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Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" März 2016

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Text of Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" März 2016

  • 1

    LEBEN UND ARBEITEN IM

    AUSLANDEXPATRIATES

    RECHTLICHES

    WELTWEIT

    WEIBLICHE EXPATS IM AUSLAND

    Welche Chancen und Herausfor-derungen sie haben.

    TSCHECHISCHE REPUBLIK

    Welche neuen Verkehrsregeln gelten.

    VERSPTUNGEN BEI GESCHFTSREISEN

    Arbeitgeber erhlt nach Gerichtsur-teil Schadensersatz.

    Masson - Fotolia.com

    MRZ 2016

  • 2

    INTERVIEW

    RECHTLICHES

    EXPATRIATES

    AIRLINES

    VERMISCHTES

    WELTWEIT

    7 Weibliche Expatriates im Ausland:Chancen und Herausforderungen

    12 Deutsche Schokolade im Auslandbeliebt

    12 Als Kultur interessierter FSJ-ler ins Ausland

    13 Zahl der auslndischen Studieren-den steigt weiter

    13 Interrail fr Ruhestndler

    14 Amerikaner verkrzen ihr Lebendrastisch

    14 Jeder dritte US-Anwalt hat ein Alkoholproblem

    15 Zika-Virus: Vorsicht bei Reisen inRisikogebiete

    15 Notrufnummer 112 gilt europaweit

    16 Tschechische Republik: Neue Verkehrsregeln

    16 Deutsch als Fremdsprache vorallem in Polen beliebt

    17 sterreich: Falsches Verhalten beim Test mit Alkomat fhrt zuhohen Strafen

    18 Neue Bettensteuer statt Mietwa-gen-Umweltabgabe auf Mallorca

    18 Impressum

    GESUNDHEIT

    10 Passagierzahl im Auslandsluftver-kehr 2015 auf Rekordniveau

    10 Internationaler Vergleich: Die beliebtesten Airlines 2015

    11 TAP Portugal11 Lufthansa11 South African Airways (SAA)

    3 Ich wrde eher mein Leben langFahrradfahren als auf meine Welt-reiseerfahrung zu verzichten

    EDITORIAL

    5 Bauttigkeit in Schweden: Perso-nalregister ist Pflicht

    5 Versptungen bei Geschftsreisen:Arbeitgeber erhlt Schadensersatz

    6 Erneut vernderte Auflagen fr visumfreie Einreise in die USA

    6 Kanada ndert seine Einreisebe-stimmungen

    Liebe Leserin,lieber Leser,noch immer ist der Anteil weiblicher Expatriates vergleichsweise gering. Studienzufolge wird nur etwa jede fnfte Frau ins Ausland entsandt. Dass Frauen aberauch das Zeug dazu haben, fr Unternehmen im Ausland Erfolge zu erzielen, zei-gen vier Kurzbiografien, die wir Ihnen ab der Seite 7 vorstellen.

    Reisen bildet ungemein, das ist hinlnglich bekannt. Eine Reise hat aber auchschon die Persnlichkeit mageblich verndert und damit ein ganzes Leben aufden Kopf gestellt. Dies kann auch unser Interviewpartner besttigen, der ber dieAuswirkungen seiner Weltreise auf sein Leben sogar ein Buch geschrieben hat.

    Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite 3.

    In der Rubrik Rechtliches lesen Sie diesmal, wel-che Einreisebestimmungen seit Kurzem fr dieUSA und fr Kanada gelten (Seite 6) und warumein Arbeitgeber Schadensersatzanspruch hat,wenn ein Mitarbeiter sich auf einer wichtigenDienstreise versptet (Seite 5).

    Wenn Sie genau so gerne Schokolade essen wieich, dann drfte Sie interessieren, in welchen Lndern deutsche Schokoladenexportebesonders beliebt sind. Eine entsprechende Statistik finden Sie auf der Seite 12.

    Ich wnsche Ihnen viel Spa bei der Lektre und denken Sie immer daran: DerBDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland!

    Herzlichst, Ihre Silvia Opitz

    ZAHL DES

    der Deutschen sind bereit,fr medizinische Behand-lungen ins Ausland zu rei-sen.(Quelle: IUBH Touristik-Radar2016)

    55MONATS

    PROZENT

  • 3

    BDAE: Eine aktuelle Studie hat erge-ben, dass es der grte unerfllteTraum der meisten Deutschen ist, eineWeltreise zu machen. Sie haben esgetan, insgesamt 20 Lnder bereistund sogar ein Buch darber geschrie-ben, in dem Sie die Menschen motivie-ren, es Ihnen gleich zu tun. Wie kam esdazu?

    KRENGEL: Davor fhrte ich einLeben, wie wohl viele Durchschnitts-Deutsche in meinem Alter: Ich hattePlne, mit meiner Freundin ein Appartement in Berlin zu fi-nanzieren, Nestbau und so. Wir waren ja beide Anfang drei-ig und da wird es langsam ernst. Also wollte ich dieseReise machen, um danach Erwachsen zu werden und insgeregelte, pflichtbewusste Leben zu gehen ohne eben dasGefhl zu haben, ich htte etwas verpasst oder nicht getan.Ich habe zunchst angefangen, kleine Testballons zu startenum zu sehen, wie es wre, wenn ich es wagen wrde. Sohabe ich etwa einen Zeichenkurs in Florenz gemacht, Schau-spielunterricht in Los Angeles genommen und probehalber inNew York gelebt. Das waren jeweils nur 4 bis 6 Wochen,doch es hat mir gereicht, um diese Trume zu erfllen. Ichmusste nicht aus jedem Experiment gleich ein ganzes Le-bensprojekt machen.

    BDAE:Wie haben Sie Ihre Weltreise finanziert?

    KRENGEL: Es ist in-teressant, dass mirdiese Frage immer wie-der gestellt wird. Wennich 100 Personen vonmeiner Reise erzhle,fragen mindestens 90als erstes: Was hat esgekostet? Ich finde,das sagt viel ber un-sere Kultur aus. Manschaut zuerst auf das Hindernis. Viel wichtiger sind doch dieFragen: Was hast du erlebt?, Was hat es dir gebracht?,Was hast du gewonnen? Fr mich waren die Erlebnisse sointensiv, es kam mir gigantisch lang vor ich fhle mich nun,als htte ich zweimal gelebt. Aber zugegeben: Von demGeld htte ich mir einen schicken VW Golf mit sauberen Ab-gaswerten kaufen knnen. Aber lieber wrde ich meinLeben lang mit dem Fahrrad fahren als auf diese Erfahrungzu verzichten.

    BDAE:Woher hatten Sie das Geld dafr?

    KRENGEL: Ich habe neben meiner Doktorarbeit vier Bchergeschrieben und 30 bis 40 Seminare pro Jahr gehalten, sodass ich ein Stck weit vom Ersparten und von den laufen-den Buchverkufen leben konnte. Zudem habe ich immer

    mal wieder ein paar Zeilen getippt oderdie Geschfte in Deutschland mit Blickauf den Strand koordiniert. Auf dieseWeise konnte ich recht luxuris reisen.Der Luxus bestand allerdings fr michnicht in Exklusivitt also beispiels-weise in besonders schicken Hotels zubernachten, sondern in Flexibilitt.Zum Beispiel war es mir wichtig, auchkurzfristig, etwa drei Tage vor Reisean-tritt einen Flug zu buchen oder ichgnnte mir mal ein Einzelzimmer statteiner bernachtung im Gruppenzim-

    mer eines Hostels. Ich hab einmal in einem Hostel in Auck-land geschlafen, es war aber so laut, dass ich berhauptnicht schlafen konnte. Ich habe 20 Euro gespart, aber einenganzen Arbeitstag eingebt, an dem ich 200 Euro htteverdienen knnen. Seitdem habe ich mir einfache Hotels ge-leistet, da gab es guten Schlaf, einen Schreibtisch, Internetund guten Kaffee, so dass ich dort gut schreiben oder arbei-ten konnte.

    Es ist ein Irrtum, dass Reisen sehr teuer sein muss. Ich konntemeine laufenden Kosten in Deutschland auf rund 200 Eurofr Versicherungen runterfahren, habe mein Auto verkauft,die Wohnung vermietet. In Sdostasien oder in den Andenkann ich bereits fr circa 25 Euro am Tag recht gut leben.Wer langsam reist und Busse als Transportmittel vorzieht,kann damit auf Achse deutlich gnstiger als in Deutschlandseinen Alltag bestreiten.

    BDAE: Als so genannter digitaler Nomade?

    KRENGEL: Genau. Inzwischen haben sich einige Netzwerkegebildet, die sich ber das Leben und Arbeiten im Auslandaustauschen. Es entwickeln sich zurzeit auch immer mehrZentren von Freiberuflern oder Unternehmern, die sich anbestimmten Orten in Thailand, Kolumbien oder Bali regeaustauschen und gemeinsam mit Blick auf den Strand oderdie Berge co-worken.

    BDAE: Haben Sie durch die Weltreise eine Antwort auf dieberhmte Frage nach dem Sinn des Lebens gefunden?

    KRENGEL: Die Reise hat mehr Fragen aufgeworfen als be-antwortet. Aber es sind gute Fragen. Die richtigen. Ich habeerkannt: Ich werde wohl nie fertig sein, sondern immer nureinen Schritt weiter gehen. Das Fazit meiner Reise lautetdaher: Sich den richtigen Fragen im Leben zu stellen ist span-nender, als alle Antworten zu kennen. Ich ging aber eindeutiggestrkt und verndert aus diesem Abenteuer hervor undhabe drei essenzielle Dinge fr mich gelernt. Erstens: Erwach-sen werden wird vollkommen berbewertet. Zweitens: Ichmuss nicht in Deutschland sein, um Geld zu verdienen. Drit-tens: Ich brauche nicht immer zu wissen, wohin mich dernchste Schritt fhrt.

    INTERVIEWICH WRDE EHER MEIN LEBENLANG FAHRRADFAHREN ALSAUF MEINE WELTREISEERFAH-RUNG ZU VERZICHTEN

    Der Psychologe Dr. Martin Krengelwar 1 Jahr auf einer Weltreise. ImInterview erzhlt er, was dieses Erlebnismit seiner Persnlichkeit gemacht hatund warum Reisen erstens nicht teuersein muss und zweitens das besteSelbst-Coaching berhaupt ist.

  • Jedes Land dieser Reise steht fr mich fr einen bedeutendenLerneffekt, den ich manchmal klar und manchmal zwischenden Zeilen in meinem Buch nachempfinden lasse.

    BDAE:Was erwartet den Leser in Ihrem Buch Stoppt dieWelt, Ich will aussteigen?

    KRENGEL: Das Buch ist ein lebhafter Reisebericht, in demich meine kuriosen Abenteuer in einigen der spannendstenStdte wie Rio de Janeiro, New York oder Peking beschreibeund was ich im Kontrast dazu an den abgelegensten Ortendieser Welt erlebt habe zum Beispiel, wie ich bei minus 17Grad in einem mongolischen Jurtenzelt nchtigte, im Sdsee-staat Tonge gestrandet bin oder einen Kokusnuss-Wurm imbrasilianischen Urwald vernaschte. Mir war es aber auch wich-tig, eine Art Entwicklungsroman mit Tiefgang zu schreiben.Deshalb erzhle ich auch von meinen Rckschlgen, berra-schungen und Schwierigkeiten. In jedem Kapitel, hinter jederStation, schwingt eine wichtige Lernerfahrung mit, die zueinem berraschenden Ende fhrt.

    Auerdem soll das Buch andere Menschen dazu motivieren,ihre kleinen und groen Trume zu verwirklichen. Wir habenalle Wnsche, Trume, Geheimnisse. Das kann eine Reise be-treffen, einen Jobwechsel oder einen faszinierenden Men-schen, den wir furchtbar gerne kennenlernen mchten. Dochanstatt anzupacken und uns das zu holen, von dem wir tru-men, zgern, hadern und zaudern wir. Es ist eine Form derProkrastination und Selbst-Sabotage. Gerade jene Dinge, diewir uns am sehnlichsten wnschen, machen uns oft diegrte Angst. Und so glauben wir, dass wir vorsichtig vorge-hen mssen und wollen erstmal alle Informationen und Si-cherheit haben, ob der Sch