaufenen 12 Monate durch einen Spiegel rck- wrtig zu betrachten, und zwar fr jeden Lohnabrechnungs- zeitraum neu. bergangsregelung Ab Anwendung des neuen DBAs ist eine rckwrtige Be- trachtung des 12-Monats-Zeitraums zur Bestimmung der An- wesenheit auch dann vorzunehmen, wenn dieser Zeitraum noch in den Gltigkeitszeitraums des alten DBAs fllt. Beispiel Der in Deutschland ansssige Arbeitnehmer A ist fr den deutschen Arbeitgeber (ohne Betriebssttte in China) im Zeitraum 01.11.2015 bis 31.03.2016 sowie vom 01.08.2016 bis 31.08.2016 in China ttig. Im Zeitraum 01.04.2016 bis 20.04.2016 verbringt er seinen Urlaub in China. (Fr die L- sung unterstellen wir die Anwendung des neuen DBAs ab 01.01.2016.) Fr November 2015 bis Mrz 2016 sind die Lohnabrechnun- gen unter Einbehaltung deutscher Lohnsteuer zu erstellen. Das Besteuerungsrecht liegt im Ansssigkeitsstaat Deutsch- land. Erst im Monat August ist fr den abgelaufenen 12-Monats- Zeitraum festzustellen, dass der Arbeitnehmer den 183-Tage- Mindestaufenthalt in China erfllt. Fr die Monate November und Dezember 2015 bleibt es beim Besteuerungsrecht Deutschland, weil in diesem Zeitraum noch das alte DBA Gltigkeit hatte und im Steuerjahr 2015 die 183-Tage nicht erfllt waren. DOPPELBESTEUERUNGSABKOMMEN IN NEUEM GEWAND 183 TAGE IN CHINA RECHTLICHES 6 Marco2811 - Fotolia.com 7. 7 RECHTLICHES Ab 01.01.2016 unterliegt der Arbeitslohn allerdings nicht mehr der Besteuerung in Deutschland, sondern im Ttig- keitsstaat China. Der Arbeitgeber sollte bei seinem Betriebs- stttenfinanzamt eine Freistellungsbescheinigung fr den Arbeitslohn des betreffenden Arbeitnehmers beantragen. Nach Erhalt der Bescheinigung ist der Arbeitslohn ohne Abzug deutscher Lohnsteuer an den Arbeitnehmer auszu- kehren. Die Lohnsteuer Januar bis Mrz 2016 kann dem Ar- beitnehmer erstattet werden. Von der Berechnung der 183-Tage fr die Beurteilung des grundstzlichen Besteuerungsrechts zu unterscheiden ist die Frage, ob auch der Arbeitslohn des Urlaubszeitraums 01.04. bis 20.04.2016 in Deutschland steuerfrei ist. Dieses ist bei der direkten Zuordnung zu verneinen. Trotz Mitrechnung der Urlaubstage bei den Anwesen- heitstagen im Ttigkeitsstaat erfolgt keine Aus- weitung des Besteuerungsrechts auf diesen Zeitraum. Das Besteuerungsrecht des Ttig- keitsstaates besteht nur insoweit, als die Ttig- keit dort ausgebt wird. Das Urlaubsentgelt wird lediglich anteilig bercksichtigt. Abwandlung 1 Wrde der Sachverhalt ein Jahr spter statt- finden und somit im Vorjahr bereits die Neufas- sung des DBA-China gelten, ergebe sich im August des Folgejahres die Feststellung, dass das Be- steuerungsrecht fr die Ttigkeit des Vorjahres nicht in Deutschland, sondern in China liegt. Die Lohnsteuer fr den abgelaufenen Zeitraum kann der Arbeitgeber trotz vorliegender Freistel- lungsbescheinigung nicht erstatten. Der Arbeitnehmer ist auf das Veranlagungsver- fahren zur Einkommensteuer angewiesen, um eine Erstat- tung der Lohnsteuer zu erreichen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Freistellung des Arbeitslohns im Veranla- gungsverfahren nach derzeitiger Rechtslage nur erfolgt, wenn der Arbeitnehmer die Besteuerung des Lohns im Ttig- keitsstaat nachweist. Abwandlung 2 Wird der Sachverhalt ein Jahr frher verwirklicht, wre er komplett nach dem alten DBA zu lsen. Weil der Arbeitneh- mer in keinem der beiden betroffenen Steuerjahre mindes- tens 183 Tage in China anwesend ist, verbliebe in beiden Jahren das Besteuerungsrecht bei Deutschland als Ansssig- keitsstaat. Der Zeitfaktor begegnet uns in hnlicher Form bei der Dienstleistungs-Betriebssttte: Die Frage nach dem Vorliegen einer Betriebssttte im ande- ren Land ist Dauerthema und fhrt zu einem latenten Dop- pelbesteuerungsrisiko. Deutsche Unternehmen sind bemht, das Begrnden einer auslndischen Betriebssttte zu vermei- den; die deutsche Finanzverwaltung sieht das hufig anders, um auf diesem Weg den Betriebsausgabenabzug im Inland in Frage zu stellen. Hinzu kommt die Gefahr einer unter- schiedlichen Beurteilung in Deutschland und in China; es existieren keine Bindungswirkungen an die Entscheidung des anderen Staates. Grundlage jeder Diskussion sind die Regelungen im DBA bezglich China namentlich in Artikel 5. Selbstverstndlich gibt es hier eindeutige Flle: Ein deutsches Unternehmen unterhlt in Beijing ein Bro mit vier Mitarbeitern, welche den Vertrieb der eigenen Produkte organisiert, die Beratung der Kunden und die nachfolgenden Servicedienstleistungen bei der Kundenbe- treuung bernimmt. Eine Bckerei aus Deutschland grndet in Hangzhou eine Produktionssttte. Es werden dort Backwaren mit ei- genen Mitarbeitern hergestellt und vertrieben. Liegt aber eine Betriebssttte auch vor, wenn keine feste Geschftseinrichtung vorhanden ist? Reicht es fr die Annahme einer Betriebssttte aus, wenn lediglich Beratungs- oder Schulungsleistungen durch Angestellte deutscher Unternehmen in China ausgefhrt werden? Die Fragestellung ist nicht neu, da bereits in dem alten (und derzeit noch gltigen) DBA- China in Art. 3 Abs. 2 Bst. b geregelt ist, dass die Erbringung von Dienstleistungen zu einer Be- triebssttte fhrt, wenn sie eine bestimmte Zeit- dauer umfasst. Neu ist die Beschreibung des Zeitraums: Altes DBA: lnger als insgesamt sechs Monate innerhalb eines beliebigen Zwlfmo- natszeitraums dauern. Neues DBA: innerhalb eines Zeitraums von zwlf Mo- naten insgesamt mehr als 183 Tage andauern. Dass sowohl in Artikel 5 Abs. 3 zur Dienstleistungs-Betriebs- sttte (DL-BSt) als auch in Artikel 15 Abs. 2 von 183-Tagen die Rede ist, darf nicht ber bestehende Unterschiede hin- weg tuschen. Whrend bei den Arbeitnehmern auf deren Anwesenheit in China abzustellen ist und teilweise auch private Aufenthalte zhlen, muss bei der DL-BSt die Dienstleistung mindestens 183 Tage andauern. Es ist nicht entscheidend, welche Perso- nen in welchen Zeitrumen zur Erbringung der Dienstleis- tung in China anwesend sind, sondern lediglich der sachliche Bezug zur Dienstleistung muss fr mindestens 183 Tage ge- geben sein. virtua73 - Fotolia.com 8. 8 RECHTLICHES Ein weiterer Unterschied besteht in der Projektbezogenheit. Bei Arbeitnehmern ist unerheblich, fr welchen konkreten Auftrag die Ttigkeit ausgebt wird. Allein die Dauer des Aufenthalts fhrt zu den beschriebenen steuerlichen Folgen. Anders verhlt es sich bei der DL-BSt. Wenn ein Projekt mit einer Dauer von weniger als 183 Tagen in China abgeschlos- sen ist, kann ein neues Projekt begonnen werden. Wenn auch bei dem zweiten Projekt die 183-Tage nicht er- reicht werden und kein wirtschaftlicher und zeitlicher Zusam- menhang zwischen den Projekten besteht, entsteht keine DL-BSt in China. Schlielich sei erwhnt, dass es zu einer DL-BSt auch dann kommt, wenn sie bei berschreiten der Zeitdauer durch mehrere Personen erbracht werden, welche fr sich genom- men die Zeitdauer von mindestens 183 Tagen nicht erfllen. Es bestehen Wechselwirkungen zwischen der Annahme einer DL-BSt und der Besteuerung von Arbeitslohn der im Rahmen der Dienstleistung eingesetzten Arbeitnehmer, wie die nachfolgende Abwandlung 3 zeigt: Der Arbeitgeber des A hat den Auftrag erhalten, ein chinesi- sches Unternehmen bei der Entwicklung einer Maschine mit technischen Beratungsleistungen zu untersttzen. Dieses Projekt dauert vom 01.11.2015 bis 31.08.2016. Wie im Grundbeispiel ist Arbeitnehmer A im Zeitraum November 2015 bis Mrz 2016 sowie im August 2016 vor Ort. In den Monaten April bis Juli 2016 bernimmt sein Kollege B die Beratung in China. Wegen der Dauer entsteht fr den Arbeitgeber eine Dienst- leistungs-Betriebssttte in China. Das wirtschaftliche Ergeb- nis des Auftrags unterliegt somit der Besteuerung in China. Die Personalkosten fr A und B in den betreffenden Zeitru- men stellen keine Betriebsausgaben in Deutschland dar, son- dern mindern das Betriebsstttenergebnis China. Trotz des weniger als 183 Tage andauernden Aufenthalts des B in China wird sein Arbeitslohn im Ttigkeitsstaat China be- steuert. Das Vorliegen der DL-BSt fhrt in vergleichbaren Fl- len zu Auswirkungen beim Besteuerungsrechts des Arbeitslohns. Fazit Das neue DBA mit China nhert sich mit der Arbeitnehmer- Regelung bzgl. der 183 Tage dem OECD-Musterabkommen und damit dem internationalen Standard an. Auch die Rege- lungen zu Dienstleistungs-Betriebssttten sind obwohl zur- zeit nur in wenigen deutschen DBAs verankert im OECD-Musterabkommen vorgesehen. Sowohl bei den Arbeitnehmer- als auch bei den Dienstleis- tungsfllen ist eine Zeitdauer von 183 Tagen entscheidend. Zu warnen ist davor, die Berechnungen und Grundstze un- reflektiert auf beide Sachverhalte einheitlich anzuwenden. Eine isolierte Betrachtung der 183 Tage ist nicht ausreichend, um zu entscheiden, in welchem Land eine Besteuerung des Arbeitslohns erfolgt. Das Vorliegen einer Dienstleistungs-Be- triebssttte lst unmittelbare Folgen fr die Besteuerung der Arbeitnehmer aus. Hier besttigt sich der allgemeine Grund- satz, dass eine steuerlich richtige Beurteilung nur unter Be- rcksichtigung aller Einzelaspekte eines Sachverhalts mglich ist. AUTOREN Die Autoren Mario Stahl und Michael Ynden sind Steuerberater der Kanzlei Molka & Stahl. Eschenburgstrae 16 23568 Lbeck Tel.: +49-451-388 603-0 E-Mail: [email protected] Web: www.molka-stahl.de 9. 9 Die Hhe der Gehlter und Benefits bei Auslandsentsen- dungen beschftigt Personalverantwortliche nach wie vor, denn Auslandsentsendungen sind ein teures Unterfan- gen. Nicht selten bertreffen die sogenannten Vergtungs- pakete jegliche Schtzungen nicht zuletzt deshalb, weil nicht alle Kosten im Vorfeld richtig bedacht werden. Auch in der Asien-Pazifik Region sind die Kosten fr Unter- nehmen hoch. Vorreiter in der Expatriate-Vergtung ist Japan: Dort belaufen sich die Kosten fr Gehaltszahlungen und Benefits fr einen Manager in der mittleren Fhrungs- ebene auf durchschnittlich 375.000 US$ pro Jahr. Gefolgt wird Japan von Australien, Indien, China und Hong Kong, so eine Studie von ECA International. Unter den Top 15 der hchsten Expatriate-Vergtung im Raum Asien-Pazifik sind auerdem Korea, Singapur, Indonesien, Neuseeland, die Phi- lippinen, Vietnam, Taiwan, Thailand, Malaysia und Pakistan. China, auf Platz 4 des Rankings, hat Hong Kong letztes Jahr berholt und seinen Vorsprung dieses Jahr weiter ausgebaut. Die Hhe des Vergtungspakets steigt hier weiter an. Ein Manager der mittleren Fhrungsebene kann in China mit 276.000 US$ jhrlich rechnen, inklusive aller Benefits. Hier kommt es jedoch auch auf die Provinz bzw. Stadt an Shanghai und Peking sind deutlich teurer als andere Stand- orte in China, so ECA International. Gleichzeitig kann es pas- sieren, dass Unternehmen mehr Geld in die Hand nehmen mssen, um Mitarbeiter an weniger attraktive Standorte zu locken. Fr Unternehmen sind insbesondere die Kosten fr die Bene- fits im Raum Asien-Pazifik interessant. Die Leistungen der Unternehmen zustzlich zu den Gehaltszahlungen sind hier die Kostentreiber. Wrden in Hong Kong beispielsweise die Kosten fr Unterkunft und Schule wegfallen, so fiele Hong Kong im Ranking der Expatriate-Vergtung von Platz 5 auf Platz 15. Das gleiche gilt fr Singapur: der Siebtplatzierte wrde sich ohne Zahlung von Unterkunft und Schule auf Platz 14 wiederfinden. In beiden Lnder wird der drastische Abstieg im Ranking auch durch die geringen Steuerstze ver- ursacht. Konsequenzen fr die Vergtungsgestaltung Bei der Gestaltung der Vergtungspakete bei Auslandsent- sendungen mssen grundstzlich drei Elemente bedacht werden: Gehaltszahlungen, Benefits (wie etwa Unterkunft, Schule, Firmenwagen) und Steuern. blicherweise wird dem Vergtungspaket das Gehalt des Mitarbeiters im Heimatland zugrunde gelegt, welches dann gegebenenfalls um Lebens- kostenausgleich, Erschwerniszulage, oben genannte Benefits und Steuern ergnzt wird. Nicht zu vergessen sind hier auch Kosten fr Versicherungen whrend des Auslandsaufenthal- tes. Insbesondere fr langfristige Entsendungen beziehungsweise sogenannte Local Expatriates wird von dieser Art der Verg- tungsermittlung zunehmend Abstand genommen. Immer mehr Unternehmen in Asien legen das ortsbliche Gehalt zu- grunde und ergnzen dieses um Benefits und Steuern. Dies spart den Unternehmen zwar einige Kosten, fraglich bleibt aber, ob fr diese geringere Vergtung weiterhin Mitarbeiter bereit sind, sich im Rahmen einer Auslandsttigkeit nach Pa- zifik-Asien versetzen zu lassen oder ob diese Vergtung nur an attraktiveren Standorten durchgesetzt werden kann. EXPATRIATES EXPATRIATE-VERGTUNG IN DER REGION ASIEN-PAZIFIK gustavofrazao - Fotolia.com 10. 10 Seit Jahren ist es ein prsentes Thema in den Medien: Die Schweizer mgen keine Deutschen. Dennoch wanderten in den vergangenen Jahren viele Deutsche in die Alpenrepu- blik aus, wie aktuelle Zahlen des Bundesinstituts fr Bevlke- rungsforschung belegen. Das Hauptziel vieler deutscher Auswanderer war demnach zwischen den Jahren 2004 und 2013 die Schweiz, so dass die Deutschen dort aktuell mit rund 300.000 Personen sogar die zweitgrte Auslnder- gruppe darstellen. Die Grnde fr eine Auswanderung in die Schweiz lagen in der Regel an einem deutlich hheren Ge- haltsniveau. Aber auch die Arbeitnehmerfreizgigkeit zwi- schen der Schweiz und der Europischen Union sowie die gemeinsame Sprache trugen zu einem kontinuierlichen Zuzug von Deutschen in die Schweiz bei. Allerdings scheint sich dieser aktuell ein- zubremsen, wie eine krzlich ver- ffentliche Studie der Wirtschaftsuni- versitt Wien (Arbeitsstation und Arbeitsklima fr Deutsche in der Schweiz) be- legt. Grnde hierfr knnten Beschrn- kungen des Freizgig- keitsabkommens durch die Schweiz sowie die aktuell positive wirt- schaftliche Lage in Deutschland sein. Aber auch in den Arbeitsbedin- gungen beziehungsweise klimatischen Bedingungen in der Schweiz knnten Motive fr den rckgngigen Zuzug Deutscher gesucht werden, die sich in einer eingeschrnkten Aufgeschlossenheit der Schweizer gegenber auslndischen Zuwanderern und insbesondere deutschen Zuwanderern spiegeln. Die Studie, die sich mit diesen Bedingungen fr Deutsche in der Schweiz sowohl am Arbeitsplatz als auch im Alltag be- fasst hat, wurde vergangenes Jahr anhand einer Online-Be- fragung unter rund 1.000 in der Schweiz arbeitenden Deutschen durchgefhrt. Deutsche fhlen sich in der Schweiz nicht willkommen Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass etwa 30 Prozent sich in ihrer neuen Heimat nicht willkommen und dazugehrig fhlen. Und weitere 30 Prozent teilen diese Empfindungen zumindest zum Teil. Viele der Befragten haben schon einmal Ungleichbehandlun- gen sowie Zurcksetzungen im Schweizer Alltag erlebt. So gab etwa jeder Fnfte an, dass ihm schon einmal der Kauf oder die Anmietung einer Woh- nung verweigert wurde. 15 Pro- zent sagten das ber die Vergabe einer Arbeitsstelle. Jeder zehnte Befragte wurde schon einmal ungerechtfer- tigt von der Polizei ange- halten, durchsucht, befragt oder bedroht. Als Antwort auf die Frage, was der Hauptgrund dafr war, nannten 85 Prozent die deutsche Nationalitt. Eine anti-deutsche Grundstimmung wird von einem groen Teil der Befragten auch am Arbeitsplatz wahr- genommen. So fhlen sich 28 Prozent der Teilnehmer am Arbeits- platz von ihren Kollegen ausgeschlossen. In der Schweiz wird man zum Deutschen gemacht Viele Deutsche, die in die Schweiz kommen, sind laut Studi- energebnissen berrascht von den Erfahrungen, die sie in Bezug auf Nationalitt machen. Sowohl im Arbeitsalltag als auch in ihrer Freizeit werden sie oftmals, sobald als Deutsche identifiziert etwa durch die deutsche Aussprache , auf ihre Nationalitt reduziert und mit zum Teil wenig schmeichelhaf- ten Attributen und den dazugehrigen Erwartungshaltungen an ihr Verhalten belegt. Verdichten lsst sich diese Erfahrung mit folgender Aussage, die nur von einem geringen Teil der Befragten wirklich abgelehnt wurde (16 Prozent). In die Schweiz kommt man nicht als Deutscher, sondern man wird in der Schweiz erst zum Deutschen gemacht. EXPATRIATES DEUTSCHE IN DER SCHWEIZ Tom-Hanisch - Fotolia.com 11. Die Berliner Fluggesellschaft Germania bedient seit Anfang Mai dieses Jahres drei neue Verbindungen ab Berlin- Schnefeld: Ibiza, Djerba und Enfidha. Bereits seit Mrz sind die Urlaubsziele Antalya und Paphos auf Zypern im Programm der Airline. Die Flge nach Ibiza starten montags und freitags um 6.40 Uhr in Schnefeld. Djerba wird immer dienstags um 16.45 Uhr von der deutschen Hauptstadt angeflogen und nach Enfidha geht es samstags um 6.00 Uhr. Weitere Informationen sind unter http://www.flygermania.de/de abrufbar. 11 AIR INDIA FINNAIR Air India, die grte Fluggesell- schaft Indiens, erlaubt ihren Pas- sagieren seit dem 1. Mai dieses Jahres, auf vielen Flugverbindungen mehr Frei- gepck als bisher mitzunehmen. Auf allen Flgen von Deutschland nach Indien wurde die Freimenge verdop- pelt. Reisende drfen ab sofort anstelle von einem Gepckstck mit einem Ma- ximalgewicht von 23 Kilogramm nun zwei Koffer mit jeweils 23 Kilogramm mitfhren. Die neue Regelung gilt so- wohl in der Economy- als auch in der Business-Class. Auf den Flugverbindungen von Deutschland nach Kathmandu, Co- lombo, Sydney und Melbourne wurde die Freigrenze auf ein Gepckteil zu maximal 30 Kilogramm in der Economy Class und auf zwei Reisetaschen 23 Kilogramm erhht. Mehr Informationen stehen unter http://www.airindia.de/ zur Verfgung. Finnair, die grte finnische Flugge- sellschaft, hat seit dem 5. Mai die- ses Jahres ihr Streckenangebot zum Handgepcktarif Light erweitert, bei dem Reisende ohne aufzugebendes Gepck fliegen knnen. Ab sofort sind auf allen Finnair-Strecken innerhalb Europas und dem Nahen Osten Tickets in dieser Kategorie buchbar. Ziele nach Russland sind ausgenommen. Der Light-Tarif ist die gnstigste Ticket- option von Finnair. Alle weiteren Bu- chungskategorien beinhalten weiterhin die Option, Gepck abzugeben. Aber auch mit einem Ticket im Light-Tarif knnen Fluggste gegen eine Gebhr nachtrglich Gepck hinzubuchen. Pas- sagiere, die ihren Reisekoffer bis zu zwei Stunden vor Abflug online anmel- den, zahlen zehn Euro pro Strecke. Wer diesen allerdings erst am Flugha- fen hinzubucht, muss mit einer Gebhr von 30 Euro pro Flug rechnen. Vielflieger mit dem Gold- oder Silver- Status im Bonusprogramm Finnair Plus drfen auch im Light-Tarif ein kosten- freies Gepckstck aufgeben. Dies gilt auch fr Vielflieger der Luftfahrtallianz Oneworld, die einen Smaragd- oder Saphir-Status haben. Alle anderen Pas- sagiere drfen ein Handgepckstck sowie einen weiteren Gegenstand wie beispielsweise eine Hand- oder Laptop- tasche mit sich fhren. AIRLINES GERMANIA Skovoroda - Fotolia.co m Detlef - Fotolia.com Alex White - Fotolia.com 12. Azerbaijan Airlines, die Nationalfluggesell- schaft Aserbaidschans, ver- bindet seit dem 2. Mai dieses Jahres Berlin-Tegel mit Baku. Der Airbus A319, der 122 Passagieren Platz bietet, startet jeweils mittwochs und samstags um 7.25 Uhr in der Hauptstadt Aserbai- dschans und erreicht die deutsche Metropole an der Spree um 9.25 Uhr Ortszeit. Zurck geht es um 10.45 Uhr mit Ankunft in der gr- ten Stadt Aserbaidschans um 18.40 Uhr Lokalzeit. Die Flugdauer betrgt etwa fnf Stunden. Weitere Informationen sind unter http://www.azal.az/ abrufbar. 12 AZERBAIJAN AIRLINESQATAR AIRWAYS AIRLINES Qatar Airways, die Na- tionalfluggesellschaft Katars, hat krzlich einen neuen Shuttle-Service zwi- schen Doha und Dubai ein- gefhrt. Dieser verbindet Dohas neuen Hamad Inter- national Airport bis zu vier- zehnmal tglich mit dem Dubai International Airport sowie viermal tglich mit dem Dubai World Central Airport. Fluggsten, die den Shuttle- Service zwischen Doha und Dubai nutzen mchten, ste- hen am Hamad Internatio- nal Airport eigene Check-in-Schalter in Reihe 5 zur Verfgung. Sie sollten sich hier mindestens eine Stunde vor Abflug einfin- den. Das Gleiche gilt fr den Check-in auf dem Rckflug in Dubai. Zudem bietet der neue Ser- vice zustzliche Sonderlei- stungen an, die das Reisen komfortabel und zeitspa- rend gestalten. Dazu zhlen schnellere Passkontrollen, verkrzte Einreiseverfahren in Doha, sowie kurze Geh- wege von maximal zehn Mi- nuten zu den Hallen A und B. VUELING AIRLINES Die spanische Niedrig- preis-Fluggesellschaft Vueling Airlines verbindet seit dem 1. Mai dieses Jah- res Wien mit Rom. Ab Rom-Fiumincino startet die Airline tglich mit einem Airbus A320 um 13.45 Uhr und landet um 15.30 Uhr in der grten Stadt ster- reichs. Nach einem 40-mi- ntigen Aufenthalt hebt der Flieger um 16.10 Uhr fr seinen Rckflug ab und er- reicht die Italiens Hauptstadt um 17.40 Uhr. Passagiere aus Wien haben in Rom zahlreiche Anschluss- mglichkeiten nach Catania, Palermo, zu den griechi- schen Inseln und zu vielen Zielen in Kroatien. Mehr Informationen stehen unter http://www.vueling.com/de zur Verfgung. AIR BALTIC Die lettische Fluggesell- schaft Air Baltic bietet seit dem 7. Mai dieses Jah- res eine neue Direktverbin- dung von Tallinn nach Wien an. Viermal wchentlich hebt ein Bombardier Q400 Next Gen in Richtung Wien ab. Montags und donnerstags startet der Flieger um 17.40 Uhr in der estnischen Hauptstadt und landet um 19.35 Uhr in der sterreichi- sche Metropole an der Donau. Der Rckflug erfolgt um 20.35 Uhr mit Ankunft in Tallinn um 0.25 Uhr. Dienstags und freitags hebt die Maschine um 6.25 Uhr in der grten Stadt Estlands ab und erreicht die grte sterreichische Stadt um 8.20 Uhr. Nach rund zwei Stunden Aufenthalt geht es um 10.40 Uhr zurck nach Estland, wo der Flieger um 14.30 Uhr landet. Karen Roach - Fotolia.com milo827 - Fotolia.com 13. 13 VERMISCHTES IN CHINA UND BRASILIEN LERNEN IMMER MEHR MENSCHEN DEUTSCH Die deutsche Sprache bleibt gefragt: Wie die Studie Deutsch als Fremdsprache weltweit zeigt, wchst das Interesse an Deutsch besonders in China, Indien und Brasi- lien. Im asiatischen Raum hat sich die Nachfrage seit 2010 teilweise vervielfacht. In Europa blieben die Zahlen in den letzten Jahren weitgehend konstant. Insgesamt lernen der- zeit weltweit 15,4 Millionen Menschen Deutsch. Die Erhe- bung wird alle fnf Jahre vom Auswrtigen Amt gemeinsam mit dem Goethe-Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD und der Zentralstelle fr das Aus- landsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes (BVA) durchgefhrt. Die deutsche Sprache ist weit verbreitet In Sdamerika, im Nahen und Mittleren Osten und beson- ders in Asien wird Deutsch zunehmend nachgefragt: In Brasi- lien lernen heute 134.000 Menschen Deutsch, in China 117.000 und in Indien 154.000. Damit haben sich die Zahlen zum Beispiel in China seit 2010 mehr als verdoppelt. Auch in Europa gibt es weiterhin ein groes Interesse an Deutsch als Fremdsprache dort lernen derzeit 9,4 Millionen Menschen Deutsch und bilden damit den Schwerpunkt der Deutschler- ner weltweit. Spitzenreiter ist Polen mit rund 2,28 Millio- nen. Im Vergleich zu 2010 sind die Zahlen in den Lndern der ehemaligen Sowjetunion erneut zu- rckgegangen. In Frankreich sind die Zahlen mit 1 Million Deutschlernenden stabil geblieben. Deutsch wird hauptschlich zur Schulzeit erworben Die diesjhrige Erhebung besttigt, dass deutsche Sprachkenntnisse berwiegend an Schulen erworben werden. Von den welt- weit erfassten Deutschlernenden sind 87 Pro- zent Schler (13,4 Millionen). Im Hochschul- bereich lernen aktuell 1,3 Millionen Studierende Deutsch (8,8 Prozent). Im Bereich der Erwachse- nenbildung sind es etwa 600.000 Deutschler- nende (4,2 Prozent). An Sprachkursen der Goethe-Institute im Ausland nahmen im vergangenen Jahr 228.528 Menschen weltweit teil. Sprachkenntnisse wichtig fr die berufliche Karriere Die Zahl der Lernenden lsst Tendenzen und Entwicklungen fr das Interesse an der deutschen Sprache in der Welt er- kennen: Deutschkenntnisse werden vor allem als wichtig fr die berufliche Karriere erachtet sei es im jeweiligen Heimat- land oder auch, um in Deutschland zu studieren, zu arbeiten und zu leben. Fr Studierende und Fachkrfte aus dem Aus- land, die sich fr ein Leben in Deutschland entscheiden, sind die Angebote der Frderung von Deutsch als Fremdsprache daher eine wichtige Brcke nach Deutschland. Daniel Ernst - Fotolia.com 14. 14 VERMISCHTES ZU GAST IN BRITISCHEN FAMILIEN Ob Sprachreise, Schuljahr im Ausland oder ein Au-pair- Aufenthalt vor allem im Sommer ist England sowie das Leben in einer englischen Gastfamilie noch immer ein Klassiker. Oft war schon die heutige Elterngeneration dort unterwegs und Gast auf der Insel. Beliebt ist sie durch ihre rumliche Nhe und gute Erreichbarkeit vor allem bei den Deutschen. In der Familie auf Zeit ist manches allerdings ganz anders als im deutschen Alltag. Die Carl Duisberg Cen- tren haben Informationen und Tipps fr einen gelungen Auf- enthalt zusammengestellt. Die typische Gastfamilie ist vielfltig Offenheit und aufgeschlossen sein sind gute Voraussetzun- gen fr den Start ins neue Familienleben. Hufig sind es nicht die klassischen Familien mit zwei Kindern, Mutter, Vater und Hund, sondern auch ltere Ehepaare, bei denen die Kinder ausgezogen sind oder alleinstehende Damen, die ihre Familienmitglieder auf Zeit erwarten. Diese Altersgruppe der Gastgeber hat in der Regel mehr Zeit fr ihre auslndi- schen Gste, bt mit ihnen die Sprache und hilft bei den all- tglichen Dingen. Das perfekte Gastgeschenk Leicht transportierbar, mglichst regional und am besten zum Verzehr geeignet, so sollte das ideale Mitbringsel ausse- hen. Beliebt sind deutsche Pralinen, Kekse oder Schokolade, auch Christstollen oder Lebkuchen sind saisonal oft ein Ren- ner. Kaffee eignet sich wenn berhaupt besser als Tee. Eher nicht einpacken sollte man Wein, schwere Bildbnde oder Wandteller. Schn ist es, Fotos von seiner Familie und dem Heimatort zu zeigen. Fr Lebensmittel aus EU Lnder gibt es in der Regel kein Einfuhrverbot, solange sie einge- packt oder eingeschweit sind. Die typische Anrede Die Anrede mit Vorname, selbst bei lteren Gasteltern, ist vollkommen in Ordnung und wird nicht als unhflich emp- funden. Nicht wundern, wenn man, ob jung oder alt, gerade von Frauen mit darling, my love oder sweetheart an- gesprochen wird. Das ist keine Liebesbekundung, sondern eine nett gemeinte freundschaftliche Geste. Der britische Humor Schwarzer Humor ist Gang und Gebe, manchmal gepaart mit einer Portion Sarkasmus. Der Durchschnittsbrite liebt es, sich ber fast alles lustig zu machen und zieht sich auch selbst durch den Kakao. Besucher, die sich und ihre Umwelt sehr ernst nehmen, kommen oft schlechter an und verbauen sich selbst Kontakte. Norden oder Sden Im Sden Englands locken Strnde, gutes Wetter, viele histo- rische Stdte und Bildungshochburgen wie Oxford oder Cambridge. Die Nordenglnder gelten als besonders (gast-) freundlich. Ein erster Sprachaufenthalt in Nordengland oder Schottland ist daher durchaus empfehlenswert trotz des oft ausgeprgten englischen Dialekts dort. Delphotostock - Fotolia.com 15. 15 VERMISCHTES Die Gesprchsthemen Auch wenn Humor grogeschrieben wird, sollte man sich ber bestimmte Dinge nicht lustig machen. Dazu gehren die Monarchie und die Knigsfamilie, der Linksverkehr, Schlange stehen, Blmchentapeten und Kitsch, schlechte Iso- lierung, das ungewohnte Essen, ebenso politische Themen wie etwa Europa und der Euro. Das Wetter und der Fuball sind immer groe Themen Vorsicht aber mit zu viel Patrio- tismus bei deutsch-englischen Begegnungen. Interesse an einheimischen Sportarten wie Rugby und Cricket sind von Vorteil, um Kontakte mit Einheimischen zu knpfen. Weihnachtsmrkte, feuchtfrhliche Volksfeste wie das Okto- berfest, Automarken wie VW, Audi, BMW und Mercedes werden geschtzt. Beliebt sind auch Gesprche ber Ur- laubsplne, Kultur, aktuelle Filme oder das eigenen Knowhow zu Grobritannien. Die Kritik gewusst wie Nicht immer luft alles so, wie man sich das als Gast vor- stellt. rger, Ungeduld und andere negative Gefhle sollte der Besucher dennoch mglichst verbergen denn Gefhls- ausbrche gelten als peinlich. Haltung bewahren egal was kommt, ist aus Sicht von Thomas Bolle die perfekte Einstellung. Kritik immer indirekt formulieren, am besten zwischen positiven Aspekten verpacken. Zurckhaltung ben Zurckhaltung und Rcksichtnahme sind in Grobritannien wichtige Eigenschaften dies gilt auch fr Auslnder. Plus- punkte sammelt der, der sich geduldig in eine Wartschlange einreiht, in allen Lebenslagen hflich bleibt und sich viel ent- schuldigt. Prahlen und zu viel klagen ist in England verpnt. Hflichkeit und Umsicht gegenber lteren Menschen, Be- hinderten, Frauen mit Kinderwagen ist sehr ausgeprgt. Das Essen in der Gastfamilie Das typische englische Frhstck beschrnkt sich in der Regel auf Cornflakes oder Msli sowie Toast mit Marmelade. Zu einem Aufenthalt in einer englischen Gastfamilie zhlen noch immer Lunchpakete mit Toastbrot-Sandwich, Schoko- riegeln und Chips. Zum Essen ist es blich, Leitungswasser statt Mineralwasser zu servieren. Gemeinsame Mahlzeiten finden vorwiegend am Wochenende oder abends statt. Freunde finden Einladungen von Einheimischen zu Zusammenknften aller Art sollte der deutsche Gast annehmen: Egal, ob Strandaus- flge, Einladungen zum Geburtstag der Oma oder andere Familienzusammenknfte. Auch Essen gehen, Ausflge, Kar- ten oder Bingo spielen, Grillen oder auch nur gemeinsames Fernsehen nach dem Abendessen frdern die Freundschaft. Quelle: Carl Duisberg Centren Punto Studio Foto - Fotolia.com 16. 16 VERMISCHTES NICHT OHNE MEINEN FHN: WICHTIGE SERVICES IM HOTEL Verschiedene Nationen priorisieren andere Dinge in einem Hotel. Dies ergibt eine Travelzoo-Umfrage zu den wichtigsten Services und Gegenstnden bei einem Hotelauf- enthalt. Sparen um jeden Preis? Nur 9 Prozent der befragten Urlau- ber der wichtigsten Reisemrkte weltweit achten bei der Bu- chung eines Hotelzimmers vor allem auf ihre Urlaubskasse. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage unter mehr als 5.000 Reise- interessierten. Komfort und ein qualitativ hochwertiges Er- lebnis sind den Befragten einiges wert. Doch welche Services und Gegenstnde sind bei einer Hotelbernachtung beson- ders wichtig und auf welche darf getrost verzichtet werden, um den Preis zu drcken? Mehr als nur ein Dach ber dem Kopf Wenn es nach extremen Billig-Hotelketten aus dem Ausland geht, knnen Urlauber demnchst mit zwei Koffern anrei- sen. Mindestens einen wrden sie fr Handtcher und Putz- mittel bentigen. Um den Preis zu drcken, verzichten manche Huser und Ketten auf die selbstverstndlichsten Leistungen. Die Umfrageergebnisse zeigen jedoch, dass die wenigsten Urlauber auf Komfort im Hotel verzichten mch- ten. Nur zwei Prozent der Befragten wrden Bettwsche sowie Handtcher mit ins Hotel bringen, um die bernach- tungskosten zu reduzieren. 14 Prozent wren bereit, auf die Rezeption mit Check-in und Check-out-Service zu verzichten. Gleiches gilt fr W-LAN. Lediglich 19 Prozent wrden die kos- tenlose Internetverbindung missen wollen, um den Reisepreis zu drcken. Und auch der Fernseher auf dem Zimmer und freie Parkpltze sind nur fr jeweils 20 Prozent so unwichtig, dass sie hier Sparpotenzial sehen. Anders verhlt es sich laut Umfrage bei Willkommensge- schenken wie etwa Schokolade. 83 Prozent der Umfrageteil- nehmer verzichten gerne auf die leckeren Kalorien, wenn die Zurckhaltung ihr Portemonnaie schonen wrde. Auch das Film- und sonstige digitale Unterhaltungsangebot auf dem Zimmer ist weniger wichtig (79 Prozent). Und die verlockend gefllte Minibar wrden 77 Prozent der Befragten abschaf- fen, wenn dies einen niedrigeren bernachtungspreis zur Folge htte. Was den Deutschen der Fhn, ist den Briten ihr Wasser- kocher Auch wenn sich die Nationen vergleichsweise einig sind, weicht die Top 5 der unverzichtbarsten Gegenstnde und Services von Land zu Land etwas voneinander ab. Ausnah- men bilden nur Frankreich, die USA und Kanada denn die Wnsche der hiesigen Urlauber spiegeln die allgemeine Rangliste wider. Anders sieht es bei den britischen Befragten aus. Fr die steht der Wasserkocher auf den dritten Platz der unverzichtbarsten Gegenstnde. Das ist nicht verwunderlich, denn die Briten lieben ihren Tee und mchten ihn auch im Urlaub nicht missen. Im Durchschnitt aller Lnder schafft er es nur auf Rang elf. Bei den Spaniern scheint hingegen die Hygiene besonders wichtig zu sein. So kommt bei ihnen die tgliche Reinigung bereits an zweiter Stelle, whrend sie im allgemeinen Durchschnitt gerade einmal den siebten Rang einnimmt. Und auch das Angebot von Seife sowie Duschgel im Hotel-Bad mchten nur wenige Spanier zugunsten eines niedrigeren bernachtungspreises entbehren. Whrend die kleinen Proben bei ihnen Platz 5 belegen, nehmen sie ber alle Nationen hinweg nur den neunten ein. Und hierzu- lande? In Deutschland ist nach den Umfrageergebnissen der Hotelfhn beliebt und landet auf dem fnften Platz, wh- rend er im Lnderschnitt den sechsten Platz belegt. Zur Methodik: Befragt wurden im Dezember 2014 und Januar 2015 4.272 Personen aus den USA, Kanada, Deutschland, Grobritan- nien, Spanien und Frankreich. Fr die Bewertung der Rele- vanz des Preises bei einem Hotelaufenthalt wurden auerdem die Angaben von 1.000 Chinesen bercksichtigt. Es waren Mehrfachantworten mglich, diese Angaben sind nicht kumulativ. shockfactor.de - Fotolia.com 17. 17 GESUNDHEIT grandeduc - Fotolia.com STERREICH: JUGENDLICHE STELLEN SUCHTREKORD AUF Die sterreichischen Jugendlichen liegen beim Konsum von Drogen und Suchtmitteln im europischen Spitzen- feld und das wirkt sich negativ auf die Lernleistung aus. Wie gefhrlich Schler diverse Substanzen einschtzen und welche Auswirkungen sie haben, hat das Nachhilfeinstitut LernQuadrat http://lernquadrat.at in einer Studie zusammen- gefasst. Diese wurde unter dem Titel "Lernen auf Droge Wie der Konsum von Suchtmitteln die Lernleistung beein- flusst" am 7. Mai in Wien prsentiert. "sterreich liegt an dritter Stelle hinter Italien und der Tr- kei, was die Anzahl der Todesflle durch Drogen bei Jugend- lichen betrifft", berichtet Studienautor Jan Hltge. Auf EU-Ebene sind die sterreichischen Jugendlichen auch die Spitzenreiter beim Konsum von Energy-Drinks. "50 bis 60 Prozent haben auch schon einmal Suchtmittel wie Alko- hol und Zigaretten probiert oder konsu- mieren diese regelmig", fgt LernQuadrat-Geschftsfhrer Konrad Zimmermann hinzu. Bewusstsein fr negative Folgen "Die positive Nachricht ist, dass vielen der befragten Schlern bewusst ist, dass diese Substanzen schdlich sind und ihnen nicht beim Lernen helfen knnen", so Zimmermann. Fast die Hlfte gibt an, dass kein Suchtmittel die Lernleistung steigert. Rund ein Viertel kann sich aber vorstellen, zu Hilfsmitteln zu greifen, um besser zu lernen. "Schlechte Schler sind da an- flliger, aber auch sehr gute, weil Letztere Meinungsfhrer in der Klasse sind." Mit 15 bis 16 Jahren sind Ju- gendliche besonders gefhrdet, zu Suchtmitteln zu greifen. "Es gibt einen starken Zusammen- hang zwischen Schulleistung und Dro- genkonsum", berichtet Hltge. Das geht in beide Richtungen schlechte Schler nutzen eher Drogen, und Dro- genkonsum verschlechtert die Lernleis- tung. "Es ist ein Teufelskreis", so Hltge. Aufzuklren, was die Sucht- mittel mit dem Krper anstellen, wre dabei wichtig. "Die Bildungsinstitutio- nen haben da eine groe Verantwor- tung viele Schler wissen davon noch zu wenig", ist Zimmermann berzeugt. Junges Hirn ist sehr verletzlich Fr die positive Stimmung, die durch Suchtmittel hervorgeru- fen wird, mssen Alternativen geschaffen werden. "Hobbys sind da sehr sinnvoll, man kann schnell Positives aus einer anderen Quelle ziehen. Und auch Schler, die an Nachhilfe teilgenommen haben, nehmen weniger Drogen", so Hltge. Denn Erfolg in der Schule knne das Selbstbewusstsein stei- gern und damit die Attraktivitt von Suchtmitteln einschrn- ken. "Man muss die Kinder motivieren und Erfolgserlebnisse frdern", stimmt Zimmermann zu. Quelle: www.pressetext.com 18. 18 GESUNDHEIT USA: ELTERN ERKENNEN BERGEWICHT IHRER KINDER NICHT Fast alle Eltern von bergewichtigen Kindern in den USA nehmen flschlicherweise an, dass das Gewicht ihrer Kin- der normal ist, wie das NYU Langone Medical Center der Georgia Southern University http://georgiasouthern.edu in Kooperation mit der Fudan University http://fudan.edu.cn/en ermittelt hat. Dafr wurden die Daten von zwei Kindergrup- pen mit jeweils mehr als 3.000 Teilnehmern analysiert. Falsche Wahrnehmung Die Kinder der Studiengruppe der Jahre 2007 bis 2012 waren bergewichtiger als die Kinder in der Gruppe der Jahre 1988 bis 1994. Die Wahrnehmung der Eltern blieb je- doch relativ unverndert. Das Team um Dustin Duncan geht davon aus, dass diese Studie die erste ist, die die Wahrneh- mung der Eltern in Bezug auf das Gewicht ihrer Kinder im Vorschulalter im Verlauf der Zeit untersucht hat. Die ausgewerteten Daten, krperliche Untersuchungen und Interviews stammten von der National Health and Nutrition Examination Survey http://cdc.gov/nchs/nhanes.htm, die von den Centers for Disease Control and Prevention durchge- fhrt wurden. Die Eltern wurden unter anderem gefragt, ob sie annahmen, dass ihre Kinder bergewichtig, untergewich- tig oder normalgewichtig waren. Es zeigte sich bei beiden Studiengruppen, dass 97 und 95 Prozent der Eltern von bergewichtigen Jungen ihr Kind fr normalgewichtig hielten. Bei bergewichtigen Mdchen lagen diese Werte bei 88 und 93 Prozent. Die falsche Wahr- nehmung des Gewichts war hinsichtlich der Demografie un- terschiedlich. Afrikanisch-amerikanische Familien hielten ihre bergewichtigen Kinder eher fr normalgewichtig als andere Eltern. Besorgniserregende Daten Die Fehleinschtzung zum Gewicht war auch bei Familien mit einem geringen Einkommen hufiger anzutreffen. Dieser Zusammenhang verringerte sich mit dem Ansteigen des Ein- kommens. Laut Studienleiter Dustin Duncan sind diese For- schungsergebnisse besorgniserregend, da gerade Kinder dieser beiden Gruppierungen in den USA am hufigsten unter Fettleibigkeit leiden. Die Eltern hielten sich bei der Beurteilung des Gewichts auch nicht an Wachstumstabellen, sondern verglichen ihre Kinder eher mit anderen. Der Forscher geht auch davon aus, dass nur wenige Eltern wirklich mit den Wachstumstabellen um- gehen oder die Bedeutung dieser Daten verstehen. Die Er- gebnisse wurden im Fachmagazin "Childhood Obesity" http://liebertpub.com/overview/childhood-obesity/384 verf- fentlicht. Quelle: www.pressetext.com kwanchaichaiudom - Fotolia.com 19. 19 GESUNDHEIT SICHERE OPS: KEIN ZUGANG FR FNF MRD. MENSCHEN Zwei Drittel der Weltbevlkerung haben keinen Zugang zu sicheren und leistbaren OPs, wie die Harvard Medical School http://hms.harvard.edu errechnet hat. Diese Scht- zungen sind doppelt so hoch wie frhere Berechnungen. Das bedeutet, dass Millionen Menschen an den Folgen von be- handelbaren Erkrankungen wie einer Blinddarmentzndung oder Problemen bei der Geburt sterben. Die meisten Betrof- fenen leben in Lndern mit geringen und mittleren Einkom- men. Armut durch immense Kosten 93 Prozent der Menschen in Lndern sdlich der Sahara haben keinen Zugang zu chirurgischer Grundversorgung. Die Studie bercksichtigte auch, ob medizinische Einrichtungen innerhalb von zwei Stunden erreicht werden knnen, ob der Eingriff sicher sein wird und ob sich die Patienten den Ein- griff leisten knnen. Laut Studienautor Andy Leather vom King's Centre for Glo- bal Health ist diese Situation emprend. "Menschen sterben und leben mit Beeintrchtigungen, die durch eine gute chir- urgische Behandlung verhindert werden knnten." Zustz- lich wrden immer mehr Menschen durch den Versuch, sich behandeln zu lassen, in die Armut getrieben. Lebensrettende Operationen 25 Experten sammelten eineinhalb Jahre lang in mehr als 100 verschiedenen Lndern Daten von medizinischem Perso- nal und Patienten. Sie fordern jetzt mehr Aufmerksamkeit fr dieses Thema und In- vestitionen. Ein Drittel der 16,9 Mio. Todesflle im Jahr 2010 war auf Erkran- kungen zurck- zufhren, die mit Operatio- nen behandel- bar gewesen wren. Die Zahl dieser Opfer bersteigt jene der durch HIV und Aids, Tuberkulose und Malaria zusammen verursachten Toten. Die Studienautoren betonten, dass Nichtstun fr die Weltwirt- schaft bis 2030 Kosten von mehr als zwlf Bio. Dollar verur- sachen wird. Sie fordern daher Investitionen in der Hhe von 420 Mrd. Dollar. Der grte Bedarf besteht wie fast immer in den rmsten Lndern. Deutlich zu wenige Fachkrfte Eine entscheidende Herausforderung ist die Ausbildung von ausreichend Chirurgen, Narkoserzten und Geburtshelfern. In Lndern wie Grobritannien entfallen auf 100.000 Ein- wohner 35 chirurgische Spezialisten. In Bangladesch sind es nur 1,7. Forschungsleiter John Meara Kletjian nach sind die notwendigen Investitionen hoch. "Die Kosten des Nichtstuns sind jedoch hher und werden immer weiter zunehmen. Laut Experten ist eine chirurgische Grundversorgung ein Thema, das weltweit ignoriert wurde", sagt Meara. Laut Leather hat man sich bisher vielmehr auf einzelne Krankheiten konzentriert. Die Chirurgie wurde dabei bergangen, obwohl sie bei vielen Erkrankungen von Bedeutung ist. Quelle: www.pressetext.com Benjamin Nickel - Fotolia.com 20. Im vergangen Jahr zahlten Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft durchschnittlich 31,80 Euro fr eine geleis- tete Arbeitsstunde. Damit belegt Deutschland den achten Rang innerhalb der Europischen Union (EU), wie das Stati- stische Bundesamt (Destatis) jngst mitteilte. Gemessen am EU-Durchschnitt fr eine Stunde Arbeit, der bei 24,40 Euro liegt, zahlten Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft 30 Prozent mehr. Im Vergleich beispielsweise zum Nachbar- land Frankreich (35,20 Euro) waren es aber knapp 10 Pro- zent weniger. Dnemark hatte mit 42,00 Euro die hchsten Arbeitskosten je geleistete Stunde, Bulgarien mit 3,80 Euro die niedrigsten. 20 WELTWEIT DNEMARK HAT DIE HCHSTEN ARBEITSKOSTEN Arbeitskosten in der Privatwirtschaft 2014 je geleistete Stunde in EUR 21. 21 Deutschland auf Rang vier bei Arbeitskosten im Verar- beitenden Gewerbe Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark im interna- tionalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2014 durchschnittlich 37,00 Euro. Hier lag Deutschland im EU-weiten Vergleich auf Rang vier. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war damit 46 Pro- zent teurer als im EU-Durchschnitt (25,30 Euro) und kostete knapp 2 Prozent mehr als in Frankreich (36,40 Euro). WELTWEIT 22. 22 Lohnnebenkosten in Deutschland unterm EU-Durch- schnittlich Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Im Jahr 2014 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland in der Privatwirtschaft auf 100 Euro Bruttoverdienst zustzlich 28 Euro Lohnnebenko- sten. Damit waren die Lohnnebenkosten in Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 31 Euro. Im EU-weiten Ranking lag Deutschland im Mittelfeld auf Rang 15. Auf 100 Euro Lohn wurden in Frankreich (47 Euro), Schweden (46 Euro) und Belgien (44 Euro) die hchsten Lohnneben- kosten gezahlt, in Malta (9 Euro) die niedrigsten. Hauptbe- standteil der Lohnnebenkosten sind die Sozialbeitrge der Arbeitgeber, also vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbei- trge zu den Sozialversicherungen, die Aufwendungen fr die betriebliche Altersversorgung sowie die Aufwendungen fr die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall. WELTWEIT Ein internationaler Schulwechsel ist immer ein Abenteuer. Neues Land, fremde Unterrichtssprache, ungewohnte Ablufe. Je exotischer das Zielland ist, desto eher informieren sich Expat-Familien bereits im Vorfeld des Auslandsaufenthal- tes ber mgliche Schulvarianten vor Ort. Wieso es jedoch sinnvoll ist, sich unabhngig vom Zielland genauestens ber das jeweilige Schulsystem zu informieren, erfahren Sie in un- serer zweiteiligen Reihe Schulen in Deutschland und den USA: Ein Vergleich. Ein Fallbeispiel Familie Heining zog vor zehn Jahren mit ihren zwei Kindern nach New York. Sohn Tim wurde in die dritte Klasse, Tochter Sarah in die zweite Klasse der ffentlichen Schule im geho- benen Wohndistrikt der Heinings eingeschult. Die beiden Kinder lernten sehr schnell Englisch, fanden sich gut in den Unterricht und das Schulsystem ein und schlossen schon bald Freundschaften. Nun steht zehn Jahre spter die Rckkehr nach Deutschland an. Tim hat gerade sein High School Di- ploma (HSD) in der Tasche. Er plant nun, in Deutschland Me- dizin zu studieren. Sarah hat die 11. Klasse der High School beendet und mchte in Deutschland Abitur machen. Leider treffen beide Kinder in Deutschland auf erhebliche Probleme. High School Diploma wird nicht anerkannt Tims HSD ist in Deutschland nicht ausreichend, um eine Hochschulzugangsberechtigung zu erhalten. Er muss be- stimmte Fcherkombinationen whrend der High School nachweisen und einen vorgegebenen Notendurchschnitt er- reicht haben. Zustzlich werden entweder zwei Studienjahre an einer anerkannten Hochschule auf College Niveau ver- langt (wieder mit vorgegebener Fcherkombination) oder die erfolgreiche Teilnahme am SAT (Scholastic Assesment Test), ACT (American College Test) oder AP (Advanced-Placement Prfung). Zudem mssen auch deutsche Studienbewerber ohne deutsche Hochschulzugangsberechtigung die Deutsche SCHULEN IN DEUTSCHLAND UND DEN USA: EIN VERGLEICH TEIL 1 23. 23 WELTWEIT Sprachprfung fr den Hochschulzugang (DSH) bestehen. Hier werden Deutschkenntnisse in Wort und Schrift auf dem Level B1/C1 abgefragt. Tim hat zwar in seiner Familie immer Deutsch gesprochen, allerdings fehlen ihm fr die Sprach- prfung die ntigen Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse und er stellt fest, dass er erhebliche Wortschatzlcken hat. Viele Fachwrter kennt er nur auf Englisch. Fr Tim ist also das Studium in Deutschland nicht so einfach zugnglich wie er glaubte. Im besten Fall hat er in der High School die rich- tige Fcherkombination belegt. Dann muss er nun noch einen der amerikanischen Hochschulreifetests bestehen und seine Deutschkenntnisse verbessern, bevor er mit dem Medi- zinstudium beginnen kann. Zweite Fremdsprache gefordert Sarah mchte das deutsche Abitur machen. Ein Einstieg in Klasse 12 ist ihr fachlich ohne Weiteres zuzutrauen, aller- dings hat Sarah in den USA keine zweite Fremdsprache be- legt. Diese ist fr das deutsche Abitur unbedingt notwendig. Wer in der Mittelstufe keinen zweiten Fremdsprachenunter- richt erhielt, muss in den drei Oberstufenjahren durchgngig die zweite Fremdsprache belegen. Sarah muss daher in der Eingangsstufe beginnen, das heit auf G8-Schulen in Klasse 10, auf G9-Schulen in Klasse 11, um noch drei Jahre Fremd- sprachenunterricht zu gewhrleisten. Auch Sarah hat Pro- bleme mit dem Schriftdeutsch. Besonders die ungengende Rechtschreibung und der eingeschrnkte Wortschatz drk- ken ihre Noten. Sie muss nun zgig ihre Deutschkenntnisse verbessern, um die Abiturnoten nicht zu gefhrden. Um solche Hindernisse in der Bildungslaufbahn der Schler zu umgehen, muss bei einem Wechsel auf auslndische Schulen immer im Voraus geprft werden, welche Ab- schlsse im Ausland erzielt werden knnen und wie diese in Deutschland anerkannt werden. Zudem ist die Weiterfh- rung des deutschen Sprachunterrichts unumgnglich, um einen flssigen Wiedereinstieg in das deutsche Schul- oder Bildungssystem zu ermglichen. Vergleich deutscher und amerikanischer Schulen Im Folgenden sollen das deutsche und amerikanische Schul- system in ihren hnlichkeiten und Unterschieden kurz skiz- ziert werden. Die Tabelle stellt die unterschiedlichen Schulformen mit ihren jeweiligen Abschlssen vor. 24. 24 IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bund der Auslands- Erwerbsttigen (BDAE) e.V. Khnehfe 3 22761 Hamburg Tel. +49-40-306874-0 WWW.BDAE.COM REDAKTION: Anne-Katrin Schulz (verantwortlich) Sanja Zivkovic [email protected] LAYOUT: Esther Rudat LEKTORAT: Andrea Kraus COPYRIGHT: Die Beitrge im BDAE- Newsletter sind urheber- rechtlich geschtzt und drfen nicht ohne schrift- liche Genehmigung durch den Herausgeber repro- duziert werden. Die Beitrge des BDAE- Newsletters spiegeln die Meinung der Redaktion und nicht unbedingt die des BDAE wider. WELTWEIT AUCH AUF FOLGEN SIE UNS hnlichkeiten Sowohl in Deutschland als auch in den USA sind aufgrund der fderalistischen Staatsfor- men die einzelnen Bundeslnder beziehungs- weise Bundesstaaten fr die Schulbildung zu- stndig. In Deutschland beschlieen die Kul- tusministerien der Lnder jeweils eigene Schul- curricula, die durchaus voneinander abwei- chen knnen. Ebenso ist die Schulpflicht in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt, dauert im Allgemeinen jedoch neun bis zehn Jahre. In den USA sind innerhalb der Bundesstaaten die Schulbezirke fr die Gestaltung des Schul- systems und die Dauer der Schulpflicht zu- stndig. Somit sind auch innerhalb der Staa- ten die Schulstufen von Ort zu Ort unter- schiedlich gegliedert. Diese Komplexitt wird durch die Vielzahl von Privatschulen, neben den staatlichen Schulen, noch intensiviert Schulformen in Deutschland Die Schulpflicht beginnt mit dem Besuch der Grundschule. Ein vorausgehender Vorschulbe- such ist nicht obligatorisch. Der Unterricht er- folgt von der 1. bis 9. beziehungsweise 10. Klasse in Klassenverbnden. Oft erhalten die Schler bis zur dritten Klasse ein Beurteilungs- zeugnis, in einigen Bundeslndern aber auch bereits ab der ersten Klasse Noten. Die Beno- tung erfolgt von 1 (sehr gut) bis 6 (ungen- gend). Vor Beendigung der 4. Klasse sprechen viele Grundschulen sogenannte Schullauf- bahnempfehlungen aus, das heit die Grundschule schlgt, je nach Begabung des Kindes entweder den Besuch der Hauptschule (Modell luft aus), Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule vor. Von der 5. bis zur 10. Klasse (Sekundarstufe I) besuchen die Schler die gewhlte Schulform (Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Ge- samtschule). Auf der Integrierten Gesamt- schule (IGS) haben die Schler die Mglichkeit, zwischen den drei vor-genannten Schulfor- men zu whlen. Gesamtschulen unterrichten im Kurssystem (A-Kurs=Gymnasialniveau, B-Kurs=Realschulniveau, C-Kurs= Haupt- schulniveau). Der Besuch einer IGS hat den Vorteil, dass die Schler individuell, entspre- chend ihren Fhigkeiten und Begabungen in den einzelnen Fchern unter Umstnden in unterschiedliche Kurse eingestuft werden. Die dreijhrige gymnasiale Oberstufe (Se- kundarstufe II) schliet sich ab Klasse 10 (in G8) beziehungsweise Klasse 11 (G9) an. In fast allen Bundeslndern wurde 2003 auf- grund einer Schulreform die Umstellung auf das Abitur nach der 12. Klasse durchgefhrt (G8). Mittlerweile kehren jedoch wieder ei- nige Bundeslnder zu G9 zurck, da der Leistungsdruck durch den Wegfall eines gan- zen Schuljahres fr alle Beteiligten, insbeson- dere fr die Schler, zu gro ist. Das Land Niedersachsen ist das erste Bundesland, das mit dem Schuljahr 2015/2016 wieder zu G9 zurckkehrt. Es besteht auch auf dem zweiten Bildungs- weg die Mglichkeit, an Abendschulen und Kollegs Schulabschlsse sowie auch das Abi- tur nachzuholen. Das duale Bildungssystem in Deutschland er- mglicht, sich sowohl einer akademischen Laufbahn (Hochschulabschluss) zuzuwenden als auch einen Lehrberuf zu erlernen (Berufs- ausbildung). Die Berufsausbildung ist eine praktische Ausbildung im Betrieb, die von einer theoretischen Ausbildung an einer Be- rufsschule ergnzt wird. Lesen Sie nchsten Monat die Fortsetzung und erfahren Sie Nheres ber die Schulfor- men in den USA, die grten Unterschiede sowie Empfehlungen von Experten, um Fall- stricke bei einem Schulwechsel ins Ausland zu umgehen. ber die Autorin: Muriel Plag ist Auslandskoordinatorin bei schulexpert und Pdagogische Leitung bei Deutsche Fernschulen. Herbert-Flender-Strae 6 35578 Wetzlar Telefon: 06441 921892 E-Mail: [email protected] www.deutsche-fernschule.de www.schulexpert.de