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1 EDITORIAL Liebe Leserin, lieber Leser, in Hamburg, wo wir unseren Firmensitz haben, zeigt sich das Wetter mal wieder von der schlechtesten Seite: Es ist win- dig und regnerisch. Zu gerne möchte man sich da ins Flugzeug setzen und schnell an einen schöneren Ort reisen, wo die Sonne scheint. Das hatte sich auch eine deutsche Kundin gedacht, die eine Reise in südliche Gefilde buchte. Als sie eine vom Auswärtigen Amt heraus- gegebene Unwetterwarnung für ihr Ur- laubsziel las, stornierte sie die Reise und verlangte das Geld zurück. Der Fall lan- dete vor Gericht. Wie er ausging, erfah- ren Sie auf der Seite 6. Weitere spannende Gerichtsentschei- dungen in Sachen Auslandsreise und Auslandsjob finden Sie ebenfalls in der Rubrik „Rechtliches“ dieser Newsletter- ausgabe. Und wo wir schon beim Thema Urlaub waren - auf der Seite 16 informieren wir Sie über die fünf aktuellsten Touristen- fallen in beliebten Reiseländern. Auf der Seite 15 finden Sie – ebenfalls passend zum Thema Reisen – wie Sie einen Jetlag verhindern oder zumindest abmildern können. Empfehlen kann ich Ihnen zudem das Interview mit dem Expat Jörg Mahn, der mit seiner Familie vor über einem halben Jahr ins US-amerikanische North Caro- lina gezogen ist und von seinen ersten Eindrücken über Land und Leute berich- tet. Wer sich mit dem Gedanken trägt, be- ruflich in den Vereingten Arabischen Emiraten (VAE) Fuß zu fassen, erfährt über Jobchancen und Arbeitsbedingun- gen ab der Seite 9 mehr. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lek- türe und denken Sie immer daran: Der BDAE begleitet Sie mit Sicherheit ins Ausland! Herzlichst, Ihre Silvia Opitz NEWSLETTER JAN 13 INHALT BDAE INTERN Studieren im Ausland – BDAE informiert darüber auf der Einstieg-Messe......2 Die Versicherungsland- schaft in den VAE ..............2 DAS INTERVIEW „Wir sind offener und spontaner geworden“ ........3 RECHTLICHES Vorsicht bei Kreditkarten- zahlung im Ausland ..........5 Gepäckverlust von Passa- gieren: Zahl der Flug- reisenden entscheidend....5 Keine Weiterbeschäftigung im Ausland bei Betriebs- aufgabe .............................6 Reisestorno wegen schlech- tem Wetter: Versicherung muss zahlan .......................6 Mehr Langfrist-Visa für türkische Geschäftsleute...6 EXPATRIATES VAE: Aktuelle Trends auf dem Personal- und Arbeitsmarkt.7 „Exploring a career with the United Nation – Teil II“ .....9 AIRLINE NEWS Neues von den Airlines .....11 VERMISCHTES Heiße Schololade schmeckt am besten aus oranger Tasse .................................13 Woher die chinesischen Tierkreiszeichen kommen13 Männer EU-weit häufiger im Job als Frauen ............13 ... FORTSETZUNG AUF SEITE 2 ...

Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

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In der Januar-Ausgabe des BDAE-Newsletters "Leben und Arbeiten im Ausland" lesen Sie unter anderem die Zusammenfassung eines Vortrags über den Versicherungsmarkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) von Pradeep Dharmapalan, Leiter der BDAE-Niederlassung in Dubai. Zudem berichten wir wieder über aktuelle Gerichtsurteile zu den Themen Weiterbeschäftigung im Ausland bei Betriebsaufgabe, Rechte bei Gepäckverlust auf Flugreisen und Reisestorno wegen schlechten Wetters. Wer mehr über den Arbeitsmarkt und aktuelle Jobchancen in Dubai erfahren möchte, wird ebenfalls in dieser Ausgabe fündig. Außerdem finden Sie den zweiten Teil des Gastbeitrages über Karrierechancen bei der UNO. Wenn es Sie interessiert, warum heiße Schokolade aus orangen Tassen besser schmeckt, woher die chinesischen Tierkreiszeichen kommen, weshalb Amerikaner eine geringe Lebenserwartung haben und was Hunger in der Kindheit mit geistiger Fitness im Alter zu tun hat, dann sollten Sie auf jeden Fall einen Blick in den Newsletter werfen. Außerdem gibt es einen Beitrag mit Tipps gegen Jetlag sowie einen Bericht über aktuelle Touristenfallen in beliebten Reiseländern. Und Sie erfahren, warum manche US-Amerikaner ihre Staatsbürgerschaft aufgeben und weshalb Kanada bei der Integration von Ausländern wesentlich erfolgreicher ist als beispielsweise Deutschland. Der BDAE wünscht eine gute Unterhaltung. Gerne können Sie unseren Newsletter kostenlos abonnieren unter: http://www.bdae.com/de/presseundaktuelles/newsletter.htm Sie haben Fragen oder Anregungen zum Newsletter? Dann kontaktieren Sie mich gerne unter: [email protected].

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Page 1: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

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EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser,

in Hamburg, wo wir unseren Firmensitzhaben, zeigt sich das Wetter mal wiedervon der schlechtesten Seite: Es ist win-dig und regnerisch. Zu gerne möchteman sich da ins Flugzeug setzen undschnell an einen schöneren Ort reisen,wo die Sonne scheint. Das hatte sichauch eine deutsche Kundin gedacht, dieeine Reise in südliche Gefilde buchte. Alssie eine vom Auswärtigen Amt heraus-gegebene Unwetterwarnung für ihr Ur-laubsziel las, stornierte sie die Reise undverlangte das Geld zurück. Der Fall lan-dete vor Gericht. Wie er ausging, erfah-ren Sie auf der Seite 6.

Weitere spannende Gerichtsentschei-dungen in Sachen Auslandsreise undAuslandsjob finden Sie ebenfalls in derRubrik „Rechtliches“ dieser Newsletter-ausgabe.

Und wo wir schon beim Thema Urlaubwaren - auf der Seite 16 informieren wirSie über die fünf aktuellsten Touristen-fallen in beliebten Reiseländern. Auf derSeite 15 finden Sie – ebenfalls passendzum Thema Reisen – wie Sie einen Jetlagverhindern oder zumindest abmildernkönnen.

Empfehlen kann ich Ihnen zudem dasInterview mit dem Expat Jörg Mahn, dermit seiner Familie vor über einem halbenJahr ins US-amerikanische North Caro-lina gezogen ist und von seinen erstenEindrücken über Land und Leute berich-tet.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, be-ruflich in den Vereingten ArabischenEmiraten (VAE) Fuß zu fassen, erfährtüber Jobchancen und Arbeitsbedingun-gen ab der Seite 9 mehr.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lek-türe und denken Sie immer daran: DerBDAE begleitet Sie mit Sicherheit insAusland!

Herzlichst, Ihre Silvia Opitz

NEWSLETTER

JAN 13

INHALT

BDAE INTERN

Studieren im Ausland –BDAE informiert darüberauf der Einstieg-Messe......2

Die Versicherungsland-schaft in den VAE..............2

DAS INTERVIEW

„Wir sind offener und spontaner geworden“ ........3

RECHTLICHES

Vorsicht bei Kreditkarten-zahlung im Ausland ..........5

Gepäckverlust von Passa-gieren: Zahl der Flug-reisenden entscheidend....5

Keine Weiterbeschäftigungim Ausland bei Betriebs-aufgabe .............................6

Reisestorno wegen schlech-tem Wetter: Versicherungmuss zahlan .......................6

Mehr Langfrist-Visa für türkische Geschäftsleute...6

EXPATRIATES

VAE: Aktuelle Trends auf demPersonal- und Arbeitsmarkt.7

„Exploring a career with theUnited Nation – Teil II“ .....9

AIRLINE NEWS

Neues von den Airlines .....11

VERMISCHTES

Heiße Schololade schmecktam besten aus orangerTasse.................................13

Woher die chinesischen Tierkreiszeichen kommen13

Männer EU-weit häufiger im Job als Frauen ............13

... FORTSETZUNG AUF

SEITE 2 ...

Page 2: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

DIE VERSICHERUNGSLAND-

SCHAFT IN DEN VAE

Eine der wichtigs-ten internationa-len Konferenzender Reiseversiche-rungsbranche,die InternationalTravel InsuranceC o n f e r e n c e (ITIC), hat Ende2012 in Barce-

lona stattgefunden. Auch der BDAE warmit der Unternehmenstochter BDAE ExpatConsultancy Dubai vertreten. PradeepDharmapalan, Chief Executive der Dubai-Niederlassung hielt dort einen Vortragüber den Versicherungsmarkt in der wohlgrößten Expat-Metropole der Welt. Seiner Beobachtung nach ist der Versi-cherungsmarkt in den Vereinigten Ara-bischen Emiraten (VAE) zweigeteilt –entsprechend den zwei maßgeblich exis-tierenden Zielgruppen: Die Büroange-stellten (white collar workers) und dieBauarbeiter (blue collar workers). Insbe-sondere die Bedürfnisse letzterer seienin der Vergangenheit stark vernachläs-sigt worden. Nun gerät diese Zielgruppeaber zunehmend in den Fokus der Ver-sicherer, die entsprechende Angeboteentwickeln. Große Lücken gibt es in denVAE beim Versicherungsschutz an sich.So sind beispielsweise Leistungen beiSchwanger- schaft bei vielen Anbieternausgeschlossen, wenn eine Frau nichtverheiratet ist. Auch Infektionen wie HIVbefinden sich nicht im Leistungskatalog,aus dem einfachen Grund, dass HIV-Po-sitve nicht in den VAE leben und arbei-ten dürfen.

Insgesamt sei der Versicherungsmarkt inden Emiraten geprägt von zahlreichenqualitativ minderwertigen Angeboten füreine gering verdienende Masse und we-nigen, überwiegend teuren, aber sehrhochwertigen Nischenprodukten für einekleine Gruppe, die sich diese leistenkann.

Ein weiterer Trend in der Assekuranz amGolf ist der Ausschluss von Vorerkran-kungen insbesondere bei Einzelpersonenund kleinen Gruppen. Insgesamt ist dieVersicherungswelt in den VAE nochimmer geprägt von Intransparenz, wenigverlässlichen Informationen und nicht ve-rifizierten Statistiken. Ohnehin herrschtnoch eine allgemeine Unkenntnis über

das Prinzip des Versicherungswesens.Nichtsdestotrotz verändert sich derMarkt allmählich zum Besseren, so Pra-deep Dharmapalan. Insbesondere durchausländische Versicherer kommt Bewe-gung in den Markt und werden neuar-tige Versicherungen entwickelt, so dassExpats in den VAE inzwischen auf bes-seren Versicherungsschutz hoffenkönnen.

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BDAE INTERN

...

GESUNDHEIT

INTERNATIONALAmerikaner haben geringe

Lebenserwartung ............14Hunger in Kindheit bewahrt

mentale Frische im Alter.15Neue Tools gegen den

Jetleg ...............................15England: starker Anstieg

von Norovirus-Fällen.......15

AUS ALLER WELT

Die fünf aktuellsten Touristenfallen ................16

Kanada kann Einwanderernachhaltig integrieren....16

Malta und Deutschland ver-stärken Zusammenarbeit16

Warum einige Amerikanerihr Land verlassen ...........17

IMPRESSUM ....................17

© XtravaganT - Fotolia.com

STUDIEREN IM AUSLAND –

BDAE INFORMIERT DARÜBER

AUF DER EINSTIEG-MESSE

Vom 22. bis 23. Februar findet erneut dieBildungsmesse EINSTIEG in den Ham-burger Messehallen statt. Der BDAE istwieder mit einem Stand (U 81) vertretenund informiert Schüler und Absolventenzum Thema Auslandsaufenthalt.

Am Samstag, den 23. Februar von 10:30Uhr bis 10:50 Uhr halten die BDAE-Mit-arbeiter Anne-Katrin Schulz und OmerDotou auf der EINSTIEG-Bühne 2 einenVortrag zum Thema »Studieren im Aus-land. Was beachtet werden muss.« In-teressierte sind herzlich willkommen,sich den Vortrag anzuhören und denBDAE an seinem Messestand zu besu-chen.

Die EINSTIEG-Messe findet jährlich bun-desweit statt und hat zum Ziel, jungeMenschen mit Unternehmen und Hoch-schulen in Kontakt zu bringen und soderen Start ins Uni- oder Arbeits-leben zu erleichtern.

Page 3: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

BDAE: Sie sind vor etwas mehr alseinem halben Jahr von Ihrem Arbeitge-ber tesa nach Charlotte im US-Bundes-staat North Carolina entsandt worden.Haben Sie und Ihre Familie sich inzwi-schen gut eingelebt?

Mahn: Ja, wirfühlen uns sehrwohl in unsererneuen Umge-bung. Wir habengroßes Glück mitunserer Nachbar-schaft, in derviele Zugezogeneaus verschiede-

nen amerikanischen Bundesstaaten leben.Charlotte ist sehr international, geradezuein Schmelztiegel. Als zweitgrößtes Ban-ken- und Handelszentrum zieht dieStadt Menschen aus der ganzen Weltan, die dort arbeiten und leben. UnsereNachbarn kommen beispielsweise ausanderen US-Bundesstaaten wie Texasund aus Ländern wie Mexiko oder Ita-lien. Wir sind sehr, sehr freundlich auf-genommen worden und haben bereitserste Freundschaften geschlossen. SogarWeihnachten und Silvester haben wir mitNachbarn ver- bracht. Ein angenehmes so-ziales Umfeld hilft natürlich sehr dabei, ineinem fremden Land anzukommen.

BDAE: Wie hat Ihr Umfeld reagiert, alses erfuhr, dass Sie, Ihre Frau und Ihr klei-ner Sohn für ein paar Jahre in die USAgehen?

Mahn: Die Reaktionen waren naturge-mäß sehr unterschiedlich. Grundsätzlichhaben sich alle für uns gefreut und vielewollen die Gelegenheit nutzen und unsbesuchen kommen. Für den engen Fa-milienkreis ist es meist nicht so einfach,da die Distanz zu Deutschland ja rechtgroß ist. Ansonsten ist unser Umfeld esgewöhnt, dass wir ungefähr alle dreiJahre immer einen Wohnortwechsel vor-nehmen. Nur war dieser diesmal etwasausgeprägter als sonst.

BDAE: Wie haben Sie sich auf Ihre Ent-sendung vorbereitet? Hat Ihr Arbeitge-ber tesa Sie unterstützt?

Mahn: Das Expat-Programm von tesa istsehr gut. Wir haben ein interkulturellesTraining bekommen und konnten einenOrientierungstrip nach Charlotte ma-chen, um herauszufinden, ob wir unsein Leben dort tatsächlich vorstellenkönnen. Den haben wir unter anderemdazu genutzt, um eine geeignete Schulefür unseren Sohn zu finden und einHaus in einer für uns passenden Nach-barschaft in Schulnähe zu suchen. Au-ßerdem gibt es vom Unternehmen eineArt Expat-Handbuch mit Checklisten,was vor der Ausreise zu erledigen ist.Sehr hilfreich ist auch, dass es Budgetsfür Heimatflüge, Sprachkurse, Weiterbil-dungsmöglichkeiten für die begleiten-den Partner gibt und für vieles mehr.

Auch die Rückkehr ist bestens geregelt,so dass die Wiedereingliederung ins Un-ternehmen reibungslos abläuft. Tatsäch-lich ist die Reintegration sogar beimVorstand angesiedelt, was deutlichmacht, wie ernst das Unternehmenseine Entsandten nimmt. Zu meinen Kol-legen habe ich regelmäßig Kontakt, weilich alle zwei Monate in der Hamburg-Niederlassung bin, um an den Manage-ment-Meetings teilzunehmen.

BDAE: Gab es Startschwierigkeiten imAlltag, die Sie und Ihre Familie meisternmussten? Die meisten Expats und fastimmer deren Angehörigen erleiden nachein paar Monaten in der neuen Heimateinen Kulturschock. Wie ist es Ihnen er-gangen?

Mahn: Der Kulturschock ist ausgeblie-ben, da hat sicherlich auch die interkul-turelle Vorbereitung gut entgegenge-wirkt. Als anstrengend haben wir in er-ster Linie die Erledigung der Formalitä-ten empfunden. In den USA geht essehr, sehr bürokratisch zu. Beispielsweiseist man ohne die Social Security Numbergeradezu aufgeschmissen. So viele or-ganisatorische Dinge wie die Eröffnungeines Bankkontos, der Mietvertrag odereinen amerikanischen Führerschein be-antragen zu können, sind von der Exis-tenz dieser Nummer abhängig. Ad-ministrative Handlungen wie Wohnortanmelden, Führerschein machen, Tele-fonanschluss organisieren müssen in-nerhalb weniger Monate erledigt wer-den, während man daheim so etwasnach und nach und je nach Lebensab-schnitt oder -situation gemacht hat. Esist alles sehr geballt.

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DAS INTERVIEW»WIR SIND OFFENER UND SPONTANER GEWORDEN«

Warum ihm und seiner Familiedie Integration in die amerikanische Gemeinschaft leicht gefallen ist,

welche Klischees über Amerikaner sich bestätigt habenund was ihm an der Heimat am meisten fehlt,

hat uns Jörg Mahn,Beschaffungsmanager bei tesa, im Interview verraten.

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Page 4: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

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BDAE: Inwieweit bemerken Sie inter-kulturelle Unterschiede sowohl im Be-rufs- als auch im Privatleben?

Mahn: Mir ist aufgefallen, dass die Süd-staatler unangenehmen Situationen so-wohl im Berufs- als auch Privatlebennach Möglichkeit aus dem Weg gehen.Offene Kritik oder ein klares Nein hörtman nicht oft. Auch das Klischee derUnverbindlichkeit trifft in Ansätzen zu.Allerdings kann ich dies nicht von mei-nen amerikanischen Kollegen behaup-ten. Von ihnen bin ich sehr herzlich undmit offenen Armen empfangen worden.Von Unverbindlichkeit ist bei ihnennichts zu spüren. Das Arbeitsklima emp-finde ich als sehr kollegial und ange-nehm. Im Gegensatz zu dem, was vonamerikanischen Unternehmen oft be-hauptet wird, spüre ich in der Tochter-gesellschaft von tesa, bei der ich arbeite,auch absolut keine Hire-and-Fire-Men-talität. Im Gegenteil: Viele Mitarbeitersind seit etlichen Jahren beim Unterneh-men beschäftigt und fühlen sich mit tesaeng verbunden.

BDAE: Was empfinden die Amerikanerin Ihrer Umgebung an Ihnen als typischdeutsch?

Mahn: Ich habe mal das Feedback be-kommen, dass ich oft streng wirke undsehr zielorientiert bin. Das letzte halbeJahr in den USA hat mich und auchmeine Frau allerdings verändert.

BDAE: Inwiefern?

Mahn: Wir sind irgendwie offener undspontaner geworden. Früher hatten wirmal so eine Art Zehnjahresplan für unserLeben. Durch den bisherigen Auslands-aufenthalt gehen wir vieles gelasseneran, einfach weil wir gelernt haben, dassdie Dinge nicht nur sprichwörtlich an-ders kommen als man denkt, sondern estatsächlich so ist. Bei mir habe ich zu-dem eine größere Toleranz festgestellt.Ich bilde mir nicht sofort eine Meinungund muss auch nicht zu jedem Themaeine haben. Früher habe ich sehr oft inschwarz-weiß gedacht, jetzt sehe ichviele verschiedene Farbnuancen.

BDAE: Fällt Integration leichter, wennman mit der Familie ins Ausland geht?

Mahn: Ich glaube schon. Das geht losbei der Nachbarschaft. Man lernt leich-ter andere Paare mit Kindern kennen,wenn man selbst welche hat. Für das ei-gene Kind ist das Einleben auch we-sentlich einfacher, wenn da Spielkame-raden im gleichen Alter sind. Hinzukommt, dass das amerikanische Schul-wesen die Eltern sehr stark einbindet,etwa durch unzählige Veranstaltungenund Feiern. Auf diese Weise bekommtman viel von den Menschen, Ihrer Kulturund Ihrer Art zu leben mit. Den Umzugnach North Carolina haben wir so ge-plant, dass unser Sohn auch dort einge-schult wird. Das waren im Übrigen dieeinzigen Zweifel, die uns geplagt haben.Dass es unserem Kind nicht gefallenwürde beziehungsweise dass er Schwie-

rigkeiten, sich einzuleben haben könnte.Unsere Sorgen waren allerdings unbe-gründet, unser Sohn fühlt sich so wohl,dass er Deutschland schon nach zweiWochen vergessen hatte. Auch das isteine weitere besondere Facette: dasLand aus den Augen des eigenen Kindeszu sehen.

BDAE: Was aus Ihrer Heimat fehlt Ihnenin den USA besonders?

Mahn: Oh, so vieles. Ganz besondersnatürlich Freunde und Familie. Es istschon hart, wenn man ihnen beispiels-weise in schwierigen Situationen nichtzur Seite stehen kann, weil die Heimatnicht mal eben »um die Ecke« ist. Aberdessen waren wir uns vor unserer Reisebewusst. Dann fehlt mir deutsches Essen- das Brot, die Wurst, der Käse und vie-les mehr. Das amerikanische Junk Foodmacht mir schon zu schaffen. Für gutesEssen muss man hier leider viel Geldausgeben, weit mehr als in Deutschland.Und Fußball vermisse ich sehr. Er ist inden USA einfach keine populäre Sport-art. In Hamburg bin ich sehr oft mitFreunden an einem Samstag zum Fuß-ball gegangen, hier ist es dann Baseballoder Football. Letztendlich sind das aberauch keine existenziellen Dinge.

DAS INTERVIEW

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Page 5: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

RECHTLICHES

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GEPÄCKVERLUST VON PASSA-

GIEREN: ZAHL DER FLUGREISEN-

DEN ENTSCHEIDEND

Gute Nachrichten für Flugreisende, dieim Weihnachts- und Neujahrstrubel ihrGepäck verloren haben. Passagiere kön-nen von der Airline nämlich auch dannSchadensersatz für den Verlust ihrer Sa-chen beanspruchen, wenn diese sich imKoffer eines Mitreisenden befundenhaben. Voraussetzung: Der Mitreisendemuss das Gepäck für denselben Flugaufgegeben haben, den auch der An-spruchsteller genommen hat. Das ist dasFazit eines Urteils des Europäischen Ge-richtshofs (EuGH), das die ARAG-Rechtsschutz-Experten hier erläutern.

In dem konkreten Fall war ein spani-sches Ehepaar mit seinen zwei minder-jährigen Kindern im August 2008 mitder Fluggesellschaft Iberia von Barcelonanach Paris geflogen. Das Gepäck hattensie auf zwei Koffer verteilt, die währenddes Flugs verloren gingen. Von der Air-line verlangten sie daraufhin insgesamt4.400 Euro Schadensersatz. Das ent-spricht 1.000 Sonderziehungsrechten(SZR) pro Reisendem. In SZR bemisst dasso genannte Montrealer Übereinkom-men unter anderem die Entschädigung,die eine Fluggesellschaft dem Reisendenleisten muss, wenn dessen Gepäck wäh-rend des Fluges verloren geht. Laut demÜbereinkommen ist die Entschädigungje Reisendem auf 1.000 SZR begrenzt.

Das zuständige spanische Gericht wolltenun vom EuGH wissen, ob die Airlinenur den Reisenden zu entschädigen hat,dem der Gepäckbeleg ausgehändigtwurde oder ob auch die anderen Rei-senden, deren Gepäck von dem Mitrei-senden aufgegeben wurde, einen An-spruch haben. Die Luxemburger Richterhaben in ihrer Entscheidung Letzteresbejaht. Allerdings müsse der betroffeneReisende nachweisen, dass sich seine ei-genen Sachen tatsächlich auch im Ge-päck des Mitreisenden befanden. An-haltspunkte dafür seien etwa, dass essich bei den Reisenden – wie in diesemFall – um Familienmitglieder handeltoder dass sie ihre Flugscheine zusam-men gekauft und auch gemeinsam ein-gecheckt haben (Urteil vom 22.November 2012, Az.: C-410/11).

VORSICHT BEI KREDITKARTEN-

ZAHLUNG IM AUSLAND

Seit etwa einem Jahr wird bei Kreditkar-tenzahlungen im Ausland, speziell inChina, häufig versucht, die Belege undsomit die Zahlung in Euro und nicht inder jeweiligen Landeswährung auszu-führen. Darauf weist das Online-Maga-zin Business-Travel hin. Dem Portalzufolge ist auf den Belegen, die zur Un-terschrift vorgelegt werden, zwar auchder Betrag in Landeswährung aufge-führt, daneben aber »fett« in Euro derBelastungsbetrag abgedruckt. DasGanze wäre laut Business-Travel grund-sätzlich in Ordnung, wenn der offizielleTageskurs Verwendung finden würde,so wie es von den Kreditkartenfirmengehandhabt wird. Stattdessen werdeaber ein »hauseigener Umrechnungs-kurs« verwendet, der bis zu fünf Prozentschlechter sein kann.

Auf dem Abrechungsbeleg, der unter-schrieben werden soll, ist zwar der Hin-weis vermerkt, dass der Karteninhaberauf diesen Umstand und eine entspre-chende Wahlmöglichkeit hingewiesenwurde und dies mit der Unterschrift soakzeptiert. Direkt darauf hingewiesenwird der Verbraucher allerdings nicht.Wer dies zu reklamieren versucht, wirdin der Regel auf die »Bestimmungen derBank« hingewiesen oder mit der Aus-sage vertröstet, »das macht die Ma-schine automatisch«.

Business-Travel weist darauf hin, dass essich lohnt, auf jeden Fall darauf zu ach-ten und auf einer Abrechnung in derLandeswährung zu bestehen, auchwenn man sich erst dagegen sträubt.Spätestens mit der Drohung, ohne Un-terzeichnung des Beleges zu gehen,wird dann der Beleg in Landeswährungvorgelegt.

Diese Praxis sei vor allem in großen 4-und 5-Sterne-Hotels mit einem hohenAnteil ausländischer Gäste gän-gige Praxis.

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Page 6: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

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RECHTLICHESREISESTORNO WEGEN SCHLECH-

TEM WETTER: VERSICHERUNG

MUSS ZAHLEN

Hat das Auswärtige Amt für ein Landeine Unwetterwarnung ausgegeben,können Pauschalurlauber ihre Reisedorthin kostenlos stornieren. Das gehtaus einem Urteil des OberlandesgerichtsMünchen hervor (Az.: 21 U 519/12), aufdas die VisumCentrale hinweist.

Im betreffenden Fall hatte eine Reisendeeinen Pauschalurlaub nach Sri Lanka ge-bucht, bei dem eine fünftägige Rund-fahrt und ein Strandurlaub stattfindensollten. Knapp zwei Wochen vor Reise-beginn warnte das Auswärtige Amt vordauerhaften und sehr starken Regenfäl-len, in deren Folge auf dem östlichen Teilder Insel mit Infrastrukturschäden zurechnen sei, so seien unter anderemviele Straßen unpassierbar.

Nach Rücksprache mit dem Reiseveran-stalter erklärte ihr dieser, dass derStrandurlaub wie geplant durchgeführtwerden könne und deshalb auch einekostenlose Stornierung nicht möglichsei. Für die dann erfolgte Stornierungwurden der Frau Stornogebühren inHöhe von 60 Prozent angerechnet, sodie VisumCentrale weiter. Die Richtergestanden ihr hingegen das Recht aufdie kostenlose Stornierung zu.

Ihrer Ansicht nach hätten die Unwetter-warnung des Auswärtigen Amtes siedazu berechtigt; außerdem habe dasReiseunternehmen seine Behauptung,dass die Reise ungefährlich sei, nicht be-weisen können. Damit bekam die Klä-gerin den vollen Reisepreis in Höhe von5.332 Euro zurückerstattet und mussteauch keine Stornogebühren be-zahlen.

KEINE WEITERBESCHÄFTIGUNG

IM AUSLAND BEI BETRIEBSAUF-

GABE

Eine betriebsbedingte Kündigung we-gen Stilllegung des inländischen Betrie-bes kann zulässig sein. Darauf weist dieTechniker Krankenkasse (TK) hin. Sohabe das Landesarbeitsgericht (LAG)Düsseldorf bereits im Sommer 2012 ent-schieden. Dies sei selbst dann der Fall,wenn die Arbeitnehmer in einem imAusland gelegenen Betrieb des Arbeit-gebers weiterbeschäftigt werden könn-ten.

Mit Urteil vom 5. Juli 2012 (Az.: 15 Sa485/12) hat das LAG Düsseldorf zuge-stimmt, dass einer betriebs- bedingtenKündigung auch dann nichts entgegen-steht, wenn eine Weiterbeschäftigungs-möglichkeit in einem im Auslandgelegenen Betrieb des Unternehmensbesteht. Der Arbeitgeber muss nicht vor-rangig eine Änderungskündigung aus-sprechen, die mit einem Arbeitsangebotin seinem Betrieb im Ausland verbundenist.

Begründung: Eine Weiterbeschäftigungim Ausland ist keine Weiterbeschäfti-gungsmöglichkeit im Sinne des Para-graph 1 Kündigungsschutzgesetz, da als»Betrieb« im Sinne dieses Gesetzes nurdie in Deutschland liegenden organisa-torischen Einheiten oder Betriebe einesUnternehmens anzusehen sind.

Das LAG Düsseldorf schließt sich mit sei-ner zur Revision zugelassenen Entschei-dung dem LAG Berlin-Brandenburg an,das in einem vergleichbaren Fall ähnlichentschieden hatte. Auch das LAG Ham-burg hatte 2011 ein Urteil mit der glei-chen Tendenz in einem ähnlichenProzess gefällt.

MEHR LANGFRIST-VISA FÜR

TÜRKISCHE GESCHÄFTSLEUTE

Das Generalkonsulat in Istanbul ist be-reit, künftig mehr langfristige Visa fürtürkische Geschäftsreisende zu erteilen.Es weist darauf hin, dass die Unterneh-men ihm die Vergabe solcher Visa er-leichtern werden. Dies jedoch nur, wenn

• sie die Gründe für die Absicht, häufi-ger nach Deutschland zu reisen an-geben,

• eine längerfristige Reisekrankenversi-cherung vorgelegt wird,

• der Arbeitgeber bestätigt, dass Kos-ten auch zukünftiger geschäftlicherReisen übernommen werden und

• ein langfristig gültiger Reisepass vor-gelegt wird.

Die Deutsch-Türkische Industrie- undHandelskammer (AHK Istanbul) bietetbei der Beantragung von GeschäftsvisaUnterstützung an. Nähere Informatio-nen finden Sie auf der Internet-seite der AHK.

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Page 7: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

EXPATRIATES

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VAE: AKTUELLE TRENDS

AUF DEM PERSONAL- UND

ARBEITSMARKT

Expats in Dubai arbeiten gerne für dortansässige deutsche Unternehmen. Essind vor allem die gefühlte Verlässlich-keit und Arbeitsplatzsicherheit, die kla-ren Strukturen, die hohe Produkt- undDienstleistungsqualität sowie das posi-tive Arbeitsumfeld und die Sozialleistun-gen, die deutsche Firmen attraktiv ma-chen. Dies ist eines der Ergebnisse desPersonalreports Dubai, den die Außen-handelskammer (AHK) und der Perso-naldienstleister Departer herausgege-ben haben.

PERSoNEN MIT ScHLüSSELqUALIFI-KATIoNEN MANGELWAREDie Personalverantwortlichen deutscherFirmen in den VAE müssen sich aller-dings einigen Herausforderungen stel-len. So sei es besonders schwierig, Per-sonen mit Schlüsselqualifikationen an-zuwerben – dies oft auch, weil es nichtdie geeigneten Fachkräfte gibt. Fastgenau so schwierig sei es, qualifizierteMitarbeiter nach erfolgreicher Anwer-bung im Unternehmen zu halten. DerAufbau von Führungsqualitäten inner-halb der Belegschaft sowie die Erhöh-ung der Produktivität bei den Mit-arbeitern sind weitere, als schwierigempfundene Faktoren.

»Die VAE haben sich seit der Finanzkrisezu einem Arbeitnehmermarkt entwik-kelt«, erläutert Christopher Wöhler, Nie-derlassungsleiter von Departer in Dubai.»Zusätzlich führen rechtliche Bestim-mungen, wie die Verknüpfung von Ar-beitsplatz und Aufenthaltsrecht dazu,dass sich praktisch keine Arbeitslosen imLand befinden. Potenzielle Mitarbeitermüssen entweder aus dem Ausland re-krutiert oder bei anderen Firmen abge-worben werden.«.

ScHWIERIGER REKRUTIERUNGSPRo-ZESSKommen dazu noch Budget-Einschrän-kungen, komplizierte Visabestimmun-gen oder eine unvorhersehbare wirt-schaftliche Entwicklung, kann die Re-krutierung sowohl für kleine Marktein-steiger als auch für große Konzerneschnell zum Alptraum werden. Kleinedeutsche Unternehmen sind vor allemim Bereich Verkauf tätig und verfügenaußer ihren Sales- und Servicemitarbei-tern oft nur über eine Geschäftsführungund eine für Verwaltung zuständige Bü-rokraft, die mit der Rekrutierung vonneuem Personal schlichtweg überfordertist.

Wöhler empfiehlt in diesem Fall Unter-stützung durch Personaldienstleister, dader gesamte Suchprozess in den VAE an-ders als beispielsweise in Deutschlandabläuft. Ausschreibungen erreichen oftnicht die gewünschte Zielgruppe undVakanzen können nicht einfach wie inDeutschland ans Arbeitsamt weiterge-geben werden, das eine Liste geeigne-ter, arbeitssuchender Kandidaten zu-rückschickt. Aus diesem Grund versu-chen viele Unternehmen, ihre Mitarbei-ter aus dem Heimatland mitzubringen,was Vorteile wie auch Nachteile birgt. Ei-nerseits kennen diese Mitarbeiter dieUnternehmenskultur und sind mit denProdukten bestens vertraut, andererseitsverfügen sie jedoch oft nicht über dienötige Marktkenntnis und sind außer-dem in der Regel teurer als lokal Ange-stellte.

HoHE MITARBEITERFLUKTUATIoNEin weiteres weitverbreitetes Problem istdie hohe Mitarbeiterfluktuation, die eszuweilen schwierig macht, von vielver-sprechenden Talenten entsprechend zuprofitieren. Christopher Wöhler führtdies auf zwei Ursachen zurück: »Die ver-gleichsweise hohe Fluktuationsrate istallein schon durch die Bevölkerungs-struktur in der Region geprägt, denn 80Prozent der Arbeitskräfte sind Expats.«

Des Weiteren sei der Arbeitsmarkt imVergleich zu Deutschland verzerrt, weildie Hauptmotivation von Expats, zumArbeiten ins Ausland zu gehen, darinbesteht, dass sie dort mehr Geld verdie-nen. Also müsse ein entsprechendes Ge-halt geboten werden. Dennoch gilt: Esmag der finanzielle Anreiz sein, der vielein die Golfstaaten lockt, er ist jedochnicht notwendigerweise das, was siezum Bleiben bewegt. Auch soziale Fak-toren der Mitarbeiterbindung wie Wert-schätzung, ein angenehmes Arbeits-klima, Teamgeist, Familienfreundlichkeitim Betrieb und gute Sozialleistungenspielen eine von Firmen hierzulande oftgefährlich unterschätzte Rolle. Insbe-sondere seit der Wirtschaftskrise stehenausländische Niederlassungen deutscherUnternehmen unter größerer Beobach-tung aus der Heimat und somit untermehr Druck.

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Page 8: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

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SoFT SKILLS SPIELEN ALLMäHLIcHGRöSSERE RoLLE»Weiche« Faktoren, die sowohl internzur Mitarbeiterbindung als auch externzu einem positiven Unternehmensimagebeitragen und in der westlichen Weltlängst zum Standard gehören, sind inden VAE oft noch unterentwickelt. Er-fahrungswerte von Departer und derAHK zeigen jedoch, dass die ernstge-nommene Sozialverantwortung einesUnternehmens, die sich etwa in gemein-samen Aktivitäten oder Zuschuss zuSchulgeldern äußert, zu großen Unter-schieden – nicht nur in der wirtschaftli-chen Leistung, sondern vor allem auchbei der Mitarbeiterzufriedenheit und dar-aus resultierender Loyalität – führt.

Im Durchschnitt arbeiten die momentanin deutschen, österreichischen undSchweizer Unternehmen in den VAE An-gestellten seit 4,7 Jahren beim selbenArbeitgeber. Ein Viertel von ihnen hateinen Expat-Vertrag, die restlichen dreiViertel sind lokal angestellt. Die befrag-ten Arbeitnehmer leben im Durchschnittseit fast sechs Jahren in den VAE undplanen, für weitere 4,4 Jahre zu bleiben.Zu den Hauptgründen für Angestellte,die VAE zu verlassen, gehören Familien-angelegenheiten, berufliche Weiterent-wicklung, das Arbeitsvertragsende undLebenshaltungskosten..DURcHScHNITTLIcHE WocHENAR-BEITSZEIT: 47 STUNDENIm Durchschnitt arbeiten Arbeitnehmerdeutschsprachiger Unternehmen mit 47Wochenstunden verteilt auf fünf Ar-beitstage neun Stunden mehr als ihreKollegen in Deutschland. Das höhere Ar-beitspensum in den VAE steht zwar mitdem von Mitarbeitern als vergleichs-weise höher empfundenen Stresslevel inVerbindung, beeinflusst jedoch nichtderen allgemeine Zufriedenheit. Diemeisten wissen bei ihrer Übersiedlung indie Golfregion wohl, dass sie dort miteiner höheren Arbeitslast konfrontiertwerden, für die sie jedoch auch eine ent-sprechende Entlohnung erhalten.

Relativ weite Spannen – vor allem bei In-genieursberufen und im Rechtswesen –erklären sich, wie andere Abweichungenauch, hauptsächlich aus den unter-schiedlichen Unternehmensgrößen. Derwichtigste Faktor bei der Gehaltseinstu-fung ist, noch vor der Qualifikation, dieStaatsangehörigkeit. Start-ups sowie

kleine und mittelständische Unterneh-men mögen im Vergleich zu Konzernenniedrigere Gehälter zahlen, dennochentscheiden sich viele Mitarbeiter füreine Stelle bei einem Mittelständler oderJungunternehmen, weil sie Faktoren wiehöhere Mitspracherechte, weniger Bü-rokratie und kürzere Entscheidungs-wege den gefestigten Strukturen undgenauen Vorgaben, die andere wie-derum an Großunternehmen schätzen,vorziehen.

Trotz des Expat-Marktes investieren Un-ternehmen zunehmend darin, ihre Mit-arbeiter durch soziale Bindung zu haltenund orientieren sich damit mehr undmehr an deutschen Standards. Auf dieseWeise erhoffen sie sich, bei der Talent-suche im Markt herauszustechen undgute Mitarbeiter länger an sich zu bin-den. Departer empfiehlt Unternehmenaußerdem, sich darauf zu konzentrieren,vorhandene Talente zu erkennen undweiterzubilden. Dabei geht es auch umausländische, vielleicht zunächst weni-ger offensichtliche Hoffnungsträger.Gerne sollten Unternehmen dabei auchden umgekehrten Weg gehen und in Er-wägung ziehen, besonders wichtigeMitarbeiter von den VAE nach Deutsch-land, Österreich oder in die Schweiz zuschicken. Die Unternehmen im Heimat-land brauchen Mitarbeiter mit Aus-landserfahrung in ihren Hauptquar-tieren, weswegen die Rückführung vonExpats einen immer höheren Stellenwerteinnimmt.

ARBEITGEBER WüNScHEN SIcH ZU-NEHMEND LoyALITäTArbeitnehmern hingegen rät Wöhler,sich nicht mehr zu sehr auf die in denwirtschaftlichen Anfangsjahren der VAEgeltende Devise zu verlassen, derzufolgejeder Arbeitswillige problemlos eine An-stellung finden kann. Loyalität ist im Le-benslauf gut aus der Anzahl der ver-gangenen Jobwechsel herauszulesenund die Unternehmen suchen nach be-ständigen, zuverlässigen Mitarbeiternfür die erfolgreiche Umsetzung ihrer Un-ternehmensziele in einem dynamischenMarkt. Arbeitgeber sind auch in dieserHinsicht anspruchsvoller geworden undnehmen sich für ein Rekrutierungsver-fahren im Vergleich zu früheren Jahrenin den VAE mehr Zeit.

Im Rekrutierungsprozess von Departerwerden üblicherweise schon im erstenAuswahlschritt bis zu 50 Prozent der aufeine Ausschreibung eingehenden Be-werbungen aus dem Grund aussortiert,dass die Beschäftigungsgeschichte desBewerbers auf einen allzu wechselfreu-digen Charakter schließen lässt. Depar-ter setzt deshalb auf die aktive Re-cherche nach Toptalenten, um seinenKlienten ein hochwertiges Auswahlver-fahren ermöglichen zu können.

EXPATRIATES

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Page 9: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

yoUNG PRoFESSIoNAL PRo-GRAMME This recruitment initiative is especiallydesigned for candidates who hold afirst-level university degree and areyounger than 32 years, speak English orFrench fluently, and are willing to passan entry examination which is heldworldwide and open to nationals of par-ticipating countries, in selected occupa-tional groups. The application process isclearly explained on that website. Sinceselection of the best candidates is bycountry, candidates will be pre-selectedamong their own nationals in terms ofeducation, experience, languages, andother skills, and the 40 best will be invi-ted to take part in the written UN com-petitive examination.

LANGUAGE coMPETITIVE ExAMI-NATIoNS These competitive examinations are or-ganized to identify willing and ablelanguage professionals to provide highquality language services as translatorsand interpreters at several UN duty sta-tions. The examinations are offered fromtime to time based on the needs and de-tailed information is available on the UNcareers portal site.

ASSocIATE ExPERT PRoGRAMMEThese Experts are recruited under bilate-ral agreements between donor coun-tries and the UN, and normally thecandidates are younger than 32 years.In the past about 18 governments, in-cluding Germany, have provided Asso-ciate Experts, usually in the followingdisciplines: Political Science, Administra-tion (Human Resources, Procurement)International Relations, Law, Sociology,Statistics, Engineering (civil, mechanical,etc.) and Computer Science. More in-formation can be found through the linkto the Associate Experts website.

VoLUNTEER PRoGRAMMEThis UN organisation, headquartered inBonn, sends each year about 8000 UNVolunteers to some 180 countries whowork by promoting peace, respondingto disasters, empowering communitiesand helping to build sustainable liveli-hoods and lasting development. Being aUN Volunteer is not a career (currentlylimited to eight years of service), and notconsidered an entry route to the UN.The first step is to find out if one quali-fies by visiting www.unvolunteers.org,and to register one’s details. The mini-mum age is 25, there is no upper limit,however, a university degree or a di-ploma of higher education is required.Knowledge of UN language(s), motiva-tion to volunteerism, availability forshort-term assignments and service inhardship duty stations are selection cri-teria.

INTERNSHIP PRoGRAMMEThis programme is designed as a start-up option for students who are enrolledin a Master's or Ph.D. level programme

in a graduate school, are able to obtainvisas, can arrange and cover the cost oftravel and accommodation, are fluent inEnglish or French and are medically in-sured. The UN offices accepting internsare New York, Geneva, Vienna, Nairobi,Addis Ababa, Bangkok, Beirut and Sant-iago, Chile. The objective of the intern-ship is to give participants a first-handimpression of the day-to-day workingenvironment of the UN. Detailed infor-mation is available at the UN careersportal.

TEMPoRARy JoBSTemporary appointments are used to fillpositions of less than one year to meetseasonal or peak work loads and speci-fic short-term requirements. In somecases, these appointments may be ex-tended beyond one year, especially ac-cording to operational needs in fieldassignments, but no longer than 24months at any time. Positions becomingavailable will also be advertised with re-ference to their temporary nature.

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EXPATRIATES»EXPLORING A CAREER WITH THE UNITED NATIONS – TEIL II«

Wie funktioniert das Bewerbungs- und Kandidatenausleseverfahren bei der UNo? Wer kann sich bei der prestigeträchtigen organisation bewerben und einen der interessantesten Arbeitgeber der Welt für sich gewinnen?

Diese und noch mehr Fragen hat Dr. christa Rieth, langjährige HR-Verantwortliche bei der UNo, im ersten Teil ihresGastbeitrages in der Newsletter-Ausgabe 12/2012 erörtert.

Im Folgenden lesen Sie den zweiten und letzten Teil.

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Page 10: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

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Die Autorin:

Dr. Christa E. Rieth ist International Con-sultant für die UNO und lebt in SanDiego, CA, USA und Hamburg, Deutsch-land.

JoB oPENINGS IN PEAcEKEEPINGAND oTHER UN FIELD MISSIoNSIt is often thought that only militarycomponents are deployed by govern-ments to serve in such missions, while itis not well known that UN lead missionshave an administrative component toassist each operation. On the www.un.org website, clicking on »Peace andSecurity«, one arrives at the site of theDepartment of Peacekeeping Operati-ons (DPKO). This department providespolitical and executive direction to UNpeacekeeping operations and maintainscontact with the Security Council, troopfinancial contributors, and parties to theconflict in implementation of SecurityCouncil mandates. It provides guidanceand support on military, police, mine ac-tion and other relevant issues to otherUN political and peacebuilding missions.The Department of Field Support (DFS)provides support in the areas of finance,logistics, information, communicationand technology, human resources andgeneral administration to help missionspromote peace and security.

Jobs are at UNHQ in New York, in oneof four regional hubs, and in the fieldmissions and all vacancies are posted onthe UN careers portal. In addition to ad-ministrative support staff, Police Officersare also welcome to apply, as more willbe recruited to serve in the missions.Since the UN does not have its own mi-litary force, it depends on contributionsfrom Member States, so military person-nel must first inquire with their own go-vernments about possible deploymentoptions. For information, all military per-sonnel working under the UN Blue Be-rets are first and foremost members of

their own national armies and secondedto work with the UN for periods nor-mally of up to one year in the field ortwo years at headquarters.

DPKO provides excellent organizationalcharts, e.g., one chart showing all pea-cekeeping operations on a world map.There are currently 16 UN peacekeepingoperations, lead by DPKO, deployed onfour continents, seven in Africa, one inthe Americas, three in Asia and the Pa-cific, two in Europe and three in theMiddle East.

JoB oPPoRTUNITIES IN THE UNITEDNATIoNS SySTEMIn addition to the UN Secretariat, thereare many organisations that belong tothe UN system, also called »family of or-ganisations«, like UN agencies, fundsand programmes, who all have establis-hed their own websites. Interested per-sons are encouraged to look for jobopenings directly on the website of therespective organisation or can access jobpostings through the International CivilService Commission’s site: (www.icsc.un.org). Here one finds truly ama-zing information about the worldwideUnited Nations System. ICSC, located inNew York, was established as an inde-pendent body by the UN General As-sembly, and its mandate is to regulateand coordinate the conditions of serviceof staff in the UN common system,while promoting and maintaining highstandards of service. There is a widerange of information available on con-ditions of service, and persons interestedin UN system jobs should definitely ex-plore the site before applying. It clearlystates UN Human Resources policies, Sa-

laries and Allowances, Cost-of-living cal-culations, and has listings, with updates,on UN system-wide job vacancies.

ICSC directly links to about 40 UN sy-stem organisations, some of them arewell known like UNESCO, UNICEF,WHO, UNHCR, UNDP, UNAIDS, theWorld Bank and the IMF, or especially tothose who live in the Bonn area, the UNVolunteers organization, UNV, or the UNFramework Convention on Climatechange, UNFCCC. The International Cri-minal Court, ICC, located in The Hague,has been in the news and the Interna-tional Atomic Energy Agency, IAEA, inVienna has also made some headlines,but not many people have heard of theInternational Civil Aviation Organisation,ICAO, located in Montreal, Canada, orthe World Meteorological Organisation,WMO, in Geneva, nor the InternationalSeabed Authority, located in Jamaica.Abundant information provided bythese international organizations makesfascinating reading, and one can learnmuch that is not found in the news.Each of these organisations posts theiremployment information on their web-site, lists the current vacancies, applica-tion procedures and selection criteria.

I hope this snapshot informationhas been helpful!

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Page 11: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

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URAL AIRLINE

Die russische Fluggesellschaft Ural Air-line hat den Start für die ab diesemFrühjahr geplante Verbindung zwischenSankt Petersburg und Köln/Bonn bis aufWeiteres verschoben.

Ausschlaggebend ist nach Angaben derAirline das mäßige Interesse sowohl aufrussischer als auch auf deutscher Seite.Die Route war im Juli 2012 angekündigtworden und sollte dreimal wöchentlichbedient werden.

Der Flug von der Rheinmetropole nachMoskau, der seit April 2012 ebenfallsdreimal wöchentlich stattfindet, bleibtweiterhin bestehen. Auch die Saisonver-bindung von München nach Jekaterin-burg wird bis zum 29. März einmal proWoche bedient.

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CATHAY PACIFIC

Die hongkonger Fluggesellschaft CathayPacific erweitert ihr Streckennetz undfliegt ab sofort nach Zhengzhou. AbFrankfurt am Main können Passagieream gleichen Tag über Hongkong kom-fortabel in die Hauptstadt der ProvinzHenan weiterfliegen. Dies kann vorallem für Geschäftsreisende interessantsein, denn die zweitgrößte Stadt in Zen-tralchina ist eines der wichtigsten wirt-schaftlichen Zentren des Landes.

Zum 25. Januar 2013 folgte eine weitereneue Verbindung von Hongkong nachWenzhou in China, von der ebenfallsberuflich Reisende profitieren können.Das Wirtschafts- und Industriezentrumin der südöstlichen Zhejiang-Provinz istaufgrund seiner geographischen Lageschwierig mit Zügen zu erreichen unddaher, laut Aussage der Airline, ein ge-fragtes Flugziel.

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AIR FRANCE

Air France bietet ihren Gästen der Eco-nomy Class ab dem 6. Februar 2013 auf58 ausgewählten Kurz- und Mittelstrek-ken die Wahl zwischen zwei Tarifvarian-ten. Reisende, die mit eingechecktemGepäck fliegen, buchen künftig den»Classic«-Tarif. Passagiere, die ohne auf-gegebenes Gepäck reisen möchten,können den »MiNi«-Tarif wählen. Fürbeide Tarife gilt: Jeder Fluggast darf wei-terhin ein Handgepäckstück bis maximal12 Kilogramm kostenfrei mit an Bordnehmen. Auch der Service an Bord solldurch diese neuen Tarife nicht geschmä-lert werden. Die Passagiere erhaltennach wie vor einen Imbiss, Getränkeund Zeitungen.

Flugtickets im »Classic«-Tarif sind one-way ab 69 Euro inklusive Steuern undeinem aufzugebendem Gepäckstückbuchbar. Im »MiNi«-Tarif erhalten Kun-den Oneway-Tickets bereits ab 49 Euroeinschließlich der Steuern.

In Deutschland gilt dieses Angebot fürdie Flugverbindungen von Hamburgnach Toulouse sowie von Berlin nachMarseille und Toulouse.

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Page 12: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

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AIRBERLIN

Ab dem 25. Februar 2013 erweitert Air-berlin ihr Streckennetz und fliegt täglichnonstop von Berlin nach Madrid. Aufdieser Strecke setzt die Airline eine Boe-ing 737-800 mit 186 Sitzplätzen ein.

Der Flieger startet an allen Wochenta-gen um 8.50 Uhr in der deutschenHauptstadt und erreicht die spanischeHauptstadt um 12.00 Uhr. Auf demRückflug verlässt die Maschine um13.15 Uhr die drittgrößte Stadt der Eu-ropäischen Union und erreicht die deut-sche Metropole an der Spree um 16.15Uhr.

Iberia stellt die Route zum 19. Januar2013 ein. Mit dem Ausbau des Stre-ckennetzes von Airberlin bleibt den Rei-senden diese Destination erhalten.

Weiterhin baut Ariberlin ihr Amerika-Angebot aus und fliegt künftig im Rah-men einer Codeshare-Erweiterung mitAmerican Airlines sehr viel mehr Ziele inden USA an. Eines der neuen Ziele istChicago. Airberlin fliegt die Metropoleam Lake Michigan ab dem 23. März2013 dreimal wöchentlich nonstop abBerlin an und mit Beginn des Sommer-flugplans 2013 fünfmal die Woche. Vondiesem wichtigem Drehkreuz stehenden Kunden von Airberlin rund 32 An-schlussziele zur Verfügung.

Airberlin verbindet als einzige Airline diedeutsche Hauptstadt mit der drittgröß-ten Stadt der USA. Der Codeshare um-fasst mittlerweile 99 Strecken undenthält ab dem 12. April 2013 eine täg-liche Nonstop-Verbindung von Düssel-dorf nach Chicago. Ab New York, Miamiund Los Angeles stehen ab sofort elfweitere Anschlussziele innerhalb derUSA mit Airberlin-Flugnummern zur Ver-fügung.

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MAASTRICHT AIRLINE

Die im Sommer 2012 neu gegründeteMaastricht Airline bietet ihren Fluggä-sten drei gefragte Destinationen an. DieStrecke von Maastricht nach Amsterdamwird täglich viermal bedient. Flugticketssind ab 79 Euro inklusive Steuern undGebühren buchbar.

Daneben fliegt die neue Airline täglichaußer samstags von Maastricth nachBerlin und zweimal pro Tag von Maas-tricht nach München. Die Flugtickets fürBerlin und München erhalten Flugpas-sagiere ab 149 Euro einschließlich Steu-ern und Gebühren.

Alle Verbindungen werden mit Maschi-nen des Typs Fokker 50 bedient.

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KOREAN AIR

Wer künftig mit Korean Air fliegt, sollteseine Bordkarte gut aufbewahren. Denndie Fluggesellschaft bietet ihren Passa-gieren ein Vorteilsprogramm an, mitdem sie Vergünstigungen und weitereVorteile beim Besuch von touristischenSehenswürdigkeiten, Theatern, Restau-rants und Einkaufszentren, in Bankensowie im öffentlichen Nahverkehr erhal-ten. Insgesamt beteiligen sich 27 Partnerdaran.

Das neue Programm gilt für alle Kundender Airline, die aus dem Ausland nachKorea fliegen. Die Vergünstigungen undLeistungen erhalten Reisende bis zu sie-ben Tage nach Abflug bei Vorlage vonAusweis und Bordkarte.

Bis Ende Februar gilt zusätzlich noch einweiteres Serviceangebot: Wer überSeoul weiter zu den derzeit warmen Zie-len Hawaii oder Australien reist, kann

seine Wintergarderobe am Incheon In-ternational Airport zur Aufbewahrungabgeben. Die Mäntel und Jacken wer-den in Schutzfolie gehüllt und gelagertund können bequem auf dem Rückflugwieder abgeholt werden.

Der Garderoben-Service gilt für alle in-ternational reisenden Fluggäste abKorea und für Transitpassagiere abDeutschland und ist täglich von 4.30Uhr bis 21.00 Uhr geöffnet. Die Aufbe-wahrung ist für fünf Tage kostenlos. An-schließend kostet die Lagerung 2.500Won (etwa 1,80 Euro) pro Tag.

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Page 13: Newsletter "Leben und Arbeiten im Ausland" Januar 2013

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VERMISCHTES

WOHER DIE CHINESISCHEN

TIERKREISZEICHEN KOMMEN

In China wird das Neujahrsfest in der ers-ten Neumondnacht zwischen Ende Ja-nuar und Mitte Februar gefeiert.

Seit dem chinesischen Neujahrsfest am10. Februar regiert die Wasser-Schlangedas gerade begonnene Mondjahr. EndeJanuar 2014 gibt sie das Zepter an dasdynamische Pferd ab. Wie in der westli-chen Astrologie gibt es auch in der chi-nesischen zwölf Symbole, die jedochreine Tiersymbole und jeweils einemJahr zugeordnet sind.

Eine Legende erzählt, dass Buddha vieleTiere zu sich eingeladen hat, aber nurzwölf Tiere kamen. Buddha belohntejedes erschienene Tier entsprechend derReihenfolge der Ankunft mit »seinem«Jahr im regelmäßigen Turnus von zwölfJahren. Jedes Tier sollte während seinesJahres Einfluss auf das Schicksal derMenschen, die in dieser Zeit geborenwerden, ausüben können. Die Reihen-folge ihrer Ankunft bestimmt bis heutedie Jahresfolge der Tierkreiszeichen.

Die kluge Schlange kam als sechstes Tierbei Buddha an, die listige Ratte war alserste zur Stelle vor dem Büffel. Dieserhatte sie gutmütig auf seinem Rückenmitgenommen und die Ratte, beiBuddha ankommend, war flugs vomRücken gesprungen. (Reihenfolge derTierkreiszeichen: Ratte, Büffel, Tiger,Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege,Affe, Hahn, Hund, Schwein.)

Literaturtipp: 2013 – Chinese Zodiac –Year of The Water Snake and FamousPeople

Autorin: Barbara Heyken M.A. – Sinolo-gin/zertifizierte interkulturelle Trai-nerin ([email protected])

HEISSE SCHOKOLADE

SCHMECKT AM BESTEN AUS

ORANGER TASSE

Heiße Schokolade schmeckt aus einerorange- oder cremefarbenen Tasse bes-ser als aus andersfarbigen. Eine weißeoder rote Tasse verbessert den Ge-schmack hingegen nicht. Wie das On-line-Magazin Gizmodo schreibt, sind zudiesen Ergebnissen Forscher der Poly-technischen Universität Valencia und derOxford University gekommen. Sie teste-ten den Konsum von Trinkschokolade an57 Versuchsteilnehmern, die mit großerMehrheit Schokolade aus einer orangeoder creme gefärbten Tasse bevorzug-ten.

Tatsächlich ist der Einfluss von Farbenauf die Geschmackswahrnehmung be-reits bekannt. So wird ein würziges Ge-richt beispielsweise schärfer wahrge-nommen, wenn es rot ist. Die Farbeeines Behältnisses kann also die emp-fundenen Eigenschaften einer Speiseoder eines Getränks verstärken.

Dasselbe Forscherteam hatte in einer an-deren Studie herausgefunden, dass derGeschmack von Erdbeermousse aufeinem weißen Teller als intensiver wahr-genommen wird als auf einem anders-farbigen. Kaffee wiederum in einembraunen Behältnis wirkt stärker und aro-matischer, während rot ihn abschwächt,gelb und blau einen milderen Ge-schmack hervorrufen. Limonade auseiner rosafarbenen Dose schmeckt süßerund aus einer blauen Dose konsu-miert, wirkt sie erfrischender.

MÄNNER EU-WEIT

HÄUFIGER IM JOB ALS FRAUEN

In der Europäischen Union (EU) gingen2011 75 Prozent der Männer und 62Prozent der Frauen einer Erwerbstätig-keit nach. Bezogen auf Deutschland sindes 81 Prozent der männlichen und 71Prozent der weiblichen Bevölkerung, dieeinen Job ausüben. Dies hat das Statisti-sche Bundesamt mitgeteilt.

Den größten Unterschied bei den Ge-schlechtern wies Malta auf: Dort waren79 Prozent der Männer, aber nur 43 Pro-zent der Frauen erwerbstätig. Fast aus-geglichen waren hingegen die Quotenin Litauen, wo 68 Prozent der Männerund 67 Prozent der Frauen arbeiteten.

Im EU-Durchschnitt sind 91 Prozent derMänner und 68 Prozent der Frauen inVollzeit tätig (zum Vergleich Deutsch-land: 90 Prozent Männer, 54 Pro-zent Frauen).

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HUNGER IN KINDHEIT BEWAHRT

MENTALE FRISCHE IM ALTER

Wer in der Kindheit öfter hungernmusste, scheint sich im Alter besserementale Fähigkeiten zu bewahren alsPersonen, die von Hungerphasen ver-schont geblieben sind. Das haben For-scher des Rush University MedicalCenters in Chicago herausgefunden. Fürdie Erhebung untersuchten sie 6.000Menschen im Durchschnittsalter von 75Jahren unter anderem zu ihrem Ge-sundheitszustand im Kindesalter. Dasverblüffende Ergebnis: Jene, die als Kind

manchmal Hunger litten, wiesen bis zueinem Drittel einen geringeren kogniti-ven Rückgang auf.

Eine konkrete Ursache dafür konntendie Mediziner bislang nicht herausfin-den. Sie vermuten, dass die Überlegung,wie man bei Nahrungsmangel an andereRessourcen gelangen könne, die geisti-gen Fähigkeiten trainiert hat. Getreudem Motto: Wohlstand fördert eine ge-wisse Trägheit, während Mangeleher anspornt.

ENGLAND: STARKER ANSTIEG

VON NOROVIRUS-FÄLLEN

England verzeichnete 2012 einen ex-tremen Anstieg von Erkrankungenaufgrund des Norovirus’. So geht dieHealth Protection Agency (HPA) davonaus, dass es in England und Wales seitdem Sommer 2012 zu 880.000 Fällengekommen ist. Das entspricht einemAnstieg von 83 Prozent im Vergleichzum Vorjahreszeitraum. Offizielle Be-stätigungen durch Laboruntersuchun-gen gibt es allerdings nur in etwasmehr als 3.000 Fällen.

Die HPA argumentiert jedoch, dass essich bei den gemeldeten Fällen ledig-lich um die Spitze des Eisberges han-delt. Auf jede registrierte Erkrankungkommen noch einmal 288 nicht ge-meldete. Diese Diskrepanz sei ent-standen, weil viele Erkrankten nichtzum Arzt gehen. Schottland meldetefür den Winter 2012 insgesamt 2.016Erkrankungen – 46 Prozent mehr alsim Jahr 2011.

Noroviren sind sehr ansteckend undkönnen über den Kontakt mit einer in-fizierten Person, verunreinigten Ober-flächen oder Objekten, über Lebens-mittel und kontaminiertes Wasserübertragen werden. Die Symptomebei erkrankten Menschen sind vorallem Erbrechen und Durchfall.

GESUNDHEIT INTERNATIONAL

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NEUE TOOLS

GEGEN DEN JETLAG

Geschäftsreisende, die regelmäßig inter-national unterwegs sind, leiden oftunter Jetlag, einer Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus aufgrund unterschied-licher Zeitzonen. Ein kanadischer For-scher hat nun einen Rechner, den JetLag Rooster, entwickelt, über den Viel-flieger online ermitteln können, wannund in welcher Intensität sie einen Jet-lag zu erwarten haben und welcheMaßnahmen sie vor und nach der Reiseergreifen können. Das Tool gibt bei-spielsweise Tipps, wann man Licht mei-den und wann man es suchen sollteoder zu welchem Zeitpunkt es sinnvoll

ist, die Uhr zurück- oder vorzustellenund wann es Zeit für die Nachtruhewird.

Dem Jetlag-Phänomen hat sich ebenfallsein australisches Unternehmen ange-nommen, das eine Art Sonnenbrille, derso genannte Re-Timer, auf den Marktgebracht hat, die ähnlich wie Sonnen-strahlen wirkt. Bei entsprechendem Tra-gen vor und nach dem Flug könne derRe-Timer dabei helfen, die innere Uhrauf den Zeitzonenwechsel und dendamit verbundenen Konsequenzen vor-zubereiten. Unter re-timer.com erfahrenInteressierte mehr über die Wun-derbrille.

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AUS ALLER WELT

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DIE FÜNF AKTUELLSTEN

TOURISTENFALLEN

Australiens Direkt-Reiseversicherer hatdie derzeit fünf gängigsten Touristenfal-len in verschiedenen Ländern veröffent-licht und Reisende davor gewarnt, in dieFalle zu tappen. So sei eine beliebte Ma-sche, Jetskis, die sich Touris ausleihen,leicht zu beschädigen. Der Trick wird be-sonders häufig auf der Insel Phuket inThailand angewendet. Die Betroffenenleihen sich einen Jetski aus und werdenbei der Rückgabe von den Verleihern aufden Schaden aufmerksam gemacht undsollen dafür zahlen. Wer sich weigert,wird von einem besonderen »Freund«

des Jetski-Verleihs gezwungen, zumGeldautomaten zu gehen und die erfor-derliche Summe abzuheben. Reisende inPhuket sollten sich vorerst also nirgendseinen Jetski ausleihen.

Nepper und Schlepper erwarten Rei-sende auch in Paris. Dort treiben einigeZigeuner ihr Unwesen, indem sie Rei-senden einen goldenen Ring vor dieNase halten und bitten, diesen zur Poli-zei zu bringen, da sie selbst grad keineZeit dazu hätten. Die Belohnung dafürdürften sie behalten, wenn der Touristdem Finder vorab seinen Anteil am Fin-derlohn auszahlt.

Auf Sizilien, im Balkan und in Osteuropakommt es in letzter Zeit häufiger vor,dass Betrüger im Straßenverkehr mitihrem Auto an dem des Touristen vor-beifahren und signalisieren, dass mit sei-nem Kfz etwas nicht in Ordnung sei.Verunsichert halten die ausländischenGäste am Straßenrand an, verlassen dasAuto, um sich vom »Helfer« den ver-meintlichen Schaden zeigen zu lassen.In der Zwischenzeit entwendet der Kom-plize alle Wertgegenstände, die sich imAuto des Reisenden befinden.

Eine besonders perfide Abzocke habensich Banden in Indien ausgedacht. Dortwerden Touristen von Studenten auf derStraße angesprochen, die sich als Reise-führer anbieten und als Gegenleistungden Kauf von Lehrbüchern haben wol-len. Nach der Stadtführung gehen siemit dem ahnungslosen Touristen in eineBuchhandlung, wo dieser die Büchertatsächlich erwirbt, allerdings – ohne eszu wissen – zu einem völlig überteuer-ten Preis. Den Profit teilen sich Buch-händler und Student.

Bei den genannten Destinationen han-delt es sich übrigens um die beliebtestenReiseziele der Australier, so der Di-rektversicherer.

KANADA KANN EINWANDERER

NACHHALTIG INTEGRIEREN

Kanada gehört mit Deutschland zu denLändern mit den höchsten Anteilen anZuwanderern weltweit. Doch währendhierzulande ein großer Teil der Zuwan-derer nur über geringe Qualifikationenverfügt, haben in Kanada 45 Prozent derMigranten einen Hochschulabschluss,75 Prozent zwischen 25 und 54 Jahrensind erwerbstätig – in Deutschland sindes nur 69 Prozent. Darüber berichtet dasPortal ihre-vorsorge.de.

Besonders beeindrucken in Kanada dieKinder der Migranten. Überwiegend miteinem akademischen Abschluss, über-treffen sie den Nachwuchs der Einhei-mischen bei weitem. In Deutschlandliegen Migrantenkinder bei den mittle-ren und höheren Bildungsabschlüssendeutlich hinter den Einheimischen. Nurbei den niedrigsten Abschlüssen, alsomaximal der Realschule, sind Migran-tenkinder mehr als doppelt so häufigvertreten.

Hintergrund für diese überdurchschnitt-lichen Ergebnisse bei der Integration istwahrscheinlich die Tatsache, dass Ka-nada Zuwanderungswillige nach einemtransparenten Punktesystem überwie-gend nach Ausbildung, Sprachfähigkei-ten und dem Alter auswählt. DieseVorgehensweise zielt damit auf hoch-qualifizierte Fachkräfte. Durchschnittlichund gering qualifizierte Arbeitskräfte mitJobangebot erhalten zunächst nur einebefristete Aufenthaltserlaubnis.

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WARUM EINIGE AMERIKANER

IHR LAND VERLASSEN

240 US-Amerikaner haben im drittenQuartal 2012 ihren Pass abgegeben unddamit auch ihre Staatsbürgerschaft. Dar-über berichtet das Schweizer Magazin»20 Minuten«. Die Steuerbehörde IRS inden USA gibt demnach weitgehend un-beachtet alle viertel Jahre eine Liste allderer Staatsbürger heraus, die »Good-bye America« sagen. Offiziell heißt derReport »Quarterly Publication of Indivi-duals, Who Have Chosen To Expatriate«.

Einer der Gründe für die Auswande-rung, so schreibt »20 Minuten«, seiendie Steuern. Anders als die meisten an-deren Staaten pflegen die USA das Prin-zip, dass ihre Bürger auch dann an denFiskus zahlen müssen, wenn ihr Wohn-sitz längst woanders ist – nach demMotto: Einmal Amerikaner, immer steu-erpflichtig. Einziger Ausweg ist die end-gültige Auswanderung oder Rückgabedes Passes.

Ein weiterer Grund dafür, warum man-che Amerikaner ihrer Heimat endgültigden Rücken kehren, seien Behinderun-gen auf dem Karriereweg. Demnachzwingen die US-Offenlegungsvorschrif-ten Manager nicht nur zur Meldung dereigenen Einkommens- und Vermögens-verhältnisse, sondern sie müssen zusätz-lich Informationen über die Konten ihrerFirmen nach Übersee melden, wenn siedafür verantwortlich sind.

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AUS ALLER WELT

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MALTA UND

DEUTSCHLAND VERSTÄRKEN

ZUSAMMENARBEIT

Die deutsche und maltesische Wirtschaftwollen künftig enger zusammenarbei-ten. Kürzlich haben die deutsche unddie maltesische Handelskammer in Mal-tas Hauptstadt Valetta ein entsprechen-des Memorandum of Understanding(MoU) unterschrieben.

Das mit 410.000 Einwohnern kleinsteEU-Mitgliedsland wirbt mit qualifiziertenMitarbeitern, steuerlichen Anreizen undeiner logistisch guten Lage zwischenEuropa und dem nordafrikanischenRaum um Auslandsinvestitionen. Bereits

60 deutsche Unternehmen sind derzeitauf der Insel aktiv. Dass sich Malta abernoch mehr Engagement deutscher Fir-men wünscht, betont die dortige Kam-mer in der Vereinbarung ausdrücklich.Auch ihre Zusammenarbeit bei europa-politischen Themen wollen der DIHKund die maltesische Handelskammerkünftig ausbauen, insbesondere im Rah-men des europäischen DachverbandesEurochambres.

Um die aktuelle Finanzkrise zu überwin-den, sei ein besseres Verständnisder politischen, wirtschaftlichenund kultu- rellen Rahmenbedingungenaller Partner in der EU erforderlich.

IMPRESSUM

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